Sonntag, 23. August 2026

Otto

In meiner Woche mit Otto, nach meiner Woche in Rostock, probierte er zuerst den Ferienklub im Wassersportzentrum am Ostufer der Stadt aus. Ich war sehr, sehr neugierig, was sie dort machen. Schließlich waren Friedemann und ich dort 2015 das erste Mal in England Kajak gefahren. Otto kam auch begeistert zurück; sie waren klettern, Bogen schießen und vor allem Kajak fahren. Letzteres gefiel ihm besonders und er redete viel darüber, wie man richtig paddelt. Und: er passt optisch einfach fantastisch ans Meer. Das Haar flattert im Wind und die Haut ist gebräunt. Wir haben ihm noch einen Tag in der nächsten Woche gebucht.

Donnerstag

fuhren wir morgens das erste Mal zu dritt zur Kita geradelt, Sebbi, Otto und ich. Wir üben das Fahren im Konvoi, das Halten an den Straßen und die Entscheidung, ob man sie überqueren kann.

Dann fuhren Otto und ich quer durch die Stadt. Otto nimmt begeistert an einem Sommerwettbewerb teil, bei dem man Figuren von Löwen finden muss. Es führte tatsächlich dazu, dass ich Teile der Stadt sehe, die ich sonst nie besucht hätte. Wir fingen an der Müllkippe an und grasten ganz Cosham ab, was sich nördlich am Festland anschließt und das man sonst nur durchfährt.

Vor allem aber probierten wir endlich das Freibad in Hilsea aus. Eine Institution im Nordosten der Stadt, war es nach langem Leerstand im Mai wieder eröffnet worden und ich wollte immer hin. Otto und ich hatten eine ganz tolle Zeit; wir übten einiges aus dem Schwimmunterricht, und er schwamm mit großer Sicherheit mehrmals über die ganze tiefe Stelle im Zentrum des Beckens. Schließlich besuchten wir noch ein Cafe in den Befestigungslinien am Nordrand der Stadt, das seit dem letzten Besuch sehr expandiert ist.

Freitag

habe ich Sebbi zu Hause behalten. Einerseits sind die Ferien die einzige Zeit, wo Otto mal seine Eltern für sich hat. Andererseits tut es mir immer leid, wenn ich Sebbi abgebe und dann nur seinem Bruder tolle Orte zeige. Wir fuhren nach Butser und fanden reife Haselnüsse. Ich sah außerdem wieder einmal, wie sensibel Otto unter seiner äußeren Erscheinung ist: einmal fand ich ihn in Rotz und Tränen, als er dachte, er hätte mich verloren. Dabei wusste er eigentlich, wo ich bin, nur nicht, wie er da hinkommt.

Wir aßen im Umweltzentrum Mittag und fanden ganz unerwartet richtig gute Pflaumenbäume. Der Tag zeigte wieder, dass einfaches ausreicht: ein Ort zum Rumrennen und ein Ort zum Essen füllen einen Tag.

Samstag

fuhren wir zu viert zur Burg Portchester; die Jungs spielten sehr schön zusammen. Nachmittags musste Ellie weg und ich entschloss mich, mit den Jungs ins Freibad zu fahren Freibad. Es war ein typisches Dilemma: ich wollte es auch Sebbi zeigen, solange es noch warm genug ist. Aber der wirkte bereits früh müde. Außerdem war Otto etwas enttäuscht, dass ich ihn nicht so unterstützen konnte wie zwei Tage vorher. Ich lernte, dass Sebbi auch schnell kalt wird, und ich zog ihm bald wieder ein Tshirt an und trug ihm im Wasser. Zu meiner Erleichterung kollabierte er nicht vor Müdigkeit, und Otto fand seine gute Seite, sodass wir ein richtig schönes Picknick aus dem Gras machten. Die Brüder spielten und tanzten zu der lauten Musik dort. Otto war sehr lieb und Sebbi schien es gut zu gehen. Darum fuhr ich mit ihnen auch noch zum Cafe in den Hilsea Linien, und sie spielten sehr schön unter den hohen Bäumen. Wir gingen spät ins Bett. Am Sonntag brauchten sie aber wirklich Erholung. So endete meine letzte Ferienwoche mit Otto.

Sebbi

hat einen glänzenden Jahresbericht der Kita bekommen. Würde ich gerne übersetzen, aber die Zeit fehlt. Und das Personal kommuniziert immer wieder, wie sehr sie ihn mögen.

spricht relativ viel deutsch. Letztens stellte er fest: "Ich bin Ottos Bruder."

ist relativ emotionaler als bisher 

Johannes

ich habe endlich erfolgreich Marmelade geschafft. Otto ist begeistert; wir werden es wiederholen.

Ich habe auch endlich unser Kajak inspiziert, dessen Ruder im letzten Sommer plötzlich schief saß. Es lässt sich wohl weder reparieren noch recyceln. Darum behalte ich es wohl lieber und fahre mit Linksdrall. Zumindest hatten die Kinder ihren Spaß, als das Boot zwei Tage aufgepumpt im Garten lag. Otto zeigte Sebbi sofort, wie man korrekt rudert, wie er es beim Wassersportzentrum gelernt hatte.

Der beginnende Herbst tut mir geistig sehr gut. Trotzdem ist meine Ruhe sehr brüchig. Auch Otto macht mir immer wieder Gedanken. Lobt man Sebbi (und das muss man, oft) muss man immer auch Otto loben, sonst versteht er das als Zurücksetzung. Sebbi hat von ihm das Konzept von "besser / schlechter als Du" gelernt, und jetzt ist alles ein Wettbewerb. In letzter Zeit denkt Otto, oder gibt es vor, dass wir ihn weniger mögen als Sebbi, oder dass er kein gutes Kind sei. Man spricht das an wo man kann, aber das Schwanken zwischen den Extremen gibt mir keinen Frieden. 

Donnerstag, 6. August 2026

Oma

Montag

arbeitete ich, und nachmittag kam Mutti / Oma zu uns.

Dienstag

arbeitete ich auch noch. Die anderen gingen (nach einem schwierigen Morgen) in die Bibliothek, wo Otto ein neues Buch für seinen Sommerlesewettbewerb aussuchte, und dann zum Spielen in die Margaretenkirche. Otto fuhr später mit Oma Bus, half ihr beim Einkaufen und sie lasen zusammen.

Mittwoch

Große Fahrt mit beiden Kindern. Ich behalte Sebbi die ganze Woche zu Hause. Oma bekam das Museum Butser zu sehen, und dann gab es Mittag im Umwelt Zentrum, inklusive Eis für die Kinder. Danach besuchten wir den Ort im Wald wo drei zweijährige Otto eine Weile lang jeden Mittwoch zur Waldschule ging. Ich war traurig, dass Sebbi diese Möglichkeit nie hatte, als er da zwischen den Baumen spielte. Zum Schluss sind wir noch auf das Dorffeld von Buriton, um die Pflaumen zu prüfen. Wir kamen zwar zu spät, fanden aber noch eine Schale voll im Gras. Zu dieser Zeit war das Wetter viel angenehmer. Wolken und Wind. Eine Freude die Kinder mit Karacho über das Feld radeln zu sehen. Und wir haben endlich einen funktionierenden Drachen, den Otto ausprobierte.

Donnerstag

plante ich einen Ruhetag von Ort. Otto ging mit seiner Oma in den Park, ich mit Sebbi zum Friseur. Das ging ohne Probleme, sowohl bei ihm selbst als auch als er auf mich warten musste. Währenddessen beeindruckte Otto seine Oma mit seiner Reife im Straßenverkehr. Dann liefen wir zu viert in die Bibliothek, dann ins Cafe und den Park daneben. Nachmittag suchten wir Zutaten fürs Marmeladekochen und erfuhren, dass hier niemand je von 1:2 oder 1:4 Gelierzucker gehört hat - nur im polnischen Laden fand ich etwas ähnliches.

Abends kam noch etwas besonders schönes: wir fuhren zu viert zur Landzunge am Anleger der Fähre nach Hayling, wo ich schon im letzten Jahr gerne mit den Jungs hingefahren bin.

Freitag

kam ein weiterer Ausflug, zuerst auf den Spielplatz beim Haus Stansted, dann zum Haus selbst, mit Mittagessen im Gartenbaumarkt. Später kaufte Oma den Kindern Eis und wir verbrachten eine Stunde im Schatten des Baumparks, während nebenan Musik von einer Tonprobe vor einem Konzert rüberschallte.

Samstag

guckte sich Mutti Ottos Schwimmunterricht an und passte auf Sebbi auf, während ich endlich wieder selbst schwamm. Otto war schwierig, bekam aber trotzdem ein unverdientes Eis hinter dem Stadtmuseum, weil ich es Mutti einfach mal zeigen wollte. Da blieben wir eine ganze Weile, weil es schön war. Mutti ging später Souvenirs kaufen, und nachmittags gingen wir an den Strand.

Sonntag

fuhr Ellie mit Otto Richtung Kent, wo seine Großeltern ihn für eine Woche übernahmen. Sebbi, Mutti und ich fuhren mit Bus und Bahn nach Chichester, weil Sebbi mal wieder in einen Zug wollte. Wir verbrachten einen langsamen Tag im Bischofspark, dem Cafe der Kathedrale und in der römischen Ausstellung des Novium Museum, das ich seit Jahren besuchen wollte. Am Ende ging es auch nochmal zum Kanal.

Sebbi

Ist derzeit ganz schon verrückt. Zeigt auch die emotionale Dünnheitigkeit, die auch Otto in diesem Alter hatte, wenn auch in geringerem Ausmaß. 

Otto

Ottos Verhalten ist in den letzten Tagen ziemlich schlecht. Der braucht Routine. Ferien und ständig wechselnde aufregende Besucher machen ihn wuschig. Insbesondere ist er schlecht zu Sebbi. Morgens im Bett ist Otto liebt, aber sobald er Sebbi sieht geht es bergab. Wir haben dadurch immer wieder Zusammenstöße, weil ich nicht zugucke, wie ein dreijähriger verbal und körperlich rumgeschubst wird. Auch wenn ein sechsjähriger das auch noch nicht begreifen kann. Irgendwem tut man immer Unrecht, egal was man macht.

Darüber hinaus wird Otto böse von Mücken zerstochen. Es hilft seiner Stimmung überhaupt nicht, wenn morgens alles juckt. Sieht allergisch aus. Aber Hausarzt und Apotheker können nicht helfen. Das zu sehen tut mir selbst körperlich weh. Und statt helfen zu können muss ich noch mit ihm meckern, wenn er seinen Bruder anmacht.

Johannes

ich hole mir weitere Asterix Bücher aus der Bibliothek. 

meine Rippenprellung ist vorbei; ich kann wieder schwimmen und niesen ohne das es furchtbar weh tut. 

Samstag, 1. August 2026

Opa

Samstag, den 25. Juli, kam, nach spontaner Umplanung, Papa für eine Woche zu Besuch. Er wohnte drei Straßen weiter, und die müden Kinder schrien abends Zeter und Mordio, weil sie nicht mehr Opa Wohnung inspizieren konnten. Das kam aber am nächsten Tag.

Sonntag

gingen wir es einfach an: Spielplatz am Morgen, ein Picknick, dann fuhr ich mit Kindern und Papa in den Apfelgarten. Unsere Freunde hatten uns kurzfristig eingeladen. Bestes Wetter; die Jungs stiegen auf Leitern und pflückten Äpfel. Meine Bekannte schnitt extra Haselzweige, damit sie die Schafe und Ziegen auf dem Nachbargrundstück füttern konnten. Dann deckten sie einen Tisch mit Kaffee und Kuchen. Über uns kreisten die Bussarde und Rotmilane. Ich bekam Rhabarber. Auf der Rückfahrt hielten wir in einer Allee und schauten von einem Stoppelfeld in die Weite. Beide Jungs beobachteten die Stoppeln durch mein Fernglas. Papa und ich schauten rüber zu den Hünengräbern auf dem Alten Winchester Hügel. Hinter uns fuhr ein Traktor Strohballen vom Feld. Wir sammelten Ähren und mahlten daraus am nächsten Tag Mehl. Ich wünschte, wir hätten noch zwei Stunden mehr gehabt.

Montag und Dienstag musste ich leider arbeiten. Papa schloss sich Ellies Ausflügen mit den Kindern in die Bibliothek und in den Park an. Spendierte manchmal Eis. Für mich war es sehr schön abends mit Papa und Otto ans Meer zu gehen. Leider versteht Sebbi jetzt das er zurück gelassen wird. Ich wünschte ja auch, er könnte mitkommen. Aber er braucht den Schlaf. Denn er ist nur ein Baby. Genau wie Otto.

Mittwoch

kam eine große Aktion: Otto verbrachte einen ganzen Tag im Freiluftmuseum Butser im Eisenzeit-Ferienklub. Sebbi setzten wir auf dem Weg in der Kita ab. Papa und ich guckten uns Butser auch an, ohne Otto abzulenken. Dann fuhren wir mit dem Auto die South Downs entlang, aßen im Umweltzentrum und dann weiter zum Alten Winchester Hügel und guckten ins Land. Dann ging es zurück, Otto abholen. Der hatte einen guten Tag gehabt: Wolle gesponnen, Bogen geschossen und sein eigenes Rota Spiel gebaut. Wir holten Sebbi etwas früher nach Hause und ich beschloss ihn die restliche Woche gleich da zu behalten.

Donnerstag

gab ich den Jungs Pause und das hat gut geklappt. Vormittags in die Bibliothek, dann Mittagessen im Garten, nachmittags zum Meer. Dort lernte Otto einen Freund kennen, den er die folgenden Tage immer wieder suchte. Sie spielten auf einer Luftmatratze im Wasser, und Sebbi hörte gar nicht auf zu lachen wie die Jungs imm wieder ins Wasser fielen. Die andere Familie war aber nur das Wochenende über in Portsmouth. In der Zeit spielte Otto mit ihm im Wasser, und ich konnte mir das Aufpassen mit den Eltern teilen.

Freitag

machte ich einen Ausflug nach Warnford. Dort kennen wir eine besonders schöne Wiese mit Spielplatz am Fluss liegt, unter großen, schattigen Bäumen. Da wollte ich die Mittagshitze verbringen. Wir verbrachten Stunden am und im Fluss. Die Kinder trugen praktischerweise gleich Badesachen, sodass ich keine Sorge hatte, ob sie ins Wasser fallen würden. Sebbi insbesondere war fast die ganze Zeit im Wasser und spielte mit kleinen Borkenbooten. Papa konnte auf bequemen Sitzen im Schatten ruhen. Wir hatten Essen und Trinken genug. Auf der Rückfahrt am Nachmittag bekam jeder noch ein Eis im Umwelt Zentrum, und beide Kinder durften sich eine Pflanze für den Garten aussuchen. Otto nahm eine junge Eiche und Sebbi einen Gundermann. Wir hielten auch nochmal an einem Feld und sammelten Ähren. Sebbi mahlt daraus sehr gerne Mehl, und ich backe dann damit Brot. Nur Otto war abends verzweifelt, dass wir es nicht mehr zum Strand und zu seinem neuen Freund schafften.

Samstag

guckten Papa und Sebbi morgens bei Ottos Schwimmunterricht zu, und gingen dann mit mir Einkaufen. Später gingen wir wieder an den Strand, wo Otto endlich seinen Freund wiedersah. Er ließ ihn aber sofort stehen, als er Aussicht auf ein Getränk im Pub bekam. Von dort nahm Ellie die Kinder später nach Hause und brachte sie ins Bett, während Papa und ich noch einmal Zeit zum Reden hatten. Ellie erzählte später, dass sie Otto alleine lesen gelassen hatte, bis Sebbi schlief. Früher haben wir ihm das Tablet gegeben.

Sonntag

die Jungs und ich brachten Papa zum Bahnhof. Zum Glück hatten wir gleich weiteres Programm gegen den Abschied; Sebbi war nur traurig, weil er erwartet hatte, selbst Zug zu fahren. Stattdessen fuhr er nachmittags zu einer Geburtstagfeier, und ich ging mit Otto wieder zum Strand, wo allerdings sein Freund nicht mehr kam. Irgendwann wollte er ganz von allein zurück nach Hause und noch Zeit mit seiner Mami verbringen. Und ich hatte mit ihm einen richtig schönen Abend, wo wir Rota spielten, ein ganzes Puzzle bauten und er aus einem deutschen Buch las.

Sebbi

ist lieb, aber emotional

Otto

sprach mit seinem Opa sehr schön Deutsch

macht in einem Lesewettbewerb der Bibliotheken mit, wo er über die Sommerferien sechs Bücher lesen muss. Weil er Wettbewerbe liebt, liest er die dann auch immer sofort komplett und braucht ständig Nachschub.

Johannes

ich verliere mein Zeitgefühl, weil ich vier Wochen lang nur sporadisch arbeite.

ich sehe Ellie noch weniger als sonst. 

im Garten wachsen jetzt zwei Tomatenpflanzen, sogar ein Avocadokern hat einen Spross entwickelt.

Ich habe kürzlich das erste Mal Sauerteig probiert; so richtig ist er nicht aufgegangen, aber das Brot daraus hatte trotzdem einen anderen Geschmack. Das würde ich gerne weiter probieren.

ich warte auf das Ende des Sommers. Fühle mich in der Sonne nicht wohl. Die Abende sind sehr schön. So sollte es die Tage über sein. 

Mittwoch, 22. Juli 2026

Ferien

Mittwoch war Ottos letzter Schultag und er hat sich sehr gefreut. Er freut sich immer über Ferien und ist dann immer gut drauf. Erstmal fuhr er mit seiner Mami einen Eiswagen suchen.

Abends dann erfüllte ich mir einen lang gehegten Wunsch und radelte mit Otto zum Baden ans Meer. Schon lange bevor wir selbst Kinder hatten dachte ich mir immer, dass ich die Stimmung eines Sommerabends am Meer zeigen möchte. In den Ferien muss ich dabei nicht so sehr auf die Schlafenszeit gucken. Ich wünschte, Sebbi könnte schon mitmachen.

Zusammen sammeln wir abends oft die lokalen Brombeeren. Letztens haben wir daraus auch richtig gute Eislollis gemacht.

Montag, 20. Juli 2026

Sommer auf dem Land

Samstag bat ich um die Erfüllung meines Geburtstags Wunsches, nämlich im Freiluftmuseum Butser ein Picknick zu machen und dann eine Stunde alleine mit Buch, Tee und Schokolade zu bekommen. Das Wetter war dieses Wochenende viel besser dazu geeignet und es genoss meine Ruhe unter einem Baum. Die Kinder hatten aber auch wieder eine tolle Zeit. Otto spielte wieder das römische Spiel Rota (wir machten abends unser eigenes Spielbrett) und beide Kinder fütterten die Ziegen.

Nach Musuemsschluss fuhren wir noch zum Spielplatz in Clanfield, und gerade als wir nach Hause wollten, legte im Feld nebenan ein Mähdrescher los. Die Kinder waren begeistert, und ich selbst habe das auch noch nie so nah zu sehen bekommen. Von Butser hatten wir ein paar Weizengarben mitgenommen, und am nächsten Morgen mahlten die Kinder daraus mit Mörser und Sieb etwas Mehl, was dann in ein Brot kam.

Sonntag fuhren wir zu einem Pub auf dem Land, der kürzlich in einen großen Spielbereich für Kinder investiert hat. Wir erfuhren dort, dass man da nur mit Reservierung eine Chance auf Essen hat. Aber das Spielfeld ist wirklich gut. Nicht nur eine Kletterburg, sondern ein wortwörtliches Feld mit Heuballen und verschiedenen Aktivitäten. Pubs auf dem Land müssen eben erfinderisch sein.

Wir fuhren dann weiter in einen anderen Pub mit Spielfläche, in Liss. Das war etwas weniger rausgeputzt, aber nichtdestotrotz haben wir dort gute drei Stunden verbracht. Die Kinder rannten auf dem Feld, Otto spielte mit mir Tennis, für den Herbst gibt es am Rain viele Haselnussbäume. Und beide Kinder krabbelten in eine alte Weide, die sowas wie ein natürlich Baumhaus bietet. Ich nehme zur Kenntnis, wieviel Zeit man inzwischen mit einem einfachen Feld füllen kann. 

Otto

hat endlich seine Urkunde für 100 gelesene Bücher bekommen. Abends probieren wir eine neue Fibel zum Thema des menschlichen Körper aus. Die ist etwas schwieriger als Jojo 1, aber motiviert Otto mit Rätseln. Aus Deutschland erwarte ich Jojo 2, für die zweite Klasse.

Geht mir richtig auf die Nerven, wie er andauernd seinen kleinen Bruder runtermacht. Er war schon immer ehrgeizig und will alles gut können und besser als andere. Wir haben ihn auch immer mit Lob unterstützt. Aber jetzt kann man erstens Sebbi kaum für etwas loben, ohne das Otto sofort zeigen muss, dass er es besser kann. Und zweitens kritisiert er aktiv sofort alles, was Sebbi macht. Ich kann nicht anders als dagegen halten, damit mir Sebbi nicht anfängt, sich für unfähig zu halten. Ein besserer Kompromiss fällt mir nicht ein, und es stresst mich.

machte Samstag morgen im Schwimmunterricht ein paar beeindruckende Sachen. Sie arbeiten am Kraulen und offenbar sogar am Schmetterling.

Johannes

meine Brust ist nur noch eine Irritation. Diese Woche konnte ich fast wieder schwimmen, und im Alltag merke ich es kaum noch. Ich gehe wieder zum Tango und fahre Fahrrad, und gestern hatte ich sogar Lust Brotteig zu kneten. Damit, und dem erträglicheren Wetter, geht es mir auch insgesamt besser. Manchmal erledige ich abends etwas kleines, anstatt mich in seichte Unterhaltung zu fliehen.

Ich bin begeistert von meinem neuen Leinenhemd. Werde mir noch mehr davon besorgen, für heiße Zeiten. Sieht außerdem sehr schick aus. 

Montag, 13. Juli 2026

Wir hatten bereits die nächste Hitzewelle, viel länger als die erste. Darum waren wir viel baden: Freitag abend ich und die Kinder, Samstag abend wir alle vier. Allerdings stressig, was man erstmal alles packen muss, während die Kinder vor Aufregung durchs Haus toben. Bei Ottos Schwimmstunde Samstag morgen merkte ich, dass ich trotz Besserung noch nicht schwimmen kann.

Anschließend fuhren Otto und ich direkt nach Gosport, zur nächsten Karateprüfung. Während Otto die in einer Sporthallte bestand, schlief ich im Schatten davor. Wir hatten außerdem einen schönen Moment lang Pause in einem nahen Park unter Bäumen.

Sonntag wurde die Hitze wenigstens durch starken Wind gemildert. Ich fuhr mittags mit beiden Kindern zum Familienschwimmen im Sportzentrum. Anschließend lieferte ich Sebbi wieder zu Hause ab und fuhr mit Otto gleich nochmal schwimmen. Leider hatten Sebbi und ich uns falsch verstanden; er war bitter enttäuscht, das er nicht mitkommen konnte. Allerdings ist es gut, wenn ich Otto voll unterstützen kann. Egal was man tut, ein Kind kommt immer zu kurz.

Ich bin so stolz auf meine Jungs, wenn wir zusammen im Wasser sind. Und ich freue mich auf Sebbis Schwimmstunden, sobald er vier Jahre alt ist.

Ich liebe es aber auch, ein Kind allein zu haben und mich ganz darauf konzentrieren zu können. Die ruhigen Zeiten mit Otto vor dem Schlafen machen mir richtig Spaß. Letztens machen wir zusammen Tee, dann spielen oder lernen wir was zusammen. Einmal wollte er einfach lesen, um eine Schul-Urkunde zu bekommen. Und mit Sebbi arbeite ich gerne in der Küche, soweit ich mich ganz darauf konzentrieren kann.

Wir mustern bald den Kinderwagen aus. Fürs erste habe ich ihn auf den Dachboden gebracht. Weitergeben wird schwierig, aber er hat inzwischen mindestens vier Kindern gedient. Und er gibt wertvollen Raum im Esszimmer frei. Vielleicht können wir sogar wieder alle vier Stühle des Esstischs benutzen. Irgendwann.

Otto

schnappte sich letztens mehrmal sein Arbeitsheft deutsch und arbeite abends im Bett selbstständig einige Seiten durch. Rätsel-ähnliche Aufgaben motivieren ihn sehr. Es ist bis heute ein bisschen wie Zauberei, wenn er deutsch spricht oder schreibt.

Lässt sich ob der guten Leistung der englischen Mannschaft diese Woche doch vom Fussball mitreißen. 

Sebbi

kriegt bei jedem Einkauf eine Brezel

die Betreuer in der Kita erzählen mir, wie schlau Sebbi ist: nicht nur kann er bis sieben zählen, sondern er macht das auch auf Deutsch. 

Johannes

meine Schmerzen werden doch besser. Bestimmte Bewegungen funktionieren wieder, ohne dass ich es merke. Aber zum Schwimmen reichte es am Wochenende noch nicht und ich bleibe vorsichtig. Wegen Schmerzen und Hitze habe ich vorerst alle meine Hobbys eingestellt. Auch das untergräbt meine geistige Verfassung. Es braucht nur sehr wenig, bis ich mich mindestens sehr melancholisch fühle.

Und weil ich mich abends nur zerstreue, schaffe ich so wenig. Ich sollte Hauspreise raussuchen, Klimaanlagen und Ventilatoren organisieren, entscheiden, ob wir in dieses Haus oder in ein anderes investieren und mindestens eine Reise nach Deutschland planen. Ellie schlug vor, ich könnte in der Woche fahren, wenn Otto in Kent ist. Wo fängt man an. Meistens fliehe ich dann lieber in die Zerstreuung. Zum Beispiel gucken wir oft Archäologie-Sendung, die Ellie bereits als Kind guckte und die letztens auch auf Butser waren. Mir macht an solchen Abenden  aber auch mein erster Asterix Band, zum Geburtstag gekriegt, viel Freude.

Dienstag, 7. Juli 2026

Geburtstage und Fahrradstürze

Mir ging es nach einem Gespräch mit Oma am letzten Montag viel besser. Die Woche über entspannte ich mich, auch wenn ich weiterhin vor allem Zerstreuung und Ablenkung suche. Freitag abend ging ich mit den Jungs an den Strand, und mit Otto auch ins Wasser. Als sie schliefen, hatte ich dann einen besonders schönen Tangoabend. Auf dem Heimweg aber schlug das Unglück zu: ich stürzte mit dem Fahrrad und tat mir richtig weh. Vermutlich eine Rippenprellung; hoffentlich keinen Anbruch. Ich bat einen Passanten mich zur Sicherheit zu begleiten, während ich mich nach Hause schleppte. Dort verband mich Ellie vorerst. Seitdem aber habe ich ganz schöne Schmerzen, und die erschöpfen mich. Ich schaffe also abends weiterhin nichts als seichte Unterhaltung; fühle mich dabei schlecht, weil es wichtige Dinge vorzubereiten gäbe.

In der Nacht vor Sebbis Geburtstag schlief kaum jemand gut (Sebbi kotzte ins Bett; Otto wachte darüber auf und konnte vor Aufregung nicht mehr schlafen), und ich war froh, dass die Kinder mit einem vereinfachten Tagesplan zufrieden waren. Wir fuhren zum Selbsterntehof Durleighmarsh, wo sie gerne im Garten des Cafes spielen. Später pflückten wir auch verschiedene Beeren, aber ich versteckte mich möglichst im Schatten und erzählte Sebbi von Tieren und Pflanzen.

Sonntag holten wir den eigentlichen Geburtstagsplan nach und fuhren in den Freizeitpark Fishers Adventure Park. Das muss vor langer Zeit ein Bauernhof gewesen sein, heute aber voll auf Familien ausgelegt, und, zu meiner Überraschung, richtig gut. Die Kinder waren begeistert und ich brauchte mich v.a. nicht besonders verausgaben. Otto fuhr immer wieder Wildwasserboot, während ich im Schatten las. 

Otto

ist in letzter Zeit ein richtig guter Junge. Und er scheint mit Hitze besser umzugehen als der arme Sebbi.

liest jetzt morgens und abends alleine im Bett.

Meine Freude diese Woche sind die Ruhigen Zeiten mit Otto. Wir machen unseren eigenen Tee, wir machen Eislollis, wir rätseln auf Deutsch, bauen Lego, und ich spüre, das es Otto genauso gut tut wie mir. Michel aus Lönneberga macht gerade einige besonders unterhaltsame Geschichten, und Otto versteht alles, sogar alte Worte.

wir spielten mit einem neugekauften Elektromagnetismus-Kasten, bis ich mal zuviel Stress machte, es richtig zu bauen.

Ottos Sommerferien beginnen am 22. Juli . Wir haben ihm zwei Ferienclubs gebucht: einen Tag in Butser und einen im Wassersportzentrum.

Hat wieder ein sehr gutes Zeugnis bekommen. Nächstes Jahr wird seine Klasse Drescher-Hai benannt.

Hat an meinem Geburtstag einen Ukulele Auftritt für Eltern in der Schule gespielt.

Sebbi 

ist einfach nur lieb und süß. Diese Woche aber auch emotional.

kommt bald in die älteste Kita-Gruppe. Die letzte vor der Schule. Dabei war er doch gestern noch in der Babygruppe.

Johannes

Es geht mir nicht schlecht an sich, aber ich fühle mich fragil. Ziehe Ruhe vor, auch wenn sie sich wie Zeitverschwendung anfühlt. Die erneute Erfahrung, wie alltägliche Dinge plötzlich schwierig sind, und normale Bewegung geplant oder vermieden, schütteln mich schon. Da denke ich ans Alter, und an die Leute, die ich zu selten besuche.

Mein Geburtstag war ein normaler Arbeitstag; zu mehr fehlt mir ohnehin die Kraft.