1. Gesundheit
Die jüngsten Ereignissen haben uns alle hier etwas hypochondrisch gemacht. Bei jedem Kopfschmerz messe ich meinen Puls. Inzwischen hat mir ein Arzt bestätigt, dass ich nur eine weitere leichte Erkältung fast überstanden habe. Am 19.11. wurde ich außerdem gegen Meningitis geimpft.
Persönlich denke ich, dass der häufige Schnupfen einen simplen Grund hat: zu wenig Stress. Ganz allgemein muss ich nämlich trotz allem klar feststellen, dass es mir seit Jahren nicht so gut ging. Ich habe eine Aufgabe, die mich nützlich erscheinen lässt, und nebenbei noch Zeit ausreichend zu schlafen und zu essen, sogar um zu tanzen, für Museen, privates Lernen, ab und zu kann ich ausgehen und ich treffe ausnehmend schnell Freunde aus vielen verschiedenen Ländern. In Magdeburg war für Krankheit gar keine Zeit.
2. Uni
2.1 Wie ich erfahren habe, sind wir in York alles 'geeks'. Wären wir cool „würden wir in Leeds studieren“.
2.2 Am Campussee kann man prima in Ruhe sein Mittag essen. Dabei kann man in melancholischen Momenten die Enten füttern. Die sind mindestens so gierig wie Meerschweinchen. Denkt man nicht wie schnell so ein Erpel sein kann, wenn er einen fallenden Brotkrumen sieht.
Für den Nachmittagstee habe ich die Musikfakultät gefunden. Deren Gemeinschaftsraum überblickt wunderbar eine Wiese und dahinter ist der Campussee. Dazu spielt und singt es aus den Proberäumen, besonders stimmungsvoll vor Weihnachten und mit dem melancholischen Ausblick auf die diesige Wiese davor im Spätherbt. Trotzdem ist es ruhig genug um zu arbeiten weil sich wenige Studenten dorthin verirren. Das ist gut, denn ein grundsätzliches Problem der Uni ist die große Zahl von Studenten. Die meisten sind damit beschäftigt mir im Weg zu stehen.
Letztens habe ich gesehen, das die Colleges bis spätnachts voll Leben sind. Denn nicht nur hat jedes tagsüber sein Cafe, abends können die anwohnenden Studenten alle Einrichtungen benutzen. Ich nutze die Tanzabende der Südamerikanischen Gesellschaft, andere sehen sich mit den Projektoren der Lehrsäle Filme an.
3. Eigenbildung
3.1 Am Vormittag des 12.11. war ich im Prunkhaus der Stadt, wo bis heute wichtigere Gäste wie der König unterhalten werden. An den Wänden hängen die Regalien der Gemeinde, inkl. eines Schwerts von Kaiser Sigismund und einem zweiten, welches sich James I (König schottischer Abstammung, der England und Schottland zu Großbritannien vereinigte) zu seiner Krönung auslieh und nur auf wiederholte Bitte und ohne Gold- und Edelsteinbesatz zurückgab. Man vermutet dies als Grund für die bis heute gültige Stadtverordnung, dass jeder, der Samstag von 6-7 Uhr mit Pfeil und Bogen auf der Stadtmauer steht und einen Schotten sieht, diesen erschießen darf.
3.2 Terrific race the Romans
Danach bin ich noch unter (!) einen Pub im Zentrum gefahren, wo bei Kellerarbeiten in der 1930ern das Badehaus der römischen Garnison gefunden wurde. Seitdem mit Spaß am Thema als kleines Privatmuseum betrieben. Ich bin ja vollkommen begeistert von der römischen Zivilisation. Allein wenn man eine Karte des Schachbrettmusters der römischen Siedlung mit dem Straßenwirrwarr des mittelalterlichen York überlegt. Die Stadt wurde im 5. Jahrhundert verlassen und stand ca. 150 Jahre leer bevor es von den Angelsachsen rekolonisiert wurde. Was für ein Anblick müssen die langsam verfallenden Säulen und Bögen einer römischen Stadt gewesen sein inmitten der Wüstenei der Barbaren.
3.3 Eine Wohe später habe ich Samstag vormittag noch zwei in einem speziellen Faltblatt aufgeführte Kirchen besucht. Eine ist das letzte Überbleibsel eines der mit der Reformation abgeschaften großen Klöster und das einzige was niemals ganz geschlossen wurde. Die zweite ist gleich am Fluss und das schönste Sakralstück nach dem Münster aufgrund zweier Glasfenster, in denen die christlichen Tugenden sowie die letzten 15 Tage der Welt gezeigt werden.
3.4 Nach dem Buch über den Münster lese ich eine Reihe Kurzbiographien einiger der für seinen Bau wichtigsten Bischöfe, ähnlich den Euch zugeschickten.
4. Remembrance Day
Sonntag 13.11. war Gedenktag für die gefallenen Soldaten der Weltkriege. Im Vergleich zu Polen sehr dezent. Keine Paraden in jeder Kleinstadt, keine patriotischen Reden, keine Kinder in Uniform. In den Vorwochen wird auf den Straßen für die Veteranenorganisationen gesammelt; Spendern werden rote Blüten angesteckt, Symbol der französischen Mohnfelder, in die wohl viele Tote des 1. Weltkriegs aufgegangen sind.
5. Briefe
Neoliberalismus in drei Worten: Markt über alles. Aber das spricht selbstverständlich jeder wissenschaftlichen Anspruch Hohn, sogar dem von Studenten. Wie so oft geht das Problem schon bei der Definition los, und darum ist es auch so ein populäres Thema, weil sich jeder das raussucht was ihm passt und so interpretiert wie er will. Für Näheres wie immer Wikipedia, und als Buch das von mir gerade bearbeitete „Im Schatten der Globalisierung“ von Stiglitz.
6. Weihnachten
Ich habe einen Messbecher gefunden und kann jetzt backen.
Am 1. und 8. Dezember gehe ich zu Konzerten des Unichors (Mozart und Brahms).
Sonntag, 21. November 2010
Montag, 8. November 2010
08.11.2010 - Notizen
1. Guy Fawkes Nacht
Guy Fawkes Nacht war, wie zur Zeit die meisten Versuche etwas abends zu erleben, eine Enttäuschung. In Newcastle hatte mich Paul damals noch zu einer großen Menge in einen Park mitgenommen, mit Lagerfeuern und Strohpuppen und Ballons und Süßigkeiten für die Kleinen. Hier waren die Parks schon zu als ich ins Zentrum kam. Überall ging zwar Feuerwerk in den Himmel, genau genommen schon in den Tagen davor wie auch danach, aber das scheint alles privat im Hintergarten erledigt zu werden. Und das obwohl Guy Fawkes hier zur Schule gegangen ist!
2. Uni
Die erste Präsentation verlief ereignislos. In der kommenden Woche sind zwei schriftliche Arbeiten abzugeben, für die einzigen beiden ernstzunehmenden Kurse. Größtenteils Mathe. Die beiden anderen bringen am Ende des Semesters dann die Hausarbeiten. Sämtliche Klausuren kommen am Ende des Frühlingstrimesters, und zwar aus beiden Trimestern, wodurch es wohl stressig werden dürfte, zumal das Frühlingssemester die geringe Kurszahl des jetzigen ausgleichen wird.
Neben den Lehrbüchern lese ich schnell ein 100-Seiten-Buch zum Münster aus der Unibibliothek durch, die erste wirklich detaillierte Beschreibung, die mir gratis in die Hände gefallen ist.
3. Statistik
3.1 Drei römische Kaiser wurden in York gekrönt. Der letzte, Konstatin der Große, war es, der im Zuge der Durchsetzung des Thronanspruchs das Christentum legalisierte. Gekrönt wurde im Hauptquartier der neunten Legion, also der Basilika, dem Zentrum der Siedlung, direkt unter dem Münster. Ein Büro ist noch heute samt Mosaik unter dem Hauptturm zu sehen, und vor dem Münster eine der Kapitelsäulen, mit einer Statue Konstantins.
3.2 Post läuft wie seinerzeit 3 Tage.
4. Der Schokoladengeruch kommt vermutlich von der Rowntree-Schokoladenfabrik, heute im Besitz von KitKat oder Nestle.
5. Antwort auf einige Fragen aus Briefen
5.1 Andenken und Souvenirs habe ich, vielleicht überraschend, gar keine. Einmal sammle ich sowas nicht gezielt, und zweitens fällt sowas gnadenlos der Gepäckspardoktrin zum Opfer. Weiterhin – dafür schreibe ich ja ein Tagebuch! Viele traurige Abende im ersten Studienjahr wurden nur durch intensive Lektüre detaillierter Berichte aus England und Torun gerettet. Andenken sind dabei eher eigene Erinnerungen, meist vernebelte Eindrücke aus Kneipen oder Panorama über Städten und Landschaften, plus Fotos und Musik die sich leicht auf dem Laptop transporen lassen. Gegenstände habe ich aus England, Polen und Bulgarien, meist Geschenke von Freunden. Aber die stauben an sicheren Orten in Deutschland. Die meisten sind Alltagsgegenstände, die weiterhin nützlich und schwer neu zu finden sind, und die dazu einen Erinnerungswert besitzen. Mein großer Koffer z.B. wurde eigens für England gekauft, und mein unersetzliches dt.-pl. Wörterbuchprogramm, in dessen Hülle ich wichtige CDs transportiere, habe ich in den letzten Sommertagen in Torun erstanden. Mein Rucksack ist eine Konstante auf allen Fotos seit den ersten Ausflügen von der Farm.
5.2 Selbstverständlich ziehe ich bewusst und unbewusst Vergleiche zwischen den verschiedenen Wohnorten und -ländern. Das passiert schon ganz unwillkürlich wenn in einer neuen Gesellschaft eine bestimmte Verhaltensnorm (schließe dein Fahrrad immer an etwas stabiles an! vs. Kann man auch mal kurz unangeschlossen stehen lassen / „bei Vorfahrtsregelung schlägt LKW Auto, Auto Fahrrad, Fahrrad Fußgänger“ vs. „jeder hat seine eigene und respektierte Spur mit eigenen Rechten“) plötzlich nicht mehr gilt oder radikal anders interpretiert wird (in Polen oder Bulgarien eskortiert man das Mädchen nach Dunkelheit nach Hause oder zumindest bis zum Bus, in Deutschland oder England kann das ganz andere Intentionen suggerieren).
Es braucht sich aber niemand Sorgen machen, dass ich Polen den Rücken kehre, wenn ich immer mal wieder erwähne, was dort noch alles nachzuholen ist. Ha, wenn ihr wüsstet wie mir das Lodzer Kultur- und Nachtleben fehlt!
Wenn ich mich z.B. zwischen Lodz und York entscheiden müsste, würde ich vermutlich Lodz wählen. Nur den Münster und den Fluss würde ich mitnehmen. Die Altstadt könnten wir ein neues Viertel machen. Dom und Elbe würde ich sogar aus Magdeburg mitnehmen. Ginge es um Polen oder England, wäre ich mir schon nicht mehr so sicher.
5.3 Trimestertermine
Herbsttrimester 11.10.-17.12.2010
Frühlingstrimester 10.01.2011 – 18.03.2011 (anschließend Prüfungszeit)
Sommertrimester 26.04. - 01.07.2011
Guy Fawkes Nacht war, wie zur Zeit die meisten Versuche etwas abends zu erleben, eine Enttäuschung. In Newcastle hatte mich Paul damals noch zu einer großen Menge in einen Park mitgenommen, mit Lagerfeuern und Strohpuppen und Ballons und Süßigkeiten für die Kleinen. Hier waren die Parks schon zu als ich ins Zentrum kam. Überall ging zwar Feuerwerk in den Himmel, genau genommen schon in den Tagen davor wie auch danach, aber das scheint alles privat im Hintergarten erledigt zu werden. Und das obwohl Guy Fawkes hier zur Schule gegangen ist!
2. Uni
Die erste Präsentation verlief ereignislos. In der kommenden Woche sind zwei schriftliche Arbeiten abzugeben, für die einzigen beiden ernstzunehmenden Kurse. Größtenteils Mathe. Die beiden anderen bringen am Ende des Semesters dann die Hausarbeiten. Sämtliche Klausuren kommen am Ende des Frühlingstrimesters, und zwar aus beiden Trimestern, wodurch es wohl stressig werden dürfte, zumal das Frühlingssemester die geringe Kurszahl des jetzigen ausgleichen wird.
Neben den Lehrbüchern lese ich schnell ein 100-Seiten-Buch zum Münster aus der Unibibliothek durch, die erste wirklich detaillierte Beschreibung, die mir gratis in die Hände gefallen ist.
3. Statistik
3.1 Drei römische Kaiser wurden in York gekrönt. Der letzte, Konstatin der Große, war es, der im Zuge der Durchsetzung des Thronanspruchs das Christentum legalisierte. Gekrönt wurde im Hauptquartier der neunten Legion, also der Basilika, dem Zentrum der Siedlung, direkt unter dem Münster. Ein Büro ist noch heute samt Mosaik unter dem Hauptturm zu sehen, und vor dem Münster eine der Kapitelsäulen, mit einer Statue Konstantins.
3.2 Post läuft wie seinerzeit 3 Tage.
4. Der Schokoladengeruch kommt vermutlich von der Rowntree-Schokoladenfabrik, heute im Besitz von KitKat oder Nestle.
5. Antwort auf einige Fragen aus Briefen
5.1 Andenken und Souvenirs habe ich, vielleicht überraschend, gar keine. Einmal sammle ich sowas nicht gezielt, und zweitens fällt sowas gnadenlos der Gepäckspardoktrin zum Opfer. Weiterhin – dafür schreibe ich ja ein Tagebuch! Viele traurige Abende im ersten Studienjahr wurden nur durch intensive Lektüre detaillierter Berichte aus England und Torun gerettet. Andenken sind dabei eher eigene Erinnerungen, meist vernebelte Eindrücke aus Kneipen oder Panorama über Städten und Landschaften, plus Fotos und Musik die sich leicht auf dem Laptop transporen lassen. Gegenstände habe ich aus England, Polen und Bulgarien, meist Geschenke von Freunden. Aber die stauben an sicheren Orten in Deutschland. Die meisten sind Alltagsgegenstände, die weiterhin nützlich und schwer neu zu finden sind, und die dazu einen Erinnerungswert besitzen. Mein großer Koffer z.B. wurde eigens für England gekauft, und mein unersetzliches dt.-pl. Wörterbuchprogramm, in dessen Hülle ich wichtige CDs transportiere, habe ich in den letzten Sommertagen in Torun erstanden. Mein Rucksack ist eine Konstante auf allen Fotos seit den ersten Ausflügen von der Farm.
5.2 Selbstverständlich ziehe ich bewusst und unbewusst Vergleiche zwischen den verschiedenen Wohnorten und -ländern. Das passiert schon ganz unwillkürlich wenn in einer neuen Gesellschaft eine bestimmte Verhaltensnorm (schließe dein Fahrrad immer an etwas stabiles an! vs. Kann man auch mal kurz unangeschlossen stehen lassen / „bei Vorfahrtsregelung schlägt LKW Auto, Auto Fahrrad, Fahrrad Fußgänger“ vs. „jeder hat seine eigene und respektierte Spur mit eigenen Rechten“) plötzlich nicht mehr gilt oder radikal anders interpretiert wird (in Polen oder Bulgarien eskortiert man das Mädchen nach Dunkelheit nach Hause oder zumindest bis zum Bus, in Deutschland oder England kann das ganz andere Intentionen suggerieren).
Es braucht sich aber niemand Sorgen machen, dass ich Polen den Rücken kehre, wenn ich immer mal wieder erwähne, was dort noch alles nachzuholen ist. Ha, wenn ihr wüsstet wie mir das Lodzer Kultur- und Nachtleben fehlt!
Wenn ich mich z.B. zwischen Lodz und York entscheiden müsste, würde ich vermutlich Lodz wählen. Nur den Münster und den Fluss würde ich mitnehmen. Die Altstadt könnten wir ein neues Viertel machen. Dom und Elbe würde ich sogar aus Magdeburg mitnehmen. Ginge es um Polen oder England, wäre ich mir schon nicht mehr so sicher.
5.3 Trimestertermine
Herbsttrimester 11.10.-17.12.2010
Frühlingstrimester 10.01.2011 – 18.03.2011 (anschließend Prüfungszeit)
Sommertrimester 26.04. - 01.07.2011
Donnerstag, 4. November 2010
04.11.2010 - Notizen
1. Miete
Am 28.10. haben wir endlich unseren Mietvertrag unterschrieben. Dabei haben uns die Vermieter auch erklärt, wie die Heizung richtig funktioniert. Endlich laufe ich ohne Jacke im Haus rum und Emilie muss nicht mehr in selbiger schlafen. Andererseits sind wir ohnehin kaum mehr im Haus. Genauso hätte ich mir den Laptop sparen können: ich bin sowieso 9-22 Uhr an der Uni oder danach zum Salsa.
2. Geister
Samstag den 30.11. bin ich morgens noch einmal zum Schatzmeisterhaus, um die Kellertour mitzumachen. Da bezahlt man im Prinzip drei Pfund, um zehn Minuten in einem kleinen Kellerraum stehen zu können. Dabei werden Geistererschichten von den römischen Soldaten erzählt, die dort noch regelmäßig zu Fanfarenstößen aus den Wänden marschiert kommen. Der Keller liegt nämlich auf einer der Haupteinfallsstraßen der alten Garnison, welche man im Boden freigelegt hat.
3. Lichterfest
In York fand am 27.-30.11. das jährliche Lichterfest statt, an dem historische Gebäude bunt angestrahlt werden. Ich war am Donnerstag kurz im Zentrum, wo Blumenbilder an die Südfassade des Münsters geworfen und dazu komische Gedichte erzählt wurden. Nicht so beeindruckend wie die Fotos in der Touristeninformation. Der Münster hat im Übrigen 'im Moment keine Stellen für Freiwillige'.
4. Statistik
4.1 Offizielle Zählung des vorreformatorischen Yorks: 40 Kirchen, 8 Kloester.
4.2 Meine Professoren:
1 Pakistaner (Recherchetraining)
1 Mexikanerin (Mikroökonomietheorie; vorher Leiterin des Intensivkurses)
1 Japaner (Quantitative Methoden, d.h. Statistik) – sehr jung, sehr unsicher, sehr süß
1 Dänin (Entwicklungspolitik), früher an Oxford, bestes Englisch auf der Welt, superprofessionell
1 Türkin (Entwicklungsmakroökonomie, wo ich nur gasthöre) geboren für ihr Fach so ihren Beruf. Ganz ganz toll.
5. Unibildung
Freitag den 05.11. halte ich in Entwicklungspolitik meine erste Präsentation seit der Bachelorprüfung. Thema: Neoliberalismus.
Inzwischen studiere ich de facto Mathematik. Von den vier Kursen sind nur zwei ernstzunehmen, Mikroökonomie und Quantitative Analyse, beide füllen allein die Woche, für sie allein brüte ich jeden Tag über Formeln. An sich macht mir Mathe Spaß, solange bis es zu den Übungen kommt. Das Problem dabei ist nicht so sehr, dass ich nach einer Woche durchaus harten Lernen auf die Formeln an der Tafeln starre wie auf ein abstraktes Gemälde, sondern das allgemeine zustimmende Nicken um mich herum. Plus die intelligenten Fragen, und Korrekturen, für die uns die Professorin reichich Gelegenheit gibt. Dabei sind das die gleichen Leute aus dem Sommerkurs, die vorher Politik oder Medizin oder Politik studiert hatten, aber weniger Mathe als ich.
Verglichen mit dem Bachelor ist das hier aber immer noch Urlaub. Schließlich habe ich noch ein Leben außerhalb der Uni, mit Kaffee trinken und tanzen und ab und zu was aus privatem Interesse lernen.
6. Extrabildung
Zu Russisch komme ich kaum noch. Dafuer habe ich mich fuer einen kurzen Computerlehrgang zu Datenbanken eingeschrieben.
Ich habe Drei Maenner in einem Boot beendet und lese jetzt Die Schatten der Globalisierung von Joe Stiglitz. Geringstes Uebel einer Wahl verschiedener Titel fuer den Kurs Recherchemethoden.
7. Spaß mit Feuer
Samstag den 06.11. ist Guy Fawkes Nacht, zur alljährlichen Feier der Folter und Hinrichtung des katholischen Verschwörers, der das Parlament samt protestatischem König in die Luft jagen wollte. Dazu trifft man sich alle Jahre wieder um ein Feuer, auf denen früher dazu seine Strohpuppe verbrannt wurde. Für mich ist abends große Salsaparty, endlich Platz zum Tanzen.
8. Wenn jemand ein Weihnachtsgeschenk fuer mich sucht: eine Sekretaerin waere sehr nuetzlich.
9. Der Schokoladengeruch hat sich auf andere Stadtviertel ausgebreitet.
Am 28.10. haben wir endlich unseren Mietvertrag unterschrieben. Dabei haben uns die Vermieter auch erklärt, wie die Heizung richtig funktioniert. Endlich laufe ich ohne Jacke im Haus rum und Emilie muss nicht mehr in selbiger schlafen. Andererseits sind wir ohnehin kaum mehr im Haus. Genauso hätte ich mir den Laptop sparen können: ich bin sowieso 9-22 Uhr an der Uni oder danach zum Salsa.
2. Geister
Samstag den 30.11. bin ich morgens noch einmal zum Schatzmeisterhaus, um die Kellertour mitzumachen. Da bezahlt man im Prinzip drei Pfund, um zehn Minuten in einem kleinen Kellerraum stehen zu können. Dabei werden Geistererschichten von den römischen Soldaten erzählt, die dort noch regelmäßig zu Fanfarenstößen aus den Wänden marschiert kommen. Der Keller liegt nämlich auf einer der Haupteinfallsstraßen der alten Garnison, welche man im Boden freigelegt hat.
3. Lichterfest
In York fand am 27.-30.11. das jährliche Lichterfest statt, an dem historische Gebäude bunt angestrahlt werden. Ich war am Donnerstag kurz im Zentrum, wo Blumenbilder an die Südfassade des Münsters geworfen und dazu komische Gedichte erzählt wurden. Nicht so beeindruckend wie die Fotos in der Touristeninformation. Der Münster hat im Übrigen 'im Moment keine Stellen für Freiwillige'.
4. Statistik
4.1 Offizielle Zählung des vorreformatorischen Yorks: 40 Kirchen, 8 Kloester.
4.2 Meine Professoren:
1 Pakistaner (Recherchetraining)
1 Mexikanerin (Mikroökonomietheorie; vorher Leiterin des Intensivkurses)
1 Japaner (Quantitative Methoden, d.h. Statistik) – sehr jung, sehr unsicher, sehr süß
1 Dänin (Entwicklungspolitik), früher an Oxford, bestes Englisch auf der Welt, superprofessionell
1 Türkin (Entwicklungsmakroökonomie, wo ich nur gasthöre) geboren für ihr Fach so ihren Beruf. Ganz ganz toll.
5. Unibildung
Freitag den 05.11. halte ich in Entwicklungspolitik meine erste Präsentation seit der Bachelorprüfung. Thema: Neoliberalismus.
Inzwischen studiere ich de facto Mathematik. Von den vier Kursen sind nur zwei ernstzunehmen, Mikroökonomie und Quantitative Analyse, beide füllen allein die Woche, für sie allein brüte ich jeden Tag über Formeln. An sich macht mir Mathe Spaß, solange bis es zu den Übungen kommt. Das Problem dabei ist nicht so sehr, dass ich nach einer Woche durchaus harten Lernen auf die Formeln an der Tafeln starre wie auf ein abstraktes Gemälde, sondern das allgemeine zustimmende Nicken um mich herum. Plus die intelligenten Fragen, und Korrekturen, für die uns die Professorin reichich Gelegenheit gibt. Dabei sind das die gleichen Leute aus dem Sommerkurs, die vorher Politik oder Medizin oder Politik studiert hatten, aber weniger Mathe als ich.
Verglichen mit dem Bachelor ist das hier aber immer noch Urlaub. Schließlich habe ich noch ein Leben außerhalb der Uni, mit Kaffee trinken und tanzen und ab und zu was aus privatem Interesse lernen.
6. Extrabildung
Zu Russisch komme ich kaum noch. Dafuer habe ich mich fuer einen kurzen Computerlehrgang zu Datenbanken eingeschrieben.
Ich habe Drei Maenner in einem Boot beendet und lese jetzt Die Schatten der Globalisierung von Joe Stiglitz. Geringstes Uebel einer Wahl verschiedener Titel fuer den Kurs Recherchemethoden.
7. Spaß mit Feuer
Samstag den 06.11. ist Guy Fawkes Nacht, zur alljährlichen Feier der Folter und Hinrichtung des katholischen Verschwörers, der das Parlament samt protestatischem König in die Luft jagen wollte. Dazu trifft man sich alle Jahre wieder um ein Feuer, auf denen früher dazu seine Strohpuppe verbrannt wurde. Für mich ist abends große Salsaparty, endlich Platz zum Tanzen.
8. Wenn jemand ein Weihnachtsgeschenk fuer mich sucht: eine Sekretaerin waere sehr nuetzlich.
9. Der Schokoladengeruch hat sich auf andere Stadtviertel ausgebreitet.
Dienstag, 26. Oktober 2010
24.10.2010 – Berichte & Meinungen
1. Computer
Nach einer Woche Suchen kann ich endlich wieder zu Hause Zeit mit einem Computer verlieren. Eigentlich habe ich gemerkt, dass ich gar keinen brauche. An der Uni sind genug, und zu Hause lerne ich besser ohne.
Jetzt versuche ich die verlorene Lehrbuchlesezeit nachzuholen. An der Uni habe ich tatsächlich nur vier Kurs, die aber erstaunlich viel Arbeit erfordern. Gott sei Dank habe ich den Sommerkurs besucht. Ohne diese Extraübungszeit wäre ich hoffungslos verloren in Mathelehrbüchern und Vorlesungen. Gelegentlich wünschte ich, schon im September weniger Tourist und mehr Bibliotheksbesucher gewesen zu sein. Aber dann bin ich froh, damals York und Fountains Abbey und die Farm besucht zu haben, denn jetzt ist keine Zeit mehr für irgendwelche Ausflüge und Privatbildungspausen mit vernünftiger Vorbereitung.
2. Studium
Ich muss mich noch daran gewöhnen, dass man hier an der Uni sehr wenige Kurse hat. Ich habe grade mal fuenf dieses Semester und nur an maximal vier Tagen pro Woche bin ich zwingend an der Uni. Es gibt aber trotzdem mehr als genug Arbeit, man studiert mehr selbstständig und so komme ich meist sieben Tage die Woche gegen neun abends aus der Bibliothek, die bis Mitternacht auf hat.
3.
In erwähnter Woche durfte ich beide Einkaufsparks Yorks kennen lernen. Nach dem Kauf des Laptops gab ich noch etwas mehr Geld im Supermarkt nebenan aus. Jetzt haben wir mehrere Kochtöpfe im Haus und ich Ordner für die Semesteranfangspapierflut. Dabei lernte ich einen polnischen Mitarbeiter kennen, der meine Meinung über die hiesige Polonia entschieden verbesserte. Er gab mir eine Führung zu den besten Produkten, inklusive Empfehlungen zur Konkurrenz, und lieferte mich dann bei der strahlenden polnischen Kassierein ab.
4. Buecher
York hat eine Unzahl sehr guter Gebrauchtbuchläden. Außerdem sehr viele sog. Wohlfahrtsläden, wo Erlös aus gespendeten Gütern an sehr alte, sehr junge, sehr kranke etc. Menschen als auch Tiere geht. Eine Gottesgabe für Studenten. Ich habe mir für den nahenden Winter eine Breschnew-Gedächtnismütze gekauft, die so billig war, dass ich freiwillig mehr bezahlt habe.
5. Salsa
Mittwochs besuche ich einen Salsakurs an der Uni. Nicht sehr anspruchsvoll, aber man lernt viele Leute kennen, die auch verzweifelt nach genug Raum zum Tanzen suchen. Sehr gut zur Sprachübung, vor allem seit man mich als überqualifiziert von den Englischkursen abgewiesen hat. Bei der wöchentlichen Salsaparty am Donnerstag habe ich dann eine erzbulgarische Studentin kennen gelernt.
6. Bildung
Eine der letzten historischen Bildungsaddressen in der Stadt ist die sog. Merchant Adventurers Hall. Das ist die Versammlungshalle der Woll- und Tuchfernhändler. Ein Meisterstück mittelalterlicher Holzdächer. Eine zweischiffige Halle, weil kein Baumstamm weit genug für die gewünschte Dachgröße war. 1357 von einer ursprünglich religiösen Vereinigung gebaut, die sich während der Reformation in eine Handelsgilde umbildete, um dem Einzug der Besitzes durch die Krone zu entgehen. Wurde später zur mächtigsten Organisation der Stadt, bis ihre Monopole widerrufen wurde und der Fluss zu klein wurde für die immer größer werdenen Schiffe. York wurde nämlich ursprünglich so reich, weil es anfangs eine für Seefahrer anlaufbare Hafenstadt war. Das ist lange vorbei, aber die Gilde existiert immer noch und hält seit 700 Jahren ihre Halle.
7. Sonntag
Wieder Gottesdienst im Münster. Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied zu Polen: zur Kommunion steht diszipliniert eine Reihe nach der anderen auf, wenn die Schlange zum Priester kurz genug ist. Kein zeitgleiches Vorwärtsstürmen der gesamten Gemeinde. Dabei scheint es mir oft katholischer als bei den Katholike. Nicht erst seit gestern verhandelt man ja mit Rom über eine Rückkehr. Das wird erleichtert durch die große Autonomie, die hier jede Gemeinde hat. Anhänger der sog. 'Niederkirche' begleiten die Messe mit der Gitarre, der Pfarrer der 'Hochkirche' nebenan schwenkt den Weihrauch des selbst dem Papst die Luft wegbleibt. Nach viel Ärger um weibliche Priester hat sich jetzt laut Zeitung die erste traditionelle Gemeinde zur Heimkehr nach Rom entschlossen.
8. Tee
Ich dagegen trank nach der Messer noch einen Tee in einem zauberhaften Ort mit zwei Meerschweinchen in einem Garten direkt an der Stadtmauer, auf dessen grünen Rasen das rote Laub der Bäume fällt.
9. Äpfel
Emilie hat mir ein Rezept für gedünste Äpfel gezeigt. Zusammen ernten wir den Baum im Garten bevor alles erfriert.
10. Mein ganzes Viertel riecht zur Zeit nach heißer Schokolade.
11.
Von meiner Haustür sehe ich direkt auf den Hauptturm des Münsters, mit den zwei kleineren Westtürmen dahinter. Morgens weiß vor z.Z. meist blauem Himmel, abends angestrahlt in der Dunkelheit.
12. Post
Vielen Dank für Eure Briefe. Leider kann ich über das Tagebuch hinaus nicht individuell antworten.
Nach einer Woche Suchen kann ich endlich wieder zu Hause Zeit mit einem Computer verlieren. Eigentlich habe ich gemerkt, dass ich gar keinen brauche. An der Uni sind genug, und zu Hause lerne ich besser ohne.
Jetzt versuche ich die verlorene Lehrbuchlesezeit nachzuholen. An der Uni habe ich tatsächlich nur vier Kurs, die aber erstaunlich viel Arbeit erfordern. Gott sei Dank habe ich den Sommerkurs besucht. Ohne diese Extraübungszeit wäre ich hoffungslos verloren in Mathelehrbüchern und Vorlesungen. Gelegentlich wünschte ich, schon im September weniger Tourist und mehr Bibliotheksbesucher gewesen zu sein. Aber dann bin ich froh, damals York und Fountains Abbey und die Farm besucht zu haben, denn jetzt ist keine Zeit mehr für irgendwelche Ausflüge und Privatbildungspausen mit vernünftiger Vorbereitung.
2. Studium
Ich muss mich noch daran gewöhnen, dass man hier an der Uni sehr wenige Kurse hat. Ich habe grade mal fuenf dieses Semester und nur an maximal vier Tagen pro Woche bin ich zwingend an der Uni. Es gibt aber trotzdem mehr als genug Arbeit, man studiert mehr selbstständig und so komme ich meist sieben Tage die Woche gegen neun abends aus der Bibliothek, die bis Mitternacht auf hat.
3.
In erwähnter Woche durfte ich beide Einkaufsparks Yorks kennen lernen. Nach dem Kauf des Laptops gab ich noch etwas mehr Geld im Supermarkt nebenan aus. Jetzt haben wir mehrere Kochtöpfe im Haus und ich Ordner für die Semesteranfangspapierflut. Dabei lernte ich einen polnischen Mitarbeiter kennen, der meine Meinung über die hiesige Polonia entschieden verbesserte. Er gab mir eine Führung zu den besten Produkten, inklusive Empfehlungen zur Konkurrenz, und lieferte mich dann bei der strahlenden polnischen Kassierein ab.
4. Buecher
York hat eine Unzahl sehr guter Gebrauchtbuchläden. Außerdem sehr viele sog. Wohlfahrtsläden, wo Erlös aus gespendeten Gütern an sehr alte, sehr junge, sehr kranke etc. Menschen als auch Tiere geht. Eine Gottesgabe für Studenten. Ich habe mir für den nahenden Winter eine Breschnew-Gedächtnismütze gekauft, die so billig war, dass ich freiwillig mehr bezahlt habe.
5. Salsa
Mittwochs besuche ich einen Salsakurs an der Uni. Nicht sehr anspruchsvoll, aber man lernt viele Leute kennen, die auch verzweifelt nach genug Raum zum Tanzen suchen. Sehr gut zur Sprachübung, vor allem seit man mich als überqualifiziert von den Englischkursen abgewiesen hat. Bei der wöchentlichen Salsaparty am Donnerstag habe ich dann eine erzbulgarische Studentin kennen gelernt.
6. Bildung
Eine der letzten historischen Bildungsaddressen in der Stadt ist die sog. Merchant Adventurers Hall. Das ist die Versammlungshalle der Woll- und Tuchfernhändler. Ein Meisterstück mittelalterlicher Holzdächer. Eine zweischiffige Halle, weil kein Baumstamm weit genug für die gewünschte Dachgröße war. 1357 von einer ursprünglich religiösen Vereinigung gebaut, die sich während der Reformation in eine Handelsgilde umbildete, um dem Einzug der Besitzes durch die Krone zu entgehen. Wurde später zur mächtigsten Organisation der Stadt, bis ihre Monopole widerrufen wurde und der Fluss zu klein wurde für die immer größer werdenen Schiffe. York wurde nämlich ursprünglich so reich, weil es anfangs eine für Seefahrer anlaufbare Hafenstadt war. Das ist lange vorbei, aber die Gilde existiert immer noch und hält seit 700 Jahren ihre Halle.
7. Sonntag
Wieder Gottesdienst im Münster. Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied zu Polen: zur Kommunion steht diszipliniert eine Reihe nach der anderen auf, wenn die Schlange zum Priester kurz genug ist. Kein zeitgleiches Vorwärtsstürmen der gesamten Gemeinde. Dabei scheint es mir oft katholischer als bei den Katholike. Nicht erst seit gestern verhandelt man ja mit Rom über eine Rückkehr. Das wird erleichtert durch die große Autonomie, die hier jede Gemeinde hat. Anhänger der sog. 'Niederkirche' begleiten die Messe mit der Gitarre, der Pfarrer der 'Hochkirche' nebenan schwenkt den Weihrauch des selbst dem Papst die Luft wegbleibt. Nach viel Ärger um weibliche Priester hat sich jetzt laut Zeitung die erste traditionelle Gemeinde zur Heimkehr nach Rom entschlossen.
8. Tee
Ich dagegen trank nach der Messer noch einen Tee in einem zauberhaften Ort mit zwei Meerschweinchen in einem Garten direkt an der Stadtmauer, auf dessen grünen Rasen das rote Laub der Bäume fällt.
9. Äpfel
Emilie hat mir ein Rezept für gedünste Äpfel gezeigt. Zusammen ernten wir den Baum im Garten bevor alles erfriert.
10. Mein ganzes Viertel riecht zur Zeit nach heißer Schokolade.
11.
Von meiner Haustür sehe ich direkt auf den Hauptturm des Münsters, mit den zwei kleineren Westtürmen dahinter. Morgens weiß vor z.Z. meist blauem Himmel, abends angestrahlt in der Dunkelheit.
12. Post
Vielen Dank für Eure Briefe. Leider kann ich über das Tagebuch hinaus nicht individuell antworten.
Montag, 18. Oktober 2010
18.10.2010 – UniAnfang
Uni
Ab Montag, den 11.10., läuft offiziell das Semester. Die erste Woche jedoch ist für fast alle Studiengänge Einführung. Das wird hier mit relativ ungezwungenen Empfängen erledigt, wo massiv Wein auf den Tisch kommt. Meine war Donnerstag Abend. Ich bin mit einem Zyprioten den Wein angegangen, dann tauchte meine neue Mitbewohnerin Emilie auf der Suche nach einer eigenen Party auf und blieb, später traf ich die viele Bekannte in der Stadt beim Salsa wieder. Tanzen ging aber schlecht wegen Platzmangel. Uni und Stadt sind ueberlaufen von Studenten, die zum Semester zurueck sind. Und Salsa am Donnerstag war vor allem ein Beispiel fuer englische Maenner. Tagsueber die besten Gentlemen, nach ein paar Bier abends haben sie die Haende ueberall an einem Maedchen bevor sie sich vorstellen.
Unser Studiengang wird von bemerkenswert wenigen Leuten geleitet, die sich weit besser verstehen und alles effektiver organisieren als in Magdeburg, und das trotz derselben Koordinationsprobleme eines interdisziplinären Studiengangs. Das sind größtenteils zweieinhalb Professoren und eine Sekretärin, die auch keine Scheu haben mit uns was zu trinken.
Heute, 18.10., gehen die ersten Vorlesungen los. Wie nachfolgend sichtbar haben wir nominell wenige Vorlesungen. Aber dazu kommen noch Uebungen und wie ich das kenne wir das wieder alles viel zu viel.
Für Interessierte meine Kurse:
Herbsttrimester: theoretische Mikroökonomie, Theorien & Praktiken der Entwicklungsverwaltung, Quantitative Analytik 1, Recherchetraining
Frühlingstrimester: Entwicklungsökonomie, Die Politik, Philosophie und Wirtschaft gesellschaftlicher Wahl, Internationale Makroökonomie, Quantitative Analytik 2, Recherchetraining, Vorbereitung der Abschlussarbeit
Sommertrimester: Abschlussarbeit
York
Am Wochenende, 16./17.10., also vor den ersten wirklichen Vorlesungen, habe ich Samstag zum ersten Mal eine Fuehrung durch den Muenster mitgemacht und bin danach endlich mal auf den Turm gestiegen. Sonntag morgen kam ich zurueck zur Messe, wohl die einzige, die im Hauptschiff gehalten wird statt nur im Chor. Im Vergleich zu Polen ist die Gemeinde natuerlich kleiner, aber sozial besser gestellt, aelter und wirklich glaeubig. Beim Singen versteckt sich niemand hinter der Stimme des andern, und beim allgemeinen Haendeschuetteln sieht man keine peinlich gezwungenen Gesichter. Anschliessend ging ich ins sog. Haus des Schatzmeisters, eine Besitzung des National Trust gleich neben dem Muenster. Urspruenglich Heim des Muensterschatzmeister hat ein Fabrikant dort um die Jahrhundertwende in 13 Raeumen seine Sammlung von Inneneinrichtung aus 400 Jahren aufgebaut. Jetzt sind nur noch wenige wichtige Orte zur Stadtgeschichte uebrig, aber jetzt geht auch das Semester los und ich weiss nicht, wieviel ich noch schaffe.
Zu Hause
Nach der Auskurierung der letzten Erkältung bin ich gleich wieder krank geworden. Irgendwas neues, was die halbe Uni niederstreckt. Und das obwohl ich mich gesünder ernähre sowie aufgrund fehlenden Internets zu Hause früher und länger schlafe als in den letzten fünf Jahren. Das beste: mein Laptop ist puenktlich zum allerersten Unitag kaputt gegangen und ich brauche einen neuen. Das kostet wohl weniger als halb soviel wie der letzte und zum Glueck sind an der Uni sehr viele Rechner. Aber vor allem kostet es unvorstellbar viel und unvorstellbar knappe Zeit. Nach gerade mal zwei Vorlesungen am ersten Tag sitze ich abends um sieben im Computerzentrum, renne seit 8 Uhr morgens den Aufgaben hinterher, dabei ist die Liste nur immer laenger geworden. Und ein Buch habe ich heute nichtmal angefasst.
Nur zu Hause bleibt ohne Rechner viel Zeit zum Lesen. Ich habe endlich Bruno Schulzes ‚Zimtlaeden‘ (Abschiedsgeschenk meiner Freundin Kasi aus Polen), abgeschlossen, und lese nun abends Jeromes ‚Drei Maenner in einem Boot‘. Die Gebrauchtwarenlaeden hier sind eine Gottesgabe fuer Buecher. Aber mit Unianfang hat sich das private Lesen wohl einstweilig erledigt.
Auch zum Backen bin ich gekommen. Leider haben sich die Damenplaetzchen in fuenf Minuten in eine Pfuetze auf dem Blech verwandelt.
Ab Montag, den 11.10., läuft offiziell das Semester. Die erste Woche jedoch ist für fast alle Studiengänge Einführung. Das wird hier mit relativ ungezwungenen Empfängen erledigt, wo massiv Wein auf den Tisch kommt. Meine war Donnerstag Abend. Ich bin mit einem Zyprioten den Wein angegangen, dann tauchte meine neue Mitbewohnerin Emilie auf der Suche nach einer eigenen Party auf und blieb, später traf ich die viele Bekannte in der Stadt beim Salsa wieder. Tanzen ging aber schlecht wegen Platzmangel. Uni und Stadt sind ueberlaufen von Studenten, die zum Semester zurueck sind. Und Salsa am Donnerstag war vor allem ein Beispiel fuer englische Maenner. Tagsueber die besten Gentlemen, nach ein paar Bier abends haben sie die Haende ueberall an einem Maedchen bevor sie sich vorstellen.
Unser Studiengang wird von bemerkenswert wenigen Leuten geleitet, die sich weit besser verstehen und alles effektiver organisieren als in Magdeburg, und das trotz derselben Koordinationsprobleme eines interdisziplinären Studiengangs. Das sind größtenteils zweieinhalb Professoren und eine Sekretärin, die auch keine Scheu haben mit uns was zu trinken.
Heute, 18.10., gehen die ersten Vorlesungen los. Wie nachfolgend sichtbar haben wir nominell wenige Vorlesungen. Aber dazu kommen noch Uebungen und wie ich das kenne wir das wieder alles viel zu viel.
Für Interessierte meine Kurse:
Herbsttrimester: theoretische Mikroökonomie, Theorien & Praktiken der Entwicklungsverwaltung, Quantitative Analytik 1, Recherchetraining
Frühlingstrimester: Entwicklungsökonomie, Die Politik, Philosophie und Wirtschaft gesellschaftlicher Wahl, Internationale Makroökonomie, Quantitative Analytik 2, Recherchetraining, Vorbereitung der Abschlussarbeit
Sommertrimester: Abschlussarbeit
York
Am Wochenende, 16./17.10., also vor den ersten wirklichen Vorlesungen, habe ich Samstag zum ersten Mal eine Fuehrung durch den Muenster mitgemacht und bin danach endlich mal auf den Turm gestiegen. Sonntag morgen kam ich zurueck zur Messe, wohl die einzige, die im Hauptschiff gehalten wird statt nur im Chor. Im Vergleich zu Polen ist die Gemeinde natuerlich kleiner, aber sozial besser gestellt, aelter und wirklich glaeubig. Beim Singen versteckt sich niemand hinter der Stimme des andern, und beim allgemeinen Haendeschuetteln sieht man keine peinlich gezwungenen Gesichter. Anschliessend ging ich ins sog. Haus des Schatzmeisters, eine Besitzung des National Trust gleich neben dem Muenster. Urspruenglich Heim des Muensterschatzmeister hat ein Fabrikant dort um die Jahrhundertwende in 13 Raeumen seine Sammlung von Inneneinrichtung aus 400 Jahren aufgebaut. Jetzt sind nur noch wenige wichtige Orte zur Stadtgeschichte uebrig, aber jetzt geht auch das Semester los und ich weiss nicht, wieviel ich noch schaffe.
Zu Hause
Nach der Auskurierung der letzten Erkältung bin ich gleich wieder krank geworden. Irgendwas neues, was die halbe Uni niederstreckt. Und das obwohl ich mich gesünder ernähre sowie aufgrund fehlenden Internets zu Hause früher und länger schlafe als in den letzten fünf Jahren. Das beste: mein Laptop ist puenktlich zum allerersten Unitag kaputt gegangen und ich brauche einen neuen. Das kostet wohl weniger als halb soviel wie der letzte und zum Glueck sind an der Uni sehr viele Rechner. Aber vor allem kostet es unvorstellbar viel und unvorstellbar knappe Zeit. Nach gerade mal zwei Vorlesungen am ersten Tag sitze ich abends um sieben im Computerzentrum, renne seit 8 Uhr morgens den Aufgaben hinterher, dabei ist die Liste nur immer laenger geworden. Und ein Buch habe ich heute nichtmal angefasst.
Nur zu Hause bleibt ohne Rechner viel Zeit zum Lesen. Ich habe endlich Bruno Schulzes ‚Zimtlaeden‘ (Abschiedsgeschenk meiner Freundin Kasi aus Polen), abgeschlossen, und lese nun abends Jeromes ‚Drei Maenner in einem Boot‘. Die Gebrauchtwarenlaeden hier sind eine Gottesgabe fuer Buecher. Aber mit Unianfang hat sich das private Lesen wohl einstweilig erledigt.
Auch zum Backen bin ich gekommen. Leider haben sich die Damenplaetzchen in fuenf Minuten in eine Pfuetze auf dem Blech verwandelt.
Montag, 11. Oktober 2010
11.10.2010 – Schoener Wohnen, besser Lernen
Zu Haus
Freitag, den 01.10., also am Tag vor der Abreise nach Manchester, ging der Intensivkurs zu Ende. Angeblich haben alle bestanden, sogar Statistik. Ich habe ein weiteres Abschlusszertifikat, was mir nun die Einschreibung in die Entwicklungsökonomie erlaubt. Nachmittags brachte ich meine Sachen in die neue Wohnung. Die Mitbewohnerin aus Sunderland musste leider kurzfristig ausziehen, weil ihr Studienkredit doch nicht in nötiger Höhe genehmigt worden war. Dafür habe ich jetzt an der Uni zufällig Ersatz gefunden und die 29jährige Französin Emilie auf einem Jahr Austausch an unsere Vermieter vermittelt. Ist auch noetig, denn die beiden anderen Mitbewohner Louis und Ella sind 19! Aber bemerkenswert angenehmer Haushalt. Wir haben uns ohne Probleme auf mehr Sauberkeit in Küche und Müllbeseitigung geeinigt. Die Besitzer kommen ab und zu vorbei und basteln am Haus rum. Zur Zeit wird eine Terasse im Garten gebaut. Dessen Aepfel und Birnen duerfen wir auch verbrauchen, und sie wollen mir gruene Bohnen bringen. Mein Zimmer ist eingerichtet, Einkäufe gemacht, u.a. fürs erste Plätzchenbacken.
Ausser Haus
Nach der Rückkehr aus Newcastle schließe ich mich dem allgemeinen Auffrischungskurs Mathe/Statistik an. Viele Einführungsveranstaltungen für neue Studenten sind im Gang. Überall verwirrte Neuankömmlinge.
Am Wochenende habe ich weiter die Geschichte Yorks abgedeckt. Von der neuen Wohnung sind es ganze 5 Minuten Radweg ins Zentrum. Samstag im Wikingermuseum, mit einer Gondelfahrt durch ein Wikingerdorf zur Zeit, als York das dänische Jorvik war. Danach das restaurierten Haus eines mittelalterlichen Bürgermeisters sowie die zweite Hälfte der Ausgrabungen unter dem Münster. Sehr gutes Wetter, und nirgends schöner als auf den sonnigen Stufen des Münsters zu sitzen während jemand davor Klavier spielt. Touristenmassen in den Straßen der Altstadt. Innen jedoch erkannte eine deutsche Mitarbeiterin sofort meinen Akzent, da hatte ich genug für heute und bin nach Hause. Denn es stimmt, ich spreche zu wenig, und das auch noch schlecht.
Sonntag morgen orthodoxer Gottesdienst, dann Burgmuseum für die Stadthistorie während viktorianischer Zeit. Stellte sich raus, dass es bis auf den gemeinsamen Standort mit der ehemaligen Burg gar nichts zu tun hat. Auf die Frage, warum es dann Burgmuseum heißt: „God knows why“. Aber ein ganz toller Nachbau einer viktorianischen Stadtstrasse, mit Geschaeften zum Reingehn und Anfassen. Anschließend ein letztes Infoblatt im Münster abgearbeitet. Egal, wann man hingeht, es wird immer gesungen. Zum Abschluss etwas, was ich seit langer Zeit nicht mehr getan habe: nach einem Tag als Tourist in einem Café mit einem Sprachlehrbuch sitzen.
Freitag, den 01.10., also am Tag vor der Abreise nach Manchester, ging der Intensivkurs zu Ende. Angeblich haben alle bestanden, sogar Statistik. Ich habe ein weiteres Abschlusszertifikat, was mir nun die Einschreibung in die Entwicklungsökonomie erlaubt. Nachmittags brachte ich meine Sachen in die neue Wohnung. Die Mitbewohnerin aus Sunderland musste leider kurzfristig ausziehen, weil ihr Studienkredit doch nicht in nötiger Höhe genehmigt worden war. Dafür habe ich jetzt an der Uni zufällig Ersatz gefunden und die 29jährige Französin Emilie auf einem Jahr Austausch an unsere Vermieter vermittelt. Ist auch noetig, denn die beiden anderen Mitbewohner Louis und Ella sind 19! Aber bemerkenswert angenehmer Haushalt. Wir haben uns ohne Probleme auf mehr Sauberkeit in Küche und Müllbeseitigung geeinigt. Die Besitzer kommen ab und zu vorbei und basteln am Haus rum. Zur Zeit wird eine Terasse im Garten gebaut. Dessen Aepfel und Birnen duerfen wir auch verbrauchen, und sie wollen mir gruene Bohnen bringen. Mein Zimmer ist eingerichtet, Einkäufe gemacht, u.a. fürs erste Plätzchenbacken.
Ausser Haus
Nach der Rückkehr aus Newcastle schließe ich mich dem allgemeinen Auffrischungskurs Mathe/Statistik an. Viele Einführungsveranstaltungen für neue Studenten sind im Gang. Überall verwirrte Neuankömmlinge.
Am Wochenende habe ich weiter die Geschichte Yorks abgedeckt. Von der neuen Wohnung sind es ganze 5 Minuten Radweg ins Zentrum. Samstag im Wikingermuseum, mit einer Gondelfahrt durch ein Wikingerdorf zur Zeit, als York das dänische Jorvik war. Danach das restaurierten Haus eines mittelalterlichen Bürgermeisters sowie die zweite Hälfte der Ausgrabungen unter dem Münster. Sehr gutes Wetter, und nirgends schöner als auf den sonnigen Stufen des Münsters zu sitzen während jemand davor Klavier spielt. Touristenmassen in den Straßen der Altstadt. Innen jedoch erkannte eine deutsche Mitarbeiterin sofort meinen Akzent, da hatte ich genug für heute und bin nach Hause. Denn es stimmt, ich spreche zu wenig, und das auch noch schlecht.
Sonntag morgen orthodoxer Gottesdienst, dann Burgmuseum für die Stadthistorie während viktorianischer Zeit. Stellte sich raus, dass es bis auf den gemeinsamen Standort mit der ehemaligen Burg gar nichts zu tun hat. Auf die Frage, warum es dann Burgmuseum heißt: „God knows why“. Aber ein ganz toller Nachbau einer viktorianischen Stadtstrasse, mit Geschaeften zum Reingehn und Anfassen. Anschließend ein letztes Infoblatt im Münster abgearbeitet. Egal, wann man hingeht, es wird immer gesungen. Zum Abschluss etwas, was ich seit langer Zeit nicht mehr getan habe: nach einem Tag als Tourist in einem Café mit einem Sprachlehrbuch sitzen.
06.10.2010 – Gibside, Durham, York
Gibside
Die Kosten dieses ganzen Spaßes sowie nötige Statistikvorbildung vor Semesterbeginn treiben mich, an diesem Mittwoch nach Hause zu fahren. Davor will ich nach Gibside, wo ich damals alle zwei Wochen einen Tag gearbeitet habe. Die Busverbindung ist besser als früher, ich bin eine Stunde vor Toröffnung da. Aber meine Geschichte lässt mich schon früher rein, und das gratis. Insgesamt fünf Stunden laufe ich bei strahlender Sonne durch das riesige Gelände, ohne ein bekanntes Gesicht zu treffen. Die Allee Richtung Freiheitssäule, die Orangerie umgeben von neuen Anpflanzungen. Die große Halle, dann hoch zum Stall, wo inzwischen keine Freiwilligen mehr wohnen, die sind neben die Büros gezogen. Dafür eine Fotoausstellung der letztjährigen Freiwilligen, beide aus Deutschland, groß auf einem Plakat vertreten. Eine neue Ausstellung nebenan erklärt mir endlich mal alles über Gibside selbst. Dann laufe ich zum achteckigen Teich unter dem Banketthalle. Kaum Gäste an diesem Mittwoch. Durch den Wald weiter hoch zur Freiheitssäule selbst. Wieder runter, an einer Gruppe Freiwilliger mit Handmähern vorbei. Die essen Sandwiches im Gras – schon wieder Mittag. Die Kapelle. Zuletzt ein Blick in den Garten; Lichtjahre weiter als damals, als wir sie ersten Beete legten. Zuletzt ein Tee vor dem Café. Wieder scheint es so natürlich hier zu sein, ich muss mich nicht zwingen, zu gehen.
In Newcastle finde ich vor der Abfahrt endlich gutes Fish & Chips. Beweis: sowas soll nur an billigen Imbissen gekauft werden, und: die Pommes müssen halbweich und voll mit Essig sein. Nachdem auch das endlich wieder erlebt wurde, kann ich mich wieder vom Fastfood verabschieden.
Durham
Auf dem Weg von Newcastle nach York liegt Durham. Dort machte ich einige Stunden Aufenthalt, einige Stunden mehr für die Kathedrale, mit einem weiteren Infoblatt während vorne unter der Ostrosette die Abendmesse gesungen wurde.
Die Kosten dieses ganzen Spaßes sowie nötige Statistikvorbildung vor Semesterbeginn treiben mich, an diesem Mittwoch nach Hause zu fahren. Davor will ich nach Gibside, wo ich damals alle zwei Wochen einen Tag gearbeitet habe. Die Busverbindung ist besser als früher, ich bin eine Stunde vor Toröffnung da. Aber meine Geschichte lässt mich schon früher rein, und das gratis. Insgesamt fünf Stunden laufe ich bei strahlender Sonne durch das riesige Gelände, ohne ein bekanntes Gesicht zu treffen. Die Allee Richtung Freiheitssäule, die Orangerie umgeben von neuen Anpflanzungen. Die große Halle, dann hoch zum Stall, wo inzwischen keine Freiwilligen mehr wohnen, die sind neben die Büros gezogen. Dafür eine Fotoausstellung der letztjährigen Freiwilligen, beide aus Deutschland, groß auf einem Plakat vertreten. Eine neue Ausstellung nebenan erklärt mir endlich mal alles über Gibside selbst. Dann laufe ich zum achteckigen Teich unter dem Banketthalle. Kaum Gäste an diesem Mittwoch. Durch den Wald weiter hoch zur Freiheitssäule selbst. Wieder runter, an einer Gruppe Freiwilliger mit Handmähern vorbei. Die essen Sandwiches im Gras – schon wieder Mittag. Die Kapelle. Zuletzt ein Blick in den Garten; Lichtjahre weiter als damals, als wir sie ersten Beete legten. Zuletzt ein Tee vor dem Café. Wieder scheint es so natürlich hier zu sein, ich muss mich nicht zwingen, zu gehen.
In Newcastle finde ich vor der Abfahrt endlich gutes Fish & Chips. Beweis: sowas soll nur an billigen Imbissen gekauft werden, und: die Pommes müssen halbweich und voll mit Essig sein. Nachdem auch das endlich wieder erlebt wurde, kann ich mich wieder vom Fastfood verabschieden.
Durham
Auf dem Weg von Newcastle nach York liegt Durham. Dort machte ich einige Stunden Aufenthalt, einige Stunden mehr für die Kathedrale, mit einem weiteren Infoblatt während vorne unter der Ostrosette die Abendmesse gesungen wurde.
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