Sonntag, 10. September 2017

In der Mühle

Vor einigen Wochen bemerkte ich mit großem Unwillen, dass ich einige lang geplante Sachen einen weiteren Sommer lang nicht zu schaffen scheine. Sowas macht mich immer sehr unglücklich, schließlich soll man Sachen ausprobieren. Dann habe ich Schlag auf Schlag doch noch alles abgehakt: eine Sommerwanderung über Land, die Bootsfahrt zu den Nadeln mit Papa, die Kajakfahrt auf dem Itchen. Zuletzt habe ich mit Kalina die historische Windmühle in Bursledon besucht. Das liegt zwischen Portsmouth und Southampton, am gleichen Fluss, auf dem ich im Juli das erste Mal in diesem Jahr Kajak fahren war. Auf einem Hügel in der anderen Richtung betreibt ein Verein eine restaurierte Mühle, was mir vor Ewigkeiten auf der Karte aufgefallen war. Um die Mühle stehen nur noch eine Scheune und ein Getreidespeicher, gerettete historische Gebäude wie im Freilichtmuseum, wo wir mit Mutti gewesen waren. Es gibt eine kurze Führung und das war es auch schon, aber ich fand es gerade wegen des kleinen Formats sehr entspannend, mit Kalina in der Scheune bei einem Kaffee zu reden. Sie hat dann wieder bei uns übernachtet und konnte so zum Freiluftkino mitkommen.

Solche Ausflüge sind im Moment besonders wichtig, weil mich meine Arbeit frustriert. Ich bin offiziell aus Aufbaustudium ausgestiegen, weil es jeden Freitag fünf Stunden Fahren bedeutet hätte. Richtige Entscheidung, trotzdem eine Riesenenttäuschung. Durch den Umzug musste ich außerdem auf eine Konferenz und eine sehr interessante Veranstaltung im Büro verzichten. Und statt solche interessante Sachen zu machen, langweile ich mich ganze Tage lang mit dem statistischen Artikel zu Tode, der den Datensatz begleiten wird, den wir bald veröffentlichen. Die ganze Erfahrung mit der diesjährigen Datenproduktion, die ich dieses Jahr zum ersten Mal selbst geführt habe und die eigentlich eine tolle Karriereerfahrung wäre, hat mir nur gezeigt, dass mich eine technische Karriere interessiert und keine Projektleitung. Das Ganze tue ich mir jeden Tag auch noch besonders lang an, weil ich Arbeitszeit gutmachen muss.

Zu Hause wird gepackt. Mein Zimmer befindet sich wieder im Koffer und auch Ellie Bude ist größtenteils verkistet. Ellie nimmt sich eine Woche um den Umzug herum frei. Ich kann mir nur einen Tag nehmen.

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