Mit Kalina habe ich den ersten kalten Winterspaziergang den Fluss Itchen entlang gemacht. Der führte die Feuchtwiesen entlang und um den Sankt-Katharinenhügel herum, über dem später der Mond aufging. Auf halbem Wege konnten wir uns im Cafe des Heiligkreuzspitals erfrischen, wo ich im Sommer mit Mutti gewesen war. Dann sind wir weiter zum Dom und dann zum Bahnhof. Ich fühle mich auf diesem Weg immer ganz ins Mittelalter zurückversetzt.
Wir geben weiter mit vollen Händen Geld aus. Am 10. November kommt der neue Boiler mit diversen digitalen Spielzeugen und eine neue Matresse ist auch bestellt. Ellie beweist übrigens erstaunliches Heimwerkertalent. Trotzdem habe ich mir etwas gegönnt: ein neues Teleskop. Das erste hat mir bestätigt, dass sich etwas mehr Investition lohnt und so habe ich mir ein weiteres gebrauchtes mit 130mm Linse gekauft. Nur ist es viel zu schwer (und die Röhre viel zu groß) für einfachen Transport, speziell ohne Auto, sodass ich es vorerst wohl nur im Garten in der Stadt nutzen kann.
Die Arbeit ist momentan wirklich stressig. Am 9. November spreche ich in Southampton auf einer öffentlichen Veranstaltung in einer Bar. Der Vortrag hat viel mehr Zeit benötigt als gedacht, nicht zuletzt, weil ich zwei Tage die Woche auf einem besonderen, innovativen Projekt arbeite. Im Anschluss muss ich gleich einen Vortrag an der Uni Portsmouth Ende November vorbereiten. Und zwischendurch bin ich eine Woche auf einer Fortbildung an der Uni Southampton. Denn es gibt viel zu lernen. Ich habe mich darum für eine Art Lehre in Datenanalyse angemeldet. Das ginge im Januar los und kompensiert in vielerlei Hinsicht das mir entgangene Aufbaustudium.
Im Advent werde ich auf der Arbeit nichts schaffen - denn ich wurde als Geschworener bei Gericht ausgewählt. England hat nämlich ein Geschworenensystem. Jede Bürger kann per Los herangezogen werden und ist dann auch verpflichtet anzutreten. Arbeitgeber können da auch nichts sagen. Wie ich erfuhr, sind dazu auch EU Ausländer zugelassen. Das geht am 11. Dezember los, dauert durchschnittlich zwei Wochen - und wenn ich Glück habe, ist nicht viel los und ich kann lesen und Lebkuchen essen. Man wird nämlich nicht zu einem bestimmten Fall herangezogen, sondern hat praktisch eine zeitlang Rufdienst. Und manchmal ist nichts los. Persönlich finde stehe ich der Idee von Laienentscheidung etwas misstrauisch gegenüber. Hoffentlich funktioniert das besser als bei Volksabstimmungen.
![]() |
| Wanderung am Fluss Itchen mit Kalina. |
![]() |
| Das Heiligkreuzspital, ältestes arbeitenden Krankenhaus Englands. Wobei es eher ein Altenheim ist. |
![]() |
| Am Halloween-Tangoabend habe ich getanzt wie ein junger Gott. |
![]() |
| Der Tod und die Mädchen. |
![]() |
| Chorkonzertposter |









Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen