Freitag, 1. Mai 2026

Katzenjammer

In letzter Zeit hatten wir mit Mochis Gesundheit zu kaempfen. Er pullerte aufgrund einer Urintraktentzuendung ueberall hin. Als auch noch Urinsteine gefunden wurden, wurde er Donnerstag operiert. Danach wurde es mit dem Pullern ganz schlimm. Bevor wir ihn in die Kueche sperrten hatte er ein Schlafzimmer und den Dachboden. Stundenlanges Schrubben per Hand brachte nichts; Sonntag brachte Andrew seinen Teppichreiniger.

Mich hat das alles sehr gestresst. Es ging mir einige Tage ziemlich schlecht. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir selbst mehr als Mochi leid tat. Ich hatte das Gefuehl, die ohnehin schwierige Kontrolle ueber das Haus ganz zu verlieren. Sich im eigenen Haus nicht wohl zu fuehlen und die Haelfte der ohnehin kleinen Flaeche unterbewusst zu vermeiden ist keine schoenes Gefuehl. Besonders, wenn man dafuer soviel bezahlt. Nicht zuletzt finanziell ist es, trotz voller Versicherungszahlung, ein Problem. Kein kritisches, aber soviel Muehe wird innerhalb weniger Tage zunichte. Ich hatte das Gefuehl, trotz vieler Muehe und Entsagung eher weiter zurueck zu fallen.

Samstag morgen guckte Sebbi mit mir bei Ottos Schwimmunterricht zu, waehrend Ellie zur Nachkontrolle beim Tierarzt war. Sie kam mit schlechte Nachrichten zurueck; der Heilungsprozess verlief schlechter als erwartet und niemand wusste, wieviel wir noch bezahlen muessen.

Sonntag mussten wir dann mal Naegel mit Koepfen machen: statt eines schoenen Ausflugs habe ich mit Andrew den Teppich gereinigt, das Haus halbwegs geraeumt und ich fuhr zur Muellkippe. Ellie war fast den ganzen Tag mit den Kindern draussen in der Sonne. Hat ihr zum Glueck Spass gemacht; ich hatte sofort wieder Sorgen, sie alleine zu lassen. Abends machte Mochi einen besseren Eindruck, was sich dann Montag und Donnerstag bei Nachkontrollen bestaetigte. Diese Krise ist also wohl erstmal vorbei; das Haus ist halbwegs bewohnbar, und ich zaehle jetzt, wieviel uns der Spass insgesamt gekostet hat.

Sebbi

ist von seinem Roller jetzt auf sein kleines Laufrad umgestiegen. Auch damit kann er viel besser umgehen als erwartet.

zeigt das erste Mal Anzeichen, dass er nicht mehr in die Kita will. Meckert morgens meistens rum, wo er frueher mit Freude und ohne Ueberzeugungsarbeit losgelaufen ist. Nichtmal die Umspannwerke und Verkehrsschilder auf dem Weg spornen ihn an. Sogar bei Otto ging das damals spaeter los. Ich hoffe wirklich, dass uns jetzt nicht ueber ein Jahr davon bevorsteht. 

Otto

ist ueber Sebbi wieder auf seinen Roller gekommen. Beide Kinder sind jetzt oft zusammen auf Raedern unterwegs, was sehr schoen zu sehen ist.

Das Buch "Michel aus Loenneberga" ist angekommen. Otto mochte es sobald ihm der Gedanke kam, dass Michel an sich sehr bottisch ist. Es wurde aber vom Spielebuch verdraengt, dass aus Rostock zu seinem Geburtstag kam. Ich habe das neulich endlich angefangen und es ist ein grosser Hit. Wir spielen jetzt die dritte Route; Otto ist mit Inbrunst dabei, und fuer mich ist es das erste richtige Abenteuerspiel, zu denen ich ihn ja immer fuehren wollte.

Ottos aktuelles Schulprojekt sind Baeume: ihr Aufbau, Laub- und Nadelbaeume, einige Tierarten. Ich mag diese Projektarbeit; besonders, wie damit verschiedene Faecher bearbeitet werden. Unsere Hausaufgaben sind eine Wanderung im Wald und Fotos verschiedener Baeume und ihrere Bestandteile. Gibt schlimmeres.

das macht Otto dieses Semester nach der Schule:

Montag: kommt 15:15 nach Hause, geht 16:45 - 17:45 zum Karate

Dienstag - 15:15 nach Hause

Mittwoch - mittags Ukulele, bis 16:15 Hort

Donnerstag - Hockey bis 16:15

Freitag - Tennis bis 16:15

Johannes

ich habe gemerkt, dass ich nachmittags, wenn mein Kreislauf und damit meine Stimmung sackt, immer die Jungs vermisse.

Ich naehere mich dem Ende des Buchs ueber Computer, wenn ich auch alle praktischen Uebungen ignoriere, die ich sehr gerne machen wuerde. Wenn ich zu muede bin, lese ich Poirot.

Dienstag, 21. April 2026

Gwexpress

Ich habe mir Montag Vormittag frei genommen um endlich wieder zur Spielegruppe in den Simonskirche mitzugehen. Da war ich immer gerne, weil ich sitzen und Tee trinken kann, aber das letzte Mal war schon lange her. Ellie vermutet, dass Sebbi langsam zu alt fuer die Veranstaltung wird, also wollte ich noch einmal mit.

Es war so schoen, an dem sonnigen Morgen zusammen zu laufen. Sebbi ist tatsaechlich etwas aelter (und viel groesser) als alle andere Kinder. Komisch, richtige Babies und sehr kleine Kinder zu sehen - erst da merkt man, dass die eigenen nicht mehr so sind, und es ist nicht ohne Wehmut, trotz gute Erinnerung, wie es in dem Alter war.

Anschliessend liefen wir ans Meer, auf die Seebruecke und dann zum Spielplatz am Canoe Lake. Das macht Sebbi jeden Montag so; Ellie macht das Spass und ich bin froh, dieses mir sonst unbekannte Stueck Alltag zu sehen. Auch auf der Seebruecke merkte ich, dass ich ewig nicht mehr da gewesen war. Frueher gab es eine Zeit, als der kleine Otto immer dahin wollte, in die Spielhalle und dann auf den Rummel weiter hinten, bei Wind und Wetter, auch wenn alles zu war, und ich langweilte mich immer tot.

Es ist immer traurig, wenn ich mich dann absetze und nach Hause fahre, sogar, wenn Sebbi sehr bald nachkommen wird.

Dienstag entdeckt Sebbi ploetzlich den Roller fuer sich. Den hatte er von Otto uebernommen, aber bisher nur ein paarmal probiert. Dienstag wollte er ploetzlich damit fahren und war dann unerwartet den ganzen Vormittag unterwegs, zum Meer, am Meer entlang, in den Rosengarten. Ich habe ihn selbst gesehen, er fuhr auch richtig gut, als haette er die Bewegungsablaeufe schon woaneders geuebt. Moeglicherweise werde ich also noch einmal die Phase erleben, als Otto damals zur Kita gefahren ist, jeden Tag etwas schneller. Darueber freue ich mich, und bin gleichzeitig etwas traurig, das es das letzte Mal sein wird.

Otto wurde indes an diesem Tag das erste Mal von einer Bekannten abgeholt und verbrachte den Nachmittag bei ihrer Familie. 

Sonntag, 19. April 2026

Omnia sol temperat

Sonntag Nachmittag hatte ich mir eine Wanderung ausbedungen, weil ich die Woche ueber kaum ausser Haus gewesen war. Dann aber erfuhren wir von einem roemischen Wochenende in Butser, sodass wir dann doch alle zusammen hinfuhren. Ich war anfaenglich skeptisch gewesen, dass wir das zeitlich schaffen, zumal man beide Kinder immer erst ueberzeugen muss. Aber ich habe gelernt: Mittag vorkochen und als Picknick mitnehmen klappt sehr gut und spart viel Zeit. Besonders an einem sonnigen Fruehlingstag auf einer Wiese. Ich habe immer Angst, den Fruehling zu verpassen, und auf Butser ist alles gruen und inzwischen kommen die Blueten dazu. Ausserdem liebe ich die Gaerten im Stil der verschiedenen Epochen. Es macht mir solche Freude, die Kinder auf dem Rasen laufen zu sehen, besonders auf einem sicher umzaeunten. Einmal konnte ich mich sogar kurz mit Ellie auf einer Bank unterhalten!

Ich erfuhr, dass die roemischen Historiendarsteller jeden Monat kommen. Sie gaben eine lange Demonstration von Waffen und Taktik. Otto meldete sich natuerlich als Statist; Sebbi indes wollte irgendwann weiter schlendern, sah kurz aus als wuerde er schlafen gehen, bemalte dann aber lieber Kalksteine mit gruenem Pflanzensaft.

In der roemischen Villa hinten im Dorf spielte eine Frau richtig gut Leier, und in der Kueche wurde richtig gekocht.

Auf dem Rueckweg fuhren wir noch an der Hubertuskapelle vorbei. Mir ging es nach diesem Tag gut.

Mittwoch, 15. April 2026

Letzten Samstag haben Ellie und ich klassisches Kinder-Pingpong gespielt, aber es war trotzdem ein guter Tag.

Morgens war ich mit Otto schwimmen, und danach hatten wir einige freie Stunden zu Hause, waehrend Ellie mit Sebbi, einer Freundin und deren Kind zum Eisenbahnspielen fuhr. Das war schoen, mal in Ruhe zu Hause zu sein; Otto war lieb und half mit und zusammen haben wir einige Sachen erledigt.

Dann fuhren Otto und Ellie mit seinem besten Freund und dessen Mutter ins Kino. Ich waehrenddessen mit Sebbi zurueck zum Sportzentrum, zum Familienschwimmen, mit Sebbis neuer Schwimmweste. Er huepft immer noch am liebsten ins Wasser, zeigte aber das erste Mal Sorge, dass ich ihn immer festhalte. Ich hab ihm das erste Mal gezeigt, mit seinen Beinen zu treten.

Anschliessend spielten wir noch lange im Park nebenan, wo gerade die Gaensebluemchen bluehen, und dann fuhren wir mit dem Bus nach Hause.

Sonntag brauchten wir alle Ruhe und sind einfach in die Burg Portchester gefahren, auf einen sonnigen Spielplatz und dann in die alte Kirche mit dem schoenen Cafe.

Sebbi

durchlebt momentan eine Phase. Verliert oft seinen bisherige Frohsinn, ist ernst und quengelt.

Otto

hat in der Schule ein wunderschoenes kleines Buch ueber und fuer Sebbi geschrieben. Eine Familienreise nach Japan und Deutschland, mit Titelseite und Klappentext. Der kam damit strahlend nach Hause und las es Sebbi vor. Wir sind sehr stolz auf ihn.

Dienstag hat Otto mit seinem Schulchor gesungen; wir Eltern haben zugehoert. 

Johannes

Wir haben eine gut gepflegte Obsession mit den Wiggles.

Mittwoch, 8. April 2026

Wiggles

In der zweiten Woche der Osterferien fuhren wir alle zu einem Konzert der Wiggles nach Cardiff, mit einer Uebernachtung. Die Anreise war Stress. Besonders Otto ist durch die Ferien disreguliert und hat eine kurze Lunte. Schoen war nur eine Pause im Staedtchen Hungerford, wo ich gerne mal einige Stunden mit Ellie haette.

Im Hotel habe ich dann kaum geschlafen. Zweimal mussten wir den schlaftrunkenen Otto wieder ins Bett bringen und beschuetzen, was er sichtlich genoss. Das Fruehstueck war auch nur Stress; der Raum voll mit Familien, die auch zum Konzert gingen. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich keine Reisen mehr machen, bis die Kindern groesser sind.

Wir waren alle zum ersten Mal in Cardiff, von dem ich viel gutes hoere. Das winziges Stueck Zentrum, das wir sahen, beeindruckte mich aber nicht. Die Burg schien ziemlich interessant, der Rest eher wie die runtergekommeneren Teile von Portsmouth.

Ab dem Konzert war Otto wie ausgewechselt. Keinerlei Beschwerden oder Langeweile, als wir noch eine Stunde in unseren Sitzen warten mussten. Das Konzert war am fruehen nachmittag und nur eine Stunde lang, genau wie ich es heutzutage moechte. Es hat uns Eltern mindestens soviel Spass gemacht wie den Kindern; wir haben gesungen und getanzt.

Danach ging es direkt zurueck ins Auto. Die Rueckfahrt ging viel schneller und die Kinder waren einfacher. Der Hoehepunkt: an der Raststaette Membury stand ich mit den Kindern vor einigen Spielautomaten, als mir jemand merkwuerdig vertraut vorkam. Da stand der rote Wiggle Simon Pryce, der nach dem Konzert nicht etwa in einen bequemen Sessel gefallen war, sondern ebenfalls mit seiner Familie ins Auto sprang und ueber London nach Paris fuhr. Ellie und ich waren aufgeregt wie Teenies. Simon war super nett; wir bekamen ein Foto.

Seit dem Konzert war es mir die Reise wert. Die Familie durchlebt seitdem eine Wiggles Obsession.

Otto

Wir haben Pippi Langstrumpf ausgelesen und ich finde es schwierig, ein neues Buch zu finden. Fuers erste habe ich Michel aus Loenneberga bestellt, gebraucht, aus Deutschland. Otto hat neulich ausserdem einen Comic aus der Leseloewen Reihe gelesen, und mich dabei sehr beeindruckt.

Montag, 6. April 2026

Ostermontag

Ostermontag war richtig schoen. Ich fuehlte mich ausgeschlafen, das Wetter war toll, wir hatten einen Ausflug vor, und Zeit ihn richtig vorzubereiten. 

Wir machten zuerst ein Mittagspicknick neben auf dem Kirchhof von Droxford. Alles war gruen. Die Kinder fuetterten ein Pferd. Spaeter gingen sie an der Badestelle mit den Fuessen in Wasser. Noch ist es dort schoen warm aber nicht heiss. Die Raubvoegel kreisen ueber den Feldern, die Enten quaken im Bach. Otto und ich liessen Stoecker unter der Bruecke um die Wette schwimmen.

Danach fuhren wir weiter zum Dell, d.h. einer Wiese mit Cafe und Bar und viel Platz fuer viele Familien mit Kindern. Wir hatten viel Spielzeug fuer draussen dabei; mein neuer Drachen stellte sich als viel zu kompliziert fuer Kinder raus. Aber die wollen sowieso alle nur am Steuer des ausgemusterten Busses sitzen.

Ich genoss das Osterwetter, das Gefuehl von Raum, das Gruen der Felder und die Blueten an Bueschen und Baeumen.

Jetzt einen Tag Arbeit, dann nach Cardiff. 

Sonntag, 5. April 2026

Ostersonntag

Ostersonntag ging gleich morgens schief. Otto kaempft seit geraumer Zeit mit den Uebergaengen am Morgen: er wacht noch sehr lieb auf, haelt dann aber die Umstellung von zwei auf vier nicht aus. Bei mir kam dieses Mal dazu, dass ich totmuede war und bereits vom Vortag angegriffen. Sein Verhalten beim Fruehstueck fand ich dann so penetrant, dass ich alleine essen ging und dann stundenlang nicht mehr aus meinem Schneckenhaus rauskam.

Wir fuhren zum Ostereiersuchen in den Hasengloeckchenwald bei Clanfield, der in voller Bluehte stand. Die Kinder sahen tatsaechlich nicht, wie die Suessigkeiten aus unseren Haenden fielen. Bei Sonne war es richtig schoen, aber meine Stimmung blieb schlecht.

Anschliessend fuhren wir nochmal zum nahen Butser Museum. Ich wollte das einfach nochmal sehen, solange die Historiendarsteller noch da waren. Wir sahen auch noch einen Schaukampf samt Bogenschiessen. Sebbi spielt seitdem "Ritter, und dann fallen Deine Arme ab". Das muss ich der Kita erstmal erklaeren.

Bei Sonne war es richtig warm und ich taute beim Ausblick von der Terasse ueber die Felder etwas auf. Aber meine Stimmung bleibt stark gedrueckt. Auf das Konzert in Cardiff zum Beispiel freue ich mich zum Beispiel ueberhaupt nicht. Aufgeregte Kinder, eine lange Autofahrt und eine fremde Stadt.

Samstag, 4. April 2026

Ewiger Zirkus

Samstag vormittag ging Otto zu seiner ersten echten Schwimmstunde auf Stufe 3. Danach ruhten wir uns alle zu Hause aus, denn nachmittag ging es in den Zirkus. Fuer beide Kinder das erste Mal, fuer mich das zweite als Erwachsener. Otto war wieder emotional ueberwaeltigt: hatte Angst, wollte nicht hin, aber auch nicht zu spaet kommen; es war stressig. In der Show selbst dann war er begeistert, spaeter ueberfordert und erholte sich erst zum Ende. Sebbi war es zuerst egal, dann fand es toll; nicht nur die Manege sondern durchaus auch das Lichtspiel an der Zeltdecke, auf dem Ruecken ueber meine Knie. Irgendwann hatte er aber auch genug und ich ging mit ihm raus. Leider laeuft es eigentlich immer darauf hinaus, das Ellie und ich uns mit je einem Kind aufteilen und den ganzen langen Tag nur kurz bei Uebergaben sehen. Beide Kinder waren dann auch emotional erschoepft und ich koerperlich, und es wurde wieder stressig und ich ein Stueck weiter deprimiert.

Freitag, 3. April 2026

Karfreitag

Freitag sind wir zu viert nach Butser gefahren. Otto wurde gleich zu Anfang wuetend, weil er seinen neuen Metalldetektor anders als am Vortag nicht mit reinbringen durfte (man ist da strikt, damit die Leute nicht anfang zu graben). Dann wollte er direkt zurueck zur roemischen Villa und Rota weiterspielen. Sebbi zog derweil mit Ellie durch die Gebaeude der Mittel- und Neusteinzeit, legte sich in jeder Huette auf die Betten und spielte Aufwachen. Otto und ich lernten in der Zeit was ueber roemische Klos. Spaeter wechselten wir Kinder: Sebbi lernte auch den Legionaer kennen, war aber auch froh, einfach durch den Garten zu trapsen, von Baumstuempfen zu huepfen und suess zu sein.

Es war richtig was los: das ganze Wochenende sind historische Darsteller vor Ort, und darunter traf ich auch einen ehemaligen Kollegen und dessen Frau. Deren Truppe zeigte diverses, und sowohl ich als auch Ellie und Otto waren wirklich interessiert an Kraeutern, Webtechniken und Schaukaempfen. Die Kinder hatten ausserdem Platz zum Rennen und ich geniesse einfach das Fruehlingserwachen dort in den Hecken und Feldern der South Downs. Denn das Projekt liegt wunderbar eingebettet; eins der Haeuser ist einer Ausgrabung nachgestellt, die direkt nebenan stattgefunden hatte.

Wir blieben mehrere Stunden dort und ich freue mich echt ueber das Jahresticket. Allerdings waren die Kindern anschliessend fertig und es war ein Fehler, in einen Pub essen zu fahren statt nach Hause. Ich selbst pfiff aus dem letzten Loch und konnte mit dem Stress nicht umgehen. Das belastete mich den gesamten Abend, bis ich zum freien Tanzen beim Tango ging.

Donnerstag, 2. April 2026

Donnerstag vor Ostern

Donnerstag hatte ich mir fuer Otto frei genommen. Allgemein mag ich ganze Tage mit ihm sehr, weil wir dann richtige Ausfluege machen koennen. Meistens aber wird der Tag von tausend kleinen Pflichtaufgaben zerfressen. Diesmal mussten wir erstmal wieder zum Arzt wegen irgendwelchen Flecken, die wahrscheinlich nichts bedeuten aber Eltern Angst machen wenn sie erstmal drueber nachdenken.

Dann kauften wir einen neuen Drachen, und dann fuhren wir endlich zum Freiluftmuseum Butser. Dafuer kaufte ich uns endlich eine Familienjahreskarte.

Beim letzten Besuch war Otto 16 Monate alte gewesen. Das Projekt hat sich seitdem stark vergroessert. Viel mehr Gebaeude und ein Ferienclub fuer Kinder war zu Gange. Otto wollte erst nicht, dann doch, und besonders, als ihm der roemische Legionaer das Spiel Rota, aehnlich wie Muehle, zeigte. Denn Spiele wecken seinen Ehrgeiz, da hat sich in den letzten Monaten viel entwickelt.

An dem Tag hatten wir nicht viel Zeit, weil ich auch noch zum Familienschwimmen zurueck nach Portsmouth wollte. Anschliessend holten wir Sebbi frueher aus der Kita, und dann war Osterwochenende.

Sonntag, 29. März 2026

Sonntag mittag gingen Ellie und ich zu einem Geburtstag, und ich mit Otto schwimmen. Dabei hat mich sehr beeindruckt, wie sich Otto inzwischen im Wasser bewegt. Wie ein Fisch. Die verschiedenen Bewegungsablaeufe aus dem Unterricht kommen wirklich zusammen und sehen dann richtig gut aus. Ich kann ihm inzwischen auch keine Anleitung mehr geben, weil ich die Technik nicht kann. Ich haette nicht gedacht, dass sich seine Faehigkeiten so schnell so weit entwickeln. Und ich warte sehr darauf, dass Sebbi mit vier Jahren auch anfangen kann.

Das Sportzentrum der Uni macht mir wirklich Freude. Ich moechte meine Kinder jedes Mal andere Sportarten ausprobieren lassen, wenn wir z.b. an der Kletterwand vorbeilaufen. Der Anblick und Geruch des Schwimmbeckens gibt mir sogar ein angenehmes Gefuehl, zum ersten Mal seit dem Schulschwimmunterricht. 

Wir haben uns die letzten Wochen in eine gewisse Manie fuer die Wiggles gesteigert. Nach Ostern fahren wir sogar extra nach Cardiff zu einem Konzert. Das ging vor einigen Wochen los und beschraenkte sich erst auf die Kinder. Aber je mehr Ellie und ich ueber die Band lesen, desto mehr moegen wir sie. 

Jetzt sind zwei Wochen Osterferien.

Otto

nach der vierten Schwimmstunde auf Stufe 2 wurde Otto bereits in die naechste Stufe geschickt. Ich hielt es fuer moeglich, dass ein Fehler gemacht wurde, und Otto machte sich richtige Sorgen - er betrachtet den Unterricht eher als Pruefung denn als Lernen. Ich kontaktiere die Lehrer, die tatsaechlich antworten und wir einigten uns, dass Otto Stufe 3 einmal ausprobiert. Ich mache mir nur Sorgen, ob er wirklich runtergehen koennte, denn Schwimmplaetze sind wie Goldstaub. Ich mache mir jetzt schon Sorgen, ob Sebbi einen Platz bekommt, wenn er vier Jahre alt wird.

unsere Abende sind momentan produktiv. Er hat, natuerlich, einen absoluten Narren an Uno gefressen; das verrueckte Labyrinth ist erstmal wieder raus. Und danach schreibe ich ihm immer Rechenaufgaben auf; Otto mag Wettbewerbe, zumindest wenn er gewinnt und einen Preis bekommt.

kann richtigen Handstand machen. Vor einem Jahr fing er an zu ueben; ich dachte nie, dass das haelt geschweige denn zu etwas fuehrt. Kann ihm ja auch nicht helfen. Aber Otto macht das mit Hingabe, in der Tat zu oft und an den falschen Orten. Und er kann es inzwischen richtig - steht fast zwei Sekunden in der Luft. Der lernt vielleicht noch auf den Haenden zu laufen. Ich finde es ja toll, wenn meine Kinder was lernen. Schade dass ich ihm keinen Gymnastikkurs oder einen richtigen Uebungsort geben kann - ich gucke immer wieder nach Raeumen mit Matten, aber nichts. Dasselbe mit der Ukulele: er klimpert einfach vor sich hin, von sich aus, und erfolgreich. Er reagiert wirklich gut auf die Kurse nach der Schule.

Johannes

Ich bin kuerzlich voellig auf Getreidekaffee umgestiegen. Aus dem polnischen Laden.

Lesen: Ich mache Fortschritte im Buch ueber Computer, und lese eine zweite Poirot Geschichte. Ausserdem habe ich eine Vortragsreihe der Uni Yale ueber das fruehe Mittelalter in Europa fertig gehoert und dann einen zum fruehmodernem England begonnen.

Ich habe kuerzlich eine App fuer Gebrauchtwaren entdeckt, wo ich einige lange gehegte Wuensche ausprobieren kann, ohne viel zu investieren, bis sie sich laeppern heisst das. Frueher bezog ich da immer Schuhe, jetzt habe ich einige Sachen mit Bezug auf mein Computerbuch. Besonders toll ein Elektro Baukasten, wie ich mal einen als Jugendlicher hatte. Jetzt spiele ich mit einfachen Schaltungen, kann aber auch die einfacheren Uebungen aus dem Buch machen, wie logische Gatter.

Die Kinder sind auch begeistert, und ich erklaere versuchsweise Strom und seinen Fluss und warum es leuchtet oder sich dreht. Und sollten sie es doch kaputtkriegen, ist nur wenig Geld verloren. Genauso bestellte ich einen Abakus fuer Otto und eine Schwimmweste fuer Sebbi: nicht so wichtig, wenn es nicht funktioniert, angenommen wird oder nuetzlich ist. So funktioniert es mit Kindern.

Ich finde sehr interessant, was ich momentan ueber Elektrizitaet lerne, auch mit Bezug auf meinen Wunsch nach einer Solaranlage. Ich habe auch eine faltbare Solarzelle fuer Campen bestellt und will damit experimentieren.

Erfolge

Samstag morgen probierte Otto das erste Mal Schwimmen auf Stufe 3 aus. Seine Sorge war da bereits viel geringer, und der neue Lehrer machte einen guten Eindruck. Spaeter sah ich Otto aber in einer anderen Gruppe und unter besonderer Beobachtung einer Lehrerin. Spaeter stellte sich heraus, dass sie auf unsere Bitte hin die ganze Unterrichtsstunde durch Otto pruefte und dann entschied, dass er tatsaechlich alles noetige kann. Wir sind sehr zufrieden mit dem Sportzentrum, die sich solche Muehe geben. Otto hatte auch sein Selbstverstrauen wiedergefunden.

Nachmittags fuhr ich, allein, zu einem oeffentlichen Chorsingen in Havant, wovon mir eine Bekannte vom Tango erzaehlt hatte. Es ist weiterhin ungewoehnlich, dass ich einen halben Tag allein verschwinde. In den letzten sechs Jahren hatte ich nur einmal, auf einem anderen solchen Treffen, gesungen.

Ungewoehnlich war auch, dass ich die Strecke mit dem Rad fuhr. Das war anstrengend, aber spaeter ein gutes Gefuehl. In meinem statischen Leben war es schoen, mich selbststaendig von einem Ort zum anderen zu bewegen, wenn auch neben der Autobahn.

In Havant probten wir zweieinhalb Stunden lang Karl Jenkins "The Armed Man". Kannte ich, sang es aber zum ersten Mal. Bei solchen oeffentlichen Treffen geht es um Spass und nicht um Leistung, und es war auch ein schoenes Gefuehl auf Notenbuch und Dirigentin aufzupassen.

Ich blieb aber nicht zum eigentlichen Auftritt, sondern wollte zurueck zu den Jungs. Frueher haette ich sowas bis zum Ende ausgekostet, aber das Gefuehl sitzt tief, zu Hause gebraucht zu werden.

Dienstag, 24. März 2026

Ottos 6. Geburtstag

Am Morgen von Ottos Geburtstag erwartete ihn ein Kuchen und die Geschenke seiner Eltern. Zuvorderst darunter ein kleiner Metalldetektor. Nach der Schule holten wir ihn als Ueberraschung frueher ab als sonst und fuhren zu einem Eiscafe. Er lief vor Aufregung quer ueber den Schulhof und rief immer wieder den Namen des Cafes; spaeter auch aus dem Auto. Aber insgesamt hat er an diesem Tag gute Kontrolle ueber seine Gefuehle bewiesen. Sogar als er im Cafe seinen Zuckerschock bekam und als wir im Anschluss Sebbi etwas frueher aus der Kita abholten. Der war immer noch nicht wieder voellig gesund.

An den folgenden zwei Tagen machten die Kinder relativ ungeplant je ein deutsches Paket auf. Dann kam am Samstag die offizielle Geburtstagsfeier mit Ottos Schulfreunden. Das hatten wir (wie viele Eltern hier) in den Polsterspielplatz Exploria ausgelagert, wo die Kinder eine Stunde toben koennen und dann frittiertes Fast Food bekommen. Ich begleitete in der Zeit Sebbi im Kleinkindbereicht. Dazu waren auch Ellies Vater mit Frau und Cousine Layla erschienen. Also alles ziemlich aufregend, aber Otto hielt ganz gut durch.

Nun hatte er natuerlich einen weiteren Haufen Geschenke bekommen. Am Sonntag kam dazu noch Ellies Mutter mit einigen mehr. Mit ihr gingen wir aber einfach ans Meer; wir hatten in dem Zeitraum viel Sonne.

Die restlichen beiden Pakete aus Deutschland kamen daher erst sechs Tage nach dem eigentlichen Geburtstag dran. Braucht sich niemand besondere Sorgen um Puenktlichkeit machen.

Jetzt sortieren und raeumen wir erstmal alles so weg, dass es weder verloren und beschaedigt wird. Nach und nach wird es dann eingefuehrt, damit alles seine Geltung bekommt. Ich ordne insbesondere die Lesebuecher ins Abendprogramm ein.

Ich ueberdenke die Tatsache, dass Otto mit sechs Jahren weder ein Baby noch ein besonders kleinen Kind mehr ist. 

Dienstag, 24. Februar 2026

Winterferien

Letzten Samstag war Ellie morgen und nachmittags beim Tanzen. Mir faellt es momentan aber spuerbar leichter, beide Jungs allein zu haben. Mag an Ottos Ferienfreude liegen, er ist jedenfalls sehr pflegeleicht und insbesondere Sebbi gegenueber ruecksichtsvoll. Morgens gingen wir zu dritt zu Ottos Schwimmstunde Ich kann aufgrund meiner Schulter ohnehin nicht mitmachen, also ist es egal, dass ich auf Sebbi aufpassen musste. Ich beschloss dann, nachmittags mit beiden Kindern zum Familienschwimmen zu gehen. Das war der zweite Versuch, und inzwischen habe ich da keine Sorgen mehr. Nur schade, dass ich Otto fast keine Uebungshilfe zukommen lassen kann. Aber es ist es wert, Sebbi frueh ans Wasser zu gewoehnen. Nachmittags haben wir zusammen Pizza gemacht, jeder konnte seine eigene belegen. Und abends gingen wir alle zusammen ins Bett; beide Jungs schliefen im gleichen Bett ein und es hat uns allen Spass gemacht. An dem Tag kam ich mir als guter Vater vor.

Montag und Dienstag hatte Ellie dann beide Jungs. Mittwoch ging Sebbi in die Kita und ich kuemmerte mich um Otto. Aufgrund des Wetters gingen wir v.a. schwimmen, wo ich mich dieses Mal ganz auf ihn konzentrieren konnte. Zu Hause buken wir noch einen Kuchen mit den letzten Aepfeln aus Buriton.

Donnerstag fuhren Otto und Ellie nach London. Da besuchten sie das Naturhistorische Museum und den St James Park. Ich probierte zum ersten Mal den Nachmittags-Tango aus. Frueher hatte sich die Frage nie gestellt, aber heutzutage passt es mir super. Freitag abend kann ich mich naemlich kaum noch aufraffen wegzufahren. Wie bei meiner ersten Rueckkehr, als Otto zwei Jahre alt war, war es schoen, dass sich die Leute freuten mich zu sehen. Tanzen und mit Erwachsenen reden tut mir auch gut. Nur schade, dass ich eben nur die kurze Mittagspause dafuer habe.

Freitag hatte ich wieder frei und einen richtig schoenen Tag mit Otto. Diesmal schafften wir es endlich aufs Land, auf den Spielplatz in Clanfield. Das Wetter truebte sich zwar bereits ein, aber Otto wollte erstaunlich lang Fussball spielen und dann Fahrrad fahren, als bereits ein kalten Regen anfing. Ich denke weiterhin, der Junge ist fuer draussen gemacht. Zum Mittag probierten wir einen Pub in Buriton aus, wo Otto erstaunliche Flexibilitaet bewies, als der normale Pub zu war und der andere keine Kaesenudeln hatte. Wir waren schon auf dem Rueckweg zum Auto, als er von sich aus sagte, er wollte es doch ausprobieren. Und es hat uns beiden Spass gemacht; wir spielten Dobble, das ich fuer ihn seit einiger Zeit auf dem Kieker gehabt hatte und das Otto und Ellie zufaellig am Vortag in London gewonnen hatten. Dann holten wir Sebbi frueher aus der Kita und abends buken wir noch einen Kuchen, auf Ottos Idee hin mit Schokostreuseln. Otto ist in den Ferien ein glueckliches Kind; alles was er braucht ist die volle Aufmerksamkeit eines Erwachsenen und Geld ausgeben.

Samstag dann war Ellie auf Workshops in London und ich hatte die Kinder. Urspruenglich hatte ich mich nach den letzten Erfahrungen sogar darauf gefreut. Ich wollte mit ihnen zum Freiluftmuseum Butser Farm fahren. Aber dann war das Wetter schlecht und die Kinder schienen geschlaucht. Da habe ich kuerzer getreten, wusste aber nicht was wir machen sollten. Also viel Bildschirm. Nachmittags trafen wir uns mit einem Freund Ottos. Mit dessen Familie fuhr er spaeter auf einen Innenspielplatz. Wie sich spaeter rausstellte, voellig ohne Kindersitz und ein Kind sogar auf dem Beifahrerplatz. Das werden wir nicht nochmal erlauben.

Sonntag war ich dafuer den ganzen fertig und furchtbar gelangweilt. Ellies Schwester kam nach Portsmouth, mit ihr fuhren wir alle auf den Spinnaker Turm. Ich mag die Aussicht ja; Otto fands oede; Schade ums Geld. Amber uebernachtete dann bei uns, was ich immer schoen finde.

Sebbi

entwickelt sein Temperament und lernt dabei von Otto. Sagt dann z.b. "ok dann hole ich es mir eben selbst!", oder einfach "Aaaaa!" . Und er nennt uns eine Ananas, was sehr niedlich ist, nur Otto meckert dann. Ueberhaupt streiten sich Kinder staendig, insbesondere, wer Moritz (aus einer deutschen Kindersendung) ist.

Otto

ich probiere etwas anspruchsvollere Spiele aus. Das Verrueckte Labyrinth (meine eigene Kindheitsausgabe, von 1989) ist noch etwas schwierig. Aber Dobble ist ein Riesenerfolg. Mit Ellie spielt er wohl sehr gern Autotrumpfkarten.

liest echt gut in seiner deutschen Fibel. Sagt leider, dass er Mathe nicht mag.

Gibt sich weiter Muehe, lieb zu Sebbi zu sein und manchmal ist er eine echte Hilfe. 

Johannes

Am vorletzten Freitag war ich bei einem Physiotherapeuten. Der war ziemlich optimistisch. Meint, sowas ist nicht chronisch und waehrend Uebungen helfen wuerde es mit der Zeit von selbst wieder gut. Sogar mein Ischias waere vielleicht nicht chronisch geschaedigt, mein Ruecken nur durch meine Arbeitshaltung steif. Davon abgehen war es schoen mal in Ruhe Bus und dann Rad zu fahren. Der Termin war in Cosham und ich fuhr den Heimweg ganz mit dem Rad. Bisschen wie frueher. Schones Gefuehl in den Muskeln.

Die Schulterschmerzen haben seitdem stark abgenommen. Offenbar hilft es, den Nerv einfach in Ruhe zu lassen anstatt zu ueben.

ich fuehle mich insgesamt endlich wieder halbwegs gesund. Die endlosen Erkaeltungen sind vorbei. 

Nach sechs Jahren mit Kindern will ich eins festhalten: ich kann kein Multitasking, und auch sechs Jahre Uebung aendern daran nichts. Einer der vielen Gruende, warum Ellie Kinder besser betreuen kann als ich. Mich schlaucht es bis heute extrem, zwei Leuten gleichzeitig zuzuhoeren, die meistens auch noch mehrere Sachen auf einmal besprechen, fragen oder fordern, und zwar sofort. 

Ich war beim Tango! Das erste Mal seit 2,5 Jahren. Aber diesmal nicht wie damals Freitagabend, das kann und will ich einfach nicht mehr. Stattdessen will ich jeden Donnerstag 14 Uhr in meiner Mittagspause zur Nachmittagveranstaltung gehen. Es war schoen, dass sich die Leute, wie bereits vor 4 Jahren, wirklich freuten mich zu sehen.

Ich habe Das Geheime Haus von Edgar Wallace ausgelesen und lese jetzt zum ersten Mal Agatha Christie. Aber auch das Lehrbuch, wie Computer funktionieren.

Ich habe jetzt zweimal ausprobiert, die Kinder gemeinsam ins Bett zu bringen. Das funktioniert auch, macht Spass und vereinfacht mir das Leben, wenn Ellie mal nicht da ist. Allerdings dauert es insgesamt laenger, weil ich Otto dann immer noch in sein eigenes Bett bringe und wir dann doch noch lesen. Unabhaengig davon streiten sich beide Kinder seit Monaten darum, wer mit mir ins Bett gehen darf. Waehrend das albern ist, macht Ellie diese demonstrative Ablehnung doch zu schaffen.




 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Unser Bad ist jetzt fertig. Insgesamt hat das ganz gut geklappt, und ich bin froh, dass wir kein Zimmer oder Haus gemietet haben. Persoenlich gibt mir das neue Bad ehrlich gesagt nichts. Aber ich mochte die Klempner.

Sonntag war ich mit beiden Jungs in Chichester, als Ellie auf einer Tanzprobe war. Wir fuhren mit Bus und Bahn; ich will Sebbi mehr Zug probieren lassen. In Chichester bekamen beide ein Eis am Kanal - ich war krank und waehlte den einfachsten Weg. Sebbi brauchte Beruhigung, als sein Eis zerbrach. Otto hat mir sehr geholfen.

Otto

hatte Samstag einen super Sport-Tag: morgens nach dem Schwimmen kam er in Stufe 2, mittags bekam er beim Karate den gelben Guertel. Beides liess er sich umgehend mit Suessigkeiten vergueten.

ich habe eine laenger gehegte Vermutung bestaetigt: Otto aergert sich, sobald er seinen kleinen Bruder sieht. Morgens ist er lieb im Bett, und sobald wir zu Ellie und Sebbie rueber gehen, sieht man es im Gesicht und Verhalten. Letztens merkten wir auch, dass er mit sich kaempft, wenn wir Sebbi loben oder ihm helfen.

Gleichzeitig arbeitet er aktiv an seinem Verhalten. In der Schule besprechen sie wohl Konzepte wie Dankbarkeit und Hoeflichkeit, und er zeigt tatsaechlich einige neuen Bemuehungen und Erfolge in dieser Richtung.

Heute waren wir nachmittags in Ottos Schule zur Vorstellung ihres aktuellen Projekts, einer Einfuehrung in die Geographie innerhalb der Stadt. 

Sebbi

nahm ich Samstag im Bus mit zur historischen Werft, waehrend Otto beim Karate war. So wie Otto damals spielt auch Sebbi gern im Bootshaus Nummer 4.

ist weiter strikt gegen Pullern auf dem Reisetopf. Will immer nur zu Hause. Hat vielleicht Angst vor echten oder potenziellen Handtrockern. Manchmal laesst sich das nicht umgehen, dafuer hat er jetzt auch Ohrenschuetzer, so wie damals Otto.

ich habe das Gefuehl, dass Sebbi noch besser deutsch spricht als Otto im gleichen Alter. Er scheint sogar zu konjugieren.

Johannes

Ich bin insgesamt erschoepft. Will endlich wieder gesund sein. Schulter und Arm schmerzen weniger, aber die endlosen Erkaeltungen ermueden mich koerperlich und geistig. Ich will mich einfach mal wieder ganz fuehlen. Und Kraft fuer etwas Interessantes uebrig haben. Einige Abende ging es mir deshalb auch seelisch schlecht. Ist schon schlimm, wenn alltaegliche Bewegungen und Ablaeufe ploetzlich nicht mehr gehen. Dann fuehle ich mich sehr alt und denke mir, dass man sich das Leben in dem Alter so nicht vorgestellt hatte.

Auf Hobbies habe ich schon lange nicht mal mehr Lust. Ich lese auch nur noch seichtes, einen Edgar Wallace von 1917. Und ich gucke jetzt alte Krimis, weil ich abends eh fuer nichts mehr Kraft habe. Ich habe insbesondere die Serie "Die Fuenfte Kolonne" entdeckt.

Ich war nochmal zur Massage, nachdem die Schulter wieder aufgeflammt war. Und ich habe gelernt, dass Physiotherapie einfacher als gedacht zu haben ist: ich habe mich einfach selbst angemeldet und einen Termin fuer eine Woche spaeter bekommen. Muss eben nur einige Stunden Urlaubszeit opfern.


Schwimmstufe 2!

Hai im Hafen

Ruderhai

Physikhai


 
Zug nach Chichester

Sonntag, 1. Februar 2026

Ich habe mich kuerzlich verhoben (mit Sebbi) und die Schulter kaputt gemacht. Das tut richtig weh. Ich bin einmal zur Massage und habe mir Uebungen geben lassen. Es ermuedet mich sehr. Koerperlich wegen den Schmerzen, und geistig mache ich mir Sorgen, dass das nur der Anfang ist so wie damals mit dem Ischias. Und das man alt wird und vielleicht nie wieder einen richtig funktionierend Koerper haben wird.

Die Uebungen helfen, der Schmerz laesst langsam nach bzw. wandert zwischen Schulter und Arm. Ich schlafe dadurch aber schlecht, gerade wenn ich es am meisten brauche. Dazu reissen die Erkaeltungen nicht ab. Einen Tag musste ich krank machen und im Bett bleiben.

Das Bad wird weiter gebaut und wir haben eine Routine entwickelt, mit der wir keine alternative Wohnung brauchen. Letztes Wochenende haben wir uns trotzdem eine Nacht im Nachhaltigkeits Zentrum gegoennt. Groesstenteils einer Dusche wegen, die wir natuerlich auch billiger haetten haben koennen, aber irgendwie hatten wir Lust drauf. Die Kinder v.a. auf das Fruehstueck, und ich hatte noch die Illusion, abends etwas im Fruehstuecksraum zu lesen, wenn sie schliefen. Aber in der Praxis kollabierte ich selbst um die Zeit, und bekam endlich mal eine lange Nacht - schlief allerdings sehr schlecht. Die Schmerzen in Ruecken und Arm, und die ewigen Erkaeltungen (ich bin ueberzeugt ich habe gerade zwei davon).

Wir waren die einzigen Gaeste; man hatte das Haus extra fuer uns aufgemacht und Lebensmittel gekauft. Das Fruehstueck war tatsaechlich schoen, wenn auch nicht entspannend. Die Kinder haben es sichtlich genossen. Danach spielten wir im nassen Wald und in Pfuetzen, dabei fuehle ich mich immer als ein guter Vater. Otto hat aus Kalkstein Farbe gemacht und Sebbi spielte mit einem Rohr Laubblaeser. Ich wuenschte nur, Sebbi koennte zur Waldschule gehen so wie damals Otto an den Mittwoch Vormittagen.







Donnerstag, 29. Januar 2026

Montag kamen die Klempner. Es geht bisher ganz gut. Mittags geht man in einem Cafe aufs Klo, und gegen 16 Uhr wird das eigene wieder angeschlossen. Der Rest des Bads ist leer und entkachelt. Wir waschen die Kinder abends in einer Plastikkiste, was ziemlich beliebt und auch viel schneller ist als frueher. Ellie und ich machen Katzenwaesche in der Spuele; Freunde lassen uns bei sich duschen. Der Wirtschaftsraum ist vollgestellt mit den neuen Badgegenstaenden und der Garten voller Bauschutt.

Sebbi

* seine Sprache ist Spitze; inzwischen uebersetzt auch er fuer Ellie. In letzter Zeit will er gerne Maerchen hoeren, sowohl aus dem Buch als auch frei erzaehlt.

* ist manchmal launisch - fuer seine sehr suessen Verhaeltnisse. Ich hatte grosse Freude, ihn und Ellie Montag mittag in einem Cafe zum Essen zu treffen. 

Otto

Kam kuerzlich doch noch in den Schulchor. Das hat mich ganz besonders gefreut. Bisher macht es ihm Spass, und ich vermute, auch ihm wird Singen langfristig Freude machen.

* wieder verdammt frech, ignoriert uns wenn wir ihm was sagen, aggressiv gegenueber Sebbi. Wir sanktionieren ihn jetzt konsequenter: Warnungen werden wahrgemacht. Ich glaube, daran ist er nicht gewoehnt. Und er bemueht sich. Manchmal spielen die Kinder etwas zusammen!

* beeindruckt uns weiter mit seiner Lesefaehigkeit. Seitdem Ellie und ich uns abwechseln, mache ich nur Deutsch mit ihm: er liest aus der Fiebel, dann lese ich Pippi Langstrumpf, wo wir gerade das zweite Buch begonnen haben.

Johannes

Donnerstag einen Nerv und/oder Muskel gezerrt. Anhaltender Schmerz in recheter Schulter hat mich ermuedet. Ich war zu wenig zu gebrauchen. Es liess mit der Zeit nach, aber ich habe den Verdacht, dass es kein Zufall war, sondern eine Folge meines Lebens seitdem wir Kinder haben. Deshalb machte ich mir einen Termin zur Physiotherapie, und liess mir vorbeugende Uebungen geben. Die kommen jetzt zu den Rueckenuebungen. Ich denke mir, so geht der Koerper eben nach und nach kaputt. Und viele Menschen leben mit mehr oder weniger starken Schmerzen. Erst, wenn man eines Morgens ohne Schmerzen aufwacht schaetzt man einen funktionierenden Koerper.

Eine Woche spaeter leistete ich mir etwas Physiotherapie. Der Therapist klang insgesamt ganz positiv. Eine Massage war auch mal schoen. Zu diesem Zeitpunkt war der Schmerz groesstenteils abgeklungen, und meine Hauptsorge gilt langfristiger Vorbeugung. Darum habe ich mir einige Uebungen geben lassen. 

Das letzte Wochenende war sehr typisch: weder gut noch schlecht, aber erschoepfend. Schwimmen, einkaufen, Kinder unterhalten bis man wieder ins Bett gehen darf. Zeit totschlagen. Nichts wirklich schlimm, aber Spass gemacht hat nichts davon.

Insgesamt ging es mir die letzte Woche eher schlecht. Zwischen Schmerzen und anstrengenden Kindern wird mir die relative Monotonie unseres Lebens bewusst, in dem wir wenig freie Zeit haben und dann meistens zu erschoepft fuer sie sind. Bis kuerzlich ging es mir besser und ich habe abends lesen koennen. Einmal sagte mir Ellie nebenbei, dass die Unterhaltung mit mir interessant ist, und das hatte eine aussergewoehnliche Wirkung auf mich. Ich habe fast geheult. So selten hat man richtig Zeit miteinander, dass ich manchmal furchtbare Gedanken habe, man lebte sich langfristig auseinander. Hobbys wuerden mir wohl gut tun so wie Ellie, und ich kam letztens am Mittwoch abend wieder zu den Brettspielern. Aber der Preis von Hobbys ist grundsaetzlich noch weniger Zeit miteinander. Und das schlechte Gewissen, abends nicht mitzuhelfen, sitzt tief. Ich vermisse die Jahre zusammen in Chor und Tanzkursen.

 

Montag, 19. Januar 2026

Grosse Jungs machen Sport

Letzten Samstag sind wir auf den schoenen Spielplatz in Titchfield nahe meines alten Bueros gefahren. Verdammt matschig, aber die Kinder waren mehrere Stunden draussen, waehrend sie an den meisten anderen Tagen aufgrund des Wetters im Haus bleiben. Fuer Ellie und mich v.a. langweilig.

Sonntag baute ich fuenf Stunden eine Kommode zusammen. Macht tatsaechlich einen Unterschied: da kommt jetzt alles rein was hier rumliegt, man braucht es nicht mehr sehen, hat die Illusion von Ordnung und kann neuen Kram kaufen.

Sebbi

ist ein wirklich grosser Junge:

* hat die Windeln voellig abgesetzt. Sogar nachts traegt er keine mehr. Die restlichen wurden der Kita gespendet.

* macht weder zu Hause noch in der Kita Mittagschlaf. Dadurch ist er abends frueh muede und schlaeft auch schnell ein. Das gibt mir wiederum ungewohnt viel Zeit am Ende des Tages.

* erzaehlt immer noch, dass er schwimmen war.

Aus der Kita: "Sebbi hoerte einen Freund weinen und kam sofort und sang ihm ein deutsches Lied vor, was den Freund beruhigte. So was liebes Sebbi, gut gemacht!"

Otto

Das Schwimmbad ist leider gerade kaputt, aber Sonntag morgen probierte er das woechentliche Kinder-Joggen im Park. Zwei Kilometer; er zeigte wenig Ausdauer. Aber mit woechentlicher Wiederholung kommt das vielleicht. Er ist weiterhin sehr sportbegeistert und das werden wir nutzen solange es anhaelt.

 

Johannes

Ich habe mit Ellie gesprochen, dass auch ich Zeit fuer Sport brauche und welche Arbeiten dafuer liegen bleiben muessen. Ich merke seit einiger Zeit, dass mein Herz mehr pocht als noetig, wenn ich nur die Treppe hochlaufe. Ohne Zweifel eine Konsequenz auf fast sechs Jahre im Haus. Sonntag abends fuhr ich eine Stunde Rad und das tat tatsaechlich gut. Mit Otto machte ich abends Liegestuetze und Rumpfbeuge und will das fortfuhren, fuer unser beider Wohl. 

Ich lese und uebe abends relativ konzentriert. Ich wiederhole einige Kapitel meines Linux-Buchs und wende es an. Stellte sich natuerlich raus, dass die erste Lektuere auf praktischer Ebene fast wirkungslos war. Man muss eben anwenden. Inzwischen verstehe ich viel besser, wie ein lokales Netzwerk funktioniert, wie SSH funktioniert, und einmal habe ich mich in einen alten Router eingewaehlt. Ich habe mir auch private Konten in zwei Cloud Anbietern angelegt um dort einiges praktisches zu ueben. Sobald ich kann will ich ein neues Lehrbuch aus dem gleichen Verlag anfangen, wie Computer funktionieren.

Nebenher schmoekere ich in einem Edgar Wallace von 1917 und in Ellies antiquarischem Buch ueber Hampshire. 

 



 

Montag, 12. Januar 2026

Sebbi Wasserfrosch

Sebbi

Sonntag bin ich das erste Mal mit Sebbi schwimmen gegangen. Er war bisher nur einmal im Sportzentrum gewesen, aber er hatte keinerlei Scheu vor der Umgebung. Im Gegenteil war er absolut begeistert, als er ins Wasser stieg. Seinen Gesichtsausdruck werde ich lange nicht vergessen. Ich habe ihn eine gute Stunde durchs Wasser gezogen, habe ihm auch gezeigt wie man mit Armen und Beinen paddeln kann. Fuehlte mich als guter Vater. Am liebsten aber springt er vom Beckenrand ins Wasser (ich fange ihn natuerlich auf). Eine gute halbe Stunde ist er reingehuepft, dann die Leite wieder rausgestiegen (allein!) und fing von vorne an. Leider werde ich Sebbi nur selten mitnehmen koennen, denn normalerweise wird Otto auch Zeit haben, und beide Kinder gleichzeitig erlaubt mir Ellie noch nicht.

Legt offenbar langsam seinen Mittagsschlaf ab. Ueber Weihnachten schlief er immer seltener, und auch in der Kita machte er es an zwei von drei Tagen nicht mehr. So ziemlich das letzte Merkmal eines Babys. Er ist jetzt ein grosser Junge, und sagt das auch oft.

ist ein Flughund ("fruit bat"). Ich halte ihn in die Luft und er schlaegt mit seinen Fluegeln. Er haengt sich kopfueber von meiner Schulter und schlaeft. Und auch sonst ist die Papaleiter und die Paparutsche sehr beliebt.

Otto

Eine Woche vor Sebbi war ich auch mit Otto beim Schwimmen. Schade, dass ich nicht beide Kinder mitnehmen darf. 

Wir unternehmen die ersten Schritte auf, Otto eine Asthma-Diagnose zu machen. Wir vermuten das seit einige Zeit, einschliesslich seiner Pseudokrupp Faelle. Bei Sebbi sehe ich bisher noch keine Anzeichen.

spielt gerne mit Feuer, seit im Advent Kerzen aus dem Schrank kamen. Ellie und ich sind nicht wirklich begeistert, aber ich lasse ihn das abends machen, solange ich dabei bin. Schliesslich geht es mir bei den Kindern immer um Uebung und eigene Erfahrung. Ausserdem spielen wir abends weiter Domino und Wuerfeln. Sein Kopfrechnen ist gut.

Ich habe einen Sammelband mit allen drei Pippi Langstrumpft Buechern gekauft. Das lese ich Otto jetzt abends vor, waehrend Ellie ihm The Faraway Tree vorliest. Vorher liest er aus einem deutschen Buch mit kurzen Tier-Geschichten, das wir zu Weihnachten bekommen hatten.

Johannes

ich werde meine Erkaeltung seit etwa drei Wochen nicht los. Darum schwimme ich auch nicht mit, wenn ich Otto Samstag zum Schwimmen fahre. Und das war mein einziger Sport.

Ich habe mir einen eigenen Weihnachtswunsch erfuellt und mir einen Kuechenmoerser gekauft. Und tatsaechlich sind Gewuerze besser, wenn man sie frisch mahlt.

ich habe in wenigen Tage das Buch Kein schoener Land von Peter Jordan durchflogen. Unglaublich wie schnell sich Prosa in der Muttersprache wegliest. Das Buch gefaellt mir sehr gut; das Thema fuer mich nie ganz so ausgepraegt, aber ich kenne es.

ich lerne in letzter Zeit richtig was. Lese abends mit gewissen Konzentration; probiere auf der Arbeite einiges aus was auch haengen bleibt. Wir bringen die Kinder aufgrund von Sebbis Mittagsschlafentwicklung oefter frueher ins Bett, wodurch Zeit bleibt abends noch etwas zu schaffen.

Nach dem ersten Mal im Schwimmbad. Papa sehr stolz.

Samstag, 3. Januar 2026

Weihnachten

Weihnachten war fuer mich keine Freude. Inzwischen scheint wirklich kein Teil davon mehr fuer mich zu sein. Trotz Planung und aktiv flach gehaltener Erwartungen. Die Kinder flippen durch Aufregung und unterbrochene Routine aus. Man schlichtet, beschuetzt und entmuellt die ganze Zeit. Tagsueber fehlt die Zeit und abends die Kraft fuer Musse. Ehrlich gesagt war ich froh als es vorbei war. Mir kommt sich erst jetzt der Gedanke, dass meine Eltern die Weihnachten meiner Kindheit aehlich erlebt haben koennten.

Besonders der Platzmangel im Hauses macht mich wahnsinnig. Am Weihnachtstag hatte ich eine richtige Krise, als ich auf dem Tisch einen grossen Karton und einen grossen Karton Knetspielzeug bewachen musste. 750 kleine Teile, die runterfallen, und winzige Fetzen Knete, die an Socken in den Teppich getragen werden. Teilweise geht voellig heiles Spielzeug in den Muell, dass Otto erst zu seinem Geburtstag bekommen hatte, weil wir einfach keinen Platz mehr haben. Ich kann mich nicht ueberwinden, Buecher wegzuwerfen. Spenden vielleicht, aber das kostet Zeit. Also habe ich erstmal alle eigenen Buecher auf den Dachboden gebracht, wo sie verstauben koennen.

Silvester ist hier eh nichts los, aber am Neujahrstag sind wir wieder auf einen kuerzlich entdeckten Spielplatz bei Haus Stansted gefahren. Irgendwie moegen wir den alle und im Fruehling wird es dort auch schoen sein. Otto geht als Gladiator besonders an die oeffentlichen Sportgeraete ran.

Sebbi

muss in der Kueche immer helfen. Am besten mit seinem Turm. Ist zwar schoen, und genau wie Otto damals. Aber manchmal bereite ich das Essen lieber schnell und heimlich.

singt deutsche Weihnachtslieder wunderbar 

Otto

ist in einem leicht zu beeindruckenden Alter. Kuerzlich hat er die Sendung Gladiator kennen gelernt, eine sehr britische Familienvariante des Wrestlings, und ist jetzt selbst ein beruehmter Gladiator.

Mal was positives von unserer Abendroutine:

- beim Domino beweist Otto richtiges Taktikverstaendnis. Guckt sich meine Karten an, und versteht auf welche ich nicht reagieren kann. Verlieren darf er zwar nicht, aber ich muss mich nicht mehr allzu dumm stellen.

- wir spielen auch wieder wuerfeln, um Addition zu ueben, und er rechnet schnell und lernt auch Tricks die ich ihm zeige.

- schliesslich ueberraschte er mich mit seinem deutschen Lesen, als wir ein neues Lesebuch von Weihnachten probieren. Es ist, trotz allem, ein besonderes Gefuehl, von ihm meine Muttersprache zu hoeren.

Johannes

Jedes Jahr scheint Weihnachten fuer mich eine besondere Nervenprobe zu sein. Ich weiss nicht, ob meine Traditionen spaeter moeglich werden, oder nie. 

Positive Sachen: Ellie schenkt mir ein Buch ueber Hampshire von 1909. Das kommt aus einem Antiquariat in Chichester, geschrieben vom Leiter einer Schule in Winchester. Beschreibt Geschichte und Orte der Region, im gut lesbaren Duktus der Zeit und mit wunderschoenen Aquarellzeichnungen. Zwei Abende las ich abends bei Kerzenlicht, dann griffen die Sachzwaenge wieder durch. Aber solche Sachen machen mich heutzutage gluecklich. Das, und Tee.

Ich habe noch andere gute Buecher bekommen, wobei immer nur eins vom Dachboden herunter darf. Ich habe meinen ersten Edgar Wallace ausgelesen - nicht ganz so schoen albern wie die Filme. Allerdings: ich merke, dass ich durchaus wieder anspruchsvoller lese. Also schaffe ich es hoffentlich durch die Neuzugaenge. Vor allem aber lese ich einige Kapitel des Linuxbuches nochmal und ziehe nochmal anwendbares Wissen daraus.

Otto bekam seine eigene, linkshaendige Ukulele