Genau zu Silvester kam Mathieu aus Frankreich zurück. Seit er im November von seiner langen Weltreise eine Weile nach Portsmouth zurückgekehrt war, hatte er eine neue Arbeit gesucht. Jetzt hat er eine gefunden: am 15. Januar fängt er in Paris an. Wenn ich aus Deutschland zurück bin, wird er also schon nicht mehr da sein. Darum habe ich ihn vor meiner Abfahrt nochmal ein paarmal getroffen. Zu Silvester sind wir in seine Lieblingskneipe, wo wir uns in der Vergangenheit oft zu Spieleabenden getroffen haben. Ohne ihn wird mir ein Mitspieler fehlen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass überall geschlossene Saufgesellschaft und sehr voll wäre. Aber ausgerechnet an diesem Abend kamen wir nicht nur rein, sondern bekamen auch einen Tisch - und wir waren nichtmal die einzigen Spieler. Wir lernten anderen Leute kennen, die zu Silvester auch spielten. Wir hatten gerade erst angefangen, da musste ich schon wieder los, denn ich wollte Ellie nicht allein lassen. Ellie hat sich als Silvesterhasser herausgestellt, was aber wohl auch mit dem baldigen Ende ihres Urlaubs zu tun hatte. Sie sagt, zu Silvester fühlt man sich zum Feiern gedrängt, ob man es zugibt oder nicht - nun, wir haben das Gegenteil bewiesen. Ich habe mit Mathieu zu Hause weitergespielt. Gegen 23 Uhr ist er nach Hause, denn beide hatten wir nicht unbedingt vor, bis Mitternacht aufzubleiben. Im letzten Jahr hatte ich schließlich gesehen, dass wirklich nichts passiert. Ganz überraschend wurde diesmal aber doch etwas geböllert und aus unserem Dachfenster hat man sogar einen ziemlich guten Blick nach Norden und zum Hafen. Von dort hört man sogar Schiffssirenen, wie in Rostock. Das dortige Geschehen habe ich über einige Internetkameras verfolgt.

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