Samstag, 6. Dezember 2025

Helferlein

Samstag morgen war zur grossen Aufregung der Kinder der Nikolaus gekommen. Diesmal hat es Sebbi auf jeden Fall verstanden. Danach ging es mit Otto schwimmen wie immer, und ich frage mich immer mehr, was eigentlich noch fuer die naechste Stufe fehlt.

Anschliessend machten wir etwas besonders: Otto hatte eine Karatepruefung und bekam einen roten Guertel. Dazu lud der an vielen Schulen lehrende Verein, dementsprechend war dort eine ganze Halle voll aufgeregter Kinder. Fuer die Eltern blieb kein Platz, und so konnte ich etwas wunderbares machen: im Auto eine gute Stunde schlafen. Dann holte ich einen froehlichen Otto ab, der mir stolz seinen neuen Guertel zeigte.

Die Pause hat mir wirklich den Tag gerettet, denn vorher war ich schon wieder mit meinen Kraeften am Ende gewesen - und nun hatte ich die Kinder allein, waehrend Ellie zu einem Tanzauftritt fuhr. Weil ich sie nie gerne zu Hause unterhalte (und besonders jetzt, da sie voellig unterschiedliche Interessen haben, aber trotzdem immer um die gleichen Dinge streiten), bin ich mit ihnen Bus und Bahn gefahren. Das ist bei beiden populaer, und macht mir auch Spass. Zumal Sebbi inzwischen ziemlich sicher ohne Windel ist. Also nahmen wir den Bus zum Hafen, von dort die Bahn nach Havant und zurueck, und mit dem Bus nach Hause. Dann in die Wanne und ins Bett, geschafft. Wenn das klappt, fuehle ich mich hinterher gut und kompetent.


Sonntag beim Adventsfruehstueck hatten Ellie und ich diese schoene Idee nach Chichester zu fahren. Ich hatte ja um etwas Zeit allein gebeten, vielleicht koennte ich da in Ruhe nach Geschenken suchen die immer noch fehlen. In Praxis fiel uns erst vor Ort auf, dass Sebbi krank war und ich fuhr mit ihm nach einem stressigen Mittagessen wieder nach Hause. Otto und Ellie folgten spaeter per Bahn.
 
Beide Kinder wollen im Moment "helfen". Ich darf mir ohne Sebbi keinen Tee machen und ohne Otto nicht backen, und wehe wenn ich es heimlich versuche. Irgendwo bin ich stolz, dass meine Kinder daran gewoehnt sind, praktisch mitzumachen. Aber manchmal will ich einfach nur schnell Tee machen.

Sebbi

Auf der Fahrt hoerte Sebbi die Rathausglocken, und seitdem will er Videos mit Ding Dongs sehen.

Hat sein erstes "boeses Wort" gelernt: jetzt grinst er und sagt "Blut". Er hat sich auch die ersten ungezogenen Sachen von Otto abgeguckt. Geben wir ihm etwas nicht, rennt er selbst los und sagt "ich hole es!". Heute hat er auch mal gesagt, er wuerde mich treten - beides woertliche Kopien seines Bruders.

Otto

wollte unbedingt Eier trennen ueben. Mit meiner Hilfe ging nichts daneben. Jetzt muss ich viel backen.

macht Sebbi runter sobald in den Raum kommt. Aber wenn es Sebbi nicht gut geht, gibt er sich grosse Muehe zu helfen. Er will also vermutlich, kann sich aber noch nicht helfen. Ich finde keinen guten Mittelweg, einem kleinen Kind zu helfen langwierig seine Gefuehle zu kalibrieren ohne das ein kleineres Kind den Preis dafuer zahlt. Denn dazwischen gibt es keinen Mittelweg. Man verliert so oder so.

Johannes

ich hangele mich von Tag zu Tag. Wenn ich gut schlafe ist es ganz ok. Aber ich braeuchte wirklich mal etwas Zeit allein fuer mich. Ich habe Karten und Geschenke fertig. Das gibt etwas Gefuehl von Fortschritt.
 
vorher

nachher


 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen