Es ist endlich passiert! Ellie hat eine neue Arbeit! Und das kam so: sie bewarb sich auf eine Stelle, bekam sie nicht (vermutlich, weil das schon vorher abgekartet war), machte aber großen Eindruck im Gespräch und bekam eine neugeschaffene Position angeboten. Gleichzeitig bat sie jemand aus der Kommission, sich stattdessen auf eine andere Stelle in seiner Gruppe zu beweren. Ellie ging das Risiko ein, weil die Einladung sehr deutlich war und jagde die Taube auf dem Dach. Auch diese Stelle bekam sie nicht und wir waren sehr enttäuscht (meine Chefin fragte, ob alles in Ordnung sei), aber dann wurde ihr wieder eine alternative Stelle angeboten, die sie im April auch antritt.
Ich führe das so genau as, weil ihre alte Arbeit ein so großes Problem war. Ich bin überzeugt, dass die lange Zeitspanne und das Ausbleiben von Alternativen sich in ihre Befinden gruben. Ihre gute Stimmung in den letzten zwei Wochen, als es zunehmend Hoffnung zu geben schien, ist da ein gutes Beispiel. Seit drei Jahren haben wir darauf gewartet haben; ich mehr als sie wahrscheinlich weiß. Ich habe jetzt große Hoffnung für ihr Selbstwertgefühl, Stimmung und nicht zuletzt meinen Schlaf. Schließlich war es der Horror vor dem nächsten Tag, der sie nicht ins Bett wollen ließ.
Darüber hinaus haben wir die Piraten von Penzance gesehen, ein weiteres Musical von Gilbert und Sullivan, das die Studenten und Amateure der Unimusikgesellschaft jedes Frühjahr auf die Bühne bringen. Ich bin inzwischen auch großer Fan der cleveren Texte dieser Klassiker aus dem 19. Jahrhundert. Und am nächsten Tag bin ich mit Ellie nach Bosham gefahren. Aus dem kleinen, ehemaligen Fischerdorf hatte ich im Januar mit Mathieu geschrieben. Es ist nicht weit weg, aber Ellie war noch nie da gewesen.
Und abends ist es wieder lang genug hell um nach der Arbeit am Meeer zu sitzen.
Alles wird gut.
Montag, 13. März 2017
Sonntag, 5. März 2017
Erster Frühling
Große Neuigkeiten! Mein Arbeitgeber schickt mich nach Rostock! Am 15./16. Mai halte ich auf einer Konferenz am Max-Planck Institut im Stadthafen einen Vortrag. Ich werde versuchen am 13. an- und am 17. abzufahren.
Krank
Aber erstmal waren wir Mitte Februar alle krank und sind nicht arbeiten gegangen. Das war richtig angenehm; ich konnte ohne Gewissensbisse zu Hause sitzen, endlich mal ausschlafen, Sachen erledigen und viel lesen. Ganz unerwartet bin ich nah am Ende der Seidenstrassen und habe nebenbei Orwells Farm der Tiere gelesen. Außerdem hat das den Valentinstag überlagert, sodass ich nur eine Karte schreiben musste - aber auch endlich mal Zeit dazu hatte. Am Wochenende darauf waren wir immer noch nicht ganz bei voller Gesundheit, aber das Meer bescherte uns einen dieser gelegentlichen Sommertage ausserhalb der Saison. So wie letztens im Dezember war noch einmal Juli. Ein sonniger milder Tag am Wasser ohne Wind; innerhalb der Mauern des Rosengartens war es richtig warm und ich bin auf einer sonnenbeschienen Bank eingeschlafen. Die Vögel zwitschern, der Himmel ist blau. Die Leute flanieren mit Sonnenbrillen. Schneeglöckchen und Krokusse.
Wandern
Nun ist noch nur selten Sommer, aber eindeutig spüre ich seit ein paar Wochen den Frühling in der Luft. Und letzte Woche als wir krank waren habe ich mich kaum bewegt. Deshalb bin ich eine Woche darauf an den Fluss Meon gefahren. Flüsse gibt es hier genau wie Seen nicht viele; ich hatte Lust an Wasser langzulaufen, und der Meon fließt durch eine besonders schöne Region, etwas westlich vom Umweltzentrum, wo Ellie und ich ein paarmal gezeltet haben. Eine Frau aus dem Tangokurs hatte mir noch Tips gegeben, wo man im Land des Privatbesitzes noch am ehesten direkt an den Flusslauf kommt. Sie hatte mir berechtigterweise keine große Hoffnung gemacht; in der Tat bauen die Leute hier Zäune nicht nur entlang des Laufes, sondern auch quer durch ihn durch. Aber Pfade zum Laufen gibt es doch viele, nicht zuletzt, weil sich in der Gegend mehrere alte Pilger- und Handelspfade kreuzen. Ich bin also ein paar Stunden allein auf über Feldern und durch alte Dörfer marschiert. Eine schöne Ecke, hügelig und sogar viele Bäume, wenn auch kein Wald in dem Sinne. Nichtmal von weitem hört man die Autobahnen - sowas ist sogar in den abgelegenen Orten hier selten.
Haus
Das hat mir gut getan, nachdem wir uns morgens das erste Mal ein zum Verkauf stehendes Haus besichtigt hatten. Diese ganze Geschichte macht mir ja doch Stress, und dagegen hilft Bewegung. Schließlich ist es das, was ich machen sollte: rausgehen und neues entdecken, nicht Häuser und Verträge durchsehen. Allerdings hatte ich schon im Voraus gesagt, dass wir uns noch viel besser informieren müssen und das nur als Erfahrung ansehen werden. Und die war positiv. Insbesondere habe ich gelernt, wieviele Experten sich das Haus ansehen und den Verkauf abnicken würden.
Physisch hat mir die Wanderung nicht gut getan: vermutlich durch die Sitzhaltung im Auto hatte ich ein paar Tage Rückenbeschwerden, die ich aber mit Übungen gut in den Griff bekommen habe.
Haus Uppark mit Ellie
Eine weitere Woche darauf wollte auch Ellie raus und wir sind zu Haus Uppark gefahren, wo ich Mitte Januar mit Mathieu gewesen bin. Diesmal war es nicht neblig und ich sah, dass der Blick noch über den beim letzten Mal verhüllten Hügel auf der anderen Seite des Tals bis ganz zum Meer reicht. Außerdem war diesmal das ganze Haus zu besichtigen, nicht nur die Bediensteten
Unter der Woche haben meine tschechischen Freunde einen besonderen Spieleabend an der Uni organisiert und dazu diverse Bekannte und Unbekannte rekrutiert. Außerdem kam eine Freundin Mathieus aus Frankreich und borgte sich sein Auto. Sie fährt jetzt drei Monate durch Schottland. Sie war bisher nur einmal in Großbritannien, zehn Tage im Januar, mit Mathieu. Warum Mathieu und Freunde scheinbar nicht arbeiten müssen. Aber sowas sollte man mit seinem Leben machen.Haus
Das hat mir gut getan, nachdem wir uns morgens das erste Mal ein zum Verkauf stehendes Haus besichtigt hatten. Diese ganze Geschichte macht mir ja doch Stress, und dagegen hilft Bewegung. Schließlich ist es das, was ich machen sollte: rausgehen und neues entdecken, nicht Häuser und Verträge durchsehen. Allerdings hatte ich schon im Voraus gesagt, dass wir uns noch viel besser informieren müssen und das nur als Erfahrung ansehen werden. Und die war positiv. Insbesondere habe ich gelernt, wieviele Experten sich das Haus ansehen und den Verkauf abnicken würden.
Physisch hat mir die Wanderung nicht gut getan: vermutlich durch die Sitzhaltung im Auto hatte ich ein paar Tage Rückenbeschwerden, die ich aber mit Übungen gut in den Griff bekommen habe.
Haus Uppark mit Ellie
Eine weitere Woche darauf wollte auch Ellie raus und wir sind zu Haus Uppark gefahren, wo ich Mitte Januar mit Mathieu gewesen bin. Diesmal war es nicht neblig und ich sah, dass der Blick noch über den beim letzten Mal verhüllten Hügel auf der anderen Seite des Tals bis ganz zum Meer reicht. Außerdem war diesmal das ganze Haus zu besichtigen, nicht nur die Bediensteten
Sonntag, 12. Februar 2017
Offen gesungen ist das toll
Samstag sind Ellie und ich zum Offenen Singen von Händels Messias in Chichester gegangen. Das heißt man trifft sich zum gemeinsamen Singen, angeleitet von einem Dirigenten und einem Organisten als Begleitung, und jeder darf mitmachen. In der Praxis trauen sich natürlich nur Leute hin, die das jeweilige Stück schon perfekt können. Wie beim "Üben" nach Tanzstunden. Und weil das fast immer Leute aus Chören sind, waren wir fast die einzigen Leute, die noch keine Rente beziehen. Das hatte ich schon bei einem Offenen Singen 2012 beobachtet. Damals wurde auch der Messias gesungen. Das ist kein Zufall - Händels Oratorium hat, so hört man oft, die englische Amateurchorbewegung praktisch im Alleingang gegründet. Nach seinem Tod vervielfachten sich sowohl die Anzahl der Aufführungen als auch die Größe der Chöre - lange Zeit waren 1.000 Leute keine Seltenheit. Bis heute ist es eines der beliebtesten Stücke für Amateurchöre. Auch darum kommen viele Leute zu so einer Veranstaltung - die haben das alles schon ein paarmal gesungen und sind dementsprchend stolz darauf. In der Tat wird der Messia hier als besonders britisch betrachtet und wie vor vier Jahren berichtet gibt es eine Tradition, beim berühmten Hallelujah aufzustehen, auch wenn niemand so genau weiß, warum.
Anders als damals bin auch ich diesmal nicht ohne Vorkenntnis hingegangen - unser eigener Chor probt das Stück gerade für ein Konzert am 18. März. Für mich also eine zeitlich sehr passende Übung, aber auch Spaß. Die Barockmusik des Messias ist so angenehm und einfach zu singen, dass ich es gerne zweimal mache. Am besten hat mir eine Wiederholung des Hallelujah ganz am Ende gefallen, zu dem wir zusätzlich von einem ganz tollen Piccolotrompeter begleitet wurden.
Die Veranstaltung war durchaus lang, von 11-17 Uhr, aber mit Pausen, Solovorträgen von Gesangsschülern des Dirigenten, und nicht zuletzt einem Vortrag meines eigenen Dirigenten. Der macht derzeit allenthalben Werbung für unser Konzert, denn mit dem Messias wird traditionell Geld für wohltätige Zwecke gesammelt.
Außerdem hat unser Auftritt eine besondere Bewandnis: unser Dirigent hat, als Akademiker, eine besondere Aufführung in Portsmouth von 1812 erforscht. Auch damals wurde Geld gesammelt, unter anderem mit der berühmten italienischen Sopranin Angelica Catalani. Die war eine waschechte Diva und hat u.a. einfach die Aufführungspraxis verändert um nichts vom Rampenlicht abzugeben. Nach dem Hallelujah des Chors z.B. hat sie einfach eine völlig fremde Arie eingefügt, und andere Chorstücke allein übernommen. Das wollen wir wohl auch machen; mit welchem Lied ist ein Geheimnis, und dem Publikum wird vorher nichts gesagt. Denn dann kann man das als Akademiker zusätzlich als Forschung verwenden. Mal sehen wie das ankommt.
Nachtrag: Mathieus Besuch
Außerdem hat unser Auftritt eine besondere Bewandnis: unser Dirigent hat, als Akademiker, eine besondere Aufführung in Portsmouth von 1812 erforscht. Auch damals wurde Geld gesammelt, unter anderem mit der berühmten italienischen Sopranin Angelica Catalani. Die war eine waschechte Diva und hat u.a. einfach die Aufführungspraxis verändert um nichts vom Rampenlicht abzugeben. Nach dem Hallelujah des Chors z.B. hat sie einfach eine völlig fremde Arie eingefügt, und andere Chorstücke allein übernommen. Das wollen wir wohl auch machen; mit welchem Lied ist ein Geheimnis, und dem Publikum wird vorher nichts gesagt. Denn dann kann man das als Akademiker zusätzlich als Forschung verwenden. Mal sehen wie das ankommt.
Nachtrag: Mathieus Besuch
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| Mein englischer Tag bei Haus Uppark. |
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| Gleichzeitig in Portsmouth. |
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| Der Abend in Bosham. |
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| Der Flutscheitel. Bei Ebbe wird eine Straße freigegeben. Was wohl bei einer Sturmflut passiert? |
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| In der örtlichen Kneipe. Wir sind aber doch nicht zum Rateabend gefahren, sondern haben uns eine Astronomievorlesung in einer Kneipe in Portsmouth angehört. |
Sonntag, 5. Februar 2017
Männer im Museum
Das Wochenende nach dem Ausflug mit Mathieu nach Uppark habe ich zwischen ihm und Ellie geteilt. Samstag haben Ellie und ich uns informiert, wieviel Geld uns Banken für ein Haus leihen würden. Das war für einen Deutschen den Umständen entsprechend beruhigend, weil wir mit echten Menschen statt Vertretern zu sprechen schienen. Außerdem habe ich Plätzchen nach einem Rezept Friedemanns Mutter gebacken!
Sonntag habe ich mit Mathieu den römischen Palast in Fishbourne besucht. Dort war ich schon zweimal gewesen, aber beide Male im ersten Jahr hier, also schon vor drei Jahren. Damals musste ich solche Sachen schnell besuchen, weil ich nur ein Jahr in Portsmouth bleiben würde. Diesmal hat es mir am besten gefallen, nicht nur, weil ich mir inzwischen einiges Wissen angeeignet habe, sondern auch, weil das Wetter perfekt für Museen war und wir Zeit hatten. Vier Stunden haben wir dort verbracht, inklusive einer sehr guten Führung und diversen Fragen.
Danach sind wir ins nahe gelegene ehemalige Fischerdorf Bosham gefahren, was heute teures Pflaster ist. Da war ich seit meinem ersten Besuch vor vier Jahren nicht mehr gewesen, weil es mir damals nicht gefallen hatte. Diesmal habe ich meine Meinung völlig geändert. Die Sonne ging hinter der alten Kirche unter, drinnen spielte der Organist und der ruhige Hafen nach Sonnenuntergang war wie ein Bilderbuch. Eine Kneipe am Wasser hat uns so gefallen, dass wir uns gleich zum Rateabend am Dienstag angemeldet haben. An diesem Tag habe ich mich dank Aktivität und gemählicher Geschwindigkeit wirklich entspannt. Es ist wirklich gut, einen Kumpel da zu haben.
Vor Kurzem habe ich endlich das letzte der sechs Bücher von Per Anhalter durch die Galaxis beendet. Jetzt ist Zeit für Die Seidenstraßen, die ich zu Weihnachten halb durchlesen konnte. Nebenbei werde ich mir etwas kurze Belletristik suchen.
Zuletzt nehme ich endlich wieder den Gesangsunterricht auf. Ich treffe mich auch wieder mit diesem Studenten, der mich auf dem Klavier begleitet und am liebsten Schubert spielt.
Sonntag habe ich mit Mathieu den römischen Palast in Fishbourne besucht. Dort war ich schon zweimal gewesen, aber beide Male im ersten Jahr hier, also schon vor drei Jahren. Damals musste ich solche Sachen schnell besuchen, weil ich nur ein Jahr in Portsmouth bleiben würde. Diesmal hat es mir am besten gefallen, nicht nur, weil ich mir inzwischen einiges Wissen angeeignet habe, sondern auch, weil das Wetter perfekt für Museen war und wir Zeit hatten. Vier Stunden haben wir dort verbracht, inklusive einer sehr guten Führung und diversen Fragen.
Danach sind wir ins nahe gelegene ehemalige Fischerdorf Bosham gefahren, was heute teures Pflaster ist. Da war ich seit meinem ersten Besuch vor vier Jahren nicht mehr gewesen, weil es mir damals nicht gefallen hatte. Diesmal habe ich meine Meinung völlig geändert. Die Sonne ging hinter der alten Kirche unter, drinnen spielte der Organist und der ruhige Hafen nach Sonnenuntergang war wie ein Bilderbuch. Eine Kneipe am Wasser hat uns so gefallen, dass wir uns gleich zum Rateabend am Dienstag angemeldet haben. An diesem Tag habe ich mich dank Aktivität und gemählicher Geschwindigkeit wirklich entspannt. Es ist wirklich gut, einen Kumpel da zu haben.
Vor Kurzem habe ich endlich das letzte der sechs Bücher von Per Anhalter durch die Galaxis beendet. Jetzt ist Zeit für Die Seidenstraßen, die ich zu Weihnachten halb durchlesen konnte. Nebenbei werde ich mir etwas kurze Belletristik suchen.
Zuletzt nehme ich endlich wieder den Gesangsunterricht auf. Ich treffe mich auch wieder mit diesem Studenten, der mich auf dem Klavier begleitet und am liebsten Schubert spielt.
Samstag, 4. Februar 2017
Was Wellington nicht wollte
West Wittering
Zwei Wochen nach dem ersten Versuch habe ich es dann doch noch zum Strand in West Wittering geschafft. Das erste Mal bin ich ja stattdessen in einem Vogelschutzgebiet rausgekommen. Das ist tatsächlich sehr nett dort, wenn auch windig, aber eine schöne Sicht auf die Isle of Wight und das offene Meer. Sogar Portsmouth kann man am Horizont noch erkennen. Der Strand ended in einer Wanderdüne, die natürlich dem National Trust gehört, ob der reichen Flora und Fauna. Sogar Robben gibt es, ich habe aber keine gesehen. In den Dünen ist man aber vom Wind geschützt und es hat mich direkt an Hiddensee erinnert. Zurück in Portsmouth habe ich abends das Teleskop zum Strand genommen. Ich glaube, ich habe die Venus gesehen.
Haus Uppark
Am nächsten Tag kam Mathieu auf der Durchreise nach Costa Rica eine Woche zu mir. Er hatte ja Mitte Dezember seine Arbeit aufgegeben und macht jetzt mal wieder längere Zeit Pause. Ich kann mir ja nur einen Tag freinehmen, aber an dem haben wir das Herrenhaus Uppark besucht, ebenfalls im Besitz des National Trusts. Das liegt in sehr schönen Buchenwäldern in einem weiteren Stück dieser wunderschönen Landschaft um die Hubertuskapelle, in das ich bisher noch nicht vorgestoßen war. Der Nebel hing in den Wäldern, locket mit Blicken auf entfernte Hügel und verdeckte sie dann wieder. Das Haus hatte an diesem Januarmittwoch wenig Besucher; wir bekamen eine Führung nur für uns und durften viele Fragen stellen. H.G. Wells' Mutter war dort Haushälterin; in ihrem alten Zimmer liegt die Kopie seines Aufnahmeantrags in die örtliche Schule. In den Ferien half er ihr, denn sie war keine gute Organisatorin. Einige seiner Bücher spielen in Orten, die doch verdächtnis wie Uppark wirken. Der feiersüchtige Prinzregent Georg IV hat dem Sohn der Familie beim Verprassen des Erbes geholfen, bis dieser mit 70 Jahren entschied, dass es Zeit ist sich niederzulassen und eines Morgens eine 19 jährige Milchmagd heiratete und mit ihr glücklich nach 21 Jahre lebte. Und General Wellington lehnte das von der dankbaren Nation angebotene Anwesen wegen der steilen Anfahrt ab. Sagt der Besucherführer.
Auf dem Weg konnten wir an der Hubertuskapelle halten. Wie sich rausstellte, hatte Mathieu sie noch vor mir entdeckt, war aber niemals hineingegangen und wusste dementsprechend nichts von den Wandmalereien. Einige schöne Spieleabende in lokalen Kneipen hatten wir natürlich auch.
Zwei Wochen nach dem ersten Versuch habe ich es dann doch noch zum Strand in West Wittering geschafft. Das erste Mal bin ich ja stattdessen in einem Vogelschutzgebiet rausgekommen. Das ist tatsächlich sehr nett dort, wenn auch windig, aber eine schöne Sicht auf die Isle of Wight und das offene Meer. Sogar Portsmouth kann man am Horizont noch erkennen. Der Strand ended in einer Wanderdüne, die natürlich dem National Trust gehört, ob der reichen Flora und Fauna. Sogar Robben gibt es, ich habe aber keine gesehen. In den Dünen ist man aber vom Wind geschützt und es hat mich direkt an Hiddensee erinnert. Zurück in Portsmouth habe ich abends das Teleskop zum Strand genommen. Ich glaube, ich habe die Venus gesehen.
Haus Uppark
Am nächsten Tag kam Mathieu auf der Durchreise nach Costa Rica eine Woche zu mir. Er hatte ja Mitte Dezember seine Arbeit aufgegeben und macht jetzt mal wieder längere Zeit Pause. Ich kann mir ja nur einen Tag freinehmen, aber an dem haben wir das Herrenhaus Uppark besucht, ebenfalls im Besitz des National Trusts. Das liegt in sehr schönen Buchenwäldern in einem weiteren Stück dieser wunderschönen Landschaft um die Hubertuskapelle, in das ich bisher noch nicht vorgestoßen war. Der Nebel hing in den Wäldern, locket mit Blicken auf entfernte Hügel und verdeckte sie dann wieder. Das Haus hatte an diesem Januarmittwoch wenig Besucher; wir bekamen eine Führung nur für uns und durften viele Fragen stellen. H.G. Wells' Mutter war dort Haushälterin; in ihrem alten Zimmer liegt die Kopie seines Aufnahmeantrags in die örtliche Schule. In den Ferien half er ihr, denn sie war keine gute Organisatorin. Einige seiner Bücher spielen in Orten, die doch verdächtnis wie Uppark wirken. Der feiersüchtige Prinzregent Georg IV hat dem Sohn der Familie beim Verprassen des Erbes geholfen, bis dieser mit 70 Jahren entschied, dass es Zeit ist sich niederzulassen und eines Morgens eine 19 jährige Milchmagd heiratete und mit ihr glücklich nach 21 Jahre lebte. Und General Wellington lehnte das von der dankbaren Nation angebotene Anwesen wegen der steilen Anfahrt ab. Sagt der Besucherführer.
Auf dem Weg konnten wir an der Hubertuskapelle halten. Wie sich rausstellte, hatte Mathieu sie noch vor mir entdeckt, war aber niemals hineingegangen und wusste dementsprechend nichts von den Wandmalereien. Einige schöne Spieleabende in lokalen Kneipen hatten wir natürlich auch.
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| Die Wanderdüne bei West Wittering schützt die Bucht von Chichester. Am Horizont im Norden ziehen sich die Hügel der South Downs hin. |
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| Am ungeschützten Südende pfeift der Wind. |
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| Die Sonne kam raus; am Horizont das Ostende der Isle of Wight. |
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| Haus Uppark mit Wald und Feld. Nur das wir an dem Tag davon nicht viel auf einmal sehen konnten. Quelle: http://media.gettyimages.com/videos/uppark-house-video-id559381353?s=640x640 |
Montag, 23. Januar 2017
Einmal sollten wir einen Schneesturm bekommen! Das erste Mal seit 2012. Die BBC hatte extra eine Wetterwarnung rausgegeben. Die Kollegen standen an den Fenstern, als die ersten Flocken fielen, und viele sind schnell nach Hause, bevor die Welt still stehen würde. Ich hatte mich schon gefreut! Und dann natürlich nur ein paar mickrige Flocken, die sich schnell in etwas Matsch verwandelten und dann verschwanden.
Einmal wollte ich endlich mal wieder eine Tagestour unternehmen und mit dem Fahrrad einen bekannten Sandstrand besuchen. Stattdessen habe ich mich verfahren und ein Vogelreservat kennengelernt. Trotzdem schön, zwei Stunden Fußmarsch; Raum und kalter Wind.
Am Folgetag kam überraschend Mathieu und blieb zwei Nächte bei mir. Mir hat es richtig gut getan, mit einem Kumpel in Kneipen zu trinken und zu spielen. Zum wöchentlichen Spieleabend bei Freunden ist er auch gekommen. Außerdem habe ich die Treffen der Spielegruppe Portsmouth alle zwei Wochen entdeckt.
Und zum Schluss: Ellie schreibt jetzt auch im Internet! Sie hat gerade ihren ersten Artikel auf der Seite "Geschichte der Königinnen" veröffentlicht. Dort schreiben verschiedene Leute über verschiedene Frauen von Adel. Unterhalb die schnelle Maschinenübersetzung!
Lady Jane Grey - rechtmäßige Thronfolgerin?
Lady Jane Grey ist eine bekannte Figur in der englischen Geschichte - ein naives junges Mädchen; gezwungen, sowohl von ihrer Familie als auch von ihren maechtigen Schwiegereltern, nach der Krone zu greifen, neun Tage lang zu regieren und schließlich mit ihrem Leben zu bezahlen. Als eifrige Protestantin wird Jane in der populären Kunst und Literatur oft als Märtyrerin präsentiert. Paul Delaroches Gemälde "Lady Jane Gray wird zu ihrer Hinrichtung geführt" von 1833 zeigt Jane als ein tragisches Mädchen in weiß, bemitleidenswert ihren Weg zum Henkersblock mit den Händen fühlend, während ihre Damen hinter ihr wehklagen. Diese Darstellung ist vertraut und bequem, aber im Leben war Jane Grey ein komplexer Charakter, der nicht als ein Usurpator betrachtet werden konnte, sondern die rechtmäßige Erbin von England.
Lady Jane Gray wurde 1536 oder 1537 als die älteste Tochter von Heinrich Gray, Herzog von Suffolk und Lady Frances Brandon geboren. Janes Familie war durch ihrer Mutter von königlichem Blut - Frances Brandon war eine Tochter von Mary, Königswitwe von Frankreich und Schwester von Heinrich VIII, was Jane eine Nichte von Heinrich VIII machte. Heinrichs Nachfolgegesetz von 1544 erklärte, dass, sollte alle seine Kinder ohne Erben sterben, die Krone an die Nachkommen seiner jüngeren Schwester Mary ginge, was bedeutet, dass Jane von einem frühen Alter an in der Reihe der Nachfolge und in der Nähe des Thrones war.
Während der englischen Renaissance wurde es modisch für die betitelten und wohlhabenden, nicht nur ihre Söhne, sondern ihre Töchter bilden zu lassen, und als Teil der königlichen Familie erhielt Jane eine brillante Ausbildung von einigen der angesehensten Gelehrten der Zeit. Janes Tutoren waren oft lautstarke Protestanten und es ist wahrscheinlich, dass sie diese Ansichten während ihrer Kindheit aufnahm. 1547 wurde Jane ins Haus von Thomas Seymour, dem mütterlichen Onkel von Edward VI., Sohn von Heinrich VIII., Geschickt. Thomas Seymour hatte vor kurzem Katharina Parr geheiratet, die Witwe Heinrich VIII., die selbst ein bekannter protestantischer Reformator war und das protestantische Denken und Lehren förderte. Es ist wahrscheinlich, dass sich Janes religiöse Überzeugung in dieser Zeit weiterentwickelte. Im Jahr 1553 wurde Jane mit Lord Guildford Dudley, Sohn des Herzogs von Northumberland verheiratet.
Später im Jahre 1553 entwickelte Edward VI, Jane's Cousin zweiten Grades, Tuberkulose. Edward war, wie Jane, ein überzeugter Protestant, und hatte während seiner kurzen Herrschaft die letzten Spuren des Katholizismus aus der englischen Kirche entfernt. Allerdings war Edward noch minderjährig, und als sich seine Krankheit entwickelte, wurde klar, dass er nicht lange genug leben würde um Kinder zu produzieren, die seine religiösen Reformen fortsetzen wuerden. Laut des Nachfolgestatuts von Edwards Vater Heinrich VIII. von 1543 würde Edwards Halbschwester Maria auf den Thron folgen, sollte er ohne Erben sterben. Maria war ein eifriger Unterstützer der katholischen Kirche, und Edward hätte vorausgesehen, dass seine religiösen Reformen im Falle ihrer Nachfolge widerrufen würden. Um sicherzustellen, dass der Protestantismus in England nach seinem Tod fortgesetzt würde, schrieb Edward "Mein Werk für die Nachfolge", nach dem die Krone an "Lady Jane und ihre männlichen Erben" übergehen würde, sollte er kinderlos sterben. Aber "Lady Janes männliche Erben" wurde später so geaendert, dass die Krone an Jane selbst übergehen sollte. Es ist wahrscheinlich, daß Edward zu diesem Zeitpunkt erkannt hatte, daß er nicht lange genug leben würde, um festzustellen, ob Jane irgendwelche männlichen Kinder produzieren würde.
Bei Edwards Tod im Juli 1553 wurde Jane Grey von ihrem Schwiegervater, dem Herzog von Northumberland, zum Tower von London gebracht und zur Königin von England ausgerufen. Die Aktion war nicht beliebt bei den Menschen von England, die Mary Tudor als Thronerbin erwarteten. Mary war zu dieser Zeit eine populäre und bekannte Figur in England, und Jane sehr jung und weitgehend unbekannt. Doch während ihrer kurzen Herrschaft gelang es Jane, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Sie erklärte, dass sie ihren Ehemann Guildford Dudley nicht Koenig sondern nur Consort machen würde, was ihren Schwiegervater mit Sicherheit wütend machte.
Neun Tage nach Janes Kroenung erklärte das Parlament seine Unterstützung für Mary Tudos Thronanspruch, und Jane wurde zur Verräterin erklärt. Nach Gefangenschaft im Tower of London bis Februar 1544 wurde Jane am 12. Februar schließlich hingerichtet, damit sie nicht zum Aushaengeschild protentatischer Rebellen wuerde. Sie war 16 oder 17 Jahre alt.
Mary Tudors Recht, dem Thron beizutreten, wird von den meisten als Tatsache akzeptiert, aber in Wirklichheit könnte man sich darueber streiten. Nach englischem Recht konnten zu diesem Zeitpunkt nur legitime Kinder den Thron erben. Mary war von ihrem Vater Heinrich VIII. Für unehelich erklärt worden, nachdem er seine Ehe mit Marias Mutter, Katharina von Aragon, ungültig verkündet hatte. Ebenso war auch Elisabeth Tudor, Halbschwester von Edward und Mary, für unehelich erklärt worden, nachdem Heinrich VIII erklärt hatte, dass seine Ehe mit ihrer Mutter Anne Boleyn auch ungültig gewesen sei. Heinrich VIII glaubte, er habe nur ein legitimes Kind - sein Sohn und Erbe, Edward. Seine Töchter, Maria und Elisabeth waren wieder in die Nachfolge aufgenommen, aber, was entscheidend ist, nicht legitimiert worden. Maria und Elisabeth koennen nicht beide legitim sein, denn als Anne Boleyn Elisabeth gebar lebte Katharina von Aragon noch. Daher muß die Frage nach Marias Legitimität erhoben werden, was bei einer ihrer Verlobungen zu Kindheitzeiten auch geschah, mit der Begründung, daß Katharina von Aragon die Witwe des älteren Bruders von Heinrich VIII war.
Selbst wenn wir Maria für legitim halten, müssen wir auch bedenken, daß der regierende Monarch, Edward VI., sie ausdrücklich von der Thronfolge ausgeschlossen hatte. Das entsprechende Dokument war vom König und seinem Rat unterzeichnet worden und hatte auch Elisabeth das Erbe verwehrt. Der nächste unbestreitbar legitime Erbe war Lady Jane Gray.
Umgekehrt müssen wir auch bedenken, dass das Heinrich VIII. Erbrecht der Nachfolgeregelung Edwards vorausging und vom Parlament verabschiedet wurde. Im Gegensatz dazu wurde Edwards Regelung nur widerwillig von seinem Rat unterzeichnet und das möglicherweise unter Zwang des mächtigen Herzogs von Northumberland. Die Rechtmäßigkeit des Dokuments ist daher fragwürdig.
Ob Jane Gray der Thronfolger oder ein Usurpator war oder nicht, ihre Popularität im Tode hat die von Mary Tudor sicherlich übertroffen, die im Allgemeinen nur für die religiöse Verfolgung der Protestanten in Erinnerung bleibt. Wir können nicht wissen, wie Janes Herrschaft sich weiter entwickelt hätte, wäre sie auf dem Thron geblieben, aber ihre protestantischen Überzeugungen waren wohlbekannt, und es ist wahrscheinlich, dass sie und ihre Familie die Verfolgung der Katholiken unterstützt hätten. Aber es ist die Geschichte der jungen Märtyrerin, das in der populären Vorstellung weiterlebt.
Sonntag, 8. Januar 2017
Der Himmel bleibt dunkel
Kein Böller kracht zu Mitternacht
Bin gut zurückgekommen und kümmere mich jetzt um mögliche Kompensation für den ausgefallenen Hinflug. Silvester haben Ellie und ich bei Freunden gefeiert. Das war erst das zweite Mal, nach 2014 in Newcastle, dass ich Silvester in England war. Hier wird dafür wenig gemacht, Feuerwerk ist keine Tradition, nur wenige machen das, außer in London, wo es ein großes offizielles gibt. Wir haben einfach gespielt und gegessen, das ist schon mehr, als die meisten machen. Außerdem haben wir Bleigießen gemacht, der italienische Gastgeber kannte die Tradition und hatte einige Sätze aus Deutschland bestellt. Hat allen gefallen; ich musste die Bedeutungen aus dem Begleitheft übersetzen.
Wir hatten im Anschluss nach Sonntag und Montag frei. Sonntag war schon halb vorbei, als wir aufwachten, aber Montag war ein toller, sonniger Tag, an dem wir ein Vogelschutzgebiet direkt vor Portsmouth besucht haben, wo Dutzende Ornithologen teure Ausrüstung auf eine Sumpfohreule richteten.
Rennen um zu stehen
Die Arbeitswoche war unspektakulär, weil viele Kollegen noch im Urlaub sind, darunter auch meine Chefin. Das ist immer ganz schön, wenn ich selbst rumwurschteln kann. Allerdings habe ich jeden Tag länger gearbeitet und werde das auch noch mehrere Wochen weiter so machen müssen. Denn ich muss mein Arbeitszeitkonto wieder auffüllen, dass durch Weihnachtsessen und Arzttermine völlig geleert wurde. Am kommenden Dienstag habe ich einen ungünstig gelegenen Physiotherapietermin, der mich wiederum einige Stunden zurückwerfen wird. Deshalb hatte ich ja bereits die Gesangsstunden ausgesetzt.
Die Sterne in Gedanken
Samstagabend haben wir die Sternwarte der regionalen Astronomiegesellschaft besucht. Die veranstalten einmal pro Monat einen offenen Abend, der Monate im Voraus ausgebucht ist. Die haben auf dem Land, ganz in der Nähe der Jurte, an einem besonders dunklen Flecken ein Gelände mit drei professioniellen Teleskopen in eigenen Kuppeln. Leider war es dicht bewölkt und auch noch neblig, sodass wir sie nicht benutzen konnten, aber wir können gratis wiederkommen, wenn es mal klar ist. Die Gruppe besteht aus gut motivierten und ausgebildeten Freiwilligen, die eng mit der Uni Portsmouth zusammen arbeiten. Sie haben daher Zugang zu Fördergeldern und richtig gute Ausrüstung. Die Vorträge waren dementsprechend spannend, mit ganz tollen Fotos, oft selbstgemacht, oder von Sonden auf verschiedensten Planeten des Sonnensystems. Besonders interessant war, wieviel man heutzutage privat machen, mit nur moderater Investition in Ausrüstung, weil viele Werkzeuge, z.B. zur Bildbearbeitung, gratis zu haben sind.
Bin gut zurückgekommen und kümmere mich jetzt um mögliche Kompensation für den ausgefallenen Hinflug. Silvester haben Ellie und ich bei Freunden gefeiert. Das war erst das zweite Mal, nach 2014 in Newcastle, dass ich Silvester in England war. Hier wird dafür wenig gemacht, Feuerwerk ist keine Tradition, nur wenige machen das, außer in London, wo es ein großes offizielles gibt. Wir haben einfach gespielt und gegessen, das ist schon mehr, als die meisten machen. Außerdem haben wir Bleigießen gemacht, der italienische Gastgeber kannte die Tradition und hatte einige Sätze aus Deutschland bestellt. Hat allen gefallen; ich musste die Bedeutungen aus dem Begleitheft übersetzen.
Wir hatten im Anschluss nach Sonntag und Montag frei. Sonntag war schon halb vorbei, als wir aufwachten, aber Montag war ein toller, sonniger Tag, an dem wir ein Vogelschutzgebiet direkt vor Portsmouth besucht haben, wo Dutzende Ornithologen teure Ausrüstung auf eine Sumpfohreule richteten.
Rennen um zu stehen
Die Arbeitswoche war unspektakulär, weil viele Kollegen noch im Urlaub sind, darunter auch meine Chefin. Das ist immer ganz schön, wenn ich selbst rumwurschteln kann. Allerdings habe ich jeden Tag länger gearbeitet und werde das auch noch mehrere Wochen weiter so machen müssen. Denn ich muss mein Arbeitszeitkonto wieder auffüllen, dass durch Weihnachtsessen und Arzttermine völlig geleert wurde. Am kommenden Dienstag habe ich einen ungünstig gelegenen Physiotherapietermin, der mich wiederum einige Stunden zurückwerfen wird. Deshalb hatte ich ja bereits die Gesangsstunden ausgesetzt.
Die Sterne in Gedanken
Samstagabend haben wir die Sternwarte der regionalen Astronomiegesellschaft besucht. Die veranstalten einmal pro Monat einen offenen Abend, der Monate im Voraus ausgebucht ist. Die haben auf dem Land, ganz in der Nähe der Jurte, an einem besonders dunklen Flecken ein Gelände mit drei professioniellen Teleskopen in eigenen Kuppeln. Leider war es dicht bewölkt und auch noch neblig, sodass wir sie nicht benutzen konnten, aber wir können gratis wiederkommen, wenn es mal klar ist. Die Gruppe besteht aus gut motivierten und ausgebildeten Freiwilligen, die eng mit der Uni Portsmouth zusammen arbeiten. Sie haben daher Zugang zu Fördergeldern und richtig gute Ausrüstung. Die Vorträge waren dementsprechend spannend, mit ganz tollen Fotos, oft selbstgemacht, oder von Sonden auf verschiedensten Planeten des Sonnensystems. Besonders interessant war, wieviel man heutzutage privat machen, mit nur moderater Investition in Ausrüstung, weil viele Werkzeuge, z.B. zur Bildbearbeitung, gratis zu haben sind.
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| An einem besonders guten Abend habe ich auch etwas Astronomie gespielt. |
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