Als Ellie mal wieder auf einer Hochzeit war, bin ich in den New Forest radeln gefahren. Da war ich seit dem Winter nicht mehr. Bisher war ich fast immer mit Mathieu und seinem Auto dagewesen. Diesmal allein war ich etwas schneller und flexibler und bin einfach der Nase lang gefahren. Einmal hat mich das in eine Schlammkuhle befördert, denn es war sehr nass, aber wider Erwarten hat mich das nicht gebremst. Und die Ponies und Esel. Bald danach habe ich aber die festen Wege gefunden und habe den Wald und die Ruhe genossen. Ich habe auch einige schöne neue Orte zum Besuch mit Ellie gesehen, wie ein Rehgehege und ein Gartencafe. Ellie ist bisher nämlich nur zweimal durch den Wald gefahren und niemals wirklich dort rumgelaufen.
Zusammen mit Ellie bin ich eines Montagsabends zum Picknick zu St. Hubertus gefahren. Ich durfte sogar Auto fahren! Eigentlich wollte ich ihr die Blumen zeigen, aber scheinbar wachsen die dieses Jahr doch nicht. Aber jeder Besuch dort auf den Feldern, mit dem weiten Blick, dem Wald und den Vögeln öffnet meine Seele. Danach habe ich es sogar noch zum Schwimmen im Meer und zum Rosengarten geschafft. Die Rosen sind schon wieder am Verblühen, aber ich genieße jedes Mal, auch nur für fünf Minuten abends dort zu sitzen. Denn ruhig ist es dort auch.
Leider hat der Sommer nach einigen halbherzigen Versuchen wieder aufgegeben; das Wetter ist katastrophal kühl und langweilig. Der Garten macht zwar trotzdem Spaß, aber ich kann oft nicht Lesen, weil es irgendwann wieder zu regnen anfängt. Drei Männer auf Bummelfahrt habe ich ausgelesen und widme mich jetzt wieder der Geschichte und Chemie. Im Radio höre ich mir nach und nach Kurzproträts wichtiger Angelsachsen an. Wiederum eine Folge des Erbe Roms. Vor Kurzem habe ich auch mal ein Comicbuch zur Hand genommen, dass mir Mathieu zum Abschied vererbt hat. Das hat mich daran erinnert, wie wir in der Schule gelernt hatten, dass Comics in Frankreich eine populäre und ernsthafte Gattung sind. Wie Science Fiction in der Sowjetunion vielleicht. Nun, ich lese zum ersten Mal ein richtiges Comicbuch, und es macht mir Spaß.
Nun komme ich doch nicht um das Referendum rum. Politisch ist das ganze inzwischen nur noch eine Tragifarce. Besser also ein persönlicher Bericht. Am Morgen nach der Volksabstimmung musste ich erstmal Ellie trösten. Interessanterweise war auch auf der Arbeit eine miese, surreale Stimmung. Und die meisten Kollegen betrifft es ja nicht direkt. Sogar ich, der ich seit Monaten predige, dass es für uns persönlich erstmal keine Auswirkungen hat, hatte so ein komisches Gefühl von 19. Jahrhundert. Wirklich nerven tut mich aber nur eins: In der Presse, sowohl hier als auch im Ausland, analysieren Journalisten nun seit Monaten verzweifelt die Seiten voll mit Scheindebatten. Bei dem Referendum ging es natürlich nicht um die EU (wer kennt die schon), sondern um Rassismus. Ganz normalen Rassismus bei den einfachen Menschen (man zündet ja auch keine Asylheime an, weil man "besorgt" ist) und bei den reicheren Konservativen kommt dazu dieses merkwürdige Gefühl, es schon immer besser als andere Länder gemacht zu haben. Darum sind damals 2011 soviele Konservative der UKIP hinterhergerannt, und nur darum wurde das Referendum ja angesetzt. Ich persönlich werde also in der Tat keine Probleme haben, denn ich habe die richtige Hautfarbe und komme aus einem reichen Land.
Man muss den Leuten zu Gute halten, dass man sich außerhalb der Politik sofort öffentlich vor die Ausländer gestellt hat. Abgeordnete bauen dafür öffentlich Druck für die Leute ihres Wahlkreises auf. Vermutlich da es hier nur Direktmandate gibt. Auf der Arbeit kamen sehr schnell Statements von Gewerkschaft, Management. Das ist dann doch beruhigend. Überraschend sind die plötzlichen öffentlichen Angriffe auf Ausländer zwar nicht, aber wenn sogar persönliche Freunde davon berichten, trifft es einen doch mehr als gedacht. Und natürlich werden nicht nur EU Ausländer angemacht. Ausländer ist Ausländer.
Donnerstag, 30. Juni 2016
Donnerstag, 23. Juni 2016
Einen Gang runter
Tango
Mitte Juni haben wir den vierten (von fünf) Tangoauftritten in Guildford absolviert. Bis zum fünften und letzten haben wir jetzt erstmal einen Monat Pause - was sehr willkommen ist. Trotzdem ist es schade, dass es schon wieder fast vorbei ist. Der letzte Auftritt lief nämlich noch einmal etwas besser als der davor (der war nur vier Tage vorher gewesen und der Übungseffekt steckte uns sicherlich noch in den Knochen. Jetzt wo wir unsere Routinen genug beherrschen um an Details zum Denken und den Tanz als ganzen zu steuern macht das Ganze gerade erst richtig Spaß. Überhaupt scheint die Aktion diesmal schneller vorbei als 2014. Nicht zuletzt wohl, weil ich viel mehr Choroegraphien habe als damals - bevor ich das erste Mal durchatmen kann und nicht schnell zum Umkleiden rennen muss, ist die erste Halbzeit schon wieder vorbei.
Canterbury
Dieser Auftritt fand leider an einem Wochentag statt, und da wir erst spät zurückkamen, war ich am nächsten Tag ordentlich fertig. Sehr viel ausschlafen konnte ich auch nicht, denn zwei Nächte später bin ich mit Ellie zum Geburtstag ihrer Schwester nach Canterbury gefahren. Kaum zu glauben, dass der letzte Besuch bei ihr dort vor zwei Jahren war - Ihr erinnert Euch vielleicht, das mit dem Haus auf dem Feld. Das letzte Mal in Canterbury selbst war ich aber erst Anfang des Jahres gewesen, mit Mathieu. Auf dem Weg haben wir im Ort Tenterden Halt gemacht, in dem Ellie bis zum Alter von 21 aufgewachsen ist. Natürlich für mich interessant, um ihre Geschichte zu verstehen. Aber auch sie war zum ersten Mal seit ihrem Wegzug vor 10 Jahren wieder da. Ich beobachtete, wie sie ihren alten Ort neu sah, so wie ich oft meine alten Orten wiedergesehen habe. Leider konnte ich nicht so lange bleiben wie Ellie (mir fehlen die Urlaubstage), am nächsten Tag musste ich schon wieder allein zurückfahren, aber es war ein schöner Ausflug. Die Sonne schien, die ausgebüxten Katzen mussten im Feld zwischen Mohnblumen gesucht werden, und am Ende spielten wir im Park Karten.
Portsmouth
Zu Hause ist es auch gar nicht schlecht, das Wetter zwar trübe, aber die Abende oft schön. Der Rosengarten insbesondere erlebt seine besten Wochen des Jahren - abends ist es dort still, man hört eintausend Vogelstimmen und die Blumen scheinen in allen Farben. Und durch das Tor sieht man das Meer. Ich nähere mich schnell dem Ende der Drei Männer auf Bummelfahrt und lese wieder einige Kapitel im Erbe Roms, dass ich schon zweimal durchgelesen hatte. Jedes Mal verstehe ich wieder etwas mehr, dank anderer Dinge, die ich in der Zwischenzeit gelernt habe. Die Zeit vergeht etwas entspannter seit Tango vorbei ist und ich auch endlich meinen Sommerbesuch gebucht habe. Ich komme den 6.-20. August und fliege mit Mutti zurück.
Mitte Juni haben wir den vierten (von fünf) Tangoauftritten in Guildford absolviert. Bis zum fünften und letzten haben wir jetzt erstmal einen Monat Pause - was sehr willkommen ist. Trotzdem ist es schade, dass es schon wieder fast vorbei ist. Der letzte Auftritt lief nämlich noch einmal etwas besser als der davor (der war nur vier Tage vorher gewesen und der Übungseffekt steckte uns sicherlich noch in den Knochen. Jetzt wo wir unsere Routinen genug beherrschen um an Details zum Denken und den Tanz als ganzen zu steuern macht das Ganze gerade erst richtig Spaß. Überhaupt scheint die Aktion diesmal schneller vorbei als 2014. Nicht zuletzt wohl, weil ich viel mehr Choroegraphien habe als damals - bevor ich das erste Mal durchatmen kann und nicht schnell zum Umkleiden rennen muss, ist die erste Halbzeit schon wieder vorbei.
Canterbury
Dieser Auftritt fand leider an einem Wochentag statt, und da wir erst spät zurückkamen, war ich am nächsten Tag ordentlich fertig. Sehr viel ausschlafen konnte ich auch nicht, denn zwei Nächte später bin ich mit Ellie zum Geburtstag ihrer Schwester nach Canterbury gefahren. Kaum zu glauben, dass der letzte Besuch bei ihr dort vor zwei Jahren war - Ihr erinnert Euch vielleicht, das mit dem Haus auf dem Feld. Das letzte Mal in Canterbury selbst war ich aber erst Anfang des Jahres gewesen, mit Mathieu. Auf dem Weg haben wir im Ort Tenterden Halt gemacht, in dem Ellie bis zum Alter von 21 aufgewachsen ist. Natürlich für mich interessant, um ihre Geschichte zu verstehen. Aber auch sie war zum ersten Mal seit ihrem Wegzug vor 10 Jahren wieder da. Ich beobachtete, wie sie ihren alten Ort neu sah, so wie ich oft meine alten Orten wiedergesehen habe. Leider konnte ich nicht so lange bleiben wie Ellie (mir fehlen die Urlaubstage), am nächsten Tag musste ich schon wieder allein zurückfahren, aber es war ein schöner Ausflug. Die Sonne schien, die ausgebüxten Katzen mussten im Feld zwischen Mohnblumen gesucht werden, und am Ende spielten wir im Park Karten.
Portsmouth
Zu Hause ist es auch gar nicht schlecht, das Wetter zwar trübe, aber die Abende oft schön. Der Rosengarten insbesondere erlebt seine besten Wochen des Jahren - abends ist es dort still, man hört eintausend Vogelstimmen und die Blumen scheinen in allen Farben. Und durch das Tor sieht man das Meer. Ich nähere mich schnell dem Ende der Drei Männer auf Bummelfahrt und lese wieder einige Kapitel im Erbe Roms, dass ich schon zweimal durchgelesen hatte. Jedes Mal verstehe ich wieder etwas mehr, dank anderer Dinge, die ich in der Zwischenzeit gelernt habe. Die Zeit vergeht etwas entspannter seit Tango vorbei ist und ich auch endlich meinen Sommerbesuch gebucht habe. Ich komme den 6.-20. August und fliege mit Mutti zurück.
Sonntag, 12. Juni 2016
Am Strand und auf der Bühne
Anfang Juni kam Mathieu zurück von seiner Reise. Er verbrachten zwei Nächte in Portsmouth, bevor er nach Nottinghamg zog. Wir trafen uns einen Abend und einen Morgen am Meer, letzterer mit Frühstück, eine der zivilisiertesten Sachen, die ich in den vier Jahren hier gemacht habe. Zum Glück war der erneute Abschied kurz.
Nicht, dass mein Leben weniger hektisch wäre. Die Abende mit Mathieu gingen eigentlich nahtlos in die Brettspielabende mit dem tschechischen Paar über. Aber ich habe abends häufiger Zeit für einen Tee am Meer. An sich endlich mehr Zeit für Bücher, aber gerade wenn das Wetter mal wieder Herbst ist, fehlt mir doch ein Freund vor Ort. Auch Ellie war bis vor Kurzem weniger verfügbar - sie musste oft lang arbeiten, da die Prüfung ihrer Abteilung durch das Innenministerium nun doch stattfand. Nach vielem Bangen (zumindest von Ellies Seite) ging das (wie üblich mag man sagen) viel besser aus als erwartet.
Ein Mann auf Bummelfahrt
Andererseits hatte ich zwei lange Wochenenden, und jeweils einen Tag hatte Ellie zu tun. Was macht mann da - genau, eine Radtour. Sowas macht Ellie ja nicht mit. Einen Tag habe ich einen alten Pilgerpfad von Winchester nach Portsmouth abgefahren. Auf dem sind früher Pilger von Winchester nach Portsmouth gelaufen und dort nach Frankreich übergesetzt, um zum Kloster auf der Insel Mont St. Michel zu kommen. Noch im Sommer 2012 hatte ich mir einen sehr schönen Wanderführer dazu gekauft und wollte, unter dem Eindruck einer erzkatholischen Rostocker Freundin, den Weg ein Wochenende lang ablaufen. Morgens früh mit der Sonne aufstehen. Dazu kam es natürlich nie, denn wann hat man schonmal ein ganzes Wochenende, wenn man nicht mehr Single ist. Dann eben nur einen Teil, und schneller mit Fahrrad. Immerhin gibt es mir Hoffnung: alte Versäumnisse sind nicht ganz verloren. Nun, bereits Winchester selbst war sehr schön und ich ging gleich im Stadtmuseum verloren. Schließlich hat die Stadt eine lange Geschichte, nicht zuletzt als römisches Provinzzentrum, und die Domglocken läuteten die ganze Zeit. Vom Pilgerpfad habe ich dann immer noch die Hälfte geschafft. Dann waren mir die Pfade zu beschwerlich zum Radeln und ich bin wieder auf die Straßen umgestiegen. Zumindest waren die beschwerlichen Wege per definitionem in der Natur. Wogende Felder wachsenden Weizens. Nur kalt war es.
Am folgenden Wochenende ging es zu St. Hubertus. Mal wieder. Wie im Mai wollte ich vor allem gucken, ob denn dieses Jahr wieder die Wildblumenwiese um die Kapelle wächst. Auf meinem letzten Besuch war noch nichts zu sehen gewesen und ich dachte, dass der Naturpark sie nicht jedes Jahr wachsen lässt (so wie wir auf der Farm das Wachstum der Wiesen gesteuert haben). Jetzt sah ich, dass die Margarithen gerade erst wachsen! In einem perfekten Rechteck um die Kapelle. Weiße Margarithen, roter Mohn, gelber Senf, und alles grün. Ruhe, keine Motoren, nur Zwitschern und Summen und es war warm! Ganz unerwartet war Sommer! Ich erkundete einige neue Wege, fand ein schönes Dorf, dass ich nächstes Mal Ellie zeigen kann. Die selbst schrieb mir zwischendurch, dass die Prüfung bestanden wurde.
Vorlesungen
Natürlich habe ich auch etwas mit Ellie gemacht. Ende Mai war große Bildung angesagt. Zum einen ein ganz tolles Wissenschaftsfestival, an dem über drei Tage in Pubs Vorlesungen gehalten wurden. Mit Ellie habe ich etwas über Pterosaurier gelernt, und wenn sie keine Zeit hatte, ging ich zu den Astrophysikern (schließlich bin ich richtiger Wissenschaftler, mit Zahlen und so). Am Ende der gleichen Woche besuchten Ellie und ich die Vorlesung eines bekannten Historikers im örtlichen Theater, zu Tod und Nachfolge in der Tudordynastie. Als wir 21 Uhr aus dem Theater kamen, war es noch hell draußen und wir haben bis halb elf am Strand gesessen und Geschichte diskutiert.
Bücher
Statt mich auf vernünftige Sachen wie Statistik oder Chemie zu konzentrieren, lese ich Jerome's Drei Männer auf Bummelfahrt. Das beschreibt eine Fahrradtour durch das Deutschland Ende des 19 Jh. Einige Beobachtungen (Ordnung und Fahrradfahren) sind bemerkenswert modern. Ich hoffe, dass auch Ellie das Buch liest, wo doch auch Berlin und Potsdam beschrieben werden. Den bekannteren Vorgänger, Drei Männer in einem Boot, hatte ich übrigens 2009 in Lodz gelesen, in Vorbereitung auf eine englische Sprachprüfung, um mich an der Uni York zu bewerben. Die gleichzeitige Prüfung in Polnisch habe ich damals leider nicht bestanden.
Inzwischen habe ich Ellie Pippi Langstrumpf komplett durchgelesen und sie liest mir weiter Mathilda vor.
Tango
An zwei folgenden Wochenenden hat meine Tangotruppe Auftritt zwei und drei absolviert. Mit jedem Mal wurde es etwas besser. Besonders der dritter Auftritt in Winchester ist sehr gut geraten. Die meistens Details in jedem Tanz sitzen inzwischen, und trotzdem habe ich ganz am Anfang immer noch ungewöhnlich viel Lampenfieber. Als wir aus dem Theater kamen, gab es ein großes Feuerwerk über der Stadt. Vermutlich eher aufgrund des ersten EM Spiels Englands (leider traten wir zur gleichen Zeit auf, dürfte uns einige Zuschauer gekostet haben). Zum ersten Mal auch konnte ich nachts mit nur einem Tshirt rumlaufen. An einem Sommerabend kommt Winchesters historisches Flair richtig zur Geltung.
26. Mai war Anbaden! 11,7 Grad!
Nicht, dass mein Leben weniger hektisch wäre. Die Abende mit Mathieu gingen eigentlich nahtlos in die Brettspielabende mit dem tschechischen Paar über. Aber ich habe abends häufiger Zeit für einen Tee am Meer. An sich endlich mehr Zeit für Bücher, aber gerade wenn das Wetter mal wieder Herbst ist, fehlt mir doch ein Freund vor Ort. Auch Ellie war bis vor Kurzem weniger verfügbar - sie musste oft lang arbeiten, da die Prüfung ihrer Abteilung durch das Innenministerium nun doch stattfand. Nach vielem Bangen (zumindest von Ellies Seite) ging das (wie üblich mag man sagen) viel besser aus als erwartet.
Ein Mann auf Bummelfahrt
Andererseits hatte ich zwei lange Wochenenden, und jeweils einen Tag hatte Ellie zu tun. Was macht mann da - genau, eine Radtour. Sowas macht Ellie ja nicht mit. Einen Tag habe ich einen alten Pilgerpfad von Winchester nach Portsmouth abgefahren. Auf dem sind früher Pilger von Winchester nach Portsmouth gelaufen und dort nach Frankreich übergesetzt, um zum Kloster auf der Insel Mont St. Michel zu kommen. Noch im Sommer 2012 hatte ich mir einen sehr schönen Wanderführer dazu gekauft und wollte, unter dem Eindruck einer erzkatholischen Rostocker Freundin, den Weg ein Wochenende lang ablaufen. Morgens früh mit der Sonne aufstehen. Dazu kam es natürlich nie, denn wann hat man schonmal ein ganzes Wochenende, wenn man nicht mehr Single ist. Dann eben nur einen Teil, und schneller mit Fahrrad. Immerhin gibt es mir Hoffnung: alte Versäumnisse sind nicht ganz verloren. Nun, bereits Winchester selbst war sehr schön und ich ging gleich im Stadtmuseum verloren. Schließlich hat die Stadt eine lange Geschichte, nicht zuletzt als römisches Provinzzentrum, und die Domglocken läuteten die ganze Zeit. Vom Pilgerpfad habe ich dann immer noch die Hälfte geschafft. Dann waren mir die Pfade zu beschwerlich zum Radeln und ich bin wieder auf die Straßen umgestiegen. Zumindest waren die beschwerlichen Wege per definitionem in der Natur. Wogende Felder wachsenden Weizens. Nur kalt war es.
Am folgenden Wochenende ging es zu St. Hubertus. Mal wieder. Wie im Mai wollte ich vor allem gucken, ob denn dieses Jahr wieder die Wildblumenwiese um die Kapelle wächst. Auf meinem letzten Besuch war noch nichts zu sehen gewesen und ich dachte, dass der Naturpark sie nicht jedes Jahr wachsen lässt (so wie wir auf der Farm das Wachstum der Wiesen gesteuert haben). Jetzt sah ich, dass die Margarithen gerade erst wachsen! In einem perfekten Rechteck um die Kapelle. Weiße Margarithen, roter Mohn, gelber Senf, und alles grün. Ruhe, keine Motoren, nur Zwitschern und Summen und es war warm! Ganz unerwartet war Sommer! Ich erkundete einige neue Wege, fand ein schönes Dorf, dass ich nächstes Mal Ellie zeigen kann. Die selbst schrieb mir zwischendurch, dass die Prüfung bestanden wurde.
Vorlesungen
Natürlich habe ich auch etwas mit Ellie gemacht. Ende Mai war große Bildung angesagt. Zum einen ein ganz tolles Wissenschaftsfestival, an dem über drei Tage in Pubs Vorlesungen gehalten wurden. Mit Ellie habe ich etwas über Pterosaurier gelernt, und wenn sie keine Zeit hatte, ging ich zu den Astrophysikern (schließlich bin ich richtiger Wissenschaftler, mit Zahlen und so). Am Ende der gleichen Woche besuchten Ellie und ich die Vorlesung eines bekannten Historikers im örtlichen Theater, zu Tod und Nachfolge in der Tudordynastie. Als wir 21 Uhr aus dem Theater kamen, war es noch hell draußen und wir haben bis halb elf am Strand gesessen und Geschichte diskutiert.
Bücher
Statt mich auf vernünftige Sachen wie Statistik oder Chemie zu konzentrieren, lese ich Jerome's Drei Männer auf Bummelfahrt. Das beschreibt eine Fahrradtour durch das Deutschland Ende des 19 Jh. Einige Beobachtungen (Ordnung und Fahrradfahren) sind bemerkenswert modern. Ich hoffe, dass auch Ellie das Buch liest, wo doch auch Berlin und Potsdam beschrieben werden. Den bekannteren Vorgänger, Drei Männer in einem Boot, hatte ich übrigens 2009 in Lodz gelesen, in Vorbereitung auf eine englische Sprachprüfung, um mich an der Uni York zu bewerben. Die gleichzeitige Prüfung in Polnisch habe ich damals leider nicht bestanden.
Inzwischen habe ich Ellie Pippi Langstrumpf komplett durchgelesen und sie liest mir weiter Mathilda vor.
Tango
An zwei folgenden Wochenenden hat meine Tangotruppe Auftritt zwei und drei absolviert. Mit jedem Mal wurde es etwas besser. Besonders der dritter Auftritt in Winchester ist sehr gut geraten. Die meistens Details in jedem Tanz sitzen inzwischen, und trotzdem habe ich ganz am Anfang immer noch ungewöhnlich viel Lampenfieber. Als wir aus dem Theater kamen, gab es ein großes Feuerwerk über der Stadt. Vermutlich eher aufgrund des ersten EM Spiels Englands (leider traten wir zur gleichen Zeit auf, dürfte uns einige Zuschauer gekostet haben). Zum ersten Mal auch konnte ich nachts mit nur einem Tshirt rumlaufen. An einem Sommerabend kommt Winchesters historisches Flair richtig zur Geltung.
26. Mai war Anbaden! 11,7 Grad!
| St Hubertus, Juni. Seit dem letzten Besuch ist der Raps verschwunden, dafür sieht man die Margarithen langsam um die Kapelle wachsen. |
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Komisch Gucken vor der Show.
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| Komisch gucken nach der Show. |
Sonntag, 22. Mai 2016
Ein paar schöne Dinge
Sonne! Hoffnung! Übernacht war es Sommer geworden - nicht erst Frühling, nein, gleich Sommer. Das dauerte nur vier Tage, aber die haben wir genutzt. Nach der Arbeit fahre ich momentan immer ans Meer. Und am Wochenende haben Ellie und ich das Auto geschnappt und sind in Petersfield Rudern gefahren. Das heißt, Ellie ist gefahren (damit sie endlich ihre Fahrangst verliert), ich habe gerudert. Und auf dem Rückweg, das Auto machts möglich, haben wir ein Picknick im Umweltzentrum gemacht. Dort waren wir seit der Übernachtung im letzten Jahr nicht mehr gewesen. Was für wunderschöner Ort - wir haben auf dem Rasen zwischen den Zelten gegessen, sogar Ellie war warm.
Danach musste Ellie eine Wochen lang auch am Samstag arbeiten. Das gab mir die Möglichkeit zu Aktionen, die sie nicht mitmachen könnte. Zum Beispiel Radtouren. Somit habe ich eine Woche darauf einen wunderschönen Ausflug zur Hubertuskapelle und dann immer der Nase nach gemacht. Das hatte ich seit einen kurzen Spaziergang in der Gegend im Januar vorgehabt. Damals haben Ellie und ich den Ort Chalton besucht und ich habe mir gedacht, dass es dort soviele vielversprechende Wege gibt, dass man sie wirklich mal ohne Zeitdruck erkunden sollte. Zuerst habe ich dazu den Hügel gegenüber der Kapelle erklommen, von dem aus man das gesamte Tal und weiter draußen die leuchtenden Rapsfelder der ganzen Region sah. Dann bin ich planlos weiter und kam an vielen Orten vorbei, die Ellie und ich in den letzten drei Jahren jeweils einzeln besucht hatten; am Ende fast wieder bis Petersfield.
Und es blühen die erste Rosen im Rosengarten!
Von den darauffolgenden 6 Abenden waren 4 mit Tango ausgefüllt. Der erste Auftritt fand am Freitag, den 20. Mai, in Portsmouth statt. Meinungen dazu gehen auseinander. Wir von der Truppe fanden es ziemlich schlimm. Ich selbst habe gleich am Anfang einen großen Fehler gemacht, und danach gleich noch ein paar kleine. Das hat mich wuschiger gemacht als früher - wird Lampenfieber mit dem Alter größer, nicht kleiner? Nun, wir waren diesmal tatsächlich nicht ganz so gut vorbereitet wie vor zwei Jahren. Wenn man dem Publikum glaubt, war dagegen alles toll. Nach vielem Nachbohren bin ich bereit, dem Publikum zu glauben. Vielleicht sieht man von unten wirklich nur den Wald und nicht die Bäume. Insgesamt haben wir 5 Auftritte, den nächsten in zwei Wochen.
Zuletzt: Meine Bewerbung war nicht erfolgreich, wenn auch nur knapp.
Abends nach der Arbeit
Fahrradausflug
Danach musste Ellie eine Wochen lang auch am Samstag arbeiten. Das gab mir die Möglichkeit zu Aktionen, die sie nicht mitmachen könnte. Zum Beispiel Radtouren. Somit habe ich eine Woche darauf einen wunderschönen Ausflug zur Hubertuskapelle und dann immer der Nase nach gemacht. Das hatte ich seit einen kurzen Spaziergang in der Gegend im Januar vorgehabt. Damals haben Ellie und ich den Ort Chalton besucht und ich habe mir gedacht, dass es dort soviele vielversprechende Wege gibt, dass man sie wirklich mal ohne Zeitdruck erkunden sollte. Zuerst habe ich dazu den Hügel gegenüber der Kapelle erklommen, von dem aus man das gesamte Tal und weiter draußen die leuchtenden Rapsfelder der ganzen Region sah. Dann bin ich planlos weiter und kam an vielen Orten vorbei, die Ellie und ich in den letzten drei Jahren jeweils einzeln besucht hatten; am Ende fast wieder bis Petersfield.
Und es blühen die erste Rosen im Rosengarten!
Von den darauffolgenden 6 Abenden waren 4 mit Tango ausgefüllt. Der erste Auftritt fand am Freitag, den 20. Mai, in Portsmouth statt. Meinungen dazu gehen auseinander. Wir von der Truppe fanden es ziemlich schlimm. Ich selbst habe gleich am Anfang einen großen Fehler gemacht, und danach gleich noch ein paar kleine. Das hat mich wuschiger gemacht als früher - wird Lampenfieber mit dem Alter größer, nicht kleiner? Nun, wir waren diesmal tatsächlich nicht ganz so gut vorbereitet wie vor zwei Jahren. Wenn man dem Publikum glaubt, war dagegen alles toll. Nach vielem Nachbohren bin ich bereit, dem Publikum zu glauben. Vielleicht sieht man von unten wirklich nur den Wald und nicht die Bäume. Insgesamt haben wir 5 Auftritte, den nächsten in zwei Wochen.
Zuletzt: Meine Bewerbung war nicht erfolgreich, wenn auch nur knapp.
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| Rudern in Petersfield |
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| Ellie war zum allerersten Mal in einem Ruderboot. Es half ihr sehr, dass das Wasser nur knietief war. |
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| Picknick im Umweltzentrum. |
Abends nach der Arbeit
Fahrradausflug
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| St Hubertus im Raps |
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| England in einem Bild. |
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| Am Horizont die Wälder des Königin-Elizabeth-Landschaftsparks. |
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| Kirche in Chalton. |
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| Tango. Zwei Tage vor dem ersten Auftritt. |
Montag, 2. Mai 2016
Nun ist Mathieu weg. Mitte Juni fängt er eine neue Arbeit in Nottingham an. Bis dahin reist er einen guten Monat durch die Welt. Anfang Juni sehe ich ihn vielleicht noch einmal kurz wenn er seine Sachen in Portsmouth abholt, und ich will ein Wochenende mal nach Nottingham fahren. Aber aus meinem Alltag ist er raus. Das geschah etwas früher als erwartet und hat mich im ersten Moment etwas mitgenommen. Er war der erste und bis heute eigentlich einzige wirkliche Freund hier vor Ort, der mich damals aus meiner ursprünglichen Einsamkeit geholt hat und wir haben drei Jahre lang viel unternommen. Und zwar insbesondere Sachen, die ich mit Ellie nicht so machen kann - Radtouren, Wanderungen, Jugendherbergen, Brettspiele, Ausflüge mit Freunden und Fremden, Kneipen, Männergespräche. Im ersten Moment kam ich mir in der Stadt plötzlich wieder mehr allein vor. Es sind eben doch die Menschen, die einen Ort vertraut machen.
Nun soll man ja positiv sein. Schließlich waren die letzten Monate durchaus eine Dreifachbelastung, in denen ich Zeit finden musste für Tango, Mathieu als auch Ellie. Dazu kam noch ein kleiner Gesangsauftritt, für den ich üben musste. Sowohl den Chor als auch die normalen Tangostunden am Freitag habe ich dadurch zeitweise aufgegeben. Jetzt ist Mathieu weg, der Auftritt geschafft, Kalina als auch unsere tschechischen Brettspielfreunde sind vorerst nicht verfügbar - plötzlich habe ich ziemlich viel Zeit. Aber langfristig weiß ich, dass man wenigstens einen Freund vor Ort braucht. Dementsprechend will ich die Spieleabende weiterführen und Kalina wieder regelmäßig sehen, sobald sie zurück ist.Vorerst hat Ellie meine volle Aufmerksamkeit. Ideen für Ausflüge und Aktionen stapeln sich ja in meinem Kopf. Vorerst sind wir wieder in die Historische Werft gegangen, damit auch sie einmal die HMS Victory besichtigen kann. Das ist das Flaggschiff des Admirals Nelson, der darauf die wichtige Schlacht von Trafalgar gewann, dabei starb und ein Nationalheld ähnlichen Profils wie Churchill wurde. Ich war damit zum vierten Mal in der Werft und zum zweiten Mal auf der Victory.
Eines schönen Tages sind wir außerdem in den Wald von Bere gefahren. Ich vergesse immer wieder, dass wir ja selbst ein Auto haben. Das Waldgebiet ist nicht ganz so groß wie der New Forest, aber nur eine knappe halbe Stunde weg. Im Moment wachsen überall die Glockenblumen ganz wunderbar. Das Wetter ist sehr wechselhaft, morgens meist besser, doch auch abends bin ich moment oft nach der Arbeit am Meer und trinke allein einen Tee.
Ich erwähnte einen kleinen Auftritt - das war die offene Bühne, die ein- oder zweimal jährlich an der Uni stattfindet. Diesmal stand sie im Zeichen von Shakespeares 400. Todestag. Ich sang Schuberts Ständchen (das fröhliche, nicht das melancholische), das im allerweitesten Sinne aus Shakespeare Cymbeline stammt. Ich war schon zweimal auf dieser Veranstaltung aufgetreten, aber diesmal ist mir zum ersten Mal eine Aufnahme gelungen.
Video 1
Video 2
Aus der Aktion "Deutsches für Ellie":
Johannes gegen Kartoffelpuffer 1:0
Johannes gegen Bienenstich 1,5:1,5
Ich lese Ellie abends Pippi Langstrumpf vor, sie mir das klassische Kinderbuch Matilda. Für mich selbst lese ich Grundlehrbücher über Chemie und Statistik. Ersteres im Anschluss an Opa's Lehrbuch Physik (sowohl in Physik als auch Chemie habe ich am Gymnasium viel verpasst), zweiteres aus allgemeinem Interesse und in Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch auf Beförderung Mitte Mai. Zur Erinnerung, bei uns bewirbt man sich auf höhere Posten, man wird nicht einfach befördert.![]() |
| Vor der Victory. |
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| In den Glockenblumen... |
![]() |
| ...Glockenblumen... |
![]() |
| ...Glockenblumen! |
![]() |
| Tango, Tango, endloser Tango! |
![]() |
| Plakat für das nächste Chorkonzert. Ich singe nicht mit, weil sich die Generalproben mit Tango überschneiden. |
18. April - Einmal noch
Nicht mehr lang dann zieht Mathieu weg. Quasi als Abschiedstour haben wir einen Ausflug auf die Isle of Wight mit den üblichen Verdächtigen Portugiesen und Franzosen organisiert. Das war in dieser Gruppe das erste und vermutlich das letzte Mal, denn bald wohne nur noch ich hier und man trifft sich an einem allgemein günstig gelegeneren Ort. Dafür hatten wir zwei Autos und waren dementsprechend mobil, haben praktisch die gesamte Insel gesehen und auch ich habe noch neue Orte entdeckt, die ich noch dieses Jahr Ellie zeigen will. So waren wir auf Burg Carisbrooke, einem Eselhof, bei einem Leuchtturm aus dem 12. Jahrhundert und sind einen Küstenpfad am Westende entlanggelaufen, an dessen Ende alte Batterien gegen die Franzosen stehen und man die Felsformation der sog. "Nadeln" sehen kann. Überhaupt hatte ich von der Insel noch nie so weit sehen können - der Blick ging gute 100km. Gewohnt haben wir in der kitschigsten Pension Englands, und ganz zum Schluss, als die anderen schon weg waren, habe ich Mathieu durch Haus Osborne geführt. Da war ich zum dritten und er zum ersten Mal. Auch er hatte in der Region noch Rechnungen offen.





| Auf einem Eselhof haben ein ausgesprochen aufgeschlossenes englisches Rentnerpaar getroffen. Kein Wunder, sie haben bis vor kurzem in Frankreich gelebt. |
| Auf Burg Carisbrooke. |
| Im Hintergrund die sog. Nadeln, eine Felsformation und größter Besuchermagnet der Insel. |
Freitag, 15. April 2016
Nach Berlin
Frühling
Nach der Rückkehr aus Berlin hatten wir beide noch einen Tag frei. Das war ganz praktisch zum Akklimatisieren. Wie sich herrausstellte, hatten wir in England einen großen Sturm verpasst, während in Berlin ja schönstes Wetter geherrscht hatte. Einige Tage hatten wir auch in Portsmouth noch Sonne. Am Samstag sind wir daher zur Hubertskapelle spaziert. Seit einem Besuch im nahen Chalton Ende Januar hatte ich ja mit etwas mehr Zeit zurückkommen wollen. Nun, das ist auch gelungen, wir haben einige neue Wege probiert und viel frisches Grün mit lila Glockenblumen gesehen. An einer besonders schönen Stelle haben wir ein kleines Picknick gemacht und unter einer ausgespülten Wurzel das Versteck eines satellitengestützten Orientierungsspiels entdeckt.
Ars longa
Das war ein seltener Moment der Ruhe, denn inzwischen ist meine durchschnittliche Woche stark von der Doppelbelastung von Tangoproben und Mathieu-Treffen belastet. Wir haben schon seit längerem jeden Sonntag den gesamten Nachmittag Probe und inzwischen auch Montag abend.
Um wenigstens noch einen Abend für Ellie zu behalten, bin ich fürs Erste aus den "normalen" Tangostunden am Freitag ausgestiegen. Und auch den Chor habe ich dieses Semester verlassen, nachdem sich rausstellte, dass sich die Generalproben für Konzert und Tango perfekt überschneiden. Das hat mich sehr geärgert, dass es nicht nur derselbe Tag, sondern auch noch genau dieselbe Zeit sein muss.
Vermischtes
Arbeit: Ich hab mich zum ersten Mal auf eine Stelle höheren Dienstgrads beworben, also eine Beförderung. Erfolg ist in unserem System nicht sehr wahrscheinlich...andererseits hatte ich bisher immer ganz gut Glück. Die Jahresendbewertung ist auch sehr positiv ausgefallen und seit der Veranstaltung in London habe ich wieder Zeit, neben der Arbeit etwas zu lernen.
Von einem schwäbischen Kollegen habe ich erfahren, dass 1990 in den westdeutschen Schulen hektisch besondere Seminare über Ostdeutschland anberaumt wurden. Natürlich nachdem sie vorher nichts davon wussten. Aber immerhin, ich hatte immer gedacht, bei denen wäre gar nichts passiert.
Mit Ellie und Freunden war ich zu einem Geburtstag in einer großen Trampolin-Arena! Nach zehn Minuten lagen wir Dreißigjährigen keuchend auf den Matten. Ellie hat eine gute Figur abgegeben - offenbar hat sie als Teenager Trampolinstunden genommen. Was man alles machen kann.
(Deutsche) Klöße gegen Johannes 1:1. Dazu etwas Hintergrund: englische Klöße werden auf Nierenfettbasis und dafür ohne Kartoffeln gemacht.
Abends am Meer
Eines nebligen Morgens lief vor dem Rosengarten ein Fischerboot bei Ebbe auf die Besuchern bekannten Betonklötzer im Meer. Der Kapitän setzte das sinkend Boot auf Grund und lief Berichten zufolge weg. Das Boot wurde dann von der Flut überspült. Als ich Abends von der Arbeit kam, lief die Hebung. Seit der Zeitumstellung hat man abends nach der Arbeit noch fast zwei Stunden Sonne am Meer. Dem Kapitän ist nichts passiert und das Boot hoffentlich versichert. Es ist toll am Meer zu leben.
Dank der Berichterstattung habe ich erfahren, dass die Betonblöcke Uboot-Sperren aus dem Krieg sind.
Nach der Rückkehr aus Berlin hatten wir beide noch einen Tag frei. Das war ganz praktisch zum Akklimatisieren. Wie sich herrausstellte, hatten wir in England einen großen Sturm verpasst, während in Berlin ja schönstes Wetter geherrscht hatte. Einige Tage hatten wir auch in Portsmouth noch Sonne. Am Samstag sind wir daher zur Hubertskapelle spaziert. Seit einem Besuch im nahen Chalton Ende Januar hatte ich ja mit etwas mehr Zeit zurückkommen wollen. Nun, das ist auch gelungen, wir haben einige neue Wege probiert und viel frisches Grün mit lila Glockenblumen gesehen. An einer besonders schönen Stelle haben wir ein kleines Picknick gemacht und unter einer ausgespülten Wurzel das Versteck eines satellitengestützten Orientierungsspiels entdeckt.
Ars longa
Das war ein seltener Moment der Ruhe, denn inzwischen ist meine durchschnittliche Woche stark von der Doppelbelastung von Tangoproben und Mathieu-Treffen belastet. Wir haben schon seit längerem jeden Sonntag den gesamten Nachmittag Probe und inzwischen auch Montag abend.
Um wenigstens noch einen Abend für Ellie zu behalten, bin ich fürs Erste aus den "normalen" Tangostunden am Freitag ausgestiegen. Und auch den Chor habe ich dieses Semester verlassen, nachdem sich rausstellte, dass sich die Generalproben für Konzert und Tango perfekt überschneiden. Das hat mich sehr geärgert, dass es nicht nur derselbe Tag, sondern auch noch genau dieselbe Zeit sein muss.
Vermischtes
Arbeit: Ich hab mich zum ersten Mal auf eine Stelle höheren Dienstgrads beworben, also eine Beförderung. Erfolg ist in unserem System nicht sehr wahrscheinlich...andererseits hatte ich bisher immer ganz gut Glück. Die Jahresendbewertung ist auch sehr positiv ausgefallen und seit der Veranstaltung in London habe ich wieder Zeit, neben der Arbeit etwas zu lernen.
Von einem schwäbischen Kollegen habe ich erfahren, dass 1990 in den westdeutschen Schulen hektisch besondere Seminare über Ostdeutschland anberaumt wurden. Natürlich nachdem sie vorher nichts davon wussten. Aber immerhin, ich hatte immer gedacht, bei denen wäre gar nichts passiert.
Mit Ellie und Freunden war ich zu einem Geburtstag in einer großen Trampolin-Arena! Nach zehn Minuten lagen wir Dreißigjährigen keuchend auf den Matten. Ellie hat eine gute Figur abgegeben - offenbar hat sie als Teenager Trampolinstunden genommen. Was man alles machen kann.
(Deutsche) Klöße gegen Johannes 1:1. Dazu etwas Hintergrund: englische Klöße werden auf Nierenfettbasis und dafür ohne Kartoffeln gemacht.
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| Unter einer hölzern Wurzel fand ich diese Kiste eines Orientierungsspiels. Wir haben Berliner Fahrkarten und schwedische Krona hinterlassen. |
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| Moderne Handys haben richtig gute Kameras. |
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| Tee und Brötchen bei St. Hubertus. |
Abends am Meer
Eines nebligen Morgens lief vor dem Rosengarten ein Fischerboot bei Ebbe auf die Besuchern bekannten Betonklötzer im Meer. Der Kapitän setzte das sinkend Boot auf Grund und lief Berichten zufolge weg. Das Boot wurde dann von der Flut überspült. Als ich Abends von der Arbeit kam, lief die Hebung. Seit der Zeitumstellung hat man abends nach der Arbeit noch fast zwei Stunden Sonne am Meer. Dem Kapitän ist nichts passiert und das Boot hoffentlich versichert. Es ist toll am Meer zu leben.
Dank der Berichterstattung habe ich erfahren, dass die Betonblöcke Uboot-Sperren aus dem Krieg sind.
| Nur ein Stück Metallrahmen ragten anfangs noch aus dem Wasser. |
| Ellies müde Männer. Ich war krank, Katzen schlafen 18 Stunden am Tag. |
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