Sonntag, 21. Juli 2024

Letztes Wochenende haben wir neben Einkauf und Babyschlaf zwei Ausfluege geschafft. Samstag fuhren wir zur Hubertuskapelle. Um die wachsen momentan schoene, hohe Wildblumen mit Schmetterlingen etc. Ich bin mit Otto Wettrennen um die Kapelle gerannt, damit er Sport treibt, waehrend beide Kinder es lieben, wenn im Tal Zuege vorbeifahren.

Sonntag sind wir ins Umweltzentrum gefahren. Sebastian war leider totmuede, aber Ellie konnte sich mit ihm zurueckziehen und ihm etwas Schlaf geben. Otto und ich haben derweil die Orte der "Waldschule" besucht, die wir einst Mittwoch vormittags besuchten, als in der Kita noch nicht genug Platz war. Damals hat sich Otto ja nur so halb dafuer interessiert. Kaum zu glauben, dass er damals erst dabei war, die Windeln abzulegen. Heute jedenfalls vermisst er diese Aktionen und zeigt allgemein viel mehr Interesse an der Natur. Wir haben lange im Wald gearbeitet. Und auch sein Fernglas nimmt er gut an. Ich denke mir, dass ich viele Dinge mit ihm zu frueh ausprobiert habe.

Beide Kinder zeigen deutliches Konkurrenzverhalten. Egal wieviele Spielzeuge rumliegen, sie zanken sich um dasselbe. Dafuer lieben beide den "Sandkasten", d.h. einen Sack voll Sand in einer grossen Plasteschale im Garten. Ich hebe Steinplatten aus wenn Ellie nicht guckt, damit sie im Sand darunter buddeln koennen. Wir ueberlegen, den Garten in Gras umzuwandeln, damit die Kindern besser spielen koennen. Waere aber wohl teuer.

Wie Ellie jeden Tag zwei Kinder alleine schafft macht mich immer noch baff.


Sebastian

  • kopiert erkennbar Ottos Bewegungen und unsere Laute. Lernt erstaunlich schnell.
  • kommt offenbar gut in der Kita klar. Weint nicht mehr bei der Uebergabe
  • kuschelt gerne. Menschen, Tiere, Kuscheltiere. Hat Otto nie gemacht.
  • braucht seit einiger Zeit staendig jemanden abends im Bett. Hat einige Nächte lang mehrere Stunden nur geschrien. Habe ihn endlos getanzt wie damals Otto. Ellie sehe ich dadurch abends nicht mehr.

Otto

  • scheint seit meinem Geburtstag (relativ) ausgeglichen und fröhlich. Mein eigener Zustand ist dadurch besser. Vielleicht hat er sich nach einem Jahr an Sebastian und die Kita gewöhnt. Gerade rechtzeitig um die Kita am 30. August zu verlassen und eine neue Gewöhnung an die Schule zu beginnen.
  • Scheinbar kann man hier drueben inzwischen ohne Probleme Zuckertueten bestellen

Johannes

mir ist erst jetzt klar geworden, was Ottos Schulanfang fuer uns bedeutet. Wir koennen nur noch in den Ferien verreisen. Und ich muss meinen gesamten Urlaub fuer die Ferien vorhalten. Und ich habe davon viel weniger als es Ferientage gibt. Das kann eigentlich nicht funktionieren... es sei denn, ein Elternteil hoert auf zu arbeiten. Seit Jahren warte ich darauf, dass die Kinder gross genug fuer Familienbesuche sind. Und jetzt wo sie es sind, koennen wir nur zu den schlimmsten Stosszeiten. Ich bin einen Abend lang in echter Depression versunken.

Ich lese ueber das europäisches Mittelalter, vom gleichen Menschen der das Erbe Roms geschrieben hat. Langes Buch aber es zieht mich einfach an. Und sein Stil gefällt mir heute wie damals.


Im Umwelt Zentrum. Otto hat sein neues Fernglas sehr angenommen.


Beide Kinder lieben den "Sandkasten". Hinter ihnen habe ich zwei Platten ausgehoben, damit sie dort buddeln koennen.

Mittagspause auf dem Spielplatz





Wir haben unser eigenes Wuerfelspiel "Autorennen" gemalt, nachdem Otto in Kent das erste Mal richtig gut auf ein Wuerfelspiel angesprochen hatte



Dienstag, 16. Juli 2024

Kent

Samstag

... fuhren wir etwas drei Stunden nach Kent. Ich fand das schwierig, als Sebastian irgendwie die Nase voll hatte vom Auto. Wir haben eine schoene kleine Pause auf einer Dorfwiese gemacht, und ich bin mit Otto rennen gegangen.

Wir fuhren erst zu Ellies Mutter, deren Haus ich zum ersten Mal sah. Schwester Amber war auch gekommen. Urspruenglich hatten wir zu ihr fahren sollen, aber das war uns einfach zuviel Fahrerei gewesen. Wir haben im Garten gegessen, und Geschenke wurden ausgetauscht. Wirklich ausruhen konnte ich mich aber trotzdem nicht; man muss immer hinter den Kindern her sein.

Unser Quartier lag nur 20 Minuten weiter. Ein Bauernhof auf einem Weinberg hat eine alte Scheune in Ferienwohnung umgebaut. Der Blick aus dem Wohnzimmer oeffnete sich nach der Terasse in das Flusstal der Rother. Einen kurzen Fussweg entfernt steht da unten die Burg Bodiam. Wein, Baeume voller Laub. Eine grosse, eingezaeunte Wiese mit Spielgeraeten. Eine Pferdekoppel. Ich hab soviel wie moeglich draussen verbracht. Die vollen Baeume machen mich besonders gluecklich. Irgendwas in der Bewegung der Laubkronen im Wind und ihr Rauschen dazu, dass man ohne den Autolaerm von Portsmouth auch viel besser hoert. Wir bedauern sehr, dass die Kinder das nicht jeden Tag haben koennen.

Sonntag

... fand die Geburtstagfeier statt, im Haus der Familie von Ottos Cousine Leyla, in Hawkhurst. Ich hatte etwas Sorge, ob das nicht zuviel fuer Otto wurde, aber es waren dann nicht zuviele Leute, und genug Platz mit einem recht grossen Garten. Otto und Leyla haben viel miteinander gespielt, und oft hat jemand anderes die Kinder betreut, sodass ich mich mal etwas entspannen konnte.

Montag

Montag trafen wir uns in Hawkhurst zum Fruehstueck mit Ellies Vater und Frau. Im Anschluss zeigten sie uns ihren Schrebergarten, der gerade in seiner schoensten Phase steht. Otto gefiel das, und ich war froh, dass er so etwas zu sehen bekam. Als Sebastian dann zum schlafen nach Hause musste, haben wir Otto deshalb spontan bei seinen Grosseltern gelassen. Er konnte spaeter auch noch mitkommen, als sie Leyla (wie jede Woche) von der Kita abholten. Als ich dann Otto irgendwann abholte, spielte er mit ihr im Flur und die beiden waren sichtlich gluecklich. Eben schade, dass er Garten und Familie nicht oefter hat.

Mir gab das eine unerwartete Stunde allein, da Ellie mit Sebastian schlafen ging. Ich goennte mir eine kleine Wanderung, den Huegel runter zur Burg Bodiam. Ganz allein, nur fuer mich. Und im dortigen Souvenierladen kaufte ich Otto ein kleines Fernglas. Er versteht das Prinzip, und ein erstes Kindergeraet zu seinem Geburtstag war sofort kaputt gegangen.

Am Nachmittag besuchte uns dann Ellies Mutter, wozu ich dann Otto abholen fuhr.

Wir bedauern, dass es nicht normaler ist, die Familie zu besuchen. Die unausgesprochene Frage ist natuerlich, welche Familie.

Sebastian

  • hat sich an Pferde gewoehnt. Erst vor einigen Wochen hatte er eins in Droxford kennen gelernt, und am ersten Tag in Kent noch Angst gehabt. Aber am dritten wollte er von selbst zur Koppel und es sich naeher angucken.
  • heult in den letzten Tagen nicht mehr wenn ich ihn an der Kita uebergebe

Otto

  • hat die Tage auf dem Land und bei der Familie deutlich genossen. Er war nach unserer Rueckkehr in sehr guter Stimmung.
  • hat viel mehr Zeit draussen verbracht als gewoehnlich und fand das toll. Besonders gerne ist er auf einer Reihe Reifen auf dem Spielplatz balanciert. Haetten wir nur sowas bei uns, er waere staendig draussen.
  • abends haben wir immer das "Rennspiel" gespielt, ein einfaches Wuerfelspiel, aber eben mit Autos. Eines Abends sassen wir dabei auf der Terasse, als ploetzlich aus dem Tal ein Heissluftballon aufstieg
  • hat sich scheinbar vollkommen an die Kita gewoehnt. Ist zwar schwer aus der Tuer zu kriegen, aber wenn wir erstmal unterwegs sind, macht er keine Probleme. Schade, dass er sich bald an den naechsten Ort gewoehnen muss.





Freitag, 12. Juli 2024

Geburtstage

Letzte Woche hatten Sebastian und ich Geburtstag. Sebastian musste zu seinem aus zeitlichen Gruenden in die Kita, denn es war die letzte Moeglichkeit zur Eingewoehnung, und am naechsten Tag standen Impfungen an.

Beide Kinder bekamen um den Friedens willen Geschenke, aber ueber mehrere Tage gestreckt um die Aufregung in Grenzen zu halten. Beide haben ein Xylophon sehr gut angenommen.

Zu meinem Geburtstag sind wir einfach in einen schoenen Pub essen gefahren. Ich hatte mir vor allen Dingen Stressvermeidung gewuenscht, insbesondere, dass Ellie nicht hektisch nach Geschenken suchen sollte. Wir sind dann in den Weissen Loewen in Soberton gefahren. Das Dorf liegt ueber dem Flusstal des Meon, gegenueber von Droxford. Vor vielen Jahren bin ich dort mal durchgewandert, und vor zwei Jahren hat Ellie dort eine Reitstunde gehabt.

Der Pub ist ein bisschen teurer, kocht sehr gut und seine Terasse liegt zwischen einem ummauerten Biergarten und der umzaeunten Dorfwiese. Dadurch konnte ich die Kinder nehmen, die beide viele Suessigkeiten, wenig Bewegung und Geburtstagaufregung hatten. Otto ist richtig gerne  ueber die Wiese gerannt, von einem Ende zum anderen. Er hat sich richtig gefreut draussen zu sein und wollte die Felder auf beiden Seiten des Dorfes sehen. Er war besonders begeistert, als er lernte, unter einem Zaun durchzusteigen und dann wieder ueber ihn zurueck zu klettern. Wir haben verstecken, und balancieren gespielt. An diesem Tag konnte ich irgendwie mehr daran glauben, dass Otto einfach nur schlau und sensibel ist.

Allen Dank fuer Ihre Pakete und Karten.

Als naechstes fahren wir drei Naechte nach Kent, zu Ellies Vaters 70. Geburtstag.

Sebastian

  • hat seine Impfungen glimpflich ueberstanden
  • geht jetzt 3 volle Tage pro Woche Kita. Hasst  die Uebergabe, ist aber wohl froehlich wenn er da ist
  • ... ist wirklich ganz anders als Otto damals. froehlich, lacht viel. hat innerhalb von zwei Wochen laufen gelernt, und benutzt seine Kommunikationsfaehigkeiten um uns rumzuordern. Besonders suess seine Geste fuer "gib mir mehr (Essen)"

Otto

  • Zeigt in letzter Zeit deutlicher, dass er unsere Aufmerksamkeit nur ungerne mit einem Geschwisterkind teilt. Er liegt gerne komplett lang auf mir drauf. Sucht Kontakt und will mich ganz besetzen. Bisher hatte ich niemals eindeutige Zeichen fuer diese Rivalitaet gesehen. Beide Kinder fanden sich immer ganz toll. Aber vielleicht ist das das eigentlich Problem. Mit Veraenderungen konnte Otto nie gut umgehen. Sein Vater ja auch nicht.
  • Ich habe ihm (mir) ein elektronisches Endoskop gekauft, dass fuer ihn viel einfach ist als das Lichtmikroskop. Er guckt sich das wirklich gerne an.
  • hat mich zum Tierarzt begleitet. Da durfte er Buddhas Herzschlag abhoeren. Jetzt suche ich nach einem Stethoskop fuer ihn.
  • scheint mehr Konzentration auf bestimmte Spiele und Taetigkeiten zu zeigen
     

    eine Mittagspause

    Omen


    Queg im Nest



Freitag, 5. Juli 2024

Sebastian hat in den letzten Wochen zur Eingewoehnung immer mehr Zeit in der Kita verbracht. Erst eine Stunde, dann halbe und jetzt ganze Tage. Er haelt sich ganz gut wird uns gesagt und ist leicht zu troesten. Anders als Otto zeigt er Interesse an den anderen Kindern. Aber er weint inzwischen sobald er in den Kinderwagen kommt, und besonders wenn er die Kita erkennt. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie Otto jeden Morgen auf dem Weg geweint hat.

Ab naechster Woche geht Sebastian dann richtig hin: drei volle Tage die Woche. Dann geht Ellie naemlich wieder arbeiten. Er wird sogar laenger gehen als Otto: bis 17.30 statt 16.00 Uhr. Wir arbeiten halt laenger und Sebastian kann sich zu Hause noch nicht selber unterhalten.

In den letzten Wochen haben wir kleinere Ausfluege gemacht. In den Park Stansted, in einen Pub in East Meon. Je nach Ottos Stimmung mehr oder weniger angenehm.

Sebastian

  • beginnt selbstaendig zu laufen. Ellie faengt es bloss nie auf Film ein. Und er quasselt die ganze Zeit. Im Moment gehe ich mit ihm jeden Abend ans Meer und halte seine Fuesse in die Wellen. Das findet er ganz toll. Er war auch begeistert, dass Menschen im Wasser sein koennen, und von Moewen und Hunden. Am Ende setze ich ihn weiter oben auf den Strand und er spielt mit den Steinen. Ich kann mich dann ein bisschen entspannen. Wuerde gerne selbst baden gehen. Aber nur Otto koennte ich am Strand alleine sitzen lassen, und der will nicht ans Meer.
  • hat ein Wort fuer Tier, "deda", nicht zu verwechseln mit dem allgemeinen "dada"
  • ist einfach ein Riese, mit viel Babyspeck, und einer wunderbaren Zahnluecke wenn er lacht


Otto

  • zeigt in letzter Zeit das erste Mal Anzeichen von Eifersucht. Versucht seine Eltern zu monopolisieren. Sobald etwas Platz auf mir ist sitzt oder liegt er auf mir, und laesst keinen Platz fuer Sebastian.
  • Sebastian dagegen will staendig an Ottos Sachen und laesst ihm keine Ruhe.
  • zeigt aber auch interessante Seiten, die wir bisher vermisst hatten. Insbesondere seine Vorstellungskraft; er denkt sich manchmal richtig in seine Welt. Wir spielen jetzt abends nicht mehr Memory und Puzzle, aber dafuer will er mit seinen magnetischen Bausteinen Fahrzeuge bauen. Praktischerweise in seinem Zimmer, sodass wir von da schnell ins Bett kommen. Ich habe ihn auch manchmal mit Kindern interagieren sehen. Es ist komisch, wie schuechtern er ploetzlich wird, wenn man an seinen allgemeinen Charakter denkt. Aber der Wille ist da, und das beruhigt mich, zu einem gewissen Grad.
  • entdeckt viele Spielsachen wieder, die er lange Zeit ignoriert hat. Zum Beispiel hat er einige Tage gerne im Garten mit Sand gespielt, den wir ihm vor einem Jahr gekauft hatten.
  • begeistert sich fuer die neuen elektrischen Busse der Stadt. Diese Woche sind wir in meiner Mittagspause damit zum Spielplatz im Park gefahren. An der Haltstelle Spannung, ob ein elektrischer oder nur ein alter Dieselbus kommt.
  • Braucht sehr viel Aufmerksamkeit und Liebe. Sein Verhalten schwankt oft und stark. Einmal schreit er rum, eine Minute spaeter spielt er lieb mit seiner Mami. Nur Ellie weiss, wie man ihn so schnell beruhigt und ablenkt.

Johannes Nachrichten

  • Mein geistiger Zustand geht auf und ab. Es gab schlechte Phasen, wenn Otto mir Sorgen macht. Selbst an sonst guten Tagen bricht es manchmal scheinbar grundlos aus ihm raus. Und auf einem ganz praktischen Niveau ist es einfach schwierig in dieser Athmosphaere irgendetwas zu erledigen, im Haushalt geschweige denn auf der Arbeit.
  • meine Arbeit laeuft. Ich bin nicht sehr produktiv, aber ich lerne viel neues
  • Ich habe "Casino Royal" gelesen, das erste Buch der James Bond Reihe





Die vergessene Zeit

Ich wollte immer das erste halbe Jahr mit Sebastian nachtragen. Aber jetzt ist das erste Jahr vorbei, und das meiste habe ich inzwischen vergessen. Das hier ist was mir jetzt noch in den Sinn kommt und wichtig erscheint.

Wenn ich die Zeit mit zwei Kindern rekapituliere, muss ich sagen: im Grossen und Ganzen hatte ich recht: Eigentlich ist es zuviel. Es ist egal, dass das zweite Kind einfacher ist, es zaehlt die Gesamtbelastung. Und die ist natuerlich viel groesser als mit einem Kind. An guten Tagen brauchen wir etwa 120% unserer verfuegbaren Zeit. An schlechten kann man sich nur aussuchen, wo man scheitert und wen man vernachlaessigt. Meistens alle gleichzeitig.

Das groesste Opfer war der Kontakt zu Familie und Freunden. Bei Otto hatte ich zum Beispiel nach zwei Monaten wieder angefangen mit Kasia zu telefonieren. Diesmal ist selbst nach einem ganzen Jahr kaum Hoffnung darauf.

Und selbst Ellie sehe ich kaum noch. Wir wechseln nur Kinder.


Sebbie ist ein voellig anderes Baby als Otto. Laechelt viel; schlaeft wenn er muede ist. Schlaeft abends allein, zumindest eine Weile. Konnte damit leben noch nicht laufen koennen. Otto hasste es Baby zu sein.

Die wirklichen Problem war Otto. Er entwickelte schreckliche Zusammenbrueche, vor denen sogar Ellie aufgeben musste. Insbesondere mit ploetzlichen Veraenderungen, selbst positiver Art, ist er ueberhaupt nicht klargekommen. Ich will es klar sagen: eine Zeit lang waren wir von einer Verhaltensstoerung ueberzeugt. Schliesslich hatte ich immer das Gefuehl gehabt, dass er anders ist als die meisten Kinder. Eine zeitlang hatten wir, und auch die Kita, Verdacht auf Autismus. Das loeste furchtbare Angstvorstellungen aus, gerade bei mir.

Es ist mit der Zeit besser geworden und ich kann mir inzwischen doch wieder vorstellen, dass es alles nur Umstellung war. Aber trotzdem glauben wir , dass Otto eine besondere Persoenlichkeit hat. Extrem emotional. Seinen Gefuehlen manchmal ausgeliefert.

Und wir hatten einfach nicht genug Zeit uns um das ganze Ausmass zu kuemmern. Also haben wir Otto einen Nuckel gegeben und vor Bildschirmen abgestellt. Manchmal nenne ich das Tablet den dritten Elternteil.

Ich erinnere mich, nach Ottos Geburt sagte ich einem Freund, dass Ellie einfach die Nerven fehlten. Inzwischen denke ich, dass sie mir fehlen. Ich muss anerkennen, dass mir insbesonders das erste Jahr Schaden mitgegeben hat, der nicht einfach mit der Zeit vergeht. Es gab Zeiten, da habe ich mich abends neben Otto  ins Bett gelegt, ihm im Schlaf ueber den Kopf gestreichelt und angefangen zu heulen. An schlechten Tagen vor Sorgen, an guten Tagen aus reiner Erleichterung.

Es ist Ellie, die optimistisch ist, durchhaelt und die schlimmen Moment rettet.



In dieser Zeit passierte unter anderem diese erwaehnenswerten Dinge; viele andere habe ich auf immer vergessen:

  • wir habe fuer Otto im Garten gepflanzt und geerntet: Kartoffeln, Kresse, Moehren, Sonnenblumenkerne
  • der Besuch von Mutti, Papa, Rieke im August 2023. Ausfluege nach Arundel; die Hubertuskapelle mit Sonnenblumen. Das war gerade Ottos schwierige Phase. Sie haben auch die schlechten Momente gesehen und meine Reaktion darauf.