Ostern statt Weihnachten
Als echter Deutscher mag ich Bach und Weihnachten. Ganz besonders mag ich daher Bachs Weihnachtsoratorium. Ellie wollte mir zu Weihnachten Konzertkarten schenken. Die waren ausgebucht. Stattdessen bekamen wir Karten zu Bachs Matthäuspassion im April in London. Natürlich findet so etwas in England nur in den ganz großen Städten statt.
Weil das Konzert am Sonntagvormittag war, mussten wir schon am Vortag anfahren und hatten dementsprechend einen ganzen Tag frei. Mit der Zeit sind wir in die Nationalgallerie gegangen. Dort war eine Ausstellung über russische Kunst in den ersten Sowjetjahren. Viele der Gestaltungsprinzipien, die sowjetische Propaganda so effektiv machte, wurden in dieser Zeit entwickelt, als Künstler erstmal machen konnten, was sie wollten. Später wurde der Sozialistische Realismus Pflicht. Das war sehr interessant; oft hingen Kunst und Propaganda von den gleichen Leuten zusammen. Und Ellie hat auch viel Geschichte über diese Zeit und Ort gelernt. In England weiß man nämlich praktisch nichts konkretes über den Sozialismus. Aber: nichtmal Kasia kannte die Künstler.
Abends haben wir noch Kalina samt Schwestern getroffen und im Kino Die Schöne und das Biest gesehen. Ich hab eine hohe Meinung von Disneys neueren Realversionen ihrer Zeichentrickklassiker.
Bach am Fluss
Das Konzert am Sonntag war hervorragend. Die ersten Takte des bekannten Anfangs haben mich gleich sehr berührt, wie auch viele spätere Momente. Einmal Musik ohne jegliche Qualitätsbstriche. Die Texte waren auf Englisch. Interessanterweise wurde der Londoner Bachchor schon recht früh in der Bach-Renaissance gegründet, obwohl die ja natürlich von Deutschland ausging. Die lange Mittagspause haben wir an der Themse gesessen. Es war an diesem Wochenende richtig heiß und sommerlich. Eine wirklich tolle Athmosphäre in dieser Ecke der Stadt, wo viel Kultur und Gatronomie zusammenliegt. Das Konzert fand übrigens in einem Kulturzentrum aus den 50ern statt, das ich bisher immer als Bausünde befand. Aber als ich es jetzt mal von innen sah, fiel mir auf, dass es seine Aufgabe wirklich erfüllte. Leute essen im Restaurant oder ihre eigenen Stullen an den vielen freien Tischen, in beiden Fällen in Tshirt oder Anzug. Neben uns am Fluss saß der Bariton-Solist auf einer Bank und aß sein Mittag.
Als echter Deutscher mag ich Bach und Weihnachten. Ganz besonders mag ich daher Bachs Weihnachtsoratorium. Ellie wollte mir zu Weihnachten Konzertkarten schenken. Die waren ausgebucht. Stattdessen bekamen wir Karten zu Bachs Matthäuspassion im April in London. Natürlich findet so etwas in England nur in den ganz großen Städten statt.
Weil das Konzert am Sonntagvormittag war, mussten wir schon am Vortag anfahren und hatten dementsprechend einen ganzen Tag frei. Mit der Zeit sind wir in die Nationalgallerie gegangen. Dort war eine Ausstellung über russische Kunst in den ersten Sowjetjahren. Viele der Gestaltungsprinzipien, die sowjetische Propaganda so effektiv machte, wurden in dieser Zeit entwickelt, als Künstler erstmal machen konnten, was sie wollten. Später wurde der Sozialistische Realismus Pflicht. Das war sehr interessant; oft hingen Kunst und Propaganda von den gleichen Leuten zusammen. Und Ellie hat auch viel Geschichte über diese Zeit und Ort gelernt. In England weiß man nämlich praktisch nichts konkretes über den Sozialismus. Aber: nichtmal Kasia kannte die Künstler.
Abends haben wir noch Kalina samt Schwestern getroffen und im Kino Die Schöne und das Biest gesehen. Ich hab eine hohe Meinung von Disneys neueren Realversionen ihrer Zeichentrickklassiker.
Bach am Fluss
Das Konzert am Sonntag war hervorragend. Die ersten Takte des bekannten Anfangs haben mich gleich sehr berührt, wie auch viele spätere Momente. Einmal Musik ohne jegliche Qualitätsbstriche. Die Texte waren auf Englisch. Interessanterweise wurde der Londoner Bachchor schon recht früh in der Bach-Renaissance gegründet, obwohl die ja natürlich von Deutschland ausging. Die lange Mittagspause haben wir an der Themse gesessen. Es war an diesem Wochenende richtig heiß und sommerlich. Eine wirklich tolle Athmosphäre in dieser Ecke der Stadt, wo viel Kultur und Gatronomie zusammenliegt. Das Konzert fand übrigens in einem Kulturzentrum aus den 50ern statt, das ich bisher immer als Bausünde befand. Aber als ich es jetzt mal von innen sah, fiel mir auf, dass es seine Aufgabe wirklich erfüllte. Leute essen im Restaurant oder ihre eigenen Stullen an den vielen freien Tischen, in beiden Fällen in Tshirt oder Anzug. Neben uns am Fluss saß der Bariton-Solist auf einer Bank und aß sein Mittag.
Die gesamte Woche darauf wurden wir weiterhin vom Wetter verwöhnt. Ich hatte viele schöne Abende am Meer und einen wunderschönen Morgen vor der Arbeit. Blumen und Felder blühen hier immer viel früher als in Deutschland. Zum Beispiel sah ich vom Büro aus die ganze Woche die Rapsfelder in der Ferne leuchten. Und die alljährliche große Blüte der "Atlantischen Hasenglöckchen" ist fast da. (Bis heute bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, wie diese Bluebells wirklich auf deutsch heißen). Also wollte ich am Wochenende unbedingt raus, bevor die Farben wieder verschwinden.
Alleine mit Fahrrad
Samstag bin ich allein mit dem Fahrrad raus, in die Region um die Hubertuskapelle. Kurz nach dem Bahnhof öffnen sich nach einer Kurve weite Blicke über die Felder. Alles gelb, grün, blau. Raps, Bäume und gelegentlich Teppiche von Hasenglöckchen. Es war ein wunderschöner Tag, blauer Himmel und kaum Wind. Jeder grüß´te mich. In der Kapelle war gerade Frühlingsputz, aber ich bin weiter nach Norden, zum Königin-Elisabeth-Landschaftspark. Dort war ich vor drei Jahren erst einmal gewesen, damals war das einer der ersten Ausflüge mit Ellie. Aber im letzten Jahr war ich auf einer ziellosen Tour ganz unerwartet am hinteren Ende des Parks rausgekommen und hatte eine besonder schöne Stelle entdeckt, die ich jetzt weiter erkundete. Das alles liegt entlang der South Downs, der langen Hügelkette entlang der Südküste, die aus gutem Grund zum Nationalpark erklärt worden ist. Auf dem Weg bin ich dementsprechend erst einen Hügel ganz nach oben, wo es ganz still war und man die Vögel hörte. Bis plötzlich ein anderes Fahrrad quer über den Pfad raste und scheinbar in den Bäumen verschwand. Dann sah ich es in wilden Kurven zwischen den Bäumen hinabsausen. Wie ich an dem Tag lernte, sind dort viele Mountainbiker unterwegs, und auch Pferde. Wieder unten fand ich die eigentliche Stelle, schloss mein Rad an und lief einen Wiesenweg den Hang des zwischen Hügels hoch, wie auf einer Wanderung in Österreich. Ich machte etwas Pause in der Sonne und lief dann in die Wälder des Parks hoch. Alles Buchen - war mir damals gar nicht aufgefallen. Buchen sind gut. Diesmal habe ich eine andere Ecke des Parks als beim letzten Mal erkundet und gesehen, dass die Hügel am Nordrand steil abfallen und einen tollen Blick ins Flachland freigeben.
Nach ein paar Stunden kam ich zurück und fuhr weiter, den Berg hinab in das Dorf Buriton, was ich schon kannte, aber in dem Wetter diesmal wie aus dem Bilderbuch daherkam. Von dort bin ich zum Bahnhof in Petersfield geradelt, über die Felder der Ebene. Zurück in Portsmouth habe ich mit Ellie am Meer ein Picknick gemacht.
Alleine mit Fahrrad
Samstag bin ich allein mit dem Fahrrad raus, in die Region um die Hubertuskapelle. Kurz nach dem Bahnhof öffnen sich nach einer Kurve weite Blicke über die Felder. Alles gelb, grün, blau. Raps, Bäume und gelegentlich Teppiche von Hasenglöckchen. Es war ein wunderschöner Tag, blauer Himmel und kaum Wind. Jeder grüß´te mich. In der Kapelle war gerade Frühlingsputz, aber ich bin weiter nach Norden, zum Königin-Elisabeth-Landschaftspark. Dort war ich vor drei Jahren erst einmal gewesen, damals war das einer der ersten Ausflüge mit Ellie. Aber im letzten Jahr war ich auf einer ziellosen Tour ganz unerwartet am hinteren Ende des Parks rausgekommen und hatte eine besonder schöne Stelle entdeckt, die ich jetzt weiter erkundete. Das alles liegt entlang der South Downs, der langen Hügelkette entlang der Südküste, die aus gutem Grund zum Nationalpark erklärt worden ist. Auf dem Weg bin ich dementsprechend erst einen Hügel ganz nach oben, wo es ganz still war und man die Vögel hörte. Bis plötzlich ein anderes Fahrrad quer über den Pfad raste und scheinbar in den Bäumen verschwand. Dann sah ich es in wilden Kurven zwischen den Bäumen hinabsausen. Wie ich an dem Tag lernte, sind dort viele Mountainbiker unterwegs, und auch Pferde. Wieder unten fand ich die eigentliche Stelle, schloss mein Rad an und lief einen Wiesenweg den Hang des zwischen Hügels hoch, wie auf einer Wanderung in Österreich. Ich machte etwas Pause in der Sonne und lief dann in die Wälder des Parks hoch. Alles Buchen - war mir damals gar nicht aufgefallen. Buchen sind gut. Diesmal habe ich eine andere Ecke des Parks als beim letzten Mal erkundet und gesehen, dass die Hügel am Nordrand steil abfallen und einen tollen Blick ins Flachland freigeben.
Nach ein paar Stunden kam ich zurück und fuhr weiter, den Berg hinab in das Dorf Buriton, was ich schon kannte, aber in dem Wetter diesmal wie aus dem Bilderbuch daherkam. Von dort bin ich zum Bahnhof in Petersfield geradelt, über die Felder der Ebene. Zurück in Portsmouth habe ich mit Ellie am Meer ein Picknick gemacht.
Zusammen zu Fuß
Tags darauf wollte auch Ellie aufs Land und wir sind zur Blütenjagd in den Bere-Wald gefahren. Das sind mit dem Auto nur 20 Minuten nordwestlich. Hier hatten wir schon im Vorjahr ganze Blumenteppiche gefunden. Und auch unsere erste sonnige Wanderung das Jahres, vor zwei Wochen, war in einer andere Ecke des Waldes gewesen. Wir sind also ohne Plan aber mit Sonnencreme durch die Gegend gelaufen und waren allgemein fröhlich. Sogar zu einem Reste-Picknick hat das Wetter gereicht. Hasenglöckchen haben wir erst am Ende auf einer neuen Strecke gefunden, in einem Reservat für Alte Eichen.
Leider muss ich auch noch zur Arbeit, aber zumindest haben wir dort nun das Warnemünder-Puzzle vollended. Ich hatte es auf die Arbeit mitgenommen, wo seit einiger Zeit Puzzle ausliegen. Allein hätte ich das nicht geschafft und auch keinen Abstellplatz gehabt. Lesen tue ich Gullivers Reisen. Und zwar alle vier Teile mit Anmerkungen. Schließlich ist man echter Deutscher.
Leider muss ich auch noch zur Arbeit, aber zumindest haben wir dort nun das Warnemünder-Puzzle vollended. Ich hatte es auf die Arbeit mitgenommen, wo seit einiger Zeit Puzzle ausliegen. Allein hätte ich das nicht geschafft und auch keinen Abstellplatz gehabt. Lesen tue ich Gullivers Reisen. Und zwar alle vier Teile mit Anmerkungen. Schließlich ist man echter Deutscher.
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| Dienstag morgen vor der Arbeit. Im Moment habe ich weder Chor noch Gesangsunterricht, sodass ich viel Zeit habe und auch mal etwas später zur Arbeit kommen kann. |
Zum Vergleich: ein Ausflug im Februar

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| Zur gleichen Zeit: was Buddha von allem hält. |







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