Freitag, 15. Januar 2021

der neueste Stand

Anfang Dezember hatte ich zu schreiben begonnen, wie ich dieses Jahr unerwartet mehr und nicht weniger Advent verspürte als in der Vergangenheit. Aber dann wurde die Kinderpflege immer mehr Arbeit und inzwischen bin ich wieder an dem Punkt, wo ich gar nicht mehr versuche abends noch etwas zu schaffen. Einen Brief nach Rostock habe ich drei Wochen lang geschrieben bevor ich aufgab und ihn unfertig abschickte.
Mitte Dezember begann Otto sind an allen möglichen Sachen hochzuziehen und seine Betreuung wurde ziemlich anstrengend, weil man praktisch ständig die Hände um ihn halten musste, falls er umfiel. Er tat sich trotzdem ständig weh. Bis Anfang Januar hatte er dann aber erstaunliches Gleichgewicht entwickelt. Er erkundet aber weiterhin zielstrebig alle Gefahren eines Haushalts.
Anfangs und Mitte Dezember wuchsen ihm noch ganz viele Zähne.
Gleichzeitig verschob sich sein Schlaf. Er wacht nachts immer länger auf und ist immer schwerer zum schlafen zu bringen. Er steht meistens einfach am Rand seines Bettchens, zweifellos die Augen geschlossen, der leuchtende Nuckel schwebt dann im Dunkeln. Er jammert dabei weniger. Aber er holt seinen Schlaf morgens nach, man steht später auf, dadurch verschiebt sich alles nach hinten.

Mitte Dezember hatte ich angefangen mir für  Otto beim Schlafengehen Geschichten auszudenken. Meine Stimme schien ihm einschlafen zu helfen. Inzwischen hat sich das wieder geändert. Aber das Erzählen hat mir Spaß gemacht. Meistens habe ich von Ausflügen und Reisen erzählt, von denen ich meißt ohnehin immer träume.

In diesen Wochen lagen Ellies Geburtstag, Weihnachten und Silvester.

Dieses Jahr war nicht die Zeit für große Geschenke. Ich wollte Ellie einmal einen Tag ganz für sich geben. Darum bekam sie eine Massage, etwas Zeit in den Geschäften und abends Essen nach Hause bestellt, während ich mich um Otto kümmerte.

Entgegen meiner Erwartung, Advent und Weihnachten nur eingeschränkt vorbereiten zu können, bin ich mehr in die richtige Stimmung gekommen als in der Vergangenheit. Nicht obwohl sondern weil wir ein Kind haben. Denn auch wenn die Zeit für Vorbereitungen sehr knapp ist sind wir doch jeden Tag zusammen zu Hause als Familie. Wir aßen in der Zeit mindestens einmal gemeinsam am großen Tisch, wo Platz ist für einen Adventskranz und -kerzen. Ich kredenzte Otto die richtigen Lieder und Hörspiele: Dresdener Kreuzchor mit Liedern, Güttler mit Bach, Orgel mit Bach, Oratorium von Bach, Weihnachtsgans Auguste,  der Nikolaus kommt in die Stadt etc. pp. Ich habe mir das alte Liederbuch "Wenn Weihnachten ist" besorgt aus dem ich Otto vorsinge und -spiele. Aschenbrödel wurden gezeigt. Zwei Keksdosen füllten und leerten sich periodisch. Wir hatten gleich zwei Adventskränze. Nur Adventskranzkerzenhalter sind in diesem Land nicht zu finden! (aber keine Sorge, kamen zu Weihnachten) Der Nikolaus besuchte Otto und Ellie.

Der Weihnachtsbaum war dieses Jahr kleiner und noch eingetopft. Einfach um Arbeit zu sparen. Im neuen Jahr kam er in den Garten wo er bleibt bis ich weiß was ich mit ihm mache. Am liebsten würden ich ihn irgendwo einpflanzen, schließlich lebt er ja noch. Nur wo in diesem Land mit wenig Wald und öffentlichem Land.
Heiligabend habend wir nachmittags unsere gegenseitigen Geschenke und die Pakete aus Deutschland ausgepackt. Nachdem Otto im Bett war hat uns noch ein Freund zum Abendbrot besucht. Der kam auch am nächsten Tag zurück, als wir englische Weihnachten feierten. Tonnenweise Geschenke für Otto.

Silvester wird hier drüben ja nicht groß begangen. Wir haben Dinner for One geguckt. Ich bin einmal zum Strand um nach Feuerwerk auf der Isle of Wight zu schauen. Aber Nebel lag über dem Wasser - wenigstens tönten später die Schiffshörner. Zu dem Zeitpunkt schlief Otto nachts schon wieder so schlecht, dass ich nicht mal daran dachte auf Mitternacht zu warten und später die wenigen Feuerwerker auf der Straße verfluchte.

Mein Wohlbefinden geht auf und ab. Das folgt mehr oder weniger Ottos Schlafgewohnheiten. Ich komme weiterhin nur einmal am Tag aus dem Haus. Seit Otto abends oft später ins Bett geht nehme ich ihn wenn möglich gleich morgens auf einen Spaziergang. Dadurch sehe ich zumindest auch mal das Tageslicht. Und früh ans Meer zu kommen hilft anschließend auf der Arbeit, die schwerer geworden ist. Meine Mittagspause nehme ich immer häufiger alleine, weil sich schlecht voraussagen lässt, wann Otto seinen Mittagsschlaf hält. Zum Glück ist er tagsüber relativ einfach zu betreuen, sonst hätte ich ein sehr schlechtes Gewissen Ellie gegenüber. Seit er mobiler ist und Sachen besser greifen kann beschäftigt er sich oft selbst und man muss ihn nur noch beschützen aber nicht unbedingt unterhalten. An guten Tagen ist es abends nach der Arbeit richtig entspannend mit ihm zu spielen. Man kann mit ihm kommunizieren, er erkennt viele Worte und macht Gesten nach. Es ist sehr schön ihn als aktive Person zu beobachten.
Ich als alte Person habe seit einigen Wochen wieder Probleme mit dem Ischias. Da ging in einer schwierigeren Nacht etwas kaputt als ich Otto aus seinem Bettchen hob.
Und heute ging zusätzlich unser Auto kaputt. War ich nach zum ersten mal seit über einem Jahr zum Zahnarzt gefahren, da ging wohl der Motor kaputt. Darum könnte ich auch endlich schreiben: seit drei Stunden warte ich auf den Abschleppdienst.

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