Freitag, 14. März 2025

Chichester mit Otto

Freitag war Ottos Schule wegen Fortbildung geschlossen, und wir nahmen uns beide frei. Ellie, um Ottos erste eigene Geburtstagparty am Folgetag vorzubereiten, ich um Otto zu betreuen. Ich waere ja gern in die Natur gefahren, aber er wollte mit dem Zug nach Chichester, und dort auf dem Kanal rudern. Das haben wir dann gemacht, und den Weg dazu fuer ein Schulprojekt fotografisch dokumentiert.

Leider erfuhren wir vor Ort, dass die Boote erst ab April vermietet werden. Gefaehrlicher Moment. Aber Otto hat viel besser reagiert als noch vor einigen Monaten normal gewesen waere. Enttaeuscht und niedergeschlagen, aber kein absoluter Wutausbruch. Wir fuetterten die Enten etwas, waehrend ich erfolglos ueber Alternativen nachdachte.

Mir fiel aber nichts ein ausser einem fruehen Mittagessen und Spielzeuglaeden. Fuer ein Kind Ottos Alters ist Chichester mit seinen Laeden und Geschichte eigentlich nicht wirklich interessant. Ich habe gegen grossen Protest einen sehr kurzen Abstecher in die Kathedrale durchgesetzt, dann ging es wieder zum Bahnhof. Land waere besser gewesen.

Wenigstens konnte ich ihn in Portsmouth auf einen Spielplatz lotsen, neben Sebbis Kita. Den holten wir spaeter auch ab, um Ellie mehr Zeit zu geben. Das war eine schoene Ueberraschung: man liess Otto rein um Sebbi aus seinem Raum zu holen. Beide Kinder waren abends absolut erschlagen. Ich hoffe nur, dass sie genug Kraft fuer die Feier uebrig haben.

 

Sebi

mag im Moment Kirchenglocken. Ich muss ihm immerzu "ding dong" vorspielen. Natuerlich gibt es online Endlosspiellisten. Hoere ich mir ehrlich gesagt selbst sehr gerne an.

Mir ist klar geworden, dass er nicht mehr nach Ms Rachel im Fernsehen verlangt. Das war lange Zeit die absolut idiotensicherste Unterhaltungsloesung, wenn sonst nicht mehr half. Fuer Erwachsene nicht so toll, aber trotzdem fuehlt man ein gewisses Bedauern, dass wieder eine Phase vorbei ist.

Otto

wir wollen den Tabletkonsum mindern. In der schwierigen Zeit nach Sebbis Geburt haben wir ihn einfachen lassen, solange es ihm nur half. Bisher leistet er erstaunlich wenig Widerstand. Die Frage ist nur, was man ihm alternativ anbietet. Anders als Sebbi war Otto noch nie jemand, der sich allein unterhaelt.

Johannes

  • ich lese weiter mit grossem Genuss den Ehrenwerten Bede.
  • die Reise nach Rostock rueckt naeher. Papa hat uns das Hotel in Berlin gebucht. Ich gucke mir die Zuege nach Rostock an. Ich kann es immer weniger ignorieren, aber es macht mich nervoes.

 






 

Montag, 10. März 2025

Wir hatten ein sehr schoenes Wochenende bei weiter tollem Wetter. Samstag bin ich zuerst mit Sebbi auf den Spielplatz, und die Knospen und Blueten an allen Baeumen brachten mir bereits gute Stimmung. Dann sind wir zu viert ans Meer gegangen. Otto hat seine angebliche Angst vor Seetang vergessen, und Sebbi will immer Steine ins Wasser schmeissen, so wie vor Jahren sein Bruder.

Als nachmittags Otto und Ellie auf einen Kindergeburtstag gingen, fuhr ich mit Sebbi ins Nachhaltigkeitszentrum in den South Downs. Eine absolute Freude, das Gruen, die Sonne, die Blumen, der Fruehling. Sebbi spielte auf mit den gleichen Sachen wie vor Jahren Otto, lernte ein Plumpsklo kennen, sah ein Lagerfeuer und den frueh aufgegangenen Mond. Ich moechte im Moment jeden Tag da raus fahren, aber leider ist das nicht drin.

Sonntag vormittag sind wir alle vier zu Ottos Schule gegangen, wo einige Eltern einluden, den Schulgarten aufzuraeumen. Auch das war fuer uns alle wieder toll. Mir machte es Spass, mal draussen zu arbeiten; Otto macht gerne mit. Ein durchgehendes Charaktermerkmal, dass er immer Sachen selbst machen wollte, und dabei dann auch Konzentration und Durchhaltefaehigkeite zeigt. Spaeter spielte er vor allem mit seinem Freund Eddy, und ich behuetete Sebbi im Spielbereich der angeschlossenen Kita. Fuehlte sich toll an, nach zwei Stunden in der Sonne zum Mittagessen nach Hause zu laufen.

Beide Kinder scheinen momentan sehr gluecklich, und besonders Sebbi verlangt es sehr nach Papa. Was ein Glueck fuer ihn, dass ich mir den Montag Morgen freigenommen hatte, um zu seinem woechentlichen Spieltreff mitzukommen. Der findet in einer Kirche nicht weiter meiner alten Wohnung statt, in deren Schiff verschiedenste Spielsachen ausliegen. Nicht zuletzt war es fuer mich schoen, mehr Zeit mit Ellie zu verbringen, als wir bei Sonne zur Kirche und zurueck liefen. Ich war ewig nicht mehr dagewesen, aber ich finde es jedes Mal toll, einfach weil es so entspannt ist und man Tee bekommt. Sebbi hat sich sehr gefreut; kam immer wieder zu mir gelaufen und hielt auf dem Weg meinen Finger. Bei meinem letzten Besuch war Otto noch in der Kita und kam auch immer mit, auch wenn er beidem laengst entwachsen war. Das sehe ich aber erst im Rueckblick - er war einfach bereit fuer die Schule. Unglaublich, dass das weniger als ein Jahr her ist.

Sebbi

mag Bauchtanz, nachdem ich ihm gezeigt hatte, was seine Mami Freitag Abend macht. Er liebt eben Musik jeder Art.

neues Hobby: huepfen. Er uebt bei jeder Gelegenheit. Ich helfe, und erklaere von was man besser nicht runterspringen sollte.

rutscht seit Samstag morgen alleine die Rutsche runter. Ist begeistert, dass er das kann; steigt immer wieder zurueck auf das Klettergeruest und laeuft zur Rutsche. Als waere es normal, dass er kontrolliert laufen kann.

Otto

zeigt eindeutige Fortschritte in seinen sozialen Faehigkeiten. Nicht zuletzt spielt er besser mit Sebbi. Letztens hat er ihn abends sogar auf seinen Schoss genommen. Und er hat letztens einige relative alte deutsche Buecher rausgekramt, in denen er ganz nebenbei Worte erkennt und liest.

Johannes

Ich lese diese Woche mehr Geschichte als Technik. Dieses Wochenende hatte ich ploetzlich Lust, die "Kirchengeschichte des englischen Volkes" tatsaechlich mal zu lesen. Die stammt aus dem 8. Jahrhundert, vom Moench Bede, ansaessig zwischen Newcastle und Sunderland. Gilt als erstes Geschichtswerk des Landes. Irgendwie macht mir die Vorstellung dieser Zeit immer wieder Spass.


Auf dem Weg zum Schulgarten, hinter dem Holzzaun.


Auf der Rutsche





Wir haben Fotos, wo noch Otto auf dieser Rutsche sitzt.



Otto lernt langsam, einfach mal fuenf gerade sein zu lassen.

 

 

Montag, 3. März 2025

Dieses Wochenende herrschte strahlender Sonnenschein und ich wollte endlich mal richtig raus. Samstag konnte ich leider nicht viel machen, aber Sonntag sind wir nach Aldingbourne oestlich von Chichester gefahren. Dort steht eine Mischung aus Park und Streichelzoo, mit Spielplaetzen und diversen Aktivitaeten fuer Kinder. Wir waren schon zweimal dagewesen, weil es ein nuetzlicher Treffpunkt fuer Ellies Familie mit, und diesmal trafen wir Mutter und deren Mann.

Otto durfte sofort mit dem kleinen Traktorzug fahren, dann machten wir ein Picknick, dann entdeckten die Kinder die Wasserspiele und Bausteine auf dem Spielplatz. Mein Lieblingsort war aber das Waldstueck, welches wir in der Vergangenheit nie bemerkt hatten. Mit Ententeich, Spielgeraeten und ganz viel Gruen zwischen Baeumen. Krokusse und Schneegloeckchen, auch die Osterglocken sind seit kurzem draussen. Die Kinder konnten einmal in der richtigen Natur spielen. Da bin ich fuer jede Gelegenheit dankbar.

Nur die Tiere konnte ich kein einziges Mal besuchen.


Sebbi

hat kuerzlich seine erste Einschaetzung der Kita bekommen. Ein glaenzendes Zeugnis, dass mich sehr gluecklich machte, und auch unseren Eindruck spiegelte. Ein sehr froehlicher kleiner Junge, der Menschen mag, Interesse und Konzentration zeigt und in momentan besonders seine Sprache ausbaut. Ich staune jeden Tag insgeheim, wie er staendig so froehlich sein kann.


Otto

entwickelt sich auch, besonders im zwischenmenschlichen Bereich. Das sehen wir in der Schule, auf Spielplaetzen und auch in Aldingbourne wieder. Dort suchte er erkennbar, und erfolgreich, das Zusammenspiel mit zwei aelteren Kindern, die ihn auch gut in den Bau ihres Hauses integrierten. Ich glaube es wird nie seine Staerke; er wirkt immer etwas ratlos und halb amuesiert ueber dieses merkwuerdige Sozialspiel. Aber er lernt, und das gibt mir ein gutes Gefuehl. Ich vermute, dass hat er von mir.


Laut Schuluntersuchung ist Otto 119cm gross, und 27,3kg schwer. Die muss ich weiterhin oft hochheben, denn das macht Spass, und dient vermutlich auch der Vergewisserung der Bidung trotz Geschwisterkind.

 

Johannes

Ich arbeite weiter an der Deutschlandreise. Erlaube mir aber weiterhin nicht, wirklich daran zu glauben.




 

Samstag, 22. Februar 2025

Otto Aktiv

Heute hatte ich einen besonders schoenen Tag mit Otto. Gleich morgens wollte er zu den Hilsea Lines fahren, einem Waldstreifen entlang des Kanals, der die Grenze zwischen Portsmouth und dem Festland bildet, und der sehr viel lohnender geworden ist, seitdem wir Kinder haben. Dort angekommen, fanden wir die woechentliche "Waldschule" fuer Kinder vor, die wir in der Vergangenheit ein paarmal besucht hatten. Dort buchte ich spontan einen Platz fuer eine weitere Veranstaltung am Nachmittag. Aber erstmal fuetterten wir Enten und Otto steckte seine Gummistiefel ins Wasser am Ufer. Es war der erste richtige Fruehlingstag, die Voegel sangen laut in den efeubedeckten Baeumen und ueberall waren Knospen. Spaeter kam die Sonne raus und es wurde richtig warm. Dann wollte Otto noch in einen nahgelegten Park mit Kleintieren und einem Spielplatz, und weil die Zeit zu knapp wurde um nach Hause zu fahren, assen wir in einem Cafe Mittag. Die Veranstaltung am Nachmittag war dann mehr fuer kleinere Kinder ausgelegt; noch denke ich gar nicht an so eine Moeglichkeit. Es ist einfach komisch, wie aus dem unlesbaren Baby ein Wesen geworden ist, dass nachdenkt und sich ausdrueckt. Aber Otto war trotzdem zufrieden, in Haengematten zu liegen und insbesondere, als man ihm zeigte, wie man mit zwei Metallstangen Feuer macht.

Als wir nach Hause fuhren, war das Wetter so schoen, dass wir Ellie und Sebbi in einem nahen Park trafen. Wir brachten neue Sachen fuer Sebbi, der sich in Pfuetzen total eingesaut hatte. Ich blieb noch etwas laenger mit Otto da, der mit seinem Roller noch bei den Halfpipes ueben wollte. Er war klar beeindruckt von den anderen Leuten da, und versteht natuerlich nicht, wielange die fuer ihre Kunststuecke geuebt haben.

Insgesamt war Otto acht Stunden draussen koerperlich aktiv gewesen. Das hat er problemlos weggesteckt und beweist mir wieder, wieviel mehr er eigentlich draussen rennen sollte.  Zweitens hat es auch mir richtig gut getan, einen ganzen Tag lang unterwegs zu sein. Ein bisschen wie frueher, und es war gut. Und drittens war es gut, Ottos Neugier und Tatendrang zu sehen.





 

Freitag, 21. Februar 2025

Ferien

Die letzte Woche war es kalt und es kostete Ueberwindung das Haus zu verlassen. Aber wir haben grosse Jungs, die Bewegung brauchen. Wir sind zum Ententeich im Viertel Baffins gefahren, der nuetzlicher ist, seit ich einen guten Spielplatz und einen nahen Parkplatz entdeckt haben. Auch fanden wir einen Laden, der Entenfutter verkauft. Besonders Sebbi liebt alle Tiere, und freute sich, dass wir sie fuettern konnten.

Beide Kindern singen sehr viel mit mir. Im Auto die CD, die Sanni uns vor vier Jahren geschenkt hatte. Und zu Hause Kinderlieder im Fernsehen, jeden Abend nach der Badewanne. Otto hat darueber seinen englischen Akzent verloren, und Sebbi lernt so viele Worte. Es macht mich richtig gluecklich.


Sebi

  • mag Fische sehr. Anders alt mit Otto lohnt sich der Eintritt ins Aquarium.
  • ist in der Kita in die naechste Gruppe aufgestiegen: von den Rotkehlchen zu den Zaunkoenigen. Irgendwann kommt er zu den Eisvoegeln, so wie Otto seinerzeit.


Otto

  • hat eine Woche Ferien und ist darueber sichtlich gluecklich. So lieb und verstaendnisvoll war er lange nicht. Einmal wollten wir in meiner Mittagspause Bus fahren, der dann aber nicht fuhr. Wo frueher damit der ganze Tag versaut gewesen ware, kam ich diesmal mit nur kurzem Protest davon, bevor wir stattdessen zurueck nach Hause gingen und backten.
  • Mittwoch bis Freitag hat er seine Mami ganz fuer sich. Einen Tag sind sie nach Chichester gefahren, dort auf dem Kanal Boot gefahren und haben spaeter in der Stadt gegessen, was Otto immer besonders gluecklich macht. Am naechsten Tag fuhren die beiden auf den Kinderbauernhof Staunton, fuer den wir ja jetzt eine Jahreskarte haben. Ich waere auf diesen Ausfluegen so gerne mitgekommen. Und Freitag gingen sie ins Retro-Spielecafe in der Altstadt.
  • Otto zeigt auch relativ neue Interessen: zweimal war Ellie mit beiden Kindern in der Bibliothek und beide Male kam Otto mit vielen Buechern zurueck, die ich ihm auch alle vorgelesen habe. Er macht auch Fortschritte beim Schreiben: einen Nachmittag lang schrieb er sich ein Rezeptebuch. Er zeigt tatsaechlich weiterhin Interesse am Kochen und Backen. Diese Woche habe ich ihm Semmelkloesse und (separat) Zuckerguss vorgestellt. Als naechsten will ich ihm Mehlkloesse beibringen.
  • wir wissen zum ersten Mal nicht richtig, was wir Otto zum Geburtstag schenken koennten. Autos und Eisenbahnen sind lange nicht mehr von groesserem Interesse; momentan sind es Pokemon und Sonic, aber damit kenne ich mich nicht aus. Buecher sind vermutlich eine gute Wahl.

 

Johannes

  • Ich bereite die Reise nach Deutschland vor. Ellie hat Sebbis Pass beantragt. Ich habe die Fluege gebucht. Ganz schoen teuer mit einer Familie. Aus Angst, es koennte zu spaet sein gute Fluege zu finden hatte ich es immer weiter vor mir hergeschoben. Gerade solche Entscheidungen sind schwierig, wenn man immer erste nach 20 Uhr dazu kommt und dann alles ganz schnell gehen muss. Ich war nach der Buchung geistig voellig erschoepft. Als naechstes brauchen wir Hotels in Berlin fuer An- und Abreise.
  • Ich rufe mir immer wieder ins Gedaechtnis, dass die ganze Reise auch ins Wasser fallen kann. Ein Kind kann in der Nacht davor krank werden, usw. Aber manchmal erlaube ich mir die Vorstellung, wie wir die Biestower Dorfstrasse runterlaufen, an Kirche und Teich vorbei.
  • Ich bin momentan mit meinen beiden Kindern ziemlich gluecklich. Und weder Ellie und ich kriegen es in den Kopf, dass Otto kein kleines Kind mehr ist. Das dieses Wesen weg ist. Es ist wirklich komisch. Schwer in Worte zu fassen warum.

 





Sonntag, 2. Februar 2025

Sebi

  • malt sehr gerne mit Stiften. Wir haben einen Packen A1 Flipchart Papier gekauft, und damit beschaeftigt er sich lange Zeit allein, wie Otto es nie gemacht hat. Sagt ab und zu freudig "Stift".
  • Er redet jede Woche etwas mehr. Jetzt unterscheidet er auch Sprachen: zu mir sagt er "mehr" anstatt "more.
  • ist allgemein absolut goldig

 

Otto

  • Ist eigentlich ein erstaunlich ängstliches Kind. Dafür, dass wir ihm immer Zuversicht beigebracht haben. Aber regelmäßig hat er erkennbar Schiss vor Sachen, die andere Kinder bereits machen. Hat er vermutlich auch von mir. Aber irgendwann macht er es dann.
  • verlangt seit einiger Zeit abends nicht mehr nach Deutsch Lektionen auf Duolingo
  • wirkt in letzter Zeit sozialer. Ellie berichtet, dass er auf dem Spielplatz gezielt nach Spielgesellen sucht. Leider grundsaetzlich bei viel zu alten Kindern.
  • wir haben zusammen Kloesse gemacht. Englische Kloesse, auf Basis von Rindernierenfett, bzw. der heutigen vegetarischen Version. Ich will ihm auch noch verschieden deutsche Klossarten zeigen. Denn kochen tut er gern.

 

Johannes

  • Ich war letztens zweimal mit den Kindern in Staunton. Einmal mit Otto allein, einmal mit beiden. Ist immer schoen, auch fuer mich.
  • Mir geht es weiterhin vergleichsweise gut. Ich habe eindeutig mehr Platz im Kopf, denn ich lese abends wieder Geschichte und lerne sogar etwas, das Betriebssystem Linux. Ich habe mir sogar ein Lehrbuch dafuer gekauft.
  • Ich backe auch weiter Brot und hab mit Sauerteig experimentiert. Die ersten zwei Ansaetze sind nichts geworden, aber der zweite war besser als der erste.
  • Ich habe einmal meine neue Chefin getroffen. Die wohnt in Gosport auf der anderen Hafenseite. Haben wir uns einmal im Restaurant im Yachthafen getroffen und nicht viel ueber Arbeit geredet. Schoen jemanden persoenlich zu treffen.

Letztes Wochenende sind wir mal wieder in den Haustierpark Staunton in Havant gefahren. Sebbi liebt ja Tiere und war das erste Mal da; Ottos Hoehepunkt war. Mir selbst tat es sehr gut, an einem sonnigen Tag im Park eines ehemaligen Herrenhauses zu sein. Darum habe ich eine lange Ueberlegung endlich umgesetzt und eine Jahreskarte gekauft. Der Park ist relativ schnell zu erreichen und vielleicht fahren wir im Fruehling und Sommer oefter hin.

Sebastian

ist unglaublich froehlich! Lacht und kuschelt; es ist eine Freude. Am meisten liebt er aber seinen aufregenden, grossen Bruder. Leider will er darum staendig mit dem spielen, was der gerade in der Hand hat. So zanken sie sich staendig um jeweils ein Spielzeug.

Seine Sprache und sein Vokabular entwickelt sich schnell. Inzwischen spielt er richtig mit Worten, wechselt z.B. die Vokale aus.

Er liebt weiter Musik und Tanz. Wenn er will, dass wir etwas singen, fordert er uns mit einem kleinen Tanz auf. Er singt inzwischen auch erkennbar bestimmte Worte und Lieder mit.

Und er macht durchaus mal was alleine, für sich, mit Konzentration. Diese Woche hat er in der Kita eine Laterne gebastelt und lange Zeit das Papier dafür bemalt. Nicht jedes Kind ist so...

Otto

ist ziemlich wechselhaft. Einmal ausgeglichen und lieb, ploetzlich wuetend und egoistisch. Ausloeser sind minimal. Ich kann mir oft nicht helfen, im Kaffeesatz zu lesen.

Vorletztes Wochenende war richtig schoen. Wir haben Brot gebacken, in Fareham Rapshonig geholt vom Imker geholt und anschliessend einen Weg entlang eines Flusses erkundet. Am naechsten Wochenende  war er launenhaft und lustlos. Nichtmal die Trampoline im Kinderaustobzentrum haben ihn motiviert. Ich dachte fast, er wird krank.

Otto lernt seit dem Globus viel Erdkunde. Kontinente, Klimazonen, Zeitzonen, Naturzonen. Beruehmte Gebaeude, hoechste Berge, laengst Flusse. Leben auf Land, im Meer, Raumstationen. Seine Fragen sind zum Teil ein Trick um abends laenger wach zu bleiben. Aber er merkt sich Sachen auch.

Ellie organisiert fuer Otto eine Geburtstagfeier mit drei oder vier seiner Schulfreunde. Grosse Partys sind wahrscheinlich nicht sein Ding. Wie ich kommt er nicht mit Laerm und Gewusel klar.

Otto ist weiter sehr schlau. Insbesondere sind viele seiner Witze wirklich lustig.

Johannes

Mir geht es durchschnittlich etwas besser. Seit Sebbi abends besser schlaeft, kann ich jeden Tag etwas kleines schaffen, und dieses Gefuehl von Fortschritt und Veraenderung tut mir gut. Zum Beispiel backe ich weiter Brot; neulich experimentierte ich mit Otto, Sauerteig anzusetzen. Ich konnte ich auch mit einigen wichtigen, langfristigen Sachen beschaeftigen wie Geldanlange fuer mich selbst und die Kinder.

Ich lese wieder mein Geschichtsbuch; hoere aber vor allem weiter viele alte Radiohoerspiele. Eine merkwuerdige Freude, in diese alten Welten einzutauchen.



Sebbi fuettert die kleinen Katzen mit Apfel