Freitag, 25. Juni 2021

Hochzeit

Höchste Zeit über die Hochzeit zu schreiben. Wir hatte ja bereits alles vorbereitet - in meinem Fall war das nur eine Hose und eine Fliege, in Ellies Fall ein komplettes Outfit, über mehrere Wochen ausgesucht und bestellt. Am Samstag vor der Hochzeit kam Ellies Schwester Amber zu uns. Sie war zusammen mit unserem lokalen Freund Andrew als Zeugin vorgesehen. In den alten Zeiten wären wir Ende Juni zu ihrem Geburtstag zu ihr nach Canterbury gefahren; ich hatte mich schon lange gefreut, das sie wenigstens zu uns kommt, denn mit ihr ist es immer schön.
Sonntag sind wir alle zusammen ins Umwelt Zentrum gefahren und Montag Vormittag zum Frühstück in einem Cafe in der Stadt. Denn durch den kleinen Rahmen hatten wir soviel Zeit.
Während Ottos Mittagsschlaf haben wir uns fertig gemacht; natürlich wachte er nochmal auf und musste gerettet werden, und ich bin dabei anschließend selbst eingeschlafen. Als ich aufwachte war es nur noch eine Stunde bis wir am Standesamt sein mussten. Also hastiges Umziehen, Auto beladen, noch dreimal zurück ins Haus rennen. Zum Glück war der Verkehr in Ordnung.
Am Standesamt warteten Andrew und unsere Freunde Andrea und Eloise (zu deren Hochzeit wir vor einigen Jahren nach Verona in Italien geflogen waren). Die wurden kurz vorher noch angefügt um Fotos zu machen.
Die Gäste wurden direkt in den Saal geführt, während wir mit Otto in einen Nebenraum kamen, wo nochmal alle Angaben auf der Heiratsurkunde überprüft wurden. Da war ich froh über den kleinen Rahmen der ganzen Hochzeit, denn es war heiß, es war schwül und Otto wurde langweilig. Jeweils einer hat Fragen beantwortet, während der andere Otto unter Kontrolle hielt, der rumrannte und Sachen von Wänden und Tischen zog. Schließlich versagte noch die geplante Musik auf Ellies Handy, aber zum Glück funktionierte Eloises Telefon. ("Portsmouth" von Mike Oldfield zum Anfang, die Titelmelodie von Star Trek bei den Unterschriften).
Der Rest der Zeremonie dauerte keine zehn Minuten. Wir in den Saal, Otto auf dem Arm, nach vorn zur Standesbeamtin. Die liest ihren Teil vor, dann sagen wir unsere Sätze auf. Ich kann mich gerade noch erinnern, dass ich Ellies Hand halten sollte und ich mir dachte, so fühlt sich dieser Moment also an. Wir mussten nämlich wieder Otto hin- und herreichen, dem das alles gar nicht gefiel.
Im Anschluss gingen wir alle in den Garten hinter dem Gebäude, um uns abzukühlen und ein paar Fotos zu machen. Aber sehr bald fuhren wir alle in einen Park nicht weit vom Meer, wo wir ein einfaches (aber sehr gutes) Picknick organisiert hatten. Otto war nicht davon abzuhalten sich direkt ins Essen zu setzen, sodass ich ihn irgendwann auf eine Fahrt im Kinderwagen genommen habe, damit die anderen sich unterhalten konnten. War alles sehr angenehm. Ich hatte mich an Anekdoten erinnert von Leuten die es im Nachhinein bereut hatten, ihre Hochzeit klein zu halten, aber ich bin wirklich froh, dass wir nicht mehr zu jonglieren hatten. Ich will aber auch festhalten, dass ich gerade abends wieder diese Wehmut spürte, dass soviele Menschen nicht dabei sein konnten.
Wir sind gegen 18 Uhr nach Hause gefahren, weil Otto ja ins Bett muss. Mit Amber haben wir noch einen ausgezeichneten schlechten Film über Hunde geguckt. Tat mir wieder leid, als sie am nächsten Tag wieder fahren musste. Früher waren Gäste haben und Gast sein so häufig. Nicht mehr.

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