Donnerstag, 18. März 2021
Ottos Erster
Dienstag, 16. März 2021
Botreuung
- Otto mag Bücher mehr. Früher fand er die Gutenachtgeschichte lästig; heute lässt er sich ganz gerne die Bilder zeigen.
- er läuft! Und zwar besonders gerne am Strand, wo er mit den Steinen spielt. Meistens im Mund natürlich.
- ...und Türen öffnen kann er auch.
- er ist insgesamt sehr fröhlich und neugierig sobald er morgens die Augen aufmacht
- er ist am glücklichsten, wenn beide Eltern im Raum sind. Gerade abends wenn er müde wird heult er sonst schnell rum.
- er hat einen Schnupfen, der bisher glimpflich verläuft. Er mag es wenn Ellie ihm die Nase abwischt.
- Sein Vokabular besteht größtenteils aus mama ( = das will ich haben), dada ( = das gefällt mir) , nana ( = Banane) und kra ( = Vögel!) . Und die meisten neuen Laute probiert er aus, wenn er nachts aufwacht und wieder einschläft
- ... mein Gott sind wir müde!
Samstag, 6. März 2021
Ottos erste Banane
Sonntag, 21. Februar 2021
Nacht und Tag
Mittwoch, 10. Februar 2021
Einmal hält besser
Vor einer Woche hat Otto plötzlich etwas gemacht, was er noch nie gemacht hatte. Als wir ihm abends nach dem Baden Gutenachtlieder vorsangen, lehnte er seinen Kopf an meine Schulter und brabbelte froh und müde vor sich hin. Bisher hatte er dieses Ritual immer gehasst, war aufgekratzt und hat seinen Kopf in alle Richtungen verrenkt. Im Anschluss schlief er dann allein mit etwas Streicheln ein, statt der Stunde bei uns im Bett, wie es seit drei Wochen die Mode gewesen war. Man versucht ja, sich nicht gleich Hoffnungen hinzugeben. Die folgenden Tagen waren dann auch nicht das gleiche. Aber irgendwas bewegt sich mal wieder im Ottokopf. Er braucht immer noch sehr viel Körperkontakt und scheint Trennungsängste zu haben. Und er weint manchmal ohne erkennbaren Grund los und ist gar nicht gerne in Kinderwagen oder -träger.
Im gleichen Zeitraum begann er zunehmend nur noch einmal am Tag zu schlafen, dafür aber etwas länger. Scheint seinen Nachtschlaf im Durchschnitt einfacher zu machen. Ich hatte auch langsam die Nase voll davon, wie die Nächte seit gut zwei Monaten ablaufen.
Er kann mehr oder weniger stehen und an unseren Händen laufen, aber wir haben das Gefühl, dass er meistens einfach zu faul ist. Viel lieber krabbelt er zu mir und will getragen werden. Er spielt mit seinem allerersten Ball und versucht ihn möglichweise auch in unsere Richtung zu rollen. Am allerliebsten mag er aber das Spiel, wenn sich Papa flach auf den Bauch legt. Dann steckt Otto Hände und Mund in meine Haare, krabbelt dann auf meinen Rücken und legt seinen Kopf flach hin wie in Schlafposition. Wir haben einige besonders schöne Spaziergänge am Meer gemacht, als mal die Sonne schien. Sein Blick ist scharf und vor allem auf Straßenlaternen gerichtet, sowie auf Vögel und Hunde.
Alles in allem war ich diese letzte Woche aber wieder ziemlich fertig. Liegt nicht zuletzt an dem Gefühl, dass meine Tage alle gleich aussehen und abends, wenn ich etwas frei haben, fast nie zu "besonderen" Dinge komme, und sei es nur ein kurzer Brief an jemanden. Meistens gucke ich in letzter Zeit abends ARD Märchenfilme, die ich bisher als Hörspiel kannte. Schöne Landschaft, schöne Kostüme, es geht immer gut aus und dauert nicht lange, dafür reicht es bei mir noch.
Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich schon vor ein paar Wochen Uropas Kriegstagebuch fertig editiert hatte. Ich hatte es etwas leserlicher und leichter zu durchsuchen gemacht. Ist weiterhin online verfügbar.
Ich hatte noch immer keine Gelegenheit unser neues Auto mal zu fahren. Dafür ist es Ellie tatsächlich gelungen, das alte zu verkaufen. Sie hatte inseriert, dass der Motor repariert oder getauscht werden muss, und innerhalb weniger Minuten hatten wir zwei Interessenten, die es auch noch abholten. Bringt uns mehr Geld als Verschrottung. Hätte ich vorher nie geglaubt.
Samstag, 30. Januar 2021
Geistesfahrt
Als ich also vor drei Wochen nach Fareham zum Zahnarzt fuhr, bemerkte ich beim Parken eine Menge weißen Rauch aus dem Auspuff. Ich rief die Feuerwehr, die auch nach drei Minuten um die Ecke bog und einen Brand ausschloss. Der Abschleppdienst brauchte geschlagene drei Stunden und sagte, das lohnt sich nicht zu reparieren. Die haben mich aber zum Glück noch nach Hause geschleppt. Dafür habe ich den längsten Spaziergang seit Ottos Geburt gemacht, bei Sonnenschein und ohne Ziel, durch ein völlig biederes englisches Wohnviertel, ein echtes Erlebnis wie in den ersten Tagen auf der Farm.
In den folgenden Tagen hat uns Ellie in Windeseile einen Hyundai i10 organisiert. Online gefunden, Testfahrt bestellt, gekauft - ich musste nur noch bezahlen, das ist Service. War auch nötig, denn in einem Monat muss Ellie wieder arbeiten, und Otto drei Tage die Woche zur Tagesmutti fahren. Die erwartet inzwischen für den August selbst wieder ein Kind; gucken wir mal wie es dann mit der Betreuung aussieht.
Otto hat in der Zeit ebenfalls einen Gang zugelegt. Nicht nur weil er übt vorsichtig einen Fuß vor den anderen zu setzen (wenn er will und man ihn festhält). Er feilt auch an den ersten Worten; Papa und Mama erkennen wir schon, auch wenn sie anders klingen. Ich bewundere sein Gleichgewicht und Fingerfertigkeit. Diese Entwicklung wirft wie auch die vorigen Phasen seinen Schlaf völlig durcheinander. Vorbei die glorreiche Zeit, wo er jeden Abend fast sofort ein- und dann fast durchschlief. Jetzt schläft er nur noch ein, wenn man ihn ins Bett holt und festhält. Oder aufsteht und ihn wiegt. Oder beides abwechselnd. Aber nicht einfach im Bett. Und er wacht wieder auf, meist bevor wir selbst im Bett sind, und dann schläft er nur noch in unserem Bett. Zwar ohne großes Theater. Aber der eigenen Schlaf ist nicht toll. Kann man nichts machen. Muss man durch.
Alles in allem reagieren wir ganz robust. Mein Wohlbefinden hing aber auch immer wieder durch. Mit den Schlafschwierigkeiten ist der Abend noch kürzer; in den letzten Wochen schien mein Leben manchmal doch ziemlich monoton. Nach der Arbeit bringt man Otto ins Bett und wenn man dann "frei" hat, bleibt noch sowas wie anderthalb Stunden, wo man man sich entscheiden muss, dringende Haushaltsarbeiten zu erledigen, sich dringend draußen zu bewegen, dringend andere Aufgaben wie das Auto zu erledigen, oder etwas Zeit mit Ellie zu verbringen und sich zu entspannen.
Ich denke aber auch, dass ich inzwischen die soziale Isolation durch Kind und Lockdowns spüre. Und nicht zuletzt einen Mangel an Tageslicht. Denn meistens komme ich genau eine halbe Stunde aus dem Haus, zu mehr reicht es nicht. In den letzten Tagen hatte ich die Freiheit früher Pause zu machen und mit Ellie und Otto spazieren zu gehen. Das war wunderbar, aber ob es so weitergeht kann man nicht sagen. Ich hatte nach Weihnachten angefangen Bücher zu lesen, aber dafür fehlt mir schon wieder die Muße und Zeit. Dafür höre ich viele Märchenhörspiele aus dem deutschen Radio. Ursprünglich für Otto rausgesucht, inzwischen für mich selbst.
Das spüre ich auch daran, wie mein Geist wieder auf Reisen geht. In jeder halbwegs ruhigen Minute entschwebt er auf lang vergangene Ausflüge und Orte. Vorgestern stand ich plötzlich in der Küche meiner Wohnung in Torun, und es kamen nicht nur Bilder sondern das spezifische Gefühl dieses Sommers zurück. In den letzten Tagen ziehe ich mir dagegen reihenweise Videos rein wie Leute im Harz wandern. Und ich tagträume dort irgendwann mit Otto durch die Wälder zu ziehen und ihm Sagen zu erzählen. Woran ich dann immer wieder denke: über die ganzen Jahre meiner Wanderungen habe ich implizit immer gedacht, sollte ich mal Partner und Familie haben, zeige ich ihnen meine vielen Stationen als Orte, die in meinem Leben noch eine aktive Rolle spielen würden, wo ich nicht nur Tourist wäre. Inzwischen ist mir klar, dass das nie so passieren wird. Dass das keine aktuellen Orte mehr sein werden. Sondern nur Geschichten, die Papa aus seiner Jugend erzählt.
Meine Arbeit ist anstrengend - viele Projekte auf einmal, Fristen verschieben sich, ich verliere oft die Übersicht; ich muss meinem Team einiges beibringen. Aber ich schaffe das ab und zu auch und langfristig merkt man das auch. Es ist aber noch ein weiter Weg.