Sonntag, 31. August 2025

Auf der Faehre nach Hayling

Sonntag teilten Ellie und ich uns die Kindern und sahen uns gegenseitig nicht. Otto war bei seinem Freund zum Mittag eingeladen, waehrend ich lieber mit Sebbi an den Strand und dann schlafen ging. Der macht es mir naemlich einfach, und den Mittagsschlaf konnte ich wirklich gebrauchen.

Nach dem Kindertausch haben Otto und ich dann einen alten Plan umgesetzt mit der kleinen Faehre zur Insel Hayling zu fahren. Die hatten wir uns vor kurzem mit Sebbi angeguckt. Die Sonne kam gerade raus; Otto rannte aufgeregt den Ponton Anleger runter. Die Ueberfaehrt dauert natuerlich nur zwei Minuten. Am anderen Ufer ist auch nicht viel zu tun: ohne Fahrrad laeuft man mindestens eine halbe Stunde in die naechste Stadt, und da ist auch nichts los. Wir haben Brombeeren gepflueckt und ein Eis gegessen. Auf der Rueckfahrt spielten drei Radler auf der Faehre Ska und Otto tanzte dazu. Ich huepfte mit ihm auf dem Arm auf dem Boot herum, er lachte; das war ein schoener Moment. Er war besonders gluecklich, als er am Bug stand waehrend die Faehre richtig ueber die Wellen sprang. Ich hoffe, er baut eine gute Assoziation mit Booten auf.

 




 

Samstag, 30. August 2025

Otto in Kent

Die letzte Woche der Sommerferien verbrachte Otto bei seinen englischen Grosseltern in Kent. Genauer gesagt hatten sich Ellies Vater und Frau freiwillig angeboten. Ellie uebergab Otto auf halbem Wege, waehrend ich mit Sebbi das erste Mal englische Eisenbahn zum Kanal von Chichester fuhr.

Die taeglichen Videoanrufe waren nicht besonders verstaendlich, aber wir wissen, dass ihn seine Grosseltern in Spielhallen und zum Baden nahmen. Ausserdem bekam er die ganze Woche ueber Suessigkeiten, was man nach seiner Rueckkehr auch merkte.

Besonders aufregend war, dass seine oertliche Cousine Layla oft mit dabei war und einmal auch bei ihnen uebernachtete. Sie ernteten auch im Schrebergarten, den ich ja persoenlich als sehr schoen kenne, und Ottos ist ja allgemein gerne in Gaerten.

Er sollte auch einmal bei Laylas Familie schlafen, aber daraus wurde nicht, weil Otto alle mit seinem laengst ausgestandenen Magendarmproblem ansteckte. Einer nach dem anderen wurde krank... ich habe da schon etwas schlechtes Gewissen. Die Grosseltern sind alt, und in dem Zustand mit Ottos Energie mitzuhalten... Und Laylas Familie haben wir sicherlich eine ganze Woche ruiniert.

Fuer mich war die Woche ehrlich gesagt super. Die freie Zeit, in der ich abends Otto normalerweise ins Bett bringe, war ein richtiger Luxus. Ich konnte mich richtig entspannen; erst auf dem Sofa liegen, essen, dann aufraeumen. Ich habe sogar ein paar Sachen erledigt, die seit Wochen rumlagen

Donnerstag, 28. August 2025

Auf Wiedersehen Buddha

Heute ist leider Buddha gestorben. Er lebte ja schon lange mehr auf dem Dachboden als bei uns, aber Mittwoch abend suchte ihn Ellie nach langer Abwesenheit. Als sie ihn oben fand, ging es ihm eindeutig nicht gut. Hatte Probleme, die Hinterbeine zu benutzen; sie musste ihn die Treppe runtertragen, und auch da lag er nur rum. Ass und trank zwar, aber nur wenn man es ihm vor die Nase stellte, und konnte offenbar nicht mehr gut sehen. Da schwante uns schon was kommen koennte.

Ellie hat dann die Nacht neben ihm geschlafen, ich bei Sebbi. Der war dementsprechend nicht begeistert, als beim fruehen Aufwachen der falsche Elternteil da war.

Ellie ist dann mit Buddha zum Tierarzt gefahren. Ich waere mitgekommen, aber wir erwarteten wichtige Lieferungen. Und dann sprang ploetzlich unser Auto nicht mehr an. Also Taxi. Schon eine halbe Stunde spaete schrieb mir Ellie, dass Buddha eingeschlaefert worden war.

Uns war diese Moeglichkeit seit Jahren klar; Buddha war ja schon aelter. Ellie hatte ihn praktisch seit seiner Geburt; ich kannte ihn seit zwoelf Jahren. Ich habe es erstaunlich gut verkraftet. Konnte Ellie unterstuetzen. Letztendlich bin ich froh, dass es nach seinem verwoehnten Leben fuer ihn so schnell und einfach ging.

Jetzt planen wir, wie wir es Otto schonend beibringen, wenn er Samstag nach Hause kommt.

Montag, 25. August 2025

Petworth

Sonntag fuhr Ellie mit Otto Richtung Kent, und uebergab ihn auf halbem Wege an ihren Vater. Ganz, ganz am Ende, als er schon im anderen Auto sass, erst da hielt er nochmal Mamis Hand.

Ich fuhr in der Zwischenzeit mit Sebbi (und Andrew) das erste Mal englische Eisenbahn. Zwar war er in Deutschland schon gefahren, aber ich weiss nicht, ob er das im IC wirklich mitbekommen hatte. Hier sah er jetzt den Zug ankommen und uns einsteigen. Er war auch aufgeregt wie jemand, der etwas zum ersten Mal erlebt. Besonders interessierte ihn das piepsende Geraet des Schaffners, und die Tueren. An jedem Halt machte er sie auf und zu.

Wir fuhren nach Chichester und liefen etwas am Kanal entlang, wobei das Ziel weniger wichtig war als die Reise.

Montag war Feiertag, und wir wollten den kleineren Familienumfang fuer etwas Besonderes nutzen. Wir fuhren zu dritt zum Haus Petworth. Frueher Sitz der Familie Percy, heute im Besitz des National Trust, aber irgendeine Familie wohnt da auch noch.

Nach einer Stunde Fahrt brauchten wir erstmal ein Mittagessen, und waren sehr positiv von einem Pub direkt vor den grossen Eingangstoren ueberrascht. Schoener, schattiger Garten mit Baeumen fuer Sebbi. Nach der Bahnfahrt war das der zweite Tag in Folge ohne Mittagschlaf fuer ihn, und er haelt das sehr gut durch. Wird auch im Bollerwagen mit Sonnendach gefahren. Den Huegel hoch, durch einen Park zum Haus. Das Gelaende besteht aus dem grossen Haus, der Unterkunft fuer Bedienstete gegenueber, einem bewaldeten Lustgarten daneben, und dann einem riesigen Wildpark dahinter. Letzterer sogar mit Rehherden, aber ohne Baeume und viel zu weitlaeufig fuer uns mit Kind und Wagen. Aber wider meiner Erwartung war das Haus selbst richtig nett. Der Hoehepunkt sind die Gemaeldegallerien, und es hat mir ueberraschend viel Spass gemacht mal wieder durch sowas zu laufen. Sogar mit Sebbi, der zwar ohne Schlaf etwas verrueckt wurde, aber eben auf eine froehliche Weise und das Laecheln der Stewards auf sich zog.

Er kriegte dann im Souvenirladen eine kleine Taschenlampe und dann verbrachten wir den Rest des Nachmittags unter den Baeumen, wo ich viel mit ihm spielte. Der kleine ist immer so froehlich, es macht mir viel Spass ihm einmal meine ganze Aufmerksamkeit Teil werden zu lassen.

Abends telefonierten wir mit Otto, aber der war an diesem ersten Tag mit seiner Cousine erwartungsgemaess wahnsinnig und voller Zucker, sodass man wenig verstand. 



 

 

Dienstag, 19. August 2025

Krankheitsvertretung

Ein Magenvirus geht durch die Familie und hat Ellie niedergestreckt. Beide Kinder sind zu Hause, also nehme ich mir frei. Ich hadere zuerst damit, aber der Tag wird eigentlich schoen. Ich fahre mit den Jungs zuerst zum Kinderhof Staunton, und nach dem Mittagessen zu einigen Apfelbaeumen, die Otto und ich kuerzlich vom Bus aus entdeckt hatten. Am unteren rechten Haken von Portsmouth stehen tatsaechlich Baeume verschiedener Arten in einer langen Reihe. Niemand weiss wie sie dahin gekommen sind. Aber die Aepfel sind alle ess- bzw. kochbar. Die Kinder fanden das gut; haben noch in den Wasserbecken gespielt, die die Ebbe zurueckliess. Leider war der Schlamm ist extra klebrig und riecht nach Treibstoff. Otto blieb einmal stecken und ich musste selbst reinwaten um ihn zu retten.

Dann habe ich ihnen die kleine Faehre zur Insel Hayling gezeigt. Den Kindern hat die kleine Landzunge dort richtig gefallen. Mir auch, wie sie in der Abendsonne auf umgedrehten Booten sassen.
 

Insgesamt war ich zufrieden mit meiner Leistung an diesem Tag. Aber ich war am Ende auch erschlagen. Und es erinnert mich daran, dass Ellie die beiden jede Woche zweimal hat, bis die Schule wieder los geht.

 

Otto guckt mit Begeisterung Pippi Langstrumpf! Der sitzt mit dem gleichen gluecklichen Laecheln da wie ich damals. Nur leider findet er das Vorlesen des Buches langweilig.

Hof Staunton

Nahe der Hayling Faehre


 

Sonntag, 17. August 2025

Nach dem schwimmen am Freitag fuhr ich Samstag morgen erst mit Otto zu seiner regulaeren Schwimmstunde, und dann mit Sebbi einkaufen. Als letzterer aber schlafen ging, fuhr ich mit Otto noch einmal zum Familienschwimmen. Otto hat also ueber zwei Tage mehrere Stunden ueben koennen. Diesmal machten die Bademeister keine Anstallten, uns vor Beginn eines zweiten Schwimmen aus dem Wasser zu holen. Zum Glueck guckte ich mal auf mein Telefon im Spint, denn Ellie brauchte das Auto. Sie musste mit Sebbi vorsorglich ins Krankehaus, nachdem er zweimal gekotzt und dann moeglicherweise (aber wahrscheinlich) nicht aus der Paracetamolflasche getrunken hatte.
 
Sonntag nachmittag sind wir zur viert nach Warnford gefahren, wo Otto und ich kuerzlich den Spielplatz am Fluss ausprobiert hatten. Die Kinder kletterten viel rum, gingen aber ueberraschend wenig ins Wasser. Auf dem Rueckweg haben wir auch diesmal wieder im wunderbaren Pub in Exton gehalten, dem mit dem Biergarten am Fluss.

Freitag, 15. August 2025

Vier Tage mit Otto: Freitag

Freitag blieben wir ob der angekuendigten Hitze in der Stadt. Am Meer ist es immer ein paar Grad kuehler. Morgens bin ich mit Otto im Bus zu seinem zweiten Augentest beim Optiker gefahren. Er braucht noch nichts. Anschliessend haben wir bei einem nahe verorteten Verein den Brummkreisel repariert! Beide Kinder spielen seitdem regelmaessig mit ihm. Bereitet mir echte Freude.
Nachmittags haben wir beide des Familienschwimmen im Unisportzentrum ausprobiert. Das war echt super. Es gibt mir ein tolles Gefuehl, dass Otto ueben konnte und wir zwei einfach Spass im Wasser haben konnten. Leider wird das sonst nie möglich sein. Die Familien schwimmen immer am Nachmittag, was uns auf die Wochenende beschraenkt, wenn wir eigentlich etwas zu viert machen wollen. Alles ist immer nur mit endlos Zeit und Geld moeglich.
 
Danach haben wir endlich einen alten Plan verwirklicht und sind mit Buslinie 25 gefahren. Deren Strecke fuehrt vom Busbahnhof ueber die Altstadt bis zur Faehre zur Insel Hayling, an der oestlichen unteren Spitze von Portsmouth.


Otto ist allgemein sehr froh und lieb. Hat aber gebeten, abends nicht mehr Harry Potter zu lesen. Ist ihm zu unheimlich. Er will es aber irgendwann fortsetzen.