Sonntag, 5. März 2017

Erster Frühling

Große Neuigkeiten! Mein Arbeitgeber schickt mich nach Rostock! Am 15./16. Mai halte ich auf einer Konferenz am Max-Planck Institut im Stadthafen einen Vortrag. Ich werde versuchen am 13. an- und am 17. abzufahren.

Krank
Aber erstmal waren wir Mitte Februar alle krank und sind nicht arbeiten gegangen. Das war richtig angenehm; ich konnte ohne Gewissensbisse zu Hause sitzen, endlich mal ausschlafen, Sachen erledigen und viel lesen. Ganz unerwartet bin ich nah am Ende der Seidenstrassen und habe nebenbei Orwells Farm der Tiere gelesen. Außerdem hat das den Valentinstag überlagert, sodass ich nur eine Karte schreiben musste - aber auch endlich mal Zeit dazu hatte. Am Wochenende darauf waren wir immer noch nicht ganz bei voller Gesundheit, aber das Meer bescherte uns einen dieser gelegentlichen Sommertage ausserhalb der Saison. So wie letztens im Dezember war noch einmal Juli. Ein sonniger milder  Tag am Wasser ohne Wind; innerhalb der Mauern des Rosengartens war es richtig warm und ich bin auf einer sonnenbeschienen Bank eingeschlafen. Die Vögel zwitschern, der Himmel ist blau. Die Leute  flanieren mit Sonnenbrillen. Schneeglöckchen und Krokusse.

Wandern
Nun ist noch nur selten Sommer, aber eindeutig spüre ich seit ein paar Wochen den Frühling in der Luft. Und letzte Woche als wir krank waren habe ich mich kaum bewegt. Deshalb bin ich eine Woche darauf an den Fluss Meon gefahren. Flüsse gibt es hier genau wie Seen nicht viele; ich hatte Lust an Wasser langzulaufen, und der Meon fließt durch eine besonders schöne Region, etwas westlich vom Umweltzentrum, wo Ellie und ich ein paarmal gezeltet haben. Eine Frau aus dem Tangokurs hatte mir noch Tips gegeben, wo man im Land des Privatbesitzes noch am ehesten direkt an den Flusslauf kommt. Sie hatte mir berechtigterweise keine große Hoffnung gemacht; in der Tat bauen die Leute hier Zäune nicht nur entlang des Laufes, sondern auch quer durch ihn durch. Aber Pfade zum Laufen gibt es doch viele, nicht zuletzt, weil sich in der Gegend mehrere alte Pilger- und Handelspfade kreuzen. Ich bin also ein paar Stunden allein auf über Feldern und durch alte Dörfer marschiert. Eine schöne Ecke, hügelig und sogar viele Bäume, wenn auch kein Wald in dem Sinne. Nichtmal von weitem hört man die Autobahnen - sowas ist sogar in den abgelegenen Orten hier selten.

Haus
Das hat mir gut getan, nachdem wir uns morgens das erste Mal ein zum Verkauf stehendes Haus besichtigt hatten. Diese ganze Geschichte macht mir ja doch Stress, und dagegen hilft Bewegung. Schließlich ist es das, was ich machen sollte: rausgehen und neues entdecken, nicht Häuser und Verträge durchsehen. Allerdings hatte ich schon im Voraus gesagt, dass wir uns noch viel besser informieren müssen und das nur als Erfahrung ansehen werden. Und die war positiv. Insbesondere habe ich gelernt, wieviele Experten sich das Haus ansehen und den Verkauf abnicken würden.
Physisch hat mir die Wanderung nicht gut getan: vermutlich durch die Sitzhaltung im Auto hatte ich ein paar Tage Rückenbeschwerden, die ich aber mit Übungen gut in den Griff bekommen habe.

Haus Uppark mit Ellie
Eine weitere Woche darauf wollte auch Ellie raus und wir sind zu Haus Uppark gefahren, wo ich Mitte Januar mit Mathieu gewesen bin. Diesmal war es nicht neblig und ich sah, dass der Blick noch über den beim letzten Mal verhüllten Hügel auf der anderen Seite des Tals bis ganz zum Meer reicht. Außerdem war diesmal das ganze Haus zu besichtigen, nicht nur die Bediensteten 

Unter der Woche haben meine tschechischen Freunde einen besonderen Spieleabend an der Uni organisiert und dazu diverse Bekannte und Unbekannte rekrutiert. Außerdem kam eine Freundin Mathieus aus Frankreich und borgte sich sein Auto. Sie fährt jetzt drei Monate durch Schottland. Sie war bisher nur einmal in Großbritannien, zehn Tage im Januar, mit Mathieu. Warum Mathieu und Freunde scheinbar nicht arbeiten müssen. Aber sowas sollte man mit seinem Leben machen.

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