Sonntag, 27. Juli 2014

Die letzten Wochen war Hitzewelle. Jetzt gilt es, jeden Sommertag zu nutzen, denn ewig wird der in diesem Land nicht halten. Drei Wochen bis ich nach Deutschlang fahre und wenn ich zurückkomme kann ich wieder neun Monate warten. Zum Glück hatte ich auch weniger Verpflichtungen und bin so dahin gekommen, abends einfach direkt von der Arbeit an den Strand zu fahren und da zu bleiben. Vielen habe ich das schon beschrieben, aber fürs Protokoll: ich lebe wo andere Urlaub machen. Wenn ich zum Meer komme liegen und schwimmen da schon die Menschen. Ich mache keine Pläne mehr, sondern nehme mir Essen mit und verbringe einfach den ganzen Abend da. Auch Wochenenden plane ich nicht mehr, früher der später landet man ohnehin am Wasser und was auch immer man sich vorher überlegt hatte, wird da egal. Anders als im letzten Sommer scheint es keinen Unterschied zwischen Wochenende und Arbeitstag zu geben, der Strand ist immer belebt. Während ich im letztes Jahr zum ersten Mal Freude am Schwimmen gefunden hatte, ist es mir jetzt sogar physisch ein richtige Bedürfnis, nach der Arbeit nicht nur ins Wasser zu springen, sondern mich richtig sportlich zu betätigen und dieses schöne Gefühl zu haben, wenn mich meine Arme vom Wasser abstoßen und vorwärts treiben. Noch lange nach der Schulzeit hatten Strand als auch Becken ein mulmiges Gefühl hervorgerufen. Dazu schließen sich, nun endlich, häufig noch Freunde an, ganz einfach lassen sich Picknicks organisieren und abends gibt es fast immer irgendwo Tanz, oder in letzter Zeit auch Freiluftkino. Theresa kam noch einmal in die Stadt, um ihrer Studienabschlussgala beizuwohnen. Nun ist sie endgültig zurück nach Deutschland gezogen.

Als neuestes Buch habe ich eine kleine Einführung zur deutschen Geschichte im Mittelalter ausgelesen, was ich sich Friedemanns noch in meiner Rostocker Zeit gekauft und mir auf Wunsch hergeschickt hatte. Das schließt sich zeitlich an das großartige Buch über das frühe Mittelalter bis zum Jahr 1.000 an.
Daraufhin machte ich thematisch einen Schlenker und las die Autobiographie von Ellies Uroma. Die kam im frühen 20. Jh. als uneheliches Kind auf dem tiefsten Land in Kent auf die Welt und wäre um ein Haar ihr Leben lang im Armenhaus eingesperrt geblieben, wie es im übrigen ihrer von den Eltern verstoßenen Mutter geschah. Was ursprünglich als Erkundung von Ellies Familie begann, gab mir auch ein durchaus verstörenden Einblick in die Kaltherzigkeit und Materialismus jener Zeit, wo Menschen gerade auf dem Land allein nach Vermögen und gesellschaftlichen Stellung behandelt wurden. Das Verleihen der Mädchen aus dem Armenhaus zur Arbeit ist teilweist nichts anderes als Leibeigenschaft und gerade bis zur Jahrhundertmitte liest sich das wie eine Geschichte Charles Dickens', die ich immer als konstruiert empfunden hatte. Daneben ist es aber auch eine Fallstudie der gewaltigen sozialen und wirtschaftlichen Besserstellung breiter Gesellschaftsschichten, die sich im Lauf dieses einen Lebens abgespielt haben. Ellie kommt aus recht bescheidenen Verhältnissen, aber schon das ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Vermögensbildung ihrer Urgroßmutter, die als Hausfrau sehr genau beschreibt, wie sich nach und nach immer höhere Wohnraumqualität und persönliche Einkünfte durchsetzten. Insbesondere nach dem Krieg wird ganz deutlich, wie armen Leuten bessere Ausbildung, Gesundheitswesen und Anerkennung zuteil wird. Ein Augenöffner, in welchem Elend man vor gerade mal einem Jahrhundert lebte.
Jetzt kehre ich zurück zum Thema und lese Rolf Schneiders Buch über Brandenburg und Berlin im Mittelalter, ein Leihstück von Papa. Bis zum Urlaub will ich das beenden und dann kommt Ellies Geburtstagsschwarte dran, 700 Seiten "Europas Verschwunde Länder".

Ellie konnte ich am letzten Juliwochenende einige Dinge vorstellen, die meinem Lebens viel Freude geben. Ähnlich wie ich mir ihre Bauchtanzgruppe ansehe, über ihre Uroma lese oder nach Kent fahre. Man muss dazu wissen, sie probiert gern neues, ist dabei aber nicht ganz so sorglos wie ich und braucht immer wieder etwas Ermutigung. Jetzt kam sie zum ersten Mal zum Tango mit. Davon schwärme ich ihr ja schon seit vor Beginn unserer Beziehung vor, aber aus Zeit- und Mutgründen kam sie erst jetzt mit. Zum zweiten, und das ist noch bemerkenswerter, hat sie nach einigen Abenden am sonnigen Strand mit mir Lust bekommen, selbst ins Wasser zu kommen. Bisher hat sie dem Meer in ihren sechs Jahren in Portsmouth nicht genug getraut.
Ähnlich waren wir beide auf einer schönen Feier in Haus und Garten meiner Gesangslehrerin, die sie wohl einmal pro Jahr ausrichtet und damit ein gutes Stück der lokalen Tanz- und Musikszene versammelt. Mir gegenüber war das als Tanzparty angekündigt worden und auch wenn sich die meisten zierten, schwang ich das Tanzbein mit Flavio meinem Tangolehrer und dann auch Ellie, die sich prächtig amüsierte, nachdem sich die Leute als zivilisiert rausgestellt hatten - auch da leidet die Arme noch unter den schlechten Beispielen ihrer Jugend und Studienzeit.

Einige Hinweise zum Tangovideo: der gesamte Auftritt dauert 2 Stunden und ist in Akt I und Akt II gegliedert. Ich tanze nur 3 Mal (dazu einige Einlagen neben dem Erzähler) und wenn ich auch fast immer rechts hinten an meiner Bar stehe hier für Ungeduldige die Zeitmarken meiner Auftritte:

Akt I
3:47
6:20
20:50
24:00
38:10
40:20
45:30

Akt II
51:30 bis Ende

Sonntag, 20. Juli 2014

Zehnundzwanzig und keinen Tag älter!

Papas Besuch
Am Freitag nach unserer Rückkehr aus Canterbury kam mich Papa wieder besuchen. Als erstem Besucher im Sommer wollte ich ihm mal richtig zeigen, was man hier bei gutem Wetter machen kann - leider war das dann nicht ganz so toll. Auf einer Wanderung auf der Isle of Wight war es bereits bewölkt, aber noch warm und wir bekamen beide Sonnenbrand, als wir unvorsichtigerweise am Meer eindösten. Dafür konnten wir abends zu einem Auftritt Ellie gehen. Das war eine Versammlung der regionalen Bauchtänzer und sah zuerst sehr amateurhaft aus, aber Ellies und ihre Freundin brachten die erste gute Leistung auf die Bühne und später kamen noch richtig profesionnelle Tänzerinnen, unter anderem Kalinas Lehrerin, denn auch sie hat vor Kurzem Bauchtanz angefangen.
Der Ausflug zu dritt mit Ellie in den New Forest am nächsten Tag fiel wortwörtlich ins Wasser. Wir waren ganz auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und ich hatte nicht genug Erfahrung, uns an die wirklichen schönen Stellen zu navigieren. Erst am Nachmittag kam Mathieu mit seinem Auto, aber nach mehreren Versuchen entlud sich ganz zum Schluss der Himmel noch über uns. Abends haben wir Papa dafür noch ein gutes Pub-Quiz gezeigt.
Erst zum Ende der Woche wurde es nochmal richtig warm und ich konnte Papa doch noch zeigen, wie ich sonst nach der Arbeit baden fahre und dann in der Sonne liege.
Durch Papa habe ich auch mehr von der WM mitbekommen. Insbesondere das Spiel gegen Brasilien, zu dem in einem Pub mit großer Leinwand und deutschen Teenagern waren. Zum Glück interessiert sich mein brasilianischer Tangolehrer nicht für Fußball. Zum Finale habe ich leider keine Deutschen gefunden und die Verlängerung mit Tor habe ich dann auch bei Mathieu geguckt. Insbesondere, als ich Nachrichten von Feuerwerken in Deutschland erhielt, bereute ich es, nicht da zu sein. Auf der Arbeit tragen ich und mein einziger deutscher Kollege jedenfalls ein dickes Grinsen.

Dann war da natürlich noch mein Geburtstag, zu dem ich Arbeiten musste, aber abends sind wir Essen gegangen. Im Übrigen haben mir alle Briefe und Nachrichten sehr gefallen.

Sommer
Nach Papas Abreise wurde es dann noch wärmer daran konnten wir dann jedoch alle Vorzüge des Sommers voll genießen. Am darauf folgenden Wochenende hatte Kalina Ellie und mich nach Southampton geladen, wo sie mit ihrer indischen Tanzgruppe auftrat. Es muss dazu gesagt werden, dass Kalina schon viel länger tanzt als ich und bereits in Magdeburg auf der Bühne gestanden hat. In Southampton hatte sie aber erst vor einigen Monaten eine gute Gruppe gefunden und dies war ihr erster Auftritt. Sie war mit ihrem speziellen Tanz-Lächeln mitreissend wie eh und je (Ellies von mir hochgesetzte Erwartungen wurden nicht enttäuscht). Was ich nicht wusste war, dass neben ihr ihre gesamte Schule auftrat und dazu noch einige andere Gruppen, insgesamt ein richtiges Festival. Auf einer Wiesen wurde auf drei Buehnen zehn Stunden Programm gemacht. Neben klassischem und modernen indischem Tanz war ein weiterer Höhepunkt Flamenco, der beste, den ich bisher gesehen habe, mit zwei spanischen Taenzerinnen, davon eine direkt aus Sevilla eingeflogen. Jetzt wollen wir alle Flamenco lernen. Ich auch, nachdem am Ende der englische Gitarist aufgestanden war und auch tanzte.

Bleiben konnten wir nicht, denn Kalina bot schon ihrer Schwester und einem alten Kommilitonen Unterkunft, der inzwischen in Korea lehrt. Den Sonntag waren wir also in Portsmouth. Als das normale Konzert ausfiel, probierten wir dafür ein neues Cafe aus und befanden es für ausgezeichnet. Direkt am Strand, mit Sonnenschirmen und einziehbarem Dach - bis heute nicht klar warum das vorher noch keinem eingefallen ist. Den restlichen Tag haben wir dann im Wasser, in der Sonne und im Rosengarten verbracht. Das aus mir nochmal so ein Strandjunge wird, der gerne am Strand liegt.

Am Montag ging es nach der Arbeit mit Mathieu auf einen spontanten Radausflug. Mit der Fähre zur Insel Hayling, wo Drachensurfer das flache Wasser nutzten und Reiter ihre Pferde den Strand entlang führten. Dann fuhr ich zum ersten Mal die Strasse zum Festland nach Norden hoch, wo richtige Felder und Alleen auf mich warteten. Direkt gegenüber auf dem Festland gingen wir dann in eine Kneipe, von der mir schon viel erzählt wurde, und die auch genauso gut war.

Inzwischen ist das Wetter in eine richtige Hitzewelle ausgeartet. Nicht ganz so heiß wie in Deutschland, aber durch die Luftfeuchte ist alles über 20 Grad eigentlich zuviel. Morgens ist es eine Folter, statt zum Wasser zur Arbeit fahren zu müssen. Zum Glück habe ich im Moment etwas weniger zu tun und kann abends mehr Zeit am Meer verbringen. Das Wasser ist jetzt so warm, dass man unbegrenzt lang schwimmen kann.

Auf eine Nachfrage hin: wem in Bildern der Meerenge zwischen Portsmouth und der Isle of Wight steinerne Inseln aufgefallen sind: das sind alte Festungen. Wie die Befestigungen im Norden der Stadt, die ich vor kurzem erkundet habe, im 19. Jh. gegen französische Marineangriffe gebaut. Drei Stück stehen im Meer, eine davon kann man für Veranstaltungen buchen. Portsmouth ist auf allen Seiten von alten Festungen umgeben (der Rosengarten ist in einer alten Batterie angelegt), die als Palmerstons Irrungen bekannt sind, da sie von Premierminister Palmerston für viel Geld ohne viel Nutzen gebaut wurden.

Rosen, Rosen, lauter Rosen...
Indischer Trommelkurs auf dem Mela Festival in Southampton. Später habe ich auch indisch getanzt. Freunde sagten mir später ich sei am enthusiastischsten gewesen. Wahrscheinlich wahr. Hätte mich Kalina damals nicht zum Salsa mitgenommen, ich hätte einen großen Teil von mir nicht kennen gelernt.

Strandausritt auf der Insel Hayling.

Drachensurfer auf der Insel Hayling.

Der nördliche Rand der Insel Hayling bei Ebbe. Direkt gegenüber liegt ein Pub...

...wo Mathieu und ich abends fünf gerade sein ließen.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Die Sieben Puddings von Canterbury

Eins der größten Enigmas der englischen Kultur ist Pudding. Wie manchen schon erklärt ist englischer Pudding nicht gleich deutscher (oder polnischer) Pudding. Manchen würden wir als Wurst bezeichnen (Black Pudding - Blutwurst), andere als Kuchen (Plum Pudding), wieder andere sind Pastetenhüllen ohne klare Funktion auf dem Mittagsteller (Yorkshire Pudding). Was auch immer es ist, Ellie mag Pudding. Weiterhin ist sie eng mit der Stadt Canterbury in der östlichen Grafschaft Kent verbunden; hier ist sie zur Fachschule gegangen und ihre Schwester Amber wohnt seit fast zehn Jahren dort. In Canterbury veranstaltet desweiteren die Pudding Gesellschaft monatliche Puddingesswettbewerbe. Kurz, Ellie nahm mich für vier Tage nach Canterbury (55,000 EW), wofür ich mir Donnerstag und Freitag freinahm.

Gleich am Abend unserer Ankunft ging es zum Puddingessen, in einem Cafe in der Altstadt. Dort wurden den verschiedenen Tischgruppen zuerst sieben Puddings mit Zutaten und Geschichte vorgestellt, dann auf der Theke aufgereiht. Daraufhin leisteten wir alle den Puddingeid. Anschließend ging es ans Eingemachte, Runde um Runde gab es eine Scheibe Pudding, man selbst konnte aber die Abfolge der verschiedenen Sorten wählen - mein Favorit, der Mandelpudding, verfehlte in der Endabstimmung Platz 1 nur um Haaresbreite. Ursprünglich hatte ich größte Sorgen gehabt, mehr als zwei Portionen zu schaffen, am Ende war ich natürlich einer der besten Esser, und auch der beste Trinker des im Preis inbegriffenen Weins. Im Ergebnis habe ich beschlossen, dass süßer Pudding einfach Kuchen ist.


Gewohnt haben wir in Ambers Wohnung in einem Haus direkt in einem Weizenfeld. Aufgewachsen sind sie in einem kleinen Ort weiter auf dem Land und während Ellie als erste in der Familie zum Studium nach Portsmouth zog, hält Amber selbst eine Kleinstadt bis heute nur am Rand aus. Ellie hatte nicht zuviel versprochen, morgens und abends konnte man im Gras vor dem Haus sitzen und den Lärchen zuhören, während die Sonne auf- oder unterging. Freilich auch hier in Hörweite zweier Schnellstraßen.


Am zweiten Tag zwang ich die Mädchen dann zum Tourismus, schließlich war ich zum ersten Mal in dieser historischen Stadt. Als erstes ging es selbstverständlich in die berühmte Kathedrale. Die war seit ihrer Gründung 597 (noch etwas früher als der Yorker Münster, aber ebenfalls zur Missionierung der lokalen angelsächsischen Elite) Zentrum der Kirche in England gewesen und damit seit der Reformation Mutterhaus der Anglikanischen Kirche; der bekannte Erzbischof damit ihr Oberhaupt. Der berühmteste von ihnen, Thomas Beckett, verleihte ihr seit seinem Martyrium weitere Bedeutung und große Einnahmen aus Pilgerströmen, bis Heinrich VIII. solchen Späßen Einhalt gebot.

Ellie und Amber waren bisher nur teilweise über ihre Stadt informiert und nicht ganz auf meine Art Tourismus vorbereitet, konnten sich aber anpassen. Besonders gefiel uns allen, sogar mir, eine Reihe Fenster aus der HAnd eines Flüchtlings des Ungarnaufstands 1956. Ellie meinte gleich, das sieht ja aus wie Disney und in der Tat erklärte man uns auf einer anschließenden Führung sei Herr Bossanyi später von Disney angestellt geworden.
Im Anschluss zeigte man mir einige der markanten Orte Ellies wilder Jugend als Hippie, Läden und Kneipen von Farben und Gerüchen, mit denen sie Erinnerungen verbindet; so wie ich das ein halbes Dutzend mal in einem halben Dutzend Städten gemacht habe.


Den dritten und letzten Tag begann ich mit Ellie allein, während sich Amber um ihre alte Katze sorgte, die sanft aber eindeutig ihre letzten Tage durchlebte. Ich nahm sie auf eine Bootstour auf dem Fluss (eigentlich ein römischer Kanal), was sie auch zum ersten Mal machte. Ganz besonders amüsierte sie dabei der junge Ruderer ob seiner offensichtlichen "poshness" - Herkunft aus der Upper Class.

Ebenfalls neu für Ellie als auch die dazustoßende Amber war ein Garten auf einem ehemaligen Klostergelände, der mir vom Boot aufgefallen war. Später wurden wir vom Platzregen überrascht, dem einzigen aus dem Dauerschauer, den der Wetterbericht für das Wochenende vorhergesagt hatte.
Abends hatten wir uns mit Freunden von Amber in einem belgischen Restaurant verabredet. Vorher verschleppte ich die zögerliche Ellie aber noch auf eine lokale Salsaparty, die ich ausgekundschaftet hatte. Es stellte sich heraus, dass die gleiche Band spielte, die eine Woche vorher in Portsmouth am Meer gewesen war. Wir hatten nur eine halbe Stunde bis zur Tischreservierung, aber mit wenig Zeit waren wir die ersten auf der Tanzfläche und wie immer hatte der Rest nur darauf gewartet.

Zum Schluss noch ein Nachtrag: ein Video des Chors zur Eröffnung des Eldon Gebäudes Ende Mai. Ich bin in der ersten Minute zu sehen und etwas zu hören.

http://www.port.ac.uk/uopnews/2014/06/02/flash-mob-university-choir-help-open-building/

Zwanzig Minuten Fußweg zur Kathedrale. Ellies Schwester wohnt im linken der zwei mittigen Häuser.

Ein Garten in einem verfallenen Teil des ehemaligen Kloster, dass bis zur Reformation der Kathedrale angeschlossen war.



Zwei Gebäude eines anderen alten Klosterkomplexes, an beiden Seiten des Flusses.

Bootstour auf dem Fluss Stour.

Ein Garten im Zentrum, der weder Ellie noch ihrer Schwester bekannt gewesen war.


Montag, 30. Juni 2014

AktivKollektiv

Ein Teil von mir hatte nicht mehr ganz daran geglaubt, aber nach dem Ende aller Kunst habe ich es tatsächlich geschafft, meinen Freunden und dem Wetter mehr Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. An erster Stelle stand dabei Mathieu, mit dem ich gleich eine Radtour nach der Arbeit verabredete. Die führte uns entlang des Kanals der Mühle in Titchfield zum Vogelreservat am Meer, wo wir ein wunderbares Abendpicknick hielten, keine Wolke am Himmel und das Wasser voller Segel. Vor langer Zeit hatte ich diese Route die schönste in der Region genannt, inzwischen war ich fast zwei Jahre nicht mehr dort gewesen. Wir mir erst klar wurde - bald darauf jährte sich mein kleiner Ausflug hier zum zweiten Mal.
Einige Tage darauf ging ich mit meiner Gesangslehrerin wandern. Ich klage ihr regelmäßig mein Leid, dass es hier kein Grün gibt. Daraufhin lud sie mich auf einen Ausflug ein, denn sie und ihr Mann gehen regelmäßig ernsthaft laufen. Wie ernsthaft, wusste ich erst, nachdem ich gute fünf Stunden bei Bignor nördlich von Chichester durch Wald und Feld gestiefelt war.

Am meisten passiert aber lokal: im Sommer ist Portsmouth wieder der beste Ort der Welt. 

Praktisch jeden Abend liege ich wortwörtlich in den Rosen - die Sonne scheint bis 22 Uhr. Und dann liege ich am Strand, nach einer Runde Schwimmen. Das Schmetterlingshaus am Naturhistorischen Museum ist endlich bewohnt und die diversen Gärten drumherum stehen im Zenit ihrer Pracht - schon welken die ersten Blüten. Ein, zwei Mal wurde die Tanzstunde am Donnerstagabend wieder am Meer abgehalten.
Aber vor allem laufen seit Anfang Juni wieder jeden Sonntag die gratis Nachmittagskonzerte am Meer. Zum ersten, mit einer Sinatra Tribute Band, war ich mit Ellie und konnte sie sogar zu etwas Tanzen überreden. 

Dementsprechend kamen zum Höhepunkt der Monats Mathieus und inzwischen meine Freunde in die Stadt. Zuletzt waren wir in Weymouth gewesen. Zusammen gingen wir schwimmen, sonnten uns am Strand und grillten im Park am Bootsteich. Am ersten Abend besuchten wir eine Lesung im Rahmen des derzeitigen Kulturfestivals, fanden das aber so schlimm, dass wir den Abend lieber mit einem Bier im Fischereihafen beendeten. Am Sonntag kam auch noch Kalina dazu, denn nach einem wunderbaren Frühstück in Mathieus Garten ging es zur Salsaausgabe der Sonntagskonzerte. So gut und schweißtreibend wie im letzten Jahr - insgesamt vertrank ich vier Liter Wasser. Ganz zum Schluss machten wir noch einen Abendausflug in den Neuwald, wo wir ein letztes Picknick am uns bekannten Bach aßen, dessen Wiesen in den Wochen seit unserem letzten Besuch endlich getrocknet sind.


Erwähntes Kulturfestival ist im Ganzen aber eine tolle Veranstaltung. Einige der besten Sachen habe ich zwar aufgrund des zwischenzeitlichen Ausflugs nach Canterbury verpasst. Mit Ellie konnte ich aber noch eine Vorlesung über Exobiologie hören und nach unserer Rückkehr eins der immer willkommenen guten Theaterstücke besuchen. Letzteres fand in einem der historischen Wehrtürme am Hafen statt und behandelte die Beziehung Königin Elisabeths I mit dem Entdecker Walter Raleigh, verpackt in Unterhaltungen über von letzterem eingeführten Tabak. Das ganze war scharfzüngig und poetisch, und der Autor selbst auch dabei. John Agard war mir nicht bekannt, gehört aber offensichtlich zur Avantgard der englischsprachigen Literatur und wird an Schulen gelesen.

Zu Hause wird es etwas geselliger. Die Sommerbulgaren sind in Gestalt eines jungen Pärchens erschienen, von der gleichen Uni und für das gleiche Praktikum wie die letzten. Eine langfristige englische Mitbewohnerin wurde von meiner bis vor kurzem einzig verbliebenen Mitbewohnerin Gus organisiert, und später füllt sie wohl auch das letzte Zimmer mit Bekannten.

Die WM habe ich bisher größtenteils verpasst. Nur zwei Spiele habe ich voll gesehen, da es bei dem derzeitigen Wetter abends nicht nahe liegt, vom Strand in eine Kneipe oder nach Hause zu gehen. Neues von eigenen Auftritten: die zusätzliche Tangoshow Ende September ist zu meiner Freude bestätigt. Auch wenn das wohl wieder einige Proben bedeutet.

Lange nicht mehr dagewesen: das Wasservogelreservat am Meer südlich von Titchfield.


Nachtrag: die Wasserskifahrer in den renaturierten Befestigungen im Norden Portsmouth.

Dieses Wasser trennt Portsmouth (rechts) vom Festland (links).

Ein Stück Natur in Portsmouth. Nur führt direkt links vom Bild die Autobahn lang.

Ein Stück der alten Befestigungen.

Durch diesen Durchbruch der alten Mauern fährt jeden Morgen mein Zug zur Arbeit.

Nachtrag: Blumen für unsere Tangosängerin.
Sonntagmittag nach dem Schwimmen im Rosengarten.
Meine abendliche Perspektive, wenn ich mit einem Buch zwischen den Rosenbeeten liege.

Mathieu und seine Freunde.

Frühstück in Mathieus Garten.

Zwei Portugiesinnen abends im Hafen.

Die besten Tänzerinnen der Stadt haben ihr Handwerk in Polen gelernt. Genau wie ich.

Eins der Tangomädchen kam auch zum Salsakonzert - wir haben auch das geschafft.

Europäisches Picknick im New Forest.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Sommerferien

Seit dem 8. Juni ist wirklich und versprochen Schluss mit Auftritten jedweder Art, ob Chor oder Tango, alle Proben sind vorbei. Man hat die Wochenenden wieder, den Sommer frei - unvermittelt denkt man an Sommerferien.

Singen 1
Das letzte Mal gesungen haben wir anlässlich der Eröffnung des neuen Fakultätsgebäudes für alles Kreative wie Architektur, Film und Computeranimation. Der Chor mischte sich dazu beim Empfang in unverfänglicher Kleidung unter die Damen und Herren Offiziellen und geladenen Gäste und begann auf Signal zu singen. Signal war eine gespielte Eifersuchtsszene auf der großen Treppe. Dahin schlenderten wir dann nacheinander singend und gaben einige spaßige Lieder zum Besten. Wie ich erst dort erfuhr, war das nur der Anfang einer ganzen Reihe Auftritte verschiedener Gruppen. Vor allem aber wurde das ganze Gebäude aufgemacht und alle Fakultäten stellten Abschlussarbeiten vor. Mich hat vor allem die Kunstgallerie begeistert, die von Größe und Qualität locker das wenige Normalangebot vor Ort in den Schatten stellt. Bezeichnenderweise stand dort auch ein Grabstein, für das bald eingestellte Studium der feinen Künste, dessen Produkte man hier so stolz zeigte. Nach einer Woche geht alles nach London, dann ist wohl Schluss.

Ausflug 1
Und nun beginnt leider die lange Durststrecke...kein Chor bis September. Gesangsstunden sind schön und gut, aber nicht der gleiche Spaß. Natürlich hat es auch sein gutes, nicht zuletzt habe ich merklich mehr Zeit und komme plötzlich wieder dazu, Sachen zu machen und Pläne zu schmieden. Am Folgetag, Sonnabend, habe ich mit Mathieu und zwei seiner Freunde zum Bespiel einen schnellen Radausflug in den Neuwald gemacht. Wir sind an den gleichen Bach wie beim letzten Mal gefahren, dessen Wiesen immer noch ziemlich feucht waren. Mir hat das aber richtig Spaß gemacht, durch den Modder zu fahren und abseits der Wege Pfade durch den Wald zu suchen.

Tango 4
Den Abend konnte ich aber nicht mehr mit ihnen verbringen, denn am nächsten Tag war der vorletzte Tangoauftritt, diesmal in Winchester. Das wurde der bis dahin beste und entspannteste, jeder kannte den Ablauf jetzt gut genug und wusste instinktiv, dass es gut gelaufen war. Dann kann man sich auf die Show konzentrieren, die Spannung auf der Bühne und das Tanzen richtig genießen. Und jedes Mal baut man seine Rolle nach etwas aus, hat eine neue Idee - jetzt denke ich fast, hätten wir doch noch ein paar Auftritte mehr. Aber nur noch einmal, in London. Unser Lehrer hat übrigens hier einen Zusammenschnitt unserer Show in Portsmouth veröffentlich. Wir waren alle überrascht - sieht besser aus, als es sich anfühlte. Wer sieht mich an meiner Bar?

https://www.youtube.com/watch?v=ej_nXSQo4UE

D-Day
Als ich vor einer Woche ins D-Day Museum gegangen war, hatte ich gar nicht an den nahenden 70. Jahrestag gedacht. Nachdem ich dort erfahren hatte, wie wichtig Portsmouth in der Operation war, überraschte es mich dann aber auch weniger, wie viel hier lokal veranstaltet wurde. Einige der Bilder, die ihr gesehen habt, kamen direkt aus Portsmouth. Die große Feierei ging am 5. Juni los, mit Paraden und königlichen Hoheiten in Uniform am Meer, und vielen der immer weniger werdenden Veteranen, von denen einige im Anschluss in die Normandie übersetzten. Die Marineinfanterie stellte eine Landung nach und befreite die Strandpizzeria. Das habe ich natürlich nur auf Pressefotos gesehen, denn es war Arbeitstag. Der Höhepunkt war allerdings auch von meinem 10 Kilometer entfernten Büro zu sehen: die Kunstfliegerstaffel der RAF, die Roten Pfeile, zogen über die Hügel des Binnenlands auf Portsmouth zu und veranstalten eine grandiose Show im wolkenlosen blauen Himmel über der Meerenge zwischen Stadt und Isle of Wight. Alle standen an den Fenstern im dritten Stock und staunten, wie sie ihre enge Formation auch in bei schärfsten Manövern hielten. Die lokale Komponente gab dann auch dem alten Film "Der längste Tag" eine andere Note, den ich mit Mathieu am Freitagabend auf der großen Wiese am Meer sah. Als Deutscher ist mir die öffentliche Darstellung von Militär eher gewöhnungsbedürftig, aber als die Menschen einen vorbeikommenden Veteranen applaudierten, fand ich das gut.
Ebenso weiß ich nicht, wie angebracht eine Art Festwiese mit Fressständen ist. Aber ohne Zweifel war der folgende Abend schön, als neben Mathieu einige Tangoleute zu einem Konzert auf selbiger Wiese kamen. Mit einem unserer Mädchen habe ich getanzt, die Menschen ums uns herum applaudierten.

Video: Kunstflieger in Portsmouth
Bilder:  http://www.bbc.co.uk/news/uk-27700479
http://www.bbc.co.uk/news/uk-27717257


Tango 5 Tags darauf ging es schließlich nach London, zu unserer letzten Show. Die beste, wie sich herausstellte, auf der winzigsten Bühne, mit dem freundlichsten Publikum, am Leiceste Square. Zur Feier des Tages wurde an meiner Bar diesmal echter Wein ausgeschenkt. Dabei war die Anfang stressig, es blieb kaum Zeit zum Proben, aber schließlich kannten wir alle unsere Aufgaben gut genug, dass es wie von selbst lief, jeder war in Position wann er musste, ein schönes Gefühl ist das, wenn alles scheinbar läuft wie ein Uhrwerk. Auch ich brachte wohl meine beste Leistung. Nun bedauern wir eben alle, dass es keine weiteren Auftritte mehr geben soll. Da kam tags die Nachricht, vielleicht gibt es doch noch einen, Ende September in September, zu einem städtischen Tanzfestival.

Ausflug 2
Die eingangs erwähnte Zeit habe ich nach der letzten Tangoprobe genutzt, ein noch unbekanntes Stück Portsmouth zu erkunden. Die nördliche Grenze zwischen Insel Portsmouth und Festland wurde im 18. Jahrhundert befestigt, nach der Aufgabe der Forts wurde das zu einem Grüngelände, welches ich täglich vom Zug aus sehe. Das interessierte mich einerseits, weil es hier ja kaum Parks gibt. Andererseits haben alte Backsteinanlagen auf mich ohnehin ihren Reiz. Entlang dieser Wassergräben bin ich einen Abend langgefahren, allein, wie in alten Zeiten. Als erstes fand ich einen Wasserskiclub, der sich in einem ungenutzten Graben Rampen für seinen Sport gesetzt hat. Weiter östlich wird das Gelände richtig waldartig und obwohl direkt nebenan Schnellstraße und Autobahn verlaufen, ist einiges an Vogelleben vorhanden, die in Schilf und Wasser ihre Runden ziehen.

Im übrigen werde ich nach der Wahl im Stadtrat jetzt offiziell von der UKIP vertreten werde.


Im Saunabus nach London. Und da hatte ich noch nichtmal Kostuem an. Vorn rechts unser Lehrer, Flavio.



Meine Requisiten sind mehr ans Herz gewachsen.
Buehnenaufbau in London. Ich richte meine Bar ein.

In der Pause hinter der Buehen - alle bereit fuer die naechste Nummer.
Auf dem Weg nach Hause nach dem letzten Auftritt.

Die juengeren von uns gingen schliefen uebrigens als erste ein.
Man sieht noch meine Augenschminke.

Montag, 26. Mai 2014

Das Leben ist eine Bühne

Am 17. Mai sang der Chor sein letztes echtes Konzert in diesem Studienjahr. Gemeinsam mit der Blasorchester und der Big Band der Uni eröffneten wir das Unifest, eine Woche Kulturveranstaltungen der Musik- und Theaterfakultät. Gesungen haben wir dazu Gustav Holsts sehr interessante Vertonung der Vedischen Schriften. Leider war der Chor vermutlich das schwächste Glied im Bund. Die Bässe haben ganze Einsätze verpasst und während ich recht sicher war, konnte ich oft nicht helfen, da ich mal wieder die Aufwärmung vernachlässigt und mir in der Probe die Stimme angeknackst hatte. Das Wetter war jedoch grandios, Ellie und ich fassten die Pause vor dem Konzert am Wasser Essen, während eine Million Menschen plötzlich aus ihren Häusern kamen und die Sonne genossen.

Am Tag darauf kam Kalina mich und Ellie und das Meer für einen Tag besuchen. Die Sonne legte es nahe, vom Bahnhof direkt ans Meer zu gehen, und im seit kurzen blühenden Rosengarten zu frühstücken. Die Mädchen haben sogar die Füße ins Wasser gesteckt, so schön war es. Auch haben wir mal die schwanförmigen Tretboote auf dem nahen Teich ausprobiert. Am frühen Nachmittag aber schon ließ ich Kalina für den Rest des Tages in Ellies Obhut. Denn ich hatte eine weitere Probe - die vor dem dritten und wichtigsten Tangoauftritt, dem großen Heimspiel in Portsmouth. Das war die erste Probe, auf der ich mich gelangweilt habe. Die meiste Zeit bin ich in der Rolle des Barmanns und das ist nur mit Publikum wirklich interessant. Der eigentliche Auftritt war für mich etwas hektisch, weil ich einen Tanz mehr als gewöhnlich hatte. Dafür hatten wir die größte Bühne der Tour, im Kings Theatre, wo seinerzeit auch die erste Bühnenprobe stattgefunden hatte. Daher hatten wir auch das größte Publikum, und das freundlichste. Viele Freunde, Verwandte und andere Kursteilnehmer, die mit Applaus nicht sparten. Unter anderen war auch meine Gesangslehrerin (und die meines Tangolehreres) vor Ort. Die hatte auf früheren Touren die Gesangseinlagen übernommen und meinte, es wird mit jedem Jahr professioneller. Da es Sonntag war, konnten wir im Anschluss leider nicht feiern. Ich spürte die Stunden auf der Bühne am nächsten Tag trotzdem ordentlich in den Knochen.


Das folgende Wochenende war für alle lang, und für mich noch länger, denn der öffentliche Dienst hat noch den Geburtstag der Königin frei. Ellie hatte einige gute Ideen. Samstag sahen wir zum Beispiel den Moskauer Staatszirkus (oder die schlechtere Hälfte davon, wie ein Freund meinte, der selbigen zur gleichen Zeit in Moskau sah), was für mich eine interessante Erfahrung war, da ich mich seit meinem zehnten Lebensjahr für zu alt für Zirkus gehalten hatte. Dementsprechend war mir aufgefallen, dass hier drüben einige Leute in meinem Alter hingehen waren. In der Tat war es einen Blick wert, allein schon der Uniformen der Ordnerinnen wegen. In vielerlei Hinsicht kann ich Akrobatik auch besser schätzen, als früher. Und die Höhenkünstler machen mir viel mehr Angst. Vor allem aber fiel mir sofort auf, wie sehr die mit Musik synchronisierten Nummern unseren Choreographien gleichen. Dadurch nahm ich alles noch aus einem ganz anderen Blinkwinkel wahr. Abgesehen davon wurde als erstes und letztes Djingis Khans alter Hit „Moskau“ gespielt, auf deutsch – ich war mit Sicherheit der einzige im Publikum, der den Bezug verstanden hat.

Am Tag darauf machten wir endlich mal wieder einen richtigen Ausflug. Ellie wollte sich ein Freilichtmuseum in Clanfield, bei Petersfield in Richtung London, ansehen. Dabei handelte es sich um den Nachbau eines britischen Dorfs aus der Bronze- oder Eisenzeit, die bis zur Ankunft der Römer im Jahr 43 dauerte. Das war zwar fiktiv, aber jedes Gebäude war einem typischen Haus aus verschiedenen Ausgrabungen nachgebaut. Darum stand nebenan auch eine römische Villa. Mir hat außerdem der Ausflug aufs grüne und blühende Land gefallen, der uns auch ordentliches Laufen und Sonnenbrand einbrachte.

Am anschließenden freien Montag war ich auf mich gestellt und stattete bei strömendem Regen endlich einmal dem D-Day Museum einen Besuch ab. Obwohl ich den ganzen Nachmittag Zeit hatte, stellte sich das als zu umfangreich heraus und ich kann es leider nicht als fertig abhaken. Erfahren habe ich etwas über die Rolle Portsmouths bei der eigentlichen Invasion. Die Strände waren abgesperrt, dort wurden die künstlichen Häfen gebaut, auf der Nebeninsel wurden Landungen geprobt, in der Meerenge war ein Teil der Flotte geparkt, und im Hafen wurden die Verwundeten ausgeladen. Insbesondere waren (wie häufig) Veteranen vor Ort, denen ich lange zuhörte. Einer war mit 19 Jahren in der zweiten Welle und verlor später ein Auge.

'Per Anhalter durch die Galaxis' hatte sich wie geschrieben als überraschend kurz rausgestellt. Dann erfuhr ich aber, dass es auch nur Band 1 von 6 ist. Jetzt habe ich Nummer 2 beendet, dem 'Restaurant am Ende des Universums' und suche in Bibliotheken nach Band 3. Daneben hat mir Friedemann seine Einführung in die deutsche Geschichte des Mittelalters herübergeschickt. Desweiteren habe ich mich im Teeladen meines Vertrauens zu einem Fernkurs über Tee angemeldet. Bereits jetzt weiß ich alles über Teebeutel und Kannenvorwärmung.

Und schließlich: in der letzten Maiwoche war ich erfolgreich anbaden!


PS:
Für Leute mit guter Internetverbindung: jemand hat doch tatsächlich Aufnahmen unseres Konzerts von Mozart und Salieri vom November veröffentlicht. Mit dem Handy, darum ist die Qualität nicht perfekt. Laut Ellie lässt sich meine Stimme raushören. Für Leute ohne starkes Internet: ich schicke es per CD.






Unser lokalen Theater bewirbt unsere Tangoshow.
Hinter der Bühne, kurz vor Ende der Pause.
Gegen 22 Uhr am Strand.
 
Der Rosengarten blüht.

Das Einkaufszentrum am Hafen, an einem sonnigen Samstag.

Portsmouth kommt an die frische Luft.

Ellie und ich gehen in der Pause vor dem Konzert etwas essen.

Am Tag darauf. Ellies Füße im Meer

Kalinas Füße im Meer
Meine Füße zieht es Richtung Meer...die Woche darauf sind sie angekommen.
Ich bin sehr englisch, und auch sehr polnisch, denn die Blumen links wurden an die Mädchen verteilt.
Ellie spielt mit dem Haushund und lokalen Lieblingstier, dem Tee-Spaniel Bertie.

Ein Nachtrag vom April: Kalina und ich kühlen uns vor der Tür der großen Salsaparty im Hafen ab.
Ein aktueller Schnappschuss aus meinem Zimmer.
Die große Halle des Freiluftmuseums in Clanfield.

Die Hauptsiedlung des Freiluftmuseums in Clanfield.

The green and pleasant English hills.
Die römische Villa nebenan. Irgendwelche Briten zu sehen?