Freitag, 17. September 2010

17.09.2010 - Notizen

Samstag fahre ich nach Fountain's Abbey, darum vor diesem größeren Eintrag kurze Meldungen von mir.

Studium
Der Kurs wird härter. Wir haben Mathe abgeschlossen, was ich mehr oder weniger alles schon kannte und nur nochmal von null wieder lernen musste. Dafür jetzt Statistik, und da habe ich keine Vorkenntnisse. Mir macht es nichtsdestotrotz wirklich Spaß wieder mit Zahlen rumspielen zu können. Es ist nicht mehr wie früher wo man durch die Formeln steigen und verstehen konnte. Aber die Klarheit macht mir Freude. Wirtschaft ist das gleiche wie im ersten Studienjahr. Nur sobald man an eine praktische Aufgabe muss, stehe ich da und sehe, dass ich keine Ahnung habe, was das in der Praxis heißt.

Am Anfang habe ich noch täglich mehrere Lektionen durchlesen und so vorarbeiten können. Inzwischen schaffe ich nur noch eine Lektion pro Statistik und Wirtschaft pro Tag. Aber zumindest arbeite ich in den letzten Tagen ganz gut. Nach der Vorlesunggehe ich in die Bibliothek bis 18 Uhr und dann nach Hause. So sehe ich zwar kaum die Sonne, aber in der Bibliothek arbeite ich wenigstens.

Arbeit ist nötig, denn der alte Rhythmus ist zurück: man hat nicht die Zeit seine Aufgaben ordentlich zu erledigen und weiß nicht, warum man sie dann überhaupt machen soll. Aber ohne wahnwitzigen Aufgabendruck macht man andererseits überhaupt nichts. Die anderen Studenten stellen sich dabei übrigens zur Hälfte nach und nach als Cambridge- oder London-Abkömmlinge raus. Kein Wunder, dass ich den Eindruck habe, ich bin der einzige, der nicht durchblickt. Und am Montag ist Wirtschaftsklausur.

Freizeit
Außerhalb der Uni suche ich weiterhin Wohnung und Fahrrad. Letzteres ist schwieriger als gedacht, weil alle zu klein sind. Und ca. einmal die Woche fahre ich weg. Von York sehe ich allerdings recht wenig. Und dabei habe ich solche Lust die römischen Ausgrabungen unter dem Münster wiederzusehen.
Donnerstag abend war ich wieder mit Rana Salsa tanzen, diesmal sind auch vier Leute vom Kurs mitgekommen. Das hat sich so überragend entwickelt, dass ich erst um drei zurück war.

Wetter
Nachdem die ersten zwei Wochen ziemlich nett und sonnig waren, wird es jetzt empfindlich kalt. Dabei hatten wir noch einige Tage richtig schönen Herbst. Und gleich hinter dem Wohnheim gehen die sanft geschwungenen Hügel bis zum Horizont los. Als Freiwilliger wäre ich schon längst über die Straße querfeldein in die Richtung marschiert, vermutlich ohne Karte und Jacke. Aber heutzutage ist jeder teure Tag hier degradiert zum Pendeln zwischen Wohnung, Vorlesung, Bibliothek und Haus. Sprachübung gleich null.

Zwei Kuriosi zum Schluss: Paul ist vor drei Tagen nach Bielefeld gezogen. Und die Wirtschaftsschule Warschau hat mich endgültig angenommen, und zwar für meinen Erstwunsch, Wirtschaft & Recht.

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