Seit Anfang November habe ich nicht geschrieben, weil es sowohl sehr langweilig als auch erschoepfend wurde. An freien Tagen passe ich meistens auf Sebbi auf, wo meistens gar nichts passiert, es sei denn, man schaltet etwas ab. Die Arbeit wurde anspruchsvoller, und schliesslich hatten wir auch keine Abende mehr gab, weil Sebbi generell aufhoerte allein zu schlafen. Das heisst, es blieb keine Zeit zum Schreiben, als auch fuer andere Sachen. Zum Beispiel haben wir bei einem Sturm einen Dachziegel verloren. Aber der Kontakt zum Dachdecker schlief wieder ein, weil weder Ellie und ich genug Zeit hatten, immer wieder nachzuhaken.
In dieser Zeit hat insbesondere Sebbi viele wichtige Entwicklungen genommen. Leider habe ich die meisten inzwischen wieder vergessen.
Einen sehr schoenen, sehr kalten Ausflug zum Ententeich in Buriton. Otto am Bach und im Matsch gespielt, wie es kleine Kinder machen sollten.
Anfang Advent hatte ich es einige Male mit den Kindern adventliches Fruehstueck geschafft, d.h. mit Musik und Kerzen, die die Kindern sehr faszinieren. Spaeter wurde das alles wieder zuviel; besonders weil der Esstisch zu sehr als erste Ablageflaeche dient und weder Platz noch Zeit bestand, die jeweiligen Sachen weiterzutragen.
Aber der Nikolaus kam. Otto war dieses Jahr das erste Mal bewusst, was kommt (war dementsprechend aufgeregt), und Sebi hat Sachen zum ersten Mal bewusst mitgeschnitten.
Sebastian
hat sich in dieser Zeit enorm entwickelt. Er lernt jetzt richtige Worte, deutsche und englische. Insbesondere durch Lieder. Wir gucken sehr viele Videos mit Kinderliedern, die in diesem Alter noch sehr beliebt sind, und man spuert den Lerneffekt der Wiederholung. Besonders populaer: "Bruederchen komm tanz mit mir" und "Meine Oma faehrt im Huehnerstall Motorad". Beide Kinder singen und tanzen gerne.
Sebbi hat jetzt auch gemerkt, dass Mami und Papa fuer viele Dinge verschiedene Worte benutzen. Er fragt erst "Mami?" dann "Papa?", dann oft wieder "Mami?" und manchmal auch noch "Otto?", was schwieriger zu beantworten ist.
entwickelt Meinungen und Stimmungen. Vorbei die Zeiten des suessen Babys, das mit allem einverstanden ist. Jetzt sagt er was er will und nicht will, und von Otto hat er die Worte "Treten" und "Hauen" gelernt (zum Glueck noch nicht die Taten); ganz versteht er sie nicht, aber er weiss, dass er damit Unmut ausdruecken kann.
Die
Kinder zanken sich dadurch auch haeufiger, da Sebbi meistens haben will, was
sein aufregender grosser Bruder gerade in der Hand hat.
liebt Kerzen und hat ein eigenes Handzeichen fuer "heiss".
hat den Kleinen Maulwurf lieben gelernt. Allgemein mag er Tiere und Kuscheltiere, viel mehr als Otto jemals.
Otto
uebt Schreiben
Ich denke mir heutzutage, dass ich viele Dinge mit Otto zwei Jahre zu frueh probiert habe. Zum Beispiel haben wir jetzt unter dem Mikroskop eine Kerze und unsere Finger angeguckt und Fingerabdruecke erklaert. Einige Buecher, die lange rumlagen, kommen jetzt zur Geltung.
Ich versuche sein momentanes Interesse am Kochen zu nutzen. Wobei es da, wie bei Allem, weniger um das Kochen selbst als darum geht alles selbst zu koennen.
Er hat in der Schule tatsaechlich schon Hausaufgaben. Die muessen natuerlich mit den Eltern gemacht werden. Bisher haben wir ein aus einem Karton und Wattebaellchen ein Lama gebaut und ein Bild des Sonnensystems gemalt. Zwei Lieder ueber die Planeten bzw. Zwergplaneten sind bei beiden Kindern extrem beliebt.
Ottos Klasse geht alle zwei Wochen neue Themen an. Bisher hatten sie Fossilien und Weltraum. Teilweise ambitionierter als ich in dem Alter erwarten wuerde.
Kurz nach Weihnachten war er mit Mami beim Panto, dem traditionellen Weihnachtstheater fuer Kinder. In keinster Weise mit den paedagoschen Anspruechen deutscher Erwartungen zu vergleichen. Nur fuer alberne Menschen. Ich bin immer sehr gerne hingegangen.
Mitte November war auch Ottos erster Elternabend. Alles ist gut. Insbesondere die soziale Komponente. Keine der Beobachtungen aus der Kita wiederholten sich. Riesige Erleichterung. Otto blueht in der Schule allgemein auf. Geistig, sozial, teilweise koerperlich. Vielleicht war er der Kita einfach schon entwachsen.
Seine
Motorik hat einige wichtige Fortschritte gemacht. Er kann sich jetzt
souveraen Stangen entlang hangeln, und wir waren wieder im Skatepark.
Auch da sieht man den positiven Einfluss der Schule. Aber Otto koennte
so viel Bewegungsablaeufe lernen, wenn wir Zeit haetten und auf dem Land
lebten. Das tut mir richtig leid. Es wird ihn langfristig kosten.
In der Hinsicht waren zwei Ausfluege in die South Downs toll. Einmal habe ich mit ihm auf dem Spielplatz von Clanfield den neuem Roller ausprobiert, und die Enten besucht. Und zwei Tage spaeter bin ich ihm Otto auf den Spielplatz auf dem bewaldeten Gipfel des Queen Elizabeth Landschaftsparks gefahren, wo er vor allem auf die Seilrutsche ging. Wieviel Motorik er in einer Stunde lernt. Ich fahre natuerlich auch dorthin raus, weil ich selbst ins Gruene will. Aber es bietet auch Moeglichkeiten, die ich hier in der Stadt leider einfach nicht habe.
Johannes
Fuer mich selbst war die Zeit seit Anfang November frustrierend und es ging mir allgemein nicht gut. Sebbi war durchgehend krank. Grunderkaeltung mit periodischen Zusatzinfekten. Schlaeft nicht allein. Viele Wochen lang konnte ich abends nur kurz gessen, und dann lange aufgeraeumt, bevor ich Ellie oben abzuloesen musste, damit auch sie wenigstens essen konnte. Irgendwie hat man den ganzen Tag nur fuer andere gelebt. Und das Haus fuehlt sich manchmal mehr an wie eine WG, mit Ellie als Mitbewohnerin, mit der man nur dringende Hausarbeiten abspricht. Sicher wird es "irgendwann besser". Aber jetzt reicht es auch langsam.
Und ich denke das Haus wird fuer die grossen Jungs zu klein.
Ausgelesen: Diamonds are forever (James Bond Band 4). Mir fehlt weiterhin der Hirnschmalz fuer anspruchsvolleres. Soweit ich abends Zeit habe, gucke ich bunt und harmlos. Reiner Eskapismus.








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