Donnerstag, 12. Februar 2026

Unser Bad ist jetzt fertig. Insgesamt hat das ganz gut geklappt, und ich bin froh, dass wir kein Zimmer oder Haus gemietet haben. Persoenlich gibt mir das neue Bad ehrlich gesagt nichts. Aber ich mochte die Klempner.

Sonntag war ich mit beiden Jungs in Chichester, als Ellie auf einer Tanzprobe war. Wir fuhren mit Bus und Bahn; ich will Sebbi mehr Zug probieren lassen. In Chichester bekamen beide ein Eis am Kanal - ich war krank und waehlte den einfachsten Weg. Sebbi brauchte Beruhigung, als sein Eis zerbrach. Otto hat mir sehr geholfen.

Otto

hatte Samstag einen super Sport-Tag: morgens nach dem Schwimmen kam er in Stufe 2, mittags bekam er beim Karate den gelben Guertel. Beides liess er sich umgehend mit Suessigkeiten vergueten.

ich habe eine laenger gehegte Vermutung bestaetigt: Otto aergert sich, sobald er seinen kleinen Bruder sieht. Morgens ist er lieb im Bett, und sobald wir zu Ellie und Sebbie rueber gehen, sieht man es im Gesicht und Verhalten. Letztens merkten wir auch, dass er mit sich kaempft, wenn wir Sebbi loben oder ihm helfen.

Gleichzeitig arbeitet er aktiv an seinem Verhalten. In der Schule besprechen sie wohl Konzepte wie Dankbarkeit und Hoeflichkeit, und er zeigt tatsaechlich einige neuen Bemuehungen und Erfolge in dieser Richtung.

Heute waren wir nachmittags in Ottos Schule zur Vorstellung ihres aktuellen Projekts, einer Einfuehrung in die Geographie innerhalb der Stadt. 

Sebbi

nahm ich Samstag im Bus mit zur historischen Werft, waehrend Otto beim Karate war. So wie Otto damals spielt auch Sebbi gern im Bootshaus Nummer 4.

ist weiter strikt gegen Pullern auf dem Reisetopf. Will immer nur zu Hause. Hat vielleicht Angst vor echten oder potenziellen Handtrockern. Manchmal laesst sich das nicht umgehen, dafuer hat er jetzt auch Ohrenschuetzer, so wie damals Otto.

ich habe das Gefuehl, dass Sebbi noch besser deutsch spricht als Otto im gleichen Alter. Er scheint sogar zu konjugieren.

Johannes

Ich bin insgesamt erschoepft. Will endlich wieder gesund sein. Schulter und Arm schmerzen weniger, aber die endlosen Erkaeltungen ermueden mich koerperlich und geistig. Ich will mich einfach mal wieder ganz fuehlen. Und Kraft fuer etwas Interessantes uebrig haben. Einige Abende ging es mir deshalb auch seelisch schlecht. Ist schon schlimm, wenn alltaegliche Bewegungen und Ablaeufe ploetzlich nicht mehr gehen. Dann fuehle ich mich sehr alt und denke mir, dass man sich das Leben in dem Alter so nicht vorgestellt hatte.

Auf Hobbies habe ich schon lange nicht mal mehr Lust. Ich lese auch nur noch seichtes, einen Edgar Wallace von 1917. Und ich gucke jetzt alte Krimis, weil ich abends eh fuer nichts mehr Kraft habe. Ich habe insbesondere die Serie "Die Fuenfte Kolonne" entdeckt.

Ich war nochmal zur Massage, nachdem die Schulter wieder aufgeflammt war. Und ich habe gelernt, dass Physiotherapie einfacher als gedacht zu haben ist: ich habe mich einfach selbst angemeldet und einen Termin fuer eine Woche spaeter bekommen. Muss eben nur einige Stunden Urlaubszeit opfern.


Schwimmstufe 2!

Hai im Hafen

Ruderhai

Physikhai


 
Zug nach Chichester

Sonntag, 1. Februar 2026

Ich habe mich kuerzlich verhoben (mit Sebbi) und die Schulter kaputt gemacht. Das tut richtig weh. Ich bin einmal zur Massage und habe mir Uebungen geben lassen. Es ermuedet mich sehr. Koerperlich wegen den Schmerzen, und geistig mache ich mir Sorgen, dass das nur der Anfang ist so wie damals mit dem Ischias. Und das man alt wird und vielleicht nie wieder einen richtig funktionierend Koerper haben wird.

Die Uebungen helfen, der Schmerz laesst langsam nach bzw. wandert zwischen Schulter und Arm. Ich schlafe dadurch aber schlecht, gerade wenn ich es am meisten brauche. Dazu reissen die Erkaeltungen nicht ab. Einen Tag musste ich krank machen und im Bett bleiben.

Das Bad wird weiter gebaut und wir haben eine Routine entwickelt, mit der wir keine alternative Wohnung brauchen. Letztes Wochenende haben wir uns trotzdem eine Nacht im Nachhaltigkeits Zentrum gegoennt. Groesstenteils einer Dusche wegen, die wir natuerlich auch billiger haetten haben koennen, aber irgendwie hatten wir Lust drauf. Die Kinder v.a. auf das Fruehstueck, und ich hatte noch die Illusion, abends etwas im Fruehstuecksraum zu lesen, wenn sie schliefen. Aber in der Praxis kollabierte ich selbst um die Zeit, und bekam endlich mal eine lange Nacht - schlief allerdings sehr schlecht. Die Schmerzen in Ruecken und Arm, und die ewigen Erkaeltungen (ich bin ueberzeugt ich habe gerade zwei davon).

Wir waren die einzigen Gaeste; man hatte das Haus extra fuer uns aufgemacht und Lebensmittel gekauft. Das Fruehstueck war tatsaechlich schoen, wenn auch nicht entspannend. Die Kinder haben es sichtlich genossen. Danach spielten wir im nassen Wald und in Pfuetzen, dabei fuehle ich mich immer als ein guter Vater. Otto hat aus Kalkstein Farbe gemacht und Sebbi spielte mit einem Rohr Laubblaeser. Ich wuenschte nur, Sebbi koennte zur Waldschule gehen so wie damals Otto an den Mittwoch Vormittagen.







Donnerstag, 29. Januar 2026

Montag kamen die Klempner. Es geht bisher ganz gut. Mittags geht man in einem Cafe aufs Klo, und gegen 16 Uhr wird das eigene wieder angeschlossen. Der Rest des Bads ist leer und entkachelt. Wir waschen die Kinder abends in einer Plastikkiste, was ziemlich beliebt und auch viel schneller ist als frueher. Ellie und ich machen Katzenwaesche in der Spuele; Freunde lassen uns bei sich duschen. Der Wirtschaftsraum ist vollgestellt mit den neuen Badgegenstaenden und der Garten voller Bauschutt.

Sebbi

* seine Sprache ist Spitze; inzwischen uebersetzt auch er fuer Ellie. In letzter Zeit will er gerne Maerchen hoeren, sowohl aus dem Buch als auch frei erzaehlt.

* ist manchmal launisch - fuer seine sehr suessen Verhaeltnisse. Ich hatte grosse Freude, ihn und Ellie Montag mittag in einem Cafe zum Essen zu treffen. 

Otto

Kam kuerzlich doch noch in den Schulchor. Das hat mich ganz besonders gefreut. Bisher macht es ihm Spass, und ich vermute, auch ihm wird Singen langfristig Freude machen.

* wieder verdammt frech, ignoriert uns wenn wir ihm was sagen, aggressiv gegenueber Sebbi. Wir sanktionieren ihn jetzt konsequenter: Warnungen werden wahrgemacht. Ich glaube, daran ist er nicht gewoehnt. Und er bemueht sich. Manchmal spielen die Kinder etwas zusammen!

* beeindruckt uns weiter mit seiner Lesefaehigkeit. Seitdem Ellie und ich uns abwechseln, mache ich nur Deutsch mit ihm: er liest aus der Fiebel, dann lese ich Pippi Langstrumpf, wo wir gerade das zweite Buch begonnen haben.

Johannes

Donnerstag einen Nerv und/oder Muskel gezerrt. Anhaltender Schmerz in recheter Schulter hat mich ermuedet. Ich war zu wenig zu gebrauchen. Es liess mit der Zeit nach, aber ich habe den Verdacht, dass es kein Zufall war, sondern eine Folge meines Lebens seitdem wir Kinder haben. Deshalb machte ich mir einen Termin zur Physiotherapie, und liess mir vorbeugende Uebungen geben. Die kommen jetzt zu den Rueckenuebungen. Ich denke mir, so geht der Koerper eben nach und nach kaputt. Und viele Menschen leben mit mehr oder weniger starken Schmerzen. Erst, wenn man eines Morgens ohne Schmerzen aufwacht schaetzt man einen funktionierenden Koerper.

Eine Woche spaeter leistete ich mir etwas Physiotherapie. Der Therapist klang insgesamt ganz positiv. Eine Massage war auch mal schoen. Zu diesem Zeitpunkt war der Schmerz groesstenteils abgeklungen, und meine Hauptsorge gilt langfristiger Vorbeugung. Darum habe ich mir einige Uebungen geben lassen. 

Das letzte Wochenende war sehr typisch: weder gut noch schlecht, aber erschoepfend. Schwimmen, einkaufen, Kinder unterhalten bis man wieder ins Bett gehen darf. Zeit totschlagen. Nichts wirklich schlimm, aber Spass gemacht hat nichts davon.

Insgesamt ging es mir die letzte Woche eher schlecht. Zwischen Schmerzen und anstrengenden Kindern wird mir die relative Monotonie unseres Lebens bewusst, in dem wir wenig freie Zeit haben und dann meistens zu erschoepft fuer sie sind. Bis kuerzlich ging es mir besser und ich habe abends lesen koennen. Einmal sagte mir Ellie nebenbei, dass die Unterhaltung mit mir interessant ist, und das hatte eine aussergewoehnliche Wirkung auf mich. Ich habe fast geheult. So selten hat man richtig Zeit miteinander, dass ich manchmal furchtbare Gedanken habe, man lebte sich langfristig auseinander. Hobbys wuerden mir wohl gut tun so wie Ellie, und ich kam letztens am Mittwoch abend wieder zu den Brettspielern. Aber der Preis von Hobbys ist grundsaetzlich noch weniger Zeit miteinander. Und das schlechte Gewissen, abends nicht mitzuhelfen, sitzt tief. Ich vermisse die Jahre zusammen in Chor und Tanzkursen.

 

Montag, 19. Januar 2026

Grosse Jungs machen Sport

Letzten Samstag sind wir auf den schoenen Spielplatz in Titchfield nahe meines alten Bueros gefahren. Verdammt matschig, aber die Kinder waren mehrere Stunden draussen, waehrend sie an den meisten anderen Tagen aufgrund des Wetters im Haus bleiben. Fuer Ellie und mich v.a. langweilig.

Sonntag baute ich fuenf Stunden eine Kommode zusammen. Macht tatsaechlich einen Unterschied: da kommt jetzt alles rein was hier rumliegt, man braucht es nicht mehr sehen, hat die Illusion von Ordnung und kann neuen Kram kaufen.

Sebbi

ist ein wirklich grosser Junge:

* hat die Windeln voellig abgesetzt. Sogar nachts traegt er keine mehr. Die restlichen wurden der Kita gespendet.

* macht weder zu Hause noch in der Kita Mittagschlaf. Dadurch ist er abends frueh muede und schlaeft auch schnell ein. Das gibt mir wiederum ungewohnt viel Zeit am Ende des Tages.

* erzaehlt immer noch, dass er schwimmen war.

Aus der Kita: "Sebbi hoerte einen Freund weinen und kam sofort und sang ihm ein deutsches Lied vor, was den Freund beruhigte. So was liebes Sebbi, gut gemacht!"

Otto

Das Schwimmbad ist leider gerade kaputt, aber Sonntag morgen probierte er das woechentliche Kinder-Joggen im Park. Zwei Kilometer; er zeigte wenig Ausdauer. Aber mit woechentlicher Wiederholung kommt das vielleicht. Er ist weiterhin sehr sportbegeistert und das werden wir nutzen solange es anhaelt.

 

Johannes

Ich habe mit Ellie gesprochen, dass auch ich Zeit fuer Sport brauche und welche Arbeiten dafuer liegen bleiben muessen. Ich merke seit einiger Zeit, dass mein Herz mehr pocht als noetig, wenn ich nur die Treppe hochlaufe. Ohne Zweifel eine Konsequenz auf fast sechs Jahre im Haus. Sonntag abends fuhr ich eine Stunde Rad und das tat tatsaechlich gut. Mit Otto machte ich abends Liegestuetze und Rumpfbeuge und will das fortfuhren, fuer unser beider Wohl. 

Ich lese und uebe abends relativ konzentriert. Ich wiederhole einige Kapitel meines Linux-Buchs und wende es an. Stellte sich natuerlich raus, dass die erste Lektuere auf praktischer Ebene fast wirkungslos war. Man muss eben anwenden. Inzwischen verstehe ich viel besser, wie ein lokales Netzwerk funktioniert, wie SSH funktioniert, und einmal habe ich mich in einen alten Router eingewaehlt. Ich habe mir auch private Konten in zwei Cloud Anbietern angelegt um dort einiges praktisches zu ueben. Sobald ich kann will ich ein neues Lehrbuch aus dem gleichen Verlag anfangen, wie Computer funktionieren.

Nebenher schmoekere ich in einem Edgar Wallace von 1917 und in Ellies antiquarischem Buch ueber Hampshire. 

 



 

Montag, 12. Januar 2026

Sebbi Wasserfrosch

Sebbi

Sonntag bin ich das erste Mal mit Sebbi schwimmen gegangen. Er war bisher nur einmal im Sportzentrum gewesen, aber er hatte keinerlei Scheu vor der Umgebung. Im Gegenteil war er absolut begeistert, als er ins Wasser stieg. Seinen Gesichtsausdruck werde ich lange nicht vergessen. Ich habe ihn eine gute Stunde durchs Wasser gezogen, habe ihm auch gezeigt wie man mit Armen und Beinen paddeln kann. Fuehlte mich als guter Vater. Am liebsten aber springt er vom Beckenrand ins Wasser (ich fange ihn natuerlich auf). Eine gute halbe Stunde ist er reingehuepft, dann die Leite wieder rausgestiegen (allein!) und fing von vorne an. Leider werde ich Sebbi nur selten mitnehmen koennen, denn normalerweise wird Otto auch Zeit haben, und beide Kinder gleichzeitig erlaubt mir Ellie noch nicht.

Legt offenbar langsam seinen Mittagsschlaf ab. Ueber Weihnachten schlief er immer seltener, und auch in der Kita machte er es an zwei von drei Tagen nicht mehr. So ziemlich das letzte Merkmal eines Babys. Er ist jetzt ein grosser Junge, und sagt das auch oft.

ist ein Flughund ("fruit bat"). Ich halte ihn in die Luft und er schlaegt mit seinen Fluegeln. Er haengt sich kopfueber von meiner Schulter und schlaeft. Und auch sonst ist die Papaleiter und die Paparutsche sehr beliebt.

Otto

Eine Woche vor Sebbi war ich auch mit Otto beim Schwimmen. Schade, dass ich nicht beide Kinder mitnehmen darf. 

Wir unternehmen die ersten Schritte auf, Otto eine Asthma-Diagnose zu machen. Wir vermuten das seit einige Zeit, einschliesslich seiner Pseudokrupp Faelle. Bei Sebbi sehe ich bisher noch keine Anzeichen.

spielt gerne mit Feuer, seit im Advent Kerzen aus dem Schrank kamen. Ellie und ich sind nicht wirklich begeistert, aber ich lasse ihn das abends machen, solange ich dabei bin. Schliesslich geht es mir bei den Kindern immer um Uebung und eigene Erfahrung. Ausserdem spielen wir abends weiter Domino und Wuerfeln. Sein Kopfrechnen ist gut.

Ich habe einen Sammelband mit allen drei Pippi Langstrumpft Buechern gekauft. Das lese ich Otto jetzt abends vor, waehrend Ellie ihm The Faraway Tree vorliest. Vorher liest er aus einem deutschen Buch mit kurzen Tier-Geschichten, das wir zu Weihnachten bekommen hatten.

Johannes

ich werde meine Erkaeltung seit etwa drei Wochen nicht los. Darum schwimme ich auch nicht mit, wenn ich Otto Samstag zum Schwimmen fahre. Und das war mein einziger Sport.

Ich habe mir einen eigenen Weihnachtswunsch erfuellt und mir einen Kuechenmoerser gekauft. Und tatsaechlich sind Gewuerze besser, wenn man sie frisch mahlt.

ich habe in wenigen Tage das Buch Kein schoener Land von Peter Jordan durchflogen. Unglaublich wie schnell sich Prosa in der Muttersprache wegliest. Das Buch gefaellt mir sehr gut; das Thema fuer mich nie ganz so ausgepraegt, aber ich kenne es.

ich lerne in letzter Zeit richtig was. Lese abends mit gewissen Konzentration; probiere auf der Arbeite einiges aus was auch haengen bleibt. Wir bringen die Kinder aufgrund von Sebbis Mittagsschlafentwicklung oefter frueher ins Bett, wodurch Zeit bleibt abends noch etwas zu schaffen.

Nach dem ersten Mal im Schwimmbad. Papa sehr stolz.

Samstag, 3. Januar 2026

Weihnachten

Weihnachten war fuer mich keine Freude. Inzwischen scheint wirklich kein Teil davon mehr fuer mich zu sein. Trotz Planung und aktiv flach gehaltener Erwartungen. Die Kinder flippen durch Aufregung und unterbrochene Routine aus. Man schlichtet, beschuetzt und entmuellt die ganze Zeit. Tagsueber fehlt die Zeit und abends die Kraft fuer Musse. Ehrlich gesagt war ich froh als es vorbei war. Mir kommt sich erst jetzt der Gedanke, dass meine Eltern die Weihnachten meiner Kindheit aehlich erlebt haben koennten.

Besonders der Platzmangel im Hauses macht mich wahnsinnig. Am Weihnachtstag hatte ich eine richtige Krise, als ich auf dem Tisch einen grossen Karton und einen grossen Karton Knetspielzeug bewachen musste. 750 kleine Teile, die runterfallen, und winzige Fetzen Knete, die an Socken in den Teppich getragen werden. Teilweise geht voellig heiles Spielzeug in den Muell, dass Otto erst zu seinem Geburtstag bekommen hatte, weil wir einfach keinen Platz mehr haben. Ich kann mich nicht ueberwinden, Buecher wegzuwerfen. Spenden vielleicht, aber das kostet Zeit. Also habe ich erstmal alle eigenen Buecher auf den Dachboden gebracht, wo sie verstauben koennen.

Silvester ist hier eh nichts los, aber am Neujahrstag sind wir wieder auf einen kuerzlich entdeckten Spielplatz bei Haus Stansted gefahren. Irgendwie moegen wir den alle und im Fruehling wird es dort auch schoen sein. Otto geht als Gladiator besonders an die oeffentlichen Sportgeraete ran.

Sebbi

muss in der Kueche immer helfen. Am besten mit seinem Turm. Ist zwar schoen, und genau wie Otto damals. Aber manchmal bereite ich das Essen lieber schnell und heimlich.

singt deutsche Weihnachtslieder wunderbar 

Otto

ist in einem leicht zu beeindruckenden Alter. Kuerzlich hat er die Sendung Gladiator kennen gelernt, eine sehr britische Familienvariante des Wrestlings, und ist jetzt selbst ein beruehmter Gladiator.

Mal was positives von unserer Abendroutine:

- beim Domino beweist Otto richtiges Taktikverstaendnis. Guckt sich meine Karten an, und versteht auf welche ich nicht reagieren kann. Verlieren darf er zwar nicht, aber ich muss mich nicht mehr allzu dumm stellen.

- wir spielen auch wieder wuerfeln, um Addition zu ueben, und er rechnet schnell und lernt auch Tricks die ich ihm zeige.

- schliesslich ueberraschte er mich mit seinem deutschen Lesen, als wir ein neues Lesebuch von Weihnachten probieren. Es ist, trotz allem, ein besonderes Gefuehl, von ihm meine Muttersprache zu hoeren.

Johannes

Jedes Jahr scheint Weihnachten fuer mich eine besondere Nervenprobe zu sein. Ich weiss nicht, ob meine Traditionen spaeter moeglich werden, oder nie. 

Positive Sachen: Ellie schenkt mir ein Buch ueber Hampshire von 1909. Das kommt aus einem Antiquariat in Chichester, geschrieben vom Leiter einer Schule in Winchester. Beschreibt Geschichte und Orte der Region, im gut lesbaren Duktus der Zeit und mit wunderschoenen Aquarellzeichnungen. Zwei Abende las ich abends bei Kerzenlicht, dann griffen die Sachzwaenge wieder durch. Aber solche Sachen machen mich heutzutage gluecklich. Das, und Tee.

Ich habe noch andere gute Buecher bekommen, wobei immer nur eins vom Dachboden herunter darf. Ich habe meinen ersten Edgar Wallace ausgelesen - nicht ganz so schoen albern wie die Filme. Allerdings: ich merke, dass ich durchaus wieder anspruchsvoller lese. Also schaffe ich es hoffentlich durch die Neuzugaenge. Vor allem aber lese ich einige Kapitel des Linuxbuches nochmal und ziehe nochmal anwendbares Wissen daraus.

Otto bekam seine eigene, linkshaendige Ukulele


 

Sonntag, 21. Dezember 2025

Donnerstag haben Ellie und ich uns einen Tag zusammen gegoennt. Ich war krank und wir hatten das schlimmste Wetter des Monats. Wir liessen uns auf dem Weihnachtsmarkt in Winchester nass regnen. Wenigstens war er dadurch fast leer. Ich habe Bienenwachskerzen fuer den Adventskranz gekauft. Es bleiben eben nur kleine Freuden. Insgesamt merkte ich, dass man selbst an freien Tage maximal fuenf Stunden hat, ehe Otto schon wieder aus der Schule kommt.

Aber jetzt sind erstmal Ferien. Sebbi bleibt eine Woche zu Hause und Otto zwei. Ellie darf sie beide jeden Tag komplett betreuen. Ich nehme Otto in der Mittagspause.

Samstag vormittag fuhren wir zu viert wegen guten Wetters in die Burg Portchester. Dort liessen wir uns vor allem im Cafe der Marienkirche Tee und Kuchen bringen. Und ich bemerke, dass ich mehr nicht vom Leben will, als das mir jemand in einem historischen Gebaeude Tee bringt. Am besten mich mit einem Buch in Ruhe laesst. Anschliessend fuhren wir in einen Gartenbaumarkt in Havant; zwar war der Spielbereich dort bereits zu, aber wenn man schonmal aus Portsmouth raus ist, nutzt man alles zur Kinderbespassung.

Sebbi

ueberwaeltigt mich in letzter Zeit wieder mit seiner Froehlichkeit. Der spielt einfach froh und leise vor sich hin, ab und zu wirft er sich ploetzlich in meine Arme zum Kuscheln. Leider hat er den zweiten heftigen Husten innerhalb einer Woche. Pausenlos und wuergend. Macht mich wahnsinnig. Und ich muss nichtmal mit ihm schlafen.

benutzt das Toepfchen ohne Probleme. Strikt gegen die Nachtwindel. Ich glaube eigentlich auch, dass er sie nicht mehr braucht. 

Otto 

Mittwoch morgen sahen Ellie und ich Ottos diesjaehriges Krippenspiel. Ein anderes als letztes Jahr; die juengste Klassenstufe macht jetzt das gleiche wie Otto vor einem Jahr. Otto war dieses Mal der selbstbewussteste Hirte. Keinerlei Lampenfieber.

wir haben das Enid Blyton's Kirschbaumhof-Trilogie ausgelesen und machen jetzt weiter mit der erstaunlich aehnlichen Tetralogie The Magic Faraway Tree. Alles aus Ellies Kindheit; einige technische und soziale Archaismen muessen wir erklaeren.

Johannes

Ich habe zu meinem Stolz mein dickes Linux Buch ausgelesen. Aber jetzt geht es erst los: ich arbeite durch meine Notizen und lese Kapitel mit uebungsfaehigem Material nochmal. Ich war sehr stolz, als ich meine beiden alten Laptop verbinden konnte.

Ich bin krank und haenge durch. Ich mag es nicht, wenn beide Kinder in unserem kleinen englischen Haus sind. Wirken auf mich wie Tiger im Kaefig. Besonders morgens, wenn gerade Otto vor Kraft strotzend aufsteht.

Das Haus macht mich ueberhaupt wahnsinnig. Alles zu klein und alles zu voll. Und irgendwie misten wir nie aus. Arbeiten ist schwierig, beide Kinder schreien nur rum wenn man nicht koerperlich dazwischen steht. Otto pisackt Sebbi pausenlos.

Wir haben einer Freundin beim Umzug geholfen und einer anderen, alleinerziehenden unseren alten Fernseher gespendet.

Ellie hat, nach langer Ueberlegung, Kacheln fuer das neue Bad ausgesucht. Ende Januar geht es los, fuer mindestens zwei Wochen. Noch unklar ob wir in der Zeit ein Klo haben bzw. was passiert wenn nicht. Hotel funktioniert fuer mich nicht wirklich. Aber die erste Rate Geld ist schon bezahlt!