Freitag, 12. Juli 2024

Geburtstage

Letzte Woche hatten Sebastian und ich Geburtstag. Sebastian musste zu seinem aus zeitlichen Gruenden in die Kita, denn es war die letzte Moeglichkeit zur Eingewoehnung, und am naechsten Tag standen Impfungen an.

Beide Kinder bekamen um den Friedens willen Geschenke, aber ueber mehrere Tage gestreckt um die Aufregung in Grenzen zu halten. Beide haben ein Xylophon sehr gut angenommen.

Zu meinem Geburtstag sind wir einfach in einen schoenen Pub essen gefahren. Ich hatte mir vor allen Dingen Stressvermeidung gewuenscht, insbesondere, dass Ellie nicht hektisch nach Geschenken suchen sollte. Wir sind dann in den Weissen Loewen in Soberton gefahren. Das Dorf liegt ueber dem Flusstal des Meon, gegenueber von Droxford. Vor vielen Jahren bin ich dort mal durchgewandert, und vor zwei Jahren hat Ellie dort eine Reitstunde gehabt.

Der Pub ist ein bisschen teurer, kocht sehr gut und seine Terasse liegt zwischen einem ummauerten Biergarten und der umzaeunten Dorfwiese. Dadurch konnte ich die Kinder nehmen, die beide viele Suessigkeiten, wenig Bewegung und Geburtstagaufregung hatten. Otto ist richtig gerne  ueber die Wiese gerannt, von einem Ende zum anderen. Er hat sich richtig gefreut draussen zu sein und wollte die Felder auf beiden Seiten des Dorfes sehen. Er war besonders begeistert, als er lernte, unter einem Zaun durchzusteigen und dann wieder ueber ihn zurueck zu klettern. Wir haben verstecken, und balancieren gespielt. An diesem Tag konnte ich irgendwie mehr daran glauben, dass Otto einfach nur schlau und sensibel ist.

Allen Dank fuer Ihre Pakete und Karten.

Als naechstes fahren wir drei Naechte nach Kent, zu Ellies Vaters 70. Geburtstag.

Sebastian

  • hat seine Impfungen glimpflich ueberstanden
  • geht jetzt 3 volle Tage pro Woche Kita. Hasst  die Uebergabe, ist aber wohl froehlich wenn er da ist
  • ... ist wirklich ganz anders als Otto damals. froehlich, lacht viel. hat innerhalb von zwei Wochen laufen gelernt, und benutzt seine Kommunikationsfaehigkeiten um uns rumzuordern. Besonders suess seine Geste fuer "gib mir mehr (Essen)"

Otto

  • Zeigt in letzter Zeit deutlicher, dass er unsere Aufmerksamkeit nur ungerne mit einem Geschwisterkind teilt. Er liegt gerne komplett lang auf mir drauf. Sucht Kontakt und will mich ganz besetzen. Bisher hatte ich niemals eindeutige Zeichen fuer diese Rivalitaet gesehen. Beide Kinder fanden sich immer ganz toll. Aber vielleicht ist das das eigentlich Problem. Mit Veraenderungen konnte Otto nie gut umgehen. Sein Vater ja auch nicht.
  • Ich habe ihm (mir) ein elektronisches Endoskop gekauft, dass fuer ihn viel einfach ist als das Lichtmikroskop. Er guckt sich das wirklich gerne an.
  • hat mich zum Tierarzt begleitet. Da durfte er Buddhas Herzschlag abhoeren. Jetzt suche ich nach einem Stethoskop fuer ihn.
  • scheint mehr Konzentration auf bestimmte Spiele und Taetigkeiten zu zeigen
     

    eine Mittagspause

    Omen


    Queg im Nest



Freitag, 5. Juli 2024

Sebastian hat in den letzten Wochen zur Eingewoehnung immer mehr Zeit in der Kita verbracht. Erst eine Stunde, dann halbe und jetzt ganze Tage. Er haelt sich ganz gut wird uns gesagt und ist leicht zu troesten. Anders als Otto zeigt er Interesse an den anderen Kindern. Aber er weint inzwischen sobald er in den Kinderwagen kommt, und besonders wenn er die Kita erkennt. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie Otto jeden Morgen auf dem Weg geweint hat.

Ab naechster Woche geht Sebastian dann richtig hin: drei volle Tage die Woche. Dann geht Ellie naemlich wieder arbeiten. Er wird sogar laenger gehen als Otto: bis 17.30 statt 16.00 Uhr. Wir arbeiten halt laenger und Sebastian kann sich zu Hause noch nicht selber unterhalten.

In den letzten Wochen haben wir kleinere Ausfluege gemacht. In den Park Stansted, in einen Pub in East Meon. Je nach Ottos Stimmung mehr oder weniger angenehm.

Sebastian

  • beginnt selbstaendig zu laufen. Ellie faengt es bloss nie auf Film ein. Und er quasselt die ganze Zeit. Im Moment gehe ich mit ihm jeden Abend ans Meer und halte seine Fuesse in die Wellen. Das findet er ganz toll. Er war auch begeistert, dass Menschen im Wasser sein koennen, und von Moewen und Hunden. Am Ende setze ich ihn weiter oben auf den Strand und er spielt mit den Steinen. Ich kann mich dann ein bisschen entspannen. Wuerde gerne selbst baden gehen. Aber nur Otto koennte ich am Strand alleine sitzen lassen, und der will nicht ans Meer.
  • hat ein Wort fuer Tier, "deda", nicht zu verwechseln mit dem allgemeinen "dada"
  • ist einfach ein Riese, mit viel Babyspeck, und einer wunderbaren Zahnluecke wenn er lacht


Otto

  • zeigt in letzter Zeit das erste Mal Anzeichen von Eifersucht. Versucht seine Eltern zu monopolisieren. Sobald etwas Platz auf mir ist sitzt oder liegt er auf mir, und laesst keinen Platz fuer Sebastian.
  • Sebastian dagegen will staendig an Ottos Sachen und laesst ihm keine Ruhe.
  • zeigt aber auch interessante Seiten, die wir bisher vermisst hatten. Insbesondere seine Vorstellungskraft; er denkt sich manchmal richtig in seine Welt. Wir spielen jetzt abends nicht mehr Memory und Puzzle, aber dafuer will er mit seinen magnetischen Bausteinen Fahrzeuge bauen. Praktischerweise in seinem Zimmer, sodass wir von da schnell ins Bett kommen. Ich habe ihn auch manchmal mit Kindern interagieren sehen. Es ist komisch, wie schuechtern er ploetzlich wird, wenn man an seinen allgemeinen Charakter denkt. Aber der Wille ist da, und das beruhigt mich, zu einem gewissen Grad.
  • entdeckt viele Spielsachen wieder, die er lange Zeit ignoriert hat. Zum Beispiel hat er einige Tage gerne im Garten mit Sand gespielt, den wir ihm vor einem Jahr gekauft hatten.
  • begeistert sich fuer die neuen elektrischen Busse der Stadt. Diese Woche sind wir in meiner Mittagspause damit zum Spielplatz im Park gefahren. An der Haltstelle Spannung, ob ein elektrischer oder nur ein alter Dieselbus kommt.
  • Braucht sehr viel Aufmerksamkeit und Liebe. Sein Verhalten schwankt oft und stark. Einmal schreit er rum, eine Minute spaeter spielt er lieb mit seiner Mami. Nur Ellie weiss, wie man ihn so schnell beruhigt und ablenkt.

Johannes Nachrichten

  • Mein geistiger Zustand geht auf und ab. Es gab schlechte Phasen, wenn Otto mir Sorgen macht. Selbst an sonst guten Tagen bricht es manchmal scheinbar grundlos aus ihm raus. Und auf einem ganz praktischen Niveau ist es einfach schwierig in dieser Athmosphaere irgendetwas zu erledigen, im Haushalt geschweige denn auf der Arbeit.
  • meine Arbeit laeuft. Ich bin nicht sehr produktiv, aber ich lerne viel neues
  • Ich habe "Casino Royal" gelesen, das erste Buch der James Bond Reihe





Die vergessene Zeit

Ich wollte immer das erste halbe Jahr mit Sebastian nachtragen. Aber jetzt ist das erste Jahr vorbei, und das meiste habe ich inzwischen vergessen. Das hier ist was mir jetzt noch in den Sinn kommt und wichtig erscheint.

Wenn ich die Zeit mit zwei Kindern rekapituliere, muss ich sagen: im Grossen und Ganzen hatte ich recht: Eigentlich ist es zuviel. Es ist egal, dass das zweite Kind einfacher ist, es zaehlt die Gesamtbelastung. Und die ist natuerlich viel groesser als mit einem Kind. An guten Tagen brauchen wir etwa 120% unserer verfuegbaren Zeit. An schlechten kann man sich nur aussuchen, wo man scheitert und wen man vernachlaessigt. Meistens alle gleichzeitig.

Das groesste Opfer war der Kontakt zu Familie und Freunden. Bei Otto hatte ich zum Beispiel nach zwei Monaten wieder angefangen mit Kasia zu telefonieren. Diesmal ist selbst nach einem ganzen Jahr kaum Hoffnung darauf.

Und selbst Ellie sehe ich kaum noch. Wir wechseln nur Kinder.


Sebbie ist ein voellig anderes Baby als Otto. Laechelt viel; schlaeft wenn er muede ist. Schlaeft abends allein, zumindest eine Weile. Konnte damit leben noch nicht laufen koennen. Otto hasste es Baby zu sein.

Die wirklichen Problem war Otto. Er entwickelte schreckliche Zusammenbrueche, vor denen sogar Ellie aufgeben musste. Insbesondere mit ploetzlichen Veraenderungen, selbst positiver Art, ist er ueberhaupt nicht klargekommen. Ich will es klar sagen: eine Zeit lang waren wir von einer Verhaltensstoerung ueberzeugt. Schliesslich hatte ich immer das Gefuehl gehabt, dass er anders ist als die meisten Kinder. Eine zeitlang hatten wir, und auch die Kita, Verdacht auf Autismus. Das loeste furchtbare Angstvorstellungen aus, gerade bei mir.

Es ist mit der Zeit besser geworden und ich kann mir inzwischen doch wieder vorstellen, dass es alles nur Umstellung war. Aber trotzdem glauben wir , dass Otto eine besondere Persoenlichkeit hat. Extrem emotional. Seinen Gefuehlen manchmal ausgeliefert.

Und wir hatten einfach nicht genug Zeit uns um das ganze Ausmass zu kuemmern. Also haben wir Otto einen Nuckel gegeben und vor Bildschirmen abgestellt. Manchmal nenne ich das Tablet den dritten Elternteil.

Ich erinnere mich, nach Ottos Geburt sagte ich einem Freund, dass Ellie einfach die Nerven fehlten. Inzwischen denke ich, dass sie mir fehlen. Ich muss anerkennen, dass mir insbesonders das erste Jahr Schaden mitgegeben hat, der nicht einfach mit der Zeit vergeht. Es gab Zeiten, da habe ich mich abends neben Otto  ins Bett gelegt, ihm im Schlaf ueber den Kopf gestreichelt und angefangen zu heulen. An schlechten Tagen vor Sorgen, an guten Tagen aus reiner Erleichterung.

Es ist Ellie, die optimistisch ist, durchhaelt und die schlimmen Moment rettet.



In dieser Zeit passierte unter anderem diese erwaehnenswerten Dinge; viele andere habe ich auf immer vergessen:

  • wir habe fuer Otto im Garten gepflanzt und geerntet: Kartoffeln, Kresse, Moehren, Sonnenblumenkerne
  • der Besuch von Mutti, Papa, Rieke im August 2023. Ausfluege nach Arundel; die Hubertuskapelle mit Sonnenblumen. Das war gerade Ottos schwierige Phase. Sie haben auch die schlechten Momente gesehen und meine Reaktion darauf.

Dienstag, 18. Juni 2024

Ich hatte dank koeniglichem Geburtstag wieder ein langes Wochenende. Der Grossteil ging fuer den Haushalt drauf, aber am Montag sind wir in den New Forest gefahren. Das war u.a. ein Test, wie Sebastian eine laengere Autofahrt aushaelt, bevor es im Juli nach Kent geht. Ergebnis: geht so. Er protestiert nicht mehr gegen das Fahren als solches. Wenn er muede wird, schlaeft er irgendwann ein. Vorher schreit er eine Weile, was Otto reizt. Und wenn er schlaeft muss man hoffen, dass Otto ruhig bleibt. Es funktioniert. Aber macht mir keinen Spass.

Im New Forest fuhren wir zu einem empfohlenen Ort mit Parkplatz, Klos und Pferden. Letztere standen auf Heide und Strassen. Otto hat erst Stress gemacht und wollte eigentlich nur essen. Ellie und ich mussten beide gegenhalten, ehe wir endlich in den Wald konnten. Spaeter hat er "Drachen" in bestimmten Baeumen erkannt und wir haben Verstecken gespielt. Es war gut ihn da rumrennen zu sehen, aber dann war es schwierig ihn wieder aus dem Wald rauszubekommen, waehrend Sebastian immer mueder wurde. Es funktioniert. Aber macht keinen Spass.

Am Ende haben wir in einem ehemaligen Bahnhof Mittag gegessen. Gutes Essen und schoener Ort, aber man kann sich auch da nicht entspannen. Sebastian wollte nur auf alle Tische steigen und Otto verstand nicht, warum er nicht noch mehr Eis kriegt. Man wird satt, aber es macht keinen Spass.

Ansonsten hat mich die Eisenbahnnostalgie schon eingefangen. Ich habe erfahren, dass die Menge an Museumsbahnen und umgebauten alten Strecken auf einen radikalen Abbau in den 1960ern zurueckgeht, als das Land anfing sich irgendwie aus seinem Abwaertssog befreien wollte.

Otto

ist momentan schwierig. Absichtlich schwierig. Ist schlecht zu Sebastian. Kaum kompromissfaehig. Ich weiss nicht, wie Ellie es schafft wenn sie beide Kinder alleine hat. Ich reisse mir die Haare schon aus, wenn ich ihn alleine habe. Aber auch so zeigt in letzter Zeit Nerven. Irgendwas triezt ihn. Oder er ist einfach so. Das macht mir alles Sorgen, wie eigentlich schon immer, aber besonders seit Sebastian mit dabei ist. Ist das alles normales Kleinkindverhalten, oder erwartet uns etwas fuer den Rest meines Lebens? Es laugt mich aus.

Dabei hilft nicht, dass wir weiter keine Abende haben, um sich geistig zu erholen und die Dinge vielleicht anders zu bewerten.

Wir haben Otto auch das Tablet weggenommen. Es macht ihn einfach zu wild. Vielleicht nur im Moment, aber es wurde zu viel. Der Unterschied zwischen Otto nach einer Stunde draussen und einer halben Stunde mit Tablet ist schon frappierend.


Sebastian

macht seine ersten Schritte. Er kann auch viel differenziertere Laute aussprechen und hat bestimmte Laute fuer Dinge wie Tiere oder Papa. Er quasselt viel und kommuniziert klar, was er will. Und er ist froehlich. Viel froehlicher und kommunikativer als Otto jemals war. Andere Persoenlichkeit. Oder etwas ist mit Otto. Ich mache mir nur Sorgen.







Montag, 10. Juni 2024

Sonntag haben wir neben der Kirche von Droxford ein Picknick gemacht. Sebastian hat ein Pferd gesehen. Er hatte etwas Angst. Otto dagegen hat es gerne mit Gras gefuettert. Dann sind wir an den Bach gegangen, wo Sebastian Steine ins Wasser werfen konnte. Otto ging mit seinen Plastesandalen ins Wasser lernte ein kleine Maedchen kennen. Er hatte sichtlich Spass in der Natur, und war traurig als er seine neue Freundin verlassen musste. Das war schoen, denn bisher hat er sich nie besonders fuer andere Kinder interessiert.

Samstag sind wir zum Haus Stansted gefahren und dort vor allem in den Baumpark. Auch da hat Otto gesagt, wie gerne er draussen ist. Wir haben auf den Schienen der Parkeisenbahn Zug gespielt. Das ist schoen, denn Fantasiespiel war eine der Schwaechen, die die Kita ausgemacht hat.

An diesem Wochenende war Otto merklich zufrieden und ausgeglichen. Einfach im Umgang. Sobald er in die Kita ging, spuerte man eine kleine Veraenderung. Immer etwas unter der Oberflaeche. Will am liebsten immer auf mir sitzen oder liegen. Sogar nachts schlief er unruhig. Das beobachte ich jede Woche.

Sebastian

  • ... muss ich  momentan fast immer tragen. Im Haus gefaehrdet er sich nur selbst, auf dem Spielplatz will er nur die Rutsche runter (mit mir) und am Strand will er nur ans Wasser um Steine zu schmeissen. Das ist ganz schoen anstrengend.
  • ... hatte zwei erfolgreiche Kita Eingewöhnungen, noch mit Mami dabei. Anders als Otto spielt er gerne mit den anderen Kindern.

Otto

  • mir machen die momentanen Abende mit Otto Spass. Wenn Ellie und Sebastian im Bett sind, mache ich Tee, wir legen sein Puzzle und spielen dann Memory. Dann gucken wir Sachgeschichten, dann lese ich, und dann schlaeft er auch relativ schnell. Nur ist das dann eben eine Stunde spaeter als bisher, und ich komme erst 21 Uhr runter. Und Sebastian braucht meistens 22 Uhr Rettung.
  • ist das erste Mal mit den neuen elektrischen Bussen gefahren.
  • hat eine Erdbeerpflanze im Garten spendiert bekommen
  • Ich habe Otto ein gebrauchtes Kindermikroskop gekauft, nachdem wir bei der Maus Pantoffeltierchen gesehen hatten. Ich glaube er ist noch etwas zu jung, aber das kommt noch. Die Packung hat auch diverses kinderrobustes Zubehoer und einige Proben. Die machen mir selbst Spass, wenn ich abends Zerstreuung suche.

Johannes

  • ich lese relativ viel aber ziellos. Eigentlich wollte ich meine Leseprobe der Wehner Biographie zum Vollbuch aufwarten, aber das gibt es momentan nicht elektronisch. Ich habe ein, elektronisches, Buch mit Maerchen gekauft, was kaum kinderfreundlich ist, mir aber selbst Spass macht, wenn ich kurze und einfache Lektuere will. Und ich lese eine Probe eines Buchs ueber das Mittelalter von Chris Wickham, des Autors des von mir sehr veehrten Erbe Roms
  • Mir wird klar das Otto mit Schulbeginn 5 Tage die Woche weg sein wird. Und Sebastian soll in die Kita. Dabei sind beide noch Babys.
  • Und irgendwann werde ich nicht mehr in Ottos Zimmer schlafen. Irgendwie werde ich das auch vermissen. Jetzt, wo ich mir gar keine Platte mehr mache bei ihm leise zu sein.





"Platsch!"


Freitag, 7. Juni 2024

dada

Samstag habe ich Otto soviel wie moeglich rausgenommen um ihn auszupowern. Das war groesstenteils Pflicht, aber abends waren wir am Meer, das war schoen.

Sonntag sind wir ins Umwelt Zentrum gefahren. Endlich habe ich mal richtig mit meinen Kindern im Wald gespielt. Sebastian ist ueber das Gras gekrabbelt, zu jeder verfuegbaren Grillschale mit Asche und Dreck. Mit Otto habe ich Ball gespielt und zukuenftige Wochenenden in der Jurte ausgemalt. Und wir haben ein Kaninchen gesehen.

Montag Nachmittag wurde Ellie krank und alles brach dementsprechend zusammen. Ich habe die Kinder uebernommen; Arbeit fiel mal wieder aus. Es zeigte sich wieder, dass meine Nerven solche ploetzlichen Belastungen nicht aushalten. Ich hatte keine Ideen, was ich mit den Kindern machen sollte. Otto habe ich vor allem vor Fernseher und Tablet abgestellt.

Als Ellie sich Dienstag Nachmittag erholte, habe ich Otto deshalb mehrere Stunden rausgeschleppt. Erst auf den Spielplatz, dann mit dem Rad den ganzen Weg ans Meer. Das war schoen: wir haben Broetchen gemampft und danach konnte er noch auf das Klettergeruest am Cafe, das abends ganz leer war. Er war danach auch ganz platt - aber er hat es geschafft. Bestaetigt mir nur wieder, wieviel Sport er eigentlich braeuchte.

Sebastian

  • ... kommuniziert erkennbar. Mit dem Finger zeigt er auf die Objekte seiner Begierde und sagt "da, da!"
  • ich merke auch, dass er grundlegende Sprache versteht. Sage ich "Meer", "Wasser" und "Steine" macht er mit seiner Hand Wurfbewegungen
  • laut Ellie hat er auch mal "Wasserhahn" nachgesprochen ("tap")
  • ... soll Ende Juni in die Kita gehen. Das wird ein Drama.
  • ... muss ich momentan fast immer tragen. Im Haus schnappt er sich entweder gefaehrliche Sachen, oder heult rum, dass ich ihn zu Bildern an der Wand oder zum Kuechenschrank hochhalte. Also gehe ich mit ihm soviel wie moeglich raus. Zum Glueck mag er das Meer. Doch auch da muss ich ihn entweder von Strauch zu Strauch tragen, oder ihn am Wasser hochhalten, damit er Steine werfen kann.

Otto

  • ... ist momentan "normal". Was auch immer ihm letzte Woche durch den Kopf ging war nach zwei Tagen vorbei
  • aber er spielt viel zu viel Tablet und viel zu wenig draussen
  • ich zeige ihm abends weniger Maus-Videos und lese laengere Geschichten vor. Zu meiner besondered Freude kam "Der reichste Spatz der Welt" sehr gut an. Der Illustrationen erinnern mich sehr an Otto selbst.





Donnerstag, 30. Mai 2024

Dieses Wochenende war mal wieder lang. Samstag sind wie zum Dell gefahren, dem Zeltplatz mit Bar und Wiesen in den South Down, wo wir in den letzten Wochen mehrmals gewesen waren.

Wir versuchen Ottos Bildschirmkonsum einzuschraenken. Im Bett gucken wir ja seit geraumer Zeit Maus-Videos. Das versuche ich jetzt weniger zu machen und ihm stattdessen wieder mehr vorzulesen. Ich habe richtige Maerchen ausprobiert; bisher hoert er tatsaechlich recht lange zu.

Ausserdem bringen wir Otto eine Stunde spaeter ins Bett. Wir hatten das Gefuehl, dass er einfach noch nicht muede genug war, und ich lag ewig bei ihm rum. Das ist ganz angenehm, weil Ellie und Sebastian schon im Bett sind, und ich mit Otto alleine bin. Bisher hat er jeden Abend Lust auf Memory.

Dann bekam Sebastian die naechste Erkaeltung und es wurde zu schwierig, Plaene um seinen Schlaf herum zu bauen. Ich habe Otto soviel wie moeglich rausgenommen, auf den Spielplatz und ans Meer. Das war dann auch angenehm. Ich denke seit langer Zeit, dass ein grosser, starker Junge wie Otto mindestens den halben Tag draussen rennen muss. Und wenn er das macht, ist er auch sehr viel ausgeglichener und einfacher im Haus. Natuerlich half es auch, dass er zu jeder Zeit einen Erwachsenen ganz fuer sich hatte. Beide Kinder brauchen eigentlich jederzeit einen vollen Erwachsenen. Nur Ellie und ich sehen uns nur, wenn wir Kinder tauschen.


Sebastian

  • ... lernt das Konzept "werfen". Fuchtelt begeistert mit seinen kleinen Aermchen rum, auch wenn er gerade nichts in der Hand hat
  • bewegt sich auf nur noch einmal Schlafen pro Tag zu

Otto

  • ... wurde in der zweiten Wochenhaelfte wieder schwierig. Irgendwas macht ihm Sorgen; eins ist sicherlich die Schule, aber man weiss nie was da wirklich los ist. Nur ist er dann viel schwieriger, schreit, schlaeft schlecht. Alles normal. Hoffentlich. Ich kann mich der Sorgen um ihn einfach nicht erwehren.
  • ich lese ihm abends laengere Geschichten vor. Er hat genuegend Konzentration, und es hilft ihm hoffentlich einzuschlafen
  • hat beim Memory Spielen die Ausdruecke "knapp deneben" und "Kopf an Kopf" gelernt