In der letzten Zeit habe ich zwei Dinge aus meinem alten Leben gemacht, die lange Zeit völlig undenkbar gewesen waren. Letzten Sonntag war ich relativ spontan anbaden. Mit dem wärmeren Wetter war ich mit Otto häufiger am Meer und habe ihn seine Füße ins Wasser stecken lassen. Während der Pandemie haben scheinbar viele Leute angefangen zu baden; ich habe das Gefühl, dass mehr Leute als früher im Wasser sind. Und da war es Sonntag morgen so voll, dass ich dachte, vielleicht findet sich ja heute nochmal die Zeit. Früher wäre es mir nie in den Sinn gekommen, Ellie allein zu lassen, nur um mich zu vergnügen. Ich hatte immer dieses schöne Bild, dass Otto sieht, wie sein Papa schwimmen geht, dass das Meer für ihn so etwas schönes ist wie für mich. Noch bräuchte ich Ellie, die auf ihn am Strand aufpasst. Aber ich kann mir wenigstens vorstellen, dass wir irgendwann gemeinsam baden gehen.
Am Freitag drauf bin ich abends zum Tango gefahren. Sieben Jahre lang habe ich das kaum eine Woche ausfallen lassen, um dann ganz plötzlich zweieinhalb Jahre völlig aufzuhören. Es war wieder relativ spontan, nachdem ich mit einer Bekannten aus dem Kurs gesprochen hatte. Es war eine ganz tolle Erfahren, abends aus dem Haus zu kommen, und wie sich die Leute gefreut haben mich zu sehen (es sind fast alles noch die üblichen Verdächtigen). Es war schön, die Bewegungsabläufe zu spüren und sich körperlich zu betätigen, wo ich ja häufig die ganze Arbeitswoche nicht aus dem Haus trete. Und es ist ganz erstaunlich, was der Körper alles noch kann. Erstaunlich vieles ging noch, und oft wusste ich selbst nicht, was ich jetzt als nächstes machen würde. Ich glaube nicht, dass ich bereits regelmäßig jeden Freitag hingehen werden kann. Aber allein zu sehen, dass dieses Leben noch irgendwo existiert, ist schön.
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