Sonntag, 13. Juli 2025

Kent

Dieses Wochenende haben wir Ellies Mutter und Schwester besucht. Freitag nach der Arbeit kam alle hastig ins Auto und dann fuhren wir etwas drei Stunden. Den Kindern war langweilig, aber so haben sich gut geschlagen.

Wir hatten eine Ferienwohnung knapp fuenf Autominuten von Ellies Mutters Haus in Cranbrook gebucht. Die stand auf einem grossen Grundstueck reicher Leute; umgebaute Scheunen, endlos Platz fuer die Landesverhaeltnisse; eine grosse Wiese mit Spielplatz und Hausgarten und am Ende ein kleiner Teich, vor dem Ellie die Kinder das ganze Wochenende beschuetzte. Auf der Wiese zwei Schafe und zur Freude der Jungs auch Dusty der kleine Hund. Otto hat kuerzlich seine Angst vor Hunden wieder abgeschafft und warf jetzt froehlich Baelle und Stoecker. Sebbis besondere Freude war das Gehege mit drei Huehnern. Da gingen wir gerne rein, liessen Koerner aus unseren Haenden picken und Eier durften wir auch sammeln. Ellie machte uns daraus ein erwaehnenswert gutes Omelett!

Hinter dem Grundstueck schliesslich gingen die Felder und Baumreihen los, die ich mir gerne bei Sonnenuntergang besah, wenn die Kinder schliefen.

Das taten sie in ihrem eigenen Schlafzimmer, aufregenderweise in einem Doppelstockbett. Ellie brachte Sebbi ins Bett, waehrend ich und Otto unsere Ruhige Zeit im Schlafzimmer nebenan machten. Dann brachte ich ihn ins Bett, und er musste dann ja auch still sein. Das machte er auch sehr gut, und irgendwann schlich sich Ellie aus dem Zimmer.

Dementsprechend schliefen Ellie und ich wieder im gleichen Bett und ich kann nur sagen, das war eine der schoensten Dinge seit fuenf Jahren.

Insgesamt zeigte sich aber auch, dass es wohl noch zu frueh ist, Sebbi allein schlafen zu lassen. Ich bin beide Naechte immer noch etwa viermal rueber gelaufen wenn der Monitor anging, und so ein unterbrochener Schlaf ist einfach nicht gut genug.

Jeden Morgen nahm ich die Jungs raus auf die Wiese, waehrend Ellie das Fruehstueck machte. Ich wuensche mir jedes Mal nur, dass sie das jeden Morgen an Wochenende machen koennten. Draussen rumlaufen und Tiere sehen ist einfach gut fuer sie.

Samstag Morgens kam nach langer Ueberredung Ellies Mutter fuer einen Tee vorbei und brachte den Kindern Geschenke. Dann fuhren wir zu viert eine knappe Stunde zu Ellies Schwester Amber. Die wohnt seit zwei Jahren im Dorf Hersden, jenseits von Canterbury. Ellie hatte ihr, endlich eigenes, Haus noch nicht gesehen. Und auch nicht den neuen Freund. Das war alles positiv und mir gefiel vor allem der Blick von Ambers Huegel auf ein geschuetztes Seengebiet, auf dem ich diverse Boote sah. Wuerde ich gerne mal laufen und Boot fahren. Otto musste einige Male zur Ordnung gerufen und irgendwann sahen wir ein, das er zurueck in eine gewohntere Umgebung muss. Wie auch zu Hause war er in unserer Ruhigen Zeit aber lammzahm und beeindruckte mich mit Fantasie, Geduld, Feinmotorik, als er mit Dominosteine eine Eisenbahn baute.

Sonntag packten wir unsere Sachen wieder ins Auto und fuhren zu Ellies Mutter im nahen Cranbrook. Dazu kamen auch Amber und Freund sowie die Tochter des Manns von Ellies Mutter, und auch deren Freund. Man sass im Garten und ass zuviel. War etwas schwierig, die Kinder da zu unterhalten ohne das Geschirr oder Pflanzen kaputt gingen. Deren Hoehepunkt war sicherlich, als sie auf einem Motorrad sitzen durften.






Donnerstag, 10. Juli 2025

Sauna

2024 schenkte mir Ellie zum Geburtstag einen Besuch in einer Freiluftsauna mit See, nachdem ich einmal zu viel von den Uckermaerker Seen gesprochen hatte. Aufgrund von Kindern konnten wir aber nie einen Tag gemeinsam freinehmen. Erst zu meinem naechsten Geburtstag fahren wir zur "Fallen Willow Sauna" noerdlich von Winchester.

Dort steht, tatsaechlich unter einer umgestuerzten Weide eine Holzhuette an einem kleinem See. Der war urspruenglich vom Bauern als Zuchtbecken fuer kleine Krebse gegraben worden, ist heute aber nur noch das private Schwimmbecken der Familie. Daran mietet sich eine Frau einen Stellplaetz fuer ihre Sauna, und vermietet die sechs Plaetze darin fuer jeweils eine Stunde.

Ich hatte ja vor kurzem die kleine Sauna im Sportzentrum der Uni entdeckt. Aber das hier war natuerlich etwas anderes. Besonders schoen, die Erfahrung mit Ellie zu teilen. Ich weiss gar nicht, ob sie vorher schonmal in einer Sauna gewesen war. Am meisten Spass hat mir aber das Baden im See gemacht. Irgendwas von frueher kommt da in mir hoch. Der Geruch von Suesswasser, die Vogellaute und Baeume ums Wasser herum. Sogar Ellie war gerne im Wasser ohne zu erfrieren. Wobei das die groesste Schwachstelle war: es ist halt kein richtiges Kaltwasserbecken.

Insgesamt ist es an unseren seltenen Elterntagen weniger wichtig, was wir tun. Es ist einfach schoen zusammen zu sein. Ein Echo aus der Zeit, als man immer zusammen war. Ich freute mich echt, wie gut wir sich nach aller Zeit immer noch verstehen. Ich war teilweise auch traurig, dass es so selten ist.

Ebenso schoen war unser Mittagessen in einem Pub mit Terasse direkt am Fluss Test gleich daneben. Wiederum: so schoen mal in Ruhe zu essen und zu reden. Ohne die Haelfte abgeben zu muessen und sofort unterbrochen zu werden.

Als letzten fuhren wir in einen sog. Wassergarten, der um viele kleine Teiche mit Fischen und exotischen Pflanzen gebaut war. Dazu gehoerte noch ein Gartenbauzentrum oben auf einem Huegel, wo wir noch einmal Kaffee trinken konnten, bevor es zurueck ging.


Die Saunabude.
 

Mittagessen. Hinten fliesst die Test.




Samstag, 5. Juli 2025

Hier ist ein Nachtrag; viele Sachen habe ich vergessen, als ich ueber mehrere Wochen nicht schreiben konnte.

Am letzten Juni Wochenende sind wir samstags nach Buriton und sonntags zum Dell gefahren. In Buriton waren wir wieder auf dem grandiosen und fast immer ruhigen Spielplatz vor den Schienen. Am Dell war es zum Glueck nicht zu heiss, und ich habe Sebbi den Hafer auf dem Nachbarfeld gezeigt.

Am ersten Juli Wochenende kamen Ellies Vater mit Frau, aber diesmal ohne Cousine Layla. Ich habe davon wenig mitbekommen, weil Sebbi extra langen Mittagsschlaf hielt.

Ellie gab sich zu meinen Geburtstag trotz der Umstaende wie immer grosse Muehe. Den Tag selbst nahm ich mir nicht frei, denn wir hatten den folgenden Donnerstag zusammen freigenommen. Geschenke packte ich ohnehin noch seit Sebbis Geburtstag aus. Besonders im Gedaechtnis blieben mir die Haengematte von Ellie, die beiden Raetselhaefte aus Deutschland und Sannis Buch, siehe unten.

Ausgelesen habe ich, nachdem ich es lange Zeit vergessen hatte, Absolutely Ausgesperrt: deutscher Journalist laeuft waehrend der Pandemie durch ganz England. Leichte Lektuere war mir in stressigen Monaten eine Hilfe. Schoen, dass er am Ende in Newcastle ankommt. Im Rueckblick wird mir klar, dass ich die Stadt damals niemals wirklich kennen gelernt hatte. Als Rentner werde ich mal wieder hin, und dann die Hadriansmauer entlang. Jetzt lese ein sehr interessantes Buch ueber politischen Witz im Ostblock. Ein Kapitel pro Land. Polen war mal wieder deprimierend. Und im Bett lese ich Harry Potters ersten Teil nochmal.

Otto

scheint mir in letzter Zeit oft gemein und ruecksichtslos. Wieder so ein sozialer Entwicklungsschub. Mir faellt immer auf, dass er in unserer Ruhigen Zeit vor dem Bett zahm ist wie Lamm, sobald wir zu zweit sind. Die wird letztens immer spaetere, und danach habe ich wenig Abend uebrig.

Sebbi

Kurz nach Ottos erstem Zeugnis bekam auch Sebbi seine regelmaessige Kita Einschaetzung, und auch die glaenzt. Haette ich Zeit wuerde ich sie uebersetzen. Insgesamt reflektiert sie, was wir von ihm kennen. Aufgeschlossen, froehlich, kommunikativ und gute Sprachfaehigkeit. "Sebbi ist ein wunderbarer kleiner Junge und eine absolute Freude zu betreuen."

Der Weg am Kitamorgen: Baustelle, Lollipop-Mann (hilft Schulkindern ueber die Strasse), Rasenmaeher im Park, und ab da wird selber gelaufen.

Seit einigen Monaten wird neben einem nahen Umspannwerk gebaut. Im Werk leben Fuechse, und ich hatte mal erwaehnt, dass die bestimmt Angst vor den lauten Maschinen haben. Seitdem will Sebbi immer wieder da hin, informiert uns "Fuchs hat Angst" und sagt manchmal ueber sich selbst "hat Angst". Inzwischen bedeutet das meistens, dass er kuscheln will. Wir haben ihm auch bedeutet, dass die Fuechse sich sicherlich an den Laerm gewoehnt haben und keine Angst mehr haben.

 

"hat Angst!"

im Hafer

Spielplatz Buriton

Montag, 30. Juni 2025

Sebbis Geburtstag und neue Regeln

Mit guter Organisation und Glueck bleibt uns inzwischen ganz gut Zeit fuer schoene Sachen. Letzten Samstag gingen wir schwimmen, dann einkaufen, und ueber Sebbis Mittagsschlaf hang ich die Waesche auf. Dadurch blieb uns ein gutes Stueck Nachmittag, mit dem wir auf den Spielplatz in Buriton fuhren. Da faehrt die Eisenbahn vorbei, alles ist voller Baeume und es sind nie zu viele Leute da.

Sonntag, zum Beginn der ersten Hitzewelle, fuhren wir zum Dell, d.h. einen Zeltplatz in den South Downs mit einer Bar und Spielmoeglichkeiten auf einem Feld unter grossen Buchen. Mir wurde es da nachmittags zu heiss. Und alle Kinder wollten nur in den zum Cafe umgebauten Bus, wo sich die Hitze staute, am liebsten hoch in den ersten Stock.

Dafuer passierte abends etwas, wovon ich seit Jahren traeume: ich ging zum Meer, und Otto wollte freiwillig mit. Ich ging baden und er wartete am Strand. Ohne Zweifel hat das Schwimmen sein Verhaeltnis zu Wasser veraendert. Wir hatten seine Badehose dabei, aber am Ende war es ihm dann doch zu kalt.

Den Rest der Woche habe ich mich groessenteils vor der Hitze im Haus versteckt. Nicht, dass man viel Gelegenheit hat rauszugehen.

Sebbis Geburtstag

Zu meiner Ueberraschung versteht Sebbi, was ein Geburtstag ist. Gleich beim Aufwachen rief er: Sebbi Geburtstag! Sebbi Kuchen! Sebbi Geschenke! Nun war es aber ein Freitag, wo er morgens vor der Kita nur kurz zu Hause ist, und Ellie abends tanzen faehrt. Damit er in diesen kurzen Zeitraeumen nicht ueberfordert wird, haben wir seine Geschenke wieder ueber mehrere Tage gestreckt. Am meisten beeindruckte ihn sicherlich der grosse Traktor samt Anhaenger (davon redet Sebbi seit Monaten mit Begeisterung). Auf dem kann er selbst mitfahren. Leider braucht der viel Platz, und macht viel zu laute Musik. Genau wie der immer noch vorhandene Roller von Ottos 2. Geburtstag damals. Ich finde das nicht so toll. Dazu bekam Sebbi noch ein kleines Fahrrad, das auch Platz braucht. Ich persoenlich war wirklich enttaeuscht, als der Brummkreisel erst nicht brummte, und dann innerhalb einer halben Stunde kaputt ging. Kann man zum Glueck sofort zurueckschicken.

Otto

Ist diese Woche ziemlich gut drauf. Wirkt zufrieden und emotional stabil. Heute bekam er sein erstes Zeugnis. Es klingt hervorragend, teilweise gar nicht wie er. Offenbar ist er in der Schule nicht nur schlau und interessiert, sondern auch noch geduldig und er spielt mit verschiedenen Kindern und wechselt problemlos zwischen verschiedenen Aktivitaeten.

Johannes

Ich hatte eine richtig schoene Erfahrung, die einen Hauch von Familiennaehe in die strenge lokale Fokussierung und Eintoenigkeit meines Lebens brachte. Bei einem spontanen Anruf erfuhr ich, dass der Rostocker Treppenlift kaputt war; vermutlich die Akkus. Und es gelang mir, die richtigen Akkus zu finden, sie am naechsten Tag liefern zu lassen und der Lift geht wieder. Es gab mir so ein schoenes Gefuehl, trotz der Entfernung und der seltenen Besuche einmal einen richtigen, positiven Einfluss auf das Alltagsleben meiner Familie zu haben. Das Gefuehl hat mich das ganze Wochenende getragen.

Ellie und ich haben vereinbart, dass wir abends unsere Telefone weglegen, wenn die Kinder schlafen. Dem vorausgegangen war ein (weiteres) Gespraech, wie wenig wir uns sehen. Und wenn, dann sind wir so "komatos" (!sic) , dass man zu einfach vor dem Bildschirm versackt. Der Effekt ist wirklich erstaunlich. Mir geht es ganz spuerbar besser, weil wir uns tatsaechlich wieder unterhalten und gemeinsam putzen und kochen. Das macht Spass und ausserdem hat man am naechsten Tag etwas zu essen.

 

Spielplatz Buriton

Haferfeld hinter dem Dell

Manchmal braucht man einfach mal so etwas

 

Montag, 23. Juni 2025

Samstag morgen bin ich zur Abwechslung nicht schiwmmen gegangen, sondern in die angeschlossene Sauna. Das erste Mal in meiner ganzen Zeit in England. Inzwischen habe ich erfahren, dass es durchaus Saunen gibt, aber meistens an Hotels angeschlossen, teuer, und sehr einfach. Im Sportzentrum der Uni zum Beispiel fehlt richtig kaltens Wasser - die Duschen werden nicht kalt genug. Trotzdem sehr schoen; besonders das Gefuehl auf der Haut beim Schwimmen danach. Insgesamt aber gehe ich lieber schwimmen.

Nachmittags hatte Ellie ihren Tanzauftritt. Ich machte mit den Kindern ein langes Picknick am Meer. Wie sonst am Freitag abend, aber laenger. Diesmal konnte ich sogar kurz baden. Ich parkte beide Kinder am Wasserrand und Otto passte auf Sebbi auf, der sich aber kaum bewegte. Ich habe mich sehr gefreut. Nicht nur ist das Wasser bei der derzeitigen Waerme erfrischend. Ich will den Kinder eine gute Assoziation mit Wasser und Schwimmen geben.

Schlafenszeit am Abend war kein Problem. Die Kindern gehen gerne zusammen in die Wanne, dann Otto ins Bett, dann Sebbi in seins, und er aktzeptierte mich anstatt Mami. Otto kam spaeter doch noch rueber, weil es ihm zu lange dauerte. Aber da schlief Sebbi schon, und er konnte sich zu uns liegen, und waere das Bett gross genug, dann haetten wir meinetwegen alle da schlafen koennen.

Ellies woechentliche Abwesenheit hat mir wirklich Selbstvertrauen gegeben die Kinder nicht nur zu betreuen, sondern richtig schoene Sachen machen zu koennen. Wird im Winter schwieriger werden, wenn man nicht mehr so einfach aus dem Haus kann.


Sonntag vormittag gingen war zum Gartenclub an Ottos Schule und gossen vor allem junge Baeume. Nachmittags ging Ellie mit Otto zu einer Geburtstagsfeier und fuhr in der Zeit mit Sebbi zum Tierhof Staunton Farm. War schoen, dass es einmal allein nach seinen Wuenschen ging. Er war begeistert, als eine Ziege aus seiner Hand frass. Am besten war aber ein grosser Traktor - mit Anhaenger. Mir gefiel am meisten der schoene Garten vor dem Gewaechshaus.


Montag hatte ich dank koeniglichem Geburtstag noch einen freien Tag. Sebbi hatte seine Eltern einen Tag fuer sich. Hat er sichtlich genossen. Wir fuhren in einen Wildpark mit Rehen, die ihn (wie damals seinen Bruder) nicht sonderlich interessierten, bis er sie fuettern konnte. Dann fuhren wir ins Gartencafe der nahen Durleighmarsh Farm. Da spielte er lange und interessiert mit Rutschautos und in kleinen Holzhaeuschen. Toast machen und Hande gewaschen. War begeistert, dass beide Eltern mitspielten. Vor drei Jahren haben wir sehr aehnliche Fotos von Otto am gleichen Ort gemacht. Aber Sebbi spielt auch mal alleine, und ich konnte mich mit Ellie unterhalten.

Nach der Schule gingen wir mit Otto und Sebbi auf den Spielplatz; jedes Kind hatte einen Elternteil, und es war schoen, dass wir uns auch sie konzentrieren konnten. Besser als das uebliche erschoepfte Gehetze nach der Arbeit.


Sebbi

haut mich einfach um mit seiner guten Laune und allgemeinen Freude. Wir sagen uns immer wieder, dass er kein Baby mehr ist (und er sagt uns das auch), aber wirklich glauben koennen wir es trotzdem nicht.


Otto

zeigt manchmal, dass er durchaus richtig gut rechnen kann

wir haben Radieschen geerntet. Leider war da unten nicht viel dran. Wie ich gelernt habe, sollte man sie viel frueher ernten. Dafuer kann man sie das ganze Jahr ueber pflanzen und ernten.




Vor drei Jahren machten wir ein sehr aehnliches Foto von Otto am gleichen Ort.



Montag, 16. Juni 2025

Das Schwimmen am Samstag Vormittag war wieder richtig schoen. Otto mag seinen Sport im Moment. Dann war ich mit Sebbi einkaufen. Er will jetzt immer seinen eigenen Wagen, und das ist sehr suess, aber er passt auch nicht auf wo er hinrennt und was er einpacken soll.

Nachmittags kam unser Freund Andrew zu uns. Dann wollte Otto Rad fahren. Am Ende sind wir durch zwei Parks gefahren; Otto war total fertig und lief dann mit Mami nach Hause, waehrend wir Sebbi uebernahmen. Wir tauschen immer nur Kinder aus.

Sonntag vormittag uebte Ellie mit einer Freundin fuer einen Tanzauftritt und ich nahm die Jungs an den Strand. Das funktioniert dank Bollerwagen und der derzeitigen Beliebtheit des Klettergeruests am Strand Cafe sehr gut. Wobei Sebbi eigentlich selber laufen will und am liebsten noch den Wagen zieht. Nachmittags haben wir auf meinen Vatertagswunsch hin ein Picknick auf einem Huegel in den South Downs gemacht. Sebbi hat grosses Interesse an den Wiesen, den Marienkaefer auf Brennnesseln und Schafswolle im Gras gezeigt. Und gerade als wir weiterfahren wollten, wollte Otto auf einem umgestuerzten Baum klettern und die Kaefer unter der Borke entdecken. Das ploetzliche Interesse an der Natur wollte ich auch nicht abwuergen. Anschliessend fuhren wir noch kurz zu St Huberts, wo ich Oma zum Geburtstag anrief.

Sebbi

beeindruckt mich mit seiner Motorik. Mir war schon lange aufgefallen, wie selbstbewusst er auf dem Spieplatz Leitern klettert. In letzter Zeit haengt er sich mit seinen kleinen dicken Aermchen an Stangen und zeigt wie stark er ist. Sein besondere Freude ist Rennen; oft will er das sogar lieber als im Bollerwagen fahren. Im Gegensatz zu Otto. Und Sebbis Sprache ist besonders gut. Das wurde uns vor kurzem auch von der Kita bestaetigt.

Otto

hatte einen Wandertag auf ein gartenbauliches Projekt bei Emsworth, wo Kindern gezeigt wird, wie man Essen anbaut und wie man sich gesund ernaehrt. Aber wichtiger war, ob er mit seinem besten Freund im Bus sitzen konnte.

Seit einigen Tagen arbeiten wir abends an Mathe-Spielen aus der Schule. Bisher mag Otto Mathe am wenigsten, was mich durchaus traurig macht. Aber bei den Spielen ist er sowohl motiviert als auch gut. Sogar meine Trickfragen beantwortet er richtig. Er kann auch gut lesen und sein Schreiben wird besser. 

Ellie und ich haben das erste Mal geplant, wer wann fuer Ottos Sommerferien frei nimmt. Unglaublich schwierig; eigentlich unmoeglich. Und dann mussten beide Chefs noch zustimmen - und in beiden Teams sind viele Eltern mit Kindern im gleichen Alter. Der Gedanke, dass jetzt 13 Jahre machen zu muessen.

Johannes

meine Pflanzen enttaeuschen mich. Kuerzlich wurde meine Kartoffel von Blattlaeusen befallen, und fiel dann um. Also wollte ich wenigstens sehen, ob sie Fruechte getragen hat - eine kleine Kartoffel fand ich in der Erde. Dabei hatte sie so lange so gut ausgesehen. Ich habe dann gleich fuenf neue gepflanzt, die schon zu lange in der Kueche gelegen hatten und stark keimten. Neuer Versuch. Eine Schnecke hat die letzten drei ueberlebenden Korianderpflanzen gefressen. Dafuer sind die Radieschenblaetter riesig, die Linsen daneben spriessen, und die Bohne hat trotz aller Rueckschlage einige Fruechte. Und im Basilikumtopf wagen sich jetzt doch noch drei kleine Pflaenzchen aus der Erde, die wirklich fantastisch riechen. Die schoenen, erstgepflanzten Erbsen dagegen haben sich nie von Katzen und Schnecken erholt.

Ich habe kurz eine Star Trek Novelle gelesen, und habe diese Woche Lust wieder etwas Linux zu lernen. Mein Wohlbefinden ist ansonsten durchwachsen. Weder privat noch auf der Arbeit fuehle ich Bewegung oder Fortschritt. Ich hatte einige triste Abende.

Wiese vor der Hubertuskapelle


Montag, 2. Juni 2025

Samstag war ich mit Otto wieder schwimmen. Otto sagt es war ein bisschen schwieriger; ich ermutige ihn weiterzumachen auch wenn es unvermeidlich anstrengend wird. Danach war ich mit Sebbi einkaufen, und nachmittags mit Otto auf einer Geburtstagfeier auf einer Wiese gleich hinter dem Strand. Das war gut fuer die Kinder, die nach Herzenslust rumrennen konnten. Ottos Lust darauf war begrenzt. Dafuer konnte ich im Anschluss endlich einmal kurz im Meer Baden gehen, waehrend er am Strand wartete. Das Wasser ist aber immer noch ganz schoen kalt. Wir sind dann am Meer entlang zum Rosengarten gelaufen und mit dem Bus nach Hause gefahren. Ich war also praktisch den ganzen Tag draussen, und habe das abends auch gemerkt.

Sonntags fuhren wir zu viert zum Familien-Land-Zentrum in Aldingbourne und trafen Oma Howlett, Ellis Mutter. Diesmal habe ich endlich mal wieder die Tiere sehen koennen; besonders lange waren wir im Ziegengehege. Mit Sebbi habe ich spaeter das Meerschweinchen Ember gestreichelt und gefuettert. Mit Otto habe ich einen im Gewaechshaus eine Erdbeerpflanze gekauft. Dann haben wir Wettrennen im Wald gemacht. Otto ist in letzter Zeit interessiert an Rennen nach Stoppuhr. Das ist praktisch, Sport tut ihm gut. In der Zeit konnte sich Ellie eine halbe Stunde mit ihrer Mutter unterhalten, waehrend Sebbi halb schlief.

 

Sebastian

erstaunt uns mit seiner Sprachfaehigkeit. Nicht nur ist sein Vokabular gross und die Aussprache deutlich, sondern er macht das auch in beiden Sprachen. Montag abend war ich mit ihm unterwegs und die Mehrheit seiner Worte waren tatsaechlich deutsch, und zwar gut verstaendlich.


Johannes

meine armen Pflanzen werden von Schnecken und Katzen bedroht. Wirklich frustrierend wenn nach Monaten der Pflege in einer Nacht alles vernichtet wird. Ich improvisiere Befestigungsanlagen und evakuiere wenn noetig.

Zuletzt haben wir eine Tuete Wildblumen und Linsen gepflaenzt. Meine Kraeuter und Bohnen wachsen gut, die Erbsen haben sich noch nicht von den Katzen erholt. Am aufregensten: aus einem Kern waechst tatsaechlich ein Apfelbaum! Den habe ich gleich in die Kueche geholt, wo es warm ist und keine Schnecken kriechen.


Meerschwein Ember

Feuerwehrmann Sebbi

Polizist/Baggerfahrer Otto

Der Erdbeerkorb haengt jetzt in unserem Garten