Diese Woche haben wir Ottos erste Erkältung durchgemacht. Kam plötzlich Sonntag Nacht und hat uns einige schwere Nächte beschert. Erschwerend kam hinzu, dass Ellie sich die Erkältung sofort selbst einfing. Ihre sind immer kurz und schwer. Das hieß, eigentlich hätte sie die ganze Zeit im Bett sein müssen. Ging aber nicht, denn sie musste sich ja um Otto kümmern. Zwei Tage hatte ich mir freigenommen um zu helfen, mehr ging nicht. Ich finde es immer ganz schwierig, wenn sich solche Dilemmata ergeben, wo sich mindestens einer von uns quälen muss, weil einfach nicht genug Arbeitskraft da ist.
Was mich daran erinnert, dass ich im letzten Eintrag ein wichtige Sache vergessen habe: einer der größten Stress Faktoren im Eltern Dasein ist für mich das Gefühl des Kontrollverlusts. Das es ganz egal ist wie gut man plant und was eigentlich gemacht werden müsste, weil die Umstände es immer wieder kurzfristig durchkreuzen. Dazu kommt das Gefühl von Klaustrophobie, weil die Welt so auf das Haus, zwei Parks und den Strand zusammen schrumpft. Ich habe immer das Gefühl on Raum gebraucht und bin darum gerne unterwegs. Das ist ein wichtiges Mittel gegen Stress. Geht alles nicht mehr und man sagt sich solange , dass das alles wieder anders wird, bis man selbst Zweifel bekommt. Das beste Mittel scheint inzwischen einfach Akzeptanz zu sein und darum versuche ich auch ganz bewusst meine Ambitionen am jeden Tag zu begrenzen und mir mehr freie Zeit zum Faulenzen zu lassen und lokal Bekannte zu treffen. Aber nicht alle Konsequenzen sind einfach zu ertragen. Insbesondere, so viele Leute so lange nicht sehen zu können.
Tagsüber ging es Otto trotz der Erkältung ziemlich gut. Er quasselt viel - bäbäbä und mämämä. Es fasziniert ihn, seine Hände über Oberflächen zu streichen. Inzwischen freut er sich über die Wellen am Meer, aber am allerbesten ist die Betonmauer an der Promenade.
Zuguterletzt bin ich endlich befördert worden. Das ging plötzlich ganz schnell. Gespräch am Mittwoch, entscheidung am Donnerstag. Tritt bereits morgen in Kraft. Ich komme dazu in eine neue Arbeitsgruppe innerhalb meines derzeitigen Teams. Dort geht es wohl um den Bau einiger neuer Datenverarbeitungsprozesse, aber so wirklich versteht man das eh erst nach einem Jahr darum hier keine weiteren Details. Ich werde auch zwei Leute leiten, wovor ich durchaus etwas Schiss habe. Aber immer voran. Nicht zuletzt kriege ich ja mehr Geld, was ein wenig Ellies Einkommensverlust kompensiert. Und ich habe ohnehin Zweifel das sie in einem halben Jahr tatsächlich zurück in die Vollzeit geht.
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