Dienstag, 13. Oktober 2026

Samstag probierten wir etwas neues aus: eine Kita Betreuerin übernahm für zwei Stunden privat die Jungs. Die liebt nämlich Sebbi so sehr, dass sie meinte, ihn würde sie gratis betreuen. Wir haben sie natürlich bezahlt und weil es gut geklappt hat, werden wir das irgendwann mal etwas länger machen. Ellie und ich sind die Zeit ins Cafe und spazieren gegangen, so wie es vor langer Zeit normal gewesen war.
 
Sonntag ging es mir nicht gut. Gleich am Morgen war irgendwie alles zuviel. Das Gequengel und Gestreite der Kinder. Die Pläne für den Tag. Was im Haus alles kaputt geht und nie repariert werden kann. Sobald Ellie vom Tanzen kam, zog ich mich zurück. Später ging ich längere Zeit spazieren. Warum das passierte, macht mir etwas Sorgen. Otto scheint etwas aggressiver als gewöhnlich, und ich hatte schlecht geschlafen. Aber das hatte Ellie auch. Und chon am Freitag abend war ich überfordert gewesen mit Otto. Insgesamt also vermutlich eine allgemein schlechte Psyche. Sollte ich wahrscheinlich etwas gegen machen, tue ich aber nicht, weil ich nie zum Stillstehen komme. Was auch immer der Grund war, dazu kam sofort das schlechte Gefühl, alles auf Ellie abzuwälzen.

Sebbi

Spielt bemerkenswert gut mit Bausteinen. Sei es Lego oder Magnetplatten, er zeigt viel mehr Konzentration und Feinmotorik als Otto in dem Alter. Nicht, dass es kein Drama wäre, wenn ein völlig instabiler Turm dann auch zusammenbricht. Ein weiteres Zeichen eines großen Unterschieds zwischen den Kindern: Sebbi spielt allein und mit Spielzeug.
 
manchmal versucht Sebbi schlechte Laune zu haben, aber eigentlich kann er es nicht.
 
wacht regelmäßig nachts auf und weint, seine Beine bzw. Füße täten weh. Stimmt wahrscheinlich nicht, ist aber trotzdem furchtbar für mich. Über mehrere solche Zwischenfälle hat sich aber die Geschichte von Hertha dem verrückten Huhn entwickelt. Weil ich Sebbi auch oft ein verrücktes Huhn nenne. Hertha jedenfalls erlebt mit ihrem Freund Sebbi viele Abenteuer auf dem Bauernhof.

Otto

hat mit mir das Buch "Unser Körper" aus der Reihe Was ist Was ausgelesen. War doch etwas schwierig für ihn. Aber verstanden hat er doch vieles. Sebbi guckt auch gerne mal rein.
 
wird auch Mitte Oktober noch von Mücken zerstochen. Ich weiß wirklich nicht, was ich machen soll.

Johannes

Ich hab den Scarlet Pimpernel ausgelesen und lese jetzt die Drei Musketiere weiter. Außerdem fange ich für die Arbeit ein neues Buch über die Technologie Docker an.
 
Unser Auto hat anhaltende Probleme mit dem Dieselfilter. Soviel Geld und Zeit. Ich wünschte, wir hätten Solar auf dem Dach und ein elektrisches Auto, oder am besten gar keins. Alles geht kaputt, und niemand hat die Zeit es zu reparieren. Ich vermisse meine alten Mietzimmer.

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Otto hat kürzlich die Tanzhobbys seiner Eltern kennen gelernt. Am letzten Freitag kam er mit mir zum Tango. Er hatte das mal sehen und ich es ihm zeigen wollen. Ich glaube nämlich, seine Emotionalität könnte ihn zum Tanzen und / oder Singen begeistern, so wie es mir ergangen war. Vor allem wollte Otto natürlich abends lange aufbleiben wollen. Er war dann auch extrem aufgeregt, als wir im Dunkeln (und noch besser, nachdem Sebbi ins Bett musste) mit dem Bus fuhren. Wie erwartet spielte er am Ende lieber Pokemon auf meinem Telefon, aber er zeigte durchaus Interesse am Tanzen; ich zeigte ihm ein paar Schritte und er sah mich später etwas tanzen. Die Leute waren natürlich begeistert den Grund zu sehen, weshalb ich seit sechs Jahren nicht mehr wirklich komme.

Samstag fuhren wir dann alle zu einem Auftritt von Ellie. Das fand in einem kleinen Ort knapp 40 Minuten mit dem Auto von hier statt. Während dort aufbauen half, fuhr ich mit den Kindern auf einen Spielplatz und essen. Zwischendurch klagte Otto, dass sein Fuß juckt, ganz ganz furcthbar, und es hört erst auf, als wir nach Abbruch des Spielplatzes gerade auf einen Apothekter warteten. Ellies Veranstaltung war dann ganz toll. Sie hatte vier Auftritte; ihr Solo war das beste, was ich von ihr gesehen habe. Und auch Otto war begeistert - er guckte viel mehr zu als ich gedacht hatte, während Sebbi draußen mit mir spielte.

Sonntag fuhren wir zu viert zum Dell, wo ein neuer Waldpfad eröffnet wurde. Mit einigen guten Spielstationen für Kinder, die das anfängliche Quengeln schnell überwunden. Auf dem Weg dahin hatten wir ein Picknick gemacht und dabei ungenießbare Birnen und frühe Walnüsse gesammelt, wozu später ungenießbare Maiskolben kamen, aber das wichtigste ist, die Kinder sehen wo das herkommt und was man damit machen kann, oder eben nicht.

Beide Kinder haben jetzt Lichter an ihren Fahrrädern und wir fahren viel zusammen. Zur Kita, zum Laden. Für die Jungs ist es weiter aufregend.

Sebbi

macht jetzt auch immer eine Ruhige Zeit bevor er schlafen geht. Wir spielen etwas und ich versuche, ihm etwas beizubringen. Aber vor allem wollen beide Kinder Kerzen anhaben.
sprüht vor Freude und Glück.  

Otto

bekam eine Uhr mit beschrifteten Zeigern zum Lernen in sein Zimmer gehängt. Die tickt nachts ganz schön laut, aber irgendwie finden wir das beide beruhigend. Er sieht sie eigentlich nur morgens und abends, und dann nur, wenn das Licht an ist. Aber er zeigt genug Interesse, sie lesen zu wollen.

ich konnte Otto letztens ein paar Mal in der Schule beobachten, und sein Verhalten wirkte rücksichtsvoll und hilfsbereit. Es ist schwierig, daran zu denken, dass er auch nur ein kleines Kind ist und vor allen Dingen Unterstützung braucht. 

Johannes

ich lese schnell durch den Scarlet Pimpernel, und habe auch mit Freude den Film von 1934 geguckt.
 

Montag, 28. September 2026

Zusammenfassung eines gelungenen Wochenendes: 

Samstag waren wir in Butser, wo zwei Historiengruppen das angelsächsische England im Jahr 640 nachstellten. Otto war fasziniert von drei Raubvögeln auf Stangen, einer davon ein richtiger Adler. Er unterhielt sich viel mit den Leuten an diesem Stand, was mir die seltene Möglichkeit gab, mich selbst umzusehen und zu unterhalten. Otto fand auch die Kampfspiele toll, während Sebbi sich lieber das Küchenzelt ansah, als die Darsteller zum Mittag gerufen wurde. Außerdem war er sehr glücklich, das die Weintrauben vor der römischen Villa jetzt reif sind. Es war insgesamt sehr angenehm für uns alle, und ich konnte selbst mal einige Fragen stellen.

Sonntag war auch ein schöner Tag. Erst ging Otto mit Ellie zu einer Preisveranstaltungen für Kinder, die im Sommer einen Lesewettbewerb gemacht hatten. Das war wohl enttäuschend, aber er suchte sich ein sehr gutes Buch über die alten Römer aus; der Junge zeigt immer wieder guten Geschmack. Dann tauschte ich mit Ellie Kinder: sie nahm Sebbi zur Geburtstagsfeier eines Kita Freunds, und ich machte Otto Mittag. Und dann bot sich die seltene Gelegenheit, mit ihm allein zum Familienschwimmen zu fahren - sonst will Sebbi inzwischen immer mitkommen. Was schön ist, aber ich kann Otto dann nicht üben helfen. Und diesmal haben wir gut daran arbeiten können. Was er mir zeigte, sieht richtig beeindruckend aus, wir übten einige Techniken, und ich selbst lerne inzwischen selbst nützliche Sachen von ihm. Die machen tatsächlich Stile wie den Delfin. Es war eine richtig schöne Erfahrung für uns beide: ich fühlte mich wie ein guter Vater und Otto liebt die volle Aufmerksamkeit und das Lob eines Erwachsenen. Auf dem Rückweg wurde es für ihn noch besser: ich probierte spontan ein lange avisiertes indisches Cafe aus, zu dem ich mit Ellie nie kommen werde. Otto genoss die Sonderaktion und das gute Essen.

Sebbi

schnottert weiter rum und hat manchmal schwierige Nächte 

Otto

Ellie hat von Ottos Lehrerin viele gute Sachen gehört.

Johannes

meine Apfelbäume in der Schule leiden unter der Dürre. Ich habe vereinbart, dass ich sie ab und zu gieße, und die anderen Pflanzen dazu.

ich habe das alte Buch The Scarlet Pimpernel zu lesen. Normalerweise lese ich nicht mehrere Bücher auf einmal, aber es macht mir zuviel Spaß.

Mittwoch, 23. September 2026

Samstag fanden wir im Umweltzentrum keine Pflaumen aber dafür besonders gute Äpfel, Kräuter, jede Menge Haselnüsse und sogar ein paar Birnen. Mir hat dieser bewölkte Nachmittag sehr gut getan. Wir waren lange im Wald unterwegs, am Ende noch in der Ecke, wo Otto früher seine Waldschule hatte. Die Kinder hätten da lange gespielt und ich wünschte, ich hätte ihnen die Zeit geben können.

Sonntag war Sebbi verschnupft und wir gaben den Jungs etwas Radfahren und ein Cafe. Abends habe ich mit Otto unsere erste richtige, gemeinsame Radtour gemacht. Am Meer entlang Richtung zur Fähre nach Hayling, zu einer kürzlich von mir entdeckten Seebrücke, und dann spielten wir in einem Cafe im Abendlicht Love Letter. Otto blüht immer auf, wenn er das Gefühl hat, etwas erwachsenes zu machen und alle Aufmerksamkeit ganz auf ihm ruht. Ich freue mich aber auch sehr, hatte das schon lange geplant und es ist ein weiterer Schritt hin zu größerer Aktionsfreiheit mit Kindern.

Sebbi

spricht wieder grammatisch sehr gutes Deutsch. Letztens verließen wir gerade das Haus, da sagte er "Ich halte Deine Hand". Am nächsten Tag arbeiteten wir in der Küche und er sagte "Ich helfe Dir!" .

Otto

mag die Kinder von Bullerbü soweit.

hat kürzlich von einem extrem seltenen Spielzeug Auto gehört, von dem es nur eins gibt. Das findet er unglaublich spannend und will in jeden Wohltätigkeitsladen, weil es ja da sein könnte.

Johannes

mein erster Versuch mit Roggensauerteig scheiterte, aber nicht kläglich: ich machte noch Fladenbrote draus, und wenigstens der Geschmack stimmte. Dafür machten Otto und ich ausgezeichnete Pflaumenmarmelade.

Freitag, 18. September 2026

Samstag fuhren zu einer Art Festival auf dem Land. Wir hatten kurzfristig und gratis Karten bekommen. Da standen verschiedene Zelte und Stände auf einem Feld und in einem kleinen Waldstück daneben gab es Essen, Musik und ein Lagerfeuer, in das Kinder begeistert neues Holz schmissen. Vor allem aber gab es ein großes Zelt mit Spielstationen verschiedensten Art für Kinder, und darum herum konnten die Eltern sitzen. Wir trafen auch sofort verschiedene Familien aus Ottos Schule. Er und Sebbi spielten dort stundenlang. Später suchten Sebbi und ich Haselnüsse und kamen auf ein Feld mit Hühnern.

Mittwoch habe ich etwas besonderes gemacht: mittags wilderte ich in Ottos Schule zwei Apfelbäume aus. Die hatten wir zu Hause vor zwei Jahren als Kerne gepflanzt, und jetzt wurden sie zu groß für die Pflanzsäcke. Niemand weiß, ob sie am neuen Ort überleben. Aber im Garten kann ich sie nicht lassen, der ist dafür leider zu klein. Ursprünglich wollte ich sie irgendwo in der Natur einbuddeln, aber jetzt ist einer in Kent, und zwei in der Schule. Otto und viele andere Kinder halfen. Es wurden zu viele, sodass Otto mit den Ersthelfern irgendwann zurücktreten mussten, was mir leid tat. Aber ich habe im Vergleich gesehen: unsere Kinder sind super.

Sebbi

überrascht uns trotz aller Erfahrung immer weiter, wie natürlich er andere Kindern kennen lernt.

Otto

wir haben die Gesamtausgabe von Michel aus Lönneberga ausgelesen. Jetzt gucken wir, ob Otto Bullerbü mag. Wahrscheinlich etwas weniger, denn Otto hat sich sehr mit Michel identifiziert. Auch mir hat das Buch mehr Spaß gemacht als erwartet. Ellie hat mit ihm derweil die gesamte Reihe des Magic Faraway Tree ausgelesen. Es fällt uns beiden schwer, neue Bücher zu finden, denn Otto will inzwischen längere, mit größeren Welten, aber wir erinnern uns kaum noch, was wir früher gelesen haben, geschweige denn in dem Alter.

Johannes

Mir geht es ganz gut, solange ich Wolken sehe. Ich würde gerne nochmal einen richtig kalten Wintertag erleben.

Ich habe das erste Mal erfolgreich Sauerteig gemacht, und damit auch Brot. Als nächstes probiere ich, ob damit jetzt Roggenbrot funktioniert.

Ich habe ein langes, technisches Buch ausgelesen, das ich wahrscheinlich gleich nochmal lesen sollte. Aber erstmal lese ich die drei Musketiere.

Sonntag, 6. September 2026

Freitag abend ging Ellie mit ihrer alten Freundin Mel zu einem lokalen Konzert. Wir konnten uns beim Frühstück noch etwas unterhalten, bevor ich mit Otto schwimmen fuhr. Es tat mir richtig gut, mit jemandem interessantem aus meiner Generation reden zu können. Sie verstand Anspielungen auf alte Filme, mit denen ich sonst nur Ellie nerven kann. Und sie bäckt Brot. Schade, dass wir selten Gäste haben und selbst kaum besuchen können.

Samstag trafen wir Ellies Schwester samt Mann im Museumsdorf Bucklers Hard im New Forest. Da wurden früher Schiffe gebaut, und die oft fotografierte Hauptstraße führt piktoresk hinunter zum Fluss Beaulieu. Viele Bäume, ein Apfelgarten, Gras und unten Wasser. Abgesehen vom Museum ist alles gratis. Wir fuhren auch einmal mit dem Schiff Richtung Flussmündung, wo man die Isle of Wight sieht. Ellie ging später mit Otto ins Museum, ich stromerte mit Sebbi herum. Otto wurde etwas zu aufdringlich; neue Menschen sind zu aufregend.

Sonntag fuhren wir in die entgegen gesetzte Richtung und trafen in einem familienfreundlichen Pub Ellies Vater und Anhang. Die Kinder hatte eine Wiese mit Spielplatz. Ich unterhielt mich sehr schön mit meiner, vermutlich, Stiefschwiegermutter über Brot und Marmelade und Gärtnerei. Und mit ihrer Mutter über Paul Temple. Sie übernahmen einen meiner Apfelbäume um ihm in ihrem Garten den Raum zu geben, den er inzwischen braucht. 

Sebbi

Ist jetzt in der ältesten Kita Gruppe. Springt vor Freude, wenn da morgens die Tür aufgeht.

Wir fahren inzwischen immer zusammen Fahrrad. Morgens zu zweit zur Kita, und beim Abholen nachmittags kommt meistens Otto mit. Ich fahre sehr gern mit meinen Kindern Rad. 

Otto

geht wieder zur Schule. Tut ihm allgemein gut. Sein Verhalten schwankt weiter mehr als gewöhnlich. Zwischen vorbildlich und Anhaltender Explosion. Aber inzwischen haben wir das Gefühl, dass er sich mehr zum besseren als zum schlechteren entwickelt. Er zeigt manchmal Geduld und Zuneigung mit Sebbi, die wir bisher nicht kannten. Manchmal spielen die beiden richtig zusammen. Und in der Schule wurden ihm gleich zwei der Erstklässler zur Eingewöhnung gegeben. Scheinbar hat man da besonders großes Vertrauen in ihn.

Wird übel von Mücken gepiesackt. Er muss eine Art Allergie haben: die Stiche schwellen und bleiben auch ewig sichtbar. Einmal kriegte er über Nacht drei ins Gesicht, was so anschwoll, dass er beim Frühstück nicht kauen konnte. Wir suchen seit Monaten vergeblich nach Schutz oder Linderung.

ich habe unsere abendliche Ruhige Zeit richtig lieben gelernt. Sie stabilisiert mich; ich kann mich da richtig entspannen. Ich lasse ihn dafür zu lange wach bleiben. Neulich lernte er Quartett spielen (übrigens ein ganz altes aus Nordhausen) und dann mein altes Lieblingsspiel, Love Letter. Am Ende gebe ich ihm dann wieder etwas zum Rechnen, und letztens stellte ich fest, dass er sich durchaus noch an negative Zahlen erinnert.

Im Bett liest er dann eine Seite aus dem deutschen "Was ist Was: Mein Körper" und ich lese ihm Michel aus Lönneberga vor - wir sind aber bereits im letzten Kapitel.

Johannes

ich fühle mich weiter sehr labil. Solange ich nichts von der Welt mitkriege, geht es. Ein Stück Nachrichten, ein Kommentar über das Wetter oder Politik von Bekannten, bringen mich aus dem Gleichgewicht. Wenn die Kinder fröhlich sind, tut es mir weh, was ihnen noch blühen wird. Die machen uns meistens große Freude. Ich dann befürchte ich, dass eine schöne Kindheit irgendwann nur den Kontrast zur Wirklichkeit verschlimmert.

Manchmal fühlt sich mein Leben sehr festgefahren an. Fast immer der gleiche Tagesablauf. Ich leide allgemein wieder mehr unter dem Nullsummenspiel unserer Umstände. Tagsüber haben wir keine Zeit, abends, zur einzigen kinderfreien Zeit, haben wir keine Kraft mehr. Will einer von uns selten gesehen Freunde treffen, verlieren wir sofort ein Wochenende zusammen. Wir machen einen weiteren Anlauf, wenigstens nicht auf Telefone zu starren. Ab 21.30 kommen sie weg.

Positives:

mein Brot ist richtig gut geworden.

Die Drei Musketiere nehmen Fahrt auf.

ich liebe alte Maigret Hörspiele 

Abends nach der Arbeit kann ich meistens zwischen den Kindern auf dem Sofa etwas lesen.

Ich treffe nach den Sommerferien wieder mehr Freunde. 

Mittwoch, 2. September 2026

Ich liebe Du

Es beginnt die Erntezeit. Am verregneten Samstag holten wir große Mengen Pflaumen und diverse Kräuter vom Umweltzentrum. Und am nächsten Tag im Dell viel zu viel Holunder und Brombeeren. Ich wünschte wir hätten diese Fülle in unserem Garten.

Am freien Montag trafen wir uns mit einer alten Freundin Ellies und deren Familie zum Frühstück am Meer. Sehr schön. Die beschrieben ihre Tochter als schüchtern und interessiert an stillem Basteln. Otto robbte währenddessen über den Boden des Cafes. Beide Jungs sehen am Wasser spitze aus.

Wir fuhren danach noch nach Butser, wo die Römer unterwegs waren. Otto lernte ihr Zahlensystem und Angriffstaktiken. Sebbi spielte schlafen. Es wurde irgendwann stressig, aber ich genieße die Blicke über die abgeernteten Hügel.

Michel aus Lönneberga ist groß angesagt. Ottos Begeisterung für das Buch steigt immer weite. Sebbie liebt das Bilderbuch, und zusammen gucken wir die alte Fernsehfolgen.

Sebbi

ist weiter besessen vom Thema Polizei und Einbrecher. Häufiger Satz: "ich werfe ihn in den Knast!".

Die Kita Betreuer übertreffen sich momentan täglich mit Liebesbekundungen für Sebbi. Eine bot uns Babysitting an; würde es sogar gratis machen. "Er ist so voller Freude und Liebe". Genau das ist er. Und er spricht viel auf Deutsch. In letzter Zeit sagt er häufig, unaufgefordert, "Ich habe Du lieb" oder sogar "Ich liebe Du". Auf Butser saßen wir einmal an einem Lagerfeuer, da lief er plötzlich zur Betreuerin der Hütte und sang ihr das Kinderlied "Londons burning" vor. Man sah ihm die Freude an. Die Frau war so lieb, ihm aufmerksam zuzuhören und wir lobten ihn zusammen.

benutzt jetzt mehr Klo als Topf

Otto

hat uns neulich sehr beeindruckt, als er auf einem Spielplatz geduldig einen kleinen Jungen in der Hauphase im Zaum hielt. Wir haben ihn dafür sehr gelobt. Sebbi hielt sich nur die Ohren zu und drehte sich weg (obwohl unsere Jungs beide bedeutend größer waren). Ich werde mit ihm nochmal besprechen, wann es ok ist sich zu wehren - das sind die sensibelsten Themen für mich als Vater.