Donnerstag, 18. März 2021

Ottos Erster

Vor einem Jahr also sind wir ins Krankenhaus gefahren. Könnte genauso gut vor zehn gewesen sein. Ellie und ich hatten uns beide den Tag freigenommen.
Morgens habe ich Otto wie immer auf seinen Spaziergang vor dem Frühstück genommen, ans Meer, wo er fröhlich über die Steine krabbelte und watschelte. Nach dem Essen packten wir die ersten Geschenke aus. Wir hatten, wie erwartet, soviele, dass wir die deutschen Pakete auf den Nachmittag verschoben, damit es für Otto nicht zuviel wurde. Dann fällt uns ein, wir wollen ja heiraten, und rufen endlich beim Standesamt an wegen einem Termin. Wir fragen die Zeugen ob sie Zeit haben.
Nach dem Mittagsschlaf (und einem schnellen Ausflug zum Zahnarzt für mich) sind wir am Nordrand der Stadt spazieren gegangen. Da war Otto schonmal gewesen, aber damals im Sommer, im Kinderwagen; wir ständig gestresst ob er auch schläft und ihn das Ruckeln nicht aufweckt; keine Ahnung wie es ihm ging. Diesmal keine Spur davon. Otto im Träger, quietschfidel, macht klar was er will - alles anfassen. Wir entspannt. Ich glaube Otto hat zum ersten Mal Eisenbahnzüge wahrgenommen. Ich arbeite hart daran sie für ihn zu etwas magischem zu machen. Ein kleines Mädchen winkt ihm zu, er winkt zurück. Enten, Schwäne, Hunde.
Die Zeugen bestätigen den Termin; wir machen es mit dem Standesamt fest. Am 14. Juni wird geheiratet.
Zurück zu Hause werden die Pakete aus Deutschland ausgepackt. Ich muss sagen, alle haben sich Gedanken gemacht mit ihren Geschenken. Man fühlt wirklich, dass an einen gedacht wird. Bei der eigenen Familie macht mich das aber fast traurig. Dass man den Leuten Otto nicht regelmäßig zeigen kann. Momentan platzt er geradezu vor Glück und Fröhlichkeit und würde das auch weitergeben. Mit den Gedanken bringe ich ihn ins Bett.

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