Dienstag, 4. Juni 2019

Der lange Mai

Ich hatte knappe zwei Wochen zwischen meinen Deutschlandbesuchen, viel davon angefüllt mit wichtigen Terminen und der ganzen Übergabe meiner Arbeitsaufgaben, bevor ich am 10. Juni offiziell die Abteilung wechsle. Dadurch schien der Mai sehr lang. Was mir passt, denn die Frühlingsblüte war überall wunderschön.

Vom 20. zum 22. Mai fand wieder das jährliche Wissenschaftsfest Pint of Science in den Kneipen von Portsmouth statt. Nach langem Werben hielt ich am ersten Abend meinen ersten eigenen Vortrag, wie sich die moderne Statistik entwickelt. Wir hatten am Ende 27 Gäste, inklusive Ellie, die offenbar eine richtig gute Zeit und eine Menge freundlicher Fragen hatten. Wir haben drei Kontakte zur Uni Portsmouth schließen können, was für mich gut ist, denn das ganze Projekt ist mein Baby.

Die ganze Woche hatte ich auf der Arbeit eine richtig gute, technische Fortbildung, mit einem tollen Professor. Am Samstag den 25. Mai, einen Tag vor dem erneuten Abflug nach Deutschland sind Ellie und ich nach London gefahren. Sie zu einem Tanzlehrgang, ich zum Händel und Hendrix Museum. 1732 hatte sich Georg Friedrich Händel ein Haus in London gekauft, wo er den Rest seines Lebens wohnte. 1963 dann mietete sich Jimmy Hendrix und Freundin zwei Häuser nebenan eine Dachbodenwohnung. Heute sind beide in einem Museum verbunden; unten Barock, oben Gitarren. Erfahren hatte ich davon von unserem Dirigenten; selbst interessierte ich mich etwas mehr für Händel. In dessen altem Musikzimmer übte auch gerade eine Studentin auf einer barocken Violine. Hendrix Bude hat mir auch gefallen; sie ist sehr nahbar, wie eine normale Studentenwohnung; man kann sich das Leben da sehr plastisch vorstellen.

Unten stehen einige Fotos aus Frankfurt und Schwedt. Ich habe eine tolle Kajaktour im unteren Odertal gemacht, samt Sonnenbrand, und war zum Herrentag bei bestem Wetter mit tausenden guten Deutschen auf dem Deich radfahren. Von Frankfurt aus habe ich am letzten Tag kurz Eisenhüttenstadt besucht; das Zentrum gefällt mir (ich mochte diese 50er Jahre Blocks schon immer), und das Museum des DDR Alltags besonders. Ich muss aber auch sagen: ich habe Ellie noch nie so vermisst.

Jetzt bin ich meiner letzte Arbeitswoche und finde immer noch etwas, was übergeben werden muss. Am 5. Juni ist wieder Jahrestag der Landung in der Normandie; eventuell wird der Verkehr da schwierig, weil zum 75. Trump nach Portsmouth kommt und für ihn alles abgesperrt. Außerdem kommt Angele Merkel; wenn es ihr zuviel wird kann sie bei uns Pause machen.

Vor dem Urlaub hatte ich mein Geschichtsbuch über das klassische Europa ausgelesen. Jetzt habe ich kleines Reclamheft zur DDR Geschichte aus dem Museum in Eisenhüttenstadt. Außerdem habe ich endlich die kompletten Noten für Schütz' "Warum toben die Heiden". Und schließlich habe ich am Strand endlich mal ein Fossil gefunden: eine versteinerte Seegurke.

Landkartenexegese mit Opa

In Zützen bei Schwedt

Oderkanal bei Zützen

Zur gleichen Zeit in unserem Garten

Museum des DDR Alltags in Eisenhüttenstadt. Untergebracht in einem teilweise noch funktionierenden Kindergarten.

Fragestunde nach unserem Kneipenvortrag am 20. Mai

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