Sonntag, 26. September 2010

25.09.2010 – Seeluft macht die Nase frei

Einige Stunden nach dem Wohnungsglück spürte ich deutlich, dass ich krank werde. Internationaler Bakterienaustausch im Kurs hat mich hat mich it einer aggressiven Erkältung getroffen. Ich trete im Moment sehr kurz um das schnell hinter mich bringen. Für diesen Samstag war daher statt dem eigentlich angekündigten Besuch auf Schloss Howard endlich der ohnehin lang geplante museale Großangriff auf die Geschichte von York selbst anberaumt. Am Freitag hatte ich dann eine desaströsen Statistikklausur und wohl zum Seelenstreicheln schloss ich mich einer Gruppe anderer Studenten an, die ans Meer wollten. Denn Meer ist immer gut, und merke, hier fuhr ich zum ersten Mal seit fünf Jahren an das Meer, auf dessen Klippen ich ein Jahr gewohnt hatte.

Eigentlich wollen alle in den populären Hafen Whitby nordwestlich von York. Aber aus verkehrstechnischen Gründen ging es nach Scarborough. Das ist eins der Seebäder, deren beste Zeiten um 1900 waren. Seitdem Briten ihren Urlauber lieber in warmen Ländern verbringen, künden die Grand Hotels zwar noch von der großen Zeit, an der Promenade jedoch reihen sich die inzwischen ebenso berühmten Casinos, Fastfoodläden und Pubs für die Spaßtouristen. Erste übrigens sind mir noch gut aus den Wochen in Brighton bekannt. Gute zehn Jahre ist das jetzt her.

Mit dabei Maisam aus Jordanien und Harika aus Japan, die schon in Durham dabei gewesen waren. Dazu Frida aus Tansania. Harika und ich eher am Schloss auf der vorragenden Klippe über Scarborough interessiert und die anderen an Einkaufsmöglichkeiten. Jeder bekam was er wollte. Ich einen Spaziergang am Sandstrand, wo mir der Anblick der hohen grauen Wellen gut tat. Zur Burg hinauf, wo uns der Wind fast von der Mauer fegte und man ein tolles Panorama auf Stadt und die von weit draußen hereinrollenden Wellen hatte.

Ich hatte Regenjacke, Extrapullover, Regenschirm, Proviant und die richtige Erwartung an englisches Küstenwetter. Die anderen waren aufgrund ihrer Heimatländer mental wie kleidungstechnisch mehr auf sonnenwarme Strände eingestellt. So ging es anschließend schnell zu einem warmen Mittag in den Pub und dann, endlich, in die Läden, Wintersachen kaufen.

Da ich wegen Krankheit auch als einziger in den Vortagen geschlafen hatte, ging es schon nachmittags zurück. In York nahm ich mir die Extrazeit um kurz in den Münster zu schauen und auf dem Weg die tschechische Praktikantin in der Touristeninformation kennen zu lernen.

Die Seeluft hat meiner triefenden Nase gut getan. Dafür huste ich jetzt.

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