1. Miete
Am 28.10. haben wir endlich unseren Mietvertrag unterschrieben. Dabei haben uns die Vermieter auch erklärt, wie die Heizung richtig funktioniert. Endlich laufe ich ohne Jacke im Haus rum und Emilie muss nicht mehr in selbiger schlafen. Andererseits sind wir ohnehin kaum mehr im Haus. Genauso hätte ich mir den Laptop sparen können: ich bin sowieso 9-22 Uhr an der Uni oder danach zum Salsa.
2. Geister
Samstag den 30.11. bin ich morgens noch einmal zum Schatzmeisterhaus, um die Kellertour mitzumachen. Da bezahlt man im Prinzip drei Pfund, um zehn Minuten in einem kleinen Kellerraum stehen zu können. Dabei werden Geistererschichten von den römischen Soldaten erzählt, die dort noch regelmäßig zu Fanfarenstößen aus den Wänden marschiert kommen. Der Keller liegt nämlich auf einer der Haupteinfallsstraßen der alten Garnison, welche man im Boden freigelegt hat.
3. Lichterfest
In York fand am 27.-30.11. das jährliche Lichterfest statt, an dem historische Gebäude bunt angestrahlt werden. Ich war am Donnerstag kurz im Zentrum, wo Blumenbilder an die Südfassade des Münsters geworfen und dazu komische Gedichte erzählt wurden. Nicht so beeindruckend wie die Fotos in der Touristeninformation. Der Münster hat im Übrigen 'im Moment keine Stellen für Freiwillige'.
4. Statistik
4.1 Offizielle Zählung des vorreformatorischen Yorks: 40 Kirchen, 8 Kloester.
4.2 Meine Professoren:
1 Pakistaner (Recherchetraining)
1 Mexikanerin (Mikroökonomietheorie; vorher Leiterin des Intensivkurses)
1 Japaner (Quantitative Methoden, d.h. Statistik) – sehr jung, sehr unsicher, sehr süß
1 Dänin (Entwicklungspolitik), früher an Oxford, bestes Englisch auf der Welt, superprofessionell
1 Türkin (Entwicklungsmakroökonomie, wo ich nur gasthöre) geboren für ihr Fach so ihren Beruf. Ganz ganz toll.
5. Unibildung
Freitag den 05.11. halte ich in Entwicklungspolitik meine erste Präsentation seit der Bachelorprüfung. Thema: Neoliberalismus.
Inzwischen studiere ich de facto Mathematik. Von den vier Kursen sind nur zwei ernstzunehmen, Mikroökonomie und Quantitative Analyse, beide füllen allein die Woche, für sie allein brüte ich jeden Tag über Formeln. An sich macht mir Mathe Spaß, solange bis es zu den Übungen kommt. Das Problem dabei ist nicht so sehr, dass ich nach einer Woche durchaus harten Lernen auf die Formeln an der Tafeln starre wie auf ein abstraktes Gemälde, sondern das allgemeine zustimmende Nicken um mich herum. Plus die intelligenten Fragen, und Korrekturen, für die uns die Professorin reichich Gelegenheit gibt. Dabei sind das die gleichen Leute aus dem Sommerkurs, die vorher Politik oder Medizin oder Politik studiert hatten, aber weniger Mathe als ich.
Verglichen mit dem Bachelor ist das hier aber immer noch Urlaub. Schließlich habe ich noch ein Leben außerhalb der Uni, mit Kaffee trinken und tanzen und ab und zu was aus privatem Interesse lernen.
6. Extrabildung
Zu Russisch komme ich kaum noch. Dafuer habe ich mich fuer einen kurzen Computerlehrgang zu Datenbanken eingeschrieben.
Ich habe Drei Maenner in einem Boot beendet und lese jetzt Die Schatten der Globalisierung von Joe Stiglitz. Geringstes Uebel einer Wahl verschiedener Titel fuer den Kurs Recherchemethoden.
7. Spaß mit Feuer
Samstag den 06.11. ist Guy Fawkes Nacht, zur alljährlichen Feier der Folter und Hinrichtung des katholischen Verschwörers, der das Parlament samt protestatischem König in die Luft jagen wollte. Dazu trifft man sich alle Jahre wieder um ein Feuer, auf denen früher dazu seine Strohpuppe verbrannt wurde. Für mich ist abends große Salsaparty, endlich Platz zum Tanzen.
8. Wenn jemand ein Weihnachtsgeschenk fuer mich sucht: eine Sekretaerin waere sehr nuetzlich.
9. Der Schokoladengeruch hat sich auf andere Stadtviertel ausgebreitet.
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