Montag, 30. Dezember 2024

Seit November

Seit Anfang November habe ich nicht geschrieben, weil es sowohl sehr langweilig als auch erschoepfend wurde. An freien Tagen passe ich meistens auf Sebbi auf, wo meistens gar nichts passiert, es sei denn, man schaltet etwas ab. Die Arbeit wurde anspruchsvoller, und schliesslich hatten wir auch keine Abende mehr gab, weil Sebbi generell aufhoerte allein zu schlafen. Das heisst, es blieb keine Zeit zum Schreiben, als auch fuer andere Sachen. Zum Beispiel haben wir bei einem Sturm einen Dachziegel verloren. Aber der Kontakt zum Dachdecker schlief wieder ein, weil weder Ellie und ich genug Zeit hatten, immer wieder nachzuhaken.

In dieser Zeit hat insbesondere Sebbi viele wichtige Entwicklungen genommen. Leider habe ich die meisten inzwischen wieder vergessen.

Einen sehr schoenen, sehr kalten Ausflug zum Ententeich in Buriton. Otto am Bach und im Matsch gespielt, wie es kleine Kinder machen sollten.

Anfang Advent hatte ich es einige Male mit den Kindern adventliches Fruehstueck geschafft, d.h. mit Musik und Kerzen, die die Kindern sehr faszinieren. Spaeter wurde das alles wieder zuviel; besonders weil der Esstisch zu sehr als erste Ablageflaeche dient und weder Platz noch Zeit bestand, die jeweiligen Sachen weiterzutragen.

Aber der Nikolaus kam. Otto war dieses Jahr das erste Mal bewusst, was kommt (war dementsprechend aufgeregt), und Sebi hat Sachen zum ersten Mal bewusst mitgeschnitten.


Sebastian

hat sich in dieser Zeit enorm entwickelt. Er lernt jetzt richtige Worte, deutsche und englische. Insbesondere durch Lieder. Wir gucken sehr viele Videos mit Kinderliedern, die in diesem Alter noch sehr beliebt sind, und man spuert den Lerneffekt der Wiederholung. Besonders populaer: "Bruederchen komm tanz mit mir" und "Meine Oma faehrt im Huehnerstall Motorad". Beide Kinder singen und tanzen gerne.

Sebbi hat jetzt auch gemerkt, dass Mami und Papa fuer viele Dinge verschiedene Worte benutzen. Er fragt erst "Mami?" dann "Papa?", dann oft wieder "Mami?" und manchmal auch noch "Otto?", was schwieriger zu beantworten ist.

entwickelt Meinungen und Stimmungen. Vorbei die Zeiten des suessen Babys, das mit allem einverstanden ist. Jetzt sagt er was er will und nicht will, und von Otto hat er die Worte "Treten" und "Hauen" gelernt (zum Glueck noch nicht die Taten); ganz versteht er sie nicht, aber er weiss, dass er damit Unmut ausdruecken kann.

Die Kinder zanken sich dadurch auch haeufiger, da Sebbi meistens haben will, was sein aufregender grosser Bruder gerade in der Hand hat.

liebt Kerzen und hat ein eigenes Handzeichen fuer "heiss".

hat den Kleinen Maulwurf lieben gelernt. Allgemein mag er Tiere und Kuscheltiere, viel mehr als Otto jemals.

Otto 

uebt Schreiben

Ich denke mir heutzutage, dass ich viele Dinge mit Otto zwei Jahre zu frueh probiert habe. Zum Beispiel haben wir jetzt unter dem Mikroskop eine Kerze und unsere Finger angeguckt und Fingerabdruecke erklaert. Einige Buecher, die lange rumlagen, kommen jetzt zur Geltung.

Ich versuche sein momentanes Interesse am Kochen zu nutzen. Wobei es da, wie bei Allem, weniger um das Kochen selbst als darum geht alles selbst zu koennen.

Er hat in der Schule tatsaechlich schon Hausaufgaben. Die muessen natuerlich mit den Eltern gemacht werden. Bisher haben wir ein aus einem Karton und Wattebaellchen ein Lama gebaut und ein Bild des Sonnensystems gemalt. Zwei Lieder ueber die Planeten bzw. Zwergplaneten sind bei beiden Kindern extrem beliebt.

Ottos Klasse geht alle zwei Wochen neue Themen an. Bisher hatten sie Fossilien und Weltraum. Teilweise ambitionierter als ich in dem Alter erwarten wuerde.

Kurz nach Weihnachten war er mit Mami beim Panto, dem traditionellen Weihnachtstheater fuer Kinder. In keinster Weise mit den paedagoschen Anspruechen deutscher Erwartungen zu vergleichen. Nur fuer alberne Menschen. Ich bin immer sehr gerne hingegangen.

Mitte November war auch Ottos erster Elternabend. Alles ist gut. Insbesondere die soziale Komponente. Keine der Beobachtungen aus der Kita wiederholten sich. Riesige Erleichterung. Otto blueht in der Schule allgemein auf. Geistig, sozial, teilweise koerperlich. Vielleicht war er der Kita einfach schon entwachsen.

Seine Motorik hat einige wichtige Fortschritte gemacht. Er kann sich jetzt souveraen Stangen entlang hangeln, und wir waren wieder im Skatepark. Auch da sieht man den positiven Einfluss der Schule. Aber Otto koennte so viel Bewegungsablaeufe lernen, wenn wir Zeit haetten und auf dem Land lebten. Das tut mir richtig leid. Es wird ihn langfristig kosten.

In der Hinsicht waren zwei Ausfluege in die South Downs toll. Einmal habe ich mit ihm auf dem Spielplatz von Clanfield den neuem Roller ausprobiert, und die Enten besucht. Und zwei Tage spaeter bin ich ihm Otto auf den Spielplatz auf dem bewaldeten Gipfel des Queen Elizabeth Landschaftsparks gefahren, wo er vor allem auf die Seilrutsche ging. Wieviel Motorik er in einer Stunde lernt. Ich fahre natuerlich auch dorthin raus, weil ich selbst ins Gruene will. Aber es bietet auch Moeglichkeiten, die ich hier in der Stadt leider einfach nicht habe.

 

Johannes

Fuer mich selbst war die Zeit seit Anfang November frustrierend und es ging mir allgemein nicht gut. Sebbi war durchgehend krank. Grunderkaeltung mit periodischen Zusatzinfekten. Schlaeft nicht allein. Viele Wochen lang konnte ich abends nur kurz gessen, und dann lange aufgeraeumt, bevor ich Ellie oben abzuloesen musste, damit auch sie wenigstens essen konnte. Irgendwie hat man den ganzen Tag nur fuer andere gelebt. Und das Haus fuehlt sich manchmal mehr an wie eine WG, mit Ellie als Mitbewohnerin, mit der man nur dringende Hausarbeiten abspricht. Sicher wird es "irgendwann besser". Aber jetzt reicht es auch langsam.

Und ich denke das Haus wird fuer die grossen Jungs zu klein.

Ausgelesen: Diamonds are forever (James Bond Band 4). Mir fehlt weiterhin der Hirnschmalz fuer anspruchsvolleres. Soweit ich abends Zeit habe, gucke ich bunt und harmlos. Reiner Eskapismus.










Mittwoch, 18. Dezember 2024

Das Oberschaf

Ottos Schule beeindruckt mich aehnlich wie es die Kita getan hatte. Die machen sehr viel mehr als ich in diesem Alter erwartet haette. Nicht nur kann er lesen, diese Woche hat er in einem Krippenspiel mitegwirkt. Die gesamte unterste Jahresstufe hat das gemacht. Ich ging zur Generalprobe, Ellie zur Auffuehrung, und dann kamen noch zwei an den Folgetagen, damit alle Eltern es sehen konnten.

Otto spielte eins von drei Schafen. Sein Schaf durfte sogar erstaunlich treffende Sachen sagen wie "Ich bin ein flauschiges Buendel Unfug". Das Stueck hatte viele Lieder. Und Otto konnte den Text, und die Bewegungen, und hatte sichtlich Spass auf der Buehne. Ich bin super stolz auf ihn.

Momentan machen ich mir keine Sorgen um Otto. Ich glaube er ist sensibel, ja, aber schlau, und neugierig.



Montag, 4. November 2024

Samstag besuchten uns Ellies Vater, plus Frau und Ottos Cousine Layla, die er ganz besonders lieb hat. Der urspruengliche Treff auf der Butser Ancient Farm fuer experimentelle Archaeologie wurde wegen Ottos Gesundheit abgesagt. Am Tag selbst war er aber praktisch wieder gesund. Es ist immer etwas schwierig mit sovielen Leuten im Haus, aber die Kinder freuen sich riesig und wir gingen spaeter auf den Spielplatz.

Sonntag sind wir zu viert in den Wald des Queen Elizabeth Country Parks gefahren. Da hatten wir im September den Waldspielplatz richtig schaetzen gelernt. Auch dieses Mal war es mir eine Freude; es fuehlte sich herbstlich and manchmal winterlich an. Otto hat auf der Seilrutsche geuebt, bis er allein aufspringen konnte.


Sebi

  • liebt momentan den Kleinen Maulwurf und insbesondere die Folge mit der Wunderbaren Quelle
  • meckert zum ersten Mal richtig rum wenn ihm etwas missfaellt

Otto

  • ist an sich wieder gesund. Hat aber einen furchtbaren Husten der mich abends nicht entspannen laesst. Dafuer aktzeptiert er jetzt Nasentropfen, die an manchen Abenden Wunder bewirken.
  • maeandert zwischen sehr lieb und frech. Liegt abends am liebsten auf mir, macht gleichzeitig Sachen von denen er weiss, dass wir sie eklig finden. Beides, weil er muede ist. Soll man ihn da auffangen oder Grundregeln durchsetzen?
  • Muss weiterhin sein Anrecht auf uns ausdruecken wenn Sebi dabei ist.
  • hat letztens Scherenschnitt kennen gelernt und gemocht

Johannes

  • ich lese die letzten Seiten des Zauberers von Oz
  • Nikolaus und Weihnachten nahen in Rieseschritten; ich habe Vorbereitungen praktische bereits aufgegeben












Freitag, 1. November 2024

Ottos erste Ferien

Freitag war ein Paradebeispiel, dass man als Eltern niemals etwas fuer sich machen sollte. Ellie traf sich in London mit ihrer Schwester und wurde erst nach Mitternacht zurueck erwartet. Ich kuemmerte mich also um die Kinder und brachte sie auch ins Bett. Ellie hat das ja drei Naechte lang gemacht, als ich in Templin war.

Nun wurde Otto ausgerechnet an diesem letzten Tag vor seinen ersten Ferien krank. Hatte eine Entzuendung im Hals und dazu eine Aphte im Mund. Aber das wussten wir da noch nicht.

Nachmittags holte ich Sebbi aus der Kita ab und dann Otto aus der Schule. Dort musste man ihn erst suchen und fand ihn auf dem Klo, weinend. Fuer ihn sehr ungewoehnlich, und er weinte auch auf dem Weg nach Hause weiter, aber ich dachte, dass es halt komisch ist wenn die Mami nicht zu Hause wartet wie sonst. Da tat ihm schon der Mund weh, aber das sagte er mich auch auf Nachfrage nicht.

Zu Hause welkten beide Kinder auf dem Sofa vor sich hin, sodass ich sie frueh ins Bett brachte. Zuerst Otto, den man bei vorheriger Ankuendigung auch alleine liegen lassen kann. Dann Sebbi, der zum Glueck schnell einschlief. Als ich rausschlich, fand ich Otto bereits eingeschlafen vor und schlich mich nach unten. Aber ich wusste, das war zu einfach. Ein komisches Geraeusch aus Ottos Lautsprecher - ich renne nach oben - Otto hat ins Bett gekotzt. Das ist voellig ungewoehnlich. Gottseidank schlaeft Sebbi weiter; ich kann Otto beruhigen und wieder schlafen helfen.

Aber von da ab jongliere ich nur noch Kinder; renne zwischen den Schlafzimmern hin und her. Irgendwann wecken sich die Kinder dann gegenseitig auf wenn Otto ruft und Sebbi weint. Ellie kommt gerade rechtzeitig nach Hause, muss aber sofort in den Einsatz.

Auch am naechsten Tag wissen wir eigentlich nicht was los war. Ich bin voellig uebermuedet. Als wir dann  abends endlich Otto wieder im Bett haben aeussert Ellie den Verdacht Scharlachfieber. Ich kriege fast einen Nervenzusammenbruch als ich die Symptome lese - in meinem Zustand bin ich sofort ueberzeugt, dass er es hat. Wir haben Glueck und kriegen sofort einen Termin beim Nachtarzt. Otto wieder aufgeweckt und dem fertigen Kinder erzaehlt, dass wir ins Krankenhaus fahren. Nicht schoen.

Aber die Aerzting sagt: kein Scharlachfieber. Wir kriegen einen Salbe fuer den Hals.

Und erst am naechsten Tag stellen wir fest: da ist eine riesige Aphte, und wahrscheinlich ist das der Grund der Schmerzen. Zwei Tage nachdem ich ihn weinend aus der Schule geholt habe.

Die Moral der Geschichte: fahre niemals weg, mach niemals Sachen fuer dich selbst.


Otto war dann seine allerersten Ferien lang durchgehend krank. Nicht mit einer Sache, nein, nach Hals und Aphte kamen Erkaeltung und Fieber. Sebbis Kita-Tage hatte er mit seiner Mami alleine, aber letztendlich blieben sie in der Stadt und traten sehr kurz. Fuer Otto macht das vermutlich keinen Unterschied; er geniesst es seine Eltern ganz fuer sich zu haben. Einmal waren wir zusammen im Cafe am Yachthafen Mittag essen und Otto hat gesehen wie ein Boot aus dem Wasser gehoben wurde. Das war schoen fuer uns alle.

Sebbi ist sowieso immerzu krank. Wenn sie nicht gerade mit uns draussen unterwegs waren, sassen die erschoepften Kinder praktisch nur vor Fernseher oder Tablet.


Zu Halloween allerdings ging Otto das erste Mal mit seiner Mami an Tueren klopfen. Er war in seinem Pokemon Kostuem extrem erfolgreich und zaehlte am Ende seine dreissig Suessigkeiten durch. Ich bemerkte zum ersten Mal, das zu einer bestimmten Zeit doch eine Menge los war auf den Strassen und einige Haeuser sich richtige Muehe geben.


Mittwoch, 23. Oktober 2024

Aepfel fuer das liebe Kind

Ich kann einmal ein richtig schoenes Wochenende berichten.

Samstag

Vor einer Woche hatten wir ganz unerwartet wieder eine Einladung in den Apfelgarten meiner Tangobekannten in den South Down erhalten.  Otto hatte unsere ersten Besuche nie vergessen; wir sagten ihm daher erst am Vortag von unserem Plan, um Enttaeuschung zu vermeiden, falls etwas dazwischen kaeme. Otto hat dann als Geschenk einige ausgezeichnete Bilder des Apfelgartens gemalt.

Samstag nachmittag kam die Sonne gerade rechtzeitig raus. Bereits die Anfahrt war schoenster Herbst zwischen Lindenalleen. Fuer Otto war es das dritte Mal im Garten, fuer Sebbi das erste. Und passenderweise liebt er im Moment Aepfel; uns gehen sie staendig aus weil ausser Ellie alle Aepfel essen.

Wir bekamen eine Stiege Tafel- und eine Kochaepfel. Aber vor allem konnten sich die Kinder austoben und die Natur sehen. Fuer Otto hatte man extra die alte Schaukel der inzwischen erwachsenen Kinder aufgehaengt - letztes Mal konnte er da noch nicht raufsteigen. Und ich konnte mich dieses Mal besser unterhalten, denn Otto braucht weniger Aufsicht, waehrend Sebbi nicht ganz so wild ist.

Vor allem aber wurde uns eine besondere Show geboten. Die neuen Nachbarn hatten Kleintiere: durch die Hecke zeigte ich Sebbi Schafe und Ziegen, und weiter hinten waren Enten, Gaense, Huehner und sogar zwei winzige Ponys. Und sie trainieren Huetehunde, was sie den Kindern zeigen wollten. Ich glaube das war alles extra fuer uns organisiert worden.

Wir liefen zu weiteren Nachbarn die Strasse runter und holten aus deren grossem Garten die Ponys ab. Otto durfte eins davon fuehren. Uebrigens warf er den beiden Huetehunden auch Stoecke; offenbar vergass er, dass er seit einigen Monaten Angst vor Hunden hat.

Zu Vorfuehrung kam auch Sebbi dazu und wir sahen, wie ein Hund auf Kommando zwei Gaense scheuchte. Sebbi guckte sich vor allem die Enten an, und beide Kinder deckten sich schoen mit Matsch ein. Sie waren abends rechtschaffend muede und ich freute mich wieder sehr, dass sie mal richtig Natur und Tiere sehen durften.


Sonntag

Sonntag vormittag ging Otto mit Ellie spazieren. Sebbi beschaeftigte sich derzeit praktisch allein im Garten. Ich zog ihn nur wasserfest an und half ab und zu beim Aepfelwaschen und Umfuellen von Regenwasser zwischen Toepfen. Ansonsten konnte ich ihn vom Trockenen aus beobachten und Radio hoeren.

Als Sebbi dann mit Ellie schlafen ging machte ich mit Otto Bolognese Sauce. (Ellie und ich tauschen  typischerweise nur Kinder; gegenseitig sehen wir uns etwas ab 21:30 Uhr, bis Sebbi aufwacht). Zum ersten Mal hat das richtig gut funktioniert: Otto hat effektiv geholfen und war vorsichtig beim Schneiden und zeigte allgemein Interesse. Beim Essen habe ich ihm erklaert welche Gewuerze zu welchem Gericht passen.

Spaeter lief Otto mit mir noch zu einem Laden. Im Anschluss besuchten wir spontan unseren Freund Andrew. Normalerweise bin ich bei Otto vorsichtig mit ploetzlichen Veraenderungen, aber dieses Mal war es sehr angenehm. Und dann erwischten wir erfolgreich einen elektrischen Bus nach Hause. Dort backte Otto mit seiner Maminoch einen Apfelkuchen.

Ganz am Ende, als Ellie und Sebbi schon im Bett waren, bemalte ich mit Otto noch Aufkleber, bevor wir im Bett Buecher lasen. Ein wirklich erfolgreicher Tag.


Sebbi

  • beschaeftigt sich mehr alleine als Otto damals
  • neuestes Hobby: wie wahnsinnig auf dem Sofa rumrollen; Gesicht manchmal in Kissen vergraben
  • Worte der Woche
    • down = hilf mir hoch bzw. runter, je nach Kontext
    • gack = Snack
    • apel = Apfel

Otto

  • ist gut drauf. Ein oder zweimal am Tag uebertreibt er es, aber allgemein ist er lieb, hoert zu und versteht. Er zeigt Eltern und Sebbi eine Menge Zuneigung, seit Neuestem inklusive Kuesschen.
  • bringt immer neue Inspirationen aus der Schule. Seit letzter Woche tanzt er enthusiastisch einem Youtuber nach. Super fuer seine Fitness, und Sebbi tanzt gleich mit.

Johannes

  • Ich habe das erste mal das Gefuehl, dass Otto wenig zu Hause ist, seit er 5 Tagen zur Schule geht. An Schultagen haben wir etwa zwei bis drei Stunden, ehe er ins Bett geht. Und so stressig die Wochenende sind mag ich es eigentlich nicht, scheinen die zwei Tage sehr kurz.
  • auch Sebbi kommt an Kitatagen erst eine Stunde vor dem Schlafengehen nach Hause
  • Vor diesem Hintergrund bin ich jeden Tag froh das ich zu Hause arbeite. Sonst würde ich die Kinder ueberhaupt nicht sehen. Gerade jetzt wo sie Persönlichkeiten entwickeln und es einfacher zu werden scheint würde ich vermutlich jeden Sonntag Abend heulen.




Am Sonntag wusch Sebbi zu Hause Aepfel

Sebbi steckte ploetzlich ganz allein diese fuenf Kloetzer zusammen

Samstag, 12. Oktober 2024

baba babi babel apel

Letztes Wochenende war mal besonders schoen. Samstag habe ich mit Otto Walnuss-Boote gebaut und mit Orangenschalen in eine Kerzenflamme gespritzt. und Scherenschnitt probiert. Richtig adventlich. Otto ist allgemein sehr lieb.

Sonntag haben wir uns mit Ellis Mutter getroffen. Dazu fanden wir einen neuen und sehr nuetzlichen Ort, Aldingbourne. Das ist ein grosses Haus mit viel Land und Kinderbespassung drumherum, etwa ein Drittel des Weges Richtung Kent, und damit perfekt um sich zu treffen. Dort gibt es kleinere Bauernhoftiere, ausgezeichnete Spielplaetze, ein Heckenlabyrinth, einen Bolzplatz, Picknickbaenke und ein Cafe. Wir hatten einen ausgezeichneten Herbsttag. Besonders hat mir Spass gemacht mit Sebbi die Tiere zu besuchen. Inklusiver einer Meerschweinchen Huette!

Manchmal denke ich mir, dass wir vor den schönsten Jahren mit den Kindern stehen. Wo man etwas zusammen machen kann und sie auch mit uns zusammen sein wollen.

Sebastian

  • Sebbi ist ein richtiges Kind, kein Baby mehr. Besondere Fortschritte macht er beim Sprechen. Sein Vokabular erweitert sich jeden Tag. Ich bin "baba". Nicht "dadi" wie bis vor kurzem, und nicht "dada" wie fuer Otto bis heute. "Babi" ist jetzt ich will gestillt werden. Gross in Mode sind Seifenblasen  'babl' (von 'bubble') and Aepfel ("apel"). Interessanterweise mochte er dagegen mein selbstgemachtes Apfelmus nicht.
  • Sebbis Nase laeuft weiter wie ein Wasserfall. Vor kurzem hatte er dazu verklebte Augen; ab heute starken Husten. Ich erinnere mich nicht mehr wann er das letzte Mal gesund war. Laut Ellie sind die Naechte weiter furchtbar. Ich wuerde das nicht aushalten. Aber sie will auch keine Abloesung.
  • er braucht weiterhin viel Betreuung am Abend, der dementsprechend keine Zeit mehr fuer andere Aufgaben bietet. Haus und Garten verfallen wieder zusehends, zumal unser Hausmeister nicht verfuegbar ist.
  • Die Kinder spielen in letzter Zeit mehr miteinander. Sebbi laesst sich gerne jagen, besonders von Otto, den er ueberhaupt liebt. Er guckt sich auch viel von ihm ab und ueberrascht mich regelmaessig mit seiner Entwicklung.

Otto

  • liest gut. Wie immer auf seine eigene Weise. Wenn man ihm ein wort zeigt gibt er sich keine mühe. Und dann liest wr plötzlich einen ganzen satz ohne sich anstrengen zu müssen. Seine Schule schickt immer weiter Buecher mit nach Hause und mir macht es weiter grossen Spass Otto vorzulesen.
  • ... ist leider auch kaum vom Pokemon Spiel auf Ellies Telefon zu trennen
  • ... aber wenn ihm das nach der Schule hilft, gut. Er kommt naemlich richtig fertig nach Hause
  • hat einen neuen Tick: schluckt Luft, die dann in kleinen Stoessen wieder hoch kommt. Geschieht nicht, wenn er abgelenkt ist. Vermutlich Stressabbau nach der Schule. Wer weiss.
  • war mit mir in einer staedtischen Schrebergartenkolonie zum Apfelsaft machen. Wir kamen leider zu spaet zum zugucken, aber ich habe mir die Presse erklaeren lassen. Otto war zuerst schwierig, dann aber zunehmend an den Gaerten interessiert. Er liebt Gaerten wirklich, das war uns schon in der Kolonie seiner kentischen Grosseltern aufgefallen. Es tut mir leid dass wir ihm sowas nur ganz selten bieten koennen.
  • Momentan sind auch besonders viele Fruechte zu sehen. Wir haben Apfelsaft gekauft, und uns wurden Weintrauben geschenkt sowie Bohnen, die wir inzwischen in meinem alten kaputten Schuh gepflanzt haben.
  • Eine der Anwesenden, eine Spanierin, stellte sich als alte Bekannte vom Tango heraus. Ihre kleine Familie hat einen Garten in der Kolonie; als sich Otto erstmal beruhigt hatte, kuemmerte er sich lieb um ihren kleinen Sohn, der etwa so alt wie Sebbi ist.


Johannes

  • allgemein geht es mir letztens ganz gut
  • ich lese wild Sachen durcheinander. kann mich nicht lange auf das gleiche konzentrieren. Zauberer von Oz, Stolz und Vorurteil, Mittelalter. Meistens lese ich sowieso erst wenn ich im Bett liege, und dann merke ich sofort wie muede ich bin. Tagsueber dagegen bin ich viel zu viel vor Bildschirmen. Ich habe ein weiteres Buch angefangen, Absolutely Ausgesperrt, ueber die Fusswanderung eines deutschen Journalisten durch England waehrend der Pandemie. In etwa der Zeit als wir hier mit Baby Otto zu tun hatten. Interessant zu erfahren was damals im Land so los war. Leichte Lektuere, funktioniert gut am Abend.
  • Ich gucke auch viele Märchen und höre viele alte Krimi Hörspiele. Leichtes und schoenes in der Pause zwischen abendlichem Aufraeumen und Baby Betreuung.



Walnussboote

Traktorzug in Aldingbourne

Meerschweinchen!

Nanny


Donnerstag, 3. Oktober 2024

Sebastian hat Erkaeltung Nummer 4 in 3 Wochen. Otto hatte Samstag morgen einen gottseidank leichten Krupp Anfall, den wir mit Medizin und ohne Krankenhaus behandeln konnten.

Am Wochenende haben wir darum wieder sehr wenig gemacht. Samstag haben wir einen Pub auf dem Land ausprobiert, der als besonders familienfreundlich empfohlen worden war. Der hatte auch einen schoenen, grossen und vor allem umzaeunten Garten, voll anderer Familien. Drum herum ein Bach und viele Baeume. Sehr schoen. Aber ich hab mir wieder gedacht: am besten nie was machen. Sebbi hat die ganze Fahrt ueber geweint und Ellie ging es ploetzlich auch nicht gut. Dafuer hat Otto, nach anfaenglichem Meckern, Sebbi ploetzlich sein Lieblingslied vom Bauern im Maerzen vorgesungen. Das war sehr suess.

Ich habe mich Mittwoch einer Vasektomie unterzogen und habe jetzt zwei Tage frei. Eine ueberraschend einfache Prozedur, aber im Voraus hatte ich ordentliche wenn auch unbegruendete Angst vor Schmerzen. Und auch wenn wir rational keine Zweifel daran hatten, ist es natuerlich ein merkwuerdig, da es ja nicht umkehrbar ist. Umso erstaunlicher wie trivial und schnell die Behandlung war. Ich lieferte Sebastian morgens in der Kita ab, lief dann keine zehn Minuten zur Klinik; nach der Behandlung ging ich einfach aus dem Zimmer und Ellie holte mich ab.


Sebastian

  • durchlaeuft einen Wachstumsschub und es unersaettlich
  • liebt Tiere und hat fuer jedes einen Laut: bok bok heisst Huhn, muh muh heisst Kuh
  • ist einfach kein kleines Baby mehr, sondern ein immer aktiverer, unabhaengiger und neugieriger kleiner Junge. Gezielte Bewegung und Kommunikation machen den Unterschied aus.
  • schlaeft die letzten Tage sehr schlecht, berichtet Ellie. Vielleicht ist das wieder so ein Entwicklungssprung, der sein Gehirn durcheinander bringt: Sebbi ist spuerbar kommunikativer geworden. Nicht nur quasselt er die ganze Zeit, sein (als solches erkennbares) Vokabular erweitert sich. Und es wird besser: Innerhalb von zwei Wochen wurde zum Beispiel sein Word fuer "Apfel" von "A-A" zu "A-pl". Er imitiert auch viele unserer Laute, und auch Melodien von Liedern. "didi" heisst Katze, und ich bin leider Gottes wahrscheinlich "dadi". Ausserdem bin ich ueberzeugt, dass er mich fast immer versteht
  • er mag weiterhin das Klavier und Singen. Letztens staunte er mit offenem Mund als Otto und ich gemeinsam Im Maerzen der Bauer sangen.


Otto

  • geht es momentan gut. Ich wage inzwischen zu behaupten, dass die Schule einen guten Einfluss auf ihn hat. Er wirkt insgesamt froehlicher als in der Kita. Er reagiert mehr auf die Gruesse anderer Kinder als damals (nicht, dass er es immer tut). Und er bringt viele neue Ideen mit nach Hause. Letzte Woche zeigte er ploetzlich Interesse ans Gymnastik, nachdem sie die Rolle rueckwaerts gelernt hatten. Er liebt ihr Erntelied und am Montag waren richtige Bauernhoftiere zu Besuch. Und er baut eine Rakete, passend zu seinem Buch ueber Leon den wuetenden Drachen, dass Pflichtlektuere zur Guten Nacht bleibt
  • Die Schule legt momentan grossen Wert aus Lesen lernen. Ich habe eine deutsche Fibel, mit der ich versuchen will, dass er auch deutsches Lesen lernt. Er kennt die Laute und auch viele Diphtons. Nur zusammenziehen muss er sie.

Johannes

  • Ich hatte einige sensible Tage, als ploetzlich der Vasektomie Termin frei wurde und die Sache real wurde. Aber insgesamt geht es etwas besser als durchschnittlich; ohne Frage eine reine Funktion von Ottos allgemeiner Stimmungslage.
  • Ich lese wild durcheinander Den Zauberer von Oz, Das Mittelalter und immer wieder eine halbe Seite Stolz und Vorurteil
  • in meinen freien Tagen guckte ich viele ARD Maerchen. Jedes Bundesland zeigt seine schoensten Schloesser und Landschaften.


  • wir trafen Ottos Helden Bluey (australischer Zeichentrickhund) und Sonic (japanischer Videospielheld aus den fruehen 90ern)