Sonntag, 21. Juni 2026

Vatertage

Am letzten Sonntag war in England Vatertag. Zu diesem Anlass fuhr Ellie das Wochenende zu ihrer Schwester nach Kent und ich konnte ganz Vater sein. Nach all den Jahren machte mich das immer noch etwas nervös. 

Samstag morgen fuhren wir mit dem Bus zu Ottos Schwimmunterricht, danach gab es Süßigkeiten auf dem Spielplatz des Stadtmuseums gegenüber. Dann fuhren wir weiter Bus, mit Halt im Hafen, dann nach Hause. Ich machte an beiden Tagen richtig gutes Essen! Nachmittags ging es mit dem Bus zurück zum Sportzentrum zum Familienschwimmen, dann wieder zum Museum Eis essen, dann nach Hause und auf den Spielplatz. Ich ließ die Jungs länger aufbleiben, und wir schliefen alle zusammen in Ottos Zimmer. Sebbi und ich auf dem Ausziehbett. Das klappte wunderbar und hat uns allen drei gefallen.

Sonntag hatte ich ruhig geplant. Vormittags fuhren wir alle zu dritt mit unseren Rädern in den Park, das erste Mal, dass auch ich meins dabei hatte. Aber Sebbi wurde sehr früh müde und wollte stattdessen auf den Spielplatz, wo es sowohl Otto als auch mir zu heiß war. Nach einem weiteren ausgezeichneten Mittagessen fuhren wir Richtung des Wasserspielplatzes beim Canoe Teich. Aber auf dem Weg verletzte sich Sebi seinen Daumen und ein Drama begann. Erstmal standen wir genau zwischen Haus und Ziel in der prallen Sonne. Ich schimpfte zuerst und war nicht lieb genug zu ihm, bis wir Schatten fanden. Erst da dämmerte mir, dass es mehr sein muss man sah, denn er hörte nicht auf zu weinen und schien dann in meinen Armen einzuschlafen. Ich machte in einem Cafe einen kalten Wickel, aber als ich dann nach Hause wollte, brüllte Sebbi noch mehr (und protestierte interessanterweise kaum, obwohl er nicht glücklich war) und zeigte, dass er die Hand bewegen konnte. Also fuhren wir doch zum Wasserspielplatz. Otto fand dort Freunde spielte dort wunderbar im Wasser. Sebbi aber schlief im Bollerwagen ein, während ich über ihm fast heulte aus Angst vor einer Stauchung oder Quetschung. Zum Glück holten mich bekannte Eltern zu ihrem schattigen Picknicklager, boten an, auf Otto aufzupassen und uns zum Krankenhaus zu fahren. Als Sebbi aufwachte, sah er zuerst nicht besser als - bis ihm Kuchen in den richtigen Farben geboten wurde. Dann, als Otto bereits aus dem Wasser kam, wollte Sebbi unbedingt da rein und spielte begeistert. Was mich beruhigte. Trotzdem verfolgte ich auf der Karte genau, wie weit Ellie noch weg war. Schließlich bestach ich die Kinder mit Eis, nach Hause zu gehen. Am Montag ging Ellie doch mit ihm zum Arzt, die aber nichts feststellte.

Diese Geschichte hat mir ein ansonsten gelungenes Wochenende verdorfen und belastet mich immer noch.

Sebbi

will in letzter Zeit immer öfter auf dem Klo sitzen anstatt auf dem Topf.

Sebbi wird langsam zu lang um auf mir zu liegen. Ich werde es vermissen, wie er auf mir einschläft.

Otto

hatte Donnerstag Wandertag zur Burg Portchester. Die kennt er zwar gut, aber diesmal sind sie in den kostenpflichtigen, mittelalterlichen Teil gegangen, der in einer Ecke der viel größeren römischen Anlage steht.

Johannes

ich bin in letzer Zeit oft melancholisch. Mein Leben scheint wieder sehr monoton. Tags schafft man nichts, und abends auch nicht, und die Tage vergehen. Zuinnerst treibt mich vielleicht um, dass ich keine Reise nach Deutschland organisiert habe.

Sonntag, 14. Juni 2026

Samstag nach dem Schwimmen fuhren wir zum Tag der offenen Tür im Überseehafen. Dort läuft der zivile Personen- und Frachtverkehr, der weiter geht als zur Isle of Wight. Er liegt an der westlichen Ausfallstraße, aber man kann ihn schlecht einsehen. Ich selbst war nur zweimal da gewesen: als Ellie und ich nach St Malo fuhr und als ich Friedemann dort ablieferte. Und vor vielen Jahren hat Ellie dort in der Fährabfertigung gearbeitet.

Es war sehr viel interessanter als erwartet: im Terminalgebäude waren viele Stände: die Firma, die das Verladen im Hafen abwickelt, das Wassersportzentrum bewarb Ferienkurse für Ottos Alter, und die Uni Southampton begeisterte alle Kinder mit einem Roboterhund. Sie folgten ihm nach draussen, wo eine Trommlertruppe spielte und diverse große Fahrzeuge warteten. Beide Jungs stiegen in Schaufellader, LKWs und Gabelstapler. Ein Schlepper machte Ballet und spritzte mit seiner Wasserkanone. Am Kai nebenan wurde gerade ein Schiff entladen, und ich ließ mir eine alte Geschichte bestätigen, die ich nie ganz glauben wollte: es bringt mit einem Schwesterschiff tatsächlich jede Woche 40% des britischen Bananenimports ins Land.

Weiter hinten lagen ein Küstentanker, wo uns leider die Zeit ausging, und der Katamaran, der vom Hafenbahnhof nach Ryde auf der Isle of Wight fährt. Auf der Brücke waren zwei Sessel und zwei Kapitänsmützen für beide Jungs, und daneben Radar, Karte, Fahrtregler und Kameras in den Maschinenraum. Das war richtig gut.

Abends dann wollte Otto plötzlich die Stützräder von seinem lange unbenutzten Fahrrad abmachen und auf dem Spielplatz üben. Und zu meiner Überraschung ging es auch sofort problemlos. Er drehte eine Runde nach der anderen, konzentriert und stolz über seinen Fortschritt. Sebbi fährt sowieso mit Inbrungst. Ich freue mich, irgendwann zu fahren zu gehen. Vielleicht sogar zu viert, wenn Ellie wirklich will. Nur schade, dass es hier so wenige lohnende Radwege gibt.

Sonntag mussten wir einkaufen, aber nachmittags gingen wir alle in den Park, damit die Jungs Fahrrad fahren konnten. Otto kurvte durch den ganzen Park und übte am Ende auf den Hindernissen der Skateparks.

Donnerstag, 11. Juni 2026

Letzen Samstag fuhren wir im Regen zum Dorffest in Droxford. War den Versuch wert, lohnte die Strecke aber am Ende nicht. Ich stritt mich mit Otto, was mir wieder den Tag ueber im Magen lag. Ich haette mit den Jungs lieber schwimmen fahren sollen.

Sonntag trafen wir uns mit Ellies Mutter auf dem Landhof Aldingbourne. Ich brauchte mehrere Stunden zum Aufwachen. Zum Glueck waren die Kinder fast immer auf den Spielplätzen und ich musste wenig tun. Zu meiner Überraschung saß ich eine gute halbe Stunde mit Otto im Bastelzimmer und malte.

Und einmal traf sich Ellie mit zwei Freundinnen, die wir früher noch regelmäßig gesehen hatten, bis eine emigrierte und die andere auch ein Kind bekam. Gäste geben mir heute viel mehr als früher. Eine willkommene Abwechslung vom Alltag.

Otto

ist wieder in der Schule. Neues Thema: Ritterburgen. Die Routine tut ihm gut. Ich finde ihn derzeit einfach und lieb.

ich habe das Gefühl, dass Otto inzwischen viele unserer Lektionen verinnerlicht, lieb zu seinem Bruder zu sein und Dinge aus dessen Perspektive zu sehen. Zum Beispiel, dass Sebbi noch nicht lesen kann. Einmal hat er Sebbi explizit gelobt für etwas, dass für ihn selbst inzwischen einfach ist. Ich finde diese Entwicklung sehr schön.

Wir haben das Arbeitsheft zu Ottos Fibel begonnen. Otto zeigt in unserer ruigen Zeit am Abend grosses Interesse daran. Er reagiert allgemein besonders gut auf Raetselhefte.

Johannes

ich hatte letzte Woche etwas falsches gegessen und war vier Tage ausser Gefecht. Bin immer noch vorsichtig was ich esse.

Diese Woche habe ich mich gleich mit zwei deutschen Müttern aus der Schule unterhalten, die in der Nähe wohnen. Eine ist noch länger hier als ich. Ich hoffe auf Kaffee und Kuchen in der Zukunft, damit die Kinder Deutsch hören.

 

Freitag, 29. Mai 2026

Eine Woche zu dritt

Während Otto die Woche auf der Insel Hayling verbrachte, machten Ellie und ich am Mittwoch wieder einen Elterntag. Bei großer Hitze fuhren wir in das Dorf Selborne und besuchten das Haus des Naturforschers Gilbert White (18. Jh.). Wirklich viel konnte ich nicht aufnehmen, aber festzuhalten ist:

* richtig toller, großer Park und Garten mit Wiesen, botanischen Gärten und dahinter ein Hügel mit Buchenwald. Man könnte gut wandern, und das hat White wohl auch gern getan.

* das Haus ist gemütlich; am schönsten fand ich das Esszimmer mit Panoramablick in den Park

* Auszüge aus Briefen der Zeit geben einen praktischen Einblick, und erinnern in Stil und Inhalt an die Bücher Jane Austens

Selbige wohnte im nächsten Jahrhundert nicht weit weg im Dorf Chawton, wohin wir nach einem Mittagessen in einem Pubgarten fuhren. Vor vielen Jahren, vor den Kindern, waren wir schonmal dagewesen; damals verbrachten wir ein trübes Wochenende in der Jurte im Umweltzentrum. Wir gingen daher nicht nochmal in Austens Haus, sondern liefen zum Anwesen ihres Bruders und dessen großen Garten.

Sebbi

wurde vier Tage lang betuddelt 

Otto

scheint die gesamte Woche mit Schwimmen, Süßigkeiten und Wahnsinn verbracht zu haben. Aus Berichten wissen wir, dass er jeden Tag am Schwimmbecken war und wenn wir ihn mal ans Telefon bekamen, hat er vor Aufregung nur rumschreien koennen. Also genau wie letztes Jahr. Ich war froh, dass die grosse Hitze in der zweiten Wochenhaelfte etwas nachliess.

Er kam Freitag braungebrannt zurück und schien größer als vorher. Der Junge sah schon immer aus wie ein Surfer, aber jetzt hat er endlich Interesse am Strand und will im Meer baden. Ich habe jahrelang darauf gewartet.

Johannes

ich habe das Computer-Buch ausgelesen, allerdings ohne die ganzen Übungen gemacht zu haben, die den Hauptwert des Buches darstellen. Stattdessen beginne ich ein weiteres technisches Buch, über "git", ein Werkzeug fuer Programmierer.

Die zunehmende Leistungsfähigkeit der Jungs, in Körper und Geist, lässt mich viel träumen, was wir alles machen könnten, was ich ihnen zeigen möchte. Jahrelang habe ich gewartet, mehr und mehr mit ihnen machen zu koennen. Aber ein Leben ist zu kurz für alles, und mein Einkommen zu gering für alles.

Dienstag, 26. Mai 2026

Pfingsten & Otto auf Hayling

Das Pfingstwochenende war sehr heiss und ich leide bereits. Aber wir hatten eine sehr gelungene Zeit mit den Kindern. Samstag nachmittag sind wir nach Warnford gefahren, wo man auf einer Wiese neben dem Fluss Meon liegen kann, mit Spielplatz und viel Schatten unter einer Reihe hochgewachsener Pappeln. Ich lief mit den Kindern im flachen Wasser und Otto baute sich und Sebbi Boote aus Baumrinde. Es erinnerte mich an zu Hause, auf einer Wiese am Wasser zu sitzen und Vogelzwitschern zu hoeren. Die Jungs waren danach erledigt, aber froh.

Sonntag fuhren wir, finanzielle Bedenken ignorierend, zum Tag mit Thomas (der kleinen Lokomotive) mit der  Wasserkresse-Traditionseisenbahn in Ropley. Wir waren 2023 da gewesen, sechs Wochen vor Sebbis Geburt. Damals war das der Beginn einer langen Eisenbahnphase fuer Otto und nicht zuletzt mich. Diesmal war v.a. Sebbi begeistert und aufgeregt, den echten Thomas zu treffen. Wir fuhren zweimal mit der alten Bahn, machten ein Picknick auf der Wiese des Bahnhofs und auf dem Spielplatz. Moeglichst im Schatten, denn die Hitze war enorm. In den Waggons faechelten wir den Jungs Luft zu, waehrend ich an die Heizer in der Lokomotive dachte. Wir fuhren gegen 14 Uhr nach Hause und liessen die Kinder den Rest des Tages ausruhen. Naechstes Mal, und vermutlich gibt es ein naechstes Mal, kommen wir am Nachmittag, wenn es weniger warm und voll ist. Aber insgesamt mag ich die Dampfromantik sehr. Ich wuerde das gerne mal allein machen, mit sehr viel Tee und Buechern. Ich ging dieses Mal auch in die Werkstatt, wo man normalerweise bei Restaurationsarbeiten zugucken kann, aber an diesem Tag war sie zu.

Montag hatte ich frei, aber wir hielten den Ball flach, weil Otto mit seiner Aufregung vor dem Uebergabe an seine Grosseltern zu tun hatte. Das merkte ich morgens, als er auf dem Spielplatz Roller fahren wollte, und obsessiv Sachen tat, die ich als emotionale Kontrollrituale kenne. Wir sind aber kurz nach Butser gefahren, was mir jedes Mal gut tut. Sebbi fiel hin, woraufhin beide Kinder ein Eis bekamen. Die Roemer waren da, und Otto lernte mit einigen anderen Kindern roemische Zahlen.

Bald darauf fuhren wir jedoch die Autobahn wieder runter auf die Insel Hayling, wo Ottos Grosseltern und Cousine eingetroffen waren. Dort bleibt er jetzt bis Freitag in einer Feriensiedlung aus mobilen Haeusern, die ganz schon warm werden. Alle drei Kindern waren heiss, rot im Gesicht und sehr aufgeregt aufs das Schwimmbecken. Ich hoffe ausserdem, dass die Grosseltern es durchhalten. Trotz vieler Nachfragen bestanden sie darauf.

Waehrend wir den mueden Sebbi nach Hause brachten, schwamm Otto, wie wir spaeter erfuhren, zum ersten Mal im Meer, weil das Becken bereits zu hatte. Schlafen gingen sie erst um Mitternacht, und wachten um sechs wieder auf. Ellie fuhr am folgenden Tag mit Sebbi zu ihnen und alle verbrachten einige Stunden im Schwimmbecken. Mir wurde berichtet, dass Otto sehr froehlich ist und konzentriert schwamm, waehrend Sebbi begeistert im daneben liegenden Kleinkinderbereich planschte. Ich freue mich wie Bolle, dass beide Kinder gerne im Wasser sind.

Sebbi

faehrt begeistert Laufrad 

hat Angst vor dem Staubsauger, drueckt aber gerne auf den Knopf, der das Kabel einzieht 

Otto 

Donnerstag nachmittag haben wir Ottos juengsten Projektabschluss in der Schule besucht. Sie haben gelernt, was fuer Tier- und Pflanzenarten es gibt und ich staune, welche schwierigen Worte man auf die Sechsjaehrigen loslaesst. Otto freut sich immer ueber die Aufmerksamkeit, will anschliessend aber immer mit nach Hause kommen, weil einige Eltern ihre Kinder gleich mitnehmen.

Seitdem hat Otto Ferien und reagiert darauf wie immer mit sehr gutem Benehmen. Er ist ausgeglichen und froehlich, bemueht sich im Ungang mit uns und vor allem Sebbi. Es zeigt immer, dass er will, aber sonst oft einfach nicht die Kraft zur Impulskontrolle hat.

Er schnappte sich in der Zeit morgens im Bett auch manchmal Buecher und liest relativ leise vor sich hin. Einmal hat er dabei zwei Buecher komplett durchgelesen und mir danach davon erzaehlt.

Und er war tagelang aufgeregt wegen der bevorstehenden Woche mit seinen Grosseltern. Manchmal fragte ich, ob er sich vielleicht doch etwas komisch fuehlt wegen der Veraenderung, aber er sagt nur, dass er sich sehr freut.

Ich bin auch mit Ottos Rechnen zufrieden. Wir haben eine Reihe Mathespiele aus der Schule fast fertig, und ich habe bereits Plaene, was wir danach in unserer Ruhigen Zeit ueben werden. Die war urspruenglich eingefuehrt worden, um Otto die Schlafenszeit zu erleichtern, nachdem Sebbi geboren worden war. Aber wir geniessen es schon lange um ihrer selbst willen, und ich nutze die Zeit um mit Otto Sachen zu lernen und zu ueben. 

Johannes

Es ist schoen und gleichzeitig komisch, mehr Zeit im Hause zu haben. Mein eigenes Schlafzimmer, laengere Abende, ungestoert schlafen. Aber ich vermisse Otto in seinem Bett, wenn ich reinkomme. Gleichzeitig freue ich mich, Sebbi mal meine ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

es tut mir gut, kuerzlich einige Geburtstagkarten verschickt zu haben. Mir ist sogar eingefallen, dass ich zwar keine Paeckchen schicken, aber ja wenigstens Geschenke bestellen kann.

Fuer mich selbst habe ich gebraucht bestellt: eine Schwimmbrille (gegen die Spritzer aus der Schnellschwimmerbahn neben meiner) und eine grosse Kastenbackform (fuer groessere Brote).

Ich gucke mit grosser Freude die kurzen Folgen von "Funkstreife Isar 12"

Sonntag, 17. Mai 2026

Lupinenfahrt

Sonntag haben wir einen unerwartet schoenen Tag auf dem Land verbracht. Die Kinder waren den ganzen Tag draussen gewesen, haben viel Sport gemacht, und ich konnte die Natur im Mai sehen und einige nuetzliche Orte erkunden.

Weil wir erst nicht wusste, wohin, aber einfach auf dem Haus wollten (die Kinder werden sonst schwierig) habe ich entschieden, das Lupinenfeld bei Petersfield zu besuchen. Wie sich rausstellte, bluehten erst wenige Blumen, oder vielleicht gibt es dort weniger als gedacht. Aber die Anfahrt geht durch eine Allee zu einer kleinen Kirche, von der auch Wege in ein geschuetztes Sumpfgebiet fuehren, ueber eine Wiese mit Weissdornbaeumen.

Zum Wandern muss ich da irgendwann allein hinfahren, denn die anderen interessiert es weniger. Wir probierten dann den Spielplatz im nahen Dorf Rogate aus. Der funktionierte sehr gut fuer kleine Kinder, daneben ist ein Fussballfeld und Sportgeraete fuer groessere. Es ist immer gut, Spielplaeze zu kennen und die Kinder einfach laufen zu lassen.

Wir fuetterten die Kinder dann im Cafe des Selbsterntehofs Durleighmarsh, wo wir lange blieben. Die Kinder spielten mit den Autos und Haeuschen, mit denen schon Baby Otto unterwegs gewesen war. Ich gucke dort immer sehnsuechtig auf die Felder mit den Reihen von Beerenbueschen und der Obstplantage.

Zuletzt probierten wir noch einen Spielplatz aus, dieser am Rande von Petersfield, neben einem Komplex mehrerer Sportvereine. Den hatte ich ebenfalls noch nie gesehen und er war besonders attraktiv. Sehr gute Gerueste, fuer verschiedene Altersstufen. Und neben dem riesigen Fussballfeld laeuft ein asphaltierter Weg, auf dem beide Jungs dann Roller bzw. Rad fahren konnten. Einmal konnten sie richtig Gas geben, waehrend ich hinterherlief und irgendwann Snacks verteilte.

Freitag, 15. Mai 2026

Letzten Samstag war ich mit beiden Kindern nacheinande schwimmen. Morgens mit Otto, nachmittags mit Sebbi. Mit einigen extra Schwimmhilfen schwamm er das erste Mal ganz allein und trieb sich mit Tritten vorwaerts. Er kam sogar ziemlich weit und quiekte vor Aufregung. Ich lobte ihn sehr.

Wir kriegen die ersten Probleme mit unserem niegelnagelneuen Bad. Zum Beispiel haben wir uns, natuerlich, keine Gedanken gemacht ueber das genaue Klo-Modell, und jetzt ist es die falsche Form und man kann den Sitz nicht festziehen. Ellie will, wenn sie ehrlich ist, alles nochmal machen. Tausende Pfund, alles fuer die Katz. Weil beim Heimwerken die kleinsten Details riesige Konsequenzen haben. Darum: niemals Heimwerken, und auch niemals Handwerker.

Unser Hausmeister dagegen hat endlich das Ausziehbett repariert. Jetzt kann ich im Bett bleiben, wenn Otto nachts zu mir kommt, und das ist schoen. Ich habe es vermisst, neben ihm zu schlafen.

Mochi geht es besser, aber einige Probleme hat er immer noch, und die Gefahr von noch mehr Tierarztausgaben haengt weiter ueber uns. Im ganzen Haus liegen liegen Koerner vor Katzenstreu. Mich stresst es, so zu leben und nicht mal zu wissen ob es irgendwann besser wird.

Beide Kinder haben einen milden Schnupfen durchlaufen, dem ich bisher entkommen bin.

Sebbi

Ist besessen von Fahrzeugen, einer Fernsehsendung folgend, die zu seiner Zeit schon Otto einige Monate lang im Griff hatte. Erzaehlt seiner Mami sogar im Schlaf davon. Faehrt selbst mit Begeisterung Rad und Roller 

Otto

macht keinen Spagat mehr, aber weiterhin Handstand, ueberall in unserem kleinen Haus

Johannes

Ich habe the Poirot Krimis fuer die Drei Musketiere aufgegeben. Und zwar en francais. Auch mein wunderbares Computerbuch macht Pause, weil ich ein anderes, ebenfalls sehr technisches Buch gefunden habe. Das will ich eigentlich spaeter lesen, aber ein Kapitel musste ich sofort lesen, weil es zu interessant ist.

Vorletzte Woche habe ich ausserdem die Vortragsreihe ueber das fruehmoderne England ausgehoert, und dann die Series uebern den europaeischen Absolutismus begonnen.

Dienstag, 5. Mai 2026

Ein Tag mit Sebbi

Dienstag morgen war Ellie krank, also nahm ich mir den Tag frei und fuhr mit Sebbi ins Blaue. Auf sein Draengen hin fuhren wir zuerst zum Haustierhof Staunton, wo er an sich nur auf dem kleinen Traktor fahren will, aber wir verbrachten trotzdem einige schoene Stunden da, mit Mittagessen und Spieplatz. Besonders schoen ist momentan der Garten vor dem Tropenhaus. Sebbi war begeistert, als ich ihn auf eine Sonnenuhr setzte und er in die Pfeife in meinem Rucksack pusten konnte. Ab und zu rannte ich mit ihm um die Rabatten.

Anschliessend konnte er im Park nebenan soviel Laufrad fahren wie er wollte, und momentan will er das sehr viel. Es war toll, dass er dazu mal eine ganze Wiese hatte, wie ein Sturz nicht wehtut. Wenn doch, dann rettete ihn Papa. Er ist richtig gut, zeigt tolles Gleichgewicht.

Zuletzt hatte ich Lust an einem schoenen Ort ein Stueck Kuchen zu essen. Also fuhren wir am mittleren Nachmittag noch auf den schoenen Spielplatz in Clanfield. Da wurde es bereits etwas kuehler, aber Sebbi fuhr unbeirrt ueber die Wiese, die kleinen Huegel runter und kletterte ueber das Geruest. Ich nehme seine Koerperkontrolle zur Kenntnis, wie er sich beim Klettern mit beiden Haenden festhaelt und Leitern rueckwaerts runtersteigt. Wir hatten eine richtig schoene Zeit dort, und ich genoss noch den Ausblick, als wir uns ganz am Ende auf eine Bank setzten. Auf der Rueckfahrt schlief Sebbi dann sogar ein.

Otto hatte an diesem Tag einen Wandertag in ein Waldstueck auf dem Grossbesitz Goodwood bei Chichester gemacht. Dort lernten sie ueber Wald und Baeume. Zu Hause spielte er den Nachmittag lang mit seiner Mami Karten, was ihm auch gut tat.

Montag, 4. Mai 2026

Maifeier

Zum Maifeiertag (dieses Jahr Montag den 4. Mai) fuhren wir, wie schon die zwei Vorjahre, nach Little Woodham, dem Museumsdorf a la 1640 in Gosport.

Wir kochten ein Picknick vor und packten mit Glueck; das Wetter erlaubte leichte Kleidung. Das Dorf war wieder voll, aber es ist alles so viel einfacher, wenn kein Kind mehr getragen werden oder schlafen braucht. Die beiden Jungs liefen interessiert von Haus zu Haus. Mit Sebbi passte ich den Umzug ab, als alle Darsteller mit Musik zum Maibaum vor der Schmiede zogen. Besonders gut die als Maus und Wildschwein verkleideten Leute.

Ellie war mit den Kindern im Publikum, als die Morristaenzer und Musiker auftraten; ich guckte von weiter hinten zu. Ich nutzte auch einige Momente, mal in Ruhe allein mit den Leuten in den einzelnen Haeusern zu sprechen.

Fuer die Kinder war am wichtigsten der Tanz um den Maibaum. Die ersten Runden waren zu voll, aber wir stellten sicher, dass wir in der zweiten Haelfte auf unsere Kosten kamen. Sebbi hatte nach einem Mal genug, aber Otto machte mit so oft er konnte. Ich nehme zur Kenntnis, dass ihm tanzen richtig Spass macht. Eine Frau sprach mich auf sein Selbstbewusstsein an; mit dem Lautisten besprach ich Volkslieder und seine neun Jahre in Niedersachsen.

Zwischendurch bekamen die Kinder zu Essen und spaeter auch ein Eis. Ich probierte die Holzwerkbank aus, Sebbi pruefte, ob die Spindel am Spinnrad so spitz ist wie bei Dornroeschen, Otto war wie ich angewidert von den Einzelheiten der medizinischen Geraete.

Besonder schoen wurde es am spaeteren Nachmittag, als weniger Leute da waren, die Darsteller ihre eigenes Ding machten und die Kinder zwischen den Baeumen spielten. Ich tauschte mich mit einer Gaertnerin aus und nahm einen Eichensproessling mit. Ich lernte auch viel ueber Wildpflanzen und Kraeuer; Otto ist daran auch sehr interessiert und am naechsten Tag machten wir einen Salat mit Knoblauchrauke.

Es war ein richtig schoener Tag mit viel Zeit draussen fuer die Kinder und mich. Mir hat das alles sehr gut getan. 

Freitag, 1. Mai 2026

Katzenjammer

In letzter Zeit hatten wir mit Mochis Gesundheit zu kaempfen. Er pullerte aufgrund einer Urintraktentzuendung ueberall hin. Als auch noch Urinsteine gefunden wurden, wurde er Donnerstag operiert. Danach wurde es mit dem Pullern ganz schlimm. Bevor wir ihn in die Kueche sperrten hatte er ein Schlafzimmer und den Dachboden. Stundenlanges Schrubben per Hand brachte nichts; Sonntag brachte Andrew seinen Teppichreiniger.

Mich hat das alles sehr gestresst. Es ging mir einige Tage ziemlich schlecht. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir selbst mehr als Mochi leid tat. Ich hatte das Gefuehl, die ohnehin schwierige Kontrolle ueber das Haus ganz zu verlieren. Sich im eigenen Haus nicht wohl zu fuehlen und die Haelfte der ohnehin kleinen Flaeche unterbewusst zu vermeiden ist keine schoenes Gefuehl. Besonders, wenn man dafuer soviel bezahlt. Nicht zuletzt finanziell ist es, trotz voller Versicherungszahlung, ein Problem. Kein kritisches, aber soviel Muehe wird innerhalb weniger Tage zunichte. Ich hatte das Gefuehl, trotz vieler Muehe und Entsagung eher weiter zurueck zu fallen.

Samstag morgen guckte Sebbi mit mir bei Ottos Schwimmunterricht zu, waehrend Ellie zur Nachkontrolle beim Tierarzt war. Sie kam mit schlechte Nachrichten zurueck; der Heilungsprozess verlief schlechter als erwartet und niemand wusste, wieviel wir noch bezahlen muessen.

Sonntag mussten wir dann mal Naegel mit Koepfen machen: statt eines schoenen Ausflugs habe ich mit Andrew den Teppich gereinigt, das Haus halbwegs geraeumt und ich fuhr zur Muellkippe. Ellie war fast den ganzen Tag mit den Kindern draussen in der Sonne. Hat ihr zum Glueck Spass gemacht; ich hatte sofort wieder Sorgen, sie alleine zu lassen. Abends machte Mochi einen besseren Eindruck, was sich dann Montag und Donnerstag bei Nachkontrollen bestaetigte. Diese Krise ist also wohl erstmal vorbei; das Haus ist halbwegs bewohnbar, und ich zaehle jetzt, wieviel uns der Spass insgesamt gekostet hat.

Sebbi

ist von seinem Roller jetzt auf sein kleines Laufrad umgestiegen. Auch damit kann er viel besser umgehen als erwartet.

zeigt das erste Mal Anzeichen, dass er nicht mehr in die Kita will. Meckert morgens meistens rum, wo er frueher mit Freude und ohne Ueberzeugungsarbeit losgelaufen ist. Nichtmal die Umspannwerke und Verkehrsschilder auf dem Weg spornen ihn an. Sogar bei Otto ging das damals spaeter los. Ich hoffe wirklich, dass uns jetzt nicht ueber ein Jahr davon bevorsteht. 

Otto

ist ueber Sebbi wieder auf seinen Roller gekommen. Beide Kinder sind jetzt oft zusammen auf Raedern unterwegs, was sehr schoen zu sehen ist.

Das Buch "Michel aus Loenneberga" ist angekommen. Otto mochte es sobald ihm der Gedanke kam, dass Michel an sich sehr bottisch ist. Es wurde aber vom Spielebuch verdraengt, dass aus Rostock zu seinem Geburtstag kam. Ich habe das neulich endlich angefangen und es ist ein grosser Hit. Wir spielen jetzt die dritte Route; Otto ist mit Inbrunst dabei, und fuer mich ist es das erste richtige Abenteuerspiel, zu denen ich ihn ja immer fuehren wollte.

Ottos aktuelles Schulprojekt sind Baeume: ihr Aufbau, Laub- und Nadelbaeume, einige Tierarten. Ich mag diese Projektarbeit; besonders, wie damit verschiedene Faecher bearbeitet werden. Unsere Hausaufgaben sind eine Wanderung im Wald und Fotos verschiedener Baeume und ihrere Bestandteile. Gibt schlimmeres.

das macht Otto dieses Semester nach der Schule:

Montag: kommt 15:15 nach Hause, geht 16:45 - 17:45 zum Karate

Dienstag - 15:15 nach Hause

Mittwoch - mittags Ukulele, bis 16:15 Hort

Donnerstag - Hockey bis 16:15

Freitag - Tennis bis 16:15

Johannes

ich habe gemerkt, dass ich nachmittags, wenn mein Kreislauf und damit meine Stimmung sackt, immer die Jungs vermisse.

Ich naehere mich dem Ende des Buchs ueber Computer, wenn ich auch alle praktischen Uebungen ignoriere, die ich sehr gerne machen wuerde. Wenn ich zu muede bin, lese ich Poirot.

Dienstag, 21. April 2026

Gwexpress

Ich habe mir Montag Vormittag frei genommen um endlich wieder zur Spielegruppe in den Simonskirche mitzugehen. Da war ich immer gerne, weil ich sitzen und Tee trinken kann, aber das letzte Mal war schon lange her. Ellie vermutet, dass Sebbi langsam zu alt fuer die Veranstaltung wird, also wollte ich noch einmal mit.

Es war so schoen, an dem sonnigen Morgen zusammen zu laufen. Sebbi ist tatsaechlich etwas aelter (und viel groesser) als alle andere Kinder. Komisch, richtige Babies und sehr kleine Kinder zu sehen - erst da merkt man, dass die eigenen nicht mehr so sind, und es ist nicht ohne Wehmut, trotz gute Erinnerung, wie es in dem Alter war.

Anschliessend liefen wir ans Meer, auf die Seebruecke und dann zum Spielplatz am Canoe Lake. Das macht Sebbi jeden Montag so; Ellie macht das Spass und ich bin froh, dieses mir sonst unbekannte Stueck Alltag zu sehen. Auch auf der Seebruecke merkte ich, dass ich ewig nicht mehr da gewesen war. Frueher gab es eine Zeit, als der kleine Otto immer dahin wollte, in die Spielhalle und dann auf den Rummel weiter hinten, bei Wind und Wetter, auch wenn alles zu war, und ich langweilte mich immer tot.

Es ist immer traurig, wenn ich mich dann absetze und nach Hause fahre, sogar, wenn Sebbi sehr bald nachkommen wird.

Dienstag entdeckt Sebbi ploetzlich den Roller fuer sich. Den hatte er von Otto uebernommen, aber bisher nur ein paarmal probiert. Dienstag wollte er ploetzlich damit fahren und war dann unerwartet den ganzen Vormittag unterwegs, zum Meer, am Meer entlang, in den Rosengarten. Ich habe ihn selbst gesehen, er fuhr auch richtig gut, als haette er die Bewegungsablaeufe schon woaneders geuebt. Moeglicherweise werde ich also noch einmal die Phase erleben, als Otto damals zur Kita gefahren ist, jeden Tag etwas schneller. Darueber freue ich mich, und bin gleichzeitig etwas traurig, das es das letzte Mal sein wird.

Otto wurde indes an diesem Tag das erste Mal von einer Bekannten abgeholt und verbrachte den Nachmittag bei ihrer Familie. 

Sonntag, 19. April 2026

Omnia sol temperat

Sonntag Nachmittag hatte ich mir eine Wanderung ausbedungen, weil ich die Woche ueber kaum ausser Haus gewesen war. Dann aber erfuhren wir von einem roemischen Wochenende in Butser, sodass wir dann doch alle zusammen hinfuhren. Ich war anfaenglich skeptisch gewesen, dass wir das zeitlich schaffen, zumal man beide Kinder immer erst ueberzeugen muss. Aber ich habe gelernt: Mittag vorkochen und als Picknick mitnehmen klappt sehr gut und spart viel Zeit. Besonders an einem sonnigen Fruehlingstag auf einer Wiese. Ich habe immer Angst, den Fruehling zu verpassen, und auf Butser ist alles gruen und inzwischen kommen die Blueten dazu. Ausserdem liebe ich die Gaerten im Stil der verschiedenen Epochen. Es macht mir solche Freude, die Kinder auf dem Rasen laufen zu sehen, besonders auf einem sicher umzaeunten. Einmal konnte ich mich sogar kurz mit Ellie auf einer Bank unterhalten!

Ich erfuhr, dass die roemischen Historiendarsteller jeden Monat kommen. Sie gaben eine lange Demonstration von Waffen und Taktik. Otto meldete sich natuerlich als Statist; Sebbi indes wollte irgendwann weiter schlendern, sah kurz aus als wuerde er schlafen gehen, bemalte dann aber lieber Kalksteine mit gruenem Pflanzensaft.

In der roemischen Villa hinten im Dorf spielte eine Frau richtig gut Leier, und in der Kueche wurde richtig gekocht.

Auf dem Rueckweg fuhren wir noch an der Hubertuskapelle vorbei. Mir ging es nach diesem Tag gut.

Mittwoch, 15. April 2026

Letzten Samstag haben Ellie und ich klassisches Kinder-Pingpong gespielt, aber es war trotzdem ein guter Tag.

Morgens war ich mit Otto schwimmen, und danach hatten wir einige freie Stunden zu Hause, waehrend Ellie mit Sebbi, einer Freundin und deren Kind zum Eisenbahnspielen fuhr. Das war schoen, mal in Ruhe zu Hause zu sein; Otto war lieb und half mit und zusammen haben wir einige Sachen erledigt.

Dann fuhren Otto und Ellie mit seinem besten Freund und dessen Mutter ins Kino. Ich waehrenddessen mit Sebbi zurueck zum Sportzentrum, zum Familienschwimmen, mit Sebbis neuer Schwimmweste. Er huepft immer noch am liebsten ins Wasser, zeigte aber das erste Mal Sorge, dass ich ihn immer festhalte. Ich hab ihm das erste Mal gezeigt, mit seinen Beinen zu treten.

Anschliessend spielten wir noch lange im Park nebenan, wo gerade die Gaensebluemchen bluehen, und dann fuhren wir mit dem Bus nach Hause.

Sonntag brauchten wir alle Ruhe und sind einfach in die Burg Portchester gefahren, auf einen sonnigen Spielplatz und dann in die alte Kirche mit dem schoenen Cafe.

Sebbi

durchlebt momentan eine Phase. Verliert oft seinen bisherige Frohsinn, ist ernst und quengelt.

Otto

hat in der Schule ein wunderschoenes kleines Buch ueber und fuer Sebbi geschrieben. Eine Familienreise nach Japan und Deutschland, mit Titelseite und Klappentext. Der kam damit strahlend nach Hause und las es Sebbi vor. Wir sind sehr stolz auf ihn.

Dienstag hat Otto mit seinem Schulchor gesungen; wir Eltern haben zugehoert. 

Johannes

Wir haben eine gut gepflegte Obsession mit den Wiggles.

Mittwoch, 8. April 2026

Wiggles

In der zweiten Woche der Osterferien fuhren wir alle zu einem Konzert der Wiggles nach Cardiff, mit einer Uebernachtung. Die Anreise war Stress. Besonders Otto ist durch die Ferien disreguliert und hat eine kurze Lunte. Schoen war nur eine Pause im Staedtchen Hungerford, wo ich gerne mal einige Stunden mit Ellie haette.

Im Hotel habe ich dann kaum geschlafen. Zweimal mussten wir den schlaftrunkenen Otto wieder ins Bett bringen und beschuetzen, was er sichtlich genoss. Das Fruehstueck war auch nur Stress; der Raum voll mit Familien, die auch zum Konzert gingen. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich keine Reisen mehr machen, bis die Kindern groesser sind.

Wir waren alle zum ersten Mal in Cardiff, von dem ich viel gutes hoere. Das winziges Stueck Zentrum, das wir sahen, beeindruckte mich aber nicht. Die Burg schien ziemlich interessant, der Rest eher wie die runtergekommeneren Teile von Portsmouth.

Ab dem Konzert war Otto wie ausgewechselt. Keinerlei Beschwerden oder Langeweile, als wir noch eine Stunde in unseren Sitzen warten mussten. Das Konzert war am fruehen nachmittag und nur eine Stunde lang, genau wie ich es heutzutage moechte. Es hat uns Eltern mindestens soviel Spass gemacht wie den Kindern; wir haben gesungen und getanzt.

Danach ging es direkt zurueck ins Auto. Die Rueckfahrt ging viel schneller und die Kinder waren einfacher. Der Hoehepunkt: an der Raststaette Membury stand ich mit den Kindern vor einigen Spielautomaten, als mir jemand merkwuerdig vertraut vorkam. Da stand der rote Wiggle Simon Pryce, der nach dem Konzert nicht etwa in einen bequemen Sessel gefallen war, sondern ebenfalls mit seiner Familie ins Auto sprang und ueber London nach Paris fuhr. Ellie und ich waren aufgeregt wie Teenies. Simon war super nett; wir bekamen ein Foto.

Seit dem Konzert war es mir die Reise wert. Die Familie durchlebt seitdem eine Wiggles Obsession.

Otto

Wir haben Pippi Langstrumpf ausgelesen und ich finde es schwierig, ein neues Buch zu finden. Fuers erste habe ich Michel aus Loenneberga bestellt, gebraucht, aus Deutschland. Otto hat neulich ausserdem einen Comic aus der Leseloewen Reihe gelesen, und mich dabei sehr beeindruckt.

Montag, 6. April 2026

Ostermontag

Ostermontag war richtig schoen. Ich fuehlte mich ausgeschlafen, das Wetter war toll, wir hatten einen Ausflug vor, und Zeit ihn richtig vorzubereiten. 

Wir machten zuerst ein Mittagspicknick neben auf dem Kirchhof von Droxford. Alles war gruen. Die Kinder fuetterten ein Pferd. Spaeter gingen sie an der Badestelle mit den Fuessen in Wasser. Noch ist es dort schoen warm aber nicht heiss. Die Raubvoegel kreisen ueber den Feldern, die Enten quaken im Bach. Otto und ich liessen Stoecker unter der Bruecke um die Wette schwimmen.

Danach fuhren wir weiter zum Dell, d.h. einer Wiese mit Cafe und Bar und viel Platz fuer viele Familien mit Kindern. Wir hatten viel Spielzeug fuer draussen dabei; mein neuer Drachen stellte sich als viel zu kompliziert fuer Kinder raus. Aber die wollen sowieso alle nur am Steuer des ausgemusterten Busses sitzen.

Ich genoss das Osterwetter, das Gefuehl von Raum, das Gruen der Felder und die Blueten an Bueschen und Baeumen.

Jetzt einen Tag Arbeit, dann nach Cardiff. 

Sonntag, 5. April 2026

Ostersonntag

Ostersonntag ging gleich morgens schief. Otto kaempft seit geraumer Zeit mit den Uebergaengen am Morgen: er wacht noch sehr lieb auf, haelt dann aber die Umstellung von zwei auf vier nicht aus. Bei mir kam dieses Mal dazu, dass ich totmuede war und bereits vom Vortag angegriffen. Sein Verhalten beim Fruehstueck fand ich dann so penetrant, dass ich alleine essen ging und dann stundenlang nicht mehr aus meinem Schneckenhaus rauskam.

Wir fuhren zum Ostereiersuchen in den Hasengloeckchenwald bei Clanfield, der in voller Bluehte stand. Die Kinder sahen tatsaechlich nicht, wie die Suessigkeiten aus unseren Haenden fielen. Bei Sonne war es richtig schoen, aber meine Stimmung blieb schlecht.

Anschliessend fuhren wir nochmal zum nahen Butser Museum. Ich wollte das einfach nochmal sehen, solange die Historiendarsteller noch da waren. Wir sahen auch noch einen Schaukampf samt Bogenschiessen. Sebbi spielt seitdem "Ritter, und dann fallen Deine Arme ab". Das muss ich der Kita erstmal erklaeren.

Bei Sonne war es richtig warm und ich taute beim Ausblick von der Terasse ueber die Felder etwas auf. Aber meine Stimmung bleibt stark gedrueckt. Auf das Konzert in Cardiff zum Beispiel freue ich mich zum Beispiel ueberhaupt nicht. Aufgeregte Kinder, eine lange Autofahrt und eine fremde Stadt.

Samstag, 4. April 2026

Ewiger Zirkus

Samstag vormittag ging Otto zu seiner ersten echten Schwimmstunde auf Stufe 3. Danach ruhten wir uns alle zu Hause aus, denn nachmittag ging es in den Zirkus. Fuer beide Kinder das erste Mal, fuer mich das zweite als Erwachsener. Otto war wieder emotional ueberwaeltigt: hatte Angst, wollte nicht hin, aber auch nicht zu spaet kommen; es war stressig. In der Show selbst dann war er begeistert, spaeter ueberfordert und erholte sich erst zum Ende. Sebbi war es zuerst egal, dann fand es toll; nicht nur die Manege sondern durchaus auch das Lichtspiel an der Zeltdecke, auf dem Ruecken ueber meine Knie. Irgendwann hatte er aber auch genug und ich ging mit ihm raus. Leider laeuft es eigentlich immer darauf hinaus, das Ellie und ich uns mit je einem Kind aufteilen und den ganzen langen Tag nur kurz bei Uebergaben sehen. Beide Kinder waren dann auch emotional erschoepft und ich koerperlich, und es wurde wieder stressig und ich ein Stueck weiter deprimiert.

Freitag, 3. April 2026

Karfreitag

Freitag sind wir zu viert nach Butser gefahren. Otto wurde gleich zu Anfang wuetend, weil er seinen neuen Metalldetektor anders als am Vortag nicht mit reinbringen durfte (man ist da strikt, damit die Leute nicht anfang zu graben). Dann wollte er direkt zurueck zur roemischen Villa und Rota weiterspielen. Sebbi zog derweil mit Ellie durch die Gebaeude der Mittel- und Neusteinzeit, legte sich in jeder Huette auf die Betten und spielte Aufwachen. Otto und ich lernten in der Zeit was ueber roemische Klos. Spaeter wechselten wir Kinder: Sebbi lernte auch den Legionaer kennen, war aber auch froh, einfach durch den Garten zu trapsen, von Baumstuempfen zu huepfen und suess zu sein.

Es war richtig was los: das ganze Wochenende sind historische Darsteller vor Ort, und darunter traf ich auch einen ehemaligen Kollegen und dessen Frau. Deren Truppe zeigte diverses, und sowohl ich als auch Ellie und Otto waren wirklich interessiert an Kraeutern, Webtechniken und Schaukaempfen. Die Kinder hatten ausserdem Platz zum Rennen und ich geniesse einfach das Fruehlingserwachen dort in den Hecken und Feldern der South Downs. Denn das Projekt liegt wunderbar eingebettet; eins der Haeuser ist einer Ausgrabung nachgestellt, die direkt nebenan stattgefunden hatte.

Wir blieben mehrere Stunden dort und ich freue mich echt ueber das Jahresticket. Allerdings waren die Kindern anschliessend fertig und es war ein Fehler, in einen Pub essen zu fahren statt nach Hause. Ich selbst pfiff aus dem letzten Loch und konnte mit dem Stress nicht umgehen. Das belastete mich den gesamten Abend, bis ich zum freien Tanzen beim Tango ging.

Donnerstag, 2. April 2026

Donnerstag vor Ostern

Donnerstag hatte ich mir fuer Otto frei genommen. Allgemein mag ich ganze Tage mit ihm sehr, weil wir dann richtige Ausfluege machen koennen. Meistens aber wird der Tag von tausend kleinen Pflichtaufgaben zerfressen. Diesmal mussten wir erstmal wieder zum Arzt wegen irgendwelchen Flecken, die wahrscheinlich nichts bedeuten aber Eltern Angst machen wenn sie erstmal drueber nachdenken.

Dann kauften wir einen neuen Drachen, und dann fuhren wir endlich zum Freiluftmuseum Butser. Dafuer kaufte ich uns endlich eine Familienjahreskarte.

Beim letzten Besuch war Otto 16 Monate alte gewesen. Das Projekt hat sich seitdem stark vergroessert. Viel mehr Gebaeude und ein Ferienclub fuer Kinder war zu Gange. Otto wollte erst nicht, dann doch, und besonders, als ihm der roemische Legionaer das Spiel Rota, aehnlich wie Muehle, zeigte. Denn Spiele wecken seinen Ehrgeiz, da hat sich in den letzten Monaten viel entwickelt.

An dem Tag hatten wir nicht viel Zeit, weil ich auch noch zum Familienschwimmen zurueck nach Portsmouth wollte. Anschliessend holten wir Sebbi frueher aus der Kita, und dann war Osterwochenende.