Freitag fuhr Ellie für drei Nächte weg. Die Jungs machten mir das Leben leicht, besonders Otto. Schon nachmittags besuchte ich ihn in der Schule. Seine Klasse stellte ihr aktuelles Projekt vor. Es ging wohl darum, grundlegendes Kochen zu vermitteln. Otto hatte Mittwoch Kartoffelbrötchen gemacht, und diesmal gab es Ofenkartoffeln für uns Eltern. Otto war gut drauf und stolz auf seine Füllung; nach der Schule kauften wir noch schnell zu Zutaten dafür und er machte es zu Hause nochmal. Dann holten wir Sebbi aus der Kita; Otto tanzte zu Musikvideos und Sebbi spielte mit mir Elektrokasten. Mir kam eine richtig gute Idee, Bratäpfel mit der hier ewig rumstehenden Füllmasse für Mince Pies zu machen. Keine Beschwerden als sie ins Bad mussten und die Ruhige Zeit kurz wurde. Wir legten uns alle aufs ausgezogenen Sofabett, Otto und ich lasen etwas vor. Sebbi brauchte natürlich vor Aufregung länger, aber mir fiel eine besonders gute Geschichte von Hertha ein.
Samstag morgens brachten wir Otto zum Schwimmen und später bestand er die Karateprüfung zum grünen Gürtel. Ich wollte ihn dafür mit einem Mittag im Umweltzentrum belohnen und dann im dortigen Wald spielen. Aber das Cafe hatte nur noch Kuchen und es regnete zu sehr und Sebbi war ohnehin erkältet. Nach einem weiteren gescheiterten Versuch brachte ich die Jungs nach Hause und kochte selbst was. Wir hatten wieder einen sehr netten Abend; Otto war den gesamten Tag über äußerst hilfsbereit und lieb.
Leider war es wohl doch zuviel gewesen für Sebbi, denn im Bett wurde er hysterisch, weil seine Nase verstopft war und er nicht schlafen konnte. Am Ende musste ich ihn doch wieder in sein eigenes Bett bringen, und ich kam viel zu spät aus dem Schlafzimmer um den Saustall noch aufzuräumen. Später fiel er auch noch aus dem Bett, weil ich vergessen hatte, seine Sperre mit zurückzubringen. Danach hatte ich ein sehr schlechtes Gewissen, trotz einer sehr guten Tagesleistung.
Sonntag wiederholten wir den Ausflug nach Rowlands Castle von letzter Woche, diesmal mit Otto und mit dem Auto, um Sebbi zu schonen. Der Wald war an diesem einzigen sonnigen Tag des Wochenendes wieder eine Freude. Wir sammelten wieder viele Esskastanien, und Otto lernte Staubpilze kennen. Der Sturm hatte erkennbare Schäden hinterlassen und Otto sah sehr fotogen aus, als er auf eine Eiche kletterte, die unseren Weg versperrte. Sebbi ritt oft auf Papapferd. Wir aßen in einem Cafe; Otto war in diesem beengten Raum mit großen Kollisions- und Verschüttpotential eine große Hilfe. Dafür kriegten die Kinder dann auch Süßigkeite aus dem Dorfladen. Schließlich durften sie auch noch auf den sehr guten Spielplatz des Dorfes.
Ich ließ mich am Ende trotz allem dazu hinreißen, auf dem Heimweg einen weiteren Spielplatz in Havant auszuprobieren. Der liegt in einem großen Park direkt an der Bahnstrecke und es führt eine leicht erreichbare und wenig befahrene Brücke darüber. Das hatte ich schon lange auf dem Kieker und hat sich als guter Ort für Kinder bestätigt.
Natürlich kamen wir zu spät nach Hause, aber dank Ottos Betragen hatten wir eine schöne Ruhige Zeit mit Elektrokästen, und es ging ohne Proteste ins Bett. Nach diesem Tag voll Sorge um Sebbi stellte sich raus, dass der bereits auf dem Weg der Besserung war. Er schlief schnell ein und dann überließ ich ihn Ottos Obhut, der dies gerne und ohne Protest übernahm, obwohl er ja nichts mehr vorgelesen bekam. Wir schliefen alle wunderbar und die Jungs waren begeistert, zusammen aufzuwachen.
Montag regnete es wieder, zwar leicht, aber ich trat für Sebbi sowieso kürzer. Morgens kochten wir Erbsen, Möhren und Spätzchen und dann gingen wir Zug fahren, einfach nach Southampton und zurück. Darauf hatten beide Jungs Lust gehabt, auch wenn Otto irgendwann doch langweilig wurde. Aber auf Rückfahrt bekamen sie wieder Haribo.
Zu Hause war ich der einzige, der die Supper wirklich aß. Aber das war nicht so wichtig, denn bald darauf kam Ellie zurück!
Am Abend klappte mein Körper zusammen. Vielleicht was schlechtes gegessen, vielleicht die Nächte zuvor. In jedem Fall spüre ich mein Alter.