Vor einiger Zeit hatte Ellie vorgeschlagen, dass wir uns einmal die Tage freinehmen, in denen Otto bei seiner Tagesmutti ist, und dann zu zweit etwas unternehmen, wie früher. Dazu haben wir diese Wochen gewählt und dazu das allerbeste Wetter bekommen.
Am Mittwoch hatten wir nur den Nachmittag, weil Otto da ja erst Mittags zur Betreuung fährt. Die Zeit haben wir jeweils für uns genommen. Ellie wollte schon lange den Garten aufmöbeln. Ich dagegen hab endlich mal wieder mein Fahrrad genommen und bin am Meer in den Stadthafen gefahren. Da bin ich mal ganz in Ruhe die Gallerien entlanggeschlendert, habe mich mit einem der Künstler unterhalten, mir ein Mittagessen und einen Kaffee am Wasser geleistet und auf dem Rückweg an verschiedenen alten und neuen Läden Halt gemacht und Geld ausgegeben, wie in den alten Zeiten.
Donnerstag hat uns Ellie Eintritt zu einem National Trust Besitz gebucht. Das Haus "The Vyne" liegt eine Stunde Fahrt nördlich, bei Basingstoke. Kein Vorstudium, wir sind einfach durch die Parklandschaft gelaufen. Hasenglöckchen im Wald, Milane am Himmel und ein großer Ententeich vor dem Haus, wo alle Picknick machten. Ungestört in der Sonne zu liegen und Tee zu trinken war noch nie so ein Luxus. Im Anschluss sind wir noch verschiedene historische Orte in der Umgebung angefahren. Einige lohnten, andere nicht, aber in jedem Fall schien die Sonne und es war grün und wir konnten mal wiede in Ruhe über Geschichte reden.
Freitag hatten wir einen Mittagstisch in einem von uns sehr geschätzten Restaurant im Dorf Exton gebucht. Das liegt am ebenfalls sehr geschätzten und über die Jahre oft bewanderten Fluss Meon. Den sind entlang gefahren. Zuerst haben wir in Wickham gehalten und Kaffee getrunken. Dann in Droxford, wo ich vor Jahren das erste mal die Wege am Fluss erkundet habe, insbesondere die umgewandelte Bahnlinie. Da haben wir einen besonders schönen Pfad an der alten Wassermühle vorbei entdeckt, wo wir sicherlich noch einmal mit Otto hinkommen werden damit er die Füße ins flache Wasser stecken kann. In Exton haben wir uns ordentlich vollgeschlagen und sind dann über den Fluss und zwischen Feldern ein Stück Richtung des Aufstiegs zum Alten Winchester Hügel gelaufen. Aber nichts rauf, das ist zu weit - eines Tages mache ich das mal alleine. Auf dem Rückweg sind wir an diversen Orten entlang gefahren, die wir früher viel besucht haben, und wo wir hoffentlich mit Otto viel hinfahren werden. Ganz zuletzt ein Tee im Umweltzentrum, wo wir vor Jaaahren das erste Mal ein Wochenende in den South Down verbracht und uns erzählt hatten, wie schön das eines Tages für ein Kind sein würde. Ich habe in letzter Zeit nach Büchern mit lokalen Sagen recherchiert, die man Otto dann vorlesen könnte. Aber bisher nichts gefunden. Ist halt nicht der Harz.
Otto scheint eine kleinere Entwicklungsphase zu durchlaufen, wo er nachts nicht so gut schläft und dafür nachmittags über zwei Studen nicht aufwacht. Er ist weiter völlig besessen zu laufen und quasselt sehr viel mehr und in neuen Lauten. Er versteht auch erkennbar mehr: zum Beispiel liebt er ein neues Spiel, wo seine Eltern in verschiedenen Zimmern sind und er Sachen von einem zum anderen bringt. Auch spielt er jetzt gerne fangen. Er experimentiert mit seinem Spielzeug. Er hat immer mehr Geduld für Bücher und ist am glücklichsten, wenn beide Eltern bei ihm sind. Besonders aber hat er es auf Papa abgesehen.
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