Sonntag, 5. August 2018

1. August

Obwohl ich ja mehr Zeit habe als in der ersten Hälfte dieses Jahres, habe ich einige Sachen noch nicht berichten können:

Inzwischen habe ich ein funktionierendes Kajak. Ende Juli habe ich es mit Ellie auf dem Kanal von Chichester erfolgreich ausprobiert. Den kennen wir gut und er ist sehr flach und völlig still. Ih war positive überascht: Auf- und Abbau sind schnell, das Boot selbst auch, und zudem sehr manövrierbar. Ellie hat es auch Spaß gemacht! Und auf dem Kanal haben wir mehrere andere Leute mit aufblasbaren Kajaks getroffen. Zwölf Jahre nach meiner Tour auf dem Bug bin ich also eine coole sportliche Person mit eigenem Kajak! Jetzt fällt mir überhaupt mal auf, wieviele Kajaks man hier sieht. Am Strand hier sind praktisch immer welche.


In letzter Zeit lese ich auch wieder ein wenig. Ellies Mutter hatte mir ein ausgelesenes Buch dagelassen, einen historischen Roman über Sankt Dunstan, einen angelsächsischen Heiligen. Ellies Mutter hat solche Bücher schon immer gelesen; Ellie hat damit Lesen gelernt und hat sie selbst stapelweise hier. Darüber habe ich selbst einige Vorbehaltee gegenüber dieser Art Buch abgelegt - die ich nicht zuletzt hatte, weil ich mich meistens festlese. Auch Mutti hatte mir ein kleines Buch mit Weihnachtsanekdoten aus dem Leben einer Lychener Ärztin dagelesen. Die Einblicke aus ihrem frühen Leben im Erzgebirge und in der DDR haben mir gefallen, die späten Geschichten weniger.


Meine Arbeit ist momentan ziemlich anstrengend. Nicht nur ist viel zu tun, das meiste ist auch noch langweilig. Wenigstens kommt meine Fortbildung in Datenanalyse nach über einem halben Jahr Verzögerung endlich in Gang. Inzwischen war ich so frustriert (das war ursprünglich mein Plan B gewesen, nachdem ich letztes Jahr vom Aufbaustudium zurücktreten musste), dass ich mich an der Uni Portsmouth über einen neuen Studiengang informiert habe, der jetzt im Herbst das erste Mal losgeht und einige interessante Kurse hat, die ich separat machen könnte. Nur, falls diese Fortbildung sich als das falsche rausstellt - bisher hat mir der Veranstalter nur gesagt, wie toll er ist.

Ellie geht übrigens auch zurück an die Uni: sie beginnt im Herbst ein Aufbaustudium über Fortbildungen. Seit sie in ihrem neuen Team ist, also seit etwa einem Jahr, hat sie sich, nicht überraschend, als sehr gute Dozentin erwiesen. Ihr Kurs ist nicht ganz ein Master, ließe sich aber dazu ausbauen. Vielleicht werden wir also noch ein Studentpaar.

Während des englischen Halbfinales habe ich mein zweites Kajak zum Test aufgepumpt. Wie sich rausstellte, kann man darin auch wunderbar schlafen.



Einmal habe ich es geschafft, Kalina in Southampton zu besuchen. Sie hatte ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für mich: eine bulgarische Tracht. Ich hatte ihre Mutter vor einigen Monaten gefragt, ob sie mir sowas aus Sofia schicken kann. Von einem Besuch in der Ukraine habe ich eine Schwäche für slawische Bauerntrachten mitgebracht. Daher auch die russische Tracht, die mir Ellie vor einigen Jahren geschenkt hat.

Mnogo dobre.

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