Weihnachten war fuer mich keine Freude. Inzwischen scheint wirklich kein Teil davon mehr fuer mich zu sein. Trotz Planung und aktiv flach gehaltener Erwartungen. Die Kinder flippen durch Aufregung und unterbrochene Routine aus. Man schlichtet, beschuetzt und entmuellt die ganze Zeit. Tagsueber fehlt die Zeit und abends die Kraft fuer Musse. Ehrlich gesagt war ich froh als es vorbei war. Mir kommt sich erst jetzt der Gedanke, dass meine Eltern die Weihnachten meiner Kindheit aehlich erlebt haben koennten.
Besonders der Platzmangel im Hauses macht mich wahnsinnig. Am Weihnachtstag hatte ich eine richtige Krise, als ich auf dem Tisch einen grossen Karton und einen grossen Karton Knetspielzeug bewachen musste. 750 kleine Teile, die runterfallen, und winzige Fetzen Knete, die an Socken in den Teppich getragen werden. Teilweise geht voellig heiles Spielzeug in den Muell, dass Otto erst zu seinem Geburtstag bekommen hatte, weil wir einfach keinen Platz mehr haben. Ich kann mich nicht ueberwinden, Buecher wegzuwerfen. Spenden vielleicht, aber das kostet Zeit. Also habe ich erstmal alle eigenen Buecher auf den Dachboden gebracht, wo sie verstauben koennen.
Silvester ist hier eh nichts los, aber am Neujahrstag sind wir wieder auf einen kuerzlich entdeckten Spielplatz bei Haus Stansted gefahren. Irgendwie moegen wir den alle und im Fruehling wird es dort auch schoen sein. Otto geht als Gladiator besonders an die oeffentlichen Sportgeraete ran.
Sebbi
muss in der Kueche immer helfen. Am besten mit seinem Turm. Ist zwar schoen, und genau wie Otto damals. Aber manchmal bereite ich das Essen lieber schnell und heimlich.
singt deutsche Weihnachtslieder wunderbar
Otto
ist in einem leicht zu beeindruckenden Alter. Kuerzlich hat er die Sendung Gladiator kennen gelernt, eine sehr britische Familienvariante des Wrestlings, und ist jetzt selbst ein beruehmter Gladiator.
Mal was positives von unserer Abendroutine:
- beim Domino beweist Otto richtiges Taktikverstaendnis. Guckt sich meine Karten an, und versteht auf welche ich nicht reagieren kann. Verlieren darf er zwar nicht, aber ich muss mich nicht mehr allzu dumm stellen.
- wir spielen auch wieder wuerfeln, um Addition zu ueben, und er rechnet schnell und lernt auch Tricks die ich ihm zeige.
- schliesslich ueberraschte er mich mit seinem deutschen Lesen, als wir ein neues Lesebuch von Weihnachten probieren. Es ist, trotz allem, ein besonderes Gefuehl, von ihm meine Muttersprache zu hoeren.
Johannes
Jedes Jahr scheint Weihnachten fuer mich eine besondere Nervenprobe zu sein. Ich weiss nicht, ob meine Traditionen spaeter moeglich werden, oder nie.
Positive Sachen: Ellie schenkt mir ein Buch ueber Hampshire von 1909. Das kommt aus einem Antiquariat in Chichester, geschrieben vom Leiter einer Schule in Winchester. Beschreibt Geschichte und Orte der Region, im gut lesbaren Duktus der Zeit und mit wunderschoenen Aquarellzeichnungen. Zwei Abende las ich abends bei Kerzenlicht, dann griffen die Sachzwaenge wieder durch. Aber solche Sachen machen mich heutzutage gluecklich. Das, und Tee.
Ich habe noch andere gute Buecher bekommen, wobei immer nur eins vom Dachboden herunter darf. Ich habe meinen ersten Edgar Wallace ausgelesen - nicht ganz so schoen albern wie die Filme. Allerdings: ich merke, dass ich durchaus wieder anspruchsvoller lese. Also schaffe ich es hoffentlich durch die Neuzugaenge. Vor allem aber lese ich einige Kapitel des Linuxbuches nochmal und ziehe nochmal anwendbares Wissen daraus.
![]() |
| Otto bekam seine eigene, linkshaendige Ukulele |


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen