Sonntag, 21. Dezember 2025

Donnerstag haben Ellie und ich uns einen Tag zusammen gegoennt. Ich war krank und wir hatten das schlimmste Wetter des Monats. Wir liessen uns auf dem Weihnachtsmarkt in Winchester nass regnen. Wenigstens war er dadurch fast leer. Ich habe Bienenwachskerzen fuer den Adventskranz gekauft. Es bleiben eben nur kleine Freuden. Insgesamt merkte ich, dass man selbst an freien Tage maximal fuenf Stunden hat, ehe Otto schon wieder aus der Schule kommt.

Aber jetzt sind erstmal Ferien. Sebbi bleibt eine Woche zu Hause und Otto zwei. Ellie darf sie beide jeden Tag komplett betreuen. Ich nehme Otto in der Mittagspause.

Samstag vormittag fuhren wir zu viert wegen guten Wetters in die Burg Portchester. Dort liessen wir uns vor allem im Cafe der Marienkirche Tee und Kuchen bringen. Und ich bemerke, dass ich mehr nicht vom Leben will, als das mir jemand in einem historischen Gebaeude Tee bringt. Am besten mich mit einem Buch in Ruhe laesst. Anschliessend fuhren wir in einen Gartenbaumarkt in Havant; zwar war der Spielbereich dort bereits zu, aber wenn man schonmal aus Portsmouth raus ist, nutzt man alles zur Kinderbespassung.

Sebbi

ueberwaeltigt mich in letzter Zeit wieder mit seiner Froehlichkeit. Der spielt einfach froh und leise vor sich hin, ab und zu wirft er sich ploetzlich in meine Arme zum Kuscheln. Leider hat er den zweiten heftigen Husten innerhalb einer Woche. Pausenlos und wuergend. Macht mich wahnsinnig. Und ich muss nichtmal mit ihm schlafen.

benutzt das Toepfchen ohne Probleme. Strikt gegen die Nachtwindel. Ich glaube eigentlich auch, dass er sie nicht mehr braucht. 

Otto 

Mittwoch morgen sahen Ellie und ich Ottos diesjaehriges Krippenspiel. Ein anderes als letztes Jahr; die juengste Klassenstufe macht jetzt das gleiche wie Otto vor einem Jahr. Otto war dieses Mal der selbstbewussteste Hirte. Keinerlei Lampenfieber.

wir haben das Enid Blyton's Kirschbaumhof-Trilogie ausgelesen und machen jetzt weiter mit der erstaunlich aehnlichen Tetralogie The Magic Faraway Tree. Alles aus Ellies Kindheit; einige technische und soziale Archaismen muessen wir erklaeren.

Johannes

Ich habe zu meinem Stolz mein dickes Linux Buch ausgelesen. Aber jetzt geht es erst los: ich arbeite durch meine Notizen und lese Kapitel mit uebungsfaehigem Material nochmal. Ich war sehr stolz, als ich meine beiden alten Laptop verbinden konnte.

Ich bin krank und haenge durch. Ich mag es nicht, wenn beide Kinder in unserem kleinen englischen Haus sind. Wirken auf mich wie Tiger im Kaefig. Besonders morgens, wenn gerade Otto vor Kraft strotzend aufsteht.

Das Haus macht mich ueberhaupt wahnsinnig. Alles zu klein und alles zu voll. Und irgendwie misten wir nie aus. Arbeiten ist schwierig, beide Kinder schreien nur rum wenn man nicht koerperlich dazwischen steht. Otto pisackt Sebbi pausenlos.

Wir haben einer Freundin beim Umzug geholfen und einer anderen, alleinerziehenden unseren alten Fernseher gespendet.

Ellie hat, nach langer Ueberlegung, Kacheln fuer das neue Bad ausgesucht. Ende Januar geht es los, fuer mindestens zwei Wochen. Noch unklar ob wir in der Zeit ein Klo haben bzw. was passiert wenn nicht. Hotel funktioniert fuer mich nicht wirklich. Aber die erste Rate Geld ist schon bezahlt!




Sonntag, 14. Dezember 2025

Papa allein zu Haus

Sonntag traf Ellie in London ihre Mutter und Schwester. Ich gestehe, ich habe immer noch Schiss vor ganzen Tagen allein mit beiden Kindern.

Meine Strategie ist immer so schnell wie moeglich aus dem Haus zu kommen. Wir fuhren vormittags auf den Kleintierhof Staunton, bis Otto sauer wurde, weil das Haus mit den Fischen zu war. Also kochten wir zu Hause zusammen; die Kinder "helfen" dabei gerne.

Sebbi macht mit mir keinen Mittagschlaf mehr, sondern nur noch Babyparty. Als Otto das hoerte, kam auch er ins Schlafzimmer gestuerzt. Allein ich war fast eingeschlafen.

Also trafen wir uns stattdessen mit seinem Schulfreund Eddie und dessen Familie, erst auf dem Spielplatz und dann bei uns zu Hause. Ich kochte fuer alle nochmal und zu 18 Uhr gingen wir dann nochmal zum Adventssingen in der Margaretenkirche. Meine Kinder waren schon muede, aber es war trotzdem richtig schoen. Es hat mir persoenlich richtige Freude gemacht, endlich wieder zu singen.S ebbi ueberascht mich immer noch. Singt ganze Strophen, deutliche Worte. Als er sich dann immer mehr auf meine Schulter legte, und Otto die Konzentration ausging, liefen wir nach Hause, und da kam auch bald Mami wieder.

Ein langer Tag, aber insgesamt glimpflich. 



 

Samstag, 13. Dezember 2025

Splendid Isolation

Samstag ging ich Wandern. Seit langer Zeit fuehlte ich den zunehmenden Druck, einmal etwas nur fuer mich zu machen, ohne Kompromisse und Unterbrechung. Ich stellte das Auto in Horndean ab und lief ueber drei Felder, ein Waldstueck und einen der steilen Huegel der South Down zum Pub in Finchdean, nah der Hubertuskapelle. Ich hatte grosses Glueck mit dem Wetter gehabt: blauer Himmel, Sonne und kein Wind. Ich bekam trotzdem tatsaechlich etwas Winterstimmung, weil an den Bueschen rot die (in England winterlich konnotierten) Stechpalmenbeeren hingen.

Bereits im ersten Dorf hatte ich eine angenehme Ueberraschung: in der Allerheiligenkirche war ein "Weihnachtsbaumfest" und vor allem bekam ich Kaffee, Kuchen und Smalltalk mit Erwachsenen, waehrend im Hintergrund das Weihnachtsoratorium vom Band lief. Solche kleinen Sachen entspannen mich heutzutage wirklich.

Im Pub goennte ich mir ein Mittagessen, allein und nur fuer mich und mit einem Buch. Und auf dem Rueckweg wartete noch eine Ueberraschung, die zwar trivial war, aber auf mich doch wirkt. Ich schaute mir den ehemaligen Kirchhof der vor langer Zeit abgerissenen St Giles Kirche an. Das ist einfach ein kleines, dreieckiges Stueck Rasen und alten Grabsteinen und Baeumen. Aber an einem hingen noch kleine, gelbe Aepfel (das beobachte ich in diesem Herbst und Winter eine Menge, immer an der Autobahn) und die stellten sich nicht nur als essbar heraus, sondern auch als besonders lecker. Ich pflueckte was ich erreichen konnte.

Zu Hause halfen in dieser Zeit Ellies Vater mit Frau und Ottos Cousine aus. Herr Howlett identifizierte meine Aepfel als Cox' Orange.

Allerheiligen, Blendworth


Pferdemist, 20 Pence pro Tuete


George Inn, Finchdean

Cox Orange in Blendworth

Abends war ich noch mit Sebbi Schokolade nachkaufen. Aber natuerlich gilt: keine Quality Street.

Samstag, 6. Dezember 2025

Helferlein

Samstag morgen war zur grossen Aufregung der Kinder der Nikolaus gekommen. Diesmal hat es Sebbi auf jeden Fall verstanden. Danach ging es mit Otto schwimmen wie immer, und ich frage mich immer mehr, was eigentlich noch fuer die naechste Stufe fehlt.

Anschliessend machten wir etwas besonders: Otto hatte eine Karatepruefung und bekam einen roten Guertel. Dazu lud der an vielen Schulen lehrende Verein, dementsprechend war dort eine ganze Halle voll aufgeregter Kinder. Fuer die Eltern blieb kein Platz, und so konnte ich etwas wunderbares machen: im Auto eine gute Stunde schlafen. Dann holte ich einen froehlichen Otto ab, der mir stolz seinen neuen Guertel zeigte.

Die Pause hat mir wirklich den Tag gerettet, denn vorher war ich schon wieder mit meinen Kraeften am Ende gewesen - und nun hatte ich die Kinder allein, waehrend Ellie zu einem Tanzauftritt fuhr. Weil ich sie nie gerne zu Hause unterhalte (und besonders jetzt, da sie voellig unterschiedliche Interessen haben, aber trotzdem immer um die gleichen Dinge streiten), bin ich mit ihnen Bus und Bahn gefahren. Das ist bei beiden populaer, und macht mir auch Spass. Zumal Sebbi inzwischen ziemlich sicher ohne Windel ist. Also nahmen wir den Bus zum Hafen, von dort die Bahn nach Havant und zurueck, und mit dem Bus nach Hause. Dann in die Wanne und ins Bett, geschafft. Wenn das klappt, fuehle ich mich hinterher gut und kompetent.


Sonntag beim Adventsfruehstueck hatten Ellie und ich diese schoene Idee nach Chichester zu fahren. Ich hatte ja um etwas Zeit allein gebeten, vielleicht koennte ich da in Ruhe nach Geschenken suchen die immer noch fehlen. In Praxis fiel uns erst vor Ort auf, dass Sebbi krank war und ich fuhr mit ihm nach einem stressigen Mittagessen wieder nach Hause. Otto und Ellie folgten spaeter per Bahn.
 
Beide Kinder wollen im Moment "helfen". Ich darf mir ohne Sebbi keinen Tee machen und ohne Otto nicht backen, und wehe wenn ich es heimlich versuche. Irgendwo bin ich stolz, dass meine Kinder daran gewoehnt sind, praktisch mitzumachen. Aber manchmal will ich einfach nur schnell Tee machen.

Sebbi

Auf der Fahrt hoerte Sebbi die Rathausglocken, und seitdem will er Videos mit Ding Dongs sehen.

Hat sein erstes "boeses Wort" gelernt: jetzt grinst er und sagt "Blut". Er hat sich auch die ersten ungezogenen Sachen von Otto abgeguckt. Geben wir ihm etwas nicht, rennt er selbst los und sagt "ich hole es!". Heute hat er auch mal gesagt, er wuerde mich treten - beides woertliche Kopien seines Bruders.

Otto

wollte unbedingt Eier trennen ueben. Mit meiner Hilfe ging nichts daneben. Jetzt muss ich viel backen.

macht Sebbi runter sobald in den Raum kommt. Aber wenn es Sebbi nicht gut geht, gibt er sich grosse Muehe zu helfen. Er will also vermutlich, kann sich aber noch nicht helfen. Ich finde keinen guten Mittelweg, einem kleinen Kind zu helfen langwierig seine Gefuehle zu kalibrieren ohne das ein kleineres Kind den Preis dafuer zahlt. Denn dazwischen gibt es keinen Mittelweg. Man verliert so oder so.

Johannes

ich hangele mich von Tag zu Tag. Wenn ich gut schlafe ist es ganz ok. Aber ich braeuchte wirklich mal etwas Zeit allein fuer mich. Ich habe Karten und Geschenke fertig. Das gibt etwas Gefuehl von Fortschritt.
 
vorher

nachher


 

Freitag, 5. Dezember 2025

Meine Psyche schleift in letzter Zeit ganz schoen. Letztes Wochenende war richtig schlecht. Das Verhalten der Kinder zaehrt an mir: die rivalisierenden Beduerfnisse, das staendige Verlangen nach meiner gesamten Zeit und Aufmerksamkeit. Und Otto ist oft ganz einfach gemein. Zu mir, zu Ellie, aber vor allem zu Sebbi. Ich kann damit sehr schlecht leben. Die ueblichen Argumente treffen dort auf die Notwendigkeit, Sebbi nie daran zu gewoehnen, dass er weniger gut ist als andere weil er kleiner, schwaecher oder sprachlich weniger entwickelt ist. Ich finde das sehr schwer. Es laugt mich sowohl psychisch als auch koerperlich aus. Samstag war ich ab 11 Uhr erledigt. Das ist nicht unueblich. Gleichzeitig ist Sebbi selbst durchaus fordernder als frueher. Und er will ueberall mitmachen. Was ich unterstuetze und ermutige: so hat, glaube ich, Otto viel gelernt. Aber ihm konnte ich auch meine gesamte Aufmerksamkeit geben. Es tut mir leid, dass Sebbi das nicht kriegt.

Sehr wahrscheinlich sind beide Kinder auch einfach beide krank. Aber ist irgendwann auch egal. Am Ende des Wochenendes hatte ich einfach die Schnauze voll und wollte nur allein gelassen werden. 

Schoen war an diesem Wochenende nur das schwimmen mit Otto am Samstag, und der Sonntag Nachmittag mit Sebbi. Da bin ich mir ihm endlich Bus und Bahn gefahren. Mit dem Bus zum Bahnhof, und dort mit dem Zug in den Hafen, und wieder zurueck. Hatte ich eine Weile oft mit Otto gemacht. Sebbi hat auch sehr gestaunt, es war fuer ihn erst das zweite Mal in England, und das erste Mal, dass es ganz fuer ihn gemacht wuerde. Ich glaube es hat seinem Geist auch was zum Verdauen gegeben. Mir hat es grossen Spass gemacht.

Ich konnte mich Sebbi mal ganz widmen, weil Otto in der Zeit mit Ellie im Krankenhaus war. Ellie und ich hatten uns am Vorabend aufgrund verschiedener Symptome vollkommen grundlos in eine Panik geredet. Schien bereits am naechsten Morgen voellig bekloppt. Und die Aerztin fuehrte es auch nur auf Kaelte, Sport und eventuell eine vergangene Grippe zurueck. Aber es war auch typisch fuer unsere Situation: sobald die Idee im Raum stand hatte ich keine Kraft mich gegen furchtbare Bilder zu wehren. Zumal vor der Nacht, die ja sehr lang sein kann. Habe mich gleich neben Otto gelegt, weil ich unten keine Ruhe gefunden haette.

Wenigstens lernte er eine deutsche Aerztin kennen, die ihn auch gruendlich untersuchte. Sie sprachen beide deutsch, was mir zum Ende dieses Wochenendes nochmal grosse Freude gab. Haette ich gerne miterlebt.

Sebbi

Am Ersten Advent scheint der Knoten auf dem Toepfchen geplatzt zu sein. Seitdem sagt er verlaesslich wann er muss, und es geht kaum etwas daneben. Was hatten wir uns die einen Stress gemacht in der ersten Woche.

Ist weiter besessen von Zuckowskis Lied ueber die Weihnachtsbaeckerei.

Otto

scheint sich insgesamt koerperlich langsam zu erholen.

hat ein Schulprojekt ueber das Feuer von London 1666 abgeschlossen. Wir hatten dafuer ein Haus gebaut, dass er am Ende doch nicht verbrennen lassen wollte.

hat bei jaehrlichen Weihnachtsgeschenkebasar wieder wirklich gute Geschenke fuer uns alle ausgesucht. Das war uns schon im letzten Jahr aufgefallen. 

Johannes

Ich brauche mal Zeit fuer mich. Etwas alleine und nur fuer mich machen, ohne Kompromisse. Ich hatte das einige Mal probiert, aber immer kamen die Kinder dazwischen. Mittwoch bin ich einmal zum Brettspielen gegangen. Das hat mir gleich gut getan.

Ich hatte zum Ersten Advent gerade noch einen Kranz und Kerzen bekommen. Ich will den Kindern sowas frueh zeigen. Die Pyramide hatte nach einem Tag bereits Figuren verloen. Konnte ich zwar wieder ankleben, aber es symbolisiert, wie selbst kleinste schoene Sachen nur unter grossen Schwierigkeiten moeglich sind.

Ich komme dieses Jahr schon etwas in Adventsstimmung. Aber sehr oft denke ich melancholisch daran wie es frueher war und kaum noch ist. 

In letzter Zeit sehe ich Ellie wieder verdammt wenig. Wir sind abends beide so fertig. Entweder raeumen wir beide auf und sitzen dann erledigt auf dem Sofa. Oder ich gehe schlafen wenn Ellie aus dem Kinderschlafzimmer stolpert.

Wir gerieten zufaellig ins Stadtmuseum und dort in eine Ausstellung ueber einen ehemaligen Musikklub vor Ort. Nebenan erfuhr Otto das erste Mal etwas ueber den hier geborenen Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes.



Donnerstag, 27. November 2025

Nachtrag

Die letzten sechs bis acht Wochen kam ich nie zum Schreiben. Ich weiss, dass viel erwaehnenswertes passiert ist, erinnere mich aber nicht mehr. Hier einige Notizen aus der Zeit, und was mir noch im Gedaechtnis blieb.

An einem Wochenende besuchten uns Ellies Vater mit Frau und Cousine. Die Kinder wie immer begeistert, auch wenn Otto gerade krank war. Fuer mich war auch etwas besonderes dabei: ein Buch von Ellies Uropas Zeit im Krieg. Der lieferte 1944/45 mit der HMS Begum Kampfflugzeuge in den Pazifik. Erlebte die japanische Kapitulation in Singapur und besuchte viele Laender der Region. Muss fuer ein armes Kind aus dem Londoner East End ganz schoen beeindruckend gewesen sein.

Ellie hoerte auf den jeweiligen Elternabenden der Kinder ueber beide ausgezeichnetes. Ottos Lesen und Rechnen ist tatsaechlich sehr gut.

Sebbi

stieg endgueltig in die naechste Kitagruppe auf. Beide bisherige Betreuerinnen sind traurig - zu Recht! Seine sprachliche Entwicklung macht mich richtig baff. Der kann inzwischen richtig gut erklaeren und umschreiben, zum Beispiel wenn Mami ein deutsches Wort nicht kennt.

Auch ein kuerzlicher Besuch bei der Kinderschwester brachte nur gute Bewertungen.

Seine Sprache beeindruckt uns weiter. Nicht kennt er "Sanitaeter", er weiss auch, dass es auf Englisch "paramedic" heisst.


Otto

Ueber die letzten Wochen haben wir richtig mit laengeren Buechern angefangen. Erst lasen wir sein erstes Kapitelbuch aus: Enid Blytons "Kinder vom Kirschbaumhof". Dann die Fortsetzung: Die Kinder vom Weidenhof, und jetzt den dritten Teil der Serie. Ich muss Otto oft Sachen erklaeren, die sich seit den 1950ern veraendert haben.

Im ersten Schulprojekt des Jahres ging es um das Grosse Feuer von London 1666. Dazu werden am Ende als Hausaufgabe Haeusermodelle gebaut und angezuendet. Ich mag diese projektbasierte Arbeit.

In den letzten Wochen haben wir beide den Eindruck, dass Otto weniger vorm Bildschirm sitzt. Er liegt ihn von allein irgendwann ab und nimmt sich Spielzeuge. Durchaus auch mal mit Sebbi. Einmal setzte er sich an meinen Schreibtisch und zeichnete konzentriert einen Bauplan fuer ein Auto. Da wuerde ich ihm gern gleich seinen eigenen Arbeitsplatz geben.

Um Halloween haben wir einen Kuerbis gebastelt. Unsere "Ruhige Zeit" vor dem Schlafengehen ist wirklich schoen.

Otto entwickelt wichtige Faehigkeiten richtig gut: im Familienschwimmen sein Rueckenschwimmen und Tauchen: innerhalb einer Stunde ging es von aengstlichen Versuchen zum begeisterten Tauchen nach neugekauften Sinkspielzeugen. Und er hat angefangen ganze Buecher am Stueck zu lesen. Kinderbuecher natuerlich, aber durchaus mit Dutzenden Seiten. Eine Zeit lang wollte er gleich nach dem Aufwachen eins durchlesen. Wir bringen eine ausgefuellte Leseliste nach der anderen mit, fuer die er dann jeweils eine Urkunde kriegt. Sowas greifbaren Meilensteine motivieren ihn.

Grosse Aufregung: Otto hat die ersten zwei Milchzaehne verloren. Und zu seiner besonderen Begeisterung kam nachts tatsaechlich die Zahnfee, holte sie unter dem Kissen raus und legte dafuer zwei Pfund hin.

war mehrere male krank. Einmal hatte er einen fiesen Ausschlag am ganzen Koerper. Und natuerlich gibt er nie zu, dass ihm kalt, schlecht oder muede ist.

Johannes 

wir haben zweimal Brataepfel mit Marzipan- und Walnussfuellung gemacht. Nuesse und Aepfel waren selbst gesammelt. Wider erwarten gehen sie ziemlich schnell zu Neige.

Wir haben den Dachboden sukzessive entruempelt. Ganz frei ist er nicht, aber es wird langsam ein Raum, den man nutzen kann.

Ich lese viel, oft durcheinander. Ich lerne sehr viel, und weiter mit viel Freude, aus meinem grossen Linuxbuch. Habe daneben ein zweites, kleineres, praktischer angelegtes Buch angefangen und durchgelesen. Es ist ein tolles Gefuehl, ein neues Werkzeug zunehmend zu verstehen. Dazwischen nehme ich immer wieder Humor im Ostblock in die Hand, oder alte Krimis, oder alte Stark Trek Fangeschichten.


 


Eines Abends habe ich endlich die Laterne aus ihrem Versteck geholt. Dort lag sie seit 5 Jahren, weil Otto damals nach zwei Versuchen noch zu klein dafuer war. Jetzt kennen die Kinder endlich diese Tradition, auch wenn Sebbi sie nach einer Woche doch kaputt gekriegt hat.

Herr Fuchs hat eine Fliege an, und Sebbi weiss jetzt, was das ist.

Das loeste allgemeine Begeisterung aus: Otto liest Sebbi deutsche Kinderlieder vor.

Im Baumhaus, auf dem Weg zur Kita am Morgen.

Beim jaehrlichen Besuch in der Weihnachtsabteilung des Gartenbaumarkts in Horndean. Hoelle auf Erden.



 

 

 


 

Montag, 24. November 2025

Die guten aufs Toepfchen

Sebbi 

Dieses Wochenend stand im Zeichen von Sebbis Toepfchen Training. Laeuft bisher nicht besonders gut. Viel geht daneben. Er will nicht auf den Pott. Aber auch nicht die Windel zurueck. Schliesslich ist er ein grosser Junge, der schon Unterhosen traegt. Ich habe den Eindruck, dass Sebbi ganz schoen gestresst ist. Anfangs fragten wir alle zwei Minuten, ob er nicht aufs Toepfchen will, da wurde er immer unwirscher. Jetzt fragen wir fast gar nicht mehr und hoffen aufs beste.

Sebbi hat die gerade erst eingefuehrte Laterne kaputt bekommen.

Sebbi liebt Rolf Zuckowskis Lied von der Weihnachtsbaeckerei. 

Otto 

Wieder ruft es uns den Unterschied zu Otto ins Bewusstsein: der hat damals alles, was nur nach Baby roch, abgelegt sobald er nur irgend konnte. Mittagsschlaf und Windel: nicht nach und nach, nein, von heute auf morgen. Babyscheiss.

Ich war mit Otto Samstag und Sonntag schwimmen. Beim Familienschwimmen erkennen wir immer mehr Gesichter und treffen andere Familien. Das baut Gemeinschaft, fuer Kinder wie Eltern. Es ist aber auch schwer sich des Wettbewerbsgefuehls zu erwehren. Warum haben wir die Kinder nicht schon als Babys mitgenommen und ans Wasser gewoehnt? Koennten wir nicht auch Einzelstunden buchen? Und was ist mit einer ganz neuen Sportart, oder Tanz, oder Wissenschaft fuer Kinder?

Samstag Nachmittag bin ich mit Otto beim Haus Stansted Esskastanien sammeln gefahren. Viele waren aber gar nicht mehr, und es war sehr nass. Ich war danach ganz schoen erledigt, und ich glaube Otto auch.

Letztens hatte ich etwas Platz frei im Kopf und erinnerte mich an Banitza, 2009 in Bulgarien. Einmal hatte ich das gemacht, 2013 oder so, mit meiner damaligen bulgarischen Mitbewohnerin. Habe ich zweimal mit Otto probiert, der kocht ja gerne. War lecker, aber nicht zu vergleichen mit dem Original. Aber Otto geht es immer gut, wenn er kochen kann.

Ottos derzeitiges Schulprojekt ist das Grosse Feuer von London, 1666. Wir bauen ein Fachwerkhaus aus Verpackungen. Er bemalt und beklebt es und am Ende werden sie alle verbrannt.

Eltern

Ellie probt fuer einen Bauchtanzauftritt zu Nikolaus. Ich lese weiter sehr interessiert zu Linux, gucke Klips aus Edgar Wallace Filmen, und letztens habe ich endlich einen seiner alten Krimi in Buchform gefunden.

ich konnte mit Sebbi ein paar Mal Weihnachtslieder spielen

Sebbi hat Mamis alte Gitarre gefunden

Unterhosen fuer grosse Jungs

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Kasia von damals

Sonntag vormittag war ich mit Sebbi und unserem Freund Andrew noch einmal bei den Tieren auf dem Hof Staunton. Immer wieder schoen dort. Am spaeten Nachmittag ging ich mit beiden Jungs in der Naehe noch einmal Aepfel pfluecken gegangen und anschliessend zum Faehranleger Hayling.

Montag dann traf ich in London Kasia, aus Lodz bzw. jetzt Braunschweig. Das hatte mich vorher durchaus nervoes gemacht. Wir hatten uns seit 2011 nur sehr selten gesehen. Und mein Polnisch ist auch nicht mehr dasselbe. Aber als wir uns vor der Tate Modern Gallerie trafen, war es doch wieder ganz einfach. 

Ich musste nichtmal viel Polnisch sprechen, da noch ein Deutscher dabei war. Wir verbrachten tatsaechlich ganze sechs Stunden in der Gallerie. Traurig am Ende wieder zu gehen. Ein ploetzlicher Blick zurueck in einen Teil meines Lebens, der inzwischen wie das eines anderen wirkt.



 



 

Donnerstag, 9. Oktober 2025

Samstag war ich wie immer mit Otto schwimmen und mit Sebbi einkaufen. Nachmittags bin ich mit Sebbi dann noch in der Tierpark Staunton gefahren, waehrend Otto mit Ellie unterwegs war. Wir hatten Staunton am Ende fuer uns allein, und es war eine schoene Herbststimmung. Sebbi war nicht begeistert, als eine Ziege uns die Futtertuete ganz aus der Hand riss und weglief. Aber dann ritt er auf dem Papapferd neues Futter kaufen.

Sonntag vormittag bastelte Ellie mit Otto Handpuppen fuer ein Schulprojekt. Er will Rumpelstielzchen nachspielen und auf Video aufnehmen. In der Zeit fuhr ich mit Sebbi im Bus zum Schmetterlingshaus und dann ans Meer. Dann durfte ich seinen Mittagschlaf machen, was mir immer gut tut. Und als Otto fertig war, fuhr ich mit ihm ins Dorf Buriton Aepfel und Haselnuesse ernten. Auch hier ein toller Herbsttag, viele Leute auf dem Spielplatz und Tennisplatz. Otto machen solche praktischen Sachen immer Spass, und ich bin gerne mit meinen Kindern unterwegs und zeige ihnen was.

Sebbi

ist jetzt seinem Babyhochsitz auf Ottos Stuhlaufsatz uebergegangen. Der alte Sitz kann jetzt weg und wir haben mehr Platz im Esszimmer. Wir werden mit ihm auch bald das Toepfchen ueben und die Windeln absetzen.

Otto

Wir haben Ottos neue Lehrerin getroffen. Otto genoss das allgemeine Lob sichtlich und sagte uns, wir sollten doch bitte weiterreden. Wir haben ihn auch fuer ein Schulchorproject angemeldet.

Johannes

Ich habe momentan ungewohnte freie Zeit am Abend. Ich sollte vermutlich produktiv sein, aber es nichts ist kritisch.

grosser Junge

Montag, 29. September 2025

Kueken

Samstag vor allem mit Otto verbracht. Schwimmen, dann einkaufen, waehrend Ellie mit Sebbi Freunde traf und dann schlafen ging, bevor wir nach Hause kamen. War etwas schade, Sebbi nicht zu sehen, aber: mit Otto konnte ich konsequent Aufgaben erledigen. Was mir ein Gefuehl von Fortschritt gibt und sich sofort auf mein Wohlbefinden auswirkt. Das zweite Fruehstueck nach dem Schwimmen half mir auch: ich hielt viel besser durch als an normalen Samstagen. Otto ging es auch gut, der war froehlich und hat mitgemacht. Das hat sich das ganze Wochenende fortgesetzt; ihm ging es richtig gut. Er spielt in letzter Zeit auch schoen mit Sebbi. Vielleicht tut ihm der ganze Sport gut, den er momentan macht.

Als Ellie und Sebbi dann aufstanden, gingen wir zur viert zum Cafe am Meer. Sebbi wollte seinen Roller mitnehmen, und ich hatte schon lange mit ihm ueben wollen. Tut mir naemlich leid, dass ich ihm nicht meine ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen kann so wie damals Otto. Aber diesmal lief er dann bald lieber, und ich musste den Roller tragen. Dafuer sammelten Otto und ich auf dem Rueckweg Aepfel vom Baum hinter unserem Hausarzt.

Nur Ellie sehe ich den ganzen Tag lang nur im Vorbeigehen.

Sonntag trafen wir uns im Wasservogelpark Arundel mit Ellies Mutter und Mann. Das hatten wir vor drei Jahren schon einmal gemacht. Ich glaube damals hat ein zweijaehriger Otto das erste Mal Eis gesehen. Dieses Mal konnten wir ein Picknick machen und wir sahen Pelikane und Kueken unter einer Brutlampe, und eine Ente watschelte zu den Kindern auf den Weg.

Die Jungs haben richtig gut durchgehalten. Sogar Sebbi, der seinen Mittagschlaf verpasste, wollte auch am Ende noch selbst laufen.

Sie spielten auf dem Spielplatz so schoen zusammen, das es fuer mich richtig stressfrei war, waehrend Ellie mit ihrer Mutter sprechen konnte.

Es war ein schoener Herbstag am Fluss Arun, wenn auch ohne Sonne. Die grossen Baeume auf der Anhoehe daneben waren toll und mir ist nie aufgefallen, wieviele Apfelbaeume an den Strassen stehen. Im Vogelpark pflueckten wir letzte Brombeeren. Die Strohdaecher der Huetten ragten aus dem Schilf der Flussmarsch mit vielen kleinen Wasserwegen hervor und gaben mir ein richtiges praehistorisches Gefuehl.

Beiden Kindern geht es momentan sehr gut.

Sebbi

kommt bald in die naechsthoehere Kitagruppe. Seine derzeitige Betreuerin hat darueber sogar einige Traenen vergossen, weil er so ein angenehmes Kind ist. Urspruenglich sollte er erst in einem Monat wechseln, aber nachdem einem Probetag zur Eingewoehnung ist es schwierig ihn wieder zurueckzuholen.

Otto

ich habe das Gefuehl, dass seine vielen Sport AGs ihm eher gut tun als dass sie ihn erschoepfen. Er demonstriert derzeit besonders gern sein Karate.

Wir gucken abends weiter Pippi Langstrumpf, aber seit kurzem auch das alte Computerspiel Anno 1604 aus meiner eigenen Kindheit. Im Bett lese ich ihm weiter Enid Blytons Kinder vom Kirschbaumhof vor. Wir haben die erste Haelfte durch, scheinbar wird das tatsaechlich das erste laengere Buch, dass wir ihm vorlesen.

 





 

Dienstag, 23. September 2025

gratia plena

Als ich mit den Kindern Freitag abend am Meer war, sahen wir am Horizont ein historisches Segelschiff, eine richtige Karavelle. Ich recherchierte daraufhin, dass ein Nachbau von Kolumbus' Schiff, der Santa Maria, eine Woche Portsmouth besuchte. Samstag Mittag habe ich sie daraufhin mit Otto an ihrem Liegeplatz vor Gunwharf besucht. Ich habe ihm gezeigt, mit was fuer kleinen Schiffen man damals ueber den Atlantik gefahren ist und wie das Leben an Bord war. Otto war durchaus interessiert, vor allem wie das Schiff schwankte, wenn andere Schiffe vorbeifahren. Betrieben wird es von Freiwilligen des spanischen Eignervereins, die mir noch einiges Interessantes erzaehlten.

Sonntag fuhren wir zu viert Walnuesse sammeln. Ellie hatte davon ganz viele bei ihrer Tanzstunde gefunden und wir sammelten einen ganzen Beutel ein. Die Kinder fanden es toll und wir fuehlten uns als gute Eltern; in diesem Herbst haben wir viel aus der Natur geerntet. Das Staedtchen Bishops Waltham ist auch einen Spaziergang wert, und anschliessend aassen wir in einem Pub auf dem Land. Da blieben wir dann den halben Nachmittag haengen, weil der Garten so schoen war. Am Ende fuhren wir noch nach Droxford, in die Spielecke der Kirche und auf den Spielplatz. Der fruehe Herbst gefaellt mir. Ich glaube, er erinnert mich an Neuheit und Veraenderung, weil ich im September an verschiedene fuer mich wichtige Orte gezogen bin.

Die Kinder waren danach richtig geschlaucht, aber ich noch mehr. Ich kann einfach nicht mehr mehrere Stunden an der frischen Luft sein. An Wochenenden bin ich kurz vor Mittag fix und alle, geschweige denn nach einem halben Tag draussen.

Sebbi

ich beobachte das erste Mal, das Sebbi richtig meckert. Im Auto rief er laut und sichtlich veraergert, dass Otto aussteigen soll.

Otto

macht nach der Schule Montag Karate, Donnerstag Gymnastik und Freitag Bogenschiessen. Und Samstag vormittag schwimmen wir. Bisher haelt er durch.

Hat sich an Nasentropfen gewoehnt, die hier drueben ja eigentlich gar nicht ueblich sind. Helfen ihm aber nachts.

Johannes 

Mir geht es letztens privat nicht so gut. Zweifel schleichen sich ein, ob wir wirklich jemals wieder aus unserem jetzigen Trott rauskommen. Der geht ja nun schon seit Jahren so. Meine ehrlichste Vermutung ist, das wird noch mindestens zehn Jahr dauern, ehe ich wieder so etwas wie ein eigenes Leben und eine Beziehung haben werde. Ich spuere eben auch, dass mein Koerper alt wird. Er kann nicht mehr soviel wie frueher, und irgendwas ziept immer. Und ich weiss, dass das inzwischen eben nie wieder ganz weg gehen wird so wie frueher.

Ich treffe dagegen nach den Sommerferien wieder Freunde. Meine Gesangslehrerin, oertliche Kollegen, und im Oktober wohl tatsaechlich Kasia, die eine Woche in London Theater spielt. Allerdings nicht Kalina, was allein mich wieder traurig macht.

Es stresst mich, wieviel private Aufgaben liegen bleiben. Zuviel. Man rennt und faellt weiter zurueck.

Der Schuppen ist so ein Beispiel. Er ist eigentlich fertig, aber immer ist noch eine Aufgabe uebrig, und so richtig passt alles nicht zusammen. Also geht es jeden Tag weiter, auf Kosten anderer Sachen.

Ellie und ich gucken abends die alten Folgen von Akte X. Hatte ich nie geguckt, fuer Ellie sind sie Kindheitserinnerungen. Macht Spass. Besonders, die Welt der fruehen 90er Jahre wieder zu sehen.

Lesen tue ich die Freien Spitzen von Bernd-Lutz Lange. Seinerseits eine Wanderung durch Zeiten und Laender, die ich noch kenne, die inzwischen aber nicht mehr real wirken.







 

Dienstag, 16. September 2025

Die Traeume eines Schuppenbauers

Letztes Wochenende haben wir den neuen Schuppen halb aufgebaut. Die Schuppenteile lagen seit Wochen im Regen. Das Zeug aus dem Vorgaenger fuellen den Garten, mit einer Plane darueber. Handwerker sind nicht zu bekommen. Also mussten wir in den sauren Apfel beissen: Ellie betreut die Kinder, ich baue. Samstag nachmittag schaffte ich mit Hilfe unseres Freundes Andrew die Seitenwaende und Sonntag vormittag die Dachplatten. Eine Menge Aufgaben muessen jetzt aufs naechste Wochenende warten.

Sonntag nachmittag regnete es wieder; Sebbi hat meinen Schnupfen abbekommen, also fuhr ich mit Otto wieder zum Familienschwimmen. Diesmal sah ich viele Eltern mit kleinen Kindern, und ich wuerde Sebbi lieber frueher als spaeter mitnehmen. Aber erlaubt Ellie mir das nur, wenn ich mit ihm alleine fahre.

Sebbi

ist weiterhin besessen von Alarmanlagen. Auf der Strasse muss man mit ihm alle Haeuser danach absuchen. Aehnlich wie damals mit Otto, als man ihm die Farbe und das Alter jedes Auto sagen musste.

Ellie berichtet, dass Sebbi in letzter zunehmend Humor einsetzt. Ich war dabei, als er ploetzlich anfing zu singen "Otto ist doof!" und dabei zu grinsen. Otto war zu dem Zeitpunkt in der Schule; ich weiss nicht, wie sehr ihm das gefallen wuerde. Die Kinder zanken sich schon genug.

Otto

bekam eine Postkarte von der Nachbarin seiner englischen Grosseltern. Die mochte ihn wohl besonders, als er dort eine Woche verbrachte.

hat dieses Schuljahr drei Nachmittagskurse: Karate, Bogenschiessen und Gymnastik. Letzteres hatte im Alter von 3 Jahren nichts gefruchtet, aber ich glaube heute hat er sowohl mehr Interesse als auch Koerperkontrolle.

Johannes

Ich habe letztens Beratung zu einer Solaranlage gesucht. Haette ich solche Lust drauf. Habe ein Angebot mit schicker Broschuere. Aber ist einfach zu teuer. Und die Haelfte der Technik verstehe ich nicht.

Bald ist Weihnachten. Ich wuenschte ich koennte irgendwie in die Stimmung kommen.

Von unseren drei Apfelpflaenzchen waechst eine richtig gut! Seitdem ich sie weniger schuetze wachsen auch die Moehren ploetzlich los. Ich frage mich, wann wir die Kartoffeln ernten sollen; ich dachte, die Pflanzen wuerden irgendwann von selbst eingehen, aber nichts da.

Ich warte auf eine Einladung in den Apfelgarten!

Montag, 8. September 2025

Kinder in Museen

Dieses Wochenende litt ich zunehmend an der Erkaeltung, die Otto nach Hause gebracht hatte. Samstag nachmittag konnte ich nicht mehr und bin ins Bett verschwunden. Sogar dann jedoch habe ich noch ein schlechtes Gewissen, Ellie mit beiden Kindern allein zu lassen.

Sonntag fuhr Ellie mit Otto in den New Forest, eine alte Freundin besuchen. Ich blieb da lieber hier um Sebbis Mittagschlaf mitzumachen. Vorher wie Hinterher war ich mit ihm im Park; nachmittags um mit der dortigen Modellbahn zu fahren. Anschliessend gingen wir ans Meer, was mit nur einem Kind und bei Sonne wirklich schoen ist. Auf dem Weg bekam er noch ein Relikt aus vergangenen Zeiten zu sehen: eine funktionierende Telefonzelle, die aber bald abgebaut wird.

Ellie und Otto waren zu der Zeit auch in einem Museum, naemlich dem Motormuseum Beaulieu. Dort sammeln sie Autos, und es hat einen guten Ruf, aber ich war ob des Themas noch nie da. Ellie berichtet sehr gutes und Otto war bei ihrer Rueckkehr spuerbar froh.

Sebbi

ist sehr lieb und froehlich. Kann aber auch Zicken. Zusammen sind die Kinder ganz schoen schwierig. Staendiges Gezanke und Rumgeschreie. Muessen auch immer auf dem gleichen Platz glucken. Wie die Katzen bis vor Kurzem.

Otto

freut sich wieder in die Schule zu gehen. Ich habe wider das Gefuehlt, der geregelte Ablauf tut ihm gut.



Freitag, 5. September 2025

Ottos erste Sommerferien

Hier ein Rueckblick auf Ottos erste Sommerferien, die vorgestern endeten. Sie waren knapp ueber sechs Wochen lang. Ellie und ich haben uns jeweils drei Wochen frei genommen. Ellie urspruenglich nur zwei, bis ein Magenvirus durch die Familie ging und Sebbi Betreuung brauchte. Fuer mich bestaetigt sich wieder, dass man rennen und planen kann wie will, am Ende geht doch alles schief. Man verfeuert Urlaubstage und trotzdem kommen sowohl Kind, als auch Arbeit, als auch der Haushalt zu kurz. Von einem selbst und seiner Beziehung mal zu schweigen.

Die letzte Ferienwoche fuhr Otto zu Ellies Vater und Frau, und etwa in der Ferienmitte kamen seine deutschen Grosseltern und Tante. Also meine Familie - dieser Begriff wird zunehmend zweideutiger. 

Ich erinnere mich kaum noch, was Ellie mit Otto gemacht hat. Einmal haben sie Keramik bemalt.

Ich hatte mich richtig auf meine Zeit mit Otto gefreut, denn ich hatte viele, lange gehegte Plaene, die ich endlich umsetzen wollte. Zuvorderst war darunter eine Kajakfahrt auf dem Chichester Kanal. Ueber fuenf Jahre hatte das Boot im Schuppen gelegen. Zum Glueck funktioniert es noch, nur das Ruder ist etwas verdreht und gibt einen Linksdrall. Aber Otto fand es super, und ich freute mich ihm den Spass am Bootfahren zu zeigen; wie nah man an Tiere kommt und sich das ganze Leben auf dem Wasser besser angucken kann. Zum Ende hin wurde ihm langweilig und ich etwas muede, aber es war ein grosser Erfolg, dessen Aufzeichnung sich lohnt. Auf dem Rueckweg holten wir Ellie und Sebbi vom Krankenhaus ab; ich weiss gar nicht mehr warum sie da waren.

Am Tag drauf war ich mit Otto viel im Bus und unter anderem in der historischen Werft. Bis heute ist er da gerne in der grossen Bootsbauerhalle, die mir auch am besten gefaellt. Der Geruch und die Geraeusche der Restaurationsarbeiten an alten Booten. 

Dann fuhr ich mit beiden Jungs (ich weiss nicht mehr, weshalb Sebbi nicht in der Kita war) und unserem Freund Andrew auf den Spielplatz in Buriton gefahren. Da hatten wir einen besonders schoenen Tag. Bei bestem Wetter spielten viele Leute Tennis, und wir fanden am Rand der Wiese neben dem eigentlichen Spielplatz Baeume mit Äpfeln und sogar reife Pflaumen. Die habe ich mit Otto vom Ast und aus dem hohen Gras gesammelt, in das die Fruechte weich fallen. Ich freue mich immer wie Bolle, wenn ich den Kindern etwas schoenes an der Natur zeigen kann. Und Otto spielte mit Begeisterung Fussball mit Andrew. Ich spielte mit Sebbi Ball. So schön die Jungs über eine Wiese rennen zu sehen.

Eine halbe Woche war Otto aber alleine; wir mussten beide arbeiten. Da hat er den ganzen Arbeitstag vor Bildschirmen gehangen. Gibts nichts zu beschoenigen. Ich wuenschte sowieso, wir hatten Otto nie ein Tablet gegeben. Wir koppeln unsere Mittagspause um Otto etwa zwei Stunden draussen zu geben. Aber wie immer ist der Einsatz aller Kraefte ein Tropfen auf den heissen Stein.

Mittwoch, 3. September 2025

Ottos Schuljahr ging mit einer Lehrerortbildung los, also war wieder ein freier Tag abzudecken. Aufgrund der faelschlich negativen Wettervorhersage bin ich doch nicht aufs Land gefahren. Dafuer kauften wir Tageskarten fuer den Bus und machten Erledigungen. Beim Tierarzt Buddhas uebriges Futter gespendet, in der Margaretenkirche einkaufen. Damit haben wir zu Hause gekocht; ich wollte Ottos Interesse ausnutzen und ihm Grundlegendes beibringen. Aber am Ende dauerte es alle zu lange und weder Fisch noch Moehren waren fertig. Wir fuhren dann naemlich zum Familienschwimmen und waren am Ende zweieinhalb Stunden im Becken. Otto traf einen groesseren Jungen aus seiner Schule, der dort auch schwimmen lernt und ihm ein gutes Beispiel gab. Otto ist mit Begeisterung dabei. Erst ganz kurz vorm Ende wurde ihm langweilig, als wir die letzten in der ganzen Halle waren. Wird ihm gut tun, nachdem er bei seinen Grosseltern eine Woche nur Suesses gegessen hatte.

Zum Abschluss sind wir nochmal Spielhalle gefahren, aber wenigstens wurde es gerade ein richtig schoener Abend am Meer.

Der Sommer ist definitiv vorbei. Endlich kriegt der Garten Regen. Dafuer koennen wir die Waesche da nicht mehr aufhaengen.

Beide Kinder haben eine absolute Obsession mit Alarmanlagen entwickelt. Sebbi sucht jedes Haus danach ab, wenn wir die Strasse runter laufen.

Ich lese viel ueber Linux und mache viele Kreuzwortraetsel. Ausserdem hoere ich alte Krimihoerspiele. Kuerzlich habe ich ein Archiv der Reihe Es Geschah In Berlin entdeckt. Herrlich.


Sonntag, 31. August 2025

Auf der Faehre nach Hayling

Sonntag teilten Ellie und ich uns die Kindern und sahen uns gegenseitig nicht. Otto war bei seinem Freund zum Mittag eingeladen, waehrend ich lieber mit Sebbi an den Strand und dann schlafen ging. Der macht es mir naemlich einfach, und den Mittagsschlaf konnte ich wirklich gebrauchen.

Nach dem Kindertausch haben Otto und ich dann einen alten Plan umgesetzt mit der kleinen Faehre zur Insel Hayling zu fahren. Die hatten wir uns vor kurzem mit Sebbi angeguckt. Die Sonne kam gerade raus; Otto rannte aufgeregt den Ponton Anleger runter. Die Ueberfaehrt dauert natuerlich nur zwei Minuten. Am anderen Ufer ist auch nicht viel zu tun: ohne Fahrrad laeuft man mindestens eine halbe Stunde in die naechste Stadt, und da ist auch nichts los. Wir haben Brombeeren gepflueckt und ein Eis gegessen. Auf der Rueckfahrt spielten drei Radler auf der Faehre Ska und Otto tanzte dazu. Ich huepfte mit ihm auf dem Arm auf dem Boot herum, er lachte; das war ein schoener Moment. Er war besonders gluecklich, als er am Bug stand waehrend die Faehre richtig ueber die Wellen sprang. Ich hoffe, er baut eine gute Assoziation mit Booten auf.

 




 

Samstag, 30. August 2025

Otto in Kent

Die letzte Woche der Sommerferien verbrachte Otto bei seinen englischen Grosseltern in Kent. Genauer gesagt hatten sich Ellies Vater und Frau freiwillig angeboten. Ellie uebergab Otto auf halbem Wege, waehrend ich mit Sebbi das erste Mal englische Eisenbahn zum Kanal von Chichester fuhr.

Die taeglichen Videoanrufe waren nicht besonders verstaendlich, aber wir wissen, dass ihn seine Grosseltern in Spielhallen und zum Baden nahmen. Ausserdem bekam er die ganze Woche ueber Suessigkeiten, was man nach seiner Rueckkehr auch merkte.

Besonders aufregend war, dass seine oertliche Cousine Layla oft mit dabei war und einmal auch bei ihnen uebernachtete. Sie ernteten auch im Schrebergarten, den ich ja persoenlich als sehr schoen kenne, und Ottos ist ja allgemein gerne in Gaerten.

Er sollte auch einmal bei Laylas Familie schlafen, aber daraus wurde nicht, weil Otto alle mit seinem laengst ausgestandenen Magendarmproblem ansteckte. Einer nach dem anderen wurde krank... ich habe da schon etwas schlechtes Gewissen. Die Grosseltern sind alt, und in dem Zustand mit Ottos Energie mitzuhalten... Und Laylas Familie haben wir sicherlich eine ganze Woche ruiniert.

Fuer mich war die Woche ehrlich gesagt super. Die freie Zeit, in der ich abends Otto normalerweise ins Bett bringe, war ein richtiger Luxus. Ich konnte mich richtig entspannen; erst auf dem Sofa liegen, essen, dann aufraeumen. Ich habe sogar ein paar Sachen erledigt, die seit Wochen rumlagen

Donnerstag, 28. August 2025

Auf Wiedersehen Buddha

Heute ist leider Buddha gestorben. Er lebte ja schon lange mehr auf dem Dachboden als bei uns, aber Mittwoch abend suchte ihn Ellie nach langer Abwesenheit. Als sie ihn oben fand, ging es ihm eindeutig nicht gut. Hatte Probleme, die Hinterbeine zu benutzen; sie musste ihn die Treppe runtertragen, und auch da lag er nur rum. Ass und trank zwar, aber nur wenn man es ihm vor die Nase stellte, und konnte offenbar nicht mehr gut sehen. Da schwante uns schon was kommen koennte.

Ellie hat dann die Nacht neben ihm geschlafen, ich bei Sebbi. Der war dementsprechend nicht begeistert, als beim fruehen Aufwachen der falsche Elternteil da war.

Ellie ist dann mit Buddha zum Tierarzt gefahren. Ich waere mitgekommen, aber wir erwarteten wichtige Lieferungen. Und dann sprang ploetzlich unser Auto nicht mehr an. Also Taxi. Schon eine halbe Stunde spaete schrieb mir Ellie, dass Buddha eingeschlaefert worden war.

Uns war diese Moeglichkeit seit Jahren klar; Buddha war ja schon aelter. Ellie hatte ihn praktisch seit seiner Geburt; ich kannte ihn seit zwoelf Jahren. Ich habe es erstaunlich gut verkraftet. Konnte Ellie unterstuetzen. Letztendlich bin ich froh, dass es nach seinem verwoehnten Leben fuer ihn so schnell und einfach ging.

Jetzt planen wir, wie wir es Otto schonend beibringen, wenn er Samstag nach Hause kommt.

Montag, 25. August 2025

Petworth

Sonntag fuhr Ellie mit Otto Richtung Kent, und uebergab ihn auf halbem Wege an ihren Vater. Ganz, ganz am Ende, als er schon im anderen Auto sass, erst da hielt er nochmal Mamis Hand.

Ich fuhr in der Zwischenzeit mit Sebbi (und Andrew) das erste Mal englische Eisenbahn. Zwar war er in Deutschland schon gefahren, aber ich weiss nicht, ob er das im IC wirklich mitbekommen hatte. Hier sah er jetzt den Zug ankommen und uns einsteigen. Er war auch aufgeregt wie jemand, der etwas zum ersten Mal erlebt. Besonders interessierte ihn das piepsende Geraet des Schaffners, und die Tueren. An jedem Halt machte er sie auf und zu.

Wir fuhren nach Chichester und liefen etwas am Kanal entlang, wobei das Ziel weniger wichtig war als die Reise.

Montag war Feiertag, und wir wollten den kleineren Familienumfang fuer etwas Besonderes nutzen. Wir fuhren zu dritt zum Haus Petworth. Frueher Sitz der Familie Percy, heute im Besitz des National Trust, aber irgendeine Familie wohnt da auch noch.

Nach einer Stunde Fahrt brauchten wir erstmal ein Mittagessen, und waren sehr positiv von einem Pub direkt vor den grossen Eingangstoren ueberrascht. Schoener, schattiger Garten mit Baeumen fuer Sebbi. Nach der Bahnfahrt war das der zweite Tag in Folge ohne Mittagschlaf fuer ihn, und er haelt das sehr gut durch. Wird auch im Bollerwagen mit Sonnendach gefahren. Den Huegel hoch, durch einen Park zum Haus. Das Gelaende besteht aus dem grossen Haus, der Unterkunft fuer Bedienstete gegenueber, einem bewaldeten Lustgarten daneben, und dann einem riesigen Wildpark dahinter. Letzterer sogar mit Rehherden, aber ohne Baeume und viel zu weitlaeufig fuer uns mit Kind und Wagen. Aber wider meiner Erwartung war das Haus selbst richtig nett. Der Hoehepunkt sind die Gemaeldegallerien, und es hat mir ueberraschend viel Spass gemacht mal wieder durch sowas zu laufen. Sogar mit Sebbi, der zwar ohne Schlaf etwas verrueckt wurde, aber eben auf eine froehliche Weise und das Laecheln der Stewards auf sich zog.

Er kriegte dann im Souvenirladen eine kleine Taschenlampe und dann verbrachten wir den Rest des Nachmittags unter den Baeumen, wo ich viel mit ihm spielte. Der kleine ist immer so froehlich, es macht mir viel Spass ihm einmal meine ganze Aufmerksamkeit Teil werden zu lassen.

Abends telefonierten wir mit Otto, aber der war an diesem ersten Tag mit seiner Cousine erwartungsgemaess wahnsinnig und voller Zucker, sodass man wenig verstand.