Dienstag, 21. April 2026

Gwexpress

Ich habe mir Montag Vormittag frei genommen um endlich wieder zur Spielegruppe in den Simonskirche mitzugehen. Da war ich immer gerne, weil ich sitzen und Tee trinken kann, aber das letzte Mal war schon lange her. Ellie vermutet, dass Sebbi langsam zu alt fuer die Veranstaltung wird, also wollte ich noch einmal mit.

Es war so schoen, an dem sonnigen Morgen zusammen zu laufen. Sebbi ist tatsaechlich etwas aelter (und viel groesser) als alle andere Kinder. Komisch, richtige Babies und sehr kleine Kinder zu sehen - erst da merkt man, dass die eigenen nicht mehr so sind, und es ist nicht ohne Wehmut, trotz gute Erinnerung, wie es in dem Alter war.

Anschliessend liefen wir ans Meer, auf die Seebruecke und dann zum Spielplatz am Canoe Lake. Das macht Sebbi jeden Montag so; Ellie macht das Spass und ich bin froh, dieses mir sonst unbekannte Stueck Alltag zu sehen. Auch auf der Seebruecke merkte ich, dass ich ewig nicht mehr da gewesen war. Frueher gab es eine Zeit, als der kleine Otto immer dahin wollte, in die Spielhalle und dann auf den Rummel weiter hinten, bei Wind und Wetter, auch wenn alles zu war, und ich langweilte mich immer tot.

Es ist immer traurig, wenn ich mich dann absetze und nach Hause fahre, sogar, wenn Sebbi sehr bald nachkommen wird.

Dienstag entdeckt Sebbi ploetzlich den Roller fuer sich. Den hatte er von Otto uebernommen, aber bisher nur ein paarmal probiert. Dienstag wollte er ploetzlich damit fahren und war dann unerwartet den ganzen Vormittag unterwegs, zum Meer, am Meer entlang, in den Rosengarten. Ich habe ihn selbst gesehen, er fuhr auch richtig gut, als haette er die Bewegungsablaeufe schon woaneders geuebt. Moeglicherweise werde ich also noch einmal die Phase erleben, als Otto damals zur Kita gefahren ist, jeden Tag etwas schneller. Darueber freue ich mich, und bin gleichzeitig etwas traurig, das es das letzte Mal sein wird.

Otto wurde indes an diesem Tag das erste Mal von einer Bekannten abgeholt und verbrachte den Nachmittag bei ihrer Familie. 

Sonntag, 19. April 2026

Omnia sol temperat

Sonntag Nachmittag hatte ich mir eine Wanderung ausbedungen, weil ich die Woche ueber kaum ausser Haus gewesen war. Dann aber erfuhren wir von einem roemischen Wochenende in Butser, sodass wir dann doch alle zusammen hinfuhren. Ich war anfaenglich skeptisch gewesen, dass wir das zeitlich schaffen, zumal man beide Kinder immer erst ueberzeugen muss. Aber ich habe gelernt: Mittag vorkochen und als Picknick mitnehmen klappt sehr gut und spart viel Zeit. Besonders an einem sonnigen Fruehlingstag auf einer Wiese. Ich habe immer Angst, den Fruehling zu verpassen, und auf Butser ist alles gruen und inzwischen kommen die Blueten dazu. Ausserdem liebe ich die Gaerten im Stil der verschiedenen Epochen. Es macht mir solche Freude, die Kinder auf dem Rasen laufen zu sehen, besonders auf einem sicher umzaeunten. Einmal konnte ich mich sogar kurz mit Ellie auf einer Bank unterhalten!

Ich erfuhr, dass die roemischen Historiendarsteller jeden Monat kommen. Sie gaben eine lange Demonstration von Waffen und Taktik. Otto meldete sich natuerlich als Statist; Sebbi indes wollte irgendwann weiter schlendern, sah kurz aus als wuerde er schlafen gehen, bemalte dann aber lieber Kalksteine mit gruenem Pflanzensaft.

In der roemischen Villa hinten im Dorf spielte eine Frau richtig gut Leier, und in der Kueche wurde richtig gekocht.

Auf dem Rueckweg fuhren wir noch an der Hubertuskapelle vorbei. Mir ging es nach diesem Tag gut.

Mittwoch, 15. April 2026

Letzten Samstag haben Ellie und ich klassisches Kinder-Pingpong gespielt, aber es war trotzdem ein guter Tag.

Morgens war ich mit Otto schwimmen, und danach hatten wir einige freie Stunden zu Hause, waehrend Ellie mit Sebbi, einer Freundin und deren Kind zum Eisenbahnspielen fuhr. Das war schoen, mal in Ruhe zu Hause zu sein; Otto war lieb und half mit und zusammen haben wir einige Sachen erledigt.

Dann fuhren Otto und Ellie mit seinem besten Freund und dessen Mutter ins Kino. Ich waehrenddessen mit Sebbi zurueck zum Sportzentrum, zum Familienschwimmen, mit Sebbis neuer Schwimmweste. Er huepft immer noch am liebsten ins Wasser, zeigte aber das erste Mal Sorge, dass ich ihn immer festhalte. Ich hab ihm das erste Mal gezeigt, mit seinen Beinen zu treten.

Anschliessend spielten wir noch lange im Park nebenan, wo gerade die Gaensebluemchen bluehen, und dann fuhren wir mit dem Bus nach Hause.

Sonntag brauchten wir alle Ruhe und sind einfach in die Burg Portchester gefahren, auf einen sonnigen Spielplatz und dann in die alte Kirche mit dem schoenen Cafe.

Sebbi

durchlebt momentan eine Phase. Verliert oft seinen bisherige Frohsinn, ist ernst und quengelt.

Otto

hat in der Schule ein wunderschoenes kleines Buch ueber und fuer Sebbi geschrieben. Eine Familienreise nach Japan und Deutschland, mit Titelseite und Klappentext. Der kam damit strahlend nach Hause und las es Sebbi vor. Wir sind sehr stolz auf ihn.

Dienstag hat Otto mit seinem Schulchor gesungen; wir Eltern haben zugehoert. 

Johannes

Wir haben eine gut gepflegte Obsession mit den Wiggles.

Mittwoch, 8. April 2026

Wiggles

In der zweiten Woche der Osterferien fuhren wir alle zu einem Konzert der Wiggles nach Cardiff, mit einer Uebernachtung. Die Anreise war Stress. Besonders Otto ist durch die Ferien disreguliert und hat eine kurze Lunte. Schoen war nur eine Pause im Staedtchen Hungerford, wo ich gerne mal einige Stunden mit Ellie haette.

Im Hotel habe ich dann kaum geschlafen. Zweimal mussten wir den schlaftrunkenen Otto wieder ins Bett bringen und beschuetzen, was er sichtlich genoss. Das Fruehstueck war auch nur Stress; der Raum voll mit Familien, die auch zum Konzert gingen. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich keine Reisen mehr machen, bis die Kindern groesser sind.

Wir waren alle zum ersten Mal in Cardiff, von dem ich viel gutes hoere. Das winziges Stueck Zentrum, das wir sahen, beeindruckte mich aber nicht. Die Burg schien ziemlich interessant, der Rest eher wie die runtergekommeneren Teile von Portsmouth.

Ab dem Konzert war Otto wie ausgewechselt. Keinerlei Beschwerden oder Langeweile, als wir noch eine Stunde in unseren Sitzen warten mussten. Das Konzert war am fruehen nachmittag und nur eine Stunde lang, genau wie ich es heutzutage moechte. Es hat uns Eltern mindestens soviel Spass gemacht wie den Kindern; wir haben gesungen und getanzt.

Danach ging es direkt zurueck ins Auto. Die Rueckfahrt ging viel schneller und die Kinder waren einfacher. Der Hoehepunkt: an der Raststaette Membury stand ich mit den Kindern vor einigen Spielautomaten, als mir jemand merkwuerdig vertraut vorkam. Da stand der rote Wiggle Simon Pryce, der nach dem Konzert nicht etwa in einen bequemen Sessel gefallen war, sondern ebenfalls mit seiner Familie ins Auto sprang und ueber London nach Paris fuhr. Ellie und ich waren aufgeregt wie Teenies. Simon war super nett; wir bekamen ein Foto.

Seit dem Konzert war es mir die Reise wert. Die Familie durchlebt seitdem eine Wiggles Obsession.

Otto

Wir haben Pippi Langstrumpf ausgelesen und ich finde es schwierig, ein neues Buch zu finden. Fuers erste habe ich Michel aus Loenneberga bestellt, gebraucht, aus Deutschland. Otto hat neulich ausserdem einen Comic aus der Leseloewen Reihe gelesen, und mich dabei sehr beeindruckt.

Montag, 6. April 2026

Ostermontag

Ostermontag war richtig schoen. Ich fuehlte mich ausgeschlafen, das Wetter war toll, wir hatten einen Ausflug vor, und Zeit ihn richtig vorzubereiten. 

Wir machten zuerst ein Mittagspicknick neben auf dem Kirchhof von Droxford. Alles war gruen. Die Kinder fuetterten ein Pferd. Spaeter gingen sie an der Badestelle mit den Fuessen in Wasser. Noch ist es dort schoen warm aber nicht heiss. Die Raubvoegel kreisen ueber den Feldern, die Enten quaken im Bach. Otto und ich liessen Stoecker unter der Bruecke um die Wette schwimmen.

Danach fuhren wir weiter zum Dell, d.h. einer Wiese mit Cafe und Bar und viel Platz fuer viele Familien mit Kindern. Wir hatten viel Spielzeug fuer draussen dabei; mein neuer Drachen stellte sich als viel zu kompliziert fuer Kinder raus. Aber die wollen sowieso alle nur am Steuer des ausgemusterten Busses sitzen.

Ich genoss das Osterwetter, das Gefuehl von Raum, das Gruen der Felder und die Blueten an Bueschen und Baeumen.

Jetzt einen Tag Arbeit, dann nach Cardiff. 

Sonntag, 5. April 2026

Ostersonntag

Ostersonntag ging gleich morgens schief. Otto kaempft seit geraumer Zeit mit den Uebergaengen am Morgen: er wacht noch sehr lieb auf, haelt dann aber die Umstellung von zwei auf vier nicht aus. Bei mir kam dieses Mal dazu, dass ich totmuede war und bereits vom Vortag angegriffen. Sein Verhalten beim Fruehstueck fand ich dann so penetrant, dass ich alleine essen ging und dann stundenlang nicht mehr aus meinem Schneckenhaus rauskam.

Wir fuhren zum Ostereiersuchen in den Hasengloeckchenwald bei Clanfield, der in voller Bluehte stand. Die Kinder sahen tatsaechlich nicht, wie die Suessigkeiten aus unseren Haenden fielen. Bei Sonne war es richtig schoen, aber meine Stimmung blieb schlecht.

Anschliessend fuhren wir nochmal zum nahen Butser Museum. Ich wollte das einfach nochmal sehen, solange die Historiendarsteller noch da waren. Wir sahen auch noch einen Schaukampf samt Bogenschiessen. Sebbi spielt seitdem "Ritter, und dann fallen Deine Arme ab". Das muss ich der Kita erstmal erklaeren.

Bei Sonne war es richtig warm und ich taute beim Ausblick von der Terasse ueber die Felder etwas auf. Aber meine Stimmung bleibt stark gedrueckt. Auf das Konzert in Cardiff zum Beispiel freue ich mich zum Beispiel ueberhaupt nicht. Aufgeregte Kinder, eine lange Autofahrt und eine fremde Stadt.

Samstag, 4. April 2026

Ewiger Zirkus

Samstag vormittag ging Otto zu seiner ersten echten Schwimmstunde auf Stufe 3. Danach ruhten wir uns alle zu Hause aus, denn nachmittag ging es in den Zirkus. Fuer beide Kinder das erste Mal, fuer mich das zweite als Erwachsener. Otto war wieder emotional ueberwaeltigt: hatte Angst, wollte nicht hin, aber auch nicht zu spaet kommen; es war stressig. In der Show selbst dann war er begeistert, spaeter ueberfordert und erholte sich erst zum Ende. Sebbi war es zuerst egal, dann fand es toll; nicht nur die Manege sondern durchaus auch das Lichtspiel an der Zeltdecke, auf dem Ruecken ueber meine Knie. Irgendwann hatte er aber auch genug und ich ging mit ihm raus. Leider laeuft es eigentlich immer darauf hinaus, das Ellie und ich uns mit je einem Kind aufteilen und den ganzen langen Tag nur kurz bei Uebergaben sehen. Beide Kinder waren dann auch emotional erschoepft und ich koerperlich, und es wurde wieder stressig und ich ein Stueck weiter deprimiert.