Freitag, 15. April 2016

Nach Berlin

Frühling
Nach der Rückkehr aus Berlin hatten wir beide noch einen Tag frei. Das war ganz praktisch zum Akklimatisieren. Wie sich herrausstellte, hatten wir in England einen großen Sturm verpasst, während in Berlin ja schönstes Wetter geherrscht hatte. Einige Tage hatten wir auch in Portsmouth noch Sonne. Am Samstag sind wir daher zur Hubertskapelle spaziert. Seit einem Besuch im nahen Chalton Ende Januar hatte ich ja mit etwas mehr Zeit zurückkommen wollen. Nun, das ist auch gelungen, wir haben einige neue Wege probiert und viel frisches Grün mit lila Glockenblumen gesehen. An einer besonders schönen Stelle haben wir ein kleines Picknick gemacht und unter einer ausgespülten Wurzel das Versteck eines satellitengestützten Orientierungsspiels entdeckt.

Ars longa
Das war ein seltener Moment der Ruhe, denn inzwischen ist meine durchschnittliche Woche stark von der Doppelbelastung von Tangoproben und Mathieu-Treffen belastet. Wir haben schon seit längerem jeden Sonntag den gesamten Nachmittag Probe und inzwischen auch Montag abend.
Um wenigstens noch einen Abend für Ellie zu behalten, bin ich fürs Erste aus den "normalen" Tangostunden am Freitag ausgestiegen. Und auch den Chor habe ich dieses Semester verlassen, nachdem sich rausstellte, dass sich die Generalproben für Konzert und Tango perfekt überschneiden. Das hat mich sehr geärgert, dass es nicht nur derselbe Tag, sondern auch noch genau dieselbe Zeit sein muss.

Vermischtes
Arbeit: Ich hab mich zum ersten Mal auf eine Stelle höheren Dienstgrads beworben, also eine Beförderung. Erfolg ist in unserem System nicht sehr wahrscheinlich...andererseits hatte ich bisher immer ganz gut Glück. Die Jahresendbewertung ist auch sehr positiv ausgefallen und seit der Veranstaltung in London habe ich wieder Zeit, neben der Arbeit etwas zu lernen.

Von einem schwäbischen Kollegen habe ich erfahren, dass 1990 in den westdeutschen Schulen hektisch besondere Seminare über Ostdeutschland anberaumt wurden. Natürlich nachdem sie vorher nichts davon wussten. Aber immerhin, ich hatte immer gedacht, bei denen wäre gar nichts passiert.

Mit Ellie und Freunden war ich zu einem Geburtstag in einer großen Trampolin-Arena! Nach zehn Minuten lagen wir Dreißigjährigen keuchend auf den Matten. Ellie hat eine gute Figur abgegeben - offenbar hat sie als Teenager Trampolinstunden genommen. Was man alles machen kann.

(Deutsche) Klöße gegen Johannes 1:1. Dazu etwas Hintergrund: englische Klöße werden auf Nierenfettbasis und dafür ohne Kartoffeln gemacht.


Unter einer hölzern Wurzel fand ich diese Kiste eines Orientierungsspiels. Wir haben Berliner Fahrkarten und schwedische Krona hinterlassen.

Moderne Handys haben richtig gute Kameras.

Tee und Brötchen bei St. Hubertus.

Statistik

Pro Jahr werden in England und Wales durchschnittlich 10 Kinder Johannes genannt. 2014 entsprach das 16 Kindern in einer Million. Das war Rang 1819. Tendenz stabil. Dazu sollte man wissen, das Briten alle einen zweiten Vornamen haben. Unsere Daten. Babynamen sind unsere populärste Statistik.
Quelle: http://names.darkgreener.com/

Eleanor kommt sehr viel häufiger vor, aber sehr vel weniger als in den 1990ern. 2014 waren es 1049 Babys. Das entsprach 16 in 10.000 Kindern. Für jeden Johannes gibt es also 100 Eleanors. Eleanor war 2014 der 60-beliebteste Mädchenvorname. 1997 war es noch Rang 20 gewesen. Damals wurden pro 10.000 Kinder 42 Eleanor genannt. Leider geht die Datenreihe nicht bis in Ellies Geburtsjahr.
Quelle: http://names.darkgreener.com/


Abends am Meer
Eines nebligen Morgens lief vor dem Rosengarten ein Fischerboot bei Ebbe auf die Besuchern bekannten Betonklötzer im Meer. Der Kapitän setzte das sinkend Boot auf Grund und lief Berichten zufolge weg. Das Boot wurde dann von der Flut überspült. Als ich Abends von der Arbeit kam, lief die Hebung. Seit der Zeitumstellung hat man abends nach der Arbeit noch fast zwei Stunden Sonne am Meer. Dem Kapitän ist nichts passiert und das Boot hoffentlich versichert. Es ist toll am Meer zu leben.
Dank der Berichterstattung habe ich erfahren, dass die Betonblöcke Uboot-Sperren aus dem Krieg sind.
Nur ein Stück Metallrahmen ragten anfangs noch aus dem Wasser.




Ellies müde Männer. Ich war krank, Katzen schlafen 18 Stunden am Tag.

Samstag, 9. April 2016

29.03.2016 - In Berlin

Dieses Ostern also Berlin. Weil:
  1. erstes Mal Deutschland für Ellie. Der halbe Tag Aachen beim Schulausflug nach Frankreich zählt nicht.
  2. ich hatte schon immer das Gefühl, dass Ellie ein anderes Land und andere Sprache genauso Spaß macht wie mir

Wir haben eine kleine Ferienwohnung in Schöneberg gemietet. Ein sehr schönes Altbauviertel, was mich sehr gefreut hat, da es das Berlin zeigte, das ich zeigen wollte. Schön renoviert, sauber, grün, vier Ubahn-Stationen zum Brandenburger Tor. Ausgesprochen ruhig, sogar ich habe gestaunt. Sowas kostet in England ein Vermögen. Und die Gebäude sehen nicht alle gleich aus! Die Menschen freundlicher als ich das in Erinnerung hatte. Und alle sprechen Englisch! Prima Wetter alle Tage. Ellie hatte eine tolle Zeit und natürlich die völlige Überlegenheit deutscher Kultur erkannt.

Samstag
Mauer. Topographie des Terrors. Checkpoint Charlie. Gendarmenmarkt. Brandenburger Tor. Tiergarten. Sowjetisches Ehrenmal. Reichstagsführung auf Englisch. Kuppelbesichtigung mit Ausblick auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Currywurst. Spree (die Strandbars waren leider noch zu). Holocaustmahnmal. Bier am Potsdamer Platz.

Sonntag
Sanssouci. Gendarmenmarkt, Museumsinsel, Hackesche Höfe und Oranienburger Strasse mit Synagoge mit Papa.

Montag
DDR Museum. Mutti. Berliner Dom. Tadjikische Teestube.

Dienstag
Historisches Museum. Russischer Zupfkuchen.


Beste Erinnerungen:

  • deutsche Bäckereien
  • morgens Brötchen holen
  • Ellie lobt: Körner auch an der Unterseite des Brötchens
  • Ellie fragt: ist das deutsche Wort für "stomach" 'Brot-Tank'?
  • Tee auf Gras im Tiergarten
  • Ellie sagt: Ich mag das Ampelmännchen
  • Lipsi tanzen im DDR Museum (siehe Video)
  • Tadjikische Teestube
  • Züge mit genug Platz für Fahrräder
  • Ellie kritisiert: zuviele Fahrräder im Zug!
  • Ellie staunt: Doppelstockzüge
  • Ellie staunt: Zugfahrt durch einen Wald
  • Ellie schockiert: deutsche Ampeln geben Autos und Fußgängern gleichzeitig grün. War mir nie aufgefallen.

Und wie immer gibt es zuviel zu sehen, zuviel zu lesen, zuviel zu lernen.

In England unmöglich.

Unsere Wohnung.







Kunst im Raucherzimmer des Bundestag.



Und der Wetterbericht hatte Regen angekündigt.

Am Abend des ersten Tags war mir schon zu Anfang dieses Glases auf dem Potsdamer Platz sehr gemütlich.


Mit Weinreben wäre es natürlich noch schöner gewesen.

Kartoffel- und Mühlenanekdoten wurden übermittelt.


Chinesisches Haus.

Hackesche Höfe.
Lipsi im DDR Museum!

Ellie sagt das sieht aus wie die Wohnung ihrer Oma.

Einschusslöcher am Pergamon.


Donnerstag, 31. März 2016

24.03.2016 - Vor Berlin

Radio
Seit vielen Jahren denke ich alle paar Monate, dass mir Radio fehlt. Meinem Alltag fehlt die Zeit, in der ich sowohl allein als auch ohne konzentrationsbedürftige Aufgabe bin, um nebenbei einer Sendung zu folgen. Bis auf den Fußweg von Ellies Haus zu meinem, wo ja immer noch mein Fahrrad abgestellt wird. Da hätte ich gerne etwas Ablenkung, denn englische Städte machen Fußwege ziemlich langweilig. Nun hat man weder ein tragbares Radio dabei, noch würde das gerade interessante Sendungen bringen. Doch nun habe ich eine weit bessere Lösung: Sowohl Ellie als auch Friedemann haben kürzlich alte Handys abgelegt. Anders als meins können deren Modelle alle möglichen Kunststücke. Somit also kann ich nun Radiosendungen aus dem Internet speichern und sie auf dem Weg hören. Effizienz, Recycling and Bildung - wieviel deutscher kann man sein!

Arbeit

Mein Privatleben ist moment ziemlich mundän. Mehr ist auf der Arbeit los - genau gesagt bin ich derzeit oft fertig, weil doch viele Fristen anstehen, u.a. selbst verursachte. So hatte ich mich in blindem Enthusiasmus für ein Projekt gemeldet, lokale Schulen im Statistikunterricht zu helfen. Ja, hier wird Statistik (wie auch viele andere Fächer, die ich eher mit Universität verbinde) an Schulen gelehrt. Auf niedrigem Niveau. Wir haben also eine Stunde vorbereitet, in der Schüler um die 16 Jahre das Spannende an Statistik sehen und dann auch selbst damit arbeiten sollten. Meine Einstellung zu 16-jährigen ist bekannt; einige Kollegen waren da etwas optimistischer und dementsprechend ernüchtert. Wirklich eingefangen haben wir sie nie und so war die ganze Sache vor allem gut für die bald darauf gefolgte Jahresleistungsbesprechung. Die ist wieder sehr gut gelaufen - meine jetzige Stelle ist weiterhin die beste, die ich soweit im Amt hatte.
Leider überschnitt sich die Vorbereitung für die Schule mit der Hauptveranstaltung meines Hauptprojektes. Der März war dementsprechend hektisch. Am 23. März haben wir eine Schulung in London durchgeführt, deren Vorbereitung natürlich jede Menge Arbeit verursachte. Wir haben vor einem Fachpublikum aus größtenteils Versicherungsmathematikern die Ergebnisse der letzten Monate vorgestellt, in denen wir die Leistung unseres Models zur Schätzung der ältesten Bevölkerung untersucht haben. Ich habe einen Vortrag gehalten. Ich mag Vorträge. Mit etwas Glück werde ich das auf einer Konferenz im September nochmal vorstellen.

Geburtstag

Mathieu reist kräftig durch den Süden Englands. Ich kann so häufig nicht mitkommen, schließlich hat man sowohl Freundin als auch Tangoproben jeden Sonntag. Zum Geburtstag einer unserer portugiesischen Freundinnen jedoch konnte ich ihn begleiten. Das fand ich Winchester statt und war eine schöne Erinnerung an die Zeiten, als ich mich noch jeden Tag mit Leuten aus ganz Europa umgab. Aber für jegliche Aktivitäten nach 23 Uhr bin ich einfach zu alt. Und da geht der portugiesische Tag ja erst los.

Auf der Bühne

Ellie und ich haben das Stück "Ruddigore" der mir inzwischen ja bekannten Gilbert und Sullivan gesehen. Dabei habe ich zum ersten Mal das inzwischen endlich offene New Theatre Royal von innen gesehen, das ewig restauriert worden war. Kurz darauf haben wir dort zur offiziellen Eröffnung mit dem Chor selbst etwas Shakespeare gesungen. Ein schöner Moment: bei einer Chorprobe spielte unser Pianist kurz Bachs "Wie soll ich Dich empfangen" an, und zu meiner Überraschung sang oder summte der halbe Chor mit.
An der Bücherfront wurden Der Geheime Garten sowie Die Elemente besiegt. Nun stehen entweder ein Buch über Statistik, ein Buch über Chemie oder ein Buch über Landkarten auf dem Plan.

Silberstreif

Die Sonne bleibt endlich wieder bis nach 18 Uhr am Himmel und so haben wir an guten Tagen wieder die schönen Abende zurück, an denen man nach der Arbeit noch ans Meer kann. Das Herz geht auf vor Hoffnung.
Bulgarischer Frühling 2016.
Ein Kollege hatte deutsche Eiermalsets übrig. Ellie und ich hatten einen schönen sonnigen Nachmittag damit.


Sonntag, 13. März 2016

Kurzes Kenterbury

Mathieu bleibt noch bis Ende Mai im Land und ist schwer dabei, möglichst viel vom Süden Englands zu sehen, bevor er nach Norden nach Nottingham zieht. Ich habe mich einem Wochenendsausflug nach Canterbury angeschlossen. Richtig verreisen kann man schließlich nur mit Männern. Denn wir sind Samstag morgen 8 Uhr los, mit Fahrrädern auf dem Auto.
Natürlich lag es nahe, Ellie mitzunehmen und bei ihrer Schwester abzusetzen.  Sie war ja eine Woche vorher noch traurig gewesen, als ihr Familienbesuch wieder abfuhr. Aber nun hatte sie sich schon mit einer Freundin verabredet.

Wie sich rausstellte, war Mathieu mehr an der Landschaft Kents als an Canterbury selbst interessiert.
Samstag haben wir zwei Radtouren gemacht. Zuerst sind wir dem 'Crab and Winkle Walk' gefolgt, also dem Krabben und Strandschnecken Weg von Canterbury zur Küste. Der folgt der ältesten regulären Eisenbahnlinie Englands, die Austern von der Küste brachte. Ellie hatte schon oft davon gesprochen. So wie sie allgemein viel von Canterbury spricht. Wir wollten das immer mal ablaufen. Nun, ich bin froh, den Weg gefahren zu sein, denn mich hat er nicht beeindruckt. Die Strecke über die Felder wäre ohne Eisregen vielleicht schöner gewesen, aber lange Abschnitte führen auch einfach durch die Langeweile englischer Wohngebiete. Alle hocken in den Häusern, wegen derer sie sich keine Hobbys leisten können. Oder erbrechen sich auf der Straße.

Am Ende des Wegs liegt der Ort Whistable, am Südufer der weiten Themsemündung. Ehemals Bootsbauzentrum; hier wurde der Tauchanzug erfunden; und vor allem lebt man vom Andenken an den Austernfang. Eine Wir hielten kurz am Hafen, wo im ehemaligen Bahnhof ein Fischmarkt ist, der natürlich auch die immer noch im kleinen Umfang gefangenen Austern anbietet.  Nette Leute, aber eine Sensation ist der Ort nicht. Und ja ich habe meine erste Auster probiert. Nicht so schlimm wie befürchtet (der Mann meiner Gesangslehrerin hatte nach einem Besuch hier wohl eine schlechte Nacht). Aber immer noch ziemlich schlimm.

Nach dem Rückweg ins Zentrum Canterburys haben wir Ellies erste Pflichtempfehlung erfüllt und in einem hervorragenden mexikanischen Restaurant gegessen, und uns aufgewärmt, getrocknet und die schlammigsten Klamotten abgenommen. In diesem tatsächlich sehr netten Ort verstand ich zum ersten Mal Ellies Verbindung zu Canterbury. Dort ist sie nämlich zwar zur Schule gegangen, aber nicht direkt aufgewachsen. Es hat aber den Charme einer historischen Stadt mit vielen versteckten Orten, die bei Sonne und Nacht sicherlich Jugenderinnerungen formen, wie ich sie z.B. mit Torun verbinde.

Danach sind wir noch auf eine zweite Radtour gefahren. Kürzer, wie wir dachten, auf dem Land, beim Dorf Selling. Das Land, was mich im übrigen oft an Mecklenburg erinnert, war dann so hügelig und die Wege so verschlammt, dass diese Fahrt viel länger und anstrengender war, als gedacht. Irgendwie ging es immer bergauf. Als wir nach zwei Stunden endlich in unser Hotel fuhren, konnte ich kein Fahrrad mehr sehen.

Den Rest des Abends verbrachten wir endlich in den empfohlenen Kneipen Canterburys. Davon wird mir wahrscheinlich am meisten das Schokoladencafe im Gedächtnis bleiben, von dessem ersten Stock man einen wunderschönen Blick auf die beleuchtete Kathedrale hat.

Am nächsten Morgen ging es wieder früh raus, denn wir radelten den Fluss entlang in die Stadt, um um 8 Uhr in ebenjener Kathedrale die Morgenandacht zu besuchen. Nicht zuletzt, um so gratis reinzukommen. Anschließend sind wir noch ganz allein durch die Gärten und Kreuzgänge gelaufen, die sonst voller Menschen sind. Früh aufstehen lohnt sich.

Samstag, 27. Februar 2016

Alles wird gut

Kochen und Essen
In letzter Zeit komme ich erstaunlich wenig an den Computer, was an sich immer ein gutes Zeichen ist, aber eben dem Tagebuchschreiben nicht hilft. Seit dem letzten Bericht hat sich Ellies Situation auf der Arbeit entspannt und das Leben ist uns allen etwas leichter. Die Prüfung wurde "bis auf weiteres" verschoben, vermutlich weil das Innenministerium selbst nur 5 Leute dafür hat und die dringend eine andere Uni dicht machen mussten. Ellie wurde inzwischen der Umbau der Abteilung übertragen, und einige andere Veränderungen (die ich nicht öffentlich nennen sollte) haben letztendlich dazu geführt, dass sie eher gestärkt als geschwächt aus dieser Krise herauskommt. Wie ich ihr von Anfang gesagt hatte könnte ich anfügen. Irgendwann wird die Prüfung zwar kommen, aber mit jedem Tag kann sich die Uni darauf besser vorbereiten. Und vielleicht merkt sogar Ellie, dass am Ende immer alles gut wird. Vielleicht.
Trotzdem will sie sich auf eine andere Stelle an der Uni bewerben, aber auch einfach weil wie schon gute sieben Jahre im gleichen Job sitzt. Und auch, weil ich mich mein Glück mal bei einer Bewerbung auf Beförderung probieren werde. Erfolg ist gar nicht so wahrscheinlich, aber zum ersten Mal traue ich mir den nächsten Dienstgrad zu. Halbwegs.

Arbeiten und Spielen

Mein derzeitiges Projekt wird momentan etwas hektisch - wir bewegen uns auf die Veröffentlichung eines Berichtes vor, wie man die sehr alte Bevölkerung besser schätzen könnte. Somit muss ich Untersuchungsergebnisse in verständlicher Sprache aufschreiben und habe dementsprechend weniger Zeit für Spielereien. Daher macht mir die Arbeit momentan nicht mehr ganz soviel Spaß, wie in den letzten Monaten. Aber nach Veröffentlichung kommt der interessante Teil hoffentlich wieder. Und immerhin freue ich mich auf eine Veranstaltung, die wir für Ende März organisieren, auf der wir mit Nutzern unserer Daten unsere Ergebnisse besprechen. Und am wichtigsten: ich habe mein Computerprogramm noch fertig bekommen. Das schafft unsere Berechnungen in einer Sekunde. Da fühlt man sich fast wie in der Privatwirtschaft.
Natürlich nur, bis man die Gehälter vergleicht. Aber immerhin: die nie endenden Gehaltsverhandlungen sind wohl endlich am Ziel. Und ich bekomme eine ganz gute Erhöhung, plus Nachzahlung, so verspätet ist der Abschluss.

Alles neu

Nun habe ich zum Glück auch noch etwas Privatleben. Zum Beispiel blickt manchmal der Frühling durch die Wolken. So sind Ellie und ich an einem sonnigen Samstag kurz in den Ort Chalton gefahren. Mit dem Auto sind solche schnellen Ausflüge nun möglich. Ellie fährt weiter sehr gut, ist aber über alle Maßen nervös. Ich darf daher erst gar nicht ans Steuer. Chalton liegt übers Feld vom Steinzeithof, den wir vor zwei Jahren einmal besucht haben und von dem aus ich es das erste Mal durchs Fernglas gesehen hatte, ohne hinzukommen. Im letzten Sommer war ich einmal kurz mit Mathieu und Papa dagewesen und wollte seitdem etwas mehr Zeit mitbringen. Der Ort ist die heile Welt der britischen besitzenden Klasse - der französische Name der bis heute in der Kirche begrabenen Familie geht ohne Zweifel noch auf die normannische Eroberung 1066 zurück. Grüne Felder, teure Häuser. Hier wohnt mit Sicherheitheit niemand, dessen Familie nicht schon vor drei Generationen Geld hatte. Und so jemand wird dort auch nicht hinkommen. Sollte die Sonne nochmal zurückkommen, will ich einmal allein oder mit Mathieu dorthin und etwas Radfahren. Denn Mathieu hat eine neue Arbeit in Nottingham und zieht noch vor dem Sommer weg. Er ist mein einziger echter Freund vor Ort und reißt eine ziemliche Lücke. Und Rieke zieht nach Leipzig. Und Friedemann zieht nach München. Alles verändert sich. Wäre ich Single, mich würde der Frühling auch wegtreiben.

Was fürs Herze

Kultur: Da war einmal ein Bauchtanzauftritt Ellies. Der beste, den ich bisher gesehen habe. Der Höhepunkt war aber zwei Wochen darauf Die Zauberflöte in London. Meine Erwartungen waren hoch (ich hatte sie noch nie gesehen und schon lange große Lust darauf) und wurden noch übertroffen. Was für eine Offenbarung: Musiker, die ihre Instrumente beherrschen, Sänger die auch schauspielern können, intelligentes Bühnenbild, durchdachte Inszenierung. Insbesondere die Königing der Nacht hat mich begeistert; traf übermenschliche Noten, interpretierte ihre Rolle ganz ausgefallen als bitter und verwundbar.
Vor der Oper schafften wir es noch zwei Stunden ins Naturhistorische Museum. Eins von denen mit einem Dinosaurier im Foyer. Vielleicht mein ganzes Leben lang war ich nicht mehr so begeistert in einem Museum. Wie einen kleinen Jungen hat es mich interessiert, wie die Erde aufgebaut ist und ausgestorbene Tiere aussahen. Weil uns das alles so gut gefallen hatte, bin ich am Montag darauf in eins der seltenen Kammerkonzerte in Portsmouth gegangen. Und am folgenden Sonntag sind Ellie und ich nochmal nach London gefahren, diesmal in die Tate Gallerie. Andererseits muss ich immer wieder sagen, dass mich London jedes Mal wahnsinnig macht wegen der einfach nicht endenden Menschenmassen. Ellie wird immer spürbar entspannt, weil sie London mit Jugendausflügen aus Kent verbindet. Ich dagegen muss immer erstmal beruhigt werden, wenn wir aus dem vollen Zug in die berstenden Ubahnstationen hinabsteigen.
Ende Februar habe ich dann noch mit Ellie und vielen ihrer Freunde die Rocky Horror Show in Southampton gesehen. Wem es nicht bekannt ist dem ist es schwer zu beschreiben. Ein Musical  über Sex und Aliens aus den 1970ern, inspiriert von Frankenstein und Science Fiction Filmen der 1950er. Vor allem aber ist es ob seiner konsequenten und unbeschämten Abtrusität zu einem Klassiker britischer Kultur geworden. Stichwort Verkleidung. Mehr als nur ein paar Männer alein in Unterhosen. Wenige haben es weniger als dreimal gesehen. Alle kennen die Geschichte und Dialoge bis auf einzelne Sätze. Was beabsichtigt ist, denn Publikumsinteraktion ist fester Bestandteil. De facto ist es also die, mehr oder weniger, erwachsene Version der "Pantos", also des vorweihnachtlichen Kindertheaters. Inzwischen gibt es ganze Skripte, was wann geschrien werden kann. Ellie hatte sich darauf mehrere Tage lang vorbereitet und sah sehr schick aus. Ich kam direkt von der Arbeit und konnte leider kein Kostüm mitbringen. Dafür habe ich Kalina mitgenommen, die wohnt ja vor Ort. Und vor dem Theater hatten wir noch zwei Stunden, zum ersten Mal seit Oktober. Wenn Mathieu weg ist habe ich vielleicht mehr Zeit für sie.


Was für die Seele
Wie mir erst jetzt auffiel haben wir in diesem Frühling nur ein Chorkonzert, am 8. Mai. Daher lese ich in letzter Zeit im Zug wieder Bücher und keine Noten. Zum einen will ich den Geheimen Garten fertig kriegen, ein klassisches Kinderbuch darüber, wie gut Natur für Kinder ist. Ellie hatte einmal angefangen, mir das abends vorzulesen (nachdem ich ihr Momo vorgelesen hatte), es aber (nicht ungewöhnlich) mit der Zeit vergessen. Zum anderen habe ich mir aus der Bibliothek  "Die Elemente" geholt, aus dem britischen Gegenstück der Beck Wissen Reihe. Eigentlich suche ich ein Schulbuch Chemie, aber das ist ein guter Anfang. Wer hätte gedacht, dass Sauerstoff ein Gift ist?

Zu guter Letzt ist Berlin endgültig festgezurrt. Wir kommen am 25. März und fliegen am 29. März wieder zurück. Wohnen werden wir in einem Apartment drei U-Bahn Stationen südlich vom Brandenburger Tor.

Zum Schluss etwas kulturelles Wissen, dass ich letztens für ein Quiz auf der Arbeit zusammengesucht habe, und das größtenteils aus Bemerkungen zwischen Ellie und mir hervorgeht.

  1. Die Waschmaschine ist in England fast immer in der Küche. War mir nie aufgefallen, bis Ellie auf einem Bild von Riekes neuer Wohnung fragte, warum sie da im Bad ist. In Polen ist sie auch im Bad, zu anderen Ländern fehlt mir das Wissen.
  2. Prozentualverteilung Wohnung mieten/kaufen: GB 34/64 Deutschland 55/45. Ostdeutschland 66/34, Westdeutschland 52/48. Quelle: Eurostat. Bezogen auf Haushalte, nicht Personen. Man beachte GB hat die genau entgegensetzte Verteilung Ostdeutschlands. Zwei Prozent in GB entfallen auf andere Formen wie mietfreies Wohnen.
  3. Das englische Wort "gymnasium" heißt Fitnessstudio.
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Ich habe inzwischen einige Kollegen, mit denen ich deutsch spreche. Einem sage ich immer tschüss wenn ich gehe. Letztens habe ich nach ihm aus Versehen auch der nächsten Person tschüss gesagt. Da war ich froh, dass mir sowas noch passiert.

Und ich habe einen neuen Fotoapparat!


Die erste Sonne des Jahres Mitte Februar. Und der ca. tausendste Sturm des Jahres.

Die ersten Krokusse Mitte Februar.

Bei der Rocky Horror Show. Ich kam direkt von der Arbeit und konnte mich dementsprechend nur als Radfahrer verkleiden. Nicht ganz konventionell. Das neben mir ist Ellie. Isse nich schick?

Donnerstag, 28. Januar 2016

Wight im Winter

Gleich das zweite Wochenende habe ich Ellie schon wieder allein gelassen und bin mit Mathieu eine Nacht auf die Isle of Wight gefahren. Den Plan hatte ich schon lange, weil wir schon ewig nicht mehr richtig zusammen unterwegs gewesen waren. Außerdem wollte ich die Insel auch mal an einem sonnigen Wintertag sehen. Samstag vormittag sind wir mit Auto und Rädern rüber, dann runter in die Südwestecke. Die hatte mir bei meinem ersten Wochenende vor inzwischen ja doch drei Jahren am besten gefallen. Mein Hauptziel war eigentlich der Naturpark der "Nadeln", einer Formation von sieben Klippen, die in einer Reihe ins Meer ragt. Aber das hat nicht geklappt, weil dorthin ein Weg führt, der für Mathieu zu steil ist. Stattdessen haben wir Samstag und Sonntag je eine längere Radtour gemacht. Die führte uns auch entlang der Strecke, die ich 2012 gefahren war, durch die Dörfer Mottistone, Brightstone und Shorwell, die mir damals ganz besonders gefallen hatten. Übernachtet haben wir im kleinen Ort Yarmouth (Yarmünde, an der Mündung des kleinen Flusses Yar) an der Südseite des westlichsten Zipfels der Insel. Der Ort war viel hübscher, als es bei meiner Vorbeifahrt 2012 den Anschein gehabt hatte. Unser Gästezimmer hatte eine Badewanne und abends wurde im Pub ein 70. Geburtstag gefeiert, bei der wir am Ende noch auf die Tanzfläche sprangen. Vorher hatten wir nämlich noch die anderen Pubs vor Ort erkundet. Speziell wollte Mathieu ein besonderes Restaurant probieren, in dem man sein Essen selbst auf heißen Vulkansteintellern gart. Nachts und morgen noch einmal bin ich auf die kleine Seebrücke des Ortes gelaufen. Von dort blickt man direkt auf den New Forest gegeüber, was mich wiedere daran erinnerte, dass die Insel eben viel größer und länger ist, als es von Portsmouth aus sichtbar ist. Zum Beispiel konnte ich da eine alte Befestitung am westlichen Ausgang des Solent sehen, die mir bisher immer nur auf Karten aufgefallen war.
Entlang der ganzen Südküste hatten wir viele wunderschöne Aussichtspunkte, ganz zu schweigen von der Stille. Zu den besonders schönen Orten gehörte eine stillgelegte Bahnstrecke, heute Radwandererweg entlang von Vogelreservaten. Wie an einigen Orten der Region leben dort Vögel, die eine Mischung aus Süß- und Salzwasser brauchen, weshalb solche Wiesen und Bodden oft unter Schutz stehen. Dementsprechend schön, ein See mit Wald und Feld dahinter. Ganz am Anfang steht der ehemalige Bahnhofe Yarmouth, heute ein Fahrradgeschäft und Café mit Blick auf diesen See, was alle Besucher begeister und ich mit Sicherheit auch Ellie zeigen werde. Denn nicht zuletzt war dieses Wochenende ein Probelauf, um mit ihr hier zurückzukommen. Ursprünglich hatte ich das gleich am Folgewochenende machen wollen, aber für sie war es dann doch zu kalt. Der Weg endet an der Bucht Freshwater und wir kamen gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang dieses sonnigen Samstag dort an. Schon 2012 hatte ich davon geschrieben, wie abends die Sonne rot im Meer versinkt, morgens wieder daraus aufsteigt und dabei die Kreidefelsen an dieser Ecke der Insel zum Leuchten bringt. Diesmal wie damals waren Wind und Meer absolut still (schwimmen konnte ich diesmal nicht). Solche Eindrücke suche ich.

The same procedure as last year

England hat mich mit 10 Grad plus und Regen begrüßt. Es wurde dann zwar noch einige Tage kalt, aber nach drei Wochen ist die Temperatur schon wieder nah am Jahresdurchschnitt. Leider. Krokusse blühen, auf meinem Schreibtisch stehen einheimische Osterglocken. Das bisher interessanteste in diesem Jahr war ein Wochenende auf der Isle of Wight, wie anderweitig beschrieben. Der Alltag wird von zwei Dingen bestimmt.

Gute Arbeit
Zum einen macht mir meine Arbeit ausgesprochen viel Spaß. Ich habe gute Ideen sowohl in meinem Hauptprojekt als auch einigen Nebenarbeiten. Am besten ist, dass ich die Benutzung eines statistischen Computerprogramms lerne. Als Praxistest versuche ich, das Rechenmodell meiner Abteilung in dieses Programm zu konvertieren. Lange habe ich nicht mehr soviel Spaß mit Mathematik gehabt, oft sitze ich wirklich mit Zettel und Bleistift da und schreibe Formeln auf. Die freie Zeit zur Selbst- und Weiterbildung ist eine der besten Dinge an meinem Amt. Allein in der letzten Woche stellten zwei Doktoranten der Uni Southampton ihre Arbeiten vor und einen ganzen Tag lang hatten wir eine Konferenz von jungen Analysten meines Dienstgrads. Im März haelt mein Team selbst ein Veranstaltung in London ab. Ich bereite dazu Umfrage und Vortrag vor. Im September werde ich wahrscheinlich wieder auf einer Konferenz sprechen. Selbst habe ich ein kleines Projekt fertig gestellt, in dem ich Aussprachehilfen für ausländische Namen für unsere Telefonisten im hauseigenen Umfragezentrum organisiert habe.

Schlechte Arbeit
Die zweite Sache ist Ellies Arbeit und die ist alles andere als schön. Zwar bin ich überzeugt, dass sie aus der Sache eher besser als schlechter rauskommen wird, aber sie selbst lässt die Dinge (soweit ich weiß weder ihre Schuld noch ihr Problem) sehr nah an sich ran. Manchmal mache ich mir richtige Sorgen um sie und auch mich kostet es Kraft, sie zu unterstützen, denn allzugerne lässt sie sich in ein dunkles Loch fallen.

Dabei faengt das Jahr eigentlich vielversprechend an. Aus Deutschland hatte ich das  Spiel "Das verrückte Labyrinth" mitgebracht. Damit haben wir eine kleine Spielesammlung, die sogar Ellie mitmacht. Und für Mathieu und mich hat Friedemann mir Erweiterungen für die Fürsten von Catan geschenkt. Außerdem hatte ich ja von Ellie zu Weihnachten ein Keyboard bekommen. Das hilft mir vor allem beim Einstudieren von Liedern und Chorstücken. Aber seitdem ich dazu aus der Bibliothek ein Buch mit vereinfachten Editionen klassischer Stück habe, sitze ich auch regelmäßig abends einfach zum Spaß dran und dafür klappt es tatsächlich ganz gut. Dafür lese ich im Moment praktisch nichts. Anfang Januar beendete ich nur Das Waisenhaus (ein Geschenk von Kasia). Die meiste Lesezeit habe ich ja im Zug und dort lerne ich erstmal Noten. Für den Gesangsunterricht ist das Schumanns Eichendorf-Liederkreis. Der Chor probt Dvoraks Messe in D für ein Konzert im März.
Einen kleinen Auftritt hatte der Chor bei der offizieller Eröffnung des neuen Gebäudes "Weißer Schwan" der Musikfakultät gesungen. Einige alberne Lieder über Enten, die mir sehr viel Spaß geacht haben. Dabei traf ich auch mal wieder meine Mitbewohnerin Gus, die ich ob meiner seltenen Anwesenheit nie zu Hause sehe. Sie hat das Gebäude dekoriert und wir haben zusammen einige ertraegliche Studentenaufführungen mit angesehen.

Gleich nach meiner Rückkehr habe ich Ellie "Dinner for One" gezeigt. Durch die folgende Unterhaltung habe ich ein bisschen recherchiert und erfahren, dass die einzige jüngere Aufführung in England 2006 in Portsmouth von Amateurschauspielern gemacht wurde. Während der Sketch von einem Briten geschrieben worden war, wurde er hier nur in der Nachkriegszeit gespielt, wenn auch mit großem Erfolg. Die Fernsehaufnahme wurde tatsächlich in Deutschland gemacht und ist in England völlig unbekannt. Und ich habe erst jetzt das Ende verstanden. Ich war schockiert.
U-Boote sind auch nicht schön. Einen Samstag bin ich wieder ins Marinemuseum gegangen, diesmal ins U-Bootmuseum auf der anderen Hafenseite. Dort liegt ein Boot aus den Fünfzigern, und das allererste der britischen Marine von 1902. Beide kann man begehen, geführt von ehemaligen U-Bootfahrern. Die haben mal die Luke zugemacht und den Notausstieg erklaert. Ich war schockiert.
Ganz zum Schluss bin ich noch durch die HMS Warrior gelaufen, den Panzersegelkreuzer, der im Hafen liegt und Besuchern bekannt sein dürfte. Sehr viel mehr Platz und Luxus, aber auch da will ich nicht im Maschinenraum stehen.

Zuletzte einige Anfügungen zu Kategorie "andere Vorstellungen".
Französische Revolution - wird zu allererst mit Anarchie, Mord und Totschlag konnotiert, erst sehr viel später mit Freiheit, Gleichheit oder sonstigem kontinentalen Sentimentalitäten
Schulden - Nötig und unbedenklich.
Bauern - reiche Großgrundbesitzer in Landrovern und teuren Allwetterjacken die mit Hund und Gewehr sein Privatland patroulliert. Darauf kam ich, als Ellie mich fragte, warum im Buch über die DDR ständig von "peasants" die Rede ist. Das heißt zwar auch Bauer, wird aber eigentlich nur auf arme Tagelöhnen im Mittelalter angewendet. Die moderne Übersetzung "farmer" aber ruft völlige andere Bilder hervor.
Wohnung - was für Leute, die sich kein Haus leisten können. Tendenziell mit Armut konnotiert.