Lesen in Gesellschaft
Die freie Woche zwischen Rückflug und Vorlesungsbeginn habe ich praktisch komplett in der Bibliothek verbracht und Ökonometrie gelesen. Das soll mir während des Semesters Arbeit sparen. Trotzdem habe ich lediglich knapp 300 Seiten geschafft, statt mehrerer Bücher auf einmal wie man sich das immer vorstellt. Nebenbei habe nur noch ein bisschen in Goebbels Tagebüchern gestöbert.
In der Bibliothek war ich offenbar der einzige, der keine Prüfungen hatte. Und alle lernen bessere Sachen als ich: um mich rum lagen stapelweise Bücher zu Medizin, Neurologie und Genetik, von Studenten die vor mir kamen und nach mir nach Hause gingen.
Auserlesen
Die Franzosen kamen, schrieben ihre Klausur und gingen wieder. Ich hatte extra ordentliches Essen gekauft und dann sind wir lieber Hamburger essen gegangen.
Lesen mit Musik
Interessanterweise hatte ich trotz einiger Pläne vor dem Semester mal nach Edinburgh oder auf die Farm zu fahren kein größeres Interesse zu verreisen, nicht mal in der Stadt habe ich viel unternommen, selbst den Münster nur zweimal besucht. Dafür habe ich mich zum Lesen in der Musikfakultät fast häuslich eingerichtet. Dort sind vor Semesterbeginn noch wenige Studenten und so herrscht genug Ruhe zum Lernen, während trotzdem immer irgendwer irgendwo probt und ich dabei Tee machen sowie Mittags Essen warm machen kann.
Limitloses Lesen
Heute ging nun das Semester los und wie üblich wurde man mit Leselisten reichlich beschenkt, die man vielleicht ab und zu sogar mal berücksichtigen kann. Bis Mitte März stehen wohl 2-3 Hausarbeiten an und danach Klausuren sämtlicher Kurse seit Studienbeginn. Das wird hier meist nach dem Frühlingssemester konzentriert und nicht nach jedem Halbjahr erledigt. Am schwersten wird aber das Dissertationsthema sein, was ich wohl sehr bald vorschlagen muss. Natürlich habe ich keinen blassen Schimmer was mich denn vielleicht interessiert. Dafür ist die Bibliothek wieder leer, mein stiller Lesesaal wieder allein und verlassen.
Notenlesen
Abends habe ich mich endlich bei der Basssektion des Unichors angemeldet. Wir proben Händels Salomon für einen Auftritt am 16.3. im Münster. Und danach am 22.6. im gleichen Ort – Beethovens Neunte sowie Mozarts Messe in C-Moll! Erstmal wurde mein gesangliches Selbstbewusstsein von den umgebenden Musikstudenten gestutzt – das ist gar nicht so einfach so schnell Noten zu lesen! Zum Glück ist das ein großer Chor und ich kann mich zwischen den anderen Stimmen verstecken wenn ich in die falsche Richtung singe. Mehr ich frage mich wie immer, ob ich in diesem Semester soviel Zeit habe, auch wenn Proben nur zwei Stunden jeden Montag abend sind. Das ist auch gar nicht so billig: 20 Pfund Mitgliedsbeitrag und die Noten muss man trotzdem noch selbst bezahlen. Soviel würde ich z.B. niemals für die gleichen Konzerte als Gast bezahlen. Aber wie sagt mein mit angemeldeter deutscher Kommilitone: was tut man nicht alles um im Münster zu singen.
Tanzen
Am schönsten: die Lateinamerikanische Gesellschaft führt bereits den Freitagssalsa weiter.
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