Samstag, 12. Februar 2022

Krabbentee

Otto schwärmt immer noch von seiner Fahrt im Krankenwagen mit Mami. Immer wieder künstelt er Husten und bittet um Wiederholung  ("Mami Dodo wijuwiju!"). Vielleicht deshalb hat er nach seinem Pseudokruppanfall Donnerstag Morgen die Windpocken bekommen. Ich habe mir den Tag frei genommen, und Ellie dafür den Freitag.

Abgesehen von Ottos Gesundheit hat diese Episode (einmal mehr) aufgezeigt, wie löchrig mein Nervenkostüm in den letzten zwei Jahren geworden ist. Abends war ich sauer über diese neue Schwierigkeit und Verlust von Urlaubstagen (Aus den letzten vier Wochen konnte Otto drei nicht zur Betreuung) und fühlte mich gleichzeitig schlecht, dass ich Otto nicht so gut unterhalten kann wie Ellie. Das ging so über das rational erwartebare hinaus, dass ich am Ende zu dem Schluss kam, dass ich nach zwei Jahren mit Kind einfach den Wegfall aller Hobbys spüre, die früher Gleichgewicht gegeben haben. Die letzten Monate ist es ja schon wieder schwierig, einfach aus dem Haus zu kommen. Irgendwas muss ich machen, am besten etwas draußen und mit Menschen. Das arbeitet schon lange in mir.

Am Donnerstag selbst habe ich Otto vor allem Videos gegönnt. Dafür habe ich ihm nachmittags kurz das Luftkissenboot gezeigt, dass Portsmouth mit der Isle of Wight verbindet. Ich hatte mir gedacht, dass er es inzwischen als etwas besonderes wahrnehmen wird. Ich hab dann festgestellt, dass man nahe der Anlandestelle auch besonders bequem direkt mit Sicht aufs Wasser parken kann und so im warmen Auto eine schöne Aussicht hat. Otto konnte "fahren"; nur als das Boot kam nahm ich ihn raus, bis es wieder fuhrt, mit großem Getöse. Das war so schön, dass ich ihn anschließend spontan in den Stadthafen gefahren habe, um noch mehr Schiffe zu gucken. Aber da wollte er wieder nach Hause, zu Mami und "Krabbentee", was sich nach langem Raten als seine Aussprache für Brokkoli rausstellte. Ellie hat ihm eine Papiertischdecke mit Tieren zum Ausmalen gekauft. Ich muss denen überall Brokkoli hinmalen, damit er ihn dann grinsend wegschnappen kann.

In anderen Nachrichten hat Otto jetzt einen eigenen Reisepass... wenn auch nur einen britischen. Der deutsche wird von hier drüben mehr Aufwand erfordern.

Sonntag, 30. Januar 2022

Otterbot

Samstag sind wir mit Otto wieder ins lokale Aquarium gegangen. Neben Fischen gibt es dort auch ein Otter-Gehege, mit einem Wassergraben vor der Besucherabsperrung. Da hat sich folgendes zugetragen: während ich Otto hielt um über die Absperrung zu gucken, zog er sich plötzlich einen Schuh aus und schmiss ihn über die Brüstung ins Wasser. Die (momentan einzige) Otterin sah das, sprang ins Wasser und schnappte sich den Schuh. Die herbeigeholten Tierpfleger brachten ihn zurück, desinfiziert und mit saugfähigem Papier gefüllt. Die fanden das ganz toll, sagten, jetzt brauchen sie sich keine Unterhaltung mehr für das Tier einfallen lassen. Otto fand es auch super. Und alles wurde von den anderen Familien beobachtet, deren Kinder sowas nicht machten.

Am gleichen Tag zeichnete sich Ottos nächste Erkältung ab. Die Abende sind daher potenziell sehr kurz, weil jeweils einer von uns ihn regelmäßig retten muss wenn er wegen seiner Nase aufwacht. Bisher kein Anzeichen von Pseudokrupp.

Mein eigenes Wohlbefinden ist etwas angegriffen. Die Abende scheinen seit Wochen immer kürzer zu werden, an Werktagen komme ich fast nicht an die frische Luft, das Leben besteht gefühlt nur aus Pflichten und Aufgaben. Ich habe nicht mal für bunte Computer Nerven. Lesen tue ich nur das zweite Buch Harry Potter, jeden zweiten Abend, ein paar Zeilen.
Aber ich höre mit großem Interesse alte Radiosendungen aus dem Archiv. Derzeit amerikanische Berichterstattung der Landungen in der Normandie. Auf Youtube hat jemand neun Stunden Material zusammen geaycjnitten. Das höre ich mir und mache die Augen zu.

Mittwoch, 19. Januar 2022

Gerade war ich Sonntag abend ins Bett im Gästezimmer gegangen um noch etwas zu lesen, da ging der Babymonitor an. Otto hustete und rang nach Atem das uns Angst wurde und wir einen Krankenwagen rufen. Die kamen 20 Minuten später und erkannten es sofort als Pseudokrupp, eine Kinderkrankheit, von der ich noch nie gehört hatte. Sie nahmen ihn und Ellie auch mit ins Krankenhaus, wo ich sie zwei Stunden später wieder abholte. Otto hat natürlich nur geheult, der wollte nicht wach sein und schon gar nicht husten bis er sein Essen wieder hochkam (auf meine Schulter). Und dann musste er noch Medizin schlucken, dabei wollte er nur schlafen. Der war so fertig, er hat die meiste Zeit auf meiner Schulter gehangen und gepennt. Wir als Eltern natürlich völlig aufgelöst. Kam aus heiterem Himmel. So etwas muss auch immer um zehn Uhr abends passieren, wenn man müde und fertig ist. Ich war so dankbar, als die Sanitäter ankamen und Ruhe verbreiteten; jedes Mal wenn ich mit dem Gesundheitswesen zu tun habe will ich mehr Steuern für die armen Teufel zahlen.

So wenig er wach sein wollte fand Otto die Fahrt im Krankenwagen doch total toll. Er erzählt uns noch Tage später davon. Krankenwagen, Feuerwehr, Müllautos und alles andere mit Warnleuchten sind seit Monaten seine Begeisterung. Die Kinderstation hat ihm auch Spaß gemacht. Spielzeug und Leute Musik. Ich habe sie etwa anderthalb Stunden später abgeholt.

Otto braucht noch einige Zeit zur Genesung. Ich muss mir die halbe Woche freinehmen, weil Ellie die Woche davor freinehmen musste, nachdem die Tagesmutter krank war.

Montag, 17. Januar 2022

bloss raus

Vorletztes Wochenende fiel kurzfristig ein geplantes Treffen von Ellie mit Familie aus. Zum Trost habe ich sie auf ein Stück Kuchen auf die Nachbarinsel Hayling eingeladen. Dort unterhält ein Bauernhof ein Cafe, wo Otto Kühe, Hühner und Enten sehen kann.

Dafür kamen ein Wochenende drauf Ellies Vater mit Frau und nachgeholten Weihnachtsgeschenken.


Otto Nachrichten

  • unser neuestes Spiel: ich zähle die Leute auf, die Otto lieb haben. Meistens sagt er dazu noch, wer als nächstes kommen soll: Mami, Dada, (O)Ma, (O)Pa, nanny (englische Oma), etc etc . Besonders gerne beim Einschlafen.
  • apropos Einschlafen: er hört gerade dem Mittagsschlaf auf. Momentan wird der an fünf Tagen pro übersprungen. Meistens ist er dann nachmittags vollkommen fertig und schläft abends innerhalb von zehn Minuten ein. Passt mir, macht aber Ellies Leben schwer.
  • ... dafür genießt sie gerade eine Mami-Phase. Mamiabwesenheit bedeutet sofortige Babykatastrophe.
  • seine andere Phase gehört Kraftfahrzeugen aller Art. Brumm Brumms (Autos), Wijuwijus (alles mit Sirene) und Na-Nee-Nie (Müllautos), dazu Flugzeuge und Rororos (Boote und Schiffe). Stadtkind halt.
  • er hat, endlich, angefangen morgens erstmal mit uns zu kuscheln. Er schläft nicht nur regelmäßíg bis um sieben, sondern legt sich dann auch erstmal zwischen uns und erzählt uns was. Eeeewig habe ich darauf gewartet.

Johannes Nachrichten

  • die erste Woche Januar hat mir die Arbeit richtig Spaß gemacht. Ohne Kollegen habe ich endlich mal was geschafft. Jetzt sind alle wieder da, ich telefoniere bloß noch. Und morgen kriege ich noch einen neuen Mitarbeiter zum einarbeiten. Ich komme sehr wenig aus dem Haus. Spielt mir durchaus auf den Nerven.
  • ich habe nach Weihnachten das Haus ausgemistet. Zwei Autoladungen gingen auf die Müllkippe. Gibt mir ein gutes Gefühl, Sachen wegzuschaffen, Platz zu sehen. Bis auf mein erstes hier gekauftes Fahrrad, dass ich gespendet habe. Ich weiß noch genau wie ich damit das erste Mal auf der Isle of Wight gefahren bin und mich nach den ersten Wochen wieder frei fühlte. Ein Jahr hier für den Lebenslauf, dann zurück nach Deutschland.

Sonntag, 2. Januar 2022

Weihnachten

Weihnachten begann für mich mit einer Wanderung. Ellie hatte mir die Zeit dafür gegeben, weil ich vorm Heiligabend wenigstens spazieren muss, und wir sonst nur wenige Geschenke füreinander hatten. Ich bin also allein ein Stück des South Downs gelaufen, zur Quelle des Flusses Meon, und über einen Hügel zurück. Auf dem Weg Schafe und Llamas und vor allem Ruhe und Natur, wenn auch in keinster Weise kalt.

Zurück zu Hause war Otto schon mittags sehr aufgeregt.  Der spürte, dass irgendwas los war, auch wenn er kein Konzept von Weihnachten und Geschenken haben kann.

Heiligabend war erst etwas stressig. Zur Bescherung stapelten sich die Geschenke für Otto, und wir schafften nur vier bevor es zuviel für ihn wurde. Bei der Geschwindigkeit schätze ich, dass wir bis zu seinem Geburtstag brauchen würden. Die Erwachsenen-Bescherung haben wir gleich auf die späten Abend verschoben, wenn Otto im Bett ist. Ich war schon gestresst, als sich der Boden mit Bausteinen und Teilen aus mehreren Kisten füllte.
Später stellte sich raus, dass viele Geschenke keine Spielsachen waren, sondern dringend benötigte, passende Klamotten. Ich habe in den Feiertagen mal nachgemessen: er ist momentan 92 cm hoch und 16,5 kg schwer. Insgesamt scheint sich sein Wachstum zu verlangsamen. Denkt man nicht wenn man ihn täglich heben muss.

Besonders beliebt waren Wimmel Bücher. Spannend für Otto, entspannend für uns. Ich insbesondere mag Szenen aus erkennbar deutschen Umgebungen. Und wenig anderes zieht ihn so verlässlich aufs Sofa, wo sich seine Eltern dann ausruhen können während er auf eine Sache nach der anderen zeigt, die wir bennen müssen.

Unsere eigene Bescherung war sehr schön. Aus Geld- und Zeitgründen hatten Ellie und ich uns auf je sehr wenige Geschenke geeinigt, und ich persönlich finde das sehr viel einfacher. 
Bittersüß waren die Pakete aus der Heimat. Seit den abgesagten Besuchen bewegte mich die ganze Situation von Entfernung und Zeit mehr als sonst. Besonders, wenn wirklich schöne Geschenke dann zeigen, dass man sich weit weg Mühe für uns macht. Das zog sich durch die gesamte freie Woche, bevor der Alltag einen ablenkt.

Der Erste Feiertagtag gehört immer Ellies englischen Weihnachten. Ich war mit Otto lange am Meer während Ellie das traditionelle Mahl kochte.

Ich hatte insgesamt zwei Wochen frei, mit drei Arbeitstagen in der Mitte, und so ein Urlaub tat mir wirklich gut. Ich habe sogar ein paar Sachen geschafft. Insbesondere  Telefonate ohne Zeitdruck. Ich habe außerdem angefangen das Haus zu entrümpeln. Inzwischen ist wirklich alles voll. Ellie hat zerstörte Spielsachen und Bücher aussortiert. Einiges hatte vorher 5 Jahre bei den Kindern von Freunden überlebt.

Noch vor Weihnachten haben wir mit Otto einige schöne Ausflüge gemacht. Zum einen zur kleinen Eisenbahn am Haus Stansted. Und am 23. Dezember ins Dorf Buriton, mit Ententeich und Spielplatz und Eisenbahnvorbeifahrten. Otto war begeistert von den Enten; ich vom Rauhreif auf Feldern und Eis auf dem Teich; Ellie von den schönen Häusern der Betuchten auf dem Land.
Von Mutti hatten wir eine Pyramide bekommen, mit einer kleinen Eisenbahn drauf. Die hat neben dem Adventskranz und Kerzen sehr zur Stimmung am Frühstückstisch begeitragen. Otto will seitdem ständig auf den Tisch steigen um an den Zug ranzukommen.

Silvester hat nicht stattgefunden, weil Otto momentan gerne zwei Stunden Betreuung in den frühen Morgenstunden braucht. Da seh ich zu früh im Bett zu sein. Mir ging es am nächsten Morgen trotzdem schlechter als nach den meisten Feiern. Durch einen freien Montag haben wir jetzt nochmal ein langes Wochenende wo ich Zeit hatte mit Otto jeden Morgen lange spazieren zu gehen. Der will praktischerweise vor allem auf die Seebrücke, wo ein Laster mit zusammengefaltetem Karussel steht. Der Neujahrstag war besonders schön, mit großen Wellen und gelegentlichem Sonnenschein.


Otto-Nachrichten

  • Otto tanzt viel. Von einem Bein aufs andere. Und er beginnt Melodien nachzuahmen und teilweise auch Worte. Bei Alle meine Entchen zum Beispiel lallt er die Reimworte mit. Leider ist er sehr wählerisch, was gesungen werden darf. Als ich mal das Klavier und Weihnachtslieder rausgeholt habe, musste ich stattdessen immer wieder Die Räder am Bus (The Wheels on the bus) spielen.
  • ich zeige ihm die ersten Buchstaben. Er erkennt "Otto" - ein für diesen Zweck besonders geeigneter Name. Dabei fing er auch an "Otto" bzw. "Dodo" zu sagen. Sehr schnell ging er dazu über, damit auch klarzustellen wenn er etwas haben oder machen soll.
  • er hat von mit zu Weihnachten einen Küchenturm bekommen. Da steht er erhöht und kommt an die Arbeitsoberflächen ran. Dann kann man Kinder z.B. beim Kochen mitmachen lassen. Otto ist noch etwas zu jung. Er versucht vor allem weiter auf die Tische zu steigen; kein Wunder, will er doch sowieso immer an den Küchenschrank ran. Und ein Versuch mit ihm zu backen war nicht besonders erfolgreich. Zu aufregend.
  • sein großes Interesse gilt momentan allen Kraftfahrzeugen. LKWs, Müllautos, Eisenbahnen, Krankenwagen und besonders der Feuerwehr, denn die macht Wijuwiju.
  • es war ganz deutlich, wie glücklich er ist, während meines Urlaubs beide Eltern bei sich zu haben. Er kuschelt und spielt mit uns; immer muss es Mami Dada Dodo sein. Er gibt uns klare Anweisungen, wenn ich zum Beispiel aus dem Zimmer , dann anklopfen und die Tür öffnen soll, damit er sie wieder zuschlagen kann.
  • Er wagt sich mehr an Tiere ran. Und besonders bei unseren Katzen gibt er sich ganz große Mühe, harmlos zu wirken. Da legt er sich auf den Bauch, schiebt ihnen den Fressnapf hin und streichelt sie vorsichtig. Auch wenn er vor Aufregung immer noch zittert. Bei Mochi macht er langsam Fortschritte.
  • seine Vorstellungskraft entwickelt sich sehr schnell. Seit kurzem spielen wir Hunde, auf allen vieren. Er fährt auf meinem Bürostuhl Auto und auf Kisten Eisenbahn. Und seine Holzeisenbahn zu Weihnachten sagt Tut Tut und er sagt uns wann wir anhalten und weiterfahren dürfen.

Johannes-Nachrichten

  • mir hat das Gefühl von freier Zeit richtig gut getan. Ich hatte schon ganz lange Lust auf ein langes Buch oder Film, in dem ich mich mal richtig versenken kann. Was buntes, schönes. Für lange Sachen ist natürlich nie Zeit. Aber über Weihnachten habe ich mir mal ein Computerspiel geleistet, dessen allererste Version ich mal mit etwa 15 gespielt hatte. Schöne Landschaften, Inseln zum besiedeln, Städte zu bauen, kein Stress.













Dienstag, 21. Dezember 2021

Lange nicht geschrieben denn: man nahm sich endlich einiger Projekte an, teils nötig teils lange gewollt, und die Abende sind trotz allem sehr kurz. Im November habe ich ein Sofabett zusammen gebaut, für Gäste. Das hat Spaß gemacht, ein bisschen wie Lego und ich hatte dabei Ruhe für ein Hörbuch. Dann habe ich mir einen höhenverstellbaren Schreibtisch zugelegt, meinem Rücken zuliebe. Ich habe mir die Tischplatte sogar separat im Baumarkt zurechtschneiden lassen und habe sie selbst angebaut. Wie ein richtiger Mann. Dabei habe ich gelernt, dass man das übrige Holz der ursprünglichen Platte nicht einfach da lassen kann, und die dann auch nicht ins Auto passt. Aber es hat sich gelohnt, mein Schreibtisch ist komfortabel und ein großartiges Spielzeug für Otto. Der hat schnell gelernt das er mit "bwwww" hoch und runter geht wenn man auf die richtigen Knöpfe drückt.
Danach galt es den Besuch der Familie vorzubereiten und dazwischen noch schnell Karten zu schreiben. Dazwischen waren wir alle noch zwei Wochen krank. Kurzum, nach einer kurzen gemütlichen Phase im November kam überhaupt keine Weihnachtsstimmung auf. Ein Glück, dass ich wenigstens meinen Kalender schon vorher organisiert hatte.

Zu Ellies Geburtstag Mitte Dezember haben wir mal einen Ausflug  gemacht; Otto wurde betreut. Erst waren wir in Winchester auf dem Weihnachtsmarkt. Dann ein paar Dörfer am Fluss Itchen entlang in den recht schönen Marktflecken Alresford. Dort fährt eine Traditionsdampfzug ab; irgendwann werde ich mich in Ermangelung der Harzquerbahn hier mal da reinsetzen, aber diesmal fuhr er gerade bunt beleuchtet zu einer Adventsveranstaltung ab.

Am Ende konnte meine Familie dann eben doch nicht kommen. Nicht ganz unerwartet, aber doch eine Quelle anhaltender Trauer in den den wenigen ruhigen Momenten. Ich habe jetzt nur eine statt zwei Wochen Urlaub, und bemühe mich möglichst viel zu schaffen was sonst eben liegen bleibt.

Otto Nachrichten

  • er gibt seinen Spielzeugtiere gerne zu essen: sie dürfen dann an Bauklötzern knabbern oder den Teppich abgrasen während Otto mit "Nam nam" kommentiert.
  • er sagt gerne und viel Nein. Singen zum Beispiel  ist verboten. Sobald Ellie oder ich anfangen sagt er Nein. An sich aber ganz nützlich. So kann man abends direkt rausfinden, welches Buch er denn nun vorgelesen haben will.
  • er sagt auch gerne genau was wir machen sollen. Zum Beispiel nimmt er mich an die Hand und führt mich dahin wo ich nützlich bin. Meistens zum Küchenschrank, zu dem ich ihm hochhelfen muss damit er auf sämtliche Packungen und Konserven zeigen kann und ich ihm dann sage was sie enthalten.
  • Sein Aussehen hat sich, in den vielen Wochen seit dem letzten Beitrag, verändert. Er erinnert mich nicht mehr an mich selbst als Baby. Besonders die Nase. Viel zu klein. Wohl von Ellies Vater.
  • Er hat im zweiten Versuch zu malen angefangen. Erst mit Stiften. Dann mit Farben, bei einer wöchentlichen Kinderveranstaltung. Lange hatten wir überraschend viel Glück, aber irgendwann ging es auch auf Wände und Teppich über.
  • Er wird auch musikalisch. Er kopiert Melodien und gelegentlich Worte zum richtigen Zeitpunkt einer Zeile; er tanzt von einem Bein aufs andere.
  • Er kann seinen eigenen Namen sagen - Dodo. Bisher hat er nach "Mami, Dada" zwar auf sich gezeigt, aber das Wort selbst war noch zu aufregend.
  • Wenn er schon bei Mamidada ist zählt er gerne auf, was ihm armen Kind alles verboten ist und von wem. Das geht dann in seiner eigenen Sprache und in einer spezifischen Melodik so: "Baumkugeln abreißen - no, Katzenklo - no, Bücher zerreißen - no... Mami no, Dada no, ..."
  • Er entwickelt einen eigenen Humor und macht gezielt Sachen über die wir häufig Lachen (in endloser Wiederholung). Vorigen Punkt sagt er zum Beispiel sehr gerne, oder hält sich seinen Frühstücksteller ins Gesicht und späht dabei aus den Augenwinkeln ob wir auch gucken
  • Er fängt an zu zählen. Gern und oft bis zwei, manchmal bis drei. Leider nur auf Englisch, auch wenn er deutsche Zahlen versteht
  • Er legt sich in letzter Zeit immer häufiger zum Kuscheln an oder auf uns, wenn wir ihm abends vorlesen. Er ist spürbar glücklich das beide Eltern diese Woche verfügbar sind.

Johannes Nachrichten

  • irgendwann Anfang Dezember habe ich das letzte Buch Harry Potter ausgelesen. Ganz ausgezeichnet. Ich habe mit dem ersten Band wieder angefangen, bis ich etwas anderes finde, dass  in vergleichbar einfach und interessant ist.

Sonntag, 7. November 2021

baby stuff

Die zweite Hälfte dieser Woche hat mich irgendein Darmvirus außer Gefecht gesetzt. Erst hatte ich meinen Zustand darauf zurückgeführt, dass Otto letztens gerne vor 6 Uhr aufwacht. Aber das wir nicht der Grund, nein nein, erschwert die Erholung aber natürlich in bester Babymanier. Er ist dementsprechend früh müde und hat manchmal weniger Appetit, für seine Verhältnisse, aber zum Glück machen wir uns darüber keine Gedanken mehr, denn es ist im Endeffekt immer nur eins: baby stuff, unergründliches Babyzeug.

Zur Belohnung haben wir Otto Samstag nochmal auf der Eisenbahn bei Haus Stansted fahren lassen. Mann war der aufgeregt.
Sonntag sind wir mit ihm in einen Park innerhalb der Stadt gefahren, wo es sowohl einen Spielplatz als auch einen kleinen Bereich mit Tieren wie Enten, Ziegen, Meerschweinchen u.ä. gibt. Da hat er meines Wissens zum ersten Mal Hühner richtig wahrgenommen, und auch die Enten hatte er so lieb, dass er seine Bäckchen gegen den Zaun pressen musste, sonst hätte er es nicht ausgehalten. Seitdem findet er es ganz toll, wenn wir mit beiden Armen wedeln und Quak Quak rufen, so wie es die Enten getan hatten.

Otto Nachrichten

  • er hat angefangen Bitte und Danke zu sagen - nicht verbal sondern in der Zeichensprache, die er häufig in unserer Lieblingskindersendung sieht.
  • eine Weile lang hat er morgens mit uns gekuschelt; inzwischen ist es wieder unmöglich geworden seine sofortige Energie aufzuhalten. Sobald er wach wird sagt er "Piiiieeep!", wie eine Maschine die angeschaltet wurde.
  • er hat Krakeln mit Buntstiften für sich entdeckt, was mir irgendwie besonders gefällt.
  • seine Motorik entwickelt sich beträchtlich: seit Kurzem schafft er es regelmäßig die Teile eines bestimmten Spielzeugs von allein wieder auf ihre drei Stäbe zu schieben. Auch einfache Puzzelteile schiebt er in die richtige Form. Und er steigt inzwischen selbst in den Kinderwagen, als auch auf die niedrigeren Geräte auf dem Spielplatz.
  • Mit der Zeitumstellung kommt er zum ersten Mal regelmäßig mit (städtischer) Dunkelheit in Kontakt. Ich versuche ihm Schatten zu erklären und ich habe ihm seine erste Laterne bestellt. Ganz praktisch, denn bald ist Martinstag.

Johannes Nachrichten

  • wir haben unsere Wochenroutine etwas geändert: statt Freitag  geht Ellie jetzt Donnerstag im Büro statt zu Hause arbeiten. Passt uns logistisch viel mehr. Ich fahre sie und Otto zwar weiter hin und zurück, aber ich kann meine eigene Arbeit vorher beenden und muss dann nicht mehr im Anschluss noch spät sitzen.


Manchmal, aber nur manchmal, kuschelt er nach dem Aufstehen noch

Die halbe Pfütze im Gesicht