Inzwischen geht Otto seit drei Wochen in die Kita. Inzwischen schließe ich vorsichtig, dass er da lieber hingeht als zur Tagesmutti. Losgehen will er nicht, aber wenn wir erstmal da sind, stürmt er gleich hinein. Und soweit wir wissen, spielt er begeistert mit allen Spielzeugautos und den Pfützen im Außenbereich. Er ist abends auch müde und nicht aufgedreht wie nach der Tagesmutti. Für uns ist die Logistik eine Erleichterung.
Unabhängig davon habe ich Otto sechs Teilnahmen an einer wöchentlichen Kinderbespaßung im Wald im Umweltzentrum gebucht. Das findet praktischerweise jeden Mittwoch vormittag statt, wenn ich ihn habe. Bisher haben wir einen sehr schönen Herbst und auch mir tut es sehr gut, mal in die Natur zu kommen. Otto spielt dann in der Matschküche, oder sägt und bohrt Holz, oder hämmert Pfähle in die Erde.
Dieses Wochenende hat er dann spontan seine Windel gegen einen Pott eingetauscht. Eigentlich hatten wir dafür eine Woche eingeplant, um ihn richtig umzugewöhnen bevor er wieder zur Kita geht. Aber er hat seit einiger Zeit gegen Windeln protestiert, und Samstag Morgen wollte er dann endlich seinen Pott haben. Bisher stellt er sich erstaunlich geschickt an. Nicht ganz klar, wie es dann nach nur zwei Tagen in der Kita läuft.
Mitte der Woche hatten wir richtig Stress, als unser Internet ausfiel und unser Anbieter einfach kein Ersatzgerät organisiert bekam. Einige Tage habe ich bei einem Freund um die Ecke gearbeitet. Am Ende hat es Ellie gelöst, in dem sie sich auf sozialen Medien öffentlich beschwert hat. Ich kann sowas nicht.
Es war wieder ein Beispiel, wie mich Dinge viel mehr stressen, als sie es vor drei Jahren getan hätten. Man kommt zu so wenig, da fällt das Haus schneller auseinander als man hinterherreparieren kann. Die letzten Wochen brauche ich dann wieder mehr Entspannung durch Ablenkung und bunte Geschichten. Zum Beispiel spiele ich weitere Folgen der alten Computerspielreihe Monkey island. Ich erinnere mich, früher mit Adventures gar nichts anfangen zu können. Aber heute schätze ich eine schöne Geschichte mit schönen Farben. Ebenso lese ich eher Stolz und Vorurteil zum zweiten Mal als Obama zum ersten. Altbekanntes schlägt neues; ich frage mich ob das nicht allen Eltern so geht nach einiger Zeit.
Aus den selben Gründen habe ich endlich meine Herbstwanderung ausgeführt. Erstaunlich, was man aus der Natur zieht, wenn man den Großteil seines Lebens im gleichen Zimmer verbringt. Hinter der Hubertuskapelle bin ich die Strecke gelaufen, die ich mit Friedemann im Mai erkundet hatte. Ich habe einen Turmfalken, drei Rehe und hundert Fasane gesehen, die aus Feldern und Büschen stoben. Die Bäume haben eine schöne Färbung, ebenso die Beeren an manchen Büschen, und es gibt sogar noch Brombeeren. Eine schöne Frühwinterliche Athmosphäre liegt über manchen Stellen.






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