Montag kamen die Klempner. Es geht bisher ganz gut. Mittags geht man in einem Cafe aufs Klo, und gegen 16 Uhr wird das eigene wieder angeschlossen. Der Rest des Bads ist leer und entkachelt. Wir waschen die Kinder abends in einer Plastikkiste, was ziemlich beliebt und auch viel schneller ist als frueher. Ellie und ich machen Katzenwaesche in der Spuele; Freunde lassen uns bei sich duschen. Der Wirtschaftsraum ist vollgestellt mit den neuen Badgegenstaenden und der Garten voller Bauschutt.
Sebbi
* seine Sprache ist Spitze; inzwischen uebersetzt auch er fuer Ellie. In letzter Zeit will er gerne Maerchen hoeren, sowohl aus dem Buch als auch frei erzaehlt.
* ist manchmal launisch - fuer seine sehr suessen Verhaeltnisse. Ich hatte grosse Freude, ihn und Ellie Montag mittag in einem Cafe zum Essen zu treffen.
Otto
Kam kuerzlich doch noch in den Schulchor. Das hat mich ganz besonders gefreut. Bisher macht es ihm Spass, und ich vermute, auch ihm wird Singen langfristig Freude machen.
* wieder verdammt frech, ignoriert uns wenn wir ihm was sagen, aggressiv gegenueber Sebbi. Wir sanktionieren ihn jetzt konsequenter: Warnungen werden wahrgemacht. Ich glaube, daran ist er nicht gewoehnt. Und er bemueht sich. Manchmal spielen die Kinder etwas zusammen!
* beeindruckt uns weiter mit seiner Lesefaehigkeit. Seitdem Ellie und ich uns abwechseln, mache ich nur Deutsch mit ihm: er liest aus der Fiebel, dann lese ich Pippi Langstrumpf, wo wir gerade das zweite Buch begonnen haben.
Johannes
Donnerstag einen Nerv und/oder Muskel gezerrt. Anhaltender Schmerz in recheter Schulter hat mich ermuedet. Ich war zu wenig zu gebrauchen. Es liess mit der Zeit nach, aber ich habe den Verdacht, dass es kein Zufall war, sondern eine Folge meines Lebens seitdem wir Kinder haben. Deshalb machte ich mir einen Termin zur Physiotherapie, und liess mir vorbeugende Uebungen geben. Die kommen jetzt zu den Rueckenuebungen. Ich denke mir, so geht der Koerper eben nach und nach kaputt. Und viele Menschen leben mit mehr oder weniger starken Schmerzen. Erst, wenn man eines Morgens ohne Schmerzen aufwacht schaetzt man einen funktionierenden Koerper.
Eine Woche spaeter leistete ich mir etwas Physiotherapie. Der Therapist klang insgesamt ganz positiv. Eine Massage war auch mal schoen. Zu diesem Zeitpunkt war der Schmerz groesstenteils abgeklungen, und meine Hauptsorge gilt langfristiger Vorbeugung. Darum habe ich mir einige Uebungen geben lassen.
Das letzte Wochenende war sehr typisch: weder gut noch schlecht, aber erschoepfend. Schwimmen, einkaufen, Kinder unterhalten bis man wieder ins Bett gehen darf. Zeit totschlagen. Nichts wirklich schlimm, aber Spass gemacht hat nichts davon.
Insgesamt ging es mir die letzte Woche eher schlecht. Zwischen Schmerzen und anstrengenden Kindern wird mir die relative Monotonie unseres Lebens bewusst, in dem wir wenig freie Zeit haben und dann meistens zu erschoepft fuer sie sind. Bis kuerzlich ging es mir besser und ich habe abends lesen koennen. Einmal sagte mir Ellie nebenbei, dass die Unterhaltung mit mir interessant ist, und das hatte eine aussergewoehnliche Wirkung auf mich. Ich habe fast geheult. So selten hat man richtig Zeit miteinander, dass ich manchmal furchtbare Gedanken habe, man lebte sich langfristig auseinander. Hobbys wuerden mir wohl gut tun so wie Ellie, und ich kam letztens am Mittwoch abend wieder zu den Brettspielern. Aber der Preis von Hobbys ist grundsaetzlich noch weniger Zeit miteinander. Und das schlechte Gewissen, abends nicht mitzuhelfen, sitzt tief. Ich vermisse die Jahre zusammen in Chor und Tanzkursen.















