Diesen Samstag fuhren Otto und ich morgends wieder schwimmen. Dieses Mal bin ich ich bin auch schwimmen gegangen. Ich bin so unsportlich, ich schaffe kaum eine Bahn. Aber es ist ein gutes Gefuehl, und ausserdem soll Otto sehen, dass Papa das Wasser mag.
Davon abgesehen hat es sich als sehr praktisch erwiesen, dass wir zwei frueh aus dem Haus kommen, und im Anschluss einkaufen gehen. Normalweise dauert das morgendliche Duschen und Anziehen solange, dass Sebbi im Anschluss schon bald wieder schlafen muss. Stattdessen tauschen wir nach dem Schwimmen Kinder aus: ich gehe mit Sebbi einkaufen, Ellie putzt und macht Mittag. Somit hatten wir den Nachmittag frei und sind in das schoene Dorf Buriton in den South Down gefahren. Da ist ein schoener Spielplatz, fast immer leer, auf einer grossen Wiese und dahinter fahren regelmaessig die Zuege nach London lang. Es war ein wunderschoener Nachmittag, die Voegel sangen aus dem nahen Wald. Die Kinder haben viel rumgeturnt. Ich habe das richtig genossen.
Sonntag vormittag traf sich Ellie mit einer inzwischen emigrierten Freundin. In der Zeit bin ich mit den Kindern wieder in die South Down gefahren, diesmal auf den Spielplatz von Clanfield. Den mochte Otto schon immer, denn er ist gross, und gruen, und auch dort gibt es nie Schlangen. Ottos Verhalten war an diesem Wochenende wirklich exzellent. Der hat sich richtig Muehe gegeben mitzuhelfen. Kein Gemeckere wegen Sonnencreme, nahm auf dem Parkplatz Sebbis Hand und passte auf Autos auf. Mir hat das richtig Spass gemacht. Besonders als wir im Schatten eines Baums einige Snacks assen. Spaeter gingen wir zum Ententeich, und Sebbi durfte einen Krankenwagen begutachten. Braeuchte Sebbi nicht seinen Mittagsschlaf dann haetten wir den gesamten Tag in der Natur verbringen koennen. Otto hatte Lust darauf gehabt.
Am folgenden Montag musste ich mit Sebbi abends leider in die Kindernotaufnahme fahren. Ich hatte abends getraeumt, da rutschte er vom Sofa mit dem Kopf aufs Parkett. Sind wir auf Nummer sicher gegangen, auch wenn er schon bei der Ankunft am Krankenhaus ganz der alte war. Wir wurden auch bereits nach der ersten Sichtung nach Hause geschickt. Fuer Sebbi war das wahrscheinlich ein grosses Abenteuer. Er hat viele Krankenwagen und auch ein Polizeiauto gesehen. Otto hat sich leider viele Sorgen gemacht. Wenn Sebbi weint, schreit er immer zurueck dass er still sein soll. In der Situation habe ich dann zurueckgeblafft, was ihm dann zeigte, dass seine Eltern vor etwas Angst hatten, und das uebertrug sich sofort auf ihn. Er hat dann Sebbi einen Brief geschrieben, dass er ihn liebte, und eine Anleitung, wie man sicher vom Sofa steigt. Da fuehlte ich mich gleich wieder furchtbar. Ellie hat ihn in meiner Abwesenseit beruhigen koennen, und am naechsten Morgen habe ich mich bei ihm entschuldigt.
Sebi
spricht besonders viel deutsch. Uebersetzt gleich mit wenn beide Eltern da sind: sagt "pig" fuer Mami, dreht sich um, "Schwein" fuer Papa. Besonders beliebte Worte: Polizeiauto, Feuerwehr, aber v.a. Rasenmaeher. Manchmal sehen wir welche im Park auf dem Weg zur Kita. Das Personal fragte extra nach, was Sebbi meint. Ich habe ihnen eine kleine Vokabelliste angefertigt.
laeuft diese Woche problemlos in die Kita. Mag seine "Babyfreunde" dort sehr und erzaehlt von ihnen. Otto hat das ganz selten gemacht.
Otto
ist zur Zeit sehr kuschelig. Besonders wenn er einschlaeft, rollt er sich in mich.
wir haben ihm ein Tagebuch gegeben, dass ihn insbesondere nach seinen Gefuehlen an einem bestimmten Tag fragt. Es interessiert ihn auch bemerkenswert. Die gute Nachricht ist, dass er an den meisten Tagen nur "froehlich" ankreuzt. Manchmal wuetend oder traurig; die beiden wenn dann immer zusammen, was wohl heisst, dass eins das andere ausloest. Fast nie ist er "ruhig"; dass kann ich bestaetigen. Wir bereden dann immer nochmal, was welches Gefuehl ausgeloest hat. Am ersten Tag sagte er mir, dass traurig und wuetend war, weil Papa ihn angeschreit hat. Tatsaechlich hatten wir (beide) ihn frueher an diesem Tag zurecht gewiesen. Es hat mich trotzdem getroffen und wir haben darueber gesprochen. Ich habe ihm zu erklaeren versucht, weshalb ich laut geworden war, und ihm versprochen, mir mehr Muehe zu geben. Mit mir selbst habe ich beschlossen, ihn im Zweifel laenger laufen zu lassen, auch wenn mir sein Verhalten nicht gefaellt.
![]() |
| Otto pass auf seinen kleinen Bruder auf |
![]() |
| Der Ententeich in Clanfield |



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen