Samstag, 1. August 2026

Opa

Samstag, den 25. Juli, kam, nach spontaner Umplanung, Papa für eine Woche zu Besuch. Er wohnte drei Straßen weiter, und die müden Kinder schrien abends Zeter und Mordio, weil sie nicht mehr Opa Wohnung inspizieren konnten. Das kam aber am nächsten Tag.

Sonntag

gingen wir es einfach an: Spielplatz am Morgen, ein Picknick, dann fuhr ich mit Kindern und Papa in den Apfelgarten. Unsere Freunde hatten uns kurzfristig eingeladen. Bestes Wetter; die Jungs stiegen auf Leitern und pflückten Äpfel. Meine Bekannte schnitt extra Haselzweige, damit sie die Schafe und Ziegen auf dem Nachbargrundstück füttern konnten. Dann deckten sie einen Tisch mit Kaffee und Kuchen. Über uns kreisten die Bussarde und Rotmilane. Ich bekam Rhabarber. Auf der Rückfahrt hielten wir in einer Allee und schauten von einem Stoppelfeld in die Weite. Beide Jungs beobachteten die Stoppeln durch mein Fernglas. Papa und ich schauten rüber zu den Hünengräbern auf dem Alten Winchester Hügel. Hinter uns fuhr ein Traktor Strohballen vom Feld. Wir sammelten Ähren und mahlten daraus am nächsten Tag Mehl. Ich wünschte, wir hätten noch zwei Stunden mehr gehabt.

Montag und Dienstag musste ich leider arbeiten. Papa schloss sich Ellies Ausflügen mit den Kindern in die Bibliothek und in den Park an. Spendierte manchmal Eis. Für mich war es sehr schön abends mit Papa und Otto ans Meer zu gehen. Leider versteht Sebbi jetzt das er zurück gelassen wird. Ich wünschte ja auch, er könnte mitkommen. Aber er braucht den Schlaf. Denn er ist nur ein Baby. Genau wie Otto.

Mittwoch

kam eine große Aktion: Otto verbrachte einen ganzen Tag im Freiluftmuseum Butser im Eisenzeit-Ferienklub. Sebbi setzten wir auf dem Weg in der Kita ab. Papa und ich guckten uns Butser auch an, ohne Otto abzulenken. Dann fuhren wir mit dem Auto die South Downs entlang, aßen im Umweltzentrum und dann weiter zum Alten Winchester Hügel und guckten ins Land. Dann ging es zurück, Otto abholen. Der hatte einen guten Tag gehabt: Wolle gesponnen, Bogen geschossen und sein eigenes Rota Spiel gebaut. Wir holten Sebbi etwas früher nach Hause und ich beschloss ihn die restliche Woche gleich da zu behalten.

Donnerstag

gab ich den Jungs Pause und das hat gut geklappt. Vormittags in die Bibliothek, dann Mittagessen im Garten, nachmittags zum Meer. Dort lernte Otto einen Freund kennen, den er die folgenden Tage immer wieder suchte. Sie spielten auf einer Luftmatratze im Wasser, und Sebbi hörte gar nicht auf zu lachen wie die Jungs imm wieder ins Wasser fielen. Die andere Familie war aber nur das Wochenende über in Portsmouth. In der Zeit spielte Otto mit ihm im Wasser, und ich konnte mir das Aufpassen mit den Eltern teilen.

Freitag

machte ich einen Ausflug nach Warnford. Dort kennen wir eine besonders schöne Wiese mit Spielplatz am Fluss liegt, unter großen, schattigen Bäumen. Da wollte ich die Mittagshitze verbringen. Wir verbrachten Stunden am und im Fluss. Die Kinder trugen praktischerweise gleich Badesachen, sodass ich keine Sorge hatte, ob sie ins Wasser fallen würden. Sebbi insbesondere war fast die ganze Zeit im Wasser und spielte mit kleinen Borkenbooten. Papa konnte auf bequemen Sitzen im Schatten ruhen. Wir hatten Essen und Trinken genug. Auf der Rückfahrt am Nachmittag bekam jeder noch ein Eis im Umwelt Zentrum, und beide Kinder durften sich eine Pflanze für den Garten aussuchen. Otto nahm eine junge Eiche und Sebbi einen Gundermann. Wir hielten auch nochmal an einem Feld und sammelten Ähren. Sebbi mahlt daraus sehr gerne Mehl, und ich backe dann damit Brot. Nur Otto war abends verzweifelt, dass wir es nicht mehr zum Strand und zu seinem neuen Freund schafften.

Samstag

guckten Papa und Sebbi morgens bei Ottos Schwimmunterricht zu, und gingen dann mit mir Einkaufen. Später gingen wir wieder an den Strand, wo Otto endlich seinen Freund wiedersah. Er ließ ihn aber sofort stehen, als er Aussicht auf ein Getränk im Pub bekam. Von dort nahm Ellie die Kinder später nach Hause und brachte sie ins Bett, während Papa und ich noch einmal Zeit zum Reden hatten. Ellie erzählte später, dass sie Otto alleine lesen gelassen hatte, bis Sebbi schlief. Früher haben wir ihm das Tablet gegeben.

Sonntag

die Jungs und ich brachten Papa zum Bahnhof. Zum Glück hatten wir gleich weiteres Programm gegen den Abschied; Sebbi war nur traurig, weil er erwartet hatte, selbst Zug zu fahren. Stattdessen fuhr er nachmittags zu einer Geburtstagfeier, und ich ging mit Otto wieder zum Strand, wo allerdings sein Freund nicht mehr kam. Irgendwann wollte er ganz von allein zurück nach Hause und noch Zeit mit seiner Mami verbringen. Und ich hatte mit ihm einen richtig schönen Abend, wo wir Rota spielten, ein ganzes Puzzle bauten und er aus einem deutschen Buch las.

Sebbi

ist lieb, aber emotional

Otto

sprach mit seinem Opa sehr schön Deutsch

macht in einem Lesewettbewerb der Bibliotheken mit, wo er über die Sommerferien sechs Bücher lesen muss. Weil er Wettbewerbe liebt, liest er die dann auch immer sofort komplett und braucht ständig Nachschub.

Johannes

ich verliere mein Zeitgefühl, weil ich vier Wochen lang nur sporadisch arbeite.

ich sehe Ellie noch weniger als sonst. 

im Garten wachsen jetzt zwei Tomatenpflanzen, sogar ein Avocadokern hat einen Spross entwickelt.

Ich habe kürzlich das erste Mal Sauerteig probiert; so richtig ist er nicht aufgegangen, aber das Brot daraus hatte trotzdem einen anderen Geschmack. Das würde ich gerne weiter probieren.

ich warte auf das Ende des Sommers. Fühle mich in der Sonne nicht wohl. Die Abende sind sehr schön. So sollte es die Tage über sein. 

Mittwoch, 22. Juli 2026

Ferien

Mittwoch war Ottos letzter Schultag und er hat sich sehr gefreut. Er freut sich immer über Ferien und ist dann immer gut drauf. Erstmal fuhr er mit seiner Mami einen Eiswagen suchen.

Abends dann erfüllte ich mir einen lang gehegten Wunsch und radelte mit Otto zum Baden ans Meer. Schon lange bevor wir selbst Kinder hatten dachte ich mir immer, dass ich die Stimmung eines Sommerabends am Meer zeigen möchte. In den Ferien muss ich dabei nicht so sehr auf die Schlafenszeit gucken. Ich wünschte, Sebbi könnte schon mitmachen.

Zusammen sammeln wir abends oft die lokalen Brombeeren. Letztens haben wir daraus auch richtig gute Eislollis gemacht.

Montag, 20. Juli 2026

Sommer auf dem Land

Samstag bat ich um die Erfüllung meines Geburtstags Wunsches, nämlich im Freiluftmuseum Butser ein Picknick zu machen und dann eine Stunde alleine mit Buch, Tee und Schokolade zu bekommen. Das Wetter war dieses Wochenende viel besser dazu geeignet und es genoss meine Ruhe unter einem Baum. Die Kinder hatten aber auch wieder eine tolle Zeit. Otto spielte wieder das römische Spiel Rota (wir machten abends unser eigenes Spielbrett) und beide Kinder fütterten die Ziegen.

Nach Musuemsschluss fuhren wir noch zum Spielplatz in Clanfield, und gerade als wir nach Hause wollten, legte im Feld nebenan ein Mähdrescher los. Die Kinder waren begeistert, und ich selbst habe das auch noch nie so nah zu sehen bekommen. Von Butser hatten wir ein paar Weizengarben mitgenommen, und am nächsten Morgen mahlten die Kinder daraus mit Mörser und Sieb etwas Mehl, was dann in ein Brot kam.

Sonntag fuhren wir zu einem Pub auf dem Land, der kürzlich in einen großen Spielbereich für Kinder investiert hat. Wir erfuhren dort, dass man da nur mit Reservierung eine Chance auf Essen hat. Aber das Spielfeld ist wirklich gut. Nicht nur eine Kletterburg, sondern ein wortwörtliches Feld mit Heuballen und verschiedenen Aktivitäten. Pubs auf dem Land müssen eben erfinderisch sein.

Wir fuhren dann weiter in einen anderen Pub mit Spielfläche, in Liss. Das war etwas weniger rausgeputzt, aber nichtdestotrotz haben wir dort gute drei Stunden verbracht. Die Kinder rannten auf dem Feld, Otto spielte mit mir Tennis, für den Herbst gibt es am Rain viele Haselnussbäume. Und beide Kinder krabbelten in eine alte Weide, die sowas wie ein natürlich Baumhaus bietet. Ich nehme zur Kenntnis, wieviel Zeit man inzwischen mit einem einfachen Feld füllen kann. 

Otto

hat endlich seine Urkunde für 100 gelesene Bücher bekommen. Abends probieren wir eine neue Fibel zum Thema des menschlichen Körper aus. Die ist etwas schwieriger als Jojo 1, aber motiviert Otto mit Rätseln. Aus Deutschland erwarte ich Jojo 2, für die zweite Klasse.

Geht mir richtig auf die Nerven, wie er andauernd seinen kleinen Bruder runtermacht. Er war schon immer ehrgeizig und will alles gut können und besser als andere. Wir haben ihn auch immer mit Lob unterstützt. Aber jetzt kann man erstens Sebbi kaum für etwas loben, ohne das Otto sofort zeigen muss, dass er es besser kann. Und zweitens kritisiert er aktiv sofort alles, was Sebbi macht. Ich kann nicht anders als dagegen halten, damit mir Sebbi nicht anfängt, sich für unfähig zu halten. Ein besserer Kompromiss fällt mir nicht ein, und es stresst mich.

machte Samstag morgen im Schwimmunterricht ein paar beeindruckende Sachen. Sie arbeiten am Kraulen und offenbar sogar am Schmetterling.

Johannes

meine Brust ist nur noch eine Irritation. Diese Woche konnte ich fast wieder schwimmen, und im Alltag merke ich es kaum noch. Ich gehe wieder zum Tango und fahre Fahrrad, und gestern hatte ich sogar Lust Brotteig zu kneten. Damit, und dem erträglicheren Wetter, geht es mir auch insgesamt besser. Manchmal erledige ich abends etwas kleines, anstatt mich in seichte Unterhaltung zu fliehen.

Ich bin begeistert von meinem neuen Leinenhemd. Werde mir noch mehr davon besorgen, für heiße Zeiten. Sieht außerdem sehr schick aus. 

Montag, 13. Juli 2026

Wir hatten bereits die nächste Hitzewelle, viel länger als die erste. Darum waren wir viel baden: Freitag abend ich und die Kinder, Samstag abend wir alle vier. Allerdings stressig, was man erstmal alles packen muss, während die Kinder vor Aufregung durchs Haus toben. Bei Ottos Schwimmstunde Samstag morgen merkte ich, dass ich trotz Besserung noch nicht schwimmen kann.

Anschließend fuhren Otto und ich direkt nach Gosport, zur nächsten Karateprüfung. Während Otto die in einer Sporthallte bestand, schlief ich im Schatten davor. Wir hatten außerdem einen schönen Moment lang Pause in einem nahen Park unter Bäumen.

Sonntag wurde die Hitze wenigstens durch starken Wind gemildert. Ich fuhr mittags mit beiden Kindern zum Familienschwimmen im Sportzentrum. Anschließend lieferte ich Sebbi wieder zu Hause ab und fuhr mit Otto gleich nochmal schwimmen. Leider hatten Sebbi und ich uns falsch verstanden; er war bitter enttäuscht, das er nicht mitkommen konnte. Allerdings ist es gut, wenn ich Otto voll unterstützen kann. Egal was man tut, ein Kind kommt immer zu kurz.

Ich bin so stolz auf meine Jungs, wenn wir zusammen im Wasser sind. Und ich freue mich auf Sebbis Schwimmstunden, sobald er vier Jahre alt ist.

Ich liebe es aber auch, ein Kind allein zu haben und mich ganz darauf konzentrieren zu können. Die ruhigen Zeiten mit Otto vor dem Schlafen machen mir richtig Spaß. Letztens machen wir zusammen Tee, dann spielen oder lernen wir was zusammen. Einmal wollte er einfach lesen, um eine Schul-Urkunde zu bekommen. Und mit Sebbi arbeite ich gerne in der Küche, soweit ich mich ganz darauf konzentrieren kann.

Wir mustern bald den Kinderwagen aus. Fürs erste habe ich ihn auf den Dachboden gebracht. Weitergeben wird schwierig, aber er hat inzwischen mindestens vier Kindern gedient. Und er gibt wertvollen Raum im Esszimmer frei. Vielleicht können wir sogar wieder alle vier Stühle des Esstischs benutzen. Irgendwann.

Otto

schnappte sich letztens mehrmal sein Arbeitsheft deutsch und arbeite abends im Bett selbstständig einige Seiten durch. Rätsel-ähnliche Aufgaben motivieren ihn sehr. Es ist bis heute ein bisschen wie Zauberei, wenn er deutsch spricht oder schreibt.

Lässt sich ob der guten Leistung der englischen Mannschaft diese Woche doch vom Fussball mitreißen. 

Sebbi

kriegt bei jedem Einkauf eine Brezel

die Betreuer in der Kita erzählen mir, wie schlau Sebbi ist: nicht nur kann er bis sieben zählen, sondern er macht das auch auf Deutsch. 

Johannes

meine Schmerzen werden doch besser. Bestimmte Bewegungen funktionieren wieder, ohne dass ich es merke. Aber zum Schwimmen reichte es am Wochenende noch nicht und ich bleibe vorsichtig. Wegen Schmerzen und Hitze habe ich vorerst alle meine Hobbys eingestellt. Auch das untergräbt meine geistige Verfassung. Es braucht nur sehr wenig, bis ich mich mindestens sehr melancholisch fühle.

Und weil ich mich abends nur zerstreue, schaffe ich so wenig. Ich sollte Hauspreise raussuchen, Klimaanlagen und Ventilatoren organisieren, entscheiden, ob wir in dieses Haus oder in ein anderes investieren und mindestens eine Reise nach Deutschland planen. Ellie schlug vor, ich könnte in der Woche fahren, wenn Otto in Kent ist. Wo fängt man an. Meistens fliehe ich dann lieber in die Zerstreuung. Zum Beispiel gucken wir oft Archäologie-Sendung, die Ellie bereits als Kind guckte und die letztens auch auf Butser waren. Mir macht an solchen Abenden  aber auch mein erster Asterix Band, zum Geburtstag gekriegt, viel Freude.

Dienstag, 7. Juli 2026

Geburtstage und Fahrradstürze

Mir ging es nach einem Gespräch mit Oma am letzten Montag viel besser. Die Woche über entspannte ich mich, auch wenn ich weiterhin vor allem Zerstreuung und Ablenkung suche. Freitag abend ging ich mit den Jungs an den Strand, und mit Otto auch ins Wasser. Als sie schliefen, hatte ich dann einen besonders schönen Tangoabend. Auf dem Heimweg aber schlug das Unglück zu: ich stürzte mit dem Fahrrad und tat mir richtig weh. Vermutlich eine Rippenprellung; hoffentlich keinen Anbruch. Ich bat einen Passanten mich zur Sicherheit zu begleiten, während ich mich nach Hause schleppte. Dort verband mich Ellie vorerst. Seitdem aber habe ich ganz schöne Schmerzen, und die erschöpfen mich. Ich schaffe also abends weiterhin nichts als seichte Unterhaltung; fühle mich dabei schlecht, weil es wichtige Dinge vorzubereiten gäbe.

In der Nacht vor Sebbis Geburtstag schlief kaum jemand gut (Sebbi kotzte ins Bett; Otto wachte darüber auf und konnte vor Aufregung nicht mehr schlafen), und ich war froh, dass die Kinder mit einem vereinfachten Tagesplan zufrieden waren. Wir fuhren zum Selbsterntehof Durleighmarsh, wo sie gerne im Garten des Cafes spielen. Später pflückten wir auch verschiedene Beeren, aber ich versteckte mich möglichst im Schatten und erzählte Sebbi von Tieren und Pflanzen.

Sonntag holten wir den eigentlichen Geburtstagsplan nach und fuhren in den Freizeitpark Fishers Adventure Park. Das muss vor langer Zeit ein Bauernhof gewesen sein, heute aber voll auf Familien ausgelegt, und, zu meiner Überraschung, richtig gut. Die Kinder waren begeistert und ich brauchte mich v.a. nicht besonders verausgaben. Otto fuhr immer wieder Wildwasserboot, während ich im Schatten las. 

Otto

ist in letzter Zeit ein richtig guter Junge. Und er scheint mit Hitze besser umzugehen als der arme Sebbi.

liest jetzt morgens und abends alleine im Bett.

Meine Freude diese Woche sind die Ruhigen Zeiten mit Otto. Wir machen unseren eigenen Tee, wir machen Eislollis, wir rätseln auf Deutsch, bauen Lego, und ich spüre, das es Otto genauso gut tut wie mir. Michel aus Lönneberga macht gerade einige besonders unterhaltsame Geschichten, und Otto versteht alles, sogar alte Worte.

wir spielten mit einem neugekauften Elektromagnetismus-Kasten, bis ich mal zuviel Stress machte, es richtig zu bauen.

Ottos Sommerferien beginnen am 22. Juli . Wir haben ihm zwei Ferienclubs gebucht: einen Tag in Butser und einen im Wassersportzentrum.

Hat wieder ein sehr gutes Zeugnis bekommen. Nächstes Jahr wird seine Klasse Drescher-Hai benannt.

Hat an meinem Geburtstag einen Ukulele Auftritt für Eltern in der Schule gespielt.

Sebbi 

ist einfach nur lieb und süß. Diese Woche aber auch emotional.

kommt bald in die älteste Kita-Gruppe. Die letzte vor der Schule. Dabei war er doch gestern noch in der Babygruppe.

Johannes

Es geht mir nicht schlecht an sich, aber ich fühle mich fragil. Ziehe Ruhe vor, auch wenn sie sich wie Zeitverschwendung anfühlt. Die erneute Erfahrung, wie alltägliche Dinge plötzlich schwierig sind, und normale Bewegung geplant oder vermieden, schütteln mich schon. Da denke ich ans Alter, und an die Leute, die ich zu selten besuche.

Mein Geburtstag war ein normaler Arbeitstag; zu mehr fehlt mir ohnehin die Kraft.

Sonntag, 28. Juni 2026

Gottseidank ging die Hitzewelle erst nach Ellies Reise los. Mittwoch ging es zum ersten Mal seit ich hier lebe auf 30 Grad hoch. Einige Schulen machten dicht; wir holten Otto direkt nach Schulschluss nach Hause und dann auch Sebbi. Man kann sich nur im Haus verstecken und sich so wenig wie möglich bewegen. Donnerstag haben wir Sebbi auf anraten der Kita gleich zu Hause behalten; ich habe den Tag frei genommen und wir sind nur morgens in den Schatten des Spielplatzes gegangen.

Ab Freitag konnte man wieder atmen, aber mir geht es nicht gut, wenn ich aus Deutschland höre. Ich muss mich wirklich gegen eine anhaltende Klimapanik wehren. Und mache mir große Sorgen, in was für einer Welt meine Kinder leben sollen. Und wir haben Glück, am Meer, und noch zehn Grad unter Kontinentaleuropa.

Mit Mühe konzentriere ich mich auf Positive Dinge: Samstag nachmittag war ich mit den Jungs im Freiluftmuseum Butser, während Ellie einen Auftritt hatte. Das war der schönste Moment der Woche, es fühlte sich an wie richtiger, normaler Sommer, wo der Wind durch die Bäume und das Korn rauscht. Otto war motiviert von einer Art Schnitzeljagd und es waren wieder Historiendarsteller da. Verschiedene Handwerker, sogar zwei Schmieden; Otto war sehr interessiert wie die Funken vom glühenden Metall flogen. Beide Kinder bekamen Eis. Sebbi spielte wieder "schlafen" in den Betten der verschiedenen Hütten. Er muss am Ende tatsächlich müde gewesen sein, denn er schlief im Auto sofort ein. Diese Zeit über vergaß ich meine Ängste.

Sonntag vormittag trafen wir uns mit der Familie von Ottos Schulfreund auf einem neu eröffneten Spielplatz. Nachmittag erbat ich mir, allein zurück nach Butser zu fahren, weil es mir weiterhin nicht gut ging. Ich nahm noch unseren Freund Andrew mit. Diesmal konnte ich in Ruhe die Infotafeln lesen und mich mit den Handwerkern unterhalten. Textilfärbung mit Pflanzen fanden wir überraschend interessant. Ein Eisentopf über einem Holzkohlefeuer, darin Wolle in einem gelben Sud. Ellie und ich würden sehr gut zu diesen Menschen passen. Auf dem Rückweg hielten wir noch an der Hubertuskapelle an. Die Schwalben fliegen tief über dem Getreide.

Johannes

ich fliehe vor der echten Welt. Grundsätzlich keine Nachrichten, keine sozialen Medien, nichtmal den Wetterbericht. Ich lese die Drei Musketiere. Gucke und höre alte harmlose 50er Jahre Krimis. Schaue alte Computerspiele wie Filme. Ich mache wirklich nur die Augen zu und warte das es mir besser geht. Warte, dass der Sommer vorüber geht.

Und die Kinder sind besonders lieb, und je lieber sie sind und je mehr sie sich entwickeln, desto mehr tut es mir weh um ihre Zukunft.

Sonntag, 21. Juni 2026

Vatertage

Am letzten Sonntag war in England Vatertag. Zu diesem Anlass fuhr Ellie das Wochenende zu ihrer Schwester nach Kent und ich konnte ganz Vater sein. Nach all den Jahren machte mich das immer noch etwas nervös. 

Samstag morgen fuhren wir mit dem Bus zu Ottos Schwimmunterricht, danach gab es Süßigkeiten auf dem Spielplatz des Stadtmuseums gegenüber. Dann fuhren wir weiter Bus, mit Halt im Hafen, dann nach Hause. Ich machte an beiden Tagen richtig gutes Essen! Nachmittags ging es mit dem Bus zurück zum Sportzentrum zum Familienschwimmen, dann wieder zum Museum Eis essen, dann nach Hause und auf den Spielplatz. Ich ließ die Jungs länger aufbleiben, und wir schliefen alle zusammen in Ottos Zimmer. Sebbi und ich auf dem Ausziehbett. Das klappte wunderbar und hat uns allen drei gefallen.

Sonntag hatte ich ruhig geplant. Vormittags fuhren wir alle zu dritt mit unseren Rädern in den Park, das erste Mal, dass auch ich meins dabei hatte. Aber Sebbi wurde sehr früh müde und wollte stattdessen auf den Spielplatz, wo es sowohl Otto als auch mir zu heiß war. Nach einem weiteren ausgezeichneten Mittagessen fuhren wir Richtung des Wasserspielplatzes beim Canoe Teich. Aber auf dem Weg verletzte sich Sebi seinen Daumen und ein Drama begann. Erstmal standen wir genau zwischen Haus und Ziel in der prallen Sonne. Ich schimpfte zuerst und war nicht lieb genug zu ihm, bis wir Schatten fanden. Erst da dämmerte mir, dass es mehr sein muss man sah, denn er hörte nicht auf zu weinen und schien dann in meinen Armen einzuschlafen. Ich machte in einem Cafe einen kalten Wickel, aber als ich dann nach Hause wollte, brüllte Sebbi noch mehr (und protestierte interessanterweise kaum, obwohl er nicht glücklich war) und zeigte, dass er die Hand bewegen konnte. Also fuhren wir doch zum Wasserspielplatz. Otto fand dort Freunde spielte dort wunderbar im Wasser. Sebbi aber schlief im Bollerwagen ein, während ich über ihm fast heulte aus Angst vor einer Stauchung oder Quetschung. Zum Glück holten mich bekannte Eltern zu ihrem schattigen Picknicklager, boten an, auf Otto aufzupassen und uns zum Krankenhaus zu fahren. Als Sebbi aufwachte, sah er zuerst nicht besser als - bis ihm Kuchen in den richtigen Farben geboten wurde. Dann, als Otto bereits aus dem Wasser kam, wollte Sebbi unbedingt da rein und spielte begeistert. Was mich beruhigte. Trotzdem verfolgte ich auf der Karte genau, wie weit Ellie noch weg war. Schließlich bestach ich die Kinder mit Eis, nach Hause zu gehen. Am Montag ging Ellie doch mit ihm zum Arzt, die aber nichts feststellte.

Diese Geschichte hat mir ein ansonsten gelungenes Wochenende verdorfen und belastet mich immer noch.

Sebbi

will in letzter Zeit immer öfter auf dem Klo sitzen anstatt auf dem Topf.

Sebbi wird langsam zu lang um auf mir zu liegen. Ich werde es vermissen, wie er auf mir einschläft.

Otto

hatte Donnerstag Wandertag zur Burg Portchester. Die kennt er zwar gut, aber diesmal sind sie in den kostenpflichtigen, mittelalterlichen Teil gegangen, der in einer Ecke der viel größeren römischen Anlage steht.

Johannes

ich bin in letzer Zeit oft melancholisch. Mein Leben scheint wieder sehr monoton. Tags schafft man nichts, und abends auch nicht, und die Tage vergehen. Zuinnerst treibt mich vielleicht um, dass ich keine Reise nach Deutschland organisiert habe.

Sonntag, 14. Juni 2026

Samstag nach dem Schwimmen fuhren wir zum Tag der offenen Tür im Überseehafen. Dort läuft der zivile Personen- und Frachtverkehr, der weiter geht als zur Isle of Wight. Er liegt an der westlichen Ausfallstraße, aber man kann ihn schlecht einsehen. Ich selbst war nur zweimal da gewesen: als Ellie und ich nach St Malo fuhr und als ich Friedemann dort ablieferte. Und vor vielen Jahren hat Ellie dort in der Fährabfertigung gearbeitet.

Es war sehr viel interessanter als erwartet: im Terminalgebäude waren viele Stände: die Firma, die das Verladen im Hafen abwickelt, das Wassersportzentrum bewarb Ferienkurse für Ottos Alter, und die Uni Southampton begeisterte alle Kinder mit einem Roboterhund. Sie folgten ihm nach draussen, wo eine Trommlertruppe spielte und diverse große Fahrzeuge warteten. Beide Jungs stiegen in Schaufellader, LKWs und Gabelstapler. Ein Schlepper machte Ballet und spritzte mit seiner Wasserkanone. Am Kai nebenan wurde gerade ein Schiff entladen, und ich ließ mir eine alte Geschichte bestätigen, die ich nie ganz glauben wollte: es bringt mit einem Schwesterschiff tatsächlich jede Woche 40% des britischen Bananenimports ins Land.

Weiter hinten lagen ein Küstentanker, wo uns leider die Zeit ausging, und der Katamaran, der vom Hafenbahnhof nach Ryde auf der Isle of Wight fährt. Auf der Brücke waren zwei Sessel und zwei Kapitänsmützen für beide Jungs, und daneben Radar, Karte, Fahrtregler und Kameras in den Maschinenraum. Das war richtig gut.

Abends dann wollte Otto plötzlich die Stützräder von seinem lange unbenutzten Fahrrad abmachen und auf dem Spielplatz üben. Und zu meiner Überraschung ging es auch sofort problemlos. Er drehte eine Runde nach der anderen, konzentriert und stolz über seinen Fortschritt. Sebbi fährt sowieso mit Inbrungst. Ich freue mich, irgendwann zu fahren zu gehen. Vielleicht sogar zu viert, wenn Ellie wirklich will. Nur schade, dass es hier so wenige lohnende Radwege gibt.

Sonntag mussten wir einkaufen, aber nachmittags gingen wir alle in den Park, damit die Jungs Fahrrad fahren konnten. Otto kurvte durch den ganzen Park und übte am Ende auf den Hindernissen der Skateparks.

Donnerstag, 11. Juni 2026

Letzen Samstag fuhren wir im Regen zum Dorffest in Droxford. War den Versuch wert, lohnte die Strecke aber am Ende nicht. Ich stritt mich mit Otto, was mir wieder den Tag ueber im Magen lag. Ich haette mit den Jungs lieber schwimmen fahren sollen.

Sonntag trafen wir uns mit Ellies Mutter auf dem Landhof Aldingbourne. Ich brauchte mehrere Stunden zum Aufwachen. Zum Glueck waren die Kinder fast immer auf den Spielplätzen und ich musste wenig tun. Zu meiner Überraschung saß ich eine gute halbe Stunde mit Otto im Bastelzimmer und malte.

Und einmal traf sich Ellie mit zwei Freundinnen, die wir früher noch regelmäßig gesehen hatten, bis eine emigrierte und die andere auch ein Kind bekam. Gäste geben mir heute viel mehr als früher. Eine willkommene Abwechslung vom Alltag.

Otto

ist wieder in der Schule. Neues Thema: Ritterburgen. Die Routine tut ihm gut. Ich finde ihn derzeit einfach und lieb.

ich habe das Gefühl, dass Otto inzwischen viele unserer Lektionen verinnerlicht, lieb zu seinem Bruder zu sein und Dinge aus dessen Perspektive zu sehen. Zum Beispiel, dass Sebbi noch nicht lesen kann. Einmal hat er Sebbi explizit gelobt für etwas, dass für ihn selbst inzwischen einfach ist. Ich finde diese Entwicklung sehr schön.

Wir haben das Arbeitsheft zu Ottos Fibel begonnen. Otto zeigt in unserer ruigen Zeit am Abend grosses Interesse daran. Er reagiert allgemein besonders gut auf Raetselhefte.

Johannes

ich hatte letzte Woche etwas falsches gegessen und war vier Tage ausser Gefecht. Bin immer noch vorsichtig was ich esse.

Diese Woche habe ich mich gleich mit zwei deutschen Müttern aus der Schule unterhalten, die in der Nähe wohnen. Eine ist noch länger hier als ich. Ich hoffe auf Kaffee und Kuchen in der Zukunft, damit die Kinder Deutsch hören.

 

Freitag, 29. Mai 2026

Eine Woche zu dritt

Während Otto die Woche auf der Insel Hayling verbrachte, machten Ellie und ich am Mittwoch wieder einen Elterntag. Bei großer Hitze fuhren wir in das Dorf Selborne und besuchten das Haus des Naturforschers Gilbert White (18. Jh.). Wirklich viel konnte ich nicht aufnehmen, aber festzuhalten ist:

* richtig toller, großer Park und Garten mit Wiesen, botanischen Gärten und dahinter ein Hügel mit Buchenwald. Man könnte gut wandern, und das hat White wohl auch gern getan.

* das Haus ist gemütlich; am schönsten fand ich das Esszimmer mit Panoramablick in den Park

* Auszüge aus Briefen der Zeit geben einen praktischen Einblick, und erinnern in Stil und Inhalt an die Bücher Jane Austens

Selbige wohnte im nächsten Jahrhundert nicht weit weg im Dorf Chawton, wohin wir nach einem Mittagessen in einem Pubgarten fuhren. Vor vielen Jahren, vor den Kindern, waren wir schonmal dagewesen; damals verbrachten wir ein trübes Wochenende in der Jurte im Umweltzentrum. Wir gingen daher nicht nochmal in Austens Haus, sondern liefen zum Anwesen ihres Bruders und dessen großen Garten.

Sebbi

wurde vier Tage lang betuddelt 

Otto

scheint die gesamte Woche mit Schwimmen, Süßigkeiten und Wahnsinn verbracht zu haben. Aus Berichten wissen wir, dass er jeden Tag am Schwimmbecken war und wenn wir ihn mal ans Telefon bekamen, hat er vor Aufregung nur rumschreien koennen. Also genau wie letztes Jahr. Ich war froh, dass die grosse Hitze in der zweiten Wochenhaelfte etwas nachliess.

Er kam Freitag braungebrannt zurück und schien größer als vorher. Der Junge sah schon immer aus wie ein Surfer, aber jetzt hat er endlich Interesse am Strand und will im Meer baden. Ich habe jahrelang darauf gewartet.

Johannes

ich habe das Computer-Buch ausgelesen, allerdings ohne die ganzen Übungen gemacht zu haben, die den Hauptwert des Buches darstellen. Stattdessen beginne ich ein weiteres technisches Buch, über "git", ein Werkzeug fuer Programmierer.

Die zunehmende Leistungsfähigkeit der Jungs, in Körper und Geist, lässt mich viel träumen, was wir alles machen könnten, was ich ihnen zeigen möchte. Jahrelang habe ich gewartet, mehr und mehr mit ihnen machen zu koennen. Aber ein Leben ist zu kurz für alles, und mein Einkommen zu gering für alles.

Dienstag, 26. Mai 2026

Pfingsten & Otto auf Hayling

Das Pfingstwochenende war sehr heiss und ich leide bereits. Aber wir hatten eine sehr gelungene Zeit mit den Kindern. Samstag nachmittag sind wir nach Warnford gefahren, wo man auf einer Wiese neben dem Fluss Meon liegen kann, mit Spielplatz und viel Schatten unter einer Reihe hochgewachsener Pappeln. Ich lief mit den Kindern im flachen Wasser und Otto baute sich und Sebbi Boote aus Baumrinde. Es erinnerte mich an zu Hause, auf einer Wiese am Wasser zu sitzen und Vogelzwitschern zu hoeren. Die Jungs waren danach erledigt, aber froh.

Sonntag fuhren wir, finanzielle Bedenken ignorierend, zum Tag mit Thomas (der kleinen Lokomotive) mit der  Wasserkresse-Traditionseisenbahn in Ropley. Wir waren 2023 da gewesen, sechs Wochen vor Sebbis Geburt. Damals war das der Beginn einer langen Eisenbahnphase fuer Otto und nicht zuletzt mich. Diesmal war v.a. Sebbi begeistert und aufgeregt, den echten Thomas zu treffen. Wir fuhren zweimal mit der alten Bahn, machten ein Picknick auf der Wiese des Bahnhofs und auf dem Spielplatz. Moeglichst im Schatten, denn die Hitze war enorm. In den Waggons faechelten wir den Jungs Luft zu, waehrend ich an die Heizer in der Lokomotive dachte. Wir fuhren gegen 14 Uhr nach Hause und liessen die Kinder den Rest des Tages ausruhen. Naechstes Mal, und vermutlich gibt es ein naechstes Mal, kommen wir am Nachmittag, wenn es weniger warm und voll ist. Aber insgesamt mag ich die Dampfromantik sehr. Ich wuerde das gerne mal allein machen, mit sehr viel Tee und Buechern. Ich ging dieses Mal auch in die Werkstatt, wo man normalerweise bei Restaurationsarbeiten zugucken kann, aber an diesem Tag war sie zu.

Montag hatte ich frei, aber wir hielten den Ball flach, weil Otto mit seiner Aufregung vor dem Uebergabe an seine Grosseltern zu tun hatte. Das merkte ich morgens, als er auf dem Spielplatz Roller fahren wollte, und obsessiv Sachen tat, die ich als emotionale Kontrollrituale kenne. Wir sind aber kurz nach Butser gefahren, was mir jedes Mal gut tut. Sebbi fiel hin, woraufhin beide Kinder ein Eis bekamen. Die Roemer waren da, und Otto lernte mit einigen anderen Kindern roemische Zahlen.

Bald darauf fuhren wir jedoch die Autobahn wieder runter auf die Insel Hayling, wo Ottos Grosseltern und Cousine eingetroffen waren. Dort bleibt er jetzt bis Freitag in einer Feriensiedlung aus mobilen Haeusern, die ganz schon warm werden. Alle drei Kindern waren heiss, rot im Gesicht und sehr aufgeregt aufs das Schwimmbecken. Ich hoffe ausserdem, dass die Grosseltern es durchhalten. Trotz vieler Nachfragen bestanden sie darauf.

Waehrend wir den mueden Sebbi nach Hause brachten, schwamm Otto, wie wir spaeter erfuhren, zum ersten Mal im Meer, weil das Becken bereits zu hatte. Schlafen gingen sie erst um Mitternacht, und wachten um sechs wieder auf. Ellie fuhr am folgenden Tag mit Sebbi zu ihnen und alle verbrachten einige Stunden im Schwimmbecken. Mir wurde berichtet, dass Otto sehr froehlich ist und konzentriert schwamm, waehrend Sebbi begeistert im daneben liegenden Kleinkinderbereich planschte. Ich freue mich wie Bolle, dass beide Kinder gerne im Wasser sind.

Sebbi

faehrt begeistert Laufrad 

hat Angst vor dem Staubsauger, drueckt aber gerne auf den Knopf, der das Kabel einzieht 

Otto 

Donnerstag nachmittag haben wir Ottos juengsten Projektabschluss in der Schule besucht. Sie haben gelernt, was fuer Tier- und Pflanzenarten es gibt und ich staune, welche schwierigen Worte man auf die Sechsjaehrigen loslaesst. Otto freut sich immer ueber die Aufmerksamkeit, will anschliessend aber immer mit nach Hause kommen, weil einige Eltern ihre Kinder gleich mitnehmen.

Seitdem hat Otto Ferien und reagiert darauf wie immer mit sehr gutem Benehmen. Er ist ausgeglichen und froehlich, bemueht sich im Ungang mit uns und vor allem Sebbi. Es zeigt immer, dass er will, aber sonst oft einfach nicht die Kraft zur Impulskontrolle hat.

Er schnappte sich in der Zeit morgens im Bett auch manchmal Buecher und liest relativ leise vor sich hin. Einmal hat er dabei zwei Buecher komplett durchgelesen und mir danach davon erzaehlt.

Und er war tagelang aufgeregt wegen der bevorstehenden Woche mit seinen Grosseltern. Manchmal fragte ich, ob er sich vielleicht doch etwas komisch fuehlt wegen der Veraenderung, aber er sagt nur, dass er sich sehr freut.

Ich bin auch mit Ottos Rechnen zufrieden. Wir haben eine Reihe Mathespiele aus der Schule fast fertig, und ich habe bereits Plaene, was wir danach in unserer Ruhigen Zeit ueben werden. Die war urspruenglich eingefuehrt worden, um Otto die Schlafenszeit zu erleichtern, nachdem Sebbi geboren worden war. Aber wir geniessen es schon lange um ihrer selbst willen, und ich nutze die Zeit um mit Otto Sachen zu lernen und zu ueben. 

Johannes

Es ist schoen und gleichzeitig komisch, mehr Zeit im Hause zu haben. Mein eigenes Schlafzimmer, laengere Abende, ungestoert schlafen. Aber ich vermisse Otto in seinem Bett, wenn ich reinkomme. Gleichzeitig freue ich mich, Sebbi mal meine ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

es tut mir gut, kuerzlich einige Geburtstagkarten verschickt zu haben. Mir ist sogar eingefallen, dass ich zwar keine Paeckchen schicken, aber ja wenigstens Geschenke bestellen kann.

Fuer mich selbst habe ich gebraucht bestellt: eine Schwimmbrille (gegen die Spritzer aus der Schnellschwimmerbahn neben meiner) und eine grosse Kastenbackform (fuer groessere Brote).

Ich gucke mit grosser Freude die kurzen Folgen von "Funkstreife Isar 12"

Sonntag, 17. Mai 2026

Lupinenfahrt

Sonntag haben wir einen unerwartet schoenen Tag auf dem Land verbracht. Die Kinder waren den ganzen Tag draussen gewesen, haben viel Sport gemacht, und ich konnte die Natur im Mai sehen und einige nuetzliche Orte erkunden.

Weil wir erst nicht wusste, wohin, aber einfach auf dem Haus wollten (die Kinder werden sonst schwierig) habe ich entschieden, das Lupinenfeld bei Petersfield zu besuchen. Wie sich rausstellte, bluehten erst wenige Blumen, oder vielleicht gibt es dort weniger als gedacht. Aber die Anfahrt geht durch eine Allee zu einer kleinen Kirche, von der auch Wege in ein geschuetztes Sumpfgebiet fuehren, ueber eine Wiese mit Weissdornbaeumen.

Zum Wandern muss ich da irgendwann allein hinfahren, denn die anderen interessiert es weniger. Wir probierten dann den Spielplatz im nahen Dorf Rogate aus. Der funktionierte sehr gut fuer kleine Kinder, daneben ist ein Fussballfeld und Sportgeraete fuer groessere. Es ist immer gut, Spielplaeze zu kennen und die Kinder einfach laufen zu lassen.

Wir fuetterten die Kinder dann im Cafe des Selbsterntehofs Durleighmarsh, wo wir lange blieben. Die Kinder spielten mit den Autos und Haeuschen, mit denen schon Baby Otto unterwegs gewesen war. Ich gucke dort immer sehnsuechtig auf die Felder mit den Reihen von Beerenbueschen und der Obstplantage.

Zuletzt probierten wir noch einen Spielplatz aus, dieser am Rande von Petersfield, neben einem Komplex mehrerer Sportvereine. Den hatte ich ebenfalls noch nie gesehen und er war besonders attraktiv. Sehr gute Gerueste, fuer verschiedene Altersstufen. Und neben dem riesigen Fussballfeld laeuft ein asphaltierter Weg, auf dem beide Jungs dann Roller bzw. Rad fahren konnten. Einmal konnten sie richtig Gas geben, waehrend ich hinterherlief und irgendwann Snacks verteilte.

Freitag, 15. Mai 2026

Letzten Samstag war ich mit beiden Kindern nacheinande schwimmen. Morgens mit Otto, nachmittags mit Sebbi. Mit einigen extra Schwimmhilfen schwamm er das erste Mal ganz allein und trieb sich mit Tritten vorwaerts. Er kam sogar ziemlich weit und quiekte vor Aufregung. Ich lobte ihn sehr.

Wir kriegen die ersten Probleme mit unserem niegelnagelneuen Bad. Zum Beispiel haben wir uns, natuerlich, keine Gedanken gemacht ueber das genaue Klo-Modell, und jetzt ist es die falsche Form und man kann den Sitz nicht festziehen. Ellie will, wenn sie ehrlich ist, alles nochmal machen. Tausende Pfund, alles fuer die Katz. Weil beim Heimwerken die kleinsten Details riesige Konsequenzen haben. Darum: niemals Heimwerken, und auch niemals Handwerker.

Unser Hausmeister dagegen hat endlich das Ausziehbett repariert. Jetzt kann ich im Bett bleiben, wenn Otto nachts zu mir kommt, und das ist schoen. Ich habe es vermisst, neben ihm zu schlafen.

Mochi geht es besser, aber einige Probleme hat er immer noch, und die Gefahr von noch mehr Tierarztausgaben haengt weiter ueber uns. Im ganzen Haus liegen liegen Koerner vor Katzenstreu. Mich stresst es, so zu leben und nicht mal zu wissen ob es irgendwann besser wird.

Beide Kinder haben einen milden Schnupfen durchlaufen, dem ich bisher entkommen bin.

Sebbi

Ist besessen von Fahrzeugen, einer Fernsehsendung folgend, die zu seiner Zeit schon Otto einige Monate lang im Griff hatte. Erzaehlt seiner Mami sogar im Schlaf davon. Faehrt selbst mit Begeisterung Rad und Roller 

Otto

macht keinen Spagat mehr, aber weiterhin Handstand, ueberall in unserem kleinen Haus

Johannes

Ich habe the Poirot Krimis fuer die Drei Musketiere aufgegeben. Und zwar en francais. Auch mein wunderbares Computerbuch macht Pause, weil ich ein anderes, ebenfalls sehr technisches Buch gefunden habe. Das will ich eigentlich spaeter lesen, aber ein Kapitel musste ich sofort lesen, weil es zu interessant ist.

Vorletzte Woche habe ich ausserdem die Vortragsreihe ueber das fruehmoderne England ausgehoert, und dann die Series uebern den europaeischen Absolutismus begonnen.

Dienstag, 5. Mai 2026

Ein Tag mit Sebbi

Dienstag morgen war Ellie krank, also nahm ich mir den Tag frei und fuhr mit Sebbi ins Blaue. Auf sein Draengen hin fuhren wir zuerst zum Haustierhof Staunton, wo er an sich nur auf dem kleinen Traktor fahren will, aber wir verbrachten trotzdem einige schoene Stunden da, mit Mittagessen und Spieplatz. Besonders schoen ist momentan der Garten vor dem Tropenhaus. Sebbi war begeistert, als ich ihn auf eine Sonnenuhr setzte und er in die Pfeife in meinem Rucksack pusten konnte. Ab und zu rannte ich mit ihm um die Rabatten.

Anschliessend konnte er im Park nebenan soviel Laufrad fahren wie er wollte, und momentan will er das sehr viel. Es war toll, dass er dazu mal eine ganze Wiese hatte, wie ein Sturz nicht wehtut. Wenn doch, dann rettete ihn Papa. Er ist richtig gut, zeigt tolles Gleichgewicht.

Zuletzt hatte ich Lust an einem schoenen Ort ein Stueck Kuchen zu essen. Also fuhren wir am mittleren Nachmittag noch auf den schoenen Spielplatz in Clanfield. Da wurde es bereits etwas kuehler, aber Sebbi fuhr unbeirrt ueber die Wiese, die kleinen Huegel runter und kletterte ueber das Geruest. Ich nehme seine Koerperkontrolle zur Kenntnis, wie er sich beim Klettern mit beiden Haenden festhaelt und Leitern rueckwaerts runtersteigt. Wir hatten eine richtig schoene Zeit dort, und ich genoss noch den Ausblick, als wir uns ganz am Ende auf eine Bank setzten. Auf der Rueckfahrt schlief Sebbi dann sogar ein.

Otto hatte an diesem Tag einen Wandertag in ein Waldstueck auf dem Grossbesitz Goodwood bei Chichester gemacht. Dort lernten sie ueber Wald und Baeume. Zu Hause spielte er den Nachmittag lang mit seiner Mami Karten, was ihm auch gut tat.

Montag, 4. Mai 2026

Maifeier

Zum Maifeiertag (dieses Jahr Montag den 4. Mai) fuhren wir, wie schon die zwei Vorjahre, nach Little Woodham, dem Museumsdorf a la 1640 in Gosport.

Wir kochten ein Picknick vor und packten mit Glueck; das Wetter erlaubte leichte Kleidung. Das Dorf war wieder voll, aber es ist alles so viel einfacher, wenn kein Kind mehr getragen werden oder schlafen braucht. Die beiden Jungs liefen interessiert von Haus zu Haus. Mit Sebbi passte ich den Umzug ab, als alle Darsteller mit Musik zum Maibaum vor der Schmiede zogen. Besonders gut die als Maus und Wildschwein verkleideten Leute.

Ellie war mit den Kindern im Publikum, als die Morristaenzer und Musiker auftraten; ich guckte von weiter hinten zu. Ich nutzte auch einige Momente, mal in Ruhe allein mit den Leuten in den einzelnen Haeusern zu sprechen.

Fuer die Kinder war am wichtigsten der Tanz um den Maibaum. Die ersten Runden waren zu voll, aber wir stellten sicher, dass wir in der zweiten Haelfte auf unsere Kosten kamen. Sebbi hatte nach einem Mal genug, aber Otto machte mit so oft er konnte. Ich nehme zur Kenntnis, dass ihm tanzen richtig Spass macht. Eine Frau sprach mich auf sein Selbstbewusstsein an; mit dem Lautisten besprach ich Volkslieder und seine neun Jahre in Niedersachsen.

Zwischendurch bekamen die Kinder zu Essen und spaeter auch ein Eis. Ich probierte die Holzwerkbank aus, Sebbi pruefte, ob die Spindel am Spinnrad so spitz ist wie bei Dornroeschen, Otto war wie ich angewidert von den Einzelheiten der medizinischen Geraete.

Besonder schoen wurde es am spaeteren Nachmittag, als weniger Leute da waren, die Darsteller ihre eigenes Ding machten und die Kinder zwischen den Baeumen spielten. Ich tauschte mich mit einer Gaertnerin aus und nahm einen Eichensproessling mit. Ich lernte auch viel ueber Wildpflanzen und Kraeuer; Otto ist daran auch sehr interessiert und am naechsten Tag machten wir einen Salat mit Knoblauchrauke.

Es war ein richtig schoener Tag mit viel Zeit draussen fuer die Kinder und mich. Mir hat das alles sehr gut getan. 

Freitag, 1. Mai 2026

Katzenjammer

In letzter Zeit hatten wir mit Mochis Gesundheit zu kaempfen. Er pullerte aufgrund einer Urintraktentzuendung ueberall hin. Als auch noch Urinsteine gefunden wurden, wurde er Donnerstag operiert. Danach wurde es mit dem Pullern ganz schlimm. Bevor wir ihn in die Kueche sperrten hatte er ein Schlafzimmer und den Dachboden. Stundenlanges Schrubben per Hand brachte nichts; Sonntag brachte Andrew seinen Teppichreiniger.

Mich hat das alles sehr gestresst. Es ging mir einige Tage ziemlich schlecht. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir selbst mehr als Mochi leid tat. Ich hatte das Gefuehl, die ohnehin schwierige Kontrolle ueber das Haus ganz zu verlieren. Sich im eigenen Haus nicht wohl zu fuehlen und die Haelfte der ohnehin kleinen Flaeche unterbewusst zu vermeiden ist keine schoenes Gefuehl. Besonders, wenn man dafuer soviel bezahlt. Nicht zuletzt finanziell ist es, trotz voller Versicherungszahlung, ein Problem. Kein kritisches, aber soviel Muehe wird innerhalb weniger Tage zunichte. Ich hatte das Gefuehl, trotz vieler Muehe und Entsagung eher weiter zurueck zu fallen.

Samstag morgen guckte Sebbi mit mir bei Ottos Schwimmunterricht zu, waehrend Ellie zur Nachkontrolle beim Tierarzt war. Sie kam mit schlechte Nachrichten zurueck; der Heilungsprozess verlief schlechter als erwartet und niemand wusste, wieviel wir noch bezahlen muessen.

Sonntag mussten wir dann mal Naegel mit Koepfen machen: statt eines schoenen Ausflugs habe ich mit Andrew den Teppich gereinigt, das Haus halbwegs geraeumt und ich fuhr zur Muellkippe. Ellie war fast den ganzen Tag mit den Kindern draussen in der Sonne. Hat ihr zum Glueck Spass gemacht; ich hatte sofort wieder Sorgen, sie alleine zu lassen. Abends machte Mochi einen besseren Eindruck, was sich dann Montag und Donnerstag bei Nachkontrollen bestaetigte. Diese Krise ist also wohl erstmal vorbei; das Haus ist halbwegs bewohnbar, und ich zaehle jetzt, wieviel uns der Spass insgesamt gekostet hat.

Sebbi

ist von seinem Roller jetzt auf sein kleines Laufrad umgestiegen. Auch damit kann er viel besser umgehen als erwartet.

zeigt das erste Mal Anzeichen, dass er nicht mehr in die Kita will. Meckert morgens meistens rum, wo er frueher mit Freude und ohne Ueberzeugungsarbeit losgelaufen ist. Nichtmal die Umspannwerke und Verkehrsschilder auf dem Weg spornen ihn an. Sogar bei Otto ging das damals spaeter los. Ich hoffe wirklich, dass uns jetzt nicht ueber ein Jahr davon bevorsteht. 

Otto

ist ueber Sebbi wieder auf seinen Roller gekommen. Beide Kinder sind jetzt oft zusammen auf Raedern unterwegs, was sehr schoen zu sehen ist.

Das Buch "Michel aus Loenneberga" ist angekommen. Otto mochte es sobald ihm der Gedanke kam, dass Michel an sich sehr bottisch ist. Es wurde aber vom Spielebuch verdraengt, dass aus Rostock zu seinem Geburtstag kam. Ich habe das neulich endlich angefangen und es ist ein grosser Hit. Wir spielen jetzt die dritte Route; Otto ist mit Inbrunst dabei, und fuer mich ist es das erste richtige Abenteuerspiel, zu denen ich ihn ja immer fuehren wollte.

Ottos aktuelles Schulprojekt sind Baeume: ihr Aufbau, Laub- und Nadelbaeume, einige Tierarten. Ich mag diese Projektarbeit; besonders, wie damit verschiedene Faecher bearbeitet werden. Unsere Hausaufgaben sind eine Wanderung im Wald und Fotos verschiedener Baeume und ihrere Bestandteile. Gibt schlimmeres.

das macht Otto dieses Semester nach der Schule:

Montag: kommt 15:15 nach Hause, geht 16:45 - 17:45 zum Karate

Dienstag - 15:15 nach Hause

Mittwoch - mittags Ukulele, bis 16:15 Hort

Donnerstag - Hockey bis 16:15

Freitag - Tennis bis 16:15

Johannes

ich habe gemerkt, dass ich nachmittags, wenn mein Kreislauf und damit meine Stimmung sackt, immer die Jungs vermisse.

Ich naehere mich dem Ende des Buchs ueber Computer, wenn ich auch alle praktischen Uebungen ignoriere, die ich sehr gerne machen wuerde. Wenn ich zu muede bin, lese ich Poirot.

Dienstag, 21. April 2026

Gwexpress

Ich habe mir Montag Vormittag frei genommen um endlich wieder zur Spielegruppe in den Simonskirche mitzugehen. Da war ich immer gerne, weil ich sitzen und Tee trinken kann, aber das letzte Mal war schon lange her. Ellie vermutet, dass Sebbi langsam zu alt fuer die Veranstaltung wird, also wollte ich noch einmal mit.

Es war so schoen, an dem sonnigen Morgen zusammen zu laufen. Sebbi ist tatsaechlich etwas aelter (und viel groesser) als alle andere Kinder. Komisch, richtige Babies und sehr kleine Kinder zu sehen - erst da merkt man, dass die eigenen nicht mehr so sind, und es ist nicht ohne Wehmut, trotz gute Erinnerung, wie es in dem Alter war.

Anschliessend liefen wir ans Meer, auf die Seebruecke und dann zum Spielplatz am Canoe Lake. Das macht Sebbi jeden Montag so; Ellie macht das Spass und ich bin froh, dieses mir sonst unbekannte Stueck Alltag zu sehen. Auch auf der Seebruecke merkte ich, dass ich ewig nicht mehr da gewesen war. Frueher gab es eine Zeit, als der kleine Otto immer dahin wollte, in die Spielhalle und dann auf den Rummel weiter hinten, bei Wind und Wetter, auch wenn alles zu war, und ich langweilte mich immer tot.

Es ist immer traurig, wenn ich mich dann absetze und nach Hause fahre, sogar, wenn Sebbi sehr bald nachkommen wird.

Dienstag entdeckt Sebbi ploetzlich den Roller fuer sich. Den hatte er von Otto uebernommen, aber bisher nur ein paarmal probiert. Dienstag wollte er ploetzlich damit fahren und war dann unerwartet den ganzen Vormittag unterwegs, zum Meer, am Meer entlang, in den Rosengarten. Ich habe ihn selbst gesehen, er fuhr auch richtig gut, als haette er die Bewegungsablaeufe schon woaneders geuebt. Moeglicherweise werde ich also noch einmal die Phase erleben, als Otto damals zur Kita gefahren ist, jeden Tag etwas schneller. Darueber freue ich mich, und bin gleichzeitig etwas traurig, das es das letzte Mal sein wird.

Otto wurde indes an diesem Tag das erste Mal von einer Bekannten abgeholt und verbrachte den Nachmittag bei ihrer Familie. 

Sonntag, 19. April 2026

Omnia sol temperat

Sonntag Nachmittag hatte ich mir eine Wanderung ausbedungen, weil ich die Woche ueber kaum ausser Haus gewesen war. Dann aber erfuhren wir von einem roemischen Wochenende in Butser, sodass wir dann doch alle zusammen hinfuhren. Ich war anfaenglich skeptisch gewesen, dass wir das zeitlich schaffen, zumal man beide Kinder immer erst ueberzeugen muss. Aber ich habe gelernt: Mittag vorkochen und als Picknick mitnehmen klappt sehr gut und spart viel Zeit. Besonders an einem sonnigen Fruehlingstag auf einer Wiese. Ich habe immer Angst, den Fruehling zu verpassen, und auf Butser ist alles gruen und inzwischen kommen die Blueten dazu. Ausserdem liebe ich die Gaerten im Stil der verschiedenen Epochen. Es macht mir solche Freude, die Kinder auf dem Rasen laufen zu sehen, besonders auf einem sicher umzaeunten. Einmal konnte ich mich sogar kurz mit Ellie auf einer Bank unterhalten!

Ich erfuhr, dass die roemischen Historiendarsteller jeden Monat kommen. Sie gaben eine lange Demonstration von Waffen und Taktik. Otto meldete sich natuerlich als Statist; Sebbi indes wollte irgendwann weiter schlendern, sah kurz aus als wuerde er schlafen gehen, bemalte dann aber lieber Kalksteine mit gruenem Pflanzensaft.

In der roemischen Villa hinten im Dorf spielte eine Frau richtig gut Leier, und in der Kueche wurde richtig gekocht.

Auf dem Rueckweg fuhren wir noch an der Hubertuskapelle vorbei. Mir ging es nach diesem Tag gut.

Mittwoch, 15. April 2026

Letzten Samstag haben Ellie und ich klassisches Kinder-Pingpong gespielt, aber es war trotzdem ein guter Tag.

Morgens war ich mit Otto schwimmen, und danach hatten wir einige freie Stunden zu Hause, waehrend Ellie mit Sebbi, einer Freundin und deren Kind zum Eisenbahnspielen fuhr. Das war schoen, mal in Ruhe zu Hause zu sein; Otto war lieb und half mit und zusammen haben wir einige Sachen erledigt.

Dann fuhren Otto und Ellie mit seinem besten Freund und dessen Mutter ins Kino. Ich waehrenddessen mit Sebbi zurueck zum Sportzentrum, zum Familienschwimmen, mit Sebbis neuer Schwimmweste. Er huepft immer noch am liebsten ins Wasser, zeigte aber das erste Mal Sorge, dass ich ihn immer festhalte. Ich hab ihm das erste Mal gezeigt, mit seinen Beinen zu treten.

Anschliessend spielten wir noch lange im Park nebenan, wo gerade die Gaensebluemchen bluehen, und dann fuhren wir mit dem Bus nach Hause.

Sonntag brauchten wir alle Ruhe und sind einfach in die Burg Portchester gefahren, auf einen sonnigen Spielplatz und dann in die alte Kirche mit dem schoenen Cafe.

Sebbi

durchlebt momentan eine Phase. Verliert oft seinen bisherige Frohsinn, ist ernst und quengelt.

Otto

hat in der Schule ein wunderschoenes kleines Buch ueber und fuer Sebbi geschrieben. Eine Familienreise nach Japan und Deutschland, mit Titelseite und Klappentext. Der kam damit strahlend nach Hause und las es Sebbi vor. Wir sind sehr stolz auf ihn.

Dienstag hat Otto mit seinem Schulchor gesungen; wir Eltern haben zugehoert. 

Johannes

Wir haben eine gut gepflegte Obsession mit den Wiggles.