Mittwoch, 28. Mai 2025

Ottos grosses Abenteuer

Freitag war es soweit: wir brachten Otto abends zu seinen Grosseltern, d.h. Ellies Vater und Frau, deren Tochter und Enkelin, also Ottos (Stief)Cousine Layla in einen Urlaubspark auf der Insel Hayling. Das ist unsere oestliche Nachbarinsel, 20 Minuten Autofahrt. Die hatten dort ein mobiles Haus in einem Ferienpark gemieten. Diese Art Park ist hier verbreitet; in Deutschland ist mir das nicht bekannt, aber heutzutage bin ich oft nicht mehr sicher, was ich einfach nicht persoenlich mitgekriegt habe. Mit auf dem Gelaende sind ein Schwimmbad und ein Restaurant, der Strand ist nah und einige Felder drumherum sind auch gut fuer Kinder. Es ist also auf Familien mit weniger Geld ausgerichtet. Aus einer Archivsendung weiss ich, dass der Park dort schon seit vielen Jahrzehnten steht und sich den Gewohnheiten der Zeit anpasst.

Fuer Otto war es das erste Mal, dass er ohne uns uebernachtet. Fuer uns ebenso. Er war unglaublich aufgeregt, und Layla ebenso. Die mochten sich schon immer sehr, und als sie sich sahen, tobten sie wie verrueckt durch Haus und Park.

In den folgenden Tagen ging Otto ins Schwimmbad, zum Strand, fuhr mit der kleinen Modellbahn (ja davon gibt es hier wirklich viele; ich frage mich inzwischen ob das in Deutschland wirklich weniger verbreitet ist), und vor allem ins Restaurant und die Kinderspielhalle. Die Kinder haben viel gespielt, viel gegessen, und durften lange aufbleiben. Seine regelmaessigen Anrufen waren schwer zu verstehen aufgrund des aufgeregten Schreiens zweier Kinder.

Fuer uns war es schon etwas komisch, ihn zurueck zu lassen. Sebbi war auch erst traurig. Aber ehrlich gesagt - ich gewoehnte mich ziemlich schnell dran. Sobald die Erwartung real geworden war und wir die ersten Fotos hatten, machten wir uns weniger dumme Sorgen um Otto im Schwimmbecken. Fuer ihn ist das ohne Zweifel eine ausgezeichnete Erfahrung. Er hatte keinerlei Sorgen und Traurigkeit gezeigt. Gut so.

Und ich gewoehnte mich sehr schnell wieder an die zeitliche Freiheit. Morgens fertig zu werden ist viel einfacher; mittags kann ich die Augen zumachen, einkaufen ist stressfreier und wir koennen etwas mehr sauber machen. Sebbi kriegt mal unsere volle Aufmerksamkeit, das freute mich am meisten. Samstag vormittag besuchte ich mit ihm meinen Tangokumpanen Gabor, waehrend Ellie mit einer alten Freundin bauchtanzte.

Sonntag sind wir mit Sebbi einfach den ganzen Tag Orte im Meon-Tal abgefahren. Zuerst sind wir in Corhampton auf die Wiese am Bach und dann auf den Kirchhof gegangen, wo u.a. Pferde zu sehen waren. Aber Sebbi will sowieso nur auf Sachen klettern und dann runterhuepfen. Nach einem Mittagessen im dortigen Pub sind wir nach Droxford weitergefahren, wo Sebbi in der Kirchen spielen und dann schlafen konnte. Und ich konnte wandern gehen, allein, einfach so. Am Ende habe ich sogar auf einer Wiese die Augen zugemacht. Zuletzt assen wir noch Kuchen im Umweltzentrum und Sebbi spielte im Wald, unter der Aufsicht beider Eltern. Es ist toll, dass er endlich mal ganz viel Aufmerksamkeit von uns bekommen kann. Zu Hause konnte er dann ganz lange in der Badewanne planschen, waehrend Ellie in Ruhe die Waesche abnahm. Und als er schlafen ging, konnte ich mich einfach aufs Sofa legen.

Als wir Otto Montag vormittag wieder abholen, war ihm anzusehen, dass er eine tolle Zeit gehabt hatte. Er war aber auch nicht traurig, dass er wieder mit uns fahren wuerde. Wir fuhren alle zusammen zu einem spaeten Fruehstueck in ein Cafe, bevor Ellies Familie zurueck nach Kent und wir nach Hause fuhren. An diesem Tag sind wir nach Sebbis Mittagsschlaf nur noch auf den Spielplatz am Ententeich von Baffins gefahren.

Sebbi

  • Ellie meint Sebbi spricht mehr deutsch als englisch. Mir faellt auf, dass er das deutsche "ch" wie z.b. in "Loch" ausgezeichnet ausspricht. Ich kann mich nicht erinnern, wieweit Otto in dem Alter gesprochen hat.
  • Ist fast zu suess zum Aushalten; macht Witze und spielt gern "Kuss-Attacke".
  • Spielt im Bad weiter begeistert mit Spritzen.
  • hat eine ausgepraegte besitzergreifende Phase. Vieles ist jetzt "meins!" oder "Sebbis!". Besonders alles, was Otto anfaesst. Und wenn es nicht sofort abgegeben wird, schreit er. Manchmal provoziert Otto es, manchmal ist es nur ein Spiel, aber es nervt immer.

 


 
Endlich ist alles mal seins.

Auch das war offenbar ein "Rasenmaeher"


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