Zum zweiten Wochenende in Folge sind wir mit den Kindern weggefahren. Diesmal in eine Jurte im Umweltzentrum, eine halbe Stunde Fahrt weg. Das hat uns als erstes bestaetigt, dass es tatsaechlich zuviel Stress ist, nach der Arbeit zu packen und loszufahren.
Otto war bereits auf der Anfahrt ganz schön frech. Das sollte sich noch wiederholen. Als wir erstmal da waren Raum und Ruhe. Sonst war nur noch ein Stellplatz belegt. Die Kinder liefen durch Wiesen und Wald. Otto balancierte auf Bänken und war jetzt sehr lieb. Wir assen Picknick und spielten Theater auf der Holzbühne eines unbenutzten Jurtenstellplatzes.
Da wir nur einen Raum hatten, gingen wir mit den Kindern gemeinsam ins Bett und schliefen zum ersten Mal alle zusammen. Ellie mit Sebbi, Otto und ich in separaten Betten. Obwohl wir die Jurte nicht abdunkeln konnten, schliefen beide schnell ein.
Samstag
Leider wachten die Kinder wegen der Helligkeit auch frueh wieder auf. Zuerst um 4, dann schliefen sie nochmal bis um 6 weiter, wir Eltern waber nicht. Die ersten Morgenstunden regnete es. Wir waehlten die einfachste Route und fruehstueckten im Cafe.
Otto war so frech, dass wir ernsthaft überlegten abzubrechen. Wir fragten uns, was wir bei dem Wetter machen können, aber später spielten beide Kinder ganz gut am Pizzaofen des Zeltplatzes kochen und backen. Erstaunlich, denn normalerweise macht Otto nicht soviel Fantasiespiel.
Dann musste Sebbi schon wieder schlafen. Ich stromerte mit einem gelangweilten Otto herum. Aber er klettert ganz gerne auf Dinge, waehlt sich an der Gaertnerei eine Pflanze zum mitnehmen aus, und besonders interessieren ihn Tiere unter der Borken von Baeumen. Ich hebe die Borke ab und er nimmt Asseln in die Hand. Einmal laeuft sogar eine Spinne ueber seinen Arm und er findet's gut.
Nachdem Sebbi aufwachte, fuhren wir ins Dorf Meonstoke, am Fluss Meon Pizza essen. Zu meiner Freude kommen dazu unsere Freunde vom Apfelgarten. Sogar Ellie macht die Unterhaltung mit ihnen Spass. Anschliessend verbingen wir viel Zeit auf der Wiese nebenan wo unsere kinder und die vieler anderer Urlauber im flachen Wasser spielen.
An sich sehr schön und pädagogisch wertvoll. Aber Otto wird wieder so schwierig, dass wir meines Erachtens (und spaeter stellt sich raus ich irrte mich) kurz davor stehen nach Hause zu fahren. Ignoriert uns wiederholt total. Ich machte mir wirklich Gedanken wie wir das handhaben sollen. Irgendwann ist seine Hose tatsaechlich voellig nass und er muss in Unterhose und Mamis Pullover am Pub vorbei ins Auto laufen.
Abends auf dem Zeltplatz dagegen ist er wieder liebreizend. Ich spiele mit ihm Volley- und Fussball; er laesst Sebbi ohne Meckern mitmachen. Letzteres macht Otto ueberraschend gut und mit Ausdauer. Haetten wir so eine Umgebung nur im Alltag.
Sonntag
In der zweiten Nacht schlafen wir weniger als in der ersten. Ein Sturm zieht auf, Regen haemmert auf die Plane. Klingt romantisch, ist aber vor allem laut. Morgens sind wir Eltern so kaputt, dass wir saemtliche Plaene auf dem Land vergessen und einfach nach Hause fahren.
Insgesamt wuenschte ich nur, dass die Jungs oefter solche Naturerlebnisse haetten. Denn sie waren durchaus stets interessiert an Tieren und Pflanzen und Spiel im Freien.
Sonntag Abend bat ich Ellie um eine Unterhaltung ueber Otto und zu meiner voelligen Ueberraschung hatte ich ihre Einstellung voellig falsch eingeschaetzt. Sie sah ueberhaupt kein Problem, fand ihn nie mehr als gewoehnlich frech und hatte nie ernsthaft einen Abbruch in Betracht gezogen. Das gab mir wieder sehr zu denken. Vielleicht bin ich das Problem.







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