Gleich das zweite Wochenende habe ich Ellie schon wieder allein gelassen und bin mit Mathieu eine Nacht auf die Isle of Wight gefahren. Den Plan hatte ich schon lange, weil wir schon ewig nicht mehr richtig zusammen unterwegs gewesen waren. Außerdem wollte ich die Insel auch mal an einem sonnigen Wintertag sehen. Samstag vormittag sind wir mit Auto und Rädern rüber, dann runter in die Südwestecke. Die hatte mir bei meinem ersten Wochenende vor inzwischen ja doch drei Jahren am besten gefallen. Mein Hauptziel war eigentlich der Naturpark der "Nadeln", einer Formation von sieben Klippen, die in einer Reihe ins Meer ragt. Aber das hat nicht geklappt, weil dorthin ein Weg führt, der für Mathieu zu steil ist. Stattdessen haben wir Samstag und Sonntag je eine längere Radtour gemacht. Die führte uns auch entlang der Strecke, die ich 2012 gefahren war, durch die Dörfer Mottistone, Brightstone und Shorwell, die mir damals ganz besonders gefallen hatten. Übernachtet haben wir im kleinen Ort Yarmouth (Yarmünde, an der Mündung des kleinen Flusses Yar) an der Südseite des westlichsten Zipfels der Insel. Der Ort war viel hübscher, als es bei meiner Vorbeifahrt 2012 den Anschein gehabt hatte. Unser Gästezimmer hatte eine Badewanne und abends wurde im Pub ein 70. Geburtstag gefeiert, bei der wir am Ende noch auf die Tanzfläche sprangen. Vorher hatten wir nämlich noch die anderen Pubs vor Ort erkundet. Speziell wollte Mathieu ein besonderes Restaurant probieren, in dem man sein Essen selbst auf heißen Vulkansteintellern gart. Nachts und morgen noch einmal bin ich auf die kleine Seebrücke des Ortes gelaufen. Von dort blickt man direkt auf den New Forest gegeüber, was mich wiedere daran erinnerte, dass die Insel eben viel größer und länger ist, als es von Portsmouth aus sichtbar ist. Zum Beispiel konnte ich da eine alte Befestitung am westlichen Ausgang des Solent sehen, die mir bisher immer nur auf Karten aufgefallen war.
Entlang der ganzen Südküste hatten wir viele wunderschöne Aussichtspunkte, ganz zu schweigen von der Stille. Zu den besonders schönen Orten gehörte eine stillgelegte Bahnstrecke, heute Radwandererweg entlang von Vogelreservaten. Wie an einigen Orten der Region leben dort Vögel, die eine Mischung aus Süß- und Salzwasser brauchen, weshalb solche Wiesen und Bodden oft unter Schutz stehen. Dementsprechend schön, ein See mit Wald und Feld dahinter. Ganz am Anfang steht der ehemalige Bahnhofe Yarmouth, heute ein Fahrradgeschäft und Café mit Blick auf diesen See, was alle Besucher begeister und ich mit Sicherheit auch Ellie zeigen werde. Denn nicht zuletzt war dieses Wochenende ein Probelauf, um mit ihr hier zurückzukommen. Ursprünglich hatte ich das gleich am Folgewochenende machen wollen, aber für sie war es dann doch zu kalt. Der Weg endet an der Bucht Freshwater und wir kamen gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang dieses sonnigen Samstag dort an. Schon 2012 hatte ich davon geschrieben, wie abends die Sonne rot im Meer versinkt, morgens wieder daraus aufsteigt und dabei die Kreidefelsen an dieser Ecke der Insel zum Leuchten bringt. Diesmal wie damals waren Wind und Meer absolut still (schwimmen konnte ich diesmal nicht). Solche Eindrücke suche ich.
Donnerstag, 28. Januar 2016
The same procedure as last year
England hat mich mit 10 Grad plus und Regen begrüßt. Es wurde dann zwar noch einige Tage kalt, aber nach drei Wochen ist die Temperatur schon wieder nah am Jahresdurchschnitt. Leider. Krokusse blühen, auf meinem Schreibtisch stehen einheimische Osterglocken. Das bisher interessanteste in diesem Jahr war ein Wochenende auf der Isle of Wight, wie anderweitig beschrieben. Der Alltag wird von zwei Dingen bestimmt.
Gute Arbeit
Zum einen macht mir meine Arbeit ausgesprochen viel Spaß. Ich habe gute Ideen sowohl in meinem Hauptprojekt als auch einigen Nebenarbeiten. Am besten ist, dass ich die Benutzung eines statistischen Computerprogramms lerne. Als Praxistest versuche ich, das Rechenmodell meiner Abteilung in dieses Programm zu konvertieren. Lange habe ich nicht mehr soviel Spaß mit Mathematik gehabt, oft sitze ich wirklich mit Zettel und Bleistift da und schreibe Formeln auf. Die freie Zeit zur Selbst- und Weiterbildung ist eine der besten Dinge an meinem Amt. Allein in der letzten Woche stellten zwei Doktoranten der Uni Southampton ihre Arbeiten vor und einen ganzen Tag lang hatten wir eine Konferenz von jungen Analysten meines Dienstgrads. Im März haelt mein Team selbst ein Veranstaltung in London ab. Ich bereite dazu Umfrage und Vortrag vor. Im September werde ich wahrscheinlich wieder auf einer Konferenz sprechen. Selbst habe ich ein kleines Projekt fertig gestellt, in dem ich Aussprachehilfen für ausländische Namen für unsere Telefonisten im hauseigenen Umfragezentrum organisiert habe.
Schlechte Arbeit
Die zweite Sache ist Ellies Arbeit und die ist alles andere als schön. Zwar bin ich überzeugt, dass sie aus der Sache eher besser als schlechter rauskommen wird, aber sie selbst lässt die Dinge (soweit ich weiß weder ihre Schuld noch ihr Problem) sehr nah an sich ran. Manchmal mache ich mir richtige Sorgen um sie und auch mich kostet es Kraft, sie zu unterstützen, denn allzugerne lässt sie sich in ein dunkles Loch fallen.
Dabei faengt das Jahr eigentlich vielversprechend an. Aus Deutschland hatte ich das Spiel "Das verrückte Labyrinth" mitgebracht. Damit haben wir eine kleine Spielesammlung, die sogar Ellie mitmacht. Und für Mathieu und mich hat Friedemann mir Erweiterungen für die Fürsten von Catan geschenkt. Außerdem hatte ich ja von Ellie zu Weihnachten ein Keyboard bekommen. Das hilft mir vor allem beim Einstudieren von Liedern und Chorstücken. Aber seitdem ich dazu aus der Bibliothek ein Buch mit vereinfachten Editionen klassischer Stück habe, sitze ich auch regelmäßig abends einfach zum Spaß dran und dafür klappt es tatsächlich ganz gut. Dafür lese ich im Moment praktisch nichts. Anfang Januar beendete ich nur Das Waisenhaus (ein Geschenk von Kasia). Die meiste Lesezeit habe ich ja im Zug und dort lerne ich erstmal Noten. Für den Gesangsunterricht ist das Schumanns Eichendorf-Liederkreis. Der Chor probt Dvoraks Messe in D für ein Konzert im März.Gute Arbeit
Zum einen macht mir meine Arbeit ausgesprochen viel Spaß. Ich habe gute Ideen sowohl in meinem Hauptprojekt als auch einigen Nebenarbeiten. Am besten ist, dass ich die Benutzung eines statistischen Computerprogramms lerne. Als Praxistest versuche ich, das Rechenmodell meiner Abteilung in dieses Programm zu konvertieren. Lange habe ich nicht mehr soviel Spaß mit Mathematik gehabt, oft sitze ich wirklich mit Zettel und Bleistift da und schreibe Formeln auf. Die freie Zeit zur Selbst- und Weiterbildung ist eine der besten Dinge an meinem Amt. Allein in der letzten Woche stellten zwei Doktoranten der Uni Southampton ihre Arbeiten vor und einen ganzen Tag lang hatten wir eine Konferenz von jungen Analysten meines Dienstgrads. Im März haelt mein Team selbst ein Veranstaltung in London ab. Ich bereite dazu Umfrage und Vortrag vor. Im September werde ich wahrscheinlich wieder auf einer Konferenz sprechen. Selbst habe ich ein kleines Projekt fertig gestellt, in dem ich Aussprachehilfen für ausländische Namen für unsere Telefonisten im hauseigenen Umfragezentrum organisiert habe.
Schlechte Arbeit
Die zweite Sache ist Ellies Arbeit und die ist alles andere als schön. Zwar bin ich überzeugt, dass sie aus der Sache eher besser als schlechter rauskommen wird, aber sie selbst lässt die Dinge (soweit ich weiß weder ihre Schuld noch ihr Problem) sehr nah an sich ran. Manchmal mache ich mir richtige Sorgen um sie und auch mich kostet es Kraft, sie zu unterstützen, denn allzugerne lässt sie sich in ein dunkles Loch fallen.
Einen kleinen Auftritt hatte der Chor bei der offizieller Eröffnung des neuen Gebäudes "Weißer Schwan" der Musikfakultät gesungen. Einige alberne Lieder über Enten, die mir sehr viel Spaß geacht haben. Dabei traf ich auch mal wieder meine Mitbewohnerin Gus, die ich ob meiner seltenen Anwesenheit nie zu Hause sehe. Sie hat das Gebäude dekoriert und wir haben zusammen einige ertraegliche Studentenaufführungen mit angesehen.
Gleich nach meiner Rückkehr habe ich Ellie "Dinner for One" gezeigt. Durch die folgende Unterhaltung habe ich ein bisschen recherchiert und erfahren, dass die einzige jüngere Aufführung in England 2006 in Portsmouth von Amateurschauspielern gemacht wurde. Während der Sketch von einem Briten geschrieben worden war, wurde er hier nur in der Nachkriegszeit gespielt, wenn auch mit großem Erfolg. Die Fernsehaufnahme wurde tatsächlich in Deutschland gemacht und ist in England völlig unbekannt. Und ich habe erst jetzt das Ende verstanden. Ich war schockiert.
U-Boote sind auch nicht schön. Einen Samstag bin ich wieder ins Marinemuseum gegangen, diesmal ins U-Bootmuseum auf der anderen Hafenseite. Dort liegt ein Boot aus den Fünfzigern, und das allererste der britischen Marine von 1902. Beide kann man begehen, geführt von ehemaligen U-Bootfahrern. Die haben mal die Luke zugemacht und den Notausstieg erklaert. Ich war schockiert.
Ganz zum Schluss bin ich noch durch die HMS Warrior gelaufen, den Panzersegelkreuzer, der im Hafen liegt und Besuchern bekannt sein dürfte. Sehr viel mehr Platz und Luxus, aber auch da will ich nicht im Maschinenraum stehen.
U-Boote sind auch nicht schön. Einen Samstag bin ich wieder ins Marinemuseum gegangen, diesmal ins U-Bootmuseum auf der anderen Hafenseite. Dort liegt ein Boot aus den Fünfzigern, und das allererste der britischen Marine von 1902. Beide kann man begehen, geführt von ehemaligen U-Bootfahrern. Die haben mal die Luke zugemacht und den Notausstieg erklaert. Ich war schockiert.
Ganz zum Schluss bin ich noch durch die HMS Warrior gelaufen, den Panzersegelkreuzer, der im Hafen liegt und Besuchern bekannt sein dürfte. Sehr viel mehr Platz und Luxus, aber auch da will ich nicht im Maschinenraum stehen.
Zuletzte einige Anfügungen zu Kategorie "andere Vorstellungen".
Französische Revolution - wird zu allererst mit Anarchie, Mord und Totschlag konnotiert, erst sehr viel später mit Freiheit, Gleichheit oder sonstigem kontinentalen Sentimentalitäten
Schulden - Nötig und unbedenklich.
Bauern - reiche Großgrundbesitzer in Landrovern und teuren Allwetterjacken die mit Hund und Gewehr sein Privatland patroulliert. Darauf kam ich, als Ellie mich fragte, warum im Buch über die DDR ständig von "peasants" die Rede ist. Das heißt zwar auch Bauer, wird aber eigentlich nur auf arme Tagelöhnen im Mittelalter angewendet. Die moderne Übersetzung "farmer" aber ruft völlige andere Bilder hervor.
Wohnung - was für Leute, die sich kein Haus leisten können. Tendenziell mit Armut konnotiert.
Französische Revolution - wird zu allererst mit Anarchie, Mord und Totschlag konnotiert, erst sehr viel später mit Freiheit, Gleichheit oder sonstigem kontinentalen Sentimentalitäten
Schulden - Nötig und unbedenklich.
Bauern - reiche Großgrundbesitzer in Landrovern und teuren Allwetterjacken die mit Hund und Gewehr sein Privatland patroulliert. Darauf kam ich, als Ellie mich fragte, warum im Buch über die DDR ständig von "peasants" die Rede ist. Das heißt zwar auch Bauer, wird aber eigentlich nur auf arme Tagelöhnen im Mittelalter angewendet. Die moderne Übersetzung "farmer" aber ruft völlige andere Bilder hervor.
Wohnung - was für Leute, die sich kein Haus leisten können. Tendenziell mit Armut konnotiert.
Sonntag, 13. Dezember 2015
Advent Advent, die Zeit sie rennt!
Man denkt es ist nichts besonderes passiert und dann findet man eins nach dem anderen im Gedächtnis. Also:
Allein, zu zweit, zu vielen
Einmal war Ellie unterwegs und allein meine Freunde weg. Also hatte ich einige willkommene Stunden für mich. Für Kaffee am Meer (die stürmische See macht immer noch Eindruck auf mich. Ein bisschen als wäre das ein seltenes Privileg. In dem Klima hier kann man mit einer Decke immer noch draussen sitzen.) und einige Stunden im Museumshafen. Wozu hat man schließlich Jahreskarten. Diesmal habe ich die Victory besucht (Nelsons Flaggschiff in der Schlacht von Trafalgar) und die M33 aus dem Ersten Weltkrieg (war von Kasia empfohlen worden, nachdem sie sich mit unseren Jahreskarten reingeschlichen hatten).
Dann wieder mit Ellie habe ich den Komiker Bill Bailey gesehen. Sehr bekannt aus dem Fernseher, immer mit den guten Leuten und Ideen. Sehr gut. Musikvirtuose, spielt bei Auftritten zehn Instrumente. Großer Spaß.
Dann hatte meine Tangotruppe einen kurzfristigen Auftritt. Beim Weihnachtstreffen der Spanischen Gesellschaft in einem Kulturhaus. Ein freundlicher Auftritt vor harmlosem Publikum, bei dem wir schonmal einige Choreographien für nächstes Jahr ausprobieren konnten. Für mich war es das schönste am ganzen Tag, schon auf der Arbeit tagsüber hatte ich mich gefreut; mir machen Auftritt immer Spaß.
Singen jetzt
Auch unser Chorkonzert war ein Erfolg. Publikumsandrang war leider etwas enttäuschend, dafür befand es unser Dirigent als den vielleicht besten Auftritt unseres Chors. Mir hat vor allem das Orchester gefallen, die wirklich gut spielten (im Gegensatz zum normalen Uniorchester). Sie spielten Mozarts Jupitersymphonie, wonach wir Hummels Messe in B moll sangen. Erfreulicherweise sind einige Fragmente aufgenommen und ins Internet gestellt worden. Wie ich leider erst kurz vor Konzertbeginn erfuhr, überträgt in der katholischen Kathedrale eine Webcam permanent Video ins Internet. Nur Papa hat noch rechtzeitig einschalten können. Zwei Wochen darauf waren wir allerdings wieder da, zum alljährlichen Adventsgottesdienst der Uni. Diesmal versuchte Friedemann, es aufzunehmen. Aber er hat nur die Generalprobe erwischt - vielleicht lässt sich noch was draus machen. Während dieser Auftritt nämlich zweitrangig war, hat er allen großen Spaß gemacht. Diese Tradition des Adventssingens hier gefällt mir wieder sehr. Leider gibt es dieses Jahr partout keine passenden Termine für mich. Auch das Singen auf der Arbeit habe ich verpasst. Sehr schade.
Singen Zukunft
Nächstes Semester singen wir (neben geheimnisvollen Andeutungen von Shakespeare) Dvoraks einzige Messe. Die kam mir beim ersten Anhören so bekannt vor - und in der Tat hatte ich sie am 16. August 2014 in der Kirche Jagow gehört. Auf den Uckermärkischen Musikwochen, am ersten Tag meines Sommerbesuchs in dem Jahr. Übrigens singt auch Friedemann seit einigen Monaten in Lübeck in einem Chor und es macht ihm Spaß. Auch sie hatten kürzlich Adventskonzerte.
Advent Advent
Auch privat wird natürlich Advent begangen. Zwei Dosen waren mit Keksen gefüllt, bis eine davon komplett vom Tangokurs aufgegessen wurde. Auf der Arbeit habe ich zwei Kalender (auch meine Kollegen haben übrigens welche, eine sogar einen Bildkalender, der hier weniger beliebt ist). An Adventssonntagen versuche ich zumindest, dass man sich abends mal hinsetzt und Musik und Kerzen anmacht. Der Nikolaus hat Ellie wieder einen Stiefel gefüllt und auch ich habe ein großes Paket bekommen. Große Aufregung sowohl für Ellie als auch Buddha. Mitgeschickte Dekoration wird übrigens auch genutzt.
Auch auf der Arbeit ist Weihnachten. Pünktlich seit dem 1. Dezember sieht das Büro aus wie Elton Johns Geburtstagsfeier.
Ellies Geburtstag
Auch Ellies Geburtstag gab Anlass zu besonderen Veranstaltungen. Zuvorderst habe ich sie zum Musical Der König der Löwen nach London eingeladen. Das hatte ich schon vor 3 Jahren mit Kalina gesehen, aber daher wusste ich auch, dass es sich auch ein zweites Mal lohnt. Eine ganz tolle Mischung aus guten Sängern, einfallsreichem Bühnenbild und afrikanischer Kultur. In der Woche vor meiner Abreise plane ich noch, mit Ellie ins alljährliche Kindertheater zu gehen. Das hatten wir schon im letzten Jahr gemacht; ob der schamlosen Albernheit dieser traditionellen Bearbeitungen von Märchen sind die "Pantos" auch (vielleicht besonders) bei Erwachsenen beliebt. Zumindest bei albernen Erwachsenen.
Lesen
Bis vor Kurzem hatte ich vor allem Noten zum Lesen. Jetzt komme ich wieder zu Büchern, habe aber nur halbfertiges vorzuweisen. Kasias Buch "Das Waisenhaus" habe ich zu zwei Dritteln durch. Ich lese im Bibliotheksbuch über die DDR, ohne die Absicht, es ganz zu beenden. Daneben wiederhole ich einige Kapitel in der kleinen Physik, auch wieder einige aus dem großartigen Das Erbe Roms, und habe auch ein Buch von Margaret Atwood angefangen und unbeendet. Ich mag keine unbeendeten Aufgaben. Hoffentlich bringt Weihnachten Abhilfe.Siedler von Catan: Mathieu und ich spielen mit großem Einsatz. Zur Weihnachtspause steht es circa 4:5 für mich. Aber viele Partien werden um Haaresbreite entschieden; meine Nerven sind dafür gar nicht gemacht. Aber Friedemann kann ich zu Weihnachten alle mal besiegen.
Restpläne 2015
Soviel zu Vollbrachtem. Vor dem Abflug nach Hause werde ich Montag noch in die Stadt Swindon fahren, um dort einen Vortrag zu halten. Die Stadtverwaltung veranstaltet eine kurze Konferenz zum Thema Bevölkerungsalterung und Lokalverwaltung. Ich halte den gleichen Vortrag wie im September in Brighton. Auf dem Rückweg werde ich dann eine Nacht in Southampton bleiben und Kalina besuchen. Die war seit langer Zeit schwer mit Arbeit beschäftig und hat erst jetzt Zeit für ein letztes Treffen bevor das Jahr vorüber ist.
Sagen und Meinen
Zum Schluss eine Kategorie, die ich seit Längerem in mein Tagebuch intergrieren wollte. Insbesondere seit ich mit Ellie zusammen bin, finde ich einen bestimmten Aspekt interkultureller Kommunikation besonders relevant: die verschiedenen Konnotationen, die Kulturen mit bestimmten Worten und Ideen verbinden. Denn natürlich lernt man die Worte, Ideen in einer Fremdsprache auszudrücken. Man lernt Worte und Ideen, die es in der Fremdsprache nicht gibt. Und die es in der eigenen Sprache nicht gibt. Aber dann gibt es diese fiesen kleinen Dinge, die es in beiden Sprachen gibt, auch etwas Ähnliches beschreiben, aber dadurch im weiteren Bedeutungskreis Unterschiede verstecken. Praktische Beispiele:
Allein, zu zweit, zu vielen
Einmal war Ellie unterwegs und allein meine Freunde weg. Also hatte ich einige willkommene Stunden für mich. Für Kaffee am Meer (die stürmische See macht immer noch Eindruck auf mich. Ein bisschen als wäre das ein seltenes Privileg. In dem Klima hier kann man mit einer Decke immer noch draussen sitzen.) und einige Stunden im Museumshafen. Wozu hat man schließlich Jahreskarten. Diesmal habe ich die Victory besucht (Nelsons Flaggschiff in der Schlacht von Trafalgar) und die M33 aus dem Ersten Weltkrieg (war von Kasia empfohlen worden, nachdem sie sich mit unseren Jahreskarten reingeschlichen hatten).
Dann wieder mit Ellie habe ich den Komiker Bill Bailey gesehen. Sehr bekannt aus dem Fernseher, immer mit den guten Leuten und Ideen. Sehr gut. Musikvirtuose, spielt bei Auftritten zehn Instrumente. Großer Spaß.
Dann hatte meine Tangotruppe einen kurzfristigen Auftritt. Beim Weihnachtstreffen der Spanischen Gesellschaft in einem Kulturhaus. Ein freundlicher Auftritt vor harmlosem Publikum, bei dem wir schonmal einige Choreographien für nächstes Jahr ausprobieren konnten. Für mich war es das schönste am ganzen Tag, schon auf der Arbeit tagsüber hatte ich mich gefreut; mir machen Auftritt immer Spaß.
Singen jetzt
Auch unser Chorkonzert war ein Erfolg. Publikumsandrang war leider etwas enttäuschend, dafür befand es unser Dirigent als den vielleicht besten Auftritt unseres Chors. Mir hat vor allem das Orchester gefallen, die wirklich gut spielten (im Gegensatz zum normalen Uniorchester). Sie spielten Mozarts Jupitersymphonie, wonach wir Hummels Messe in B moll sangen. Erfreulicherweise sind einige Fragmente aufgenommen und ins Internet gestellt worden. Wie ich leider erst kurz vor Konzertbeginn erfuhr, überträgt in der katholischen Kathedrale eine Webcam permanent Video ins Internet. Nur Papa hat noch rechtzeitig einschalten können. Zwei Wochen darauf waren wir allerdings wieder da, zum alljährlichen Adventsgottesdienst der Uni. Diesmal versuchte Friedemann, es aufzunehmen. Aber er hat nur die Generalprobe erwischt - vielleicht lässt sich noch was draus machen. Während dieser Auftritt nämlich zweitrangig war, hat er allen großen Spaß gemacht. Diese Tradition des Adventssingens hier gefällt mir wieder sehr. Leider gibt es dieses Jahr partout keine passenden Termine für mich. Auch das Singen auf der Arbeit habe ich verpasst. Sehr schade.
Singen Zukunft
Nächstes Semester singen wir (neben geheimnisvollen Andeutungen von Shakespeare) Dvoraks einzige Messe. Die kam mir beim ersten Anhören so bekannt vor - und in der Tat hatte ich sie am 16. August 2014 in der Kirche Jagow gehört. Auf den Uckermärkischen Musikwochen, am ersten Tag meines Sommerbesuchs in dem Jahr. Übrigens singt auch Friedemann seit einigen Monaten in Lübeck in einem Chor und es macht ihm Spaß. Auch sie hatten kürzlich Adventskonzerte.
Advent Advent
Auch privat wird natürlich Advent begangen. Zwei Dosen waren mit Keksen gefüllt, bis eine davon komplett vom Tangokurs aufgegessen wurde. Auf der Arbeit habe ich zwei Kalender (auch meine Kollegen haben übrigens welche, eine sogar einen Bildkalender, der hier weniger beliebt ist). An Adventssonntagen versuche ich zumindest, dass man sich abends mal hinsetzt und Musik und Kerzen anmacht. Der Nikolaus hat Ellie wieder einen Stiefel gefüllt und auch ich habe ein großes Paket bekommen. Große Aufregung sowohl für Ellie als auch Buddha. Mitgeschickte Dekoration wird übrigens auch genutzt.
Auch auf der Arbeit ist Weihnachten. Pünktlich seit dem 1. Dezember sieht das Büro aus wie Elton Johns Geburtstagsfeier.
Ellies Geburtstag
Auch Ellies Geburtstag gab Anlass zu besonderen Veranstaltungen. Zuvorderst habe ich sie zum Musical Der König der Löwen nach London eingeladen. Das hatte ich schon vor 3 Jahren mit Kalina gesehen, aber daher wusste ich auch, dass es sich auch ein zweites Mal lohnt. Eine ganz tolle Mischung aus guten Sängern, einfallsreichem Bühnenbild und afrikanischer Kultur. In der Woche vor meiner Abreise plane ich noch, mit Ellie ins alljährliche Kindertheater zu gehen. Das hatten wir schon im letzten Jahr gemacht; ob der schamlosen Albernheit dieser traditionellen Bearbeitungen von Märchen sind die "Pantos" auch (vielleicht besonders) bei Erwachsenen beliebt. Zumindest bei albernen Erwachsenen.
Lesen
Bis vor Kurzem hatte ich vor allem Noten zum Lesen. Jetzt komme ich wieder zu Büchern, habe aber nur halbfertiges vorzuweisen. Kasias Buch "Das Waisenhaus" habe ich zu zwei Dritteln durch. Ich lese im Bibliotheksbuch über die DDR, ohne die Absicht, es ganz zu beenden. Daneben wiederhole ich einige Kapitel in der kleinen Physik, auch wieder einige aus dem großartigen Das Erbe Roms, und habe auch ein Buch von Margaret Atwood angefangen und unbeendet. Ich mag keine unbeendeten Aufgaben. Hoffentlich bringt Weihnachten Abhilfe.Siedler von Catan: Mathieu und ich spielen mit großem Einsatz. Zur Weihnachtspause steht es circa 4:5 für mich. Aber viele Partien werden um Haaresbreite entschieden; meine Nerven sind dafür gar nicht gemacht. Aber Friedemann kann ich zu Weihnachten alle mal besiegen.
Restpläne 2015
Soviel zu Vollbrachtem. Vor dem Abflug nach Hause werde ich Montag noch in die Stadt Swindon fahren, um dort einen Vortrag zu halten. Die Stadtverwaltung veranstaltet eine kurze Konferenz zum Thema Bevölkerungsalterung und Lokalverwaltung. Ich halte den gleichen Vortrag wie im September in Brighton. Auf dem Rückweg werde ich dann eine Nacht in Southampton bleiben und Kalina besuchen. Die war seit langer Zeit schwer mit Arbeit beschäftig und hat erst jetzt Zeit für ein letztes Treffen bevor das Jahr vorüber ist.
Sagen und Meinen
Zum Schluss eine Kategorie, die ich seit Längerem in mein Tagebuch intergrieren wollte. Insbesondere seit ich mit Ellie zusammen bin, finde ich einen bestimmten Aspekt interkultureller Kommunikation besonders relevant: die verschiedenen Konnotationen, die Kulturen mit bestimmten Worten und Ideen verbinden. Denn natürlich lernt man die Worte, Ideen in einer Fremdsprache auszudrücken. Man lernt Worte und Ideen, die es in der Fremdsprache nicht gibt. Und die es in der eigenen Sprache nicht gibt. Aber dann gibt es diese fiesen kleinen Dinge, die es in beiden Sprachen gibt, auch etwas Ähnliches beschreiben, aber dadurch im weiteren Bedeutungskreis Unterschiede verstecken. Praktische Beispiele:
- "Bohnen": der Engländer denkt dabei implizit an weiße Bohnen in Tomatensoße - baked beans. Auch wenn sie (normalerweise) nicht gebacken sind.
- "Tee": grundsätzlich schwarzer Tee. Bestellt man "Tee", fragt einen niemand, welche Sorte. Ich freue mich schon darauf, wenn Ellie das erste Mal Tee in Deutschland bestellt.
- "historische Stadt": für Ellie die Backsteinarchitektur des Georgianischen Zeitalter (18. Jh.). Z.b. der museale Teil des Marinemuseums. Ich hatte das immer für Fabrikarchitektur gehalten; mich hatte das nie angepsrochen, weil "historisch" in meinem Kopf mit Fachwerk und auf keinen Fall mit rechtwickligem Backstein verknüpft ist. So war ich in der Vergangenheit wiederholt enttäuscht gewesen, wenn ich ein als historisch beworbene Stadt besuchte. Halb York zum Beispiel sah für mich nach drögem Funktionsbau aus - vielleicht war das gar nicht so. Ich denke an Fachwerk - und da speziell an Wernigerode. Hier ist Fachwerk nur mit der Tudorzeit verbunden - Heinrich VIII, 16. Jh.
- "Feuerwerk": wird nicht mit Silvester verbunden, sondern mit Guy Fawkes Nacht. Am 5. November. Zu Silvester nur ein paar öffentliche Feuerwerke, aber kaum privates. Meines Wissens ein Unikum in Europa.
- "Asiatisch": man denkt zuerst an Indien und Pakistan. Der Teil Asiens, der einem mal gehörte und von dem man die meisten Leute vor der Nase hat.
- "Weihnachten": New York der 1950er. Weil amerikanische Kultur und ihre Vorstellungen ohne Umwege importiert werden kann. Und dort wurde eine einheitliche Weihnachtskultur mit Strahlkraft um diese Zeit durch Hollywood festgeschrieben. Und dann versucht mal, eine hybride Tradition zu entwickeln, wenn man selbst an Wald, Oratorium, Ruhe und Kirche denkt. Zum Glück kommt Ellie noch aus einer volksmusikalischen Tradition.
![]() |
| Vor dem Tangoauftritt. |
Montag, 23. November 2015
Winterwochenenden
Eines schönen Samstags hatte Ellie einen Tanzauftritt und ich endlich mal wieder einen ganzen Tag für Mathieu. Der ist wieder Single und hat dementsprechend mehr Zeit. Der Tag war sonnig und stürmisch. Nach einem schönen Kaffee am Meer haben wir die Fahrräder in den New Forest genommen. Dort haben wir geparkt, die Räder startklar gemacht und uns sofort verirrt. Am Ende haben wir sie die meiste Zeit durch Bäche, über die Heidefelder und nasse Hänge geschoben. Aber wir waren beide froh, einmal wieder die richtige Natur zu spüren - und da bin ich immer wieder froh, Männerfreunde zu haben. Als wir den richtigen Weg fanden, waren wir von der kalten Luft schon so müde, dass wir den Rest des Tags in einem Pub mit Spielen verbracht haben. Das Kartenspiel Die Siedler von Catan war eine gute Investition. Wir haben einen Weg gefunden, es trotz der deutschsprachigen Karten zu spielen. Es macht den Winter sehr viel erträglicher; sogar Ellie hat es einmal gespielt und gemocht.
Unser gemeinsamer Auftritt mit dem Chor rückt auch näher; eine Woche vorher hatten wir die Vorprobe mit dem diesmal sehr kleinen Orchester.
Einen anderen Winterwochenendsnachmittag habe ich mit Ellie bei einem Töpfer Keramik bemalt. Wie ich kurz darauf erfuhr, ist diese Geschäftsidee ziemlich verbreitet. Man kauft halbfertige Keramik vom Regal, bemalt es mit bereitgestellten Farben und lässt es dann brennen. Das macht überraschend viel Spaß; während ich anfangs dachte, dass ist bestimmt interessant aber ohne Massenreiz, weiß ich jetzt, dass man oft gar keinen Platz mehr bekommt. Hätte ich früher davon erfahren, hätte ich das für das Betriebsweihnachtsessen vorgeschlagen, schließlich kann man sich auch Essen mitbringen oder hinbestellen, wie ich an einem Kindergeburtstag sah. Besser als die überteuerten Restaurantbesuche, die man in der Arbeitswelt hier für Pflicht hält. Bestellungen dafür werden alle Jahre wieder ab August angenommen.
Von Arbeit wegen habe ich auf dem Karrieretag der Mathematikfakultät der Uni Portsmouth gesprochen. Das heißt regionale Arbeitgeber werben einen Tag lang um die Studenten im letzten Jahr. Was in England, dass muss gesagt sein, immer das letzte Jahr des Grundstudiums bedeutet, also Jahr 3, im Alter von ca. 22. Einen Master macht man hier eher selten. Mein Amt hat sich da wohl erst kurzfristig angemeldet und mir wurde dementsprechend kurzfristig klar, dass ich der einzige Vertreter sein würde und ein einstündiger Vortrag erwartet wird. Zum Glück kann ich Vorträge und erinnere mich auch noch gut daran, wie furchtbar langweilig diese Werbeveranstaltungen sind. Leute in Anzügen rattern Managerfloskeln herunter. Als ich dort ankam, hatten die Studenten schon 3 Stunden hinter sich und waren gelangweilt und müde. Aber ich habe sie aufgeweckt, mit konkreten Beispielen aus meinem Alltag.
In weiser Voraussicht hatte ich früh mit Adventsvorbereitungen begonnen. Unter anderem ließ ich mir einige Rezepte aus Rostock zuschicken. Mit Ellie habe ich sofort das Backen begonnen, damit Anfang Dezember auch genug für Freunde da ist. Zum Glück mag Ellie deutsche Weihnachtstraditionen. Wie mir die geleerte Dose unseres ersten Backabends verriet.
Unser gemeinsamer Auftritt mit dem Chor rückt auch näher; eine Woche vorher hatten wir die Vorprobe mit dem diesmal sehr kleinen Orchester.
Einen anderen Winterwochenendsnachmittag habe ich mit Ellie bei einem Töpfer Keramik bemalt. Wie ich kurz darauf erfuhr, ist diese Geschäftsidee ziemlich verbreitet. Man kauft halbfertige Keramik vom Regal, bemalt es mit bereitgestellten Farben und lässt es dann brennen. Das macht überraschend viel Spaß; während ich anfangs dachte, dass ist bestimmt interessant aber ohne Massenreiz, weiß ich jetzt, dass man oft gar keinen Platz mehr bekommt. Hätte ich früher davon erfahren, hätte ich das für das Betriebsweihnachtsessen vorgeschlagen, schließlich kann man sich auch Essen mitbringen oder hinbestellen, wie ich an einem Kindergeburtstag sah. Besser als die überteuerten Restaurantbesuche, die man in der Arbeitswelt hier für Pflicht hält. Bestellungen dafür werden alle Jahre wieder ab August angenommen.
Von Arbeit wegen habe ich auf dem Karrieretag der Mathematikfakultät der Uni Portsmouth gesprochen. Das heißt regionale Arbeitgeber werben einen Tag lang um die Studenten im letzten Jahr. Was in England, dass muss gesagt sein, immer das letzte Jahr des Grundstudiums bedeutet, also Jahr 3, im Alter von ca. 22. Einen Master macht man hier eher selten. Mein Amt hat sich da wohl erst kurzfristig angemeldet und mir wurde dementsprechend kurzfristig klar, dass ich der einzige Vertreter sein würde und ein einstündiger Vortrag erwartet wird. Zum Glück kann ich Vorträge und erinnere mich auch noch gut daran, wie furchtbar langweilig diese Werbeveranstaltungen sind. Leute in Anzügen rattern Managerfloskeln herunter. Als ich dort ankam, hatten die Studenten schon 3 Stunden hinter sich und waren gelangweilt und müde. Aber ich habe sie aufgeweckt, mit konkreten Beispielen aus meinem Alltag.
Montag, 16. November 2015
Brumm Brumm Katsching
Große Nachricht: wir haben seit Mitte November ein Auto. Ford Ka, 14 Jahre alt. Praktisch gratis durch Ellies Familie bekommen, sogar für uns hergefahren. Während das natürlich praktisch für Ausflüge in bisher unerschlossene Gegenden ist, kann ich mich nicht wirklich begeistern. Ich bin Fahrradfahrer. Die weiteren monatlichen Fixkosten für Versicherung würde ich lieber sparen, schließlich hat mir ein Auto nie gefehlt. Aber für Ellie ist es ein Kennzeichen des Erwachsenseins. Das hat mich wirklich umgetrieben. Zum einen, weil monatliche Fixkosten für mich immer selbstverständlich klein gehalten werden, zugunsten von Unternehmungen und Ersparnissen. Zum Glück ist alles viel einfacher als befürchtet und lässt sich leicht wieder abstoßen. Aber natürlich erinnert mich auch jede kleine Verpflichtung hier an die lieber ignorierte Entscheidung, wielange ich hier bleiben will.
Ellie ist übrigens eine überraschend gute Fahrerin. Dabei hat sie erst vor einem Jahr den Führerschein gemacht und hat seitdem nicht mehr hinterm Lenkrad gesessen. Meine Testfahrt am Folgetag in den engen Straßen von Portsmouth war dagegen keine Freude für mich. Ich bin Radfahrer.
Ausgeben tue ich genug. Vor allem winkt zur Abwechslung die Kultur. Zum ersten Mal seit wohl gut zwei Jahren bin ich mit Ellie zu richtigem Theater gewesen, eine Amateurgruppe zwar, aber immerhin mal ein ernsthaftes Thema, nach dem Film "Begegnung" (1945). Zu einer weiteren Amateuraufführung waren wir in London. Bauchtänzer spielten Schneewittchen. Hervorragende Technik als auch teilweise exzellentes Schauspiel.
Zwei Wochen darauf habe ich mit Mathieu und Ellie in der alljährlichen Vorweihnachtsballetsaison Schwanensee gesehen. Das Russische Staatsballet ist dabei eindeutig eine Klasse über dem Moskauer Staatsballet, dessen Nussknacker die letzten zwei Jahre dran war. Außerdem war ich mit Ellie auf einer regionalen Bauchtanzshow in Fareham mit einer interessanten Mischung aus den schlechtesten lokalen Gruppen und zwei richtigen Profis. Eine davon hatte ich die Woche vorher in London gesehen. Im Gedächtnis werden mir aber einige betrunkene Frauen (im fast ausschließlich weiblichen Publikum) bleiben, die die Aufführung durch nur gequatscht haben. In der Pause hat sich dann jemand mit ihnen unterhalten und sie kamen nicht wieder rein. Aber mein Eindruck bestätigt sich, dass man sich hier bei Aufführungen aller Ort schlechter verhält als ich das gewohnt bin. Stichwort Plastiktüten, Handys, Kinderschreien.
Die Bücherfront: Ich habe die Einführung in die Physik ausgelesen. Kasia hat mir gleich zwei neue Bücher auf den Stapel gelegt; davon lese ich einen Roman im Finnland in den ersten Jahren des 20. Jh. Dazu habe ich ein angefangenes Buch von Margarete Atwood und ein Ellie ein sehr spannendes über die DDR aus der Bibliothek. Ellie sagt, sie weiß geschichtlich nichts je weiter es nach Osten geht und will zu Weihnachten ein Buch darüber, was um Gottes Willen im 20. Jahrhundert über die Europäer gekommen ist. Vorschläge an mich oder den Weihnachtsmann.
Der Chor steht zwei Wochen vor dem Konzert am 28. November, mir macht alles großen Spaß, weil ich die Musik gut kenne. Dann kann man das eigentliche Singen genießen. Tangoproben füllen die Wochenenden. Außerdem versuche ich Zeit für Mathieu zu finden. Dann spielen wir in den Kneipen Die Siedler von Catan, oder treffen uns Samstag früh zum Frühstück im Strandcafe. Letzteres wollte ich nach meinem Geburtstag unbedingt wieder machen; der lange Verzug zeigt, wie schwierig es ist füreinander Zeit zu finden.
Davon abgesehen genieße ich zunehmend wieder Zeit allein. Als einmal alle weg oder beschäftigt waren, habe ich allein neue Wege zwischen Haus Stansted und der Hubertuskapelle erforscht. Das war ein feuchter, nebliger Tag, aber mir hat es richtig Freude gemacht, einmal wieder als richtiger Deutscher mit meinen festen Schuhen über schlammige Wege und feuchtes Herbstlaub zu laufen, ohne Karte. Mit Ellie ginge das nicht.
Insgesamt ist wie auch in Deutschland der Herbst bisher schön. Nach dem Sommer zumindest ein Trostpflaster. Vom dritten Stock meins Büros sehe ich oft die Sonne über Portsmouth aufgehen. Ob bei Sonne oder Wolken und Sturm sitze ich abends gerne noch in den Cafes am Strand.
Nachstehend Fotos von Kasias Besuch im Oktober.
Ellie ist übrigens eine überraschend gute Fahrerin. Dabei hat sie erst vor einem Jahr den Führerschein gemacht und hat seitdem nicht mehr hinterm Lenkrad gesessen. Meine Testfahrt am Folgetag in den engen Straßen von Portsmouth war dagegen keine Freude für mich. Ich bin Radfahrer.
Ausgeben tue ich genug. Vor allem winkt zur Abwechslung die Kultur. Zum ersten Mal seit wohl gut zwei Jahren bin ich mit Ellie zu richtigem Theater gewesen, eine Amateurgruppe zwar, aber immerhin mal ein ernsthaftes Thema, nach dem Film "Begegnung" (1945). Zu einer weiteren Amateuraufführung waren wir in London. Bauchtänzer spielten Schneewittchen. Hervorragende Technik als auch teilweise exzellentes Schauspiel.
Zwei Wochen darauf habe ich mit Mathieu und Ellie in der alljährlichen Vorweihnachtsballetsaison Schwanensee gesehen. Das Russische Staatsballet ist dabei eindeutig eine Klasse über dem Moskauer Staatsballet, dessen Nussknacker die letzten zwei Jahre dran war. Außerdem war ich mit Ellie auf einer regionalen Bauchtanzshow in Fareham mit einer interessanten Mischung aus den schlechtesten lokalen Gruppen und zwei richtigen Profis. Eine davon hatte ich die Woche vorher in London gesehen. Im Gedächtnis werden mir aber einige betrunkene Frauen (im fast ausschließlich weiblichen Publikum) bleiben, die die Aufführung durch nur gequatscht haben. In der Pause hat sich dann jemand mit ihnen unterhalten und sie kamen nicht wieder rein. Aber mein Eindruck bestätigt sich, dass man sich hier bei Aufführungen aller Ort schlechter verhält als ich das gewohnt bin. Stichwort Plastiktüten, Handys, Kinderschreien.
Die Bücherfront: Ich habe die Einführung in die Physik ausgelesen. Kasia hat mir gleich zwei neue Bücher auf den Stapel gelegt; davon lese ich einen Roman im Finnland in den ersten Jahren des 20. Jh. Dazu habe ich ein angefangenes Buch von Margarete Atwood und ein Ellie ein sehr spannendes über die DDR aus der Bibliothek. Ellie sagt, sie weiß geschichtlich nichts je weiter es nach Osten geht und will zu Weihnachten ein Buch darüber, was um Gottes Willen im 20. Jahrhundert über die Europäer gekommen ist. Vorschläge an mich oder den Weihnachtsmann.
Der Chor steht zwei Wochen vor dem Konzert am 28. November, mir macht alles großen Spaß, weil ich die Musik gut kenne. Dann kann man das eigentliche Singen genießen. Tangoproben füllen die Wochenenden. Außerdem versuche ich Zeit für Mathieu zu finden. Dann spielen wir in den Kneipen Die Siedler von Catan, oder treffen uns Samstag früh zum Frühstück im Strandcafe. Letzteres wollte ich nach meinem Geburtstag unbedingt wieder machen; der lange Verzug zeigt, wie schwierig es ist füreinander Zeit zu finden.
Davon abgesehen genieße ich zunehmend wieder Zeit allein. Als einmal alle weg oder beschäftigt waren, habe ich allein neue Wege zwischen Haus Stansted und der Hubertuskapelle erforscht. Das war ein feuchter, nebliger Tag, aber mir hat es richtig Freude gemacht, einmal wieder als richtiger Deutscher mit meinen festen Schuhen über schlammige Wege und feuchtes Herbstlaub zu laufen, ohne Karte. Mit Ellie ginge das nicht.
Insgesamt ist wie auch in Deutschland der Herbst bisher schön. Nach dem Sommer zumindest ein Trostpflaster. Vom dritten Stock meins Büros sehe ich oft die Sonne über Portsmouth aufgehen. Ob bei Sonne oder Wolken und Sturm sitze ich abends gerne noch in den Cafes am Strand.
| Kasia und ich nach zweijähriger Trennung. |
| Kasias Mann Andreas und ich vor dem Tor zum Kathedralenhof von Salisbury. |
| Mondaufgang. Kreuzgang der Kathedrale in Salisbury. |
| Wer erkennts? Kasia im Haus Stansted. |
Samstag, 31. Oktober 2015
Alte Menschen rennen zuviel durch die Gegend
Nach Lissabon wollte ich ein ruhiges Jahresende. Keine Reisen, Zeit für mich, Alltag, Lesen, Winter, Advent. Montag Spieleabend mit Mathieu, schön regelmäßig, wider die Dunkelheit. Dafür habe ich mir extra Spiele zugelegt, insbesondere die (Neuauflage der) Siedler von Catan. Dann stellte sich nach und nach raus, dass fast jedes Wochenende ausgebucht ist. Bauchtanzshows, Musicals, Chorproben (Hummels Messe in h moll, Haydns Insanae et vanae Curae) kollidieren mit Tangoproben, ich will mit Mathieu auf die Isle of Wight, Ellie will mit mir nach Canterbury, eine Freundin von ihr will uns nach Manchester holen. Insbesondere Tango fängt wieder an beängstigende Ausmaße anzunehmen. Auftritte sind für Mai und Juni vorgesehen. Aber keine Sorge, das wird meinen Besuch nicht vereiteln.
Kalina
Zwei Wochen nach meiner Rückkehr besuchte ich mit Kalina die Klosteruine in Netley, von mir schon einmal 2013 besichtigt. Anschließend kam sie eine Nacht nach Portsmouth, wo wir einen schönen Abend mit meinen ersten Spielen verbrachten und uns alle freuten, wie schön ein ruhiger Abend in unserem Alter ist.
Kasia
Drei Wochen nach meiner Rückkehr kam Kasia mit Mann, als letzter Besuch dieses leider so verregneten Jahres. Sie bleiben eine Woche, fahren jeden Tag wohin. Leider habe ich keine Urlaubstage mehr übrig, somit blieben nur Abende und das Wochenende. An den Abenden wurde entweder Tee getrunken, weil alle von Arbeit oder Urlaub müde waren. Oder es wurde gekocht und getrunken. Und alte Geschichten erzählt, die schon viel zu lange her sind. Oder Ellie bekam neue Kleider, gemacht in Polen und bemalt von Kasia. Und einmal kamen Kasia und Mann mit zum Tangokurs. Am Wochenende fuhren wir einmal auf die Isle of Wight. Am Sonntag ging es erst nach Southampton (wo Kasia in den polnischen Parlamentswahlen abstimmte) und dann weiter nach Stonehenge. Zumindest für Kasia und Mann, ich blieb ob der Kosten im benachbarten Salisbury. Das waren, ganz ehrlich, zwei wunderschöne Stunden ganz allein mit mir. Im Kreuzgang der Kathedrale (zuletzt zu Ostern beschrieben) sah ich die Sonne unter- und später (wieder mit den anderen) den Mond aufgehen. Der erste schöne Herbsttag, an dem das bunte Kastanienlaub auf dem Domvorplatz in der Sonne leuchtete.
Mary
Allein mit Ellie bin ich zum ersten Mal ins historische Werftmuseum gegangen. Ich war dort 2012 und 2013 auf dem historischen Weihnachtsmarkt als Schausteller gewesen, aber nie in die Museen gekommen. Genauer gesagt ist das der Marinestützpunkt, dessen historischer Teil zur größten Touristenattraktion der Stadt ausgebaut worden ist, während ein großer Teil immer noch in Betrieb ist. Dort liegen viele alte Schiffe, wovon zwei besonders wichtig sind. Eins ist die Victory, Nelsons Flaggschiff bei der Seeschlacht von Trafalgar (vgl. Trafalgar Platz in London mit ihm nebst Löwen auf Säule). Das andere ist die Mary Rose, Flaggschiff von Heinrich VIII, welches 1545 direkt vor Portsmouth gesunken war. In den 1980ern gefunden und gehoben wurde um die vom Schlick konservierte Hälfte ein Museum gebaut. Dort wollte ich natürlich immer mal hin, aber nur nach Vorbereitung. Jetzt fühlte ich mich gut genug eingelesen, nicht zuletzt durch Ellie, die sich gerade mit Heinrich und seiner Tudor-Dynastie auskennt. Dort haben wir also einen schönen Nachmittag verbracht und die tausenden Fundstücke bestaunt, die so gut erhalten sind, dass sie oft Personen mit Namen zugeordnet werden können. Für Besucher: die Eintrittskarten gelten ein Jahr lang.
Im Stadtzentrum wurde das Haupttheater endlich wieder eröffnet. Drei Jahre war renoviert worden - meine gesamte Zeit hier kannte ich es nur geschlossen. Jetzt gibt es zumindest Hoffnung auf gute Vorstellungen, ab und zu ist etwas brauchbares im Programm - aber immer viel weniger und viel teurer als in Deutschland.
Paulina
Aufregende Neuigkeiten auf der Arbeit! Seit Kurzem arbeitet bei uns eine Polin aus Posen, die gute acht Jahre in Rostock gelebt hat. Dort studiert sie und arbeitete anschließend am Max Planck Institut für Demographie. Mit dem arbeitet ja gerade meine Arbeitsgruppe zusammen - sie kennt die Leute, die mit uns korrespondieren. Anschließend hat sie ihren Doktor in Southampton gemacht und kam danach zu uns. Ich war völlig aus dem Häuschen, als ich von ihr erfuhr und wir unterhalten uns lange, wie schön Rostock ist und was für ein Kontrast Southampton bzw. Portsmouth. Sie fand hier so wie ich ihren Partner - Emigrantenschicksal.
Kalina
Zwei Wochen nach meiner Rückkehr besuchte ich mit Kalina die Klosteruine in Netley, von mir schon einmal 2013 besichtigt. Anschließend kam sie eine Nacht nach Portsmouth, wo wir einen schönen Abend mit meinen ersten Spielen verbrachten und uns alle freuten, wie schön ein ruhiger Abend in unserem Alter ist.
Kasia
Drei Wochen nach meiner Rückkehr kam Kasia mit Mann, als letzter Besuch dieses leider so verregneten Jahres. Sie bleiben eine Woche, fahren jeden Tag wohin. Leider habe ich keine Urlaubstage mehr übrig, somit blieben nur Abende und das Wochenende. An den Abenden wurde entweder Tee getrunken, weil alle von Arbeit oder Urlaub müde waren. Oder es wurde gekocht und getrunken. Und alte Geschichten erzählt, die schon viel zu lange her sind. Oder Ellie bekam neue Kleider, gemacht in Polen und bemalt von Kasia. Und einmal kamen Kasia und Mann mit zum Tangokurs. Am Wochenende fuhren wir einmal auf die Isle of Wight. Am Sonntag ging es erst nach Southampton (wo Kasia in den polnischen Parlamentswahlen abstimmte) und dann weiter nach Stonehenge. Zumindest für Kasia und Mann, ich blieb ob der Kosten im benachbarten Salisbury. Das waren, ganz ehrlich, zwei wunderschöne Stunden ganz allein mit mir. Im Kreuzgang der Kathedrale (zuletzt zu Ostern beschrieben) sah ich die Sonne unter- und später (wieder mit den anderen) den Mond aufgehen. Der erste schöne Herbsttag, an dem das bunte Kastanienlaub auf dem Domvorplatz in der Sonne leuchtete.
Mary
Allein mit Ellie bin ich zum ersten Mal ins historische Werftmuseum gegangen. Ich war dort 2012 und 2013 auf dem historischen Weihnachtsmarkt als Schausteller gewesen, aber nie in die Museen gekommen. Genauer gesagt ist das der Marinestützpunkt, dessen historischer Teil zur größten Touristenattraktion der Stadt ausgebaut worden ist, während ein großer Teil immer noch in Betrieb ist. Dort liegen viele alte Schiffe, wovon zwei besonders wichtig sind. Eins ist die Victory, Nelsons Flaggschiff bei der Seeschlacht von Trafalgar (vgl. Trafalgar Platz in London mit ihm nebst Löwen auf Säule). Das andere ist die Mary Rose, Flaggschiff von Heinrich VIII, welches 1545 direkt vor Portsmouth gesunken war. In den 1980ern gefunden und gehoben wurde um die vom Schlick konservierte Hälfte ein Museum gebaut. Dort wollte ich natürlich immer mal hin, aber nur nach Vorbereitung. Jetzt fühlte ich mich gut genug eingelesen, nicht zuletzt durch Ellie, die sich gerade mit Heinrich und seiner Tudor-Dynastie auskennt. Dort haben wir also einen schönen Nachmittag verbracht und die tausenden Fundstücke bestaunt, die so gut erhalten sind, dass sie oft Personen mit Namen zugeordnet werden können. Für Besucher: die Eintrittskarten gelten ein Jahr lang.
Im Stadtzentrum wurde das Haupttheater endlich wieder eröffnet. Drei Jahre war renoviert worden - meine gesamte Zeit hier kannte ich es nur geschlossen. Jetzt gibt es zumindest Hoffnung auf gute Vorstellungen, ab und zu ist etwas brauchbares im Programm - aber immer viel weniger und viel teurer als in Deutschland.
Paulina
Aufregende Neuigkeiten auf der Arbeit! Seit Kurzem arbeitet bei uns eine Polin aus Posen, die gute acht Jahre in Rostock gelebt hat. Dort studiert sie und arbeitete anschließend am Max Planck Institut für Demographie. Mit dem arbeitet ja gerade meine Arbeitsgruppe zusammen - sie kennt die Leute, die mit uns korrespondieren. Anschließend hat sie ihren Doktor in Southampton gemacht und kam danach zu uns. Ich war völlig aus dem Häuschen, als ich von ihr erfuhr und wir unterhalten uns lange, wie schön Rostock ist und was für ein Kontrast Southampton bzw. Portsmouth. Sie fand hier so wie ich ihren Partner - Emigrantenschicksal.
![]() |
| Neuestes Konzertplakat. |
04.10.2015 - Lissabon
Höhepunkte aus Lissabon
- Nachtspaziergänge in der Altstadt
- russisch Essen bestellen
- der Blick von der Christusstatue
- Die Aussichtsterassen
- Nachtcafes mit Aussicht
- Der Mond über der Burg
- Fahrradausflug nach Belem
- portugiesische Bäckerein
- Kaffee am Botanischen Garten
- Spaziergang im Viertel Estrela
- Fado Konzert
- Burg in Sintra
- Kaffeepausen
- Das Zirkuscafe
- Rasierer vergessen - jetzt trage ich Bart
- Fotoapparat verloren - vorerst keine Fotos
| Kloster im Viertel Belem. Schön verziert mit Geld aus der Entdeckerzeit. |
| Vom TUIs "Mein Schiff 4" wurde die Altstadt die ganze Nacht lang mit Disko beschallt. |
| Das Zirkusprojekt El Chapito kümmert man sich um obdachlose Kinder. |
| Vgl. Mein Block in Torun. |
| Sintra. Im Hintergrund einer von zwei Nationalpalästen. |
| Aber wir kletterten lieber auf die maurische Burg. |
| Weils das was zu sehen gab. |
Abonnieren
Posts (Atom)



