Sonntag fuhr Ellie mit Otto Richtung Kent, und uebergab ihn auf halbem Wege an ihren Vater. Ganz, ganz am Ende, als er schon im anderen Auto sass, erst da hielt er nochmal Mamis Hand.
Ich fuhr in der Zwischenzeit mit Sebbi (und Andrew) das erste Mal englische Eisenbahn. Zwar war er in Deutschland schon gefahren, aber ich weiss nicht, ob er das im IC wirklich mitbekommen hatte. Hier sah er jetzt den Zug ankommen und uns einsteigen. Er war auch aufgeregt wie jemand, der etwas zum ersten Mal erlebt. Besonders interessierte ihn das piepsende Geraet des Schaffners, und die Tueren. An jedem Halt machte er sie auf und zu.
Wir fuhren nach Chichester und liefen etwas am Kanal entlang, wobei das Ziel weniger wichtig war als die Reise.
Montag war Feiertag, und wir wollten den kleineren Familienumfang fuer etwas Besonderes nutzen. Wir fuhren zu dritt zum Haus Petworth. Frueher Sitz der Familie Percy, heute im Besitz des National Trust, aber irgendeine Familie wohnt da auch noch.
Nach einer Stunde Fahrt brauchten wir erstmal ein Mittagessen, und waren sehr positiv von einem Pub direkt vor den grossen Eingangstoren ueberrascht. Schoener, schattiger Garten mit Baeumen fuer Sebbi. Nach der Bahnfahrt war das der zweite Tag in Folge ohne Mittagschlaf fuer ihn, und er haelt das sehr gut durch. Wird auch im Bollerwagen mit Sonnendach gefahren. Den Huegel hoch, durch einen Park zum Haus. Das Gelaende besteht aus dem grossen Haus, der Unterkunft fuer Bedienstete gegenueber, einem bewaldeten Lustgarten daneben, und dann einem riesigen Wildpark dahinter. Letzterer sogar mit Rehherden, aber ohne Baeume und viel zu weitlaeufig fuer uns mit Kind und Wagen. Aber wider meiner Erwartung war das Haus selbst richtig nett. Der Hoehepunkt sind die Gemaeldegallerien, und es hat mir ueberraschend viel Spass gemacht mal wieder durch sowas zu laufen. Sogar mit Sebbi, der zwar ohne Schlaf etwas verrueckt wurde, aber eben auf eine froehliche Weise und das Laecheln der Stewards auf sich zog.
Er kriegte dann im Souvenirladen eine kleine Taschenlampe und dann verbrachten wir den Rest des Nachmittags unter den Baeumen, wo ich viel mit ihm spielte. Der kleine ist immer so froehlich, es macht mir viel Spass ihm einmal meine ganze Aufmerksamkeit Teil werden zu lassen.
Abends telefonierten wir mit Otto, aber der war an diesem ersten Tag mit seiner Cousine erwartungsgemaess wahnsinnig und voller Zucker, sodass man wenig verstand.


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