Sonntag, 29. März 2026

Sonntag mittag gingen Ellie und ich zu einem Geburtstag, und ich mit Otto schwimmen. Dabei hat mich sehr beeindruckt, wie sich Otto inzwischen im Wasser bewegt. Wie ein Fisch. Die verschiedenen Bewegungsablaeufe aus dem Unterricht kommen wirklich zusammen und sehen dann richtig gut aus. Ich kann ihm inzwischen auch keine Anleitung mehr geben, weil ich die Technik nicht kann. Ich haette nicht gedacht, dass sich seine Faehigkeiten so schnell so weit entwickeln. Und ich warte sehr darauf, dass Sebbi mit vier Jahren auch anfangen kann.

Das Sportzentrum der Uni macht mir wirklich Freude. Ich moechte meine Kinder jedes Mal andere Sportarten ausprobieren lassen, wenn wir z.b. an der Kletterwand vorbeilaufen. Der Anblick und Geruch des Schwimmbeckens gibt mir sogar ein angenehmes Gefuehl, zum ersten Mal seit dem Schulschwimmunterricht. 

Wir haben uns die letzten Wochen in eine gewisse Manie fuer die Wiggles gesteigert. Nach Ostern fahren wir sogar extra nach Cardiff zu einem Konzert. Das ging vor einigen Wochen los und beschraenkte sich erst auf die Kinder. Aber je mehr Ellie und ich ueber die Band lesen, desto mehr moegen wir sie. 

Jetzt sind zwei Wochen Osterferien.

Otto

nach der vierten Schwimmstunde auf Stufe 2 wurde Otto bereits in die naechste Stufe geschickt. Ich hielt es fuer moeglich, dass ein Fehler gemacht wurde, und Otto machte sich richtige Sorgen - er betrachtet den Unterricht eher als Pruefung denn als Lernen. Ich kontaktiere die Lehrer, die tatsaechlich antworten und wir einigten uns, dass Otto Stufe 3 einmal ausprobiert. Ich mache mir nur Sorgen, ob er wirklich runtergehen koennte, denn Schwimmplaetze sind wie Goldstaub. Ich mache mir jetzt schon Sorgen, ob Sebbi einen Platz bekommt, wenn er vier Jahre alt wird.

unsere Abende sind momentan produktiv. Er hat, natuerlich, einen absoluten Narren an Uno gefressen; das verrueckte Labyrinth ist erstmal wieder raus. Und danach schreibe ich ihm immer Rechenaufgaben auf; Otto mag Wettbewerbe, zumindest wenn er gewinnt und einen Preis bekommt.

kann richtigen Handstand machen. Vor einem Jahr fing er an zu ueben; ich dachte nie, dass das haelt geschweige denn zu etwas fuehrt. Kann ihm ja auch nicht helfen. Aber Otto macht das mit Hingabe, in der Tat zu oft und an den falschen Orten. Und er kann es inzwischen richtig - steht fast zwei Sekunden in der Luft. Der lernt vielleicht noch auf den Haenden zu laufen. Ich finde es ja toll, wenn meine Kinder was lernen. Schade dass ich ihm keinen Gymnastikkurs oder einen richtigen Uebungsort geben kann - ich gucke immer wieder nach Raeumen mit Matten, aber nichts. Dasselbe mit der Ukulele: er klimpert einfach vor sich hin, von sich aus, und erfolgreich. Er reagiert wirklich gut auf die Kurse nach der Schule.

Johannes

Ich bin kuerzlich voellig auf Getreidekaffee umgestiegen. Aus dem polnischen Laden.

Lesen: Ich mache Fortschritte im Buch ueber Computer, und lese eine zweite Poirot Geschichte. Ausserdem habe ich eine Vortragsreihe der Uni Yale ueber das fruehe Mittelalter in Europa fertig gehoert und dann einen zum fruehmodernem England begonnen.

Ich habe kuerzlich eine App fuer Gebrauchtwaren entdeckt, wo ich einige lange gehegte Wuensche ausprobieren kann, ohne viel zu investieren, bis sie sich laeppern heisst das. Frueher bezog ich da immer Schuhe, jetzt habe ich einige Sachen mit Bezug auf mein Computerbuch. Besonders toll ein Elektro Baukasten, wie ich mal einen als Jugendlicher hatte. Jetzt spiele ich mit einfachen Schaltungen, kann aber auch die einfacheren Uebungen aus dem Buch machen, wie logische Gatter.

Die Kinder sind auch begeistert, und ich erklaere versuchsweise Strom und seinen Fluss und warum es leuchtet oder sich dreht. Und sollten sie es doch kaputtkriegen, ist nur wenig Geld verloren. Genauso bestellte ich einen Abakus fuer Otto und eine Schwimmweste fuer Sebbi: nicht so wichtig, wenn es nicht funktioniert, angenommen wird oder nuetzlich ist. So funktioniert es mit Kindern.

Ich finde sehr interessant, was ich momentan ueber Elektrizitaet lerne, auch mit Bezug auf meinen Wunsch nach einer Solaranlage. Ich habe auch eine faltbare Solarzelle fuer Campen bestellt und will damit experimentieren.

Erfolge

Samstag morgen probierte Otto das erste Mal Schwimmen auf Stufe 3 aus. Seine Sorge war da bereits viel geringer, und der neue Lehrer machte einen guten Eindruck. Spaeter sah ich Otto aber in einer anderen Gruppe und unter besonderer Beobachtung einer Lehrerin. Spaeter stellte sich heraus, dass sie auf unsere Bitte hin die ganze Unterrichtsstunde durch Otto pruefte und dann entschied, dass er tatsaechlich alles noetige kann. Wir sind sehr zufrieden mit dem Sportzentrum, die sich solche Muehe geben. Otto hatte auch sein Selbstverstrauen wiedergefunden.

Nachmittags fuhr ich, allein, zu einem oeffentlichen Chorsingen in Havant, wovon mir eine Bekannte vom Tango erzaehlt hatte. Es ist weiterhin ungewoehnlich, dass ich einen halben Tag allein verschwinde. In den letzten sechs Jahren hatte ich nur einmal, auf einem anderen solchen Treffen, gesungen.

Ungewoehnlich war auch, dass ich die Strecke mit dem Rad fuhr. Das war anstrengend, aber spaeter ein gutes Gefuehl. In meinem statischen Leben war es schoen, mich selbststaendig von einem Ort zum anderen zu bewegen, wenn auch neben der Autobahn.

In Havant probten wir zweieinhalb Stunden lang Karl Jenkins "The Armed Man". Kannte ich, sang es aber zum ersten Mal. Bei solchen oeffentlichen Treffen geht es um Spass und nicht um Leistung, und es war auch ein schoenes Gefuehl auf Notenbuch und Dirigentin aufzupassen.

Ich blieb aber nicht zum eigentlichen Auftritt, sondern wollte zurueck zu den Jungs. Frueher haette ich sowas bis zum Ende ausgekostet, aber das Gefuehl sitzt tief, zu Hause gebraucht zu werden.

Dienstag, 24. März 2026

Ottos 6. Geburtstag

Am Morgen von Ottos Geburtstag erwartete ihn ein Kuchen und die Geschenke seiner Eltern. Zuvorderst darunter ein kleiner Metalldetektor. Nach der Schule holten wir ihn als Ueberraschung frueher ab als sonst und fuhren zu einem Eiscafe. Er lief vor Aufregung quer ueber den Schulhof und rief immer wieder den Namen des Cafes; spaeter auch aus dem Auto. Aber insgesamt hat er an diesem Tag gute Kontrolle ueber seine Gefuehle bewiesen. Sogar als er im Cafe seinen Zuckerschock bekam und als wir im Anschluss Sebbi etwas frueher aus der Kita abholten. Der war immer noch nicht wieder voellig gesund.

An den folgenden zwei Tagen machten die Kinder relativ ungeplant je ein deutsches Paket auf. Dann kam am Samstag die offizielle Geburtstagsfeier mit Ottos Schulfreunden. Das hatten wir (wie viele Eltern hier) in den Polsterspielplatz Exploria ausgelagert, wo die Kinder eine Stunde toben koennen und dann frittiertes Fast Food bekommen. Ich begleitete in der Zeit Sebbi im Kleinkindbereicht. Dazu waren auch Ellies Vater mit Frau und Cousine Layla erschienen. Also alles ziemlich aufregend, aber Otto hielt ganz gut durch.

Nun hatte er natuerlich einen weiteren Haufen Geschenke bekommen. Am Sonntag kam dazu noch Ellies Mutter mit einigen mehr. Mit ihr gingen wir aber einfach ans Meer; wir hatten in dem Zeitraum viel Sonne.

Die restlichen beiden Pakete aus Deutschland kamen daher erst sechs Tage nach dem eigentlichen Geburtstag dran. Braucht sich niemand besondere Sorgen um Puenktlichkeit machen.

Jetzt sortieren und raeumen wir erstmal alles so weg, dass es weder verloren und beschaedigt wird. Nach und nach wird es dann eingefuehrt, damit alles seine Geltung bekommt. Ich ordne insbesondere die Lesebuecher ins Abendprogramm ein.

Ich ueberdenke die Tatsache, dass Otto mit sechs Jahren weder ein Baby noch ein besonders kleinen Kind mehr ist. 

Dienstag, 24. Februar 2026

Winterferien

Letzten Samstag war Ellie morgen und nachmittags beim Tanzen. Mir faellt es momentan aber spuerbar leichter, beide Jungs allein zu haben. Mag an Ottos Ferienfreude liegen, er ist jedenfalls sehr pflegeleicht und insbesondere Sebbi gegenueber ruecksichtsvoll. Morgens gingen wir zu dritt zu Ottos Schwimmstunde Ich kann aufgrund meiner Schulter ohnehin nicht mitmachen, also ist es egal, dass ich auf Sebbi aufpassen musste. Ich beschloss dann, nachmittags mit beiden Kindern zum Familienschwimmen zu gehen. Das war der zweite Versuch, und inzwischen habe ich da keine Sorgen mehr. Nur schade, dass ich Otto fast keine Uebungshilfe zukommen lassen kann. Aber es ist es wert, Sebbi frueh ans Wasser zu gewoehnen. Nachmittags haben wir zusammen Pizza gemacht, jeder konnte seine eigene belegen. Und abends gingen wir alle zusammen ins Bett; beide Jungs schliefen im gleichen Bett ein und es hat uns allen Spass gemacht. An dem Tag kam ich mir als guter Vater vor.

Montag und Dienstag hatte Ellie dann beide Jungs. Mittwoch ging Sebbi in die Kita und ich kuemmerte mich um Otto. Aufgrund des Wetters gingen wir v.a. schwimmen, wo ich mich dieses Mal ganz auf ihn konzentrieren konnte. Zu Hause buken wir noch einen Kuchen mit den letzten Aepfeln aus Buriton.

Donnerstag fuhren Otto und Ellie nach London. Da besuchten sie das Naturhistorische Museum und den St James Park. Ich probierte zum ersten Mal den Nachmittags-Tango aus. Frueher hatte sich die Frage nie gestellt, aber heutzutage passt es mir super. Freitag abend kann ich mich naemlich kaum noch aufraffen wegzufahren. Wie bei meiner ersten Rueckkehr, als Otto zwei Jahre alt war, war es schoen, dass sich die Leute freuten mich zu sehen. Tanzen und mit Erwachsenen reden tut mir auch gut. Nur schade, dass ich eben nur die kurze Mittagspause dafuer habe.

Freitag hatte ich wieder frei und einen richtig schoenen Tag mit Otto. Diesmal schafften wir es endlich aufs Land, auf den Spielplatz in Clanfield. Das Wetter truebte sich zwar bereits ein, aber Otto wollte erstaunlich lang Fussball spielen und dann Fahrrad fahren, als bereits ein kalten Regen anfing. Ich denke weiterhin, der Junge ist fuer draussen gemacht. Zum Mittag probierten wir einen Pub in Buriton aus, wo Otto erstaunliche Flexibilitaet bewies, als der normale Pub zu war und der andere keine Kaesenudeln hatte. Wir waren schon auf dem Rueckweg zum Auto, als er von sich aus sagte, er wollte es doch ausprobieren. Und es hat uns beiden Spass gemacht; wir spielten Dobble, das ich fuer ihn seit einiger Zeit auf dem Kieker gehabt hatte und das Otto und Ellie zufaellig am Vortag in London gewonnen hatten. Dann holten wir Sebbi frueher aus der Kita und abends buken wir noch einen Kuchen, auf Ottos Idee hin mit Schokostreuseln. Otto ist in den Ferien ein glueckliches Kind; alles was er braucht ist die volle Aufmerksamkeit eines Erwachsenen und Geld ausgeben.

Samstag dann war Ellie auf Workshops in London und ich hatte die Kinder. Urspruenglich hatte ich mich nach den letzten Erfahrungen sogar darauf gefreut. Ich wollte mit ihnen zum Freiluftmuseum Butser Farm fahren. Aber dann war das Wetter schlecht und die Kinder schienen geschlaucht. Da habe ich kuerzer getreten, wusste aber nicht was wir machen sollten. Also viel Bildschirm. Nachmittags trafen wir uns mit einem Freund Ottos. Mit dessen Familie fuhr er spaeter auf einen Innenspielplatz. Wie sich spaeter rausstellte, voellig ohne Kindersitz und ein Kind sogar auf dem Beifahrerplatz. Das werden wir nicht nochmal erlauben.

Sonntag war ich dafuer den ganzen fertig und furchtbar gelangweilt. Ellies Schwester kam nach Portsmouth, mit ihr fuhren wir alle auf den Spinnaker Turm. Ich mag die Aussicht ja; Otto fands oede; Schade ums Geld. Amber uebernachtete dann bei uns, was ich immer schoen finde.

Sebbi

entwickelt sein Temperament und lernt dabei von Otto. Sagt dann z.b. "ok dann hole ich es mir eben selbst!", oder einfach "Aaaaa!" . Und er nennt uns eine Ananas, was sehr niedlich ist, nur Otto meckert dann. Ueberhaupt streiten sich Kinder staendig, insbesondere, wer Moritz (aus einer deutschen Kindersendung) ist.

Otto

ich probiere etwas anspruchsvollere Spiele aus. Das Verrueckte Labyrinth (meine eigene Kindheitsausgabe, von 1989) ist noch etwas schwierig. Aber Dobble ist ein Riesenerfolg. Mit Ellie spielt er wohl sehr gern Autotrumpfkarten.

liest echt gut in seiner deutschen Fibel. Sagt leider, dass er Mathe nicht mag.

Gibt sich weiter Muehe, lieb zu Sebbi zu sein und manchmal ist er eine echte Hilfe. 

Johannes

Am vorletzten Freitag war ich bei einem Physiotherapeuten. Der war ziemlich optimistisch. Meint, sowas ist nicht chronisch und waehrend Uebungen helfen wuerde es mit der Zeit von selbst wieder gut. Sogar mein Ischias waere vielleicht nicht chronisch geschaedigt, mein Ruecken nur durch meine Arbeitshaltung steif. Davon abgehen war es schoen mal in Ruhe Bus und dann Rad zu fahren. Der Termin war in Cosham und ich fuhr den Heimweg ganz mit dem Rad. Bisschen wie frueher. Schones Gefuehl in den Muskeln.

Die Schulterschmerzen haben seitdem stark abgenommen. Offenbar hilft es, den Nerv einfach in Ruhe zu lassen anstatt zu ueben.

ich fuehle mich insgesamt endlich wieder halbwegs gesund. Die endlosen Erkaeltungen sind vorbei. 

Nach sechs Jahren mit Kindern will ich eins festhalten: ich kann kein Multitasking, und auch sechs Jahre Uebung aendern daran nichts. Einer der vielen Gruende, warum Ellie Kinder besser betreuen kann als ich. Mich schlaucht es bis heute extrem, zwei Leuten gleichzeitig zuzuhoeren, die meistens auch noch mehrere Sachen auf einmal besprechen, fragen oder fordern, und zwar sofort. 

Ich war beim Tango! Das erste Mal seit 2,5 Jahren. Aber diesmal nicht wie damals Freitagabend, das kann und will ich einfach nicht mehr. Stattdessen will ich jeden Donnerstag 14 Uhr in meiner Mittagspause zur Nachmittagveranstaltung gehen. Es war schoen, dass sich die Leute, wie bereits vor 4 Jahren, wirklich freuten mich zu sehen.

Ich habe Das Geheime Haus von Edgar Wallace ausgelesen und lese jetzt zum ersten Mal Agatha Christie. Aber auch das Lehrbuch, wie Computer funktionieren.

Ich habe jetzt zweimal ausprobiert, die Kinder gemeinsam ins Bett zu bringen. Das funktioniert auch, macht Spass und vereinfacht mir das Leben, wenn Ellie mal nicht da ist. Allerdings dauert es insgesamt laenger, weil ich Otto dann immer noch in sein eigenes Bett bringe und wir dann doch noch lesen. Unabhaengig davon streiten sich beide Kinder seit Monaten darum, wer mit mir ins Bett gehen darf. Waehrend das albern ist, macht Ellie diese demonstrative Ablehnung doch zu schaffen.




 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Unser Bad ist jetzt fertig. Insgesamt hat das ganz gut geklappt, und ich bin froh, dass wir kein Zimmer oder Haus gemietet haben. Persoenlich gibt mir das neue Bad ehrlich gesagt nichts. Aber ich mochte die Klempner.

Sonntag war ich mit beiden Jungs in Chichester, als Ellie auf einer Tanzprobe war. Wir fuhren mit Bus und Bahn; ich will Sebbi mehr Zug probieren lassen. In Chichester bekamen beide ein Eis am Kanal - ich war krank und waehlte den einfachsten Weg. Sebbi brauchte Beruhigung, als sein Eis zerbrach. Otto hat mir sehr geholfen.

Otto

hatte Samstag einen super Sport-Tag: morgens nach dem Schwimmen kam er in Stufe 2, mittags bekam er beim Karate den gelben Guertel. Beides liess er sich umgehend mit Suessigkeiten vergueten.

ich habe eine laenger gehegte Vermutung bestaetigt: Otto aergert sich, sobald er seinen kleinen Bruder sieht. Morgens ist er lieb im Bett, und sobald wir zu Ellie und Sebbie rueber gehen, sieht man es im Gesicht und Verhalten. Letztens merkten wir auch, dass er mit sich kaempft, wenn wir Sebbi loben oder ihm helfen.

Gleichzeitig arbeitet er aktiv an seinem Verhalten. In der Schule besprechen sie wohl Konzepte wie Dankbarkeit und Hoeflichkeit, und er zeigt tatsaechlich einige neuen Bemuehungen und Erfolge in dieser Richtung.

Heute waren wir nachmittags in Ottos Schule zur Vorstellung ihres aktuellen Projekts, einer Einfuehrung in die Geographie innerhalb der Stadt. 

Sebbi

nahm ich Samstag im Bus mit zur historischen Werft, waehrend Otto beim Karate war. So wie Otto damals spielt auch Sebbi gern im Bootshaus Nummer 4.

ist weiter strikt gegen Pullern auf dem Reisetopf. Will immer nur zu Hause. Hat vielleicht Angst vor echten oder potenziellen Handtrockern. Manchmal laesst sich das nicht umgehen, dafuer hat er jetzt auch Ohrenschuetzer, so wie damals Otto.

ich habe das Gefuehl, dass Sebbi noch besser deutsch spricht als Otto im gleichen Alter. Er scheint sogar zu konjugieren.

Johannes

Ich bin insgesamt erschoepft. Will endlich wieder gesund sein. Schulter und Arm schmerzen weniger, aber die endlosen Erkaeltungen ermueden mich koerperlich und geistig. Ich will mich einfach mal wieder ganz fuehlen. Und Kraft fuer etwas Interessantes uebrig haben. Einige Abende ging es mir deshalb auch seelisch schlecht. Ist schon schlimm, wenn alltaegliche Bewegungen und Ablaeufe ploetzlich nicht mehr gehen. Dann fuehle ich mich sehr alt und denke mir, dass man sich das Leben in dem Alter so nicht vorgestellt hatte.

Auf Hobbies habe ich schon lange nicht mal mehr Lust. Ich lese auch nur noch seichtes, einen Edgar Wallace von 1917. Und ich gucke jetzt alte Krimis, weil ich abends eh fuer nichts mehr Kraft habe. Ich habe insbesondere die Serie "Die Fuenfte Kolonne" entdeckt.

Ich war nochmal zur Massage, nachdem die Schulter wieder aufgeflammt war. Und ich habe gelernt, dass Physiotherapie einfacher als gedacht zu haben ist: ich habe mich einfach selbst angemeldet und einen Termin fuer eine Woche spaeter bekommen. Muss eben nur einige Stunden Urlaubszeit opfern.


Schwimmstufe 2!

Hai im Hafen

Ruderhai

Physikhai


 
Zug nach Chichester

Sonntag, 1. Februar 2026

Ich habe mich kuerzlich verhoben (mit Sebbi) und die Schulter kaputt gemacht. Das tut richtig weh. Ich bin einmal zur Massage und habe mir Uebungen geben lassen. Es ermuedet mich sehr. Koerperlich wegen den Schmerzen, und geistig mache ich mir Sorgen, dass das nur der Anfang ist so wie damals mit dem Ischias. Und das man alt wird und vielleicht nie wieder einen richtig funktionierend Koerper haben wird.

Die Uebungen helfen, der Schmerz laesst langsam nach bzw. wandert zwischen Schulter und Arm. Ich schlafe dadurch aber schlecht, gerade wenn ich es am meisten brauche. Dazu reissen die Erkaeltungen nicht ab. Einen Tag musste ich krank machen und im Bett bleiben.

Das Bad wird weiter gebaut und wir haben eine Routine entwickelt, mit der wir keine alternative Wohnung brauchen. Letztes Wochenende haben wir uns trotzdem eine Nacht im Nachhaltigkeits Zentrum gegoennt. Groesstenteils einer Dusche wegen, die wir natuerlich auch billiger haetten haben koennen, aber irgendwie hatten wir Lust drauf. Die Kinder v.a. auf das Fruehstueck, und ich hatte noch die Illusion, abends etwas im Fruehstuecksraum zu lesen, wenn sie schliefen. Aber in der Praxis kollabierte ich selbst um die Zeit, und bekam endlich mal eine lange Nacht - schlief allerdings sehr schlecht. Die Schmerzen in Ruecken und Arm, und die ewigen Erkaeltungen (ich bin ueberzeugt ich habe gerade zwei davon).

Wir waren die einzigen Gaeste; man hatte das Haus extra fuer uns aufgemacht und Lebensmittel gekauft. Das Fruehstueck war tatsaechlich schoen, wenn auch nicht entspannend. Die Kinder haben es sichtlich genossen. Danach spielten wir im nassen Wald und in Pfuetzen, dabei fuehle ich mich immer als ein guter Vater. Otto hat aus Kalkstein Farbe gemacht und Sebbi spielte mit einem Rohr Laubblaeser. Ich wuenschte nur, Sebbi koennte zur Waldschule gehen so wie damals Otto an den Mittwoch Vormittagen.







Donnerstag, 29. Januar 2026

Montag kamen die Klempner. Es geht bisher ganz gut. Mittags geht man in einem Cafe aufs Klo, und gegen 16 Uhr wird das eigene wieder angeschlossen. Der Rest des Bads ist leer und entkachelt. Wir waschen die Kinder abends in einer Plastikkiste, was ziemlich beliebt und auch viel schneller ist als frueher. Ellie und ich machen Katzenwaesche in der Spuele; Freunde lassen uns bei sich duschen. Der Wirtschaftsraum ist vollgestellt mit den neuen Badgegenstaenden und der Garten voller Bauschutt.

Sebbi

* seine Sprache ist Spitze; inzwischen uebersetzt auch er fuer Ellie. In letzter Zeit will er gerne Maerchen hoeren, sowohl aus dem Buch als auch frei erzaehlt.

* ist manchmal launisch - fuer seine sehr suessen Verhaeltnisse. Ich hatte grosse Freude, ihn und Ellie Montag mittag in einem Cafe zum Essen zu treffen. 

Otto

Kam kuerzlich doch noch in den Schulchor. Das hat mich ganz besonders gefreut. Bisher macht es ihm Spass, und ich vermute, auch ihm wird Singen langfristig Freude machen.

* wieder verdammt frech, ignoriert uns wenn wir ihm was sagen, aggressiv gegenueber Sebbi. Wir sanktionieren ihn jetzt konsequenter: Warnungen werden wahrgemacht. Ich glaube, daran ist er nicht gewoehnt. Und er bemueht sich. Manchmal spielen die Kinder etwas zusammen!

* beeindruckt uns weiter mit seiner Lesefaehigkeit. Seitdem Ellie und ich uns abwechseln, mache ich nur Deutsch mit ihm: er liest aus der Fiebel, dann lese ich Pippi Langstrumpf, wo wir gerade das zweite Buch begonnen haben.

Johannes

Donnerstag einen Nerv und/oder Muskel gezerrt. Anhaltender Schmerz in recheter Schulter hat mich ermuedet. Ich war zu wenig zu gebrauchen. Es liess mit der Zeit nach, aber ich habe den Verdacht, dass es kein Zufall war, sondern eine Folge meines Lebens seitdem wir Kinder haben. Deshalb machte ich mir einen Termin zur Physiotherapie, und liess mir vorbeugende Uebungen geben. Die kommen jetzt zu den Rueckenuebungen. Ich denke mir, so geht der Koerper eben nach und nach kaputt. Und viele Menschen leben mit mehr oder weniger starken Schmerzen. Erst, wenn man eines Morgens ohne Schmerzen aufwacht schaetzt man einen funktionierenden Koerper.

Eine Woche spaeter leistete ich mir etwas Physiotherapie. Der Therapist klang insgesamt ganz positiv. Eine Massage war auch mal schoen. Zu diesem Zeitpunkt war der Schmerz groesstenteils abgeklungen, und meine Hauptsorge gilt langfristiger Vorbeugung. Darum habe ich mir einige Uebungen geben lassen. 

Das letzte Wochenende war sehr typisch: weder gut noch schlecht, aber erschoepfend. Schwimmen, einkaufen, Kinder unterhalten bis man wieder ins Bett gehen darf. Zeit totschlagen. Nichts wirklich schlimm, aber Spass gemacht hat nichts davon.

Insgesamt ging es mir die letzte Woche eher schlecht. Zwischen Schmerzen und anstrengenden Kindern wird mir die relative Monotonie unseres Lebens bewusst, in dem wir wenig freie Zeit haben und dann meistens zu erschoepft fuer sie sind. Bis kuerzlich ging es mir besser und ich habe abends lesen koennen. Einmal sagte mir Ellie nebenbei, dass die Unterhaltung mit mir interessant ist, und das hatte eine aussergewoehnliche Wirkung auf mich. Ich habe fast geheult. So selten hat man richtig Zeit miteinander, dass ich manchmal furchtbare Gedanken habe, man lebte sich langfristig auseinander. Hobbys wuerden mir wohl gut tun so wie Ellie, und ich kam letztens am Mittwoch abend wieder zu den Brettspielern. Aber der Preis von Hobbys ist grundsaetzlich noch weniger Zeit miteinander. Und das schlechte Gewissen, abends nicht mitzuhelfen, sitzt tief. Ich vermisse die Jahre zusammen in Chor und Tanzkursen.