Freitag, 1. Mai 2026

Katzenjammer

In letzter Zeit hatten wir mit Mochis Gesundheit zu kaempfen. Er pullerte aufgrund einer Urintraktentzuendung ueberall hin. Als auch noch Urinsteine gefunden wurden, wurde er Donnerstag operiert. Danach wurde es mit dem Pullern ganz schlimm. Bevor wir ihn in die Kueche sperrten hatte er ein Schlafzimmer und den Dachboden. Stundenlanges Schrubben per Hand brachte nichts; Sonntag brachte Andrew seinen Teppichreiniger.

Mich hat das alles sehr gestresst. Es ging mir einige Tage ziemlich schlecht. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir selbst mehr als Mochi leid tat. Ich hatte das Gefuehl, die ohnehin schwierige Kontrolle ueber das Haus ganz zu verlieren. Sich im eigenen Haus nicht wohl zu fuehlen und die Haelfte der ohnehin kleinen Flaeche unterbewusst zu vermeiden ist keine schoenes Gefuehl. Besonders, wenn man dafuer soviel bezahlt. Nicht zuletzt finanziell ist es, trotz voller Versicherungszahlung, ein Problem. Kein kritisches, aber soviel Muehe wird innerhalb weniger Tage zunichte. Ich hatte das Gefuehl, trotz vieler Muehe und Entsagung eher weiter zurueck zu fallen.

Samstag morgen guckte Sebbi mit mir bei Ottos Schwimmunterricht zu, waehrend Ellie zur Nachkontrolle beim Tierarzt war. Sie kam mit schlechte Nachrichten zurueck; der Heilungsprozess verlief schlechter als erwartet und niemand wusste, wieviel wir noch bezahlen muessen.

Sonntag mussten wir dann mal Naegel mit Koepfen machen: statt eines schoenen Ausflugs habe ich mit Andrew den Teppich gereinigt, das Haus halbwegs geraeumt und ich fuhr zur Muellkippe. Ellie war fast den ganzen Tag mit den Kindern draussen in der Sonne. Hat ihr zum Glueck Spass gemacht; ich hatte sofort wieder Sorgen, sie alleine zu lassen. Abends machte Mochi einen besseren Eindruck, was sich dann Montag und Donnerstag bei Nachkontrollen bestaetigte. Diese Krise ist also wohl erstmal vorbei; das Haus ist halbwegs bewohnbar, und ich zaehle jetzt, wieviel uns der Spass insgesamt gekostet hat.

Sebbi

ist von seinem Roller jetzt auf sein kleines Laufrad umgestiegen. Auch damit kann er viel besser umgehen als erwartet.

zeigt das erste Mal Anzeichen, dass er nicht mehr in die Kita will. Meckert morgens meistens rum, wo er frueher mit Freude und ohne Ueberzeugungsarbeit losgelaufen ist. Nichtmal die Umspannwerke und Verkehrsschilder auf dem Weg spornen ihn an. Sogar bei Otto ging das damals spaeter los. Ich hoffe wirklich, dass uns jetzt nicht ueber ein Jahr davon bevorsteht. 

Otto

ist ueber Sebbi wieder auf seinen Roller gekommen. Beide Kinder sind jetzt oft zusammen auf Raedern unterwegs, was sehr schoen zu sehen ist.

Das Buch "Michel aus Loenneberga" ist angekommen. Otto mochte es sobald ihm der Gedanke kam, dass Michel an sich sehr bottisch ist. Es wurde aber vom Spielebuch verdraengt, dass aus Rostock zu seinem Geburtstag kam. Ich habe das neulich endlich angefangen und es ist ein grosser Hit. Wir spielen jetzt die dritte Route; Otto ist mit Inbrunst dabei, und fuer mich ist es das erste richtige Abenteuerspiel, zu denen ich ihn ja immer fuehren wollte.

Ottos aktuelles Schulprojekt sind Baeume: ihr Aufbau, Laub- und Nadelbaeume, einige Tierarten. Ich mag diese Projektarbeit; besonders, wie damit verschiedene Faecher bearbeitet werden. Unsere Hausaufgaben sind eine Wanderung im Wald und Fotos verschiedener Baeume und ihrere Bestandteile. Gibt schlimmeres.

das macht Otto dieses Semester nach der Schule:

Montag: kommt 15:15 nach Hause, geht 16:45 - 17:45 zum Karate

Dienstag - 15:15 nach Hause

Mittwoch - mittags Ukulele, bis 16:15 Hort

Donnerstag - Hockey bis 16:15

Freitag - Tennis bis 16:15

Johannes

ich habe gemerkt, dass ich nachmittags, wenn mein Kreislauf und damit meine Stimmung sackt, immer die Jungs vermisse.

Ich naehere mich dem Ende des Buchs ueber Computer, wenn ich auch alle praktischen Uebungen ignoriere, die ich sehr gerne machen wuerde. Wenn ich zu muede bin, lese ich Poirot.