Mittwoch, 18. Juli 2012

16.07.2012 - Die ganz große Nummer


Es ist vollbracht, der erste Teil der Volkszählung 2011 ist veröffentlicht! Die Büros quellen über vor Kuchen und die Internetforen vor immigrantenfeindlichen Kommentaren. Und ich darf offiziell Zahlen verraten. Deshalb habe ich als kleinen Einblick in meine Arbeit die wichtigsten Zahlen übersetzt. Die darin erwähnten Tabellen und Karten kann ich leider nicht einfügen, aber sie sind in der veröffentlichten Broschüre zu sehen, deren Internetadresse unten zu finden ist. Wir besprechen nur England und Wales, Schottland und Nordirland haben ihre eigenen Statistikämter. Besonders unterstrichen wird die Geburtenzuwachs, der in der Altersgruppe von 0-4 Jahren zu sehen ist. In allen Bereichen ist auch die herausragende Rolle Londons zu sehen, dass nicht nur am stärksten wächst, sondern auch die gesündeste demographische Entwicklung aufweist. Junge Menschen ziehen dort wegen der Arbeit hin, alte Menschen verlassen es in Richtung ruhigerer Gebiete.

Die Volkszählung hat auch ihre eigene Internetseite:

Die wichtigsten Fakten für England und Wales:

Die eigentliche Broschüre:

Besonders spaßig: die verschiedenen interaktiven Visualisierungsspielzeuge

Die wichtigsten Zahlen
Am Tag der Volkszählung betrug die Bevölkerung von England und Wales 56,1 Millionen, 53,0 Millionen in England und 3,1 Millionen in Wales. Das ist die größte jemals geschätzte Bevölkerungszahl. Die Schätzung ist knapp 0,5 Millionen höher als die Prognosen auf Grundlage der letzten Volkszählung 2001.
In den 10 Jahren seit der letzten Zählung ist die Bevölkerung von England und Wales um 3,7 Millionen gewachsen, von 52,4 Millionen 2001; ein Anstieg von 7,1 %. Das ist das größte Bevölkerungswachstum in England und Wales innerhalb eines Zehnjahreszeitraums seit dem Beginn der Volkszählung 1801. Im Vergleich dazu stieg die Bevölkerung zwischen 1991 und 2001 um 1,6 Millionen.
Das Medianalter der Bevölkerung in England und Wales war 39. Für Männer betrug es 38 und für Frauen 40 Jahre. 1911 war das Medianalter 25 Jahre.
Der Anteil von Menschen im Alter von 65 Jahren und darüber war mit 16,4% der höchste in der Geschichte der Volkszählung. Einer von sechs Menschen war 65 Jahre oder älter.
2001 gab es 430.000 Einwohner von 90 Jahren und älter. 1911 waren es 13.000 gewesen. 2011 gab es in England und Wales 3,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren, 406.000 mehr als 2001.
In England und Wales lag die durchschnittliche Bevölkerungsdichte bei 371 Einwohnern pro Quadratkilometer; in London waren es jedoch 5.200. Schließen wir London aus, so beträgt die durchschnittliche Bevölkerungsdichte im Rest von England und Wales bei 321 Menschen pro Quadratkilometer. Am Tag der Volkszählung gab es in England und Wales 23,4 Haushalte. Die durchschnittliche Haushaltsgröße betrug 2011 2,4 Mitglieder, knapp mehr als halb soviel wie die 4,3 Bewohner 1911.
Alle Regionen erlebten zwischen 2001 und 2011 Bevölkerungswachstum, wobei es am höchsten in London, Ost- sowie Mittelostengland war. In Prozentzahlen war das höchste Bevölkerungswachstum in den Vierteln Tower Hamlets und Newham in London zu verzeichnen. Manchester wies das dritthöchste relative Bevölkerungswachstum seit 2001 auf.

Aus dem ausführlicheren Kommentar übersetze ich das Kapitel, an dem ich gearbeitet hatte. Das hat sich natürlich stark von meiner ursprünglichen Version verändert. Gut zu sehen ist aber, dass wir möglichst simpel schreiben müssen und nicht viel mehr machen, als Zahlen zu beschreiben.

Wie die Altersstruktur der Bevölkerung in England und Wales variiert
Größe und geographische Verteilung aller Altersgruppen ist ausschlaggebend für die Planung, da es sich direkt im Angebot von Diensten wie Bildung und Gesundheitswesen niederschlägt. Wie im Kapitel „Wie sich die Bevölkerung von England und Wales in den letzten 100 Jahren verändert hat“ besprochen wurde, gibt es einen langfristigen Alterungstrend in der Bevölkerung. Tabelle 4 „Einwohnerzahl von 65 Jahren und älter, 2001 und 2011“ vergleicht die Bevölkerung im Alter von 65 und darüber in den Jahren 2001 und 2011 in England und Wales. 2011 lag der Anteil der Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und darüber in jeder Region außer London zwischen 16,6% und 19,6% und war in allen Regionen gestiegen. London zeigte in der gleichen Zehnjahresperiode einen Rückgang in dieser Altersgruppe.
Karte 1 „Bevölkerung im Alter von 65 und darüber, 2011“ zeigt die geographische Verteilung genauer. Die Kreise mit höheren Anteilen von Anwohnern im Alter von 65 und älter waren insbesondere entlang der Küste im Südwesten, Südosten und in Ostengland konzentriert. In 11 Kreisen war mehr als ein Viertel der Bevölkerung 65 und älter; die meisten dieser Gegenden war im Osten und Südwesten Englands sowie in Zentralwales und an der Nordwalisischen Küste. Die drei Kreise mit den höchsten Anteilen waren North Norfolk (28,7%), West Somerset (28,8%) und Christchurch (29,6%).
Kreise mit großen, städtischen Ballungszentren hatten dagegen eher weniger ältere Einwohner. In 13 Kreisen waren weniger als 10% der Bevölkerung 65 und älter; davon gehörten nur Manchester und Slough nicht zum Raum London. Andere Gebiete mit geringem Einwohneranteil von 65 Jahren und älter umfassten Universitätsstädte wie Cambridge, Oxford, Leicester und Nottingham.
Der Anteil der Bevölkerung in jüngeren Altersgruppen ist in England und Wales ist in den letzten 100 Jahren dagegen fortwährend gefallen. Wie in „Wie sich die Bevölkerung von England Wales in den letzten 100 Jahren verändert hat“ gezeigt wird, machte die Altersgruppen von 0-14 Jahren 1911 30,6% der Bevölkerung aus und 2011 17,6%.
Illustration 6 „Der Bevölkerungswandel in der Einwohnerzahl im Alter von 0-14, 2001 und 2011“ vergleicht die Bevölkerung im Alter von 0 bis 14 Jahren in den Regionen von England und Wales 2001 und 2011. In diesem Zeitraum ging ihre Zahl in allen Regionen außer London, Ost- und Südostengland zurück. London wies mit 12% den höchsten Anstieg von Kindern im Alter von 0-14 Jahren auf. Von der Anzahl her gab es jedoch 2011 in England und Wales 405.700 mehr Kinder unter fünf Jahren als 2001. Das entspricht einem Anstieg von 13,1%.
Illustration 7 „Der Bevölkerungswandel in der Einwohnerzahl zwischen 15 und 64, 2001 und 2011“ vergleicht die Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 2001 und 2011 in Wales und den Regionen Englands. In diesem Zeitraum gab es einen Anstieg in der Anzahl der Anwohner zwischen 15-64 Jahren von 4 auf 9%. London dagegen zeigte den größten Anstieg von 13,5%. Dieser Anstieg ist teilweise auf Migration nach England und Wales zurückzuführen, da Migranten vor allem junge Erwachsene im Arbeitsalter sind. Teilweise liegt es aber auch daran, dass der Anteil von Menschen in den späten 50ern und frühen 60ern 2001 relativ gering war und diese Menschen nicht mehr in dieser Altersgruppe sind. Ihnen folgten größere Gruppen. Das wird von Illustration 4 „Bevölkerung nach Alter und Geschlecht, 2001 und 2011“ unterstrichen.

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