Nachdem ich alleine in der Natur gewesen war, sind wir am Wochenende mehrmals zusammen raus gefahren. Es war ganz toll, Otto bei diesem Wetter die Natur zu zeigen. Insbesondere haben wir ihn wohl zum ersten Mal gezielt mit "Tieren" vertraut gemacht. Ich will nämlich nicht, dass er nur Autos, Hunde und Tauben kennt.
Samstag sind wir zum Freiluftmuseum "Butser" gefahren, am Fuß des Hügels mit der ehemaligen Windmühle, auf den ich am Vortag gestiegen war. Das Museum kennen wir schon seit vielen Jahren; es ist ein archäologisches Projekt, dass experimentell Gebäude und Agrartechniken aus Vor- und Frühgeschichte ausprobiert. Will heißen dort stehen verschiedene Hütten und Häuser, und dazu gibt es Schafe und Ziegen. Ich glaube Otto hat die zum ersten Mal bewusst wahrgenommen. Erst war es ihm etwas unheimlich, aber als er mitgekriegt hat, dass man die Streicheln kann, wurde er ganz wild. Wir haben das wirklich genossen. Die Landschaft, die Tiere, Otto. Und am besten ist: das ganze Gelände ist durch Zäune in viele Bereiche getrennt, wo ein Kind schlecht wegrennen kann. Die Jahresfamilienkarte ist gar nicht teuer.
Am nächsten Vormittag sind wir ins Umweltzentrum gefahren - das mit den Jurten. Da ist Otto auf dem Gras rumgerannt und ich habe ihm Blumen erklärt. Nachmittags sind wir auf den Hügel vor Portsmouth rauf. Da hatte ich bei unserem letzten Besuch, vor Monaten, entdeckt, dass ein Seitenweg an mehreren Pferdekoppeln vorbeiführt. Damals war er noch zu klein, aber diesmal hat er die Tiere schon von weitem erkannt und war total aufgeregt. Wir haben ihm gezeigt, wie man sie füttert, und weiter hinten haben wir noch zwei Shetland Ponys in seiner Größe gefunden. Ich hatte außerdem fast das Gefühl, dass Otto die Aussicht toll fand.
Montag war Feiertag und wir sind kurz in den Altstadthafen gefahren. Aber besonders schön war es Dienstag an der Hubertuskapelle. Wir hatten ja schon immer gedacht, dass das für ein Kind toll ist so richtig auf dem Land, auf der Wiese, mit Schmetterlingen und Vögeln. Und ich wollte Otto immer die Eisenbahn zeigen, die einige hundert Meter vor der Kapelle das Tal entlang fährt. Mich erinnerte das immer an den Pölchower Wald bei Rostock, wo mir als Kind das Huschen der Züge so magisch vorkam. Und tatsächlich war Otto jedes Mal baff, wenn ein Zug vorbeifuhr.
Insgesamt macht es Otto uns Ausflüge momentan richtig einfach. Lässt sich gern ins Auto setzen, freut sich wenn man ihn wieder rasuholt, bottet sofort los. Kein Zögern, kein Warten, los geht es in die Welt. Mich machen unsere Fahrten wirklich glücklich, weil Otto die Sachen so gerne annimmt, die wir ihm zeigen. Dass die Bilder wahr werden, die man immer für etwas zu optimistisch hielt. Es ist richtig toll, als Familie im Mai in die Natur zu fahren.
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