Mittwoch, 23. Oktober 2024

Aepfel fuer das liebe Kind

Ich kann einmal ein richtig schoenes Wochenende berichten.

Samstag

Vor einer Woche hatten wir ganz unerwartet wieder eine Einladung in den Apfelgarten meiner Tangobekannten in den South Down erhalten.  Otto hatte unsere ersten Besuche nie vergessen; wir sagten ihm daher erst am Vortag von unserem Plan, um Enttaeuschung zu vermeiden, falls etwas dazwischen kaeme. Otto hat dann als Geschenk einige ausgezeichnete Bilder des Apfelgartens gemalt.

Samstag nachmittag kam die Sonne gerade rechtzeitig raus. Bereits die Anfahrt war schoenster Herbst zwischen Lindenalleen. Fuer Otto war es das dritte Mal im Garten, fuer Sebbi das erste. Und passenderweise liebt er im Moment Aepfel; uns gehen sie staendig aus weil ausser Ellie alle Aepfel essen.

Wir bekamen eine Stiege Tafel- und eine Kochaepfel. Aber vor allem konnten sich die Kinder austoben und die Natur sehen. Fuer Otto hatte man extra die alte Schaukel der inzwischen erwachsenen Kinder aufgehaengt - letztes Mal konnte er da noch nicht raufsteigen. Und ich konnte mich dieses Mal besser unterhalten, denn Otto braucht weniger Aufsicht, waehrend Sebbi nicht ganz so wild ist.

Vor allem aber wurde uns eine besondere Show geboten. Die neuen Nachbarn hatten Kleintiere: durch die Hecke zeigte ich Sebbi Schafe und Ziegen, und weiter hinten waren Enten, Gaense, Huehner und sogar zwei winzige Ponys. Und sie trainieren Huetehunde, was sie den Kindern zeigen wollten. Ich glaube das war alles extra fuer uns organisiert worden.

Wir liefen zu weiteren Nachbarn die Strasse runter und holten aus deren grossem Garten die Ponys ab. Otto durfte eins davon fuehren. Uebrigens warf er den beiden Huetehunden auch Stoecke; offenbar vergass er, dass er seit einigen Monaten Angst vor Hunden hat.

Zu Vorfuehrung kam auch Sebbi dazu und wir sahen, wie ein Hund auf Kommando zwei Gaense scheuchte. Sebbi guckte sich vor allem die Enten an, und beide Kinder deckten sich schoen mit Matsch ein. Sie waren abends rechtschaffend muede und ich freute mich wieder sehr, dass sie mal richtig Natur und Tiere sehen durften.


Sonntag

Sonntag vormittag ging Otto mit Ellie spazieren. Sebbi beschaeftigte sich derzeit praktisch allein im Garten. Ich zog ihn nur wasserfest an und half ab und zu beim Aepfelwaschen und Umfuellen von Regenwasser zwischen Toepfen. Ansonsten konnte ich ihn vom Trockenen aus beobachten und Radio hoeren.

Als Sebbi dann mit Ellie schlafen ging machte ich mit Otto Bolognese Sauce. (Ellie und ich tauschen  typischerweise nur Kinder; gegenseitig sehen wir uns etwas ab 21:30 Uhr, bis Sebbi aufwacht). Zum ersten Mal hat das richtig gut funktioniert: Otto hat effektiv geholfen und war vorsichtig beim Schneiden und zeigte allgemein Interesse. Beim Essen habe ich ihm erklaert welche Gewuerze zu welchem Gericht passen.

Spaeter lief Otto mit mir noch zu einem Laden. Im Anschluss besuchten wir spontan unseren Freund Andrew. Normalerweise bin ich bei Otto vorsichtig mit ploetzlichen Veraenderungen, aber dieses Mal war es sehr angenehm. Und dann erwischten wir erfolgreich einen elektrischen Bus nach Hause. Dort backte Otto mit seiner Maminoch einen Apfelkuchen.

Ganz am Ende, als Ellie und Sebbi schon im Bett waren, bemalte ich mit Otto noch Aufkleber, bevor wir im Bett Buecher lasen. Ein wirklich erfolgreicher Tag.


Sebbi

  • beschaeftigt sich mehr alleine als Otto damals
  • neuestes Hobby: wie wahnsinnig auf dem Sofa rumrollen; Gesicht manchmal in Kissen vergraben
  • Worte der Woche
    • down = hilf mir hoch bzw. runter, je nach Kontext
    • gack = Snack
    • apel = Apfel

Otto

  • ist gut drauf. Ein oder zweimal am Tag uebertreibt er es, aber allgemein ist er lieb, hoert zu und versteht. Er zeigt Eltern und Sebbi eine Menge Zuneigung, seit Neuestem inklusive Kuesschen.
  • bringt immer neue Inspirationen aus der Schule. Seit letzter Woche tanzt er enthusiastisch einem Youtuber nach. Super fuer seine Fitness, und Sebbi tanzt gleich mit.

Johannes

  • Ich habe das erste mal das Gefuehl, dass Otto wenig zu Hause ist, seit er 5 Tagen zur Schule geht. An Schultagen haben wir etwa zwei bis drei Stunden, ehe er ins Bett geht. Und so stressig die Wochenende sind mag ich es eigentlich nicht, scheinen die zwei Tage sehr kurz.
  • auch Sebbi kommt an Kitatagen erst eine Stunde vor dem Schlafengehen nach Hause
  • Vor diesem Hintergrund bin ich jeden Tag froh das ich zu Hause arbeite. Sonst würde ich die Kinder ueberhaupt nicht sehen. Gerade jetzt wo sie Persönlichkeiten entwickeln und es einfacher zu werden scheint würde ich vermutlich jeden Sonntag Abend heulen.




Am Sonntag wusch Sebbi zu Hause Aepfel

Sebbi steckte ploetzlich ganz allein diese fuenf Kloetzer zusammen

Samstag, 12. Oktober 2024

baba babi babel apel

Letztes Wochenende war mal besonders schoen. Samstag habe ich mit Otto Walnuss-Boote gebaut und mit Orangenschalen in eine Kerzenflamme gespritzt. und Scherenschnitt probiert. Richtig adventlich. Otto ist allgemein sehr lieb.

Sonntag haben wir uns mit Ellis Mutter getroffen. Dazu fanden wir einen neuen und sehr nuetzlichen Ort, Aldingbourne. Das ist ein grosses Haus mit viel Land und Kinderbespassung drumherum, etwa ein Drittel des Weges Richtung Kent, und damit perfekt um sich zu treffen. Dort gibt es kleinere Bauernhoftiere, ausgezeichnete Spielplaetze, ein Heckenlabyrinth, einen Bolzplatz, Picknickbaenke und ein Cafe. Wir hatten einen ausgezeichneten Herbsttag. Besonders hat mir Spass gemacht mit Sebbi die Tiere zu besuchen. Inklusiver einer Meerschweinchen Huette!

Manchmal denke ich mir, dass wir vor den schönsten Jahren mit den Kindern stehen. Wo man etwas zusammen machen kann und sie auch mit uns zusammen sein wollen.

Sebastian

  • Sebbi ist ein richtiges Kind, kein Baby mehr. Besondere Fortschritte macht er beim Sprechen. Sein Vokabular erweitert sich jeden Tag. Ich bin "baba". Nicht "dadi" wie bis vor kurzem, und nicht "dada" wie fuer Otto bis heute. "Babi" ist jetzt ich will gestillt werden. Gross in Mode sind Seifenblasen  'babl' (von 'bubble') and Aepfel ("apel"). Interessanterweise mochte er dagegen mein selbstgemachtes Apfelmus nicht.
  • Sebbis Nase laeuft weiter wie ein Wasserfall. Vor kurzem hatte er dazu verklebte Augen; ab heute starken Husten. Ich erinnere mich nicht mehr wann er das letzte Mal gesund war. Laut Ellie sind die Naechte weiter furchtbar. Ich wuerde das nicht aushalten. Aber sie will auch keine Abloesung.
  • er braucht weiterhin viel Betreuung am Abend, der dementsprechend keine Zeit mehr fuer andere Aufgaben bietet. Haus und Garten verfallen wieder zusehends, zumal unser Hausmeister nicht verfuegbar ist.
  • Die Kinder spielen in letzter Zeit mehr miteinander. Sebbi laesst sich gerne jagen, besonders von Otto, den er ueberhaupt liebt. Er guckt sich auch viel von ihm ab und ueberrascht mich regelmaessig mit seiner Entwicklung.

Otto

  • liest gut. Wie immer auf seine eigene Weise. Wenn man ihm ein wort zeigt gibt er sich keine mühe. Und dann liest wr plötzlich einen ganzen satz ohne sich anstrengen zu müssen. Seine Schule schickt immer weiter Buecher mit nach Hause und mir macht es weiter grossen Spass Otto vorzulesen.
  • ... ist leider auch kaum vom Pokemon Spiel auf Ellies Telefon zu trennen
  • ... aber wenn ihm das nach der Schule hilft, gut. Er kommt naemlich richtig fertig nach Hause
  • hat einen neuen Tick: schluckt Luft, die dann in kleinen Stoessen wieder hoch kommt. Geschieht nicht, wenn er abgelenkt ist. Vermutlich Stressabbau nach der Schule. Wer weiss.
  • war mit mir in einer staedtischen Schrebergartenkolonie zum Apfelsaft machen. Wir kamen leider zu spaet zum zugucken, aber ich habe mir die Presse erklaeren lassen. Otto war zuerst schwierig, dann aber zunehmend an den Gaerten interessiert. Er liebt Gaerten wirklich, das war uns schon in der Kolonie seiner kentischen Grosseltern aufgefallen. Es tut mir leid dass wir ihm sowas nur ganz selten bieten koennen.
  • Momentan sind auch besonders viele Fruechte zu sehen. Wir haben Apfelsaft gekauft, und uns wurden Weintrauben geschenkt sowie Bohnen, die wir inzwischen in meinem alten kaputten Schuh gepflanzt haben.
  • Eine der Anwesenden, eine Spanierin, stellte sich als alte Bekannte vom Tango heraus. Ihre kleine Familie hat einen Garten in der Kolonie; als sich Otto erstmal beruhigt hatte, kuemmerte er sich lieb um ihren kleinen Sohn, der etwa so alt wie Sebbi ist.


Johannes

  • allgemein geht es mir letztens ganz gut
  • ich lese wild Sachen durcheinander. kann mich nicht lange auf das gleiche konzentrieren. Zauberer von Oz, Stolz und Vorurteil, Mittelalter. Meistens lese ich sowieso erst wenn ich im Bett liege, und dann merke ich sofort wie muede ich bin. Tagsueber dagegen bin ich viel zu viel vor Bildschirmen. Ich habe ein weiteres Buch angefangen, Absolutely Ausgesperrt, ueber die Fusswanderung eines deutschen Journalisten durch England waehrend der Pandemie. In etwa der Zeit als wir hier mit Baby Otto zu tun hatten. Interessant zu erfahren was damals im Land so los war. Leichte Lektuere, funktioniert gut am Abend.
  • Ich gucke auch viele Märchen und höre viele alte Krimi Hörspiele. Leichtes und schoenes in der Pause zwischen abendlichem Aufraeumen und Baby Betreuung.



Walnussboote

Traktorzug in Aldingbourne

Meerschweinchen!

Nanny


Donnerstag, 3. Oktober 2024

Sebastian hat Erkaeltung Nummer 4 in 3 Wochen. Otto hatte Samstag morgen einen gottseidank leichten Krupp Anfall, den wir mit Medizin und ohne Krankenhaus behandeln konnten.

Am Wochenende haben wir darum wieder sehr wenig gemacht. Samstag haben wir einen Pub auf dem Land ausprobiert, der als besonders familienfreundlich empfohlen worden war. Der hatte auch einen schoenen, grossen und vor allem umzaeunten Garten, voll anderer Familien. Drum herum ein Bach und viele Baeume. Sehr schoen. Aber ich hab mir wieder gedacht: am besten nie was machen. Sebbi hat die ganze Fahrt ueber geweint und Ellie ging es ploetzlich auch nicht gut. Dafuer hat Otto, nach anfaenglichem Meckern, Sebbi ploetzlich sein Lieblingslied vom Bauern im Maerzen vorgesungen. Das war sehr suess.

Ich habe mich Mittwoch einer Vasektomie unterzogen und habe jetzt zwei Tage frei. Eine ueberraschend einfache Prozedur, aber im Voraus hatte ich ordentliche wenn auch unbegruendete Angst vor Schmerzen. Und auch wenn wir rational keine Zweifel daran hatten, ist es natuerlich ein merkwuerdig, da es ja nicht umkehrbar ist. Umso erstaunlicher wie trivial und schnell die Behandlung war. Ich lieferte Sebastian morgens in der Kita ab, lief dann keine zehn Minuten zur Klinik; nach der Behandlung ging ich einfach aus dem Zimmer und Ellie holte mich ab.


Sebastian

  • durchlaeuft einen Wachstumsschub und es unersaettlich
  • liebt Tiere und hat fuer jedes einen Laut: bok bok heisst Huhn, muh muh heisst Kuh
  • ist einfach kein kleines Baby mehr, sondern ein immer aktiverer, unabhaengiger und neugieriger kleiner Junge. Gezielte Bewegung und Kommunikation machen den Unterschied aus.
  • schlaeft die letzten Tage sehr schlecht, berichtet Ellie. Vielleicht ist das wieder so ein Entwicklungssprung, der sein Gehirn durcheinander bringt: Sebbi ist spuerbar kommunikativer geworden. Nicht nur quasselt er die ganze Zeit, sein (als solches erkennbares) Vokabular erweitert sich. Und es wird besser: Innerhalb von zwei Wochen wurde zum Beispiel sein Word fuer "Apfel" von "A-A" zu "A-pl". Er imitiert auch viele unserer Laute, und auch Melodien von Liedern. "didi" heisst Katze, und ich bin leider Gottes wahrscheinlich "dadi". Ausserdem bin ich ueberzeugt, dass er mich fast immer versteht
  • er mag weiterhin das Klavier und Singen. Letztens staunte er mit offenem Mund als Otto und ich gemeinsam Im Maerzen der Bauer sangen.


Otto

  • geht es momentan gut. Ich wage inzwischen zu behaupten, dass die Schule einen guten Einfluss auf ihn hat. Er wirkt insgesamt froehlicher als in der Kita. Er reagiert mehr auf die Gruesse anderer Kinder als damals (nicht, dass er es immer tut). Und er bringt viele neue Ideen mit nach Hause. Letzte Woche zeigte er ploetzlich Interesse ans Gymnastik, nachdem sie die Rolle rueckwaerts gelernt hatten. Er liebt ihr Erntelied und am Montag waren richtige Bauernhoftiere zu Besuch. Und er baut eine Rakete, passend zu seinem Buch ueber Leon den wuetenden Drachen, dass Pflichtlektuere zur Guten Nacht bleibt
  • Die Schule legt momentan grossen Wert aus Lesen lernen. Ich habe eine deutsche Fibel, mit der ich versuchen will, dass er auch deutsches Lesen lernt. Er kennt die Laute und auch viele Diphtons. Nur zusammenziehen muss er sie.

Johannes

  • Ich hatte einige sensible Tage, als ploetzlich der Vasektomie Termin frei wurde und die Sache real wurde. Aber insgesamt geht es etwas besser als durchschnittlich; ohne Frage eine reine Funktion von Ottos allgemeiner Stimmungslage.
  • Ich lese wild durcheinander Den Zauberer von Oz, Das Mittelalter und immer wieder eine halbe Seite Stolz und Vorurteil
  • in meinen freien Tagen guckte ich viele ARD Maerchen. Jedes Bundesland zeigt seine schoensten Schloesser und Landschaften.


  • wir trafen Ottos Helden Bluey (australischer Zeichentrickhund) und Sonic (japanischer Videospielheld aus den fruehen 90ern)



Donnerstag, 26. September 2024

Sebastian

  • ist immerzu krank. Hatte seine dritte Erkaeltung innerhalb von zwei Wochen; ein bisschen Fieber dazu; vielleicht auch noch Zahnwachstum.
  • ist das froehlichste Baby der Welt. Lacht und laechelt staendig mit seiner Zahnluecke.
  • Anders als Otto bisher keinerleit Interesse an Autos
  • schlaeft momentan schrecklich. Die letzten paar Tage kann man ihn abends nicht alleine lassen. Ich loese Ellie halb zehn im dunklen Schlafzimmer ab und sie mich kurz vor elf, ohne dass wir uns auch nur sehen koennen.


Otto

  • die Schule laeuft eigentlich gut. Unter der Woche wirkt er ausgeglichener als frueher und ich dacht mir, vielleicht ist die Ungewissheit weg. Aber am Wochenende wirkt er oft gleich morgens geladen und ist absichtlich schwierig.
  • momentane Schulzeiten sind Montag und Dienstag 09:15 - 15:15, und Mittwoch bis Freitag 09:15 - 16:15. Das heisst, an Ellies Arbeitstagen bleibt er nachmittags noch eine Stunde im Hort.
  • ich habe erst jetzt erfahren, dass Ottos Schule nur bis zur 2. Klasse geht. Zur 3. muss er dann auf einen neue Schule.
  • ich mache mir Sorgen wieviel er vor Handy und Tablet haengt. Ist danach immer wuetend. Das Haus ist voller Spielzeug und Buecher aber nur die Bildschirme werden benutzt. Wenn wir nicht mit dabei sitzen, was wir oft nicht koennen. Also stellen wir das Kind eben von einem Bildschirm ab.
  • Sonntag sind wir viel Bus gefahren.
  • Vorlesen macht mir grosse Freude. ich lese Otto viel aus Buechern vor, die ich aus Deutschland mitgebracht habe. Sein derzeitiges Lieblingsbuch handelt von einem kleinen Drachen, der staendig wuetend ist, und wie er damit umgehen kann. Otto liebt die Geschichte, aber ich glaube nicht, dass er irgendetwas lernt. Ausserdem lese ich ihm Kurzversionen Grimmscher Maerchen vor.
  • Otto kann noch nicht richtig lesen, aber er ueberrascht mich regelmaessig, wenn er ploetzlich und ohne grosse Muehe ein Wort oder einen kurzen Satz versteht. Ich habe ihm eine Fibel bestellt. Unwahrscheinlich, dass er die Geduld haben wird, aber den Versuch ist es wert.


Johannes

  • ich bin wieder ganz schoen ausgezehrt. Drei Wochen kranke Babies und schlechte Naechte; ich will endlich mal eine Woche eine gesunde Familie haben
  • Eigentlich darf man auch nie was machen. Puenktlich zum Abflugtag nach Deutschland waren Kinder und Ellie erkaeltet; puenktlich zum ersten Arbeitstag hatte Ellie Brustinfektion. Und wuerde ich sie nicht ins Bett schicken haette sie sich mit Fieber durch den Tag gequaelt.
  • Letztes Wochenende war ich endlich mit Familie im neuen Cafe in Lordington gewesen. Dank des grossen Aussenbereichs gut zum Rumrennen. Ich bin mit Otto im trockenen Bachbett gelaufen und habe Schafe gesehen. Aber Sebastian wurde da schon wieder krank und lag nur rum bzw weinte im Auto.
  • ich lese jetzt Den Zauberer von Oz, und zwar das Original von Baum. Erst vor einigen Jahren hatte ich erfahren, dass die mir bekannte Version von Wolkow eine Nachdichtung ist.


Cafe in Lordington


Mittwoch, 11. September 2024

Ottos Einschulung

Am Freitag wurde Otto eingeschult. Einige Beobachtungen dazu, denn die Aussicht auf diese Veraenderung hatte ihn ja seit gut einem Jahr ziemlich zugesetzt, zusammen mit der Ankunft seines Bruders.

Es gab keine formale Einschulung. Laut Ellie hat sie sowas frueher auch nicht gehabt. Das ist meines Erachtens auch gut so, schliesslich sind die Kinder hier erst vier, und nicht sieben wie ich damals. Otto haette solch eine Aktion vermutlich nur noch mehr Angst eingejagt. Stattdessen ging er Freitag einfach drei Stunden in seine Schule und es verlief positiv.

Der Schwerpunkt lag viel mehr darauf, den Kindern die Umstellung mit vielfacher Eingewoehnung zu erleichtern. Otto hatte in den vergangenen Monaten mehrmal kurze Schnupperstunden gehabt, und am Donnerstag kam seine beiden Lehrerinnen zu uns zur Vorstellung. Ellie und ich denken, dass sich die Schule in der Hinsicht seit unserer eigenen Einschulung erheblich verbessert hat.

Am Freitag ging Otto nur etwa drei Stunden zur Schule und kam zum Mittagessen wieder nach Hause. Die folgende Woche ging er dann erstmal verkuerzt, von 9.15 - 14.45 . Erst naechste Woche geht er dann Vollzeit, aber auch dann kommt er frueher nach Hause als von der Kita.

Bisher reagiert Otto sehr positiv. Schon am ersten Tag kam er froehlich nach Hause, und bisher ist es eher besser geworden. Am Dienstag sagte er sogar, dass er die Schule eigentlich mag. Abends sagt er nichtsdestotrotz stets, dass er morgen nicht gehen will. Wir beobachten, dass er Kinder aus seiner Klasse auf unserem Spielplatz gruesst (in der Kita hat er das immer vermieden) und offenbar verbringt er viel Zeit auf dem Spielplatz der Schule: am zweiten Tag hangelte er sich an Stangen entlang, was er seit vielen Monaten nicht geschafft hatte.

Das Abholen laeuft so ab: die Eltern versammeln sich vor dem Schultor, werden dann eingelassen und stellen sich in einer Reihe pro Klasse an. Die Kinder werden dann einzeln zu den Eltern gelassen. Nix mit Schluesselkind allein nach Hause laufen.

Wir koennen gar nicht glauben das unser Baby bereits in die Schule geht. Otto sieht in seiner Uniform gleich viel aelter aus. Und ist auch einen Kopf groesser als der Rest der Klasse. Zur Einschulung bekam er auch eine Zuckertuete, wenn auch eine kleine. Ich hatte aufgrund von Sebastians Krankheit in der Woche keine Zeit mehr gehabt, sie ordentlich zu fuellen. Aber er konnte sie ja ohnehin nicht zur Schule mitnehmen.

Jetzt hat Sebastian also Montag und Dienstag seine Mami zum ersten Mal fuer sich alleine. Fuer Ellie ist das eine merkwuerdige Reise zurueck in die Vergangenheit, weil sie nun die Spieletreffen wieder besuchen kann, zu denen sie frueher mit Otto gegangen ist.

Fuer mich heisst es, dass ich Montag und Dienstag meine Mittagspause fuer mich habe. Und trotz aller Zeitnot vermisse ich Otto eigentlich dabei. Mir wurde klar, dass wir Otto nie wieder soviel bei uns haben werden... ausser natuerlich in den Ferien, die wohl 14 Wochen im Jahr einnehmen. Die erste davon Mitte Oktober. Und eigentlich freue ich mich darueber. Wir freuen uns jeden Tag auf die Abholzeit.

Otto hat uebrigens am letzten Tag in Kita keinerlei Bedauern gezeigt. Ich hatte da etwas Sorge gehabt, aufgrund seiner Abneigung vor Veranederung. Aber er kam im Gegenteil rausgerannt und rief "heute ist meiner letzter Tag hier!"


Otto kommt nach Hause


Sonntag, 8. September 2024

Waldspielplatz

Heute war wieder ein Regentag nachdem wir auch erst am Nachmittag in die Gaenge kamen, fragten wir uns, wie man die Kinder jetzt noch an die frische Luft kriegen koennte. Wir sind dann spontan in den Queen Elizabeth Park in den South Downs gefahren. Ich mochte dessen Buchenwaelder immer, aber Ellie ist dort (wie auch an die meisten anderen Orten) immer kalt, weshalb wir lange nicht mehr dagewesen waren. Aber es gibt auf dem hoechsten Huegel einen sehr schoenen Spielplatz zwischen den Baeumen. Vor etwa zwei Jahren war ich schon mal mit Otto dort gewesen; damals hatte er wenig Interesse gezeigt.

Diesmal war das anders. Otto ist ueber die verstreut liegenden Spielgerate gestiegen und gekrabbelt. Ich bin naemlich immer dankbar, wenn er seine Motorik uebt. Besonders hat ihn die Seilrutsche begeistert - bisher kam er nur mit Hilfe drauf und hatte immer Schiss, runterzufallen. Aber dieses Mal habe ich wieder gesehen, wie schnell er lernt, wenn er nur mal uebt. Nach einigen Runden hielt er sich allein fest und zeigte keine Angst mehr. Er braucht eben nur viel mehr Sport, als er es in der Stadt bekommt.

Sebi wollte auch auf die Seilrutsche, sobald er seinen Bruder drauf sah, und ist auch sonst sehr aktiv ueber den Waldboden und durch die verschiedenen Holzbuden gelaufen.

Ich genoss die Herbststimmung. Das Licht durch die Buchenblaetter, wenn die Sonne mal rauskam, den Waldgeruch und den Platz fuer meine Kinder. Trotz seiner Kuerze hat mir dieser Ausflug viel gegeben. Beide Kinder mochten es und ich will sobald wie moeglich mit mehr Zeit wieder zurueck. Der Waldboden ist schoen weich, wenn jemand stuerzt, und die Baeumen schuetzen sowohl vor Regen als auch vor starker Sonne im Sommer. Und irgendwann kann man von dort mit den Kindern wandern gehen.





Samstag, 7. September 2024

Friedemanns Besuch

Ende August kam uns Friedemann besuchen. Das letzte Mal war er auf seiner grossen Fahrradtour vor zwei Jahren hier gewesen. Damals hatte er noch bei uns schlafen koennen, dieses Mal wohnte er in der Naehe der Seebruecke.

Natuerlich war meine Zeit durch die Kinder allgemein beschraenkt, und leider wurde Sebastian dann auch noch krank, sodass von meinen Plaenen kaum etwas uebrig blieb.

An den ersten Tagen sind wir viel mit Otto Bus gefahren und mehrmals in den historischen Docks rumgelaufen. Dort durfte Otto auch wieder Boot fahren. Sonstige Aktivaeten mit Otto waren

* die Hubertuskapelle an einem sehr schoenen Herbsttag

* alte Videospiele im Game Over Cafe

* Brettspiele im Dice Cafe

* ein erster Blechkuchen Pflaumen Streussel auf Hefeboden


Ich hatte geplant, wenigstens Mittwoch zu zwei wandern zu gehen, wenn Sebastian in die Kita gehen sollte und Otto einen lange versprochenen Ausflug auf die Isle of Wight mit Ellie machte. Aber genau in der Nacht davor entwickelte Sebastian wieder die Hand-Fuss-Mund Krankheit; zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen; das erste Mal war es drei Wochen lang gewesen, und dieses Mal war der Ausbruch auch noch staerker. Damit konnte er die ganze Woche nicht in die Kita gehen und der eine, einzige von mir geplante Ausflug fiel aus.

Die folgenden Naechte haben Ellie und ich uns dann geteilt wie damals bei Otto und dementsprechend kaum geschlafen. Einen Tag musste ich Friedemann einfach in die Museen wegschicken. Jeden Tag habe ich die Plaene immer mehr zurueck gestutzt und es war immer noch zuviel und fiel am Ende ganz aus. Em Ende war ich leicht depressiv, dass sich trotz aller Reisemuehen nach zwei Jahren keine Zeit zu finden ist. Am Abflugtag regnete es und da ist in Portsmouth nichts zu machen. Wir wollten wenigtens noch ins Brettspielcafe, aber die machten zu spaet auf. Also konnten wir uns nur in ein Cafe setzen und Karten spielen.

Eine positive Sache: Friedemann hat den Dachboden gezaugt, und entgegen meiner Erwartung kann man da oben jetzt richtig mit den Kindern spielen.

Otto und Ellie wenistens hatten auf der Isle of Wight einen ausgezeichneten Tag erlebt. Ellie wollte ihm mal einen richtigen britischen Tag am Meer zeigen, mit Eimer und Sandburg und Fish and Chips. In Ryde hatten sie den Sandstrand fast fuer sich. Ich wuenschte Otto haette oefter solche Tage mit uns.