Samstag, den 25. Juli, kam, nach spontaner Umplanung, Papa für eine Woche zu Besuch. Er wohnte drei Straßen weiter, und die müden Kinder schrien abends Zeter und Mordio, weil sie nicht mehr Opa Wohnung inspizieren konnten. Das kam aber am nächsten Tag.
Sonntag
gingen wir es einfach an: Spielplatz am Morgen, ein Picknick, dann fuhr ich mit Kindern und Papa in den Apfelgarten. Unsere Freunde hatten uns kurzfristig eingeladen. Bestes Wetter; die Jungs stiegen auf Leitern und pflückten Äpfel. Meine Bekannte schnitt extra Haselzweige, damit sie die Schafe und Ziegen auf dem Nachbargrundstück füttern konnten. Dann deckten sie einen Tisch mit Kaffee und Kuchen. Über uns kreisten die Bussarde und Rotmilane. Ich bekam Rhabarber. Auf der Rückfahrt hielten wir in einer Allee und schauten von einem Stoppelfeld in die Weite. Beide Jungs beobachteten die Stoppeln durch mein Fernglas. Papa und ich schauten rüber zu den Hünengräbern auf dem Alten Winchester Hügel. Hinter uns fuhr ein Traktor Strohballen vom Feld. Wir sammelten Ähren und mahlten daraus am nächsten Tag Mehl. Ich wünschte, wir hätten noch zwei Stunden mehr gehabt.
Montag und Dienstag musste ich leider arbeiten. Papa schloss sich Ellies Ausflügen mit den Kindern in die Bibliothek und in den Park an. Spendierte manchmal Eis. Für mich war es sehr schön abends mit Papa und Otto ans Meer zu gehen. Leider versteht Sebbi jetzt das er zurück gelassen wird. Ich wünschte ja auch, er könnte mitkommen. Aber er braucht den Schlaf. Denn er ist nur ein Baby. Genau wie Otto.
Mittwoch
kam eine große Aktion: Otto verbrachte einen ganzen Tag im Freiluftmuseum Butser im Eisenzeit-Ferienklub. Sebbi setzten wir auf dem Weg in der Kita ab. Papa und ich guckten uns Butser auch an, ohne Otto abzulenken. Dann fuhren wir mit dem Auto die South Downs entlang, aßen im Umweltzentrum und dann weiter zum Alten Winchester Hügel und guckten ins Land. Dann ging es zurück, Otto abholen. Der hatte einen guten Tag gehabt: Wolle gesponnen, Bogen geschossen und sein eigenes Rota Spiel gebaut. Wir holten Sebbi etwas früher nach Hause und ich beschloss ihn die restliche Woche gleich da zu behalten.
Donnerstag
gab ich den Jungs Pause und das hat gut geklappt. Vormittags in die Bibliothek, dann Mittagessen im Garten, nachmittags zum Meer. Dort lernte Otto einen Freund kennen, den er die folgenden Tage immer wieder suchte. Sie spielten auf einer Luftmatratze im Wasser, und Sebbi hörte gar nicht auf zu lachen wie die Jungs imm wieder ins Wasser fielen. Die andere Familie war aber nur das Wochenende über in Portsmouth. In der Zeit spielte Otto mit ihm im Wasser, und ich konnte mir das Aufpassen mit den Eltern teilen.
Freitag
machte ich einen Ausflug nach Warnford. Dort kennen wir eine besonders schöne Wiese mit Spielplatz am Fluss liegt, unter großen, schattigen Bäumen. Da wollte ich die Mittagshitze verbringen. Wir verbrachten Stunden am und im Fluss. Die Kinder trugen praktischerweise gleich Badesachen, sodass ich keine Sorge hatte, ob sie ins Wasser fallen würden. Sebbi insbesondere war fast die ganze Zeit im Wasser und spielte mit kleinen Borkenbooten. Papa konnte auf bequemen Sitzen im Schatten ruhen. Wir hatten Essen und Trinken genug. Auf der Rückfahrt am Nachmittag bekam jeder noch ein Eis im Umwelt Zentrum, und beide Kinder durften sich eine Pflanze für den Garten aussuchen. Otto nahm eine junge Eiche und Sebbi einen Gundermann. Wir hielten auch nochmal an einem Feld und sammelten Ähren. Sebbi mahlt daraus sehr gerne Mehl, und ich backe dann damit Brot. Nur Otto war abends verzweifelt, dass wir es nicht mehr zum Strand und zu seinem neuen Freund schafften.
Samstag
guckten Papa und Sebbi morgens bei Ottos Schwimmunterricht zu, und gingen dann mit mir Einkaufen. Später gingen wir wieder an den Strand, wo Otto endlich seinen Freund wiedersah. Er ließ ihn aber sofort stehen, als er Aussicht auf ein Getränk im Pub bekam. Von dort nahm Ellie die Kinder später nach Hause und brachte sie ins Bett, während Papa und ich noch einmal Zeit zum Reden hatten. Ellie erzählte später, dass sie Otto alleine lesen gelassen hatte, bis Sebbi schlief. Früher haben wir ihm das Tablet gegeben.
Sonntag
die Jungs und ich brachten Papa zum Bahnhof. Zum Glück hatten wir gleich weiteres Programm gegen den Abschied; Sebbi war nur traurig, weil er erwartet hatte, selbst Zug zu fahren. Stattdessen fuhr er nachmittags zu einer Geburtstagfeier, und ich ging mit Otto wieder zum Strand, wo allerdings sein Freund nicht mehr kam. Irgendwann wollte er ganz von allein zurück nach Hause und noch Zeit mit seiner Mami verbringen. Und ich hatte mit ihm einen richtig schönen Abend, wo wir Rota spielten, ein ganzes Puzzle bauten und er aus einem deutschen Buch las.
Sebbi
ist lieb, aber emotional
Otto
sprach mit seinem Opa sehr schön Deutsch
macht in einem Lesewettbewerb der Bibliotheken mit, wo er über die Sommerferien sechs Bücher lesen muss. Weil er Wettbewerbe liebt, liest er die dann auch immer sofort komplett und braucht ständig Nachschub.
Johannes
ich verliere mein Zeitgefühl, weil ich vier Wochen lang nur sporadisch arbeite.
ich sehe Ellie noch weniger als sonst.
im Garten wachsen jetzt zwei Tomatenpflanzen, sogar ein Avocadokern hat einen Spross entwickelt.
Ich habe kürzlich das erste Mal Sauerteig probiert; so richtig ist er nicht aufgegangen, aber das Brot daraus hatte trotzdem einen anderen Geschmack. Das würde ich gerne weiter probieren.
ich warte auf das Ende des Sommers. Fühle mich in der Sonne nicht wohl. Die Abende sind sehr schön. So sollte es die Tage über sein.