Mittwoch, 23. Oktober 2024

Aepfel fuer das liebe Kind

Ich kann einmal ein richtig schoenes Wochenende berichten.

Samstag

Vor einer Woche hatten wir ganz unerwartet wieder eine Einladung in den Apfelgarten meiner Tangobekannten in den South Down erhalten.  Otto hatte unsere ersten Besuche nie vergessen; wir sagten ihm daher erst am Vortag von unserem Plan, um Enttaeuschung zu vermeiden, falls etwas dazwischen kaeme. Otto hat dann als Geschenk einige ausgezeichnete Bilder des Apfelgartens gemalt.

Samstag nachmittag kam die Sonne gerade rechtzeitig raus. Bereits die Anfahrt war schoenster Herbst zwischen Lindenalleen. Fuer Otto war es das dritte Mal im Garten, fuer Sebbi das erste. Und passenderweise liebt er im Moment Aepfel; uns gehen sie staendig aus weil ausser Ellie alle Aepfel essen.

Wir bekamen eine Stiege Tafel- und eine Kochaepfel. Aber vor allem konnten sich die Kinder austoben und die Natur sehen. Fuer Otto hatte man extra die alte Schaukel der inzwischen erwachsenen Kinder aufgehaengt - letztes Mal konnte er da noch nicht raufsteigen. Und ich konnte mich dieses Mal besser unterhalten, denn Otto braucht weniger Aufsicht, waehrend Sebbi nicht ganz so wild ist.

Vor allem aber wurde uns eine besondere Show geboten. Die neuen Nachbarn hatten Kleintiere: durch die Hecke zeigte ich Sebbi Schafe und Ziegen, und weiter hinten waren Enten, Gaense, Huehner und sogar zwei winzige Ponys. Und sie trainieren Huetehunde, was sie den Kindern zeigen wollten. Ich glaube das war alles extra fuer uns organisiert worden.

Wir liefen zu weiteren Nachbarn die Strasse runter und holten aus deren grossem Garten die Ponys ab. Otto durfte eins davon fuehren. Uebrigens warf er den beiden Huetehunden auch Stoecke; offenbar vergass er, dass er seit einigen Monaten Angst vor Hunden hat.

Zu Vorfuehrung kam auch Sebbi dazu und wir sahen, wie ein Hund auf Kommando zwei Gaense scheuchte. Sebbi guckte sich vor allem die Enten an, und beide Kinder deckten sich schoen mit Matsch ein. Sie waren abends rechtschaffend muede und ich freute mich wieder sehr, dass sie mal richtig Natur und Tiere sehen durften.


Sonntag

Sonntag vormittag ging Otto mit Ellie spazieren. Sebbi beschaeftigte sich derzeit praktisch allein im Garten. Ich zog ihn nur wasserfest an und half ab und zu beim Aepfelwaschen und Umfuellen von Regenwasser zwischen Toepfen. Ansonsten konnte ich ihn vom Trockenen aus beobachten und Radio hoeren.

Als Sebbi dann mit Ellie schlafen ging machte ich mit Otto Bolognese Sauce. (Ellie und ich tauschen  typischerweise nur Kinder; gegenseitig sehen wir uns etwas ab 21:30 Uhr, bis Sebbi aufwacht). Zum ersten Mal hat das richtig gut funktioniert: Otto hat effektiv geholfen und war vorsichtig beim Schneiden und zeigte allgemein Interesse. Beim Essen habe ich ihm erklaert welche Gewuerze zu welchem Gericht passen.

Spaeter lief Otto mit mir noch zu einem Laden. Im Anschluss besuchten wir spontan unseren Freund Andrew. Normalerweise bin ich bei Otto vorsichtig mit ploetzlichen Veraenderungen, aber dieses Mal war es sehr angenehm. Und dann erwischten wir erfolgreich einen elektrischen Bus nach Hause. Dort backte Otto mit seiner Maminoch einen Apfelkuchen.

Ganz am Ende, als Ellie und Sebbi schon im Bett waren, bemalte ich mit Otto noch Aufkleber, bevor wir im Bett Buecher lasen. Ein wirklich erfolgreicher Tag.


Sebbi

  • beschaeftigt sich mehr alleine als Otto damals
  • neuestes Hobby: wie wahnsinnig auf dem Sofa rumrollen; Gesicht manchmal in Kissen vergraben
  • Worte der Woche
    • down = hilf mir hoch bzw. runter, je nach Kontext
    • gack = Snack
    • apel = Apfel

Otto

  • ist gut drauf. Ein oder zweimal am Tag uebertreibt er es, aber allgemein ist er lieb, hoert zu und versteht. Er zeigt Eltern und Sebbi eine Menge Zuneigung, seit Neuestem inklusive Kuesschen.
  • bringt immer neue Inspirationen aus der Schule. Seit letzter Woche tanzt er enthusiastisch einem Youtuber nach. Super fuer seine Fitness, und Sebbi tanzt gleich mit.

Johannes

  • Ich habe das erste mal das Gefuehl, dass Otto wenig zu Hause ist, seit er 5 Tagen zur Schule geht. An Schultagen haben wir etwa zwei bis drei Stunden, ehe er ins Bett geht. Und so stressig die Wochenende sind mag ich es eigentlich nicht, scheinen die zwei Tage sehr kurz.
  • auch Sebbi kommt an Kitatagen erst eine Stunde vor dem Schlafengehen nach Hause
  • Vor diesem Hintergrund bin ich jeden Tag froh das ich zu Hause arbeite. Sonst würde ich die Kinder ueberhaupt nicht sehen. Gerade jetzt wo sie Persönlichkeiten entwickeln und es einfacher zu werden scheint würde ich vermutlich jeden Sonntag Abend heulen.




Am Sonntag wusch Sebbi zu Hause Aepfel

Sebbi steckte ploetzlich ganz allein diese fuenf Kloetzer zusammen

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