Mittwoch, 22. Juli 2026

Ferien

Mittwoch war Ottos letzter Schultag und er hat sich sehr gefreut. Er freut sich immer über Ferien und ist dann immer gut drauf. Erstmal fuhr er mit seiner Mami einen Eiswagen suchen.

Abends dann erfüllte ich mir einen lang gehegten Wunsch und radelte mit Otto zum Baden ans Meer. Schon lange bevor wir selbst Kinder hatten dachte ich mir immer, dass ich die Stimmung eines Sommerabends am Meer zeigen möchte. In den Ferien muss ich dabei nicht so sehr auf die Schlafenszeit gucken. Ich wünschte, Sebbi könnte schon mitmachen.

Zusammen sammeln wir abends oft die lokalen Brombeeren. Letztens haben wir daraus auch richtig gute Eislollis gemacht.

Montag, 20. Juli 2026

Sommer auf dem Land

Samstag bat ich um die Erfüllung meines Geburtstags Wunsches, nämlich im Freiluftmuseum Butser ein Picknick zu machen und dann eine Stunde alleine mit Buch, Tee und Schokolade zu bekommen. Das Wetter war dieses Wochenende viel besser dazu geeignet und es genoss meine Ruhe unter einem Baum. Die Kinder hatten aber auch wieder eine tolle Zeit. Otto spielte wieder das römische Spiel Rota (wir machten abends unser eigenes Spielbrett) und beide Kinder fütterten die Ziegen.

Nach Musuemsschluss fuhren wir noch zum Spielplatz in Clanfield, und gerade als wir nach Hause wollten, legte im Feld nebenan ein Mähdrescher los. Die Kinder waren begeistert, und ich selbst habe das auch noch nie so nah zu sehen bekommen. Von Butser hatten wir ein paar Weizengarben mitgenommen, und am nächsten Morgen mahlten die Kinder daraus mit Mörser und Sieb etwas Mehl, was dann in ein Brot kam.

Sonntag fuhren wir zu einem Pub auf dem Land, der kürzlich in einen großen Spielbereich für Kinder investiert hat. Wir erfuhren dort, dass man da nur mit Reservierung eine Chance auf Essen hat. Aber das Spielfeld ist wirklich gut. Nicht nur eine Kletterburg, sondern ein wortwörtliches Feld mit Heuballen und verschiedenen Aktivitäten. Pubs auf dem Land müssen eben erfinderisch sein.

Wir fuhren dann weiter in einen anderen Pub mit Spielfläche, in Liss. Das war etwas weniger rausgeputzt, aber nichtdestotrotz haben wir dort gute drei Stunden verbracht. Die Kinder rannten auf dem Feld, Otto spielte mit mir Tennis, für den Herbst gibt es am Rain viele Haselnussbäume. Und beide Kinder krabbelten in eine alte Weide, die sowas wie ein natürlich Baumhaus bietet. Ich nehme zur Kenntnis, wieviel Zeit man inzwischen mit einem einfachen Feld füllen kann. 

Otto

hat endlich seine Urkunde für 100 gelesene Bücher bekommen. Abends probieren wir eine neue Fibel zum Thema des menschlichen Körper aus. Die ist etwas schwieriger als Jojo 1, aber motiviert Otto mit Rätseln. Aus Deutschland erwarte ich Jojo 2, für die zweite Klasse.

Geht mir richtig auf die Nerven, wie er andauernd seinen kleinen Bruder runtermacht. Er war schon immer ehrgeizig und will alles gut können und besser als andere. Wir haben ihn auch immer mit Lob unterstützt. Aber jetzt kann man erstens Sebbi kaum für etwas loben, ohne das Otto sofort zeigen muss, dass er es besser kann. Und zweitens kritisiert er aktiv sofort alles, was Sebbi macht. Ich kann nicht anders als dagegen halten, damit mir Sebbi nicht anfängt, sich für unfähig zu halten. Ein besserer Kompromiss fällt mir nicht ein, und es stresst mich.

machte Samstag morgen im Schwimmunterricht ein paar beeindruckende Sachen. Sie arbeiten am Kraulen und offenbar sogar am Schmetterling.

Johannes

meine Brust ist nur noch eine Irritation. Diese Woche konnte ich fast wieder schwimmen, und im Alltag merke ich es kaum noch. Ich gehe wieder zum Tango und fahre Fahrrad, und gestern hatte ich sogar Lust Brotteig zu kneten. Damit, und dem erträglicheren Wetter, geht es mir auch insgesamt besser. Manchmal erledige ich abends etwas kleines, anstatt mich in seichte Unterhaltung zu fliehen.

Ich bin begeistert von meinem neuen Leinenhemd. Werde mir noch mehr davon besorgen, für heiße Zeiten. Sieht außerdem sehr schick aus. 

Montag, 13. Juli 2026

Wir hatten bereits die nächste Hitzewelle, viel länger als die erste. Darum waren wir viel baden: Freitag abend ich und die Kinder, Samstag abend wir alle vier. Allerdings stressig, was man erstmal alles packen muss, während die Kinder vor Aufregung durchs Haus toben. Bei Ottos Schwimmstunde Samstag morgen merkte ich, dass ich trotz Besserung noch nicht schwimmen kann.

Anschließend fuhren Otto und ich direkt nach Gosport, zur nächsten Karateprüfung. Während Otto die in einer Sporthallte bestand, schlief ich im Schatten davor. Wir hatten außerdem einen schönen Moment lang Pause in einem nahen Park unter Bäumen.

Sonntag wurde die Hitze wenigstens durch starken Wind gemildert. Ich fuhr mittags mit beiden Kindern zum Familienschwimmen im Sportzentrum. Anschließend lieferte ich Sebbi wieder zu Hause ab und fuhr mit Otto gleich nochmal schwimmen. Leider hatten Sebbi und ich uns falsch verstanden; er war bitter enttäuscht, das er nicht mitkommen konnte. Allerdings ist es gut, wenn ich Otto voll unterstützen kann. Egal was man tut, ein Kind kommt immer zu kurz.

Ich bin so stolz auf meine Jungs, wenn wir zusammen im Wasser sind. Und ich freue mich auf Sebbis Schwimmstunden, sobald er vier Jahre alt ist.

Ich liebe es aber auch, ein Kind allein zu haben und mich ganz darauf konzentrieren zu können. Die ruhigen Zeiten mit Otto vor dem Schlafen machen mir richtig Spaß. Letztens machen wir zusammen Tee, dann spielen oder lernen wir was zusammen. Einmal wollte er einfach lesen, um eine Schul-Urkunde zu bekommen. Und mit Sebbi arbeite ich gerne in der Küche, soweit ich mich ganz darauf konzentrieren kann.

Wir mustern bald den Kinderwagen aus. Fürs erste habe ich ihn auf den Dachboden gebracht. Weitergeben wird schwierig, aber er hat inzwischen mindestens vier Kindern gedient. Und er gibt wertvollen Raum im Esszimmer frei. Vielleicht können wir sogar wieder alle vier Stühle des Esstischs benutzen. Irgendwann.

Otto

schnappte sich letztens mehrmal sein Arbeitsheft deutsch und arbeite abends im Bett selbstständig einige Seiten durch. Rätsel-ähnliche Aufgaben motivieren ihn sehr. Es ist bis heute ein bisschen wie Zauberei, wenn er deutsch spricht oder schreibt.

Lässt sich ob der guten Leistung der englischen Mannschaft diese Woche doch vom Fussball mitreißen. 

Sebbi

kriegt bei jedem Einkauf eine Brezel

die Betreuer in der Kita erzählen mir, wie schlau Sebbi ist: nicht nur kann er bis sieben zählen, sondern er macht das auch auf Deutsch. 

Johannes

meine Schmerzen werden doch besser. Bestimmte Bewegungen funktionieren wieder, ohne dass ich es merke. Aber zum Schwimmen reichte es am Wochenende noch nicht und ich bleibe vorsichtig. Wegen Schmerzen und Hitze habe ich vorerst alle meine Hobbys eingestellt. Auch das untergräbt meine geistige Verfassung. Es braucht nur sehr wenig, bis ich mich mindestens sehr melancholisch fühle.

Und weil ich mich abends nur zerstreue, schaffe ich so wenig. Ich sollte Hauspreise raussuchen, Klimaanlagen und Ventilatoren organisieren, entscheiden, ob wir in dieses Haus oder in ein anderes investieren und mindestens eine Reise nach Deutschland planen. Ellie schlug vor, ich könnte in der Woche fahren, wenn Otto in Kent ist. Wo fängt man an. Meistens fliehe ich dann lieber in die Zerstreuung. Zum Beispiel gucken wir oft Archäologie-Sendung, die Ellie bereits als Kind guckte und die letztens auch auf Butser waren. Mir macht an solchen Abenden  aber auch mein erster Asterix Band, zum Geburtstag gekriegt, viel Freude.

Dienstag, 7. Juli 2026

Geburtstage und Fahrradstürze

Mir ging es nach einem Gespräch mit Oma am letzten Montag viel besser. Die Woche über entspannte ich mich, auch wenn ich weiterhin vor allem Zerstreuung und Ablenkung suche. Freitag abend ging ich mit den Jungs an den Strand, und mit Otto auch ins Wasser. Als sie schliefen, hatte ich dann einen besonders schönen Tangoabend. Auf dem Heimweg aber schlug das Unglück zu: ich stürzte mit dem Fahrrad und tat mir richtig weh. Vermutlich eine Rippenprellung; hoffentlich keinen Anbruch. Ich bat einen Passanten mich zur Sicherheit zu begleiten, während ich mich nach Hause schleppte. Dort verband mich Ellie vorerst. Seitdem aber habe ich ganz schöne Schmerzen, und die erschöpfen mich. Ich schaffe also abends weiterhin nichts als seichte Unterhaltung; fühle mich dabei schlecht, weil es wichtige Dinge vorzubereiten gäbe.

In der Nacht vor Sebbis Geburtstag schlief kaum jemand gut (Sebbi kotzte ins Bett; Otto wachte darüber auf und konnte vor Aufregung nicht mehr schlafen), und ich war froh, dass die Kinder mit einem vereinfachten Tagesplan zufrieden waren. Wir fuhren zum Selbsterntehof Durleighmarsh, wo sie gerne im Garten des Cafes spielen. Später pflückten wir auch verschiedene Beeren, aber ich versteckte mich möglichst im Schatten und erzählte Sebbi von Tieren und Pflanzen.

Sonntag holten wir den eigentlichen Geburtstagsplan nach und fuhren in den Freizeitpark Fishers Adventure Park. Das muss vor langer Zeit ein Bauernhof gewesen sein, heute aber voll auf Familien ausgelegt, und, zu meiner Überraschung, richtig gut. Die Kinder waren begeistert und ich brauchte mich v.a. nicht besonders verausgaben. Otto fuhr immer wieder Wildwasserboot, während ich im Schatten las. 

Otto

ist in letzter Zeit ein richtig guter Junge. Und er scheint mit Hitze besser umzugehen als der arme Sebbi.

liest jetzt morgens und abends alleine im Bett.

Meine Freude diese Woche sind die Ruhigen Zeiten mit Otto. Wir machen unseren eigenen Tee, wir machen Eislollis, wir rätseln auf Deutsch, bauen Lego, und ich spüre, das es Otto genauso gut tut wie mir. Michel aus Lönneberga macht gerade einige besonders unterhaltsame Geschichten, und Otto versteht alles, sogar alte Worte.

wir spielten mit einem neugekauften Elektromagnetismus-Kasten, bis ich mal zuviel Stress machte, es richtig zu bauen.

Ottos Sommerferien beginnen am 22. Juli . Wir haben ihm zwei Ferienclubs gebucht: einen Tag in Butser und einen im Wassersportzentrum.

Hat wieder ein sehr gutes Zeugnis bekommen. Nächstes Jahr wird seine Klasse Drescher-Hai benannt.

Hat an meinem Geburtstag einen Ukulele Auftritt für Eltern in der Schule gespielt.

Sebbi 

ist einfach nur lieb und süß. Diese Woche aber auch emotional.

kommt bald in die älteste Kita-Gruppe. Die letzte vor der Schule. Dabei war er doch gestern noch in der Babygruppe.

Johannes

Es geht mir nicht schlecht an sich, aber ich fühle mich fragil. Ziehe Ruhe vor, auch wenn sie sich wie Zeitverschwendung anfühlt. Die erneute Erfahrung, wie alltägliche Dinge plötzlich schwierig sind, und normale Bewegung geplant oder vermieden, schütteln mich schon. Da denke ich ans Alter, und an die Leute, die ich zu selten besuche.

Mein Geburtstag war ein normaler Arbeitstag; zu mehr fehlt mir ohnehin die Kraft.