Donnerstag, 27. November 2025

Nachtrag

Die letzten sechs bis acht Wochen kam ich nie zum Schreiben. Ich weiss, dass viel erwaehnenswertes passiert ist, erinnere mich aber nicht mehr. Hier einige Notizen aus der Zeit, und was mir noch im Gedaechtnis blieb.

An einem Wochenende besuchten uns Ellies Vater mit Frau und Cousine. Die Kinder wie immer begeistert, auch wenn Otto gerade krank war. Fuer mich war auch etwas besonderes dabei: ein Buch von Ellies Uropas Zeit im Krieg. Der lieferte 1944/45 mit der HMS Begum Kampfflugzeuge in den Pazifik. Erlebte die japanische Kapitulation in Singapur und besuchte viele Laender der Region. Muss fuer ein armes Kind aus dem Londoner East End ganz schoen beeindruckend gewesen sein.

Ellie hoerte auf den jeweiligen Elternabenden der Kinder ueber beide ausgezeichnetes. Ottos Lesen und Rechnen ist tatsaechlich sehr gut.

Sebbi

stieg endgueltig in die naechste Kitagruppe auf. Beide bisherige Betreuerinnen sind traurig - zu Recht! Seine sprachliche Entwicklung macht mich richtig baff. Der kann inzwischen richtig gut erklaeren und umschreiben, zum Beispiel wenn Mami ein deutsches Wort nicht kennt.

Auch ein kuerzlicher Besuch bei der Kinderschwester brachte nur gute Bewertungen.

Seine Sprache beeindruckt uns weiter. Nicht kennt er "Sanitaeter", er weiss auch, dass es auf Englisch "paramedic" heisst.


Otto

Ueber die letzten Wochen haben wir richtig mit laengeren Buechern angefangen. Erst lasen wir sein erstes Kapitelbuch aus: Enid Blytons "Kinder vom Kirschbaumhof". Dann die Fortsetzung: Die Kinder vom Weidenhof, und jetzt den dritten Teil der Serie. Ich muss Otto oft Sachen erklaeren, die sich seit den 1950ern veraendert haben.

Im ersten Schulprojekt des Jahres ging es um das Grosse Feuer von London 1666. Dazu werden am Ende als Hausaufgabe Haeusermodelle gebaut und angezuendet. Ich mag diese projektbasierte Arbeit.

In den letzten Wochen haben wir beide den Eindruck, dass Otto weniger vorm Bildschirm sitzt. Er liegt ihn von allein irgendwann ab und nimmt sich Spielzeuge. Durchaus auch mal mit Sebbi. Einmal setzte er sich an meinen Schreibtisch und zeichnete konzentriert einen Bauplan fuer ein Auto. Da wuerde ich ihm gern gleich seinen eigenen Arbeitsplatz geben.

Um Halloween haben wir einen Kuerbis gebastelt. Unsere "Ruhige Zeit" vor dem Schlafengehen ist wirklich schoen.

Otto entwickelt wichtige Faehigkeiten richtig gut: im Familienschwimmen sein Rueckenschwimmen und Tauchen: innerhalb einer Stunde ging es von aengstlichen Versuchen zum begeisterten Tauchen nach neugekauften Sinkspielzeugen. Und er hat angefangen ganze Buecher am Stueck zu lesen. Kinderbuecher natuerlich, aber durchaus mit Dutzenden Seiten. Eine Zeit lang wollte er gleich nach dem Aufwachen eins durchlesen. Wir bringen eine ausgefuellte Leseliste nach der anderen mit, fuer die er dann jeweils eine Urkunde kriegt. Sowas greifbaren Meilensteine motivieren ihn.

Grosse Aufregung: Otto hat die ersten zwei Milchzaehne verloren. Und zu seiner besonderen Begeisterung kam nachts tatsaechlich die Zahnfee, holte sie unter dem Kissen raus und legte dafuer zwei Pfund hin.

war mehrere male krank. Einmal hatte er einen fiesen Ausschlag am ganzen Koerper. Und natuerlich gibt er nie zu, dass ihm kalt, schlecht oder muede ist.

Johannes 

wir haben zweimal Brataepfel mit Marzipan- und Walnussfuellung gemacht. Nuesse und Aepfel waren selbst gesammelt. Wider erwarten gehen sie ziemlich schnell zu Neige.

Wir haben den Dachboden sukzessive entruempelt. Ganz frei ist er nicht, aber es wird langsam ein Raum, den man nutzen kann.

Ich lese viel, oft durcheinander. Ich lerne sehr viel, und weiter mit viel Freude, aus meinem grossen Linuxbuch. Habe daneben ein zweites, kleineres, praktischer angelegtes Buch angefangen und durchgelesen. Es ist ein tolles Gefuehl, ein neues Werkzeug zunehmend zu verstehen. Dazwischen nehme ich immer wieder Humor im Ostblock in die Hand, oder alte Krimis, oder alte Stark Trek Fangeschichten.


 


Eines Abends habe ich endlich die Laterne aus ihrem Versteck geholt. Dort lag sie seit 5 Jahren, weil Otto damals nach zwei Versuchen noch zu klein dafuer war. Jetzt kennen die Kinder endlich diese Tradition, auch wenn Sebbi sie nach einer Woche doch kaputt gekriegt hat.

Herr Fuchs hat eine Fliege an, und Sebbi weiss jetzt, was das ist.

Das loeste allgemeine Begeisterung aus: Otto liest Sebbi deutsche Kinderlieder vor.

Im Baumhaus, auf dem Weg zur Kita am Morgen.

Beim jaehrlichen Besuch in der Weihnachtsabteilung des Gartenbaumarkts in Horndean. Hoelle auf Erden.



 

 

 


 

Montag, 24. November 2025

Die guten aufs Toepfchen

Sebbi 

Dieses Wochenend stand im Zeichen von Sebbis Toepfchen Training. Laeuft bisher nicht besonders gut. Viel geht daneben. Er will nicht auf den Pott. Aber auch nicht die Windel zurueck. Schliesslich ist er ein grosser Junge, der schon Unterhosen traegt. Ich habe den Eindruck, dass Sebbi ganz schoen gestresst ist. Anfangs fragten wir alle zwei Minuten, ob er nicht aufs Toepfchen will, da wurde er immer unwirscher. Jetzt fragen wir fast gar nicht mehr und hoffen aufs beste.

Sebbi hat die gerade erst eingefuehrte Laterne kaputt bekommen.

Sebbi liebt Rolf Zuckowskis Lied von der Weihnachtsbaeckerei. 

Otto 

Wieder ruft es uns den Unterschied zu Otto ins Bewusstsein: der hat damals alles, was nur nach Baby roch, abgelegt sobald er nur irgend konnte. Mittagsschlaf und Windel: nicht nach und nach, nein, von heute auf morgen. Babyscheiss.

Ich war mit Otto Samstag und Sonntag schwimmen. Beim Familienschwimmen erkennen wir immer mehr Gesichter und treffen andere Familien. Das baut Gemeinschaft, fuer Kinder wie Eltern. Es ist aber auch schwer sich des Wettbewerbsgefuehls zu erwehren. Warum haben wir die Kinder nicht schon als Babys mitgenommen und ans Wasser gewoehnt? Koennten wir nicht auch Einzelstunden buchen? Und was ist mit einer ganz neuen Sportart, oder Tanz, oder Wissenschaft fuer Kinder?

Samstag Nachmittag bin ich mit Otto beim Haus Stansted Esskastanien sammeln gefahren. Viele waren aber gar nicht mehr, und es war sehr nass. Ich war danach ganz schoen erledigt, und ich glaube Otto auch.

Letztens hatte ich etwas Platz frei im Kopf und erinnerte mich an Banitza, 2009 in Bulgarien. Einmal hatte ich das gemacht, 2013 oder so, mit meiner damaligen bulgarischen Mitbewohnerin. Habe ich zweimal mit Otto probiert, der kocht ja gerne. War lecker, aber nicht zu vergleichen mit dem Original. Aber Otto geht es immer gut, wenn er kochen kann.

Ottos derzeitiges Schulprojekt ist das Grosse Feuer von London, 1666. Wir bauen ein Fachwerkhaus aus Verpackungen. Er bemalt und beklebt es und am Ende werden sie alle verbrannt.

Eltern

Ellie probt fuer einen Bauchtanzauftritt zu Nikolaus. Ich lese weiter sehr interessiert zu Linux, gucke Klips aus Edgar Wallace Filmen, und letztens habe ich endlich einen seiner alten Krimi in Buchform gefunden.

ich konnte mit Sebbi ein paar Mal Weihnachtslieder spielen

Sebbi hat Mamis alte Gitarre gefunden

Unterhosen fuer grosse Jungs

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Kasia von damals

Sonntag vormittag war ich mit Sebbi und unserem Freund Andrew noch einmal bei den Tieren auf dem Hof Staunton. Immer wieder schoen dort. Am spaeten Nachmittag ging ich mit beiden Jungs in der Naehe noch einmal Aepfel pfluecken gegangen und anschliessend zum Faehranleger Hayling.

Montag dann traf ich in London Kasia, aus Lodz bzw. jetzt Braunschweig. Das hatte mich vorher durchaus nervoes gemacht. Wir hatten uns seit 2011 nur sehr selten gesehen. Und mein Polnisch ist auch nicht mehr dasselbe. Aber als wir uns vor der Tate Modern Gallerie trafen, war es doch wieder ganz einfach. 

Ich musste nichtmal viel Polnisch sprechen, da noch ein Deutscher dabei war. Wir verbrachten tatsaechlich ganze sechs Stunden in der Gallerie. Traurig am Ende wieder zu gehen. Ein ploetzlicher Blick zurueck in einen Teil meines Lebens, der inzwischen wie das eines anderen wirkt.



 



 

Donnerstag, 9. Oktober 2025

Samstag war ich wie immer mit Otto schwimmen und mit Sebbi einkaufen. Nachmittags bin ich mit Sebbi dann noch in der Tierpark Staunton gefahren, waehrend Otto mit Ellie unterwegs war. Wir hatten Staunton am Ende fuer uns allein, und es war eine schoene Herbststimmung. Sebbi war nicht begeistert, als eine Ziege uns die Futtertuete ganz aus der Hand riss und weglief. Aber dann ritt er auf dem Papapferd neues Futter kaufen.

Sonntag vormittag bastelte Ellie mit Otto Handpuppen fuer ein Schulprojekt. Er will Rumpelstielzchen nachspielen und auf Video aufnehmen. In der Zeit fuhr ich mit Sebbi im Bus zum Schmetterlingshaus und dann ans Meer. Dann durfte ich seinen Mittagschlaf machen, was mir immer gut tut. Und als Otto fertig war, fuhr ich mit ihm ins Dorf Buriton Aepfel und Haselnuesse ernten. Auch hier ein toller Herbsttag, viele Leute auf dem Spielplatz und Tennisplatz. Otto machen solche praktischen Sachen immer Spass, und ich bin gerne mit meinen Kindern unterwegs und zeige ihnen was.

Sebbi

ist jetzt seinem Babyhochsitz auf Ottos Stuhlaufsatz uebergegangen. Der alte Sitz kann jetzt weg und wir haben mehr Platz im Esszimmer. Wir werden mit ihm auch bald das Toepfchen ueben und die Windeln absetzen.

Otto

Wir haben Ottos neue Lehrerin getroffen. Otto genoss das allgemeine Lob sichtlich und sagte uns, wir sollten doch bitte weiterreden. Wir haben ihn auch fuer ein Schulchorproject angemeldet.

Johannes

Ich habe momentan ungewohnte freie Zeit am Abend. Ich sollte vermutlich produktiv sein, aber es nichts ist kritisch.

grosser Junge

Montag, 29. September 2025

Kueken

Samstag vor allem mit Otto verbracht. Schwimmen, dann einkaufen, waehrend Ellie mit Sebbi Freunde traf und dann schlafen ging, bevor wir nach Hause kamen. War etwas schade, Sebbi nicht zu sehen, aber: mit Otto konnte ich konsequent Aufgaben erledigen. Was mir ein Gefuehl von Fortschritt gibt und sich sofort auf mein Wohlbefinden auswirkt. Das zweite Fruehstueck nach dem Schwimmen half mir auch: ich hielt viel besser durch als an normalen Samstagen. Otto ging es auch gut, der war froehlich und hat mitgemacht. Das hat sich das ganze Wochenende fortgesetzt; ihm ging es richtig gut. Er spielt in letzter Zeit auch schoen mit Sebbi. Vielleicht tut ihm der ganze Sport gut, den er momentan macht.

Als Ellie und Sebbi dann aufstanden, gingen wir zur viert zum Cafe am Meer. Sebbi wollte seinen Roller mitnehmen, und ich hatte schon lange mit ihm ueben wollen. Tut mir naemlich leid, dass ich ihm nicht meine ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lassen kann so wie damals Otto. Aber diesmal lief er dann bald lieber, und ich musste den Roller tragen. Dafuer sammelten Otto und ich auf dem Rueckweg Aepfel vom Baum hinter unserem Hausarzt.

Nur Ellie sehe ich den ganzen Tag lang nur im Vorbeigehen.

Sonntag trafen wir uns im Wasservogelpark Arundel mit Ellies Mutter und Mann. Das hatten wir vor drei Jahren schon einmal gemacht. Ich glaube damals hat ein zweijaehriger Otto das erste Mal Eis gesehen. Dieses Mal konnten wir ein Picknick machen und wir sahen Pelikane und Kueken unter einer Brutlampe, und eine Ente watschelte zu den Kindern auf den Weg.

Die Jungs haben richtig gut durchgehalten. Sogar Sebbi, der seinen Mittagschlaf verpasste, wollte auch am Ende noch selbst laufen.

Sie spielten auf dem Spielplatz so schoen zusammen, das es fuer mich richtig stressfrei war, waehrend Ellie mit ihrer Mutter sprechen konnte.

Es war ein schoener Herbstag am Fluss Arun, wenn auch ohne Sonne. Die grossen Baeume auf der Anhoehe daneben waren toll und mir ist nie aufgefallen, wieviele Apfelbaeume an den Strassen stehen. Im Vogelpark pflueckten wir letzte Brombeeren. Die Strohdaecher der Huetten ragten aus dem Schilf der Flussmarsch mit vielen kleinen Wasserwegen hervor und gaben mir ein richtiges praehistorisches Gefuehl.

Beiden Kindern geht es momentan sehr gut.

Sebbi

kommt bald in die naechsthoehere Kitagruppe. Seine derzeitige Betreuerin hat darueber sogar einige Traenen vergossen, weil er so ein angenehmes Kind ist. Urspruenglich sollte er erst in einem Monat wechseln, aber nachdem einem Probetag zur Eingewoehnung ist es schwierig ihn wieder zurueckzuholen.

Otto

ich habe das Gefuehl, dass seine vielen Sport AGs ihm eher gut tun als dass sie ihn erschoepfen. Er demonstriert derzeit besonders gern sein Karate.

Wir gucken abends weiter Pippi Langstrumpf, aber seit kurzem auch das alte Computerspiel Anno 1604 aus meiner eigenen Kindheit. Im Bett lese ich ihm weiter Enid Blytons Kinder vom Kirschbaumhof vor. Wir haben die erste Haelfte durch, scheinbar wird das tatsaechlich das erste laengere Buch, dass wir ihm vorlesen.

 





 

Dienstag, 23. September 2025

gratia plena

Als ich mit den Kindern Freitag abend am Meer war, sahen wir am Horizont ein historisches Segelschiff, eine richtige Karavelle. Ich recherchierte daraufhin, dass ein Nachbau von Kolumbus' Schiff, der Santa Maria, eine Woche Portsmouth besuchte. Samstag Mittag habe ich sie daraufhin mit Otto an ihrem Liegeplatz vor Gunwharf besucht. Ich habe ihm gezeigt, mit was fuer kleinen Schiffen man damals ueber den Atlantik gefahren ist und wie das Leben an Bord war. Otto war durchaus interessiert, vor allem wie das Schiff schwankte, wenn andere Schiffe vorbeifahren. Betrieben wird es von Freiwilligen des spanischen Eignervereins, die mir noch einiges Interessantes erzaehlten.

Sonntag fuhren wir zu viert Walnuesse sammeln. Ellie hatte davon ganz viele bei ihrer Tanzstunde gefunden und wir sammelten einen ganzen Beutel ein. Die Kinder fanden es toll und wir fuehlten uns als gute Eltern; in diesem Herbst haben wir viel aus der Natur geerntet. Das Staedtchen Bishops Waltham ist auch einen Spaziergang wert, und anschliessend aassen wir in einem Pub auf dem Land. Da blieben wir dann den halben Nachmittag haengen, weil der Garten so schoen war. Am Ende fuhren wir noch nach Droxford, in die Spielecke der Kirche und auf den Spielplatz. Der fruehe Herbst gefaellt mir. Ich glaube, er erinnert mich an Neuheit und Veraenderung, weil ich im September an verschiedene fuer mich wichtige Orte gezogen bin.

Die Kinder waren danach richtig geschlaucht, aber ich noch mehr. Ich kann einfach nicht mehr mehrere Stunden an der frischen Luft sein. An Wochenenden bin ich kurz vor Mittag fix und alle, geschweige denn nach einem halben Tag draussen.

Sebbi

ich beobachte das erste Mal, das Sebbi richtig meckert. Im Auto rief er laut und sichtlich veraergert, dass Otto aussteigen soll.

Otto

macht nach der Schule Montag Karate, Donnerstag Gymnastik und Freitag Bogenschiessen. Und Samstag vormittag schwimmen wir. Bisher haelt er durch.

Hat sich an Nasentropfen gewoehnt, die hier drueben ja eigentlich gar nicht ueblich sind. Helfen ihm aber nachts.

Johannes 

Mir geht es letztens privat nicht so gut. Zweifel schleichen sich ein, ob wir wirklich jemals wieder aus unserem jetzigen Trott rauskommen. Der geht ja nun schon seit Jahren so. Meine ehrlichste Vermutung ist, das wird noch mindestens zehn Jahr dauern, ehe ich wieder so etwas wie ein eigenes Leben und eine Beziehung haben werde. Ich spuere eben auch, dass mein Koerper alt wird. Er kann nicht mehr soviel wie frueher, und irgendwas ziept immer. Und ich weiss, dass das inzwischen eben nie wieder ganz weg gehen wird so wie frueher.

Ich treffe dagegen nach den Sommerferien wieder Freunde. Meine Gesangslehrerin, oertliche Kollegen, und im Oktober wohl tatsaechlich Kasia, die eine Woche in London Theater spielt. Allerdings nicht Kalina, was allein mich wieder traurig macht.

Es stresst mich, wieviel private Aufgaben liegen bleiben. Zuviel. Man rennt und faellt weiter zurueck.

Der Schuppen ist so ein Beispiel. Er ist eigentlich fertig, aber immer ist noch eine Aufgabe uebrig, und so richtig passt alles nicht zusammen. Also geht es jeden Tag weiter, auf Kosten anderer Sachen.

Ellie und ich gucken abends die alten Folgen von Akte X. Hatte ich nie geguckt, fuer Ellie sind sie Kindheitserinnerungen. Macht Spass. Besonders, die Welt der fruehen 90er Jahre wieder zu sehen.

Lesen tue ich die Freien Spitzen von Bernd-Lutz Lange. Seinerseits eine Wanderung durch Zeiten und Laender, die ich noch kenne, die inzwischen aber nicht mehr real wirken.







 

Dienstag, 16. September 2025

Die Traeume eines Schuppenbauers

Letztes Wochenende haben wir den neuen Schuppen halb aufgebaut. Die Schuppenteile lagen seit Wochen im Regen. Das Zeug aus dem Vorgaenger fuellen den Garten, mit einer Plane darueber. Handwerker sind nicht zu bekommen. Also mussten wir in den sauren Apfel beissen: Ellie betreut die Kinder, ich baue. Samstag nachmittag schaffte ich mit Hilfe unseres Freundes Andrew die Seitenwaende und Sonntag vormittag die Dachplatten. Eine Menge Aufgaben muessen jetzt aufs naechste Wochenende warten.

Sonntag nachmittag regnete es wieder; Sebbi hat meinen Schnupfen abbekommen, also fuhr ich mit Otto wieder zum Familienschwimmen. Diesmal sah ich viele Eltern mit kleinen Kindern, und ich wuerde Sebbi lieber frueher als spaeter mitnehmen. Aber erlaubt Ellie mir das nur, wenn ich mit ihm alleine fahre.

Sebbi

ist weiterhin besessen von Alarmanlagen. Auf der Strasse muss man mit ihm alle Haeuser danach absuchen. Aehnlich wie damals mit Otto, als man ihm die Farbe und das Alter jedes Auto sagen musste.

Ellie berichtet, dass Sebbi in letzter zunehmend Humor einsetzt. Ich war dabei, als er ploetzlich anfing zu singen "Otto ist doof!" und dabei zu grinsen. Otto war zu dem Zeitpunkt in der Schule; ich weiss nicht, wie sehr ihm das gefallen wuerde. Die Kinder zanken sich schon genug.

Otto

bekam eine Postkarte von der Nachbarin seiner englischen Grosseltern. Die mochte ihn wohl besonders, als er dort eine Woche verbrachte.

hat dieses Schuljahr drei Nachmittagskurse: Karate, Bogenschiessen und Gymnastik. Letzteres hatte im Alter von 3 Jahren nichts gefruchtet, aber ich glaube heute hat er sowohl mehr Interesse als auch Koerperkontrolle.

Johannes

Ich habe letztens Beratung zu einer Solaranlage gesucht. Haette ich solche Lust drauf. Habe ein Angebot mit schicker Broschuere. Aber ist einfach zu teuer. Und die Haelfte der Technik verstehe ich nicht.

Bald ist Weihnachten. Ich wuenschte ich koennte irgendwie in die Stimmung kommen.

Von unseren drei Apfelpflaenzchen waechst eine richtig gut! Seitdem ich sie weniger schuetze wachsen auch die Moehren ploetzlich los. Ich frage mich, wann wir die Kartoffeln ernten sollen; ich dachte, die Pflanzen wuerden irgendwann von selbst eingehen, aber nichts da.

Ich warte auf eine Einladung in den Apfelgarten!